Die weibliche Pubertät

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von Florian_PL · 18 Januar 2018 ·
  1. Florian_PL
    Du bist zwischen 11 und 18 Jahren alt, alles nervt Dich: Deine Eltern, Schule, das Leben an sich – einfach alles ist total lästig und anstrengend. Willkommen in der Pubertät! Auf dieser Seite erfährst Du, was so alles mit Deinem Körper und Deiner Psyche während dieser Zeit passiert.

    Körperliche Veränderungen

    Brustentwicklung (Telarche): 10. bis 12. Lebensjahr

    Der Drüsenkörper in der Brust fängt ab etwa 10 Jahren an zu wachsen und wird größer als der Warzenhof. Dadurch einsteht die erste Wölbung. Allmählich nimmt der Brustumfang zu, und der Warzenhof färbt sich dunkler. Die Brust kann auch unterschiedlich wachsen. Das gleicht sich meist wieder aus, doch Größenunterschiede können durchaus bestehen bleiben. Die Brust ist während des Wachstums meist empfindlich und tut etwas weh. Es ist normal, wenn Du kleine Knoten ertastest, das hängt meist mit dem Zyklus zusammen. Bleiben die Beschwerden aber länger bestehen und hören einfach nicht auf, solltest Du einen Arzt aufsuchen.

    Schambehaarung: 10. bis 13. Lebensjahr

    Das Schamhaar beginnt an den großen Schamlippen zu wachsen, später bedeckt es die Schamlippen und den Venushügel. Je nach Veranlagung kann sich die Beharrung auch bis zum Afterbereich ziehen. Bei Frauen ist die Behaarung (im natürlichen Zustand, unrasiert) meist dreieckig.

    Achselbehaarung: 11. bis 13. Lebensjahr

    Die Achselbehaarung entwickelt sich während der Pubertät und ist von Mädchen zu Mädchen in Form, Farbe und Dichte unterschiedlich. Die Achselhaare hören bei einer bestimmten Haarlänge auf zu wachsen und haben eine Lebensdauer von je zirka sechs Monaten. Dann fallen sie aus.

    Die erste Monatsblutung (Menarche): etwa ab dem 9. Lebensjahr

    Anfangs sind die Regelblutungen noch unregelmäßig. Es kann auch sein, dass nach der ersten Monatsblutung die nächste Periode Monate auf sich warten lässt. Ist die erste Blutung bis zum 16. Lebensjahr noch nicht ein, suche sicherheitshalber einen Arzt auf. (Mehr Infos zum Thema siehe weiter unten.)

    Vaginaler Ausfluss: ab der ersten Regelblutung

    Der vaginale Ausfluss setzt meist ein bis zwei Jahre vor der Pubertät ein. Jede Frau hat einen täglichen vaginalen Ausfluss, der sich während des Zyklus' verändert. Tritt ein Juckreiz im Bereich der Scheide auf oder riecht der Ausfluss übel beziehungsweise verändert seine Farbe, gehe bitte zum Arzt und lasse das checken.

    Prämenstruelles Syndrom (PMS)

    Das PMS geht bei vielen Frauen mit der monatlichen Regelblutung einher und kann bereits ab der ersten Regelblutung auftreten. Zirka ein Drittel aller Frauen leiden an PMS. Typische Anzeichen: empfindliche oder schmerzende Brüste, Kopfschmerzen, Krämpfe, Hautveränderungen, Müdigkeit, Gefühlsschwankungen, Rückenschmerzen. Es gibt aber viele Möglichkeiten, das PMS zu lindern. Befrage dazu am besten Deinen Frauenarzt.

    Damenbart: 15. bis 17. Lebensjahr

    Bei Mädchen oder Frauen bezeichnet man sichtbares Barthaar als Damenbart. Für dessen Entstehung gibt es verschiedene Ursachen: Veranlagung, Hormone oder sehr dunkle Haare. Belastet Dich Dein Damenbart? Geh in diesem Fall zu Deinem Frauenarzt und lasse Dich über Behandlungsmöglichkeiten beraten.

    Akne

    Die Hormone müssen sich erst im Körper einstellen, daher haben fast alle Jugendlichen Mitesser und Pickeln. Das vergeht meist wieder – also kein Grund zur Sorge.

    Die Menstruation und ihre "Folgen"

    Die erste Regelblutung (Menstruation) ist für die meisten Mädchen etwas Besonderes. Einige freuen sich darauf und erwarten sie schon, andere haben gar keine Lust auf das "monatliche Ereignis". Vielleicht hast Du ja sogar schon mit Deiner Mutter oder einer Freundin darüber geredet. Mit dem Einsetzen der Regel bist Du geschlechtsreif, das heißt, Du kannst schwanger werden.

    Was genau ist eigentlich die Menstruation?

    Einmal im Monat findet der so genannte Eisprung statt: Ein Ei löst sich dann aus einem der beiden Eierstöcke und wandert durch die Eileiter. Kommt es zu keiner Befruchtung, lösen sich die obersten Schichten der Gebärmutterschleimhaut (die sich für ein befruchtetes Ei aufgebaut haben) langsam ab und werden blutend abgestoßen. Das bezeichnet man als Regel, Periode oder eben Menstruation.
    Bei den meisten Mädchen setzt die Regelblutung zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr ein. Der Körper entscheidet von selbst, wann es soweit ist. Es gibt aber einige Anzeichen, dass die Regel bald eintreten kann: Nachdem die Brüste zu wachsen begonnen haben und nachdem Du die ersten Schamhaare bekommen hast, tritt bei den meisten Mädchen erstmals ein Scheidenausfluss ("Weißfluss") auf. Er ist oft ein Zeichen dafür, dass Du bald Deine erste Regelblutung bekommst.

    Kommt Zeit, kommt Rhythmus

    Meist tritt die Blutung anfangs nicht regelmäßig auf. Es können zwei bis drei Monate dazwischen liegen, und sie kann eine oder auch zehn Tage dauern. Es dauert eben seine Zeit, bis sich Dein Körper darauf eingestellt hat – bis zu zwei Jahren sogar. Hat sich der Rhythmus eingestellt, hast Du ungefähr einmal pro Monat die Regelblutung. Diese dauert dann zwischen drei und sieben Tagen. Zwischen den jeweils ersten Tagen liegen durchschnittlich 28 Tage.

    Wenn die Blutung ausbleibt...

    Hast Du Deine Regelblutung schon längere Zeit regelmäßig und bleibt sie dann plötzlich aus, kann das ein Zeichen für eine Schwangerschaft sein (vorausgesetzt, Du hattest Geschlechtsverkehr). Das Ausbleiben kann aber auch krankheits- oder stressbedingt sein. Besuche dann am besten einen Frauenarzt.

    Unwohlsein und Schmerzen

    Es ist normal, dass frau sich während der Regelblutung oft unwohl fühlt. Zu Beginn hat man vielleicht Bauch- oder Kopfschmerzen oder es zieht im Rücken. Dagegen helfen eine Wärmflasche, ein warmes Bad, Kräutertees oder eine sanfte Bauchmassage. Manchmal können die Schmerzen auch sehr stark sein, sodass Du Dich richtig krank fühlst. Hier können dann Entspannungstechniken, Massagen oder Schmerzmittel hilfreich sein. Darüber kannst Du auch mit Deinem Frauenarzt reden.

    Seelische Veränderungen

    Raus aus der kindlichen Gedankenwelt

    Die Pubertät verläuft bei Jungen und Mädchen auf der seelischen Ebene gleich. Sie ist eine der einschneidensten Veränderungen im Leben. Nicht selten kommt es dabei auch zu der einen oder anderen Krise. Das sollte Dich jedoch nicht beunruhigen. Man erlebt alles zum ersten Mal: die körperliche Veränderung, das Verliebtsein, die ersten sexuellen Gefühle und Kontakte. Auch das Denken ändert sich. Du trittst aus der kindlichen Gedankenwelt heraus und erlebst die Welt neu und anders: Sie erscheint Dir nun vielleicht nicht mehr so wohl geordnet, sondern eher unübersichtlich und chaotisch, ungerecht und widersprüchlich.

    Die Persönlichkeitsentwicklung

    Denken, Fühlen und körperliche Veränderungen sind untrennbar verbunden. Du befindest Dich während der Pubertät in einer Entwicklungsphase, in der Stimmungsschwankungen meist sehr stark auftreten und Du Dich und die anderen in einem veränderten Licht siehst. Oft werden Freunde sehr wichtig, andere Bezugspersonen werden unwichtiger.
    Du bildest Dir über vieles eine neue Meinung und interessierst Dich jetzt vielleicht für ganz andere Dinge. Deine Sichtweisen finden nicht immer und überall Gefallen, und die Grenzen, die Dir als Jugendlicher noch gesetzt sind, sind lästig.
    Deinen Weg ins Erwachsensein gestaltest Du selbst mit, dennoch können und müssen Eltern, Lehrer und andere erwachsene Bezugspersonen Dir auf diesem Weg weiter Orientierung bieten.
    Manche Krise geht von allein vorüber, seelische Krankheiten jedoch müssen unbedingt therapeutisch behandelt werden und sind eine große Chance, über sich selbst und sein Leben Klarheit zu finden, sich auf Dauer befreit, wieder lebensfroh und -bejahend zu fühlen. Im Idealfall hast Du am Ende der Pubertät eine klarere Vorstellung von Dir selbst und Deinen Wünschen und Zielen gewonnen.

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