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    22 August 2020
    #1

    Erziehung 6-Jahres-Krise

    Hallo liebe Eltern,

    mir war die 6-Jahres-Krise (Vorschul-Krise) bisher kein Begriff, nach meiner Internet-Recherche wird mir klar, dass diese Krise scheinbar nicht zu den normalen Phasen gehört und etwas extremer ausfallen kann.

    Bisher war unser Sohn ein echter Goldschatz und alle normale Phasen (Mini-Krisen) gingen schnell und relativ unkompliziert vorbei. Jetzt ist er seit ca. 3 Monaten ein Hypochonder geworden.

    Anfangs haben wir es auf die Corona-Situation geschoben und uns nicht so stark drum gekümmert.
    Mittlerweile haben wir festgestellt, dass die Corona-Situation vielleicht Anfangs der Auslöser war, aber jetzt nicht mehr die große Rolle spielt.

    Er bezieht aktuell alles medizinische irgendwie auf sich und wir müssen extrem aufpassen, was wir so den Tag über reden. Wenn ich z.B. sage, dass ich verspannt bin, dann ist er auf einmal auch verspannt, wenn er sich den Fuß stößt, dann erscheint im der blaue Fleck auffällig ungesund (sieht natürlich total normal aus), eine kleine Aufschürfung wird auch nicht mehr so leicht abgetan wie früher, er fragt auch immer ob dies oder das gesund bzw. ungesund ist.

    Wir waren mit ihm Anfangs der Phase schon 2 Mal beim HNO-Arzt um seine Ohre untersuchen zu lassen, weil ihm alles so laut vorkommt. Beim Thema Ohren haben bei uns schon die Alarmglocken geklingelt und wir wollten die Sache nicht einfach auf sich beruhen lassen.
    Der Arzt hat alles genau untersucht und konnte nichts feststellen, daraufhin hat es ihn beruhigt und das mit den Ohren wurde allmählich besser. Da ist es uns dann aufgefallen - er redet sich das einfach irgendwie ein.

    Ich könnte noch viele Beispiele erzählen, aber wer diese Situation vielleicht auch mal bei seinem Kind hatte, der weiß wahrscheinlich schon lange von was ich hier schreibe.


    Jetzt meine Frage an die Eltern, deren Kinder auch mal so eine Phase hatten oder haben.

    Wie seid ihr mit dieser Krise umgegangen, wurde es mit dem Schulanfang besser und wie lange ging diese Phase bei eurem Kind?

    Gerne könnt ihr auch Beispiele schreiben, was bei euch in der Zeit so alles los war.
     
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    22 August 2020
    #2
    Vielleicht ein ganz anderer Ansatz: Kann es sein, dass er sich grundsätzlich nicht ernstgenommen fühlt?
     
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    #3
    Das ist jetzt schwer zu beurteilen, ich würde da einen Fachmann fragen. Selbst haben wir eine derartige Krise nicht erlebt, wir hatten lediglich beim Kurzen erhebliche Probleme bei den ersten Wackelzähnen – er weigerte sich zu essen, zu trinken, zu schlucken, aus Angst, an den Zähnen zu ersticken. Mein Mann hat ihm dann einen Zahn gezogen und ihm beim zweiten Mal streng klargemacht, dass das nicht passieren wird. Da hat der Kurze sich den Zahn selbst rausgepult. Danach war dann gut.

    Ich hatte selbst eine stark hypochondrische Phase, allerdings war ich da 13 und schiebe das rückblickend auf die Pubertät und die Verarbeitung meiner medizinisch aufwendigen Kindheit.

    Gab es da irgendwelche besonderen Vorkommnisse?
     
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    #4
    Wenn ihm alles sehr laut und jede Blessur sehr schlimm vorkommt, ist er vielleicht einfach hochsensibel? Habt ihr da früher schon Erfahrungen mit gemacht oder ist das neu?

    Womöglich wird es in Verbindung mit dem übrigen Stress stärker, weil das Fass schneller überläuft. Ich kenne es von mir selbst - ich erfülle in Stresszeiten jedes Merkmal von Hochsensibilität, wenn ich aber entspannter bin, dann wird es besser.
     
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    23 August 2020
    #5
    Nein, das ist es ganz sicher nicht!
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 23 August 2020 ---
    Mir fällt nichts ein was sowas bei ihm hätte auslösen können.

    Wie lange ging deine hypochondrische Phase? Wie hast du sie überwunden?
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 23 August 2020 ---
    Ja, darüber haben wir auch schon nachgedacht, scheinbar betrifft das ja viele Leute.
    Wir glauben trotzdem, dass es eher eine Art hypochondrische Phase ist, die scheinbar auch andere Kinder im Vorschulater betrifft.

    Ich würde mich mit Leuten gerne austauschen, deren KInder auch mal sowas in diesem Alter durchgemacht haben. Hauptsächlich interessiere ich mich wie man damit umgehen soll. Wenn wir z.B. wegen jeder Sache anfangen zum Arzt zu gehen, dann können wir das ggf. verstärken, jedoch hilft es ihm, dass ein "Fachmann" ihn untersucht und sagt, dass alles OK ist.
     
  • Laure2020
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    3 Oktober 2020
    #6
    Ich als Mama von zwei Schulkids kenne diese Phase nicht. Zumindest ist mir keine sehr im Gedächtnis geblieben, die mit deiner vergleichbar wäre.
    Ich kann mir vorstellen, dass folgendes passiert ist: Die kids lernten durch Corona, dass ein kleiner Schnupfen einen großen Rattenschawanz nach sich ziehen kann (Rachenabstrich, Quarantäne, Homeschooling usw.). dementsprechend hat er das Vertrauen verloren und vermutet hinter jeder kleinen Verletzung/ Unwohlsein eine "Gefahr" für seine/eure Gesundheit. diese Verunsicherung zieht sich momentan durch alle Altersklassen. Mein Kids sind glücklicherweise davon bisher verschont geblieben.
    Wichtig ist, dass euer Sohn weiß, dass ihr ihn in seinem Empfinden ernst nehmt und euch vertraut, dass ihr erkennt, wenn wirklich Handlungsbedarf besteht. Für kids ist ein blauer Fleck manchmal schmerzhafter als für uns. Darum handeln: Coolpack, streicheln, einfach was dagegen tun, es muss nicht viel sein. Wie das berühmte Kirschkernkissen bei Bauchschmerzen. Wenn du verspannt bist, kann er dich bsp massieren, ann geht es dir (notfalls auch übertrieben schnell) besser. Und ihm auch, weil er beruhigt ist.
     
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    4 Oktober 2020
    #7
    Ich habe 4 Kinder im Alter zwischen 7 (also 2. Klasse) und fast 20 und kenne diese Phase überhaupt nicht :hmm: auch nicht aus meinem Umfeld- noch nie davon gehört.
    Das jedes Kind individuell mal schwierige Phasen hat, ja aber so explizit vor der Einschulung....nein.

    Ich dachte auch gleich an hochsensibel. Mein ältester Sohn hatte da ganz ähnliche Schwierigkeiten, aber von Geburt an.
    Wir haben alle möglichen Tests und Ärzte/Beratungsstellen und Therapien damals durch.
    Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher das er einfach "nur" hochsensibel ist.
    Denn eine Erklärung für all seine Verhaltensweisen gab es nie.
     

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