• SoMa
    Gast
    0
    23 April 2003
    #41
    @succubi: ab wann ist für dich ein Mensch schwerbehindert ?´
    Denn, wenn man's so, wie du handhaben würde, würde das irgendwann darauf hinauslaufen, dass man Kinder schon wegen z.B. fehlenden Händen abtreibt, etc.
    Kann sowas vertretbar sein ?
     
  • Soni
    Gast
    0
    23 April 2003
    #42
    hi !

    ich sehe das auch wie succubi. ich könnte nicht rund um die uhr und mein ganzes leben lang, mein kind pflegen. Dazu hätte ich persönlich sicher nicht die Kraft.

    auch ich habe einen Fall von einem "schwerst" behinderten in der verwandtschaft. Meine Tante kümmert sich seit 10 Jahren um ihren Ehemann der nach einem Schlaganfall geistig und körperlich behindert ist. Er kann nicht selbstständig essen, nicht trinken und nicht auf's klo gehen, sitzt tagtäglich im rollstuhl und starrt vor sich hin. Er bekommt vielleicht was mit, man weiß es nicht. Das Gehirn ist so stark verletzt, dass man nicht weiß, ob er überhaupt etwas bemerkt. Jedoch hat er extreme Wutanfälle, er beißt und kratzt, selbst die Pflegerin, welche 2x die Woche meine Tante unterstützt hat er schon angegriffen. Ich würde nie und nimma mit meiner Tante tauschen wollen.

    Dies kann natürlich jedem passieren, ein Schlaganfall ist "hausgemacht", jedoch wenn ich bedenke, dass mein Kind so auf die Welt käme - ich könnte es ganz klar nicht.

    Und wie du schon gesagt hast, ein so schwer behindertes Kind kostet Geld. Ich könnte es mir nicht leisten eine 24h Betreuung zu bezahlen. Und Adoption ? Wer bitte nimmt sich "freiwillig" ein schwerst behindertes Kind ?

    Ich würde in so einem Fall, wenn ich wüßte, dass mein Baby behindert ist, und es keine Hoffnung auf heilung gibt: Abtreiben.

    Wie alle hier wohl, hoffe ich, dass ich nie in so eine Situation komme.

    Für alle anderen Fälle, würde ich mein Kind behalten, auch wenn es nicht gerade das "wunschbaby" ist.

    @ thread allgemein:
    zum thema ist wohl schon einiges gesagt, ich habe selbst noch keine abtreibung hinter mir, würde es auch nur aus obigen grund tun... und ich finde es auch persönl. nicht in ordnung wenn der grund noch nicht abgeschlossene schule oder reife der mutter ist...
    denn dann sollen sie es tatsächlich zur adoption geben.

    @SoMa:
    Ich glaube kaum, dass du Succubi richtig verstanden hast. Denn ein Finger zuwenig ist keine Behinderung in dem Sinne. Das Baby / Kind / der Erwachsene könnte locker für sich selbst später sorgen. Aber wenn ein Kind so schwer behindert ist, dass es 24h Rundumpflege braucht und geistig schwer behindert ist, ist das die Behinderung von der Succubi wohl redet und ich auch. Und das finde ich sehr wohl vertretbar.
    Nur weil das Kind einen Leberfleck hat der mir nicht passt ist sicher kein Grund. aber von dem wurde meines wissens nie gesprochen.

    LG
    S.
     
  • Googlehupff
    0
    23 April 2003
    #43
    @soni SoMa meint, daß selbst wenn man sich auf die Abtreibung Behinderter einigen würde, es schwär wär, wo man genau die Grenze zieht. Eine Hand fehlt = Leben, zwei Hände = Tod?

    Und sicher ist es eine Belastung einen behinderten Menschen zu pflegen und dennoch gibt es viele die es schaffen. Ich habe mal eine Reportage im Fernsehen gesehen, da hat ein, die war noch in den Zwanzigern, ihren Freund, der seit einem Unfall im Wachkoma liegt sowas von liebebedürftig gepflegt. Sie wollten heiraten und diese junge Frau bleibt bei ihm. Ich finde das echt bewundernswert, ich weiß nicht, ob ich das könnte.

    Aber selbst wenn man es selbst nicht schafft, erstens gibt es in der Tat Leute, die Behinderte adoptieren (aus Überzeugung) zweitens liebevolle caritative Einrichtungen für Schwerstbehinderte.

    Und was die Kosten angeht, hier springt natürlich der Staat ein, mit der Pflegeversicherung, Steuervergünstigungen etc.
     
  • HoneyBunny
    Gast
    0
    23 April 2003
    #44
    also ich finde schon, dass finanzielle aspekte ein grund zur abtreibung sind. denn wenn man schon selbst kein geld hat um ordentlich zu leben hat das kind später noch weniger um gut zu leben. vor allen dingen, wenn man noch nicht ma ne ausbildung hat. wie soll man das mit einem kind machen?
    vor allen dingen denke ich auch so, dass der satz "wer poppen kann, kann auch ein kind kriegen" oder so ähnlich total doof ist. klar, bei manchen ist es so, die poppen durch die gegend, wissen nicht wer der vater ist und haben schon die 4. abtreibung hinter sich. das ist natürlich dann einfach nur hirnlos! aber wenn man das jetzt mal auf beziehungen bezieht. ich finde, dass viele da auf verhütung acht geben, aber es kann immer mal passieren, dass die freundin schwanger wird. das weiß doch nie einer vorher, ob irgendwas schief geht. pille zu schwach, kondom gerissen..... meine freundin hat nicht die pille genommen sondern eine spirale gehabt. sie ist trotzdem schwanger geworden und noch ein paar andere mädels die sie kennt. (sie hat nicht abgetrieben, kam für sie nicht in frage).
    vor allen dingen spielt auch das soziale umfeld eine sehr große rolle. es gibt nun mal gegenden oder familien oder sonstiges wo man lebt, wo ein kleines kind nie "überleben" "leben" könnte. sowas würde ich meinem kind auch nie antun wollen.
    und sonst stimme ich succubi völlig zu. ein kind, welches geistiges absolut neben sich stehen wird und kein normales bzw eigenes leben führen kann, würde ich auch abtreiben.

    noch ne frage: woher wisst ihr (insbes. googlehupff o s) eigentlich, wie viele frauen schäden nach der abtreibung haben? also psychische. ich hab davon noch nie was gehört, dass es den frauen (fast alle nach den aussagen) soooooo schlecht geht. wenn man einen wirklich triftigen grund hat, der muss nur für einen selbst gelten, dann hat man später mit sicherheit keine psychischen schäden, da man mit sich im reinen ist und sich kein schlechtes gewissen einredet.

    so, weiß gar nicht, ob ich jetz alles geschrieben hab, was ich sagen wollte, aber egal.
     
  • Googlehupff
    0
    23 April 2003
    #45
    Hallo HoneyBunny, da Du mich direkt fragst, antworte ich Dir gerne auch. Zu diesen psychischen Folgen gibt es eigens Untersuchungen. Ich habe davon erstmals durch einen Referentin auf einem Seminar gehört. Die Folgen bezeichnet man als Post-Abortion-Symptome.

    Hierzu als Zitat ein - sorry - etwas längerer Text:

    Obwohl die meisten Frauen nach ihrer Abtreibung eine Erleichterung fühlen, können nach Jahren Symptome auftreten, die erst nicht als Folge des Schwangerschaftsabbruchs erkannt werden. Die Frauen nehmen dies nicht bewusst war, aber unbewusst ist das Gefühl vorhanden, gezielt und absichtlich sein eigenes Kind getötet zu haben. Oft wird die Abtreibung durch Träume der Frauen erneut erlebt. Hinzukommen bestimmte Ereignisse wie Jahrestag der Abtreibung, der Jahrestag des errechneten Geburtstermins, sowie die Begegnung mit schwangeren Frauen oder sogar die spätere eigene Schwangerschaft, die die betroffene Frau direkt oder indirekt negativ beeinflussen. Diese Symptome können akut aber auch erst nach Jahren eintreten, Frauen, welche abgetrieben haben, verwenden verschiedene Methoden dies zu verarbeiten. Darunter gibt es folgende:
    ·Verdrängung und Verleugnung
    ·Projektion
    ·intensive Auseinandersetzung mit dem Erlebnis und der Thematik. (Rechtfertigung und Konfrontation)
    Es kann auch vorkommen, dass die Frau eine Abneigung zum Geschlechtsverkehr bekommt, da das abgetriebene Kind so entstanden ist. In einer darauffolgenden Schwangerschaft und dem neuen Kind gegenüber kann es auch vorkommen, dass die Grausamkeit der vergangenen Tat der Frau bewusst wird. Nach Poensgen verspüren die Frauen nach einer Abtreibung seltener einen Kinderwunsch, weil die Tat, mit der sie letztendlich nicht einverstanden sind, verdrängen und Konfrontationen beiseite schieben wollen. Es kann jedoch auch vorkommen, dass die Frauen nach ihrer Abtreibung einen besonders großen Kinderwunsch haben, um die vergangene Tat wiedergutzumachen und das verlorene Kind soll ,,wiedergeholt" werden.
    Man ist sich sicher darüber, dass die Psychologen und Ärzte über die Folgen eines Schwangerschaftsabbruches sich noch nicht hundertprozentig im Klaren sind. Man kann aber mit Sicherheit sagen, dass ein Abbruch Folgen mit sich zieht, die das Leben der Frau verändern kann. In Studien wurde festgestellt, dass Frauen die ihr Kind abgetrieben haben, mehr psychische Probleme haben, als Frauen, die ihr ungewolltes Kind austrugen oder zur Adoption freigaben.
    Bei einer Abtreibung gibt es mindestens zwei Opfer: das Kind und die Schwangere. Es kommt oft vor, dass die Frau nicht selten durch Partner oder Familie indirekt zur Abtreibung gezwungen wird. Da letztendlich einzig und allein die Entscheidung bei der Schwangeren liegt, fällt diese oft in ein seelisches Loch und wird mit ihrem Problem allein gelassen.
    Jede Frau, die sich für eine Abtreibung entscheidet, sieht aus ihrer Lage keinen anderen Ausweg. Aber indem man die Abtreibung durchführt ist kein Ende der Probleme in Sicht, sondern mit einer Abtreibung fangen die Probleme erst richtig an. Bei einer Abtreibung stirbt nicht nur ein Kind, sondern auch die Frauen erleiden körperliche Schäden und zerbrechen seelisch. Körperliche Schäden, sind wie zum Beispiel: innere Blutungen, Bauchfellentzündungen, Bewusstseinsverlust, Atemstillstand und andere .Doch dies sind nicht alle Probleme, denn auch gravierende Folgeschäden sind nicht selten. Es kommt oft später zu Fehlgeburten, Missbildungen der nächsten Kinder, Sterilität und anderen Dingen. Ebenso können tiefgehende seelische Probleme auftreten. Wie oft können sich Psychiater solche Sätze anhören wie: ,,Als ich mein Kind abtrieb bin ich zerbrochen." oder ,,Ich wollte mein Leben leben. durch die Abtreibung habe ich es verloren. Ich habe meinen inneren Frieden verloren, den Mann, den ich heiraten wollte und mein erstes Kind. Ich verschaffte mir Drogen, um mich von meinen Gefühlen zu befreien und wurde drogenabhängig." Die Folge von Abtreibungen bei Frauen können Angstgefühle, Albträume, Schlaflosigkeit, Depressionen, häufiges Weinen und Psychosen sein. Oft führen solche Probleme Frauen in den Tod, da sie keinen Ausweg mehr sehen und sie ihr Lebensmut verlässt.

    Wie gesagt, auch Mütter sind Opfer der Abtreibung.


    Dies zu den psychischen Folgen, die nach einer anfänglichen Erleichterung auch erst viel später eintreten können.

    Nun zum finanziellen Aspekt, in einem der reichsten Länder der Welt kann es nicht sein, daß ein Kind aus Geldgründen keine Lebenschance, kein Lebensrecht bekommt.


    Läßt man hier Erwachsene verhungern? Kinder? Unser Sozialstaat funktioniert noch so gut, daß Notfällen geholfen wird. Und ich wiederhole mich, es bleibt auch die Adoption. Viele kinderlose Eltern würden sich freuen, wenn sie ein Kind adoptiern könnten. Ich erinnere an die vorletzte Folge von Sex in the City. Die eine will ein Kund und bekommt einfach keins, ihre Freundin wird schwanger und will es nicht haben. Letzlich entscheidet sie sich doch für das Kind.


    Und ich unterstelle ja nicht, daß alle einfach sorglos poppen und nicht verhüten und dann einfach mal abtreiben. Die meisten Frauen machen es sich bestimmt nciht leicht. Werden wahrscheinlich oft vom Partner gedrängt. Aber beim GV sollte man halt im Hinterkopf haben, es kann was passieren. Und dann muß man meiner Meinung nach eben konsequent sein. Denn der einzig völlig unschuldige ist das kleine Kind.
     
  • succubi
    Gast
    0
    23 April 2003
    #46
    @soma & googlehupf
    nein, wie ich schon oben geschrieben hab, wär eine fehlende hand kein grund für mich ein kind abzutreiben. und auch bei zwei fehlenden händen wäre es kein grund abzutreiben.
    ich hab schon von so vielen fällen gehört, wo menschen mit verkrüppelten bzw. fehlenden händen/armen zur welt gekommen sind und sich trotzdem selbst versorgen können, weil sie einfach gelernt haben, sich anders zu helfen.
    ich hab sogar von einer frau gehört, der von geburt an beide arme zum größten teil "fehlen", die aber trotzdem 2 kinder zur welt gebracht hat und ihr leben perfekt meistert - nur eben auf ihre art.

    wenn ich von schweren körperlichen behinderungen spreche, dann rede ich davon, dass der mensch wirklich so stark körperlich behindert is, dass er rund um die uhr pflege bräuchte, weil er selber gar nichts machen kann.

    drücke ich mich wirklich so undeutlich aus, dass man das missverstehen kann was ich meine oder wollt ihr es nur missverstehen? ich hab jetzt schon mehrmals erwähnt, dass ich es nur machen würde, wenn der mensch wirklich nie alleine lebensfähig wäre... das man sich um ein kleinkind kümmern muss bis es auf eigenen beinen stehen kann is logisch - und das man sich um einen alten menschen kümmern muss der nicht mehr allein zurecht kommt ebenfalls. - aber ich würde mir die last ein schwerbehindertes kind mein leben lang pflegen zu müssen nicht aufbürgen und ich denke das is für die meisten unter uns verständlich.

    ein schwerstbehindertes kind adoptiert keiner - wenn dann müsste man es in eine anstalt geben die sich um das kind kümmert. aber das muss man sich auch erst mal leisten können... schließlich kann ich das kind nicht einfach dort abgeben und dann so tun, als würde es mich nichts mehr angehen, weil ich es ja eigentlich nur zur welt gebracht hab, damit mir nicht irgendwer unterstellt ich würde handeln wie die menschen im 3. reich.

    außerdem isses nicht sonderlich schwer da eine grenze zu ziehen. - entweder das kind hat eine gescheite zukunft und kann sein leben mal trotz behinderung allein meistern oder nicht.
    das is ja keine entscheidung die man von heute auf morgen trifft - man wird sich trotzdem nochmal die pros und kontras anschaun. - aber ich für mich hab mich für den fall der fälle so entschieden.

    respekt vor einem menschen der es sich zutraut sich sein leben lang nur seinem schwerbehinderten kind zu widmen, dass nicht mal allein auf's klo gehen oder essen kann - aber ich trau es mir nicht zu und ich würd es schlicht und einfach nicht wollen.

    wie schon gesagt: gesunder egoismus. - und ich bin bei gott kein egoistischer mensch, aber es gibt gewisse grenzen die ich für mich gezogen hab - wie es andre handhaben is deren sache. ich könnte es auf jeden fall mit meinem gewissen vereinbaren. - das ich danach sicher schuldgefühle hab und das es mir dreckig geht, dass weiß ich jetzt schon, da ich sowieso übersensibel und ein totaler gefühlsmensch bin. - aber der schmerz kann niemals so schlimm sein, wie der schmerz den ich jeden tag hätte, wenn ich mein kind sehe und es mich scheinbar nicht mal registriert.

    @soni
    ja, genau so ein fall wie es zB dein onkel is - das mein ich... wenn mein kind schon so zur welt kommen würd, dann würd ich es abtreiben lassen.
    wenn es dann später durch einen unfall oder so passiert, dann würd ich natürlich schaun das ich es so gut wie möglich versorg und mich drum kümmern... aber dann hab ich keine andre wahl - dann is das ein schicksalsschlag mit dem man sich "anfreunden" muss.


    @honeybunny
    es gibt keine pille die zu schwach is - das mal vorweg. wenn eine schwangerschaft trotz pille eintritt, dann is das durch einen bewussten oder unbewussten einnahmefehler passiert - nicht weil die pille zu schwach is.
     
  • Googlehupff
    0
    23 April 2003
    #47
    @ Succubi: ich will und verstehe Dich gar nicht falsch. Meine Aussage sind nur,

    a) die Grenzen sind schwer zu ziehen. Du sagst entweder hat das Kind eine gescheite Zukunft oder nicht. Doch frage zehn Menschen nach ihrer Einschätzung und Du wirst zehn verschiedene Antworten bekommen, bei wem das der Fall ist. Grenzfälle werden sich nie vermeiden lassen. Ich bin der Meinung, der Mensch sollte grundsätzlich nicht über Leben und Tod entscheiden.

    b) Daß auch schwerstbehinderte glücklich werden können. Denn der Überlebensdrang ist wohl der größte, denn alle Lebewesen auf diesem Planeten haben. Und ich kenne bzw. kannte Schwerstbehinderte, die so gut wie gar nichts alleine machen können/konnten. Auch im Familienkreis.


    Und ich habe enormen Respekt vor jedem, der solch eine Pflege auf sich nimmt. Aber ich finde, zur Not lieber in eine Anstalt als in ein Grab. Und keine Sorge, auf den Kosten läßt der Staat dich nicht sitzen.
     
  • Teufelsbraut
    teuflisch gute Beiträge
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    1
    vergeben und glücklich
    23 April 2003
    #48
    Nicht nur bei Behinderung, sondern auch wenn ärtzlich nachgewiesen wird, dass die Geburt für die Mutter tödlich verlaufen könnte.... isses dann auch noch immer unmoralisch, Googlehupf?
    Ich für meinen Teil würde mein Leben nicht aufs Spiel setzen.
     
  • Googlehupff
    0
    23 April 2003
    #49
    Du hast nicht alle meine Einträge gelesen. Wenn die Abtreibung für die Mutter schwere körperliche Schäden haben kann oder psychische, dann würde ich eine Abtreibung erlauben.

    Schau mal weiter oben nach, da bring ich ein Analog-Beispiel mit Ertrinkenden. Dem Kind gegenüber ist es immer noch Unrecht, aber es ist entschuldigt, denn keiner kann verlangen, sein eigenes Leben für ein anderes zu opfern.

    Die medizinische Indikation ist für mich die einzig zulässige.
     
  • succubi
    Gast
    0
    23 April 2003
    #50
    @googlehupff
    wie gesagt: ICH kenne meine grenzen und bei denen bleib ich auch.
    das ein mensch mal glücklich is wenn er gar nix allein machen kann und nicht mal fähig is zu sprechen oder man nicht mal feststellen kann ob er einen überhaupt registriert bezweifel ich. - und die garantie dafür, dass der mensch glücklich is wenn er geistig einigermaßen da is, aber körperlich zu GAR NIX in der lage is hat man auch nicht.

    ich würde es eben ab einem gewissen punkt - den ICH für MICH festlege! - nicht behalten. punkt. darüber braucht man nicht weiter zu diskutieren, denn wir reden schon wieder im kreis.

    wenn du ein schwer behindertes kind behalten würdest und dir dein leben dadurch verbauen würdest, dann bitte - hut ab. - ich würde es nicht tun.
     
  • Googlehupff
    0
    23 April 2003
    #51
    Letzte Antwort darauf: ich sage nicht, daß ich es könnte. Kann ich nicht einschätzen. Aber Hut ab vor denen, die es können.
     
  • succubi
    Gast
    0
    23 April 2003
    #52
    ja, natürlich... da sind wir ausnahmsweise mal einer meinung.
     
  • Narai
    Narai (46)
    Verbringt hier viel Zeit
    43
    91
    0
    vergeben und glücklich
    23 April 2003
    #53
    Ich habe mir die Artikel durchgelesen und finde einige Meinungen schon recht krass. Vor allem von denjenigen, die hier stark auf der Seite der katholischen Kirche argumentieren.

    Sicher muss in Deutschland kein Kind körperlich verhungern, nur weil es nicht "gewollt" ist. Aber geistig können diese Kinder verhungern, wenn sie absolut nicht gewollt sind und trotzdem nur aufgrund von irgendwelchen hochgestellten Moralvorstellungen ausgetragen werden. Und diese Moralvorstellungen kommen in ihrer reinsten und striktesten Form von Leuten, für die sich das Problem Kinder zu haben entweder niemals stellen sollte oder die das Thema totschweigen (Oops, doch ein Kind? Entweder verschwiegen zahlen, nicht zahlen oder den Job bei der katholischen Kirche los sein. Die (kath.) Kirche, sie hilft allen ihren Schäfchen! Sicher doch!)...

    Tut mir leid, aber ich persönlich sehe nicht ein, warum ein Kind dann zur Welt kommen sollte, wenn es meiner Partnerin und mir nicht passt. Wenn ich Kinder bekomme, dann soll es für die Kinder wenigstens annähernd optimal sein. Die PISA-Studie hat ja eindrucksvoll gezeigt, dass Kinder, die in Anführungsstrichen aus "armen" Familien weitaus schlechtere Chancen haben als welche aus geordneten Verhältnissen.

    Wenn tagtäglich schon zigtausende Kinder verhungern, von Mienen zerstückelt, zu Kinderarbeit gezwungen werden, dann sollte man es sich hier, wo die Situation einigermaßen überschaubar ist, auch optimal machen.
     
  • Googlehupff
    0
    23 April 2003
    #54
    Also, ich argumentiere nicht auf Seiten der katholischen Kirche, schon allein deshalb da ich nicht katholisch bin.

    Aber ich argumentiere auf der Seite des Rechtes auf Leben jedes Menschen und des Rechtsstaates, der das Leben seiner Bürger schützen muß. Egal ob gegen Minen, gegen Hunger, gegen Abtreibung!

    Du hast recht, die katholische Kirche hat offiziell das Zölibat, aber viele halten sich nicht dran. Das finde ich auch verlogen. Sie läßt aber die Leute nicht im Stich, bis zum dritten Kind zahlt die Kirche ohne Probleme, wenn einer ihrer Priester schwach wurde. Ich find dieses Verheimlichen aber nicht richtig, eigentlich das ganze Zölibat nicht, aber das ist ein anderes Thema.

    Und meiner Meinung nach ist es nicht nur Deine Sache und die Deines Partners, sondern auch Sache des Kindes. Das ist nämlich der Schwächste in dieser Argumentation und wer schützt den?

    Und viele Kinder aus suboptimalen Verhältnissen würden es sich wohl verbeten, daß sie gesagt bekommen, besser wäret ihr nicht geboren. Also bitte!


    Ganz zum Schluß zu PISA. Die Studie zeigt vor allem, das die Kinder in norddeutschen Ländern schlechter dran sind als in süddeutschen. In Süddeutschland zum Beispiel haben Kinder mit Migrationshintergrund (sprich Asuländer) bessere schulische Leistungen als der Durchschnitt in Norddeutschland. Das ist also eine Frage des Schulsytems. Und es gibt genügend Beispiele, wo Kinder aus ärmlichen Verhältnissen es doch ziemlcih weit bringen. Der Bundeskanzler zum Beispiel.
     
  • Garagensprengerin
    Verbringt hier viel Zeit
    429
    101
    0
    vergeben und glücklich
    23 April 2003
    #55
    Ich weiß nicht wie oft wir diese Diskussion schon hatten ... aber das Ergebnis ist doch immer wieder das gleiche ... in diesem Punkt gibts viele Streitigkeiten weil die Fronten zu verhärtet sind ... warum zum Geier darf nicht jeder seine eigene Meinung haben? Wenn jemand sagt er is für Abtreibung wird er in der Luft zerfleischt aber auf die Abtreibungsgegner geht nie einer los ... möcht ma wissen woran das liegt es sind beides einfach nur Meinungen ... da gibts eben krasse Unterschiede ... manch einer sagt es is Leben von Anfang an und er würds nicht übers Herz bringen, andere hätten kein Problem mit ... Fakt ist: Egal wieviel hier gezetert und geschimpft und gefakete Bilder verbreitet werden - es wird sowieso jeder machen was er will ... also is das vergebliche Mühe die Menschheit bekehren zu wollen ... wir wissen alle dass Menschen verhungern, wir wissen dass welche im Krieg erschossen werden, wir wissen dass Abtreibungen gemacht werden ... und das wird nicht weniger nur weil sich einer drüber aufregt, ganz sicher nicht ...
     
  • Soni
    Gast
    0
    24 April 2003
    #56
    Hi !

    Also ganz so ist es auch wieder nicht, meine Tante hat enorme finanzielle Belastungen. Und es wurde nicht alles vom lieben Staat übernommen (Umbauten im Haus, Anschaffung diverser Geräte, Rollstuhl, Lift f. Rollstuhl, etc.). Wenn mein Onkel nicht sich selbst "abgesichert" hätte, würde sie es nicht schaffen.

    Meine Tante kann natürlich auch nicht mehr arbeiten gehen, sie stand im Berufsleben als es passierte...

    Es ist eine verdammt harte Entscheidung.

    Und eine 24h Betreuung in einer "Klinik"/"Anstalt" kostet im Monat 2600 EUR aufwärts, meine Tante hat da mal nachgefragt, weil sie es eine Zeitlang echt nicht mehr ausgehalten hat. Ihr Leben sieht nicht besonders rosig aus (1x die Woche kommt sie raus zum Einkaufen, das war's. Sonst ist sie immer bei ihm - 24h lang)

    Und nun sag mir welche junge Mutter sich 1. die 2600 EUR leisten könnte ? So könnte ich nie ein 2. Kind bekommen, denn ich muss mein ganzes Leben lang für mein 1. Kind bezahlen. Und selbst dann würde es sich nicht alleine mit meinem Gehalt ausgehen !

    und 2. könnte ich nicht bis zu meinem Tod mein Kind pflegen, du gibst hier alles auf. Du kannst nirgendwo mehr hin.

    Wenn du ein gesundes Kind hast, bzw. eines was später für sich selbst sorgen kann, kannst du später halt "die Welt" sehen, Sachen für dich selbst machen, wieder arbeiten gehen, etc.

    Ich kenne den Fall, der kommt aus Österreich. Sowas sind ganz tolle Menschen. Und wie bei meiner Tante hat man da keine Wahl - das passiert wenn man sich nicht entscheiden kann.

    Sicher sie könnte ihn verlassen, aber ich denke dazu liebt sie ihn zu sehr. Und vielleicht gibt es die Hoffnung, dass er bald mal wieder aufwacht. Von solchen Fällen hört man ja ab und zu.

    Aber ein schwerstbehinderter (geistig & körperlich) wird immer so bleiben.

    Nun wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich genau dann für eine eine Abtreibung entscheiden.

    Und bzgl. Behinderung ich glaube nur eine wirklich schwere Behinderung ist ein Grund für die Abtreibung. So wie Succubi schon sagte, wenn sich der arme Mensch später nicht selbst helfen kann und er 24 h sein Leben lang gepflegt werden muss.
    Und das ist auch eine genaue Definition (so finde ich es).

    Sicher kann sich das Kind nicht wehren, es ist arm, wenn man über sein Leben entscheidet. Aber ich glaube darüber darf ich als Mutter entscheiden, immerhin betrifft es mich ja auch zu 100%. Und immerhin muss ich ja damit dann leben.

    Und wenn man sich für ein Kind etscheiden, will man ja eigentlich ein "gesundes" Baby und nicht einen armen Menschen, der nichts vom Leben hat.

    Irgendwelche Krankheiten sind okay (z.B. Leukämie, Sprachfehler oder was weiß ich noch alles), damit kann ich leben und mein Kind auch.

    LG
    S.
     
  • Liza
    Liza (35)
    im Ruhestand
    2.208
    133
    47
    nicht angegeben
    24 April 2003
    #57
    Ich find's ehrlich gesagt nicht gut, "Mord, Mord, Mord!" zu schreien, wenn's um Abtreibung geht- denn damit bringt man nicht nur Menschen zum Nachdenken, sondern flößt auch Frauen höllische Schuldgefühle ein, die ihr Kind z.B. nach einer Vergewaltigung abgetrieben haben... nur mal nebenbei.

    Meine Meinung?
    Wenn ich schwanger werden würde, würde ich abwägen, was schlimmer ist: Die Tötung des ungeborenen Kindes auf der einen Seite- oder der kleine Selbstmord, den ich begehe, wenn ich das Kind bekomme, sowie das Leben, das das Kind führen würde.
    Ich bin nämlich durchaus der Ansicht, dass Abtreibung manchmal das geringere Übel ist... wenn ich die Wahl habe, ob ich mich selbst ganz abtöte, indem ich ein Kind bekomme, mit dem ich nicht leben kann (aus welchen Gründen ist egal) und das mit mir nicht leben kann (eben weil ich zum gegebenen Zeitpunkt eine schlechte Mutter wäre) oder ob ich ein ungeborenes Kind abtöte- dann wähle ich das Kind.

    Ich halte auch nicht besonders viel von Abtreibung (und von Leuten, die zu blöd zum Verhüten sind und dann mal "eben schnell" abtreiben), aber es gibt meiner Ansicht nach durchaus nachvollziehbare Gründe für Abtreibung. Im Augenblick würde ich wahrscheinlich nicht abtreiben, wenn ich schwanger wäre- ich bin erwachsen, habe einen zuverlässigen Freund und die Unterstützung meiner Eltern, bin intelligent genug um das Abi nachzuholen...
    ...da wäre ich schön mies, wenn ich abtreiben würde.
    Aber andererseits: Wenn du, Googlehupff, sagst, dass schwere psychische Folgen für dich ein legitimer Grund für Abtreibung wären, nicht aber soziale und finanzielle Hintergründe- dann kannst du dich nicht mal ansatzweise in die Lage eines Menschen versetzen, der sozial auf der alleruntersten Stufe steht. Für so einen Menschen kann ein Kind nämlich tatsächlich schwere psychische Folgen haben.

    A propos, weil du schon die ganze Zeit von Grenzen sprichst:
    Wo ist denn dann die Grenze zu "schweren psychischen Folgen" für die Mutter?
     
  • Googlehupff
    0
    24 April 2003
    #58
    Also, ich bin kein Psychologe. Daher kann ich nicht sagen, was schwere psychische Folgen wären. Aber ich kann mir gut vorstellen, daß diese zum Beispiel nach einer Vergewaltigung vorliegen. Also würde ich diese auch in dem Fall erlauben.


    Aber, auch dann bleibt es eben eine Tötung eines unschuldigen Lebens. Hierzu nochmal mein Beispiel der Etrinkenden.

    Zwei Schiffbrüchige finden einen Balken, dieser trägt aber nur einen von beiden. Das heißt entweder kann sich einer retten oder keiner. Eine schwere Situation. Unser Gesetz sagt: Die Tötung des anderen ist immer noch ihm gegenüber Unrecht. Denn er hat ja nichts getan, er ist selbst unschuldig. Aber der andere muß ihn töten, um sich selbst zu retten. So eine Art Notwehr. Das heißt, es bleibt Unrecht, aber wird nicht bestraft. Die Juristen sagen es ist entschuldigt.

    So sehe ich es auch bei einer Abtreibung aus medizinischer (psychischer Sicht)


    Was die finanziellen Folgen etc. angeht. Wenn das jemand in der 3. Welt sagen würde, vielleicht. Bei uns aber muß kein Kind umkommen. Wir sind eines der reichsten Länder der Welt. Und wieviele Paare wünschen sich vergeblich ein Kind. Wenn man selbst nicht damit zurecht kommt, soll man es eben zur Adoption freigeben. Psychische Untersuchungen zeigen, Frauen die ihr Kind weggeben leiden darunter weniger, als solche, die es abgetrieben haben.


    Und zum letzten: Du schreibst, welches Leben das Kind führen würde. Woher willst Du das vorhersagen? Wieviele Kinder aus ganz schlechten sozialen Verhältnissen machen sich? Und wieviele aus den sogenannten besseren Schichten werden kriminell etc? Die Herkunft sagt nur bedingt etwas aus.

    Und so ziemlich jedes Individuum wird sich im Zweifel für das Leben entscheiden, die Kinder fragt nur niemand. Aber allen Menschen, allen Lebenwesen ist ein Überlebenstrieb mitgegeben. Danke für Deine Aufmerksamkeit!
     
  • Beastie
    Beastialische Beiträge
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    272
    vergeben und glücklich
    25 April 2003
    #59
    deutschland is nich reich.....
    es gibt genug kinder, die adoptiert werden möchten... also wäre freigeben auch nich wirklich das richtige mittel
     
  • glashaus
    Gast
    0
    25 April 2003
    #60
    Ich finde es aus eigener erfahrung nicht wirklich angemessen, abtreibung und adoption miteinander zu 'vergleichen'.
    Man sollte nicht vergessen, dass auch adoptionen psychisch nicht unbedenklich sind. Klar wird jetzt der einwand kommen "wenigstens bleibt das leben erhalten", aber wer selbst adoptiert ist und nicht das glück hat in eine liebende familie zu kommen, sondern in ein heim, der fragt sich schon des öfteren "warum muss ich leben, wenn selbst meine leiblichen eltern mich nicht wollten".

    Jeder sollte für sich selbst entscheiden welcher weg der richtige ist. und wer nicht selbst in so einer situation ist/war, kann zwar seine meinung vertreten, aber nicht über andere richten.
     

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