• Steeffeen
    Steeffeen (32)
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    27 August 2010
    #1

    An Die Gitarren-Spieler

    Hi!

    Seit nunmehr 13 Jahren spiele ich Keyboard und etwas Klavier. Leider quäle ich mich immer wieder durch die Noten, da ich wirklich immer wieder überlegen muss wie man sie nun genau (besonders die 16tel) spielt und vorallem welche das nun sind. Habe ich ein Notenblatt vor mir, kann ich die Noten aber problemlos benennen.

    Ich habe die Lust am Keyboard- und Klavierspielen verloren und stehe nun hier, mit einem 6000 Euro Keyboard! :ratlos: Ich habe wirklich seit langem keine Lust mehr und klimpere (!) nur noch so ohne Sinn vor mir her. Ehrlich gesagt kann ich 17 Songs spielen, mehr nicht! (Helele, Pirates of the Caribbean, aber auch Klassik).

    Nun kam mir der Gedanke, dass ich zusammen mit meinem Mitbewohner Gitarre lernen könnte. Eine Musikschule bietet das im Gruppenunterricht (2 Personen) für 60Minuten/70€ im Monat an. Gitarre (mein Vorbild ist Amy Macdonald) scheint leichter und interessanter zu sein. Denn beim Keyboard und Klavier komme ich nicht mehr weiter. Es ist wie eine Matheaufgabe die man nicht lösen kann.

    Wie sind eure Erfahrungen mit der Gitarre? Ist es schwer zu lernen bzw. macht es im Gegensatz zum Klavier mehr Spaß?
     
  • User 85905
    User 85905 (35)
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    27 August 2010
    #2
    Ist dein Problem der Rhythmus? Das ist bei einer Gitarre aber nicht anders als beim Klavier.

    Bei der Gitarre ist, im Vergleich zum Klavier, schwerer, dass du nicht einfach durch abzählen der C-Dur-Tonleiter die richtigen Töne triffst, sondern dass neben dem f das fis ist (versteht man, was ich meine?)
    Allerdings sollte das nach einiger Zeit auch nicht mehr das Problem sein.

    Was mir wichtiger erscheint: Wieso hast du keine Lust am Klavier/ Keyboard mehr? Weshalb sollte es aus deiner Sicht beim Gitarrenspiel anders sein?

    Hat dein Mitbewohner denn eine ähnliche musikalische Vorbildung wie du? Wenn er quasi im Schlaf Geige spielt, wäre ein Gemeinschaftsunterricht vielleicht nicht so eine gute Idee...
     
  • Steeffeen
    Steeffeen (32)
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    27 August 2010
    #3
    Er selbst hat noch kein Instrument gespielt, nur hat er Lust zur Gitarre.

    Naja, ich habe arg Probleme Noten zu lesen. Ich kann mich - wenn ich auf das Blatt gucke - nicht konzentrieren und bin dann überfordert. Nach 10 Minuten gebe ich auf und werde total wütend dass ich es nicht kann. Dann habe ich ein schlechtes Taktgefühl. Meine Spielgeschwindigkeit ist nie wirklich gleichmäßig.

    Warum ich keine Lust mehr habe? Naja, weil ich Tage/Wochen brauche bis ich denn mal einen Song spielen kann. Das stört mich einfach nur noch. Es ist total anstrengend und schwierig.

    Kann man das mit dem Notenlesen nicht einfach trainieren? Wie: Ich sehe die Note und weiß im gleichen Moment welche es ist, ohne zu überlegen? (wie als wenn man eine bekannte Person auf der Straße sieht)
     
  • xoxo
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    27 August 2010
    #4
    Die Gitarrenakkorde lassen sich relativ schnell lernen und man kann dann eine Bandbreite an Songs spielen, aber es gibt soviele Stile und Möglichkeiten, dass ich es nicht als leichster als Klavierspielen bezeichnen möchte. Das Ganze ist ja auch sehr individuell. Was möchte man spielen können, wieviel Zeit investiert man usw.

    Also bei Fortgeschrittenenlieder für GitarrIstinnen sollte man mit Tagen oder Wochen rechnen. Klar kann es sein, dass ein Song nach 2 Tagen gut klingt, jedenfalls in den Ohren Unkundiger. Aber mindestens Wochen sollten annähernde Perfektionisten für Gitarre schon rechnen. Es gibt ein Lied, dass übe ich seit Monaten.
     
  • Fuchs
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    27 August 2010
    #5
    Hallo!

    13 Jahre ist ja schon sehr respektabel, für Keyboard resp. Klavier. Warum du dich nach so langer Zeit noch mit Noten schwer tust, ist mir nicht ganz nachvollziehbar. Ich habe irgendwann angefangen, die Noten nur noch als Hilfsmittel zu sehen, um mir ein Stück einzuprägen. Ich lerne das quasi mehr mit der Hand und dem Ohr und brauche irgendwann die Augen (resp. die Noten) nicht mehr. Hast du schon einmal versucht, die Stücke auswendig zu lernen? Dann musst du dich bei den Noten nicht mehr so abmühen! :smile:

    Gegen mangelndes Rhythmusgefühl hilft zählen oder ein Metronom. Es dauert, das in den Griff zu bekommen, aber auch hier hilft ein klangliches Gedächtnis, was sich irgendwann durch kontinuierliches Üben ausprägt. Macht dir das Üben jedoch keinen Spaß mehr oder hast du generell Lust auf ein neues Instrument, dann solltest du natürlich mal etwas frischen Wind reinbringen.

    Zunächst einmal sei dir da aber eine vernünftige Klampfe ans Herz gelegt, denn mit dem falschen Instrument wirst du große Probleme bekommen, dir möglicherweise ein paar schlechte Handstellungen angewöhnen, etc. Ich gehe jedoch davon aus, dass man dich in einer Musikschule diesbezüglich kompetent beraten kann.

    Was deine Frage nach der "Schwere" der beiden Instrumente Keyboard und Gitarre anbelangt, kann man darauf natürlich keine objektive Antwort geben. Ich kann dir bestenfalls sagen, wie ich das so empfinde.

    Ich habe lange Zeit Klavier gespielt, wollte dann aber auch etwas "Neues" bzw. ein Instrument, was ich problemloser "mitnehmen" konnte. Ich stellte das Klavierspielen ein und lernte Gitarre. Dabei kommt mir Gitarre in vielen Belangen meist schwieriger vor als das Klavier. Dort musste ich - etwas pllump ausgedrückt - nur eine Taste drücken und der Ton wurde erzeugt. Bei der Gitarre muss man sauber die Bünde greifen, irgendwo schnurrt und scheppert es (wenn man nicht aufpasst), man dämpft gewisse Schwingungen ab, teilweise gewollt, teilweise ungewollt und schon Millimeter, die deine Fingerkuppen sich verschieben, beeinflussen den Ton, ganz davon ab, dass du mehr Kraft benötigst und eine andere Form von "timing" zwischen den Händen, da diese (verrückte tapping-geschichten mal ausgenommen) unterschiedliche Aufgaben erledigen. Auch hier wird dir Rhythmusgefühl abverlangt werden und auch bei der Gitarre wirst du lernen, zumindest "Tabulaturen" zu lesen, die dir quasi die Bünde verraten, auf denen du die Saiten drücken musst. Das ganze unterscheidet sich da nicht viel von Noten.

    Letzten Endes hast du auf der Gitarre viele neue Möglichkeiten gerade der Klangerzeugung und der Ausdrucksfähigkeit, die dir beim Keyboard oder Klavier fehlen. Dafür fehlt dir etwas die Klangfülle, da streng genommen maximal 6 Saiten schwingen können. Wenn du aber mit deinem Kollegen lernen willst, könnt ihr euch ja gegenseitig motivieren und ergänzen, so dass einer lead-guitar und der andere rhythm macht. An und für sich würde ich dir zusprechen, dass du dich an dem Instrument jedenfalls versuchst und dich nicht zu schnell frustrieren lässt. Bei mir gab es viele Zeitpunkte, wo ich die Klampfe ganz schön verdammt habe und mein Klavier wieder wollte, letzten Endes bin ich aber froh, auch ein bisschen was auf der Gitarre zu beherrschen, denn wie bereits erwähnt kann man da recht schnell erste Erfolge erzielen: Mit den einfachsten offenen Akkorden ist fast jedes Lied was so durchs Radio dröhnt nachspielbar (wenngleich ich nicht sagen würde, dass dies mit einem Keyboard unmöglich oder gar sonderlich schwieriger wäre).

    Was jetzt mehr "Spaß" macht ist schwer zu sagen. Derzeit habe ich wieder Zugang zu einem Klavier und schaue die Gitarre nicht mehr an. Hin und wieder gibt es aber schon Momente der Sehnsucht danach und irgendwann packe ich das gute Brett hier sicherlich auch wieder aus... :zwinker:
     
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  • Steeffeen
    Steeffeen (32)
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    nicht angegeben
    27 August 2010
    #6
    Fuchs, spitzen Beitrag!

    Also mein Lehrer (privater selbsternannter, leider zu spät erkannt) brachte mir viele Dinge falsch bei und hatte mir bestimmte Dinge auch einfach gar nicht beigebracht. Ich bin dennoch mit meinem Keyboard total zufrieden und habe auch Spaß an den Songs die ich kann. Wenn ich einen Song dann endlich mal spielen kann, kann ich ihn auch auswendig und fehlerfrei spielen.

    Ich hatte nun bei der Musikschule in der Stadt angefragt ob ich dort eventuell ein halbes Jahr Unterricht nehmen kann um mich in diesen Sachen zu verbessern. Vielleicht hilft es ja etwas!
     
  • simon1986
    simon1986 (34)
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    27 August 2010
    #7
    Du könntest auch beim Keyboard/Klavier bleiben, wenn es dir gefällt.
    Ein neuer Lehrer kann dir die Fehler abgewöhnen, und du kannst wieder Mut fassen.

    Ob Gitarre schwerer ist, ist nicht leicht zu sagen. Ich habe mit Klavier angefangen, dann auf Violine umgestellt, weil mir Klavier zu "mechanisch" und unpersönlich war. Und im Vergleich zur Violine finde ich Gitarre schon einfacher. Auch Fingerstyle, und Begleit-Akkorde erst recht.
    Ich spiele aber nur nebenbei Gitarre, weil Violine oft nicht gefragt ist. Profis gehen dann natürlich auch bei der Gitarre ans Limit.

    Wie Fuchs schon geschrieben hat, ist ein passendes Instrument sehr wichtig. Und guter Unterricht, weil man sonst leicht Fehler einübt. (Kann je nachdem sogar gesundheitsschädlich sein)
     

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