• Sahneschnitte1985
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    25 August 2004
    #21
    Hi,
    ich hätte einen relativ abstrakten Vorschlag und ich befürchte, dass es schon fast zu spät ist um ihn noch durchzuführen. Wie wäre es wenn sie ein freiwilliges soziales Jahr macht? Wenn das vorbei ist kann sie ganz normal in die 11. Klasse einsteigen und hat so nur ein Jahr verloren. Vielleicht findet sie auch durch die Tätigkeit wieder den Sinn des Sprechens. Sie könnte mit kranken Menschen reden, sich um sie kümmern vielleicht hilft ihr das auch selber weiter mit ihren Problemen besser klarzukommen. Und selbst wenn sie keine alten oder kranken Menschen um sich haben möchte gibt es genügend alternativen wie sie ein freiwilliges soziales Jahr gestalten kann.
    Allerdings weiß ich nicht genau wie das mit den Anfangszeiten läuft dh. vermutlich hätte man sich vielleicht schon eher um eine Stelle bemühen müssen. Aber wenn sie wirklich Lust dran hätte lässt sich sicherlich was auftreiben. Ich glaube Lehrer wissen darüber auch Bescheid.
    Viel Glück ich finde es toll wie du dich um deine Freundin kümmerst!!!
    LG Sara
     
  • User 18780
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    25 August 2004
    #22
    das mit dem sozialen jahr finde ich keine schlechte idee.

    da man für den zivildienst ja auch das ganze jahr über einsteigen kann, denke ich das das fürs soziale jahr auch geht.

    was das tolle für deine freundin in meinen augen ist, ist dass sie mit anderen kranken/alten menschen zu tun hat. da wird sie sicherlich respektiert und es ist ein viel vertrauteres klima, als in der schule.

    ganz allgemein gefragt: wäre es nichts für sie, wenn sie erst einmal arbeiten geht (es gibt vieles was man ohne ausbildung tun kann, zb. das soziale jahr)?
    dann ist ihr der schulstress erst einmal genommen, sie verdient ein klein wenig dabei, und hat zeit mit ihren problemen klar zu kommen. vor allem hat sie nicht mehr mit pubertierenden zu tun, die probleme lieber ausnützen, statt zu helfen.
     
  • glashaus
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    25 August 2004
    #23
    Hm meint ihr nicht, dass ein Soziales jahr vielleicht gleichzeitig auch wieder zu viel Druck ausüben könnte? Mehrere meiner Freundinnen haben eins gemacht, im Pflege-/Kranken-/Psychologiebereich und alle mussten wahnsinnig viel Verantwortung übernehmen was manchmal nicht ganz einfach war.


    Ich denke deine Freundin sollte sich erst einmal nur auf ihr Problem konzentrieren. Es bringt nichts etwas zu überstürzen oder gar mit der Schule 'normal' weiterzumachen. Gerade in der gymnasialen Oberstufe läuft so viel über Referate oder mündliche Beteiligung, das wäre wohl eher ein Fehlschlag.

    Welches Berufsziel hat sie denn so allgemein? Gibts da etwas was ein Anreiz sein könnte,sich ein Jahr oder so nur der Therapie zu widmen, mit der Chance auf eine deutliche Besserung?
     
  • *himbeere*
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    1 September 2004
    #24
    Hi, ich bin's selbst. Die Freundin von *spaceboy*

    Erstmal danke für die vielen Antworten und Tips.
    Die Situation - kann man sagen - wird immer schlimmer. Ich bin an den ersten Tagen nicht in die Schule gegangen und hatte damit auch Probleme, weil ich mitbekommen habe, wie mein Freund und alle meine Freunde in die Schule gehen und ich habe mich selbst gehasst, dass ich es nicht kann.
    Jetzt komme ich einigermaßen damit klar und versuche mich anderen Sachen zu widmen, z.B. mein Zimmer auf Vordermann zu bringen. Ich merke, dass es mir guttut und ich langsam wieder Kraft finde zu üben, am Telefon und lesen vor meinem Freund. Meine Mutter hat(te) sich damit abgefunden und versucht momentan einen Therapieplatz zu finden...ich habe vor in einem oder zwei Jahren die 11. Klasse zu besuchen und mein Abitur zu machen.
    Heute war meine Mutter in der Schule, um mit der Oberstufenleiterin und einer Vertrauenslehrerin zu sprechen. Als sie heimkam, sagte sie, dass ich morgen in die Schule gehen solle. Die Lehrer wüssten davon und würden mich mündlich ganz in Ruhe lassen, ich solle nur anwesend sein, um nicht nichts zu tun und nicht eine Angst vor der Schule selbst aufzubauen. Sie hat mir sogar den Stundenplan vor Augen gehalten! Das tat schon weh.
    Ich glaube, dass ich echt Angst vor der Schule habe, dass ich es irgendwann nicht mehr gewöhnt bin und es mir sehr schlimm ausmale. Aber ich merke doch selbst, wie gut mir die Zeit tut und außerdem ist es nicht angenehm, in die Schule zu gehen - vielleicht 2 Monate bis ein Therapieplatz gefunden ist - mit allen neuen Lerhern und Schülern und wieder in dieser Sondersituation zu sein als einzige nichts sagen zu müssen... ich fühle mich unwohl...
    Die Zeit für mich selbst ist toll, auch wenn es komisch ist als einzige zu Hause zu sein. Schule, auch ohne was zu sagen, wäre doch wieder nur neuer Druck - denkt ihr nicht? Könnt ihr mir Tips geben? Was soll ich tun???

    Danke für alles :smile2:

    *himbeere*
     
  • User 18780
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    1 September 2004
    #25
    also ich kann nur sagen, dass du die welt für dich leben mußt, und nicht für andere. klar ist es schwer, wenn dich andere wegen deines problems als anderen menschen sehen. wenn jemand "anders" ist, ist das vor allem in der schule leider so.
    aber aus eigener erfahrung kann ich dir sagen, dass es - um so älter man wird - immer besser wird. die menschen um einen werden erwachsener.
    ich war zuerst auf der realschule, wo noch ziemlich viel mit hänseln und ärgern an der tagesordung stand, weil es da einfach "normal" war.
    dann habe ich auf ein gymnasium gewechselt (ich habe genaueres an spaceboy per pn geschrieben), wo alle sehr viel toleranter mit den schwächen anderer umgingen. es wurde niemand ausgelacht oder benachteiligt, und es war mehr wie eine große gemeinschaft.
    jetzt studiere ich, und wieder sind die menschen toleranter und offener geworden. wir haben sehr wohl besonders dicke wie auch einen körperlich behinderten und auch sonst viele mit macken und ecken :zwinker:
    trotzdem wird keiner ausgeschlossen oder so. sie feiern genauso mit (wenn irgendwo was ist) usw usw.

    ich bin kein psychologe oder sonst was, aber ich denke, um dein sprachproblem in den griff zu bekommen, mußt du erst merken, dass gerade du etwas besonderes und wichtig bist, auch für andere! um so weiter du dich "durchboxt", um so besser wird das.

    du machst das schon, und mit deinem freund hast du doch echt eine super unterstützung :smile:

    ich würde dir schon vorschlagen, mal in die schule zu gehen. es stimmt schon:
    du hast irgendwann so ein bild im kopf, das schule automatisch mit negativem verbindet. da du noch 3 jahre vor dir hast, solltest du versuchen, eine andere einstellung dazu zu bekommen. versuche mehr dein ziel vor augen zu haben, und den weg (wenn er denn wirklich so schlimm ist) als notwendiges übel zu sehen.
    wie viele freunde hast du denn, denen du richtig vertrauen kannst? und mit denen du dich auch traust gespräche zu führen, so gut es geht?


    btw: ich würde mich freuen, wenn ihr mich weiter auf dem laufenden halten würdet, und ich denke auch andere wären sehr interessiert. :smile:

    gruß,

    Mann im Mond
     
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    1 September 2004
    #26
    Es freut mich echt, dass ihr euch so dafür interessiert. Ihr helft mir weiter :smile2:

    Freunde... hm also ich habe meinen Freund, der auch mein Ansprechpartner für alles ist - ihm vertraue ich blind. Ich habe noch einen Chatfreund, den ich auch ab und zu treffe, aber bei ihm ist das Vertrauen nicht ausreichend, um alles zu erzählen. Sonst habe ich noch eine Freundin, mit der ich nur Small-Talk rede und eine, die am liebsten über "Liebe, Sex & Zärtlichkeit"-Themen redet...
    Meine Mutter, das ist ein großes Problem. Sie versteht einen einfach nicht oder langsamer als man es bräuchte - sie stellt sich ziemlich "dumm" an, was mich oft aufregt, bis ich ganz stumm bin. Man hat das Gefühl man redet gegen eine Wand.

    Ich glaub ich habe mich im vorherigen Beitrag nicht präzise genug ausgedrückt...
    Es steht fest, ganz fest, dass ich eine Therapie besuche - ob es eine Tagesklinik ist oder eine Klinik, in der ich wohne. Das Problem ist nur, dass sich das noch hinziehen kann bis erstmal das richtige gefunden und man dort angenommen wird. Deswegen dachte sich meine Mutter, dass ich als Übergang erstmal in die jetzige 11. Klasse gehe (für unbestimmte Zeit bis ein Platz gefunden ist) und dann die Therapie mache. Es ist dann leider nicht mehr möglich wieder in die jetzige 11. einzusteigen, da schon bald Noten fürs Abitur zählen und es mir selbst auch zu schnell geht. Das heißt ich müsste mich jetzt für unbestimmte Zeit dort eingewöhnen - alles neu - dann in Therapin gehen, warten bis nach den Sommerferien 2005 und dort in die 11. Klasse einsteigen, wo wieder alles neu ist. Ich würde mich also jetzt umsonst eingewöhnen...
    Wenn ich in die 11. Klasse gehen könnte und nur eine Pause machen würde während der Therapie, dann wieder in das Umfeld einsteigen könnte, was ich mir jetzt aufbauen würde - dann würde ich es glaub ich machen.
    Aber jetzt? Ich bin nicht sicher, ob sich dieser Aufwand lohnt, ob ich nicht doch lieber Ruhe brauche, da die Therapie wahrscheinlich sehr kraftaufwendig werden wird.

    Was meint ihr dazu?

    Nochmal vielen, vielen Dank :smile2:)

    *himbeere*
     
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    1 September 2004
    #27
    würdest du jetzt, wenn du in die 11te gehst in eine völlig neue klasse kommen?
    ich dachte, du besuchst das gleiche gymi wie zuvor auch, und die klasse bleibt quasi die gleiche, wie du bisher hattest.
    wenn es eine neue ist, ist der sinn natürlich nicht sehr groß, da du dann nächsten sommer schon wieder eine neue klasse bekommst.

    das mit den freunden habe ich gefragt, weil ich es schon wichtig finde, dass man menschen hat, für die man wichtig ist, und das selbstbewustsein stärken.

    *g* :smile: meine mutter ist machmal auch echt langsam von begriff *lach*
    mit müttern muß man halt behutsam umgehen, sie werden langsam auch älter *lol*

    die therapie ist sicher sinnvoll. auf jeden fall. du solltest dir halt etwas überlegen, was du solange tun kannst, bis es los geht. dass es dir nicht ganz so langweilig ist, und du eine aufgabe hast.
    ich weiß es klingt langweilig, aber vieleicht kannst du ja ein bischen das lernen, was du in der zukünftigen 11ten klasse brauchen kannst. dann hast du während deinem 11ten schuljahr nicht so viel stress, weil du schon einiges an wissen hast, und kannst dich mehr auf andere dinge konzentrieren, und weiter an deinem sprachproblem arbeiten.
     
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    1 September 2004
    #28
    Nein in der 11.Klasse wird alles neu gemischt, ich hätte in allen Fächern außer einem neue Lehrer und es gibt keine feste Klasse mehr - also praktisch alles neu.
    Mit meinem Freund Hausaufgaben zu machen oder mal mit ihm für Tests/Arbeiten zu lernen, habe ich vor. So kann ich auch Zeit mit ihm verbringen. Zeit, die bei ihm sehr knapp ist, da er viel und lange Schule hat, Schwimmtraining und auch Zeit für sich selbst braucht. Es wird auch zwischen uns nicht leicht werden in Zukunft =(

    Dann gibt es noch das Problem, welche Aufgabe ich erledigen kann. Jetzt einen Job annehmen bringt nicht viel, weil ich schon nächste Woche einen Therapieplatz bekommen könnte - das wäre sehr unsicher.
    Mich freut es sehr mein Zimmer, was wirklich Chaos ist, aufzuräumen. Die alten Kleider, Spielsachen usw. aussortieren und PLATZ haben. Ich komme mir so vor, als würde ich, wenn ich die alten Sachen aus der Vergangenheit wegwerfe, auch ein bisschen damit abschließen und es verarbeiten. Und im übertragenen Sinne Ordnung in mein Leben bringen, in meine Psyche...
    Meine Mutter will nur nicht, dass ich Hausfrau bin und sie meint Zimmer aufräumen ist nichts, was ich jetzt auf Dauer tun kann...

    Welche Möglichkeiten gibt es denn momentan übergangsweise als Beschäftigung, dass ich außer der Arbeit an meinem Zimmer nicht ganz tatenlos bin?

    Danke nochmal, Mann im Mond und allen andern :smile2:

    *himbeere*
     
  • Sahneschnitte1985
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    1 September 2004
    #29
    Du könntest deinem Zimmer auch einen neuen farbigen Anstrich verpassen... Rot/orange/gelb, schöne warme Farben bringen eine wohlige Wärme...
    und/oder du könntest shoppen gehen...du müsstest ja gar nichts kaufen aber einfach mal durch die Läden klappern und alles mögliche anprobieren...es spricht ja nichts dagegen mal einen auf Business zu machen oder alte Oma...
    und/oder du könntest bei diesen tollen angenehmen Temperaturen eine schöne Radtour machen oder eben auch einen langen Spaziergang
    hm jetzt fällt mir auch nich mehr ein aber vielleicht solltest du Sachen machen die du noch nie gemacht hast...
    LG Sara
     
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    2 September 2004
    #30
    Die Situation wird immer heftiger. Ich habe ständig Streit mit meiner Mutter, mehrmals täglich. Sie will mich dazu bringen doch noch die Schule zu besuchen und nebenbei eine systemische Therapie zu machen. Sie versteht nicht, dass ich im Moment nicht in der Lage bin es zu schaffen und einfach nur Ruhe brauche. Sie macht ständig Termine aus mit z.B. der Oberstufenleiterin, meiner Tante (die ich selten sehe), Schulpsychologen etc. etc. Dabei reicht mir das Reden, ich halt es irgendwann nicht mehr aus immer dasselbe und wieder dasselbe zu sagen und zu wissen es kommt eh nicht an.
    Dann diese Sprüche "du bist noch in der Pubertät", "mit dir ist es schwierig und hart", "du bist doch erst 16, du kannst noch gar nicht überblicken wie deine Zukunft aussieht", "du weißt doch nicht was am besten für dich ist" .........und das erzählt sie ALLEN!!
    Es bringt mich an die Grenze, dass ich es aushalte. Die Situation ist schwer genug, aber dass mich meine Mutter zu etwas zwingen will, was ich nicht kann - das geht zu weit.
    Ich habe in 2 Wochen einen Termin in einer Tagesklinik nicht weit von hier. Dort kann ich Scnuppertage machen und schauen ob es was für mich ist... ich habe mich wirklich gefreut, dass es eine Aussicht gibt, aber meine Mutter macht es nur noch schlimmer. Sie sagt, dass es noch gar nicht sicher wäre und dass die Schule noch die beste Lösung ist.
    Irgendwann kann ich nicht mehr. Ich schreibe ihr einen Brief in dem ich alle meine Gefühle aufschreibe, wenn das nichts bringt weiß ich nicht weiter. Ich muss irgendwas tun, sonst macht sie immer so weiter ohne zu merken was mit mir passiert. Ich werde erst wütend, dann traurig, dann depressiv .... bis ich irgendwann gar nicht mehr kann!

    Was soll ich tun? Ich brauche dringend Hilfe!

    Das schlimmste ist auch noch, dass sie mir unterstellt, dass ich nur mit meinem Freund und meinem Kumpel rede, weil die auf meiner Seite stehen. Sie meinte sie will meinen Freund anrufen und ihm mal alles erzählen, damit er die Wahrheit kennt und mir nicht alles von den Augen abliest. Dabei ist er der einzige, der mich aufmuntert und mir das Leben lebenswert macht......

    Danke für eure Antworten, ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr mir Tips geben könntet.

    *himbeere*
     
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    2 September 2004
    #31
    ich denke, dass deine mutter natürlich versucht, für dich "das beste" zu tun. aber warscheinlich merkt sie gar nicht, dass sie ein wenig übereifrig an der sache ist, und auf dich nicht die rücksicht nimmt, die sie vieleleicht sollte.
    sag ihr doch einfach mal, dass sie dir mit dem verhalten sehr weh tut. das mit dem brief ist eine gute idee.

    ich weiß ja nicht wie sicher dir irgendwo ein therapieplatz ist. aber wenn da deine mutter recht hat mit dem "ist ncoh nicht so sicher", dann wäre es sicher nicht schlecht, du würdest in die schule gehen. denn wenn es doch nichts wird, dann hast du ein jahr "verschwendet". (wenn es auch fraglich ist, ob man es verschwendet nennen kann)

    dir vorzuwerfen, über deine zukunft nicht bescheid zu wissen finde ich gemein.
    überhaupt alle srüche die du aufzählst, sind für mich so typisch elterngehabe, um jeglicher diskussion den boden zu entziehen.

    das sie mit deinem freund redet finde ich auch nicht gerade ne tolle idee. kannst ihn ja "vorwarnen", dass er weiß was auf ihn zukommt. :zwinker:
    ich denke deine mutter ist selbst auch recht verzweifelt, und weiß nicht was sie in der situation tun soll. sie sieht sich halt in ihrer mutterrolle, und versucht aus dieser heraus die situation zu steuern.
    hat dein freund nicht mal erwähnt, dass du schon so "sprachtraining" oder so machst, bei einem psychoterapeut? was sagt denn der dazu, ob du in die schule sollst oder nicht?

    leider bin ich kein fachmann, und kann dir sagen, ob es mit mehr druck (=in die schule gehen) besser ist, oder eher ohne (=warten bis eine therapie beginnt).
     
  • *himbeere*
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    2 September 2004
    #32
    @ Mann im Mond:

    "hat dein freund nicht mal erwähnt, dass du schon so "sprachtraining" oder so machst, bei einem psychoterapeut?"

    Wie meinst du das genau? Ob er es seinen Freunden erzählt hat oder meiner Mutter oder seinen Eltern?
    Er hat seinen Eltern vor kurzem von der ganzen Situation erzählt (Ich bin nicht mehr so oft bei ihm, kenne die Eltern aber sehr gut, weil ich 3 Jahre lang dort zum Mittagessen war, weil meine Eltern beide berufstätig waren damals) Seine Eltern waren erstmal erstaunt und regten sich auf, dass sie nicht vorher davon erfahren haben - verständlich. Aber sie haben ihm geraten nicht den Seelenklempner zu spielen und sich in erster Linie um sich selbst zu kümmern. Er solle nicht mehr so oft zu mir kommen und an Schultagen um 22uhr zu Hause sein. Hausaufgaben nach 22Uhr sind auch verboten...er wehrt sich, muss aber viel einstecken. Er hat's momentan auch nicht so leicht =(

    Was meine Zukunft betrifft überlege ich, ob er überhaupt noch Sinn macht in die 11. Klasse wieder einzusteigen - Universität will ich eigentlich gar nicht. Ich überlege, ob ich eine Ausbildung mache und auch so einen angesehen Job bekommen könnte, der mich Spaß macht, z.B. Bankkauffrau oder ähnliches. Der Beruf ist doch nicht schlecht bezahlt und auch nichts für Hauptschüler oder Leute, die nicht viel im kopf haben, oder? Ich bin begabt, das weiß ich. Aber ob ich das alles in einem Jahr hinkriege weiß ich nicht. Ich finde es eigentlich auch schade alles was ich kann einfach so hinzuschmeißen, ich bin (das kann ich sagen und es ist nicht arrogant oder so gemeint) eine gute Schülerin, die locker das Abitur schaffen würde, wenn da nicht dieses Sprachproblem und die Angst wieder einzusteigen in was ganz neues wäre. Auch eigentlich keine Lust mehr auf Schule. In einer Ausbildung müsste ich telefonieren können und normal reden - mit weniger Druck als in der Schule denke ich. Vorträge und Vorlesen werden dort nicht gefordert denk ich mir mal - das ist das, was mir am schwersten fällt...

    Kennt ihr euch mit Ausbildungen aus?
    Ist Abitur heutzutage wirkllich noch sooo wichtig??
    Könnte ich auch ohne Abitur - dafür mit Ausbildung - eine Zukunft haben, die mir Freude bereitet und mich eigenständig leben lässt ohne auf einen Mann angewiesen zu sein, der das Geld nach Hause bringt?

    Danke für alles! :smile2:)

    *himbeere*
     
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    2 September 2004
    #33
    Ok es gibt wieder neues.
    Meine Freundin war heute da um mit mir zu reden. Sie hätte jetzt in der 11.Klasse fast alle Kurse (außer einem) mit mir. Und sie meinte die Lehrer würden verstehen, dass ich es nicht hinkriege mit dem Reden und völlig Rücksicht nehmen. Die mündlichen Noten könnte ich ausgleichen. Meine Mutter sucht nach einer Therapie für mich, die ich neben der Schule machen könnte, damit es irgendwann wieder besser wird.

    Nur, ich weiß nicht ob mir dann alles zu viel wird.
    Schule (viele Hausaufgaben, die auch noch gut werden müssen, da ich sie wenn ich schon nicht vorlese wenigstens abgeben müsste ab und an ; viele Arbeiten, die ebenfalls gut werden müssen, weil ich sonst die mündl. Note nicht ausgleichen kann ; Zusatzaufgaben wie Protokoll oder ähnliches zum Ausgleich, die ebenfalls gut bis sehr gut sein müssen), dann nebenbei die Therapie, die sehr kraftaufwendig wird und auch noch paar mal die Woche ist, dann hab ich noch Tanzen und Sport UND nicht zu vergessen meinen Freund, für den ich so viel wie möglich Zeit finden will - sonst klappt die Beziehung schlecht =(
    Das wäre alles sooo viel, dass ich kaum noch zu mir selber finden könnte und nicht wirklich die Kraft hätte um selbst an dem Problem zu arbeiten. Wie soll ich diesen Stress aushalten UND noch die Erwartungen, dass es bald durch die Therapie besser wird, was ich um ehrlich zu sein bezweifle, da sowas immer Zeit braucht, grade wenn es nur 1-2-3mal die Woche ist und nicht sehr lange. Es wird doch auch nicht besser, wenn ich mich wieder so eingewöhne, dass ich nichts sage. Wie soll ich dann den Schritt wagen es doch noch hinzukriegen? Lesen und Vorträge sind für mich unvorstellbar, nur mal kurze Sätze sagen - und das nur in deutscher Sprache! Es ist so schlimm! Ich würde sooo gerne mit meinen Freunden in die 11.Klasse gehen! Nur wie soll es bis zum Abitur besser werden? Durch 2mal die Woche Therapie?? Alle hätten diese Probleme nicht, ich wäre in dieser extremen Sonderlage.
    Wovor ich so viel Angst habe ist, dass wenn ich jetzt doch noch pausiere - dass ich dann das ganze Jahr Angst habe vor dem neuen Schuljahr, dass sich diese Angst wieder aufbaut. Und dass ich am Ende der Sommerferien 2005 wieder genau an dem Punkt bin, an dem ich jetzt vor Schulbeginn war. Es ist alles so schwer! Was soll ich tun?
    Was ist der beste Weg für mich?
    Wenn ich erst in einem Jahr die 11. Klasse mache, dann sehe ich immer wie meine ganen Freunde und alle, die ich kenne schon weiter sind und letztendlich sehe ich wie alle Abitur machen und ich noch so lange warten muss. Ich sehe wie alle meinen Weg gehen. Und außerdem ist dann alles neu - neue Schüler, neue Lehrer, meine Freunde die mich unterstützen hätte ich nicht mehr neben mir , damit sie mir die Hand halten. Das würde mir so fehlen in der Schule...
    Und wer sagt eigentlich, dass die Therapie, die ich machen würde, zieht? Dass mir dadurch geholfen wird? Wenn ich irgendwo ganz weit weg wohne und nicht heim kann, meinen Freund und alle nicht mehr sehen kann, dann werde ich vielleicht depressiv und es hilft gar nichts. Vielleicht mache ich mir nur was vor, dass alles besser wird. Vielleicht wird ja gar nichts besser =(
    Den neuen Lehrern müsste ich dann in einem Jahr wieder davon erzählen und ich würde wieder in diese Mühle kommen, dass ich nichts sagen kann und wäre wieder an dem Punkt, an dem ich heute bin.

    Wenn ich jetzt aber doch einsteige in die jetzige 11., zu allen meinen Freunden und Unterstützung der Lehrer, dann fragt sich wann. Jetzt gleich? Nächste Woche? In einem Monat? Oder doch erst nach den Herbstferien?
    Vielleicht krieg ich es bis zu den Herbstferien einigermaßen hin? Vielleicht schaffe ich ja wenigstens ab und an was zu sagen!
    Das Problem ist nur, dass ich Englisch und Französisch LEISTUNG habe und da muss man reden... wenn ich in der 11. neu wählen müsste, würde ich Französisch abwählen oder nur Grundkurs...und außerdem, wie soll ich das mündl. Abitur schaffen? Und vorher noch überall 6en in der Epo!! Die Punkte fürs Abitur zählen nach den Weihnachtsferien...und dann zählen auch alle schlechten Epos mit ins Abi rein. Die Lehrer nehmen jetzt Rücksicht, aber in 2 Jahren nicht mehr. Dann wird wieder gefordert, Druck! Wie soll ich das alles schaffen?
    Ich bin so verzweifelt...ihr merkt wie ich schreibe, total verwirrt ohne Ordnung...
    Was ist das richtige? Wie soll ich das entscheiden?

    Helt mir bitte!!
    Ich dankbar für jeden Ratschlag!

    *himbeere*
     
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    2 September 2004
    #34
    hast ja nen richtigen roman geschrieben.... :zwinker:

    also zur ausbildung:
    ob du lieber diesen weg einschlagen willst, mußt du selbst entscheiden. ich konnte in deinem alter noch nicht genau sagen, was ich werden wollte, und bin eigentlich aus diesem grund weiter zur schule, die sich schon ein wenig spezialsiert hat in meine richtung (berufliches gymi).
    ich kann dir aber garantieren, dass es im berufsleben härter zugeht als in der schule. wenn du etwas arbeiten willst, mit kundenkontakt (bankkauffrau hat doch mit kunden zu tun, oder?) mußt du sicherlich sprachlich kompetent sein, und auch überzeugen können. es werden keine referate oder mündliche noten abverlangt, aber reden mußt du sicherlich. ob das der richtige weg ist mußt du selbst wissen, und es hängt davon ab, WAS du machen willst. aber du scheinst ja selbst auch zweifel daran zu haben, weil du ja schulisch einiges drauf hast!
    --> es war so gemeint: er hat hier im forum schonmal erwähnt , dass du jetzt schon irgendwas tust, um das sprachproblem in den griff zu bekommen. ich wusste nur nicht mehr genau was, und wollte wissen was die dort mit dir "arbeitenden" personen davon halten, wie du deine zukunft gestalten kannst.
    verstanden?

    zu deinem letzten beitrag:

    wenn ich das so lese, stehst du dem allem sehr negativ und änstlich gegenüber. beim essen heißt es doch immer, dass erst probiert werden muß, bevor man etwas nicht mag.
    so ist es hier vielleicht auch. du malst dir jetzt schon eine idee aus, wie es sein wird, und siehst überall nur die probleme darin. aber man kann alles drehen wie man will. wenn ich dir das ganze jetzt nochmal aufschreiben würde, könnte ich dir sicherlich nur positives an allem aufzeigen.
    - letztendlich kommt es sowieso immer anders als man sich es vorstellt, weil die vorstellung eben nur eine "simulation" des ganzen ist.

    mir ist klar, dass du stärker belastet bist als andere schüler. (ich gebe dir ein ähnliches beispiel per pn)
    aber du solltest etwas mehr willen aufbringen, das zu schaffen. sei egoistischer. denke an deinen vorteil, und kümmere dich nicht um andere. was interessiert es dich was andere denken, wenn du einen text vorträgst, und anfängst mit stottern?
    WEN JUCKT'S?
    - ich weiß, diese einstellung hast du gerade nicht, und es ist auch echt schwer, es genau so durchzuziehen.

    ich würde es versuchen durchzuhalten. mehr als schiefgehen kann es ja nicht, und deine situation verschlechtert sich dadurch ja nciht.
    das mit den noten siehst du glaube ich sehr pesimistisch. ich weiß dass das schulsystem sich geändert hat, und ich kann dir nur aus meiner zeit erzählen.
    aber die mündlichen noten waren eigentlcih nur so das "sahnehäubchen" auf der note.
    es wird doch viel mehr schriftlich geprüft als mündlich. da macht die mündliche note ja fast nichts aus. ich habe zwar keine probleme zu reden, aber ich habe mich eigentlich nie gemeldet - wenn dann war es eine ausnahme. ich hatte nie schlechte mündliche noten, und selbst wenn , hätten sie an meiner schriftlichen note nichts geändert.

    ich weiß keinen genauen notenschlüssel mehr, aber ich versuche mal den aus deutsch in etwa "nachzubauen".

    es waren 6 klassenarbeiten im schuljahr, 2 mündliche noten und vielleicht ein referat (mündlich).
    macht 3 arbeiten + mündlich + referat im halbjahr.
    gewertet wurde in etwa so:

    (jede_arbeit*2 + mündlich +referat )/8.
    das heißt, dass die mündliche und das referat allerhöchstens ein viertel waren. wennn nicht sogar noch weniger.
    in anderen fächern gab es gar keine referate, und teilweise war die mündliche note "komischerweise" exakt der durchschnitt der schriftlichen - sprich, die lehrer haben einfach den durchschnitt genommen und bei mündlcih eingetragen.

    probiere es doch einfach mal. du sagst doch du bist eine gute schülerin. dann kappt das schon. mach dir mal mut, und sehe nicht immer gleich alles so negativ!!!
    ein :karate-ki kennt keinen schmerz :zwinker:

    (... bin jetzt am pn schreiben)

    gruß,

    mim
     
  • *himbeere*
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    3 September 2004
    #35
    Schaut mal bitte unter

    www.mutismus.de
    ---> Störungsbild
    ---> Ursache des selektiven Mutismus

    Das passt zu mir wie angegossen. Ich habe eine Mutter, die sehr eindringend war und mich immer ausgefragt hat. Ich hatte einen Vater, dem ich nie richtig nahe war, habe nur oberflächlich mit ihm geredet. Ich wurde mal fast sexuell missbraucht, als ich so 9 oder 10 Jahre alt war. Hab's 3 oder 4 Jahre niemandem erzählt. Mich hat ein Ausländer in die Dusche im Freibad gezogen und mich dort berührt/betatscht und sich an mir gerieben =( bin abgehauen bevor er mir mehr tun konnte...
    Ich bin auch sehr schüchtern, stehe nicht gerne im mittelpunkt, bin wenn ich in großen Gruppen stehe ruhig und höre nur zu etc. etc.

    Wenn das diagnostiziert wird, dann müssen die Lehrer das akzeptieren, es wäre ein Krankheitsbild. Ich könnte jetzt noch in die Schule und alle lassen mich in Ruhe. Vielleicht bessert es sich ja durch eine Therapie, die ich nebenbei durchführe. Falls es sich nicht bessern sollte, dann hätte ich immer noch die Garantie durch die Unterstützung der Schulleitung mein Abitur zu schaffen - auch wenn es nicht so gut wird. Und wenn ich es bis zum mündl. Abitur noch nicht geschafft habe, könnte ich es trotzdem durch schriftl. Leistung ersetzen. Ich habe von vielen Fällen gelesen, die im normalen Umgang mit Menschen reden können, aber sobald sie unter Druck geraten, macht alles dicht - so wie bei mir. Ich könnte das Abitur schaffen ohne was zu sagen, das haben mehrere gemacht! Vielleicht schaffe ich es ja auch irgendwann wieder was zu sagen :smile2:)

    Ich werde einen Termin mit der Schulleitung ausmachen und die werden das verstehen MÜSSEN! Vielleicht kann ich bald wieder in die Schule und das Abi mit meinem Freund machen *freu* Auch wenn es schwer wird, da ich wieder ein Sonderfall bin =( Aber das krieg ich hin mit der Unterstützung meiner Freunde...

    Was haltet ihr davon?
    Mann im Mond, nochmal Danke für alles!

    lg
    *himbeere*
     
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    #36
    ich würde schon sagen, dass bei dir ein gewisses krankheitsbild vorliegt. welches genau kann ich jetzt nicht beurteilen, dazu kenne ich deine störungen ja zu wenig.
    aber egal ob es jetzt das von dir vorgestellte ist, oder etwas anderes/ eine abwandlung davon sollte doch recht egal sein. ich denke schon, dass die schule dir deinen weiteren werdegang ermöglicht, wenn du dir da von irgendeinem arzt ein schreiben geben lässt.

    ich glaube das klappt schon. hast du dich jetzt dazu entschlossen wieder zur schule zu gehen, und wenn ja ab wann?

    gruß,

    mann im mond

    btw: du schuldest mir absolut keinen dank, alles was wir hier tauschen sind ja prinzipiell nur ein paar buchstaben auf dem bildschirm :schuechte
     
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    Mein Krankheitsbild sieht wie folgt aus:
    Ich habe eine Angst- und Kommunikationsstörung, die sich auf Reden unter Druck bezieht, also z.B. Schule, Telefon, Bestellen im Restaurant, nach dem Weg fragen, nach der Uhrzeit fragen etc.
    Dinge, die für andere Menschen leicht sind, sind für diese Menschen mit riesiger Panik verbunden.
    Was noch dazu kommt ist Vermeidungsstottern.
    Stotterer, die sich nicht eingestehen, dass sie stottern, vermeiden einfach die Wörter bei denen sie hängenbleiben würden. Sie umschreiben sie oder benutzen leichtere Wörter. Situationen, in denen nicht vermieden werden kann bestimmte "schwere" Wörter zu sagen, werden völlig umgangen. Vor denen baut sich immer mehr Panik auf....

    Bei mir wäre es das beste das Stottern zu akzeptieren und offen damit umzugehen, das ist aber nicht so leicht, da ich es 1. nicht akzeptieren kann, ich WILL nicht stottern, mir ist es unangenehm/peinlich es zu zeigen
    und 2. ist es mit dieser Panik verbunden, die nicht einfach so aus dem Weg zu räumen ist. Es ist total schwer diese Panik zu verringern und sich der Panik einfach zu stellen - das hört sich leicht an - ist es aber nicht. Ich habs schon 3 Jahre nicht hinbekommen in der Schule, andere haben es seit frühster Kindheit bis weit ins Berufsleben... es kann lange Zeit dauern bis ein Ausweg gefunden ist...

    Die Schule MUSS auf den ärztlichen Attest Rücksicht nehmen, da kann man sich als kleiner Lehrer nicht einfach drüber hinwegsetzen. Auch wenn die Situation wieder so komisch ist wie in den letzten 3 Jahren - es geht nunmal nicht anders. Dafür halte ich in 2,5 Jahren das Abitur in meinen Händen - egal ob ich was gesagt habe oder nicht, egal wie der Durchschnitt ist. Mit Abitur steht mir alles offen. Und wenn das Problem immer noch da ist, was ich glaube, dann gehe ich anschließend in eine Klinik oder mache ein freiwilliges soziales Jahr. Ich hab ZEIT nach dem Abitur! Die meisten machen erstmal Ferien...
    Und wenn ich dann bald versuche das mit dem Telefonieren und Bestellen etc. hinzubekommen, dann steht mir im Leben auch mehr offen als jetzt. In 20 Jahren denk ich nicht mehr drüber nach ob ich was gesagt habe in der Schule oder nicht - da hab ich auch mit einem nicht sooo gutem Abitur einen guten Job!

    Ich mache mir jetzt keinen Zeitdruck, dass es jetzt bald besser werden muss und ich unbedingt was sagen muss - ich hab noch so viel Zeit, in der ich mich intensiver um das Problem kümmern kann als jetzt. Jetzt habe ich nur Stress wegen Arbeiten, Hausaufgaben und den Zusatzaufgaben - das fällt in 2,5 Jahren weg, da bin ich frei von Schulstress und kann mich dem Problem voll und ganz widmen...

    Ist doch wohl der beste Weg oder?
    Oder meint ihr ich soll mir Druck machen und versuchen die Störungen so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen? Für ein ganz supertolles Abi?

    Alles Liebe
    *himbeere*
     
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    #38
    ich finde nicht, dass sich das leicht anhört. ich weiß das viele (nicht alle!) mit problemen anderer nicht umgehen können, und versuchen die situation (für sich ) zu "lösen" , indem sie denjenigen auslachen, ignorieren, oder so hintenrum tuscheln. da offen zu seinem stottern zu stehen finde ich sehr schwer , aber auch sehr mutig. ehrlich gesagt wüsste ich auch nicht so recht, wie ich damit umgehen sollte.
    ignorieren? - dann denkt derjenige warscheinlich, dass ich mit "so einem" lieber nichts zu tun haben will.
    ansprechen? - dann ist derjenige vielelicht traurig/verärgert, weil er nicht darüber sprechen möchte.
    auslachen? - überhaupt keine gute lösung, weil sich derjenige auf jeden fall "minderwertig" fühlt. manchmal rutscht mir aber menschen gegenüber doch ein grinsen heraus, weil es manchmal schon ein wenig komisch ist. ich möchte mein gegenüber dadurch nicht verletzten (was ich aber sicher mache), aber irgendwie kann ich das grinsen nicht verkneifen. es ist zwar absolut kein auslachen, aber es kommt so rüber. es ist mehr die situation.
    (ich hoffe das hat jetzt kein falsches licht auf mich geworfen)

    und du stehst halt leider am anderen ende :geknickt:
    da ist alles um einiges schwieriger. trotzdem glaube ich, dass du durch "ignorieren bzw umgehen" deiner situation nicht weiter kommst. vielmehr ist es wichtig, das nötige selbstbewustsein aufzubauen, und zu dem stehen, was einem probleme bereitet. außerdem musst dir dazu das verhalten/denken anderer größtenteils egal sein, und du musst offen sein, mit anderen darüber zu reden.
    ich halte das für alles andere als leicht - aber schaffbar, mit dem nötigen willen dazu!

    das mit der schule klappt schon, glaube mir. das beispiel, dass ich per pn erwähnt habe, hat es auch geschafft, und hatte sehr viele probleme und "therapien" neben der schule. es ist zwar eine große zusätzliche belastung für dich. aber letzendlich klappt das. auch wenn du immer wieder an den punkt kommst wo du denktst es geht doch nicht.
    ich würde dir empfehlen, auch schon während deiner schulzeit an deinem problem zu arbeiten. ich weiß jetzt nicht so ganz wie du das gemeint hast ("nach der schule kann ich mich voll und ganz meinem problem widmen").
    aber wenn du es erst nach der schule machst, dann verschiebst du das immer weiter in die zukunft, "wenn mal zeit dazu ist". ich kann dir nur sagen, man hat nie zeit für die dinge die man machen möchte. man muß sie sich immer nehmen. und wenn du neben der schule ein bischen an dir arbeitest, dann sind das wenigstens schon die ersten schritte, die du vielleicht gleich in deinem schulalltag "ausprobieren" kannst. :smile:
    das heißt nicht, dass du das problem schon bis zum ende deiner schulzeit in den griff bekommen hast. und es heißt auch nicht, dass du bis zum umfallen nebenher noch therapien machen sollst. aber wenigstens damit anfangen.


    dir steht dann nicht mehr offen im leben als jetzt. dir steht jetzt schon alles offen, nur du mußt das selbst auch kapieren :zwinker:
    und ich finde, ein guter job ist nicht alles im leben. und abteilungsleiter kann eben immer nur einer pro abteilung sein *g* (nur ein beispiel). ich will meinen spass im leben haben. der job kann auch spassig sein (und sollte er auch). aber grundsätzlich ist der job dazu da, seine "spässchen" zu finanzieren *hehe*
    versuche erst einmal deine jetztige zeit zu geniesen (so gut es eben geht). denn im nachhinein wäre ich lieber wieder in der schule. man war das toll.


    Mann im Mond
     

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