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  • SexySellerie
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    26 Juni 2006
    #1

    Anwaltskosten - wurde nicht aufgeklärt

    Hallo Leute,
    ich weiß ja,dass unter euch einige Juristen sind, deshalb wär's ganz hilfreich, wenn ihr mir kurz helfen könntet.

    ich hatte neulich bei einem auf Uni-Recht spezialisierten Anwalt angerufen, um mich über eine Studienplatzklage zu informieren. da der Anwalt nicht anwesend war, hat er mich zurück gerufen.
    Meine Fragen waren eigentlich Kostenpunkte der Klage, Vorgehensweise,etc. Das Gespräch dauerte etwa 20 Minuten

    Nun bekomme ich heute eine Rechnung von 174,58€ für das Beratungsgespräch und bin echt baff.
    Ich wurde keineswegs über Kosten für ein Telefongespräch aufgeklärt, er hat nicht gesagt, dass es etwas kosten würde, abgesehen davon kenne ich diesen Mann nicht, war nicht einmal persönlich da.

    Ist das Rechtens? Ich sehe nicht ein, die Summe zu bezahlen, wenn man mich vorher darüber nicht in Kenntnis gesetzt hat. er hat mir ja nicht einmal die Chance gelassen, mich gegen dieses gespräch zu entscheiden.
     
  • Sternschnuppe_x
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    26 Juni 2006
    #2
    Nun ja, auch eine telefonische Beratung ist eine Beratung... inwieweit Anwälte da vorher genau über die Kosten aufklären müssen, weiß ich nicht. Allerdings DÜRFEN sie auch NICHT kostenlos beraten, sie MÜSSEN für ihre Leistungen etwas verlangen, und zwar entweder, wenn keine besondere Honorarvereinbarung getroffen wurde, die in der BRAGO (Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung glaub ich) vorgeschriebenen Gebühren oder eben das vereinbarte Honorar.

    Daß du dich nicht "wehren" konntest gegen das Gespräch - na ja, du hast ja wohl zuerst dort angerufen und WOLLTEST ja wohl einen Rückruf, oder? Und du hättest dich durchaus gegen das Gespräch entscheiden können, du hättest nur auflegen müssen...

    Ich bin da allerdings auch kein Experte, war nur das, was mir so spontan eingefallen ist, falls es grottenfalsch ist, bitte korrigen (@Stonic oder so *g*)
     
  • SexySellerie
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    26 Juni 2006
    #3
    Ja, aber ich wusste nicht, was da für Kosten auf mich zu kommen für ein Telefongespräch.
    Ich sehe irgendwie nicht ein, dass ich eine Summe bezahlen muss, die man mir vorher nicht einmal ansatzweise angegeben hat.
     
  • birdie
    birdie (34)
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    26 Juni 2006
    #4
    Klar ist es etwas blöd, aber ich glaube, da kannst du nicht viel gegen machen. Wenn es nur mal ne telefonische Auskunft a la "Wann haben sie nächste Woche geöffnet" ist, ist klar dass es kostenlos ist. Aber bei ner richtigen Auskunft über juristische Möglichkeiten die noch dazu so lange dauert kannst du wohl damit rechnen, dass die was kostet. Wenn du ne Rechtsschutzversicherung hast, dann zahlen die das, ansonsten Pech gehabt. Deshalb gibt es ja Dinge wie die Hochschülerschaft und so, die gratis Informationen (auf die ich mich jedoch nicht verlassen würde) geben. Alles andere kostet.
     
  • Chabibi
    Chabibi (43)
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    26 Juni 2006
    #5
    Mal gefragt: was wäre denn wenn sie jetzt sagen würde das sie gar nicht am Telefon gewesen ist ? Das könnte ja auch irgend jemand anderes gewesen sein der ihre Daten angegeben hat (du musst ja nach Name, Adresse gefragt worden sein sonst könnte ja der Brief nicht angekommen sein)... :engel:
     
  • ~°Lolle°~
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    26 Juni 2006
    #6
    juristische beratung kostet immer geld. jetzt kommt es halt darauf an, wie er dich beraten hat, sprich, ob es nur eine auskunft war oder halt schon mehr.
    ich hab mal mit nem anwalt telefoniert, der mir nur ansatzweise tipps gegeben hat. er meinte selbst, dass er nicht mehr tun kann, sonst würde das was kosten.
    aber ist es reinr echtlich nicht so, dass man wissen muss, worauf man sich einlässt. angebot und annahme sonst kommt kein gültiger evrtrag zustande?!
     
  • VelvetBird
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    26 Juni 2006
    #7
    Ich fürchte auch, dass du da nicht so viel machen kannst. Bei meinem Frauenarzt muss ich auch 10€ Praxisgebühr zahlen, wenn ich eine Telefonsprechstunde habe. Auch wenn ich nicht selbst hingehe.
    Wobei knapp 175€ schon was Anderes sind als 10€...

    Ansonsten fürchte ich, dass birdie Recht hat: Du wurdest beraten, hast eine Leistung des Anwaltes in Anspruch genommen. Dass man nicht unbedingt auf die Idee kommt, vorher zu fragen, ob ein Beratungsgespräch etwas kostet, kann ich allerdings gut nachvollziehen.
     
  • SexySellerie
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    26 Juni 2006
    #8
    naja, lange Beratung...15-20 Minuten sind demnach für ihn ja etwa ein Lohn von knapp 50€ für 5 Minuten...tzz...

    @ Chabibi
    Die Adresse hatte eine falsche Hausnummer, trotzdem ist der Brief angekommen.
    Ich habe nur meinen Namen angegeben,was weiß ich,wie sie die Adresse gekriegt haben.

    @sternenfängerin
    er muss mich also nicht aufklären, mit welchen Kosten ich zu rechnen habe? Ich finde das ziemlich komisch.
    Mein Vater hat 'ne Autowerkstatt und da ist es in der Regel so, dass er die Kunden über mögliche Kosten aufklären muss. er kann ja auch nicht alles erstmal reinbauen und dann das Geld einfach so verlangen.
     
  • Chabibi
    Chabibi (43)
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    26 Juni 2006
    #9
    Telefonbuch ? Ist ja auch egal eigentlich, ich meinte nur das ja theoretisch auch jeder andere da angerufen haben könnte unter deinem Namen um dich zu ärgern... wie wollen die das nachweisen ? :ratlos: :engel:
     
  • SexySellerie
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    26 Juni 2006
    #10
    Der besagte Anwalt hat vor 'ner Woche noch einmal angerufen, um zu wissen, ob er mich jetzt vertreten solle. Auf jeden Fall war ich am teleofn. Das ist wohl schlecht zu leugnen.
     
  • Stonic
    Stonic (42)
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    26 Juni 2006
    #11
    OK dann geb ich nun auch mal meinen Senf dazu.

    1. Falsch das ein Anwalt nicht umsonst beraten darf, da es auch die Möglichkeit gibt pro bono zu arbeiten
    2. Ich möchte gerne mal sehen aus was die Rechnung besteht.
    3. Hat der Anwalt hier gegen seine Aufklärungspflicht verstoßen, was eine Beratung und sei es nur eine Erstberatung kostet.
    4. Hat der Anwalt gegen seine Aufklärungspflicht bzgl PKH und Beratungshilfe verstoßen.
    5. Die Brago gibbet nicht mehr das Ding heißt nun RVG :smile:
     
  • Ivy Mike
    Ivy Mike (40)
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    26 Juni 2006
    #12
    § 612 BGB Dienstvertrag: (1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

    :zwinker:
     
  • SexySellerie
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    26 Juni 2006
    #13
    @ Ivy Mike

    das ist aber ja auch Interpretationssache, was dann heißt "wenn eine Vergütung zu erwarten ist". Ich bin davon ausgegangen, dass ich erst eine wirkliche kostenpflichtige Beratung erhalte, wenn ich da persönlich in seine Kanzlei antanze und mich da 'ne Stunde mit ihm hinsetze.
     
  • User 7157
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    nicht angegeben
    26 Juni 2006
    #14
    Naja, ist jawohl klar, dass ein RA auch sein Geld verdienen will. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, wie man erwarten kann, dass eine qualifizierte juristische Beratung kostenlos ist.

    Aber nichts desdo trotz, hat stonic natürlich Recht. :zwinker:
     
  • Ivy Mike
    Ivy Mike (40)
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    27 Juni 2006
    #15
    Da kommt es auf die objektive Verkehrsanschauung an. Und danach kann man das genauso wenig kostenfrei erwarten, wie ein Handwerker, der einem zum Beipiel als Schlüsseldienst die Tür öffnet.

    Aber:
    Auch wenn er rechtlich höchstwahrscheinlich auf der sicheren Seite ist, finde ich das Geschäftsgebaren des Anwalts unseriös. Gerade gegenüber einer geschäftlich unerfahrenen Schülerin ist so ein Verhalten mehr als grenzwertig.
    Vielleicht kannste die Gebühr noch drücken.
    Habe keine Erfahrung mit Beratung von Verbrauchern, aber fast 180 Euro für ne Erstberatung von 20 Min. bei einem "normalen Anwalt" ist schon happig und an der oberen zulässigen Grenze. Die beträgt nämlich 180 Euro exakt.
     
  • SexySellerie
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    Single
    27 Juni 2006
    #16
    Naja, ist er denn wirklich auf der sicheren Seite? Stonic sagt, dass er mich über Kosten hätte auklären müssen.
     
  • Stonic
    Stonic (42)
    Grillkünstler
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    27 Juni 2006
    #17

    Sorry das ich dir da jetz widerspreche aber etwas falsches kann ich hier einfach nicht stehen lassen.

    Die Gebühr der Erstberatung richtet nich nach Nr. 2101 RVG und beträgt 10 - 260 €.

    Diese wird durch die Kappungsgrenze für Verbraucher gibt die Nummer 2102 RVG und beträgt 190 € zzgl. MWST
     
  • Daucus-Zentrus
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    27 Juni 2006
    #18
    Off-Topic:
    ...was sind denn schon 180€ im Vergleich zu den 10.000€, die dich der Rest kosten wird...?


    Schreibst du so auch deine Schreiben als Anwalt?:zwinker:
     
  • Stonic
    Stonic (42)
    Grillkünstler
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    Verheiratet
    27 Juni 2006
    #19
    Nö erstens lass ich die Schreiben und zweitens posten und diktieren gleichzeitig ist etwas stressig
     
  • Ivy Mike
    Ivy Mike (40)
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    Single
    27 Juni 2006
    #20
    Sorry, hab null Ahnung von der RVG. Hatte nur mal 180 im Kopf.
    Gibts jetzt ne Aufklärungspflicht für Erstberatung? Rechtsprechungsquellen?


    So, nun hab ich mal kurz nachgeschaut:

    KG Berlin NJOZ 2002 Heft 18 1192:

    Ein Rechtsanwalt ist im Allgemeinen nicht verpflichtet, seinen Mandanten von sich aus auf die Höhe der Kosten seiner Inanspruchnahme hinzuweisen. Die Pflicht zu einem unaufgeforderten Hinweis trifft den Rechtsanwalt ausnahmsweise nur dann, wenn nach den Umständen des Einzelfalls ein Aufklärungsbedürfnis des Mandanten besteht und der Rechtsanwalt dieses erkennen konnte und musste. (Leitsätze der Redaktion)

    BGH NJW 1998, 3486 [3487]:

    Ungefragt schuldet der Rechtsanwalt seinem Auftraggeber grundsätzlich keinen solchen Hinweis. Der Mandant muß bei der Beauftragung eines Rechtsanwalts regelmäßig damit rechnen, daß er die gesetzliche anwaltliche Vergütung zu zahlen hat. Auf Verlangen des Auftraggebers hat der Rechtsanwalt die voraussichtliche Höhe seines Entgelts mitzuteilen (BGHZ 77, 27 [29f.] = NJW 1980, 2128 = LM § 1 BRAGebO Nr. 3; BGH, NJW 1998, 136 = LM H. 3-1998 § 675 BGB Nr. 243); die Bekl. hat nicht behauptet, daß sie dies von dem Kl. begehrt habe, bevor dieser mit seiner behaupteten Dienstleistung begonnen hat.

    weiter führt der BGH aber aus:

    Allerdings kann sich aus besonderen Umständen des Einzelfalls nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) eine Pflicht des Rechtsanwalts ergeben, auch ohne Frage des Auftraggebers diesen über die voraussichtliche Höhe seiner Vergütung zu belehren. Insoweit hat die erforderliche Gesamtwürdigung zu berücksichtigen einerseits den Schwierigkeitsgrad und Umfang der anwaltlichen Aufgabe, einen ungewöhnlich hohen Gegenstandswert und sich daraus ergebende hohe Gebühren, die das vom Auftraggeber erstrebte Ziel wirtschaftlich sinnlos machen können, andererseits die Bedeutung der Angelegenheit für den Mandanten sowie dessen Vermögensverhältnisse und Erfahrung im Umgang mit Rechtsanwälten

    Erstmal stelle ich fest, dass ich nach meinem RVG-Fehler bezüglich der Aufklärungspflicht recht hatte.
    Das Fettgedruckte wäre ein Ansatzpunkt, dem Rechtsanwalt etwas auf die Füße zu treten.
     

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