• manager
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    16 Dezember 2003
    #21
    Dir würde ich mal raten, dich mit dem von dir benutzten Vokabular etwas vertrauter zu machen. Der Neoliberalismus ist eine reformistische Bewegung aus den 30er Jahren, welche Eingriffe des Staates in die freie Marktwirtschaft im Gegensatz zum radikalen Liberalismus nach A. Smith für nötig hält. "Neoliberalismus" ist also keine besonders aggressive arbeitgeberfreundliche Form des Liberalismus, wie der fälschlicherweise mit "Neonazi" assoziierte Begriff vermuten ließe.
    In Deutschland wurde der Neoliberalismus von Vertretern der Freiburger Schule, darunter auch Ludwig Erhardt eingeführt. Dessen Name steht ja nun auch für unser heutiges umlagefinanziertes Sozialsystem, welches unter seiner Schirmherrschaft nach dem Krieg wiedereingeführt wurde. Aber auch nur deshalb, weil damals keiner die negativen Seiten dieses Systems sehen wollte. Heute gefährdet dieses System auch die soziale Marktwirtschaft = Neoliberalismus.
     
  • MiriXX
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    16 Dezember 2003
    #22

    Hör mal zu, ich studiere gerade nebenbei Politik, Recht und alles was dazu passt. Mir brauchst Du also nix zu erklären. Ich weiß wo es her kommt, aber was viel interessanter ist, wozu es gerade missbraucht wird.... Der Begriff "Neoliberalismus" war vielleicht mal gut gemeint, aber heute kann man gutes Gewissens was anderes drunter verstehen. "Liberal".....klar, super Begriff, es grüßt die FDP: Abschaffung aller Sozialsysteme und mehr Eigenverantwortung für alle, gelle? Das bedeutet: Wenn Du krank wirst und nicht mehr arbeiten kannst, dann bist Du selber Schuld....Du wirst dann leider verhungern müssen, gelle? Solange man gesund ist, funktioniert das auch, aber wehe es passiert Dir doch mal was, kann das jemand beeinflussen?

    Na? kommst wohl auch aus dem Arbeitgeberlager oder hast Dich ordentlich beschwatzen lassen? :rolleyes2 Dein Nickname sagt ja schon alles.....*spott*
     
  • MiriXX
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    16 Dezember 2003
    #23
    Ach, ich seh' grad, Du bist Student...na, wahrscheinlich BWL oder VWL, ne? Studier' ich auch gleich mit, aber aus der anderen Perspektive heraus, sprich: Ich betrachte das ganze aus den Augen der Basis und nicht von oben herab, dort wo die Pinguine mit ihren teuren Anzügen stehen und immer jammern: Ach, wir haben ja kein Geld mehr :flennen: buhuuu, aber die teuersten Anzüge tragen, gell? Und die dicksten Millionenbeträge davontragen, ne?
     
  • manager
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    16 Dezember 2003
    #24
    Da deine prolemische Argumentation ja so unheimlich überzeugend ist, wirst du mir ja jetzt auch erklären können, wie in Zukunft ein Arbeitnehmer im "besten Sozialsystem der Welt" drei und mehr Rentner finanzieren soll? :hman:

    Edit: Mein Anzug hat bei C&A 79€ gekostet :clown: . Ach ja und das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Uni-BWL-Absolventen liegt im Berufsleben im Durchschnitt bei ca. 50.000€/Jahr laut Est-Statistik der Finanzämter. Nach Abzug der Sozialabgaben & Steuern bleibt weniger als die Hälfte übrig. Is leider nix mit Millionen.
     
  • MiriXX
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    16 Dezember 2003
    #25
    Also Lust hab ich eigentlich keine mehr, aber damit Du nicht glaubst, ich hätte darauf keine Antwort:
    In den letzten Jahren ist sehr viel in der Familienpolitik falsch gemacht worden. Es fängt damit an, dass die Möglichkeiten der Kinderbetreuung so mangelhaft ist, dass meist ein Elternteil seinen Job aufgeben muss, um für das Kind da sein zu können. Meist es dann immernoch die Frau, weil es auch immernoch so ist, dass sie eben meist weniger verdienen als die Männer. Gerade aber in solchen Zeiten wie jetzt, wo manchmal beide keine Arbeit mehr haben, überlegt man sich sehr gut, ob man sich Kinder überhaupt leisten kann. Mit Sicherheit kann es sich ein Paar auch nicht eher leisten, Kinder auf die Welt zu setzen, wenn zu den ganzen Kosten (Gesundheit, hohe Steuern, Lebenshaltungskosten,usw.) noch die Kindergartenplätze teurer werden.... außerdem sollen die Eltern laut Hartz III und IV noch ein Ausbildungswertzeitwertpapier bei der Geburt kaufen, damit der Sprössling mal eine Ausbildung machen "darf" (dass die Unternehmen es früher sehr schätzten, jemanden ausbilden zu dürfen, hat man mittlerweile vergessen...). Ich könnte jetzt noch vieles weiter aufzählen, was in der Politik alles schiefläuft, aber was ich damit sagen will, ist, dass aufgrund dessen, weil sich immer mehr Paare immer genauer überlegen müssen, ob sie sich Kinder überhaupt leisten können, die Geburtenrate auf diese Weise auch nicht in die Höhe geht. Selbst wenn es sich welche leisten könnten und sich entscheiden müssten zw. Kind oder Karriere? Entscheiden sich viele für letzteres, weil sie eben nicht bereit sind für IMMER zu Hause zu bleiben. Da fehlen dan wieder die Betreuungsmöglichkeiten....
    Klar ist der demografische Faktor nun schon geschehen. Aber es ist ja nicht allein dieses Problem, es kommt ja noch dazu, dass wg. der hohen Arbeitslosigkeit immer weniger Menschen in die Kassen einzahlen. Erstmal sollte dieses Problem angegangen werden, aber richtig, nicht wie es die Politik gerade macht mit ICH-AG's und PSA's und so Schwachsinn. Diese Dinge sind nur dazu da, die Statistik zu beschönigen, aber was sind ICH-AG's? D.h. ein Arbeitsloser überlegt sich irgendein Geschäft aufzumachen, nicht weil er das schon immer wollte, sondern aus der Not heraus. Er bietet sich z.B. als Reinigungskraft an zu einem Preis von 5 EUR die Stunde, damit er sich auf dem Markt überhaupt behaupten kann.... ER arbeitet also an der Armutsgrenze, darf sich aber dafür als "Nicht-Arbeitslos" küren.
    Also, erstmal die Arbeitslosigkeit richtig bekämpfen, eine unterstützende Familienpolitik für die Zukunft angehen. Nur so kann man dem weiteren Abwärtstrend vorbeugen. Dann muss ausgerechnet werden, was noch an Geld gebraucht wird um die Zeit zu überbrücken, bis die reformierte (Sozial-)Politik Wirkung zeigt und dann können wir über die Verteilung sowohl des Geldes als auch der Sparmöglichkeiten reden. Was aber im Moment passiert, lässt alles nur noch verschlimmern: Familien haben immer höhere Kosten, Arbeitslose werden für ihre Arbeitslosigkeit bestraft, Kranke für ihre Krankheit, also alle, bei denen es sowieso nix mehr zu holen gibt und was macht man mit den Unternehmen? Weil sie am lautesten jammern, werden sie immer weiter entlastet. Es gibt Unternehmen, die keine Steuern mehr bezahlen, aber von unserem kleinen Gehalt, nimmt man uns rund 40% ab, ist das ok?
     
  • Beastie
    Beastialische Beiträge
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    16 Dezember 2003
    #26
    das is hier ja wohl nich das thema....
    macht einen eigenen (streit)thread auf
     
  • User 7157
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    16 Dezember 2003
    #27
    Zum Thema:

    Erstmal studiere ich hier auf jeden Fall zu Ende. Das ist mein nächstes Ziel. Dass ich danach auswandern würde, glaube ich aber eher auch nicht, obwohl mich der Süden doch schon reizen würde. Ich denke eher, dass ich im Rentenalter Deutschland verlassen werde oder dann, wenn ich genug Geld habe, um mir woanders eine Existenz aufzubauen.
    Aber das steht alles noch in den Sternen...
     
  • MiriXX
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    16 Dezember 2003
    #28

    Wenn ich mich nicht irre, war für manche das Thema wg. zu hohen Steuern und wg. miserablen Zuständen in Deutschland von hier auszuwandern. Ich habe nur versucht zu erklären, dass man mit dem Auswandern die Probleme nicht löst, sondern sie nur verschleppt. Schade, dass es nicht verstanden wurde.
     
  • Mr. Poldi
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    16 Dezember 2003
    #29
    Ich habe eigentlich nicht vor Deutschland zu verlassen, eigentlich gefällt es mir hier recht gut auch wenn sicherlich nicht alles optimal ist. Aber wenn man sich z.B. mal ansieht was in den USA abläuft ...
    Ich denke das Hauptproblem ist dass Deutsche Weltmeister waren, sind und wohl immer sein werden - im Rummosern. Denn im großen und ganzen geht es uns sehr gut.
     
  • Matzakane
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    16 Dezember 2003
    #30
    Ich hab auch kein Interesse auszuwandern.
    Wenn es eins gab was ich in der neueren Zeit an unserem Land besonders Liebe, dann ist das unsere Außenpolitik. Es ist richtig nicht bei Bush seiner Propaganda :angryfire mitzuspielen und sich nicht vor einer Großmacht einschüchtern zu lassen. :ashamed:
    Es ist richtig zu Helfen aber es ist falsch diese Hilfe mit Soldaten zu leisten, die nur zerstören und somit niemals helfen!

    Das is die Sache die ich absolut super finde. Wir beharren auf unserer Meinung trotz Drohung und Isolation. (CDU/FDP wollte mitspielen, aber nix da *lol*)
    Sicherlich gibts Sachen die ich nich so mag, wie zB unsere Rentenversicherung die absolut überaltet und reformbedürftig ist oder unser Arbeislosenproblem, aber trotzdem fühl ich mich hier relativ frei.

    Früher dacht ich mal in den USA wär man freier. Ich hatte auch mal als 16 Jähriger einen Wnsch mal ein Jahr in die USA als Austauschschüler zu sein. Inzwischen möcht ich nichtmehr hin.
    Wenn das allerdings mit Deutschland mal so schlimm wird, dass ich und meine Familie keine Arbeit mehr finden, müssen wir wohl oder übel aswandern, weil es unsere Existenzgrundlage ist. Wenn ein Land uns das nicht bieten kann, ist es wirklich arm dran. :rolleyes2
     
  • gambler2k1
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    17 Dezember 2003
    #31
    HI Leute,

    @Kirby
    es geht uns nicht ganz gut sondern "zu gut", man weiß hier einfach nicht mehr Dinge zu schätzen, die in anderen Ländern keineswegs Standart sind.

    @MiriXX
    die Dinge die du aufzählst, die Positiv am Wirtschaftsstandort Deutschland sind, sind genau die Dinge woran Deutschland krankt, weil zum einen die Lohnnebenkosten zu Hoch sind und zum anderen durch den Kündigungsschutz die Einstellung neuer Mitarbeiter gut überdacht werden muss.

    So long

    Gambler
     
  • MiriXX
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    nicht angegeben
    17 Dezember 2003
    #32

    Die Leier von den Lohnnebenkosten kenn ich auch schon, steht in jeder dummlabrigen Zeitung.

    Thema Kündigungsschutz lockern: Meinst Du allen Ernstes man kann Arbeitsplätze dadurch schaffen, dass man die einen rausschmeißt und die anderen dafür einstellt? (Abgesehen davon, dass auf keinen wegrationalisierten Arbeitsplatz ein neuer Mitarbeiter kommt). Nein, Kündigungsschutz lockern hat nur eins im Sinn: Man will die arbeitenden Menschen gefügig machen, sie dürfen an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr ihren Mund aufmachen, sonst fliegen sie!
    Alles andere sind vorgeschobene Gründe, die die Menschen in diesem Land glauben sollen oder meinst Du die erzählen Dir die Wahrheit was sie wirklich vorhaben? Bestimmt nicht, sie wollen Dir und vielen anderen nur die Lockerung des Kündigungsschutzes schmackhaft machen, deshalb erzählen sie so'n Schwachsinn. Außerdem ist es für sie billiger die Leute einfach so rauszuschmeißen, als ihnen noch ne Abfindung zu zahlen. Zur Info: Ne Abfindung ist kein Betrag, mit dem man auf Dauer gut leben kann, er kann jemanden nur kurzzeitig über Wasser halten.
     
  • gambler2k1
    Gast
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    17 Dezember 2003
    #33
    @MiriXX

    ich, für meine eigene Person, habe in den letzten Monaten in mehreren verschiedenen Betrieben gearbeitet, um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken, und dabei die Erfahrung gemacht, weil ich auch mit den "Bossen" zu tun hatte, dass das Einstellen neuer Arbeitskräfte gut überlegt sein will, eben weil man diese immer mindestens mittelfristig in seine Planung miteinbeziehen muss.

    Es geht auch gar nicht darum den Leuten den Kündigungsschutz schmackhaft zu machen, sondern wie ich schon gesagt habe, es geht den Leuten "zu gut". Wenn man wider eine aufstrebende Wirtschaft haben möchte, muss man dafür eben Opfer bringen, Senkung der Lohnnebenkosten, Lockerung des Kündigungsschutzes etc. .

    Warum sollte man den Arbeitnehmer hörig machen? Vor allem wie soll das gehen? Der Arbeitnehmer ist vielleicht oft durch Maschinen ersetzbar, allerdings gibt es immer noch genügend Berufe wo die Firmen auf ihre Mitarbeiter angewiesen sind. Und von daher haben sie auch immer noch ein Wörtchen mitzureden.
     
  • Kuschelzwerg
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    17 Dezember 2003
    #34
    Hehe ich find das irgendwie lustig *G*.

    Mir bot man an das ich nach Deutschland fahren soll und dort arbeiten lol. Obwohl es dort noch schlechter ist als hier......

    Auswandern denke ich würde ich nur dann wenn es absolut keine andere Wahl mehr gibt. Sowie wenn es auch hier nicht wirklich mehr schön zu leben ist. Wenn ich z.b. daran denke das ich nach Amerika arbeiten müsste und nur 4 Wochen nach Hause komme habe ich doch meine Bedenken. Erstens wegen den ganzen Freunde, Familie. Zweitens, sicher man findet dort auch neue Freunde aber irgendwie bleibt die Heimat doch Heimat. Denke mir würde da etwas abgehen wenn ich auf solange Sicht weg bleiben würde. Noch Problematischer wird es wenn man einen Partner hat der dann evtl. mitziehen muss. Der müsste dann auch alles aufgeben. Finde so eine Sitation nicht wirklich gut und hoffe das ich in so eine Sitation nie kommen werde.

    Mfg

    Kuschelzwerg
     
  • MiriXX
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    17 Dezember 2003
    #35

    Wer's glaubt....
    Ich wünsche Dir, dass es Dir auch weiterhin in Deinem noch langen Berufsleben "zu gut" geht.
    'Tschuldige, aber es ist schon ganz schön frech zu behaupten, den 4,5 Mio Arbeitslosen würde es sicher "zu gut" gehen. Sie leiden meist sehr nicht nur unter ihrer Arbeitslosigkeit selbst, sondern vor allem an den fehlenden sozialen Kontakten, die sie sonst in einer Berufstätigkeit hätten. Ich habe auch ständigen Kontakt zu den "Bossen" wie Du sie nennst....und meine Erfahrungen sind genau das Gegenteil von Deinen.
     
  • Beastie
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    vergeben und glücklich
    17 Dezember 2003
    #36
    axoooo.. ich wusste nich, dass der streit wegen der bedeutung irgendeines bescheuerten wortes was zum thema auswanderung beizutragen hat... aber hauptsache, ihr habt euch beide schön profiliert....
     
  • MiriXX
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    17 Dezember 2003
    #37

    :ratlos:
     
  • starshine85
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    17 Dezember 2003
    #38
    ja, aber in der schweiz is ja alles generell ziemlich teuer-ob wohnung, oä.
    bei uns (österreich) ist es zwar billiger, aber trotzdem muss man steuern zahlen, was in der schweiz nicht der fall ist.
     
  • madison
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    17 Dezember 2003
    #39
    in der Schweiz muss man auch Steuern zahlen! Aber je nach Kanton halt um einiges weniger als in Deutschland (und in Ö???)
     
  • Kuschelzwerg
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    17 Dezember 2003
    #40
    Das einzige Land wo man keine Steuern zahlen muss ist wohl Dubai *g*. Glaub in Asien gibt es auch noch ein Land wo das nicht der Fall ist. Aber ansonsten hat jedes Land einen gewissen Steuersatz. Deswegen ist dort das einkaufen so billig. z.B. Goldschmuck ist bis zu 30 -40 % billiger. Aber dennoch für einen normalverdiener doch etwas zu teuer *g*

    Mfg

    Kuschelzwerg
     

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