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    10 Dezember 2017
    #1

    Bahn: Prestigeprojekte

    Wie bekannt wurde gestern die Milliarden teure neue ICE-Schnellbahnstrecke Berlin-München eingeweiht. Der Bahnhofsumbau Stuttgart 21 wird noch teurer und soll mind. 7,6 Milliarden Euro kosten, wahrscheinlich viel mehr. Zwischen Dresden und Prag ist eine teils unterirdische ICE-Strecke (durchs Erzgebirge) geplant. Politik und Wirtschaft scheinen in Milliarden zu schwimmen - aber es sind unsere Steuergelder. Im Bahn-Alltag sieht es so aus: Marode Strecken, Weichen, Brücken, Signale, Zugtoiletten, Zugtüren, Verspätungen, überfüllte Züge, geschlossene Bahnhöfe, fehlender Service, miserable Information, Preissteigerungen, kein Personal. Es mangelt an allem.

    Frage: Warum konzentriert man sich nur auf ein paar wenige Prestigeprojekte und lässt dafür den normalen Bahnverkehr in den Regionen verfallen? Das ist doch völlig unlogisch.
     
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    10 Dezember 2017
    #2
    Hmm, liegt vielleicht daran wo ich mich regional bewege, aber ich finde da hat sich seit meiner Schul-/Studienzeit (da bin ich täglich mit dem Zug gependelt, heute fahre ich eher selten mit dem Zug und wenn dann meist Fernverkehr) doch vieles verbessert.
     
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    10 Dezember 2017
    #3
    Ich bin Bahn-Bashing leid :rolleyes:

    Ich bin ein erklärter Fan der Bahn! :thumbsup:
     
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    10 Dezember 2017
    #4
    Ich bin auch Bahn-Fan. Oder besser: überzeugter Bahnfahrer. Aber ich finde die Frage trotzdem berechtigt.

    Hier eine provisorische Antwort: Ein Prestige-Kampf gegen die Fliegerei.

    Ich erinnere mich noch an einen Beitrag in meiner Zeitung, als der TGV nach Paris neu war, oder schneller wurde. Titel: "wie werden die Fluggesellschaften darauf antworten?"
     
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    10 Dezember 2017
    #5
    Ich bin auch überzeugte Bahnfahrerin...aber: Der Fernverkehr sollte trotzdem angenehmer für alle werden und daher hätte ich das Geld eher in Verlässlichkeit anstatt in Prestige investiert.
    Off-Topic:
    Dann hätte ich auch nicht die Sorge, ob ich trotz Schnee morgen wieder nach Hamburg kann:ROFLMAO:
     
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    11 Dezember 2017
    #6
    Das Problem sind keine Großprojekte. Das ist eher etwas für die Galerie und die Satire. Das Problem ist allgemein, dass der ÖPNV in der Provinz sehr dünn ist und somit eigentlich eine Farce. Wer hier mit dem ÖPNV in die Mittelstadt zum Einkaufen fahren muss, braucht 45 Minuten. Mit dem Auto sind es höchstens zehn Minuten. Von Zugverbindungen will ich erst nicht mal reden.

    Im großstädtischen Regional und Fernverkehr ha die Bahn nach der Pleite von AirBerlin ein großes Pfund in der Hand, Sie kann schnell, effektiv und auch relativ sauber große Zahlen von Menschen transportieren.Das kann gerade uznter dem Blickpunkt Mobilität und Klima ein noch wesentlicher Punkt werden.

    Ich mag es gerade im Fernverkehr mit der Bahn zu fahren, weil beispielsweise keine frühzeitige Anwesenheit zum Check-In erforderlich ist und sie so am Ende, meine Theorie, Zeitsparende r ist als ein Flug.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 11 Dezember 2017 ---
    Bahnhöfe und Bahnhofsviertel waren seit jeher übrigens nicht die besten Adresse am Platze. Mir ist doch zuviel Romantik im Spiel, wenn beispielsweise so getan wird als seinen Bahnhöfe vor 30 oder 40 Jahren noch attraktive Bauten gewesen, die das Aushängeschild einer ganzen Stadt waren.
     
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    11 Dezember 2017
    #7
    Weil ich's vor einer Viertelstunde auf dem Klo gelesen habe (ich muss nämlich manchmal): Der Ostbf ist ja im Oktober 175 Jahre alt geworden und in dessen Nähe lebte Frauenmörder Carl Grossmann, die "Bestie vom Schlesischen Bf". Und vor fast auf den Tag genau 89 Jahren fand die legendäre Massenschlägerei zwischen Arbeitern und dem organisierten Verbrechen in Gestalt der Ringvereine statt.
     
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    11 Dezember 2017
    #8
    Die Bahn ist ein Staatsunternehmen, also bestimmen Politiker, wieviel Geld die Bahn bekommt und wofür es ausgegeben wird.
    In aller Regel sind Politiker (auf dem Papier) Wirtschaftsfachleute, Juristen oder Lehrer. Keine Verkehrsexperten. Außerdem lassen Sie sich lieber vor einem glänzend weiß lackierten ICE auf einer Neubaustrecke fotografieren als vor einem verdreckten, früher mal rot gewesenen RE 1 auf dem Duisburger Hbf und verkünden, dass er an dem Tag das erste Mal seit 5 Jahren nur 10 Minuten Verspätung hatte.

    Die Bahn (= unsere Bundesregierung) hätte in der heutigen Zeit bei immer voller werdenden Straßen, hohen Benzinpreisen und steigendem Umweltbewußtsein so eine Riesen-Chance, wieder die Stellung zu bekommen, die sie vor 50, 80, 100 Jahren mal hatte. Aber das Gegenteil passiert: Alles, was "nur" Transport ist, sei es Nah- und Pendlerverkehr als auch der Gütertransport, verkommt zu einem kaum noch benutzbaren Verkehrsmittel untergeordneter Bedeutung. Bestes Beispiel ist die ewige und mehr als klägliche Geschichte des RRX. Aber kein Verantwortlicher scheint auch nur ansatzweise zu kapieren, dass die Zukunft der Bahn nicht in ein paar wenigen Hochglanzzügen steckt. Die außerdem ständig zu spät sind oder gar nicht fahren.

    Ich war mal begeisterter und überzeugter Bahnfahrer. Als es noch nicht tolle Superzüge gab, als die großen Bahnhöfe Bahnhöfe waren und keine Eventcenter, dafür aber kleine Bahnhöfe keine versifften Ruinen. Als die Bahn noch das machte, was man von ihr erwartete: zu angemessenen Preisen weitestgehend zuverlässig von A nach B zu fahren.
    Heute sind mir Geld, Zeit und Nerven zu wertvoll, um sie an dieses verottete Unternehmen zu verschwenden. Und dass es nicht an dem Verkehrsmittel selber liegt, zeigen z.B. die Schweizer, die ein hochmodernes, zuverlässiges und auch bezahlbares Verkehrsmittel geschaffen haben. Das auch die entsprechende Akzeptanz bei den Kunden besitzt.
     
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    12 Dezember 2017
    #9
    Interessanter Artikel über die Stuttgart 21 - Katastophe:
    Teures Bahnprojekt: Woche der Wahrheit für Stuttgart 21 - SPIEGEL ONLINE - Wirtschaft

    Nur sehr ärgerlich an diesem Artikel ist, dass so getan wird, als hätte man das alles nicht gewusst. Haben die Autoren damals nicht in D gelebt oder waren sie noch in den Windeln oder wie kommen sie darauf?

    Bei der Diskussion damals waren ALLE genannten Punkte Teil der Argumentation der Gegner: völlig euphemistischer Kostenplan, geologische Situation, illusorischer Zeitplan, geringer Nutzen usw.
    Die "Pro-Seite" hat damals jede Kritik als "Schwarzmalerei", "Technik- und Zufkunftsfeindlichkeit von Wutbürgern" usw. verunglimpft und die Wähler vor der Volksabstimmung schlichtweg dreist belogen.
     
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    12 Dezember 2017
    #10
    ....weil "unlogisch" das Mantra unserer derzeitigen politischen Elite ist.

    Mein Fazit zur Bahn:
    Man kann Bahn nur außerhalb Deutschlands fahren, sofern man nicht masochistisch veranlagt ist.

    Ich leb im Ruhrgebiet. Hier sollte die Bahn DAS Massenverkehrs- und Transportmittel schlechthin sein....
    Leider fährt hier nur mit der Bahn, wer keine Alternativen hat....weil sie einfach so schlecht ist. Ich bin noch nie, wirklich nie hier pünktlich mit einer Bahn gefahren (Außer mit Privat-Bahnen...da klappt das zumindest halbwegs).
    Die dann auch noch meist total überfüllt sind.
    Wenn ich nur schon zur Nachbarstadt möchte (und nicht mit Auto oder Rad die Strecke leisten möchte), bin ich trotz viermaligem Umsteigen mit dem Bus schneller, als mit der Bahn....und zuverlässiger sind die auch noch.
    Es ist ja noch halbwegs erklärbar (nicht verständlich) wenn im Winterchaos mal Zugverbindungen ausfallen....aber nicht, daß es einem Gesetz der Serie entspricht, wenn im Winter normalerweise die Heizungen der Bahnen nicht funktionieren, wie im Sommer die Klimaanlagen, wie die Türen der ICEs...

    Noch dazu, daß die meisten Frauen mittlerweile in den Bahnen mit Belästigungen oder Dieben rechnen müßen, wie auch dem unangenehmen Gefühl auf Bahnsteigen auszusteigen, die so schlecht beleuchtet und verwinkelt sind, wie die Kopfsteinpflasterung löchrig ist.
    Von Transport wollen wir gar nicht erst sprechen. Unter "DoNot"-Dobrindt wurden mehr Güterbahnhöfe geschloßen, als unter Mehdorns "Wir sparen ein marodes Unternehmen zu einem Aktienunternehmen zusammen"-Terror-Regime.

    Ich freue mich immer in anderen Ländern in einen Zug einzusteigen. Hier in Deutschland nennt man sowas Abenteuerurlaub. Bei dem der Reiseveranstalter Gefahrenbonus zahlen sollte.
    Ja...solche Sachen wie Stuttgart 21 (meinen die damit, daß 2021 die Erkenntniss kommt, daß daraus nix mehr wird?) oder jetzt die Merkel-Beschleuniger-Strecke Berlin-München, die auch nur eine einzige Fahrt bisher pannenlos ableisten konnte, sind reine Prestige-Objekte...die aber für Angeberei längst nimmer taugen.
    Selbst Deutschland-freundliche Nationen belächeln uns für unsere katastrophale Bahn nur noch.
     
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    12 Dezember 2017
    #11
    Habe gerade einen Artikel über Japan gelesen. Beim "japanischen ICE", also dem Shinkansen, gehen die japanischen Bahn-Manager schon in Sack und Asche, weil er durchschnittlich 54 SEKUNDEN Verspätung aufweist :what:. Das ist völlig inakzeptabel!!!:whoot:

    54 Sekunden zu spät? Eine Schande!
     
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    12 Dezember 2017
    #12
    Und ob.
    In solch groben Fällen ist sogar eine schriftliche, öffentliche Entschuldigung der Verantwortlichen (mit Namensnennung natürlich) in den großen Tageszeitungen üblich.
    Ich konnte damals dort meine Uhr nach deren Bahneinfahrten stellen. Wenn das nicht stimmte, wußte ich, aufziehen war wieder fällig.
    Allerdings spielen die auch in einer ganz anderen Liga, was Qualität, Service und Zuverlässigkeit angeht.
    Im Shinkansen fährt immer eine Servicegscrew mit, die auf Monitoren den Streckenverlauf vor dem Zug kontrolliert, zusammen mit einem Computerprogramm, das kleinste Veränderungen des Gleisbettes, der Vegetation und der Schienen sofort registriert und für die Wartungscrews automatisch markiert. Reparaturen von klemmenden Türen werden teilweise schon während der Fahrt vorbereitet, damit die an einem Bahnhof innerhalb von einer Minute abgeschlossen sind.
    Die würden selbst die Boxen-Crews der Formel 1 langsam aussehen lassen.
    Nur die Ubahnen bei denen...die sind mörderisch (voll).
    Aber auch absolut zuverlässig.
     
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    12 Dezember 2017
    #13
    Der kleine Unterschied: Das Shinkansen-Netz ist nicht nur organisatorisch, sondern auch physisch vom übrigen Schienennetz getrennt. Es muß schon ein Nahverkehrs- oder Güterzug auf ein Shinkansen-Gleis purzeln, damit ein Problem im übrigen Bahnverkehr den Shinkansen beeinflußt.

    Hat historische Gründe: Japan ist bergig, mit der in den meisten Ländern üblichen Normalspur kann man nicht so enge Kurven bauen, hätte also mehr Tunnel/Dämme graben bzw. bauen müssen. 50 km/h waren mal wahnsinnig schnell - dafür reicht auch die schmale Kapspur, die ursprünglich in Japan verlegt wurde.

    Für den Shinkansen nahm man dann Normalspur...
     
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    12 Dezember 2017
    #14
    Vornehm geht die Bahn zugrunde.

    Ich habe in den vergangenen zehn Jahren jedes einzelne Mal, als ich die deutsche Bahn nahm, derart bereut, dass ich bei meinen paar Deutschlandbesuchen mittlerweile ueberzeugter Mietwagenfahrer bin.

    Die Zuege kommen nicht, oder bleiben liegen, und die Klimaanlage geht an heissen Tagen kaputt. Unsere total verkorkste Bahnreise von Karlsruhe nach Schweden 2014 wird mir auf immer im Gedächtnis bleiben. An zwei Bahnhöfen genächtigt, vom Reisezentrum ignoriert "jaaa... Sie fahren ja dann in Skandinavien, da könnenwa nix machen..."), drei Tage gebraucht, 2.000 Euro geblecht zuguterletzt. Fuerchterlich war das. Und jetzt wird dieser miserable Zustand noch prachtvoll garniert - klasse. Nix geht, aber zumindest mit Goldkante.
    :nope:
    Nee, nee.
    Ohne Tahini.
     
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    12 Dezember 2017
    #15
    Für den Fernverkehr muß ich das leider auch bestätigen - die zwei Mal, wo es in den letzten 12 Jahren reibungslos und pünktlich klappte, blieben leider die Ausnahme von der Regel.

    Trotz Stau und bekloppter Autofahrer ist mir der Pkw auch lieber - ich habe einen trockenen Sitzplatz, Klima oder Heizung funktionieren. Die Strecken, die ich zur Zeit am häufigsten fahre, sind auch jeweils abseits der Zentren/Hauptbahnhöfe. Da ginge es immer nur mit mehrfachem Umsteigen und selbst bei pannenfreier Fahrt dauert es länger als mit dem Auto. Außerdem bin ich zeitlich flexibel und kann Gepäck einfach in den Kofferraum schmeißen.
    Das fand ich an dem insgesamt dennoch lesenswerten Artikel auch sehr ärgerlich.

    Vor allem haben es die Autoren ja zwanghaft vermieden, Namen zu nennen - da hätten sie bei der Noch-Kanzlerdarstellerin anfangen müssen. Die wollte im Wahlkampf 2013 keine schlechte Presse und hat die letzte Möglichkeit abgebogen, mit überschaubarem Schaden aus dem Schwachsinn rauszukommen. Aber Sozen und FDP haben ihre dreckigen Griffel gleichermaßen in der Milliardenverschwendung.
     
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    12 Dezember 2017
    #16
    Naja, da merkt man aber halt auch, daß sich die Japaner tatsächlich Gedanken gemacht haben und in Infrastruktur, statt in Deutschland-typischem "Schön bunt und glitzert!"-Architektur investiert haben.
    Unseren Politikern kannst Du ja mit echtem nachhaltigem Mehrwert nicht kommen....denen mußt Du schon prollige "Mach Bluetooth dran...mit Bluetooth wird alles besser!...und Glitzer!"-Argumente liefern, damit die überhaupt nicht erst in den Diskussionen friedlich entschlafen.
    Gleisbettungen und moderne Weichensysteme sind halt einfach nicht sexy....
     
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    12 Dezember 2017
    #17
    War eher eine Notwendigkeit - auf der schmalen Bimmelbahn kannst Du keine 250 km/h (war damals die Höchstgeschwindigkeit) fahren.
    Das ist wohl wahr - vor allem fördern und beschützen sie ja im Zweifelsfalle lieber die Kfz-Lobby.

    Nachtrag:

    Hochtechnologiestandort Deutschland...

    Warum es zu so vielen Pannen auf der Prestige-Strecke kommt

    Viel peinlicher, findet ein Aufsichtsrat der Bahn, habe der offizielle Betrieb auf der Trasse München-Berlin kaum starten können. Manches war Pech - aber nicht alles.

    Berlin - München: Warum schon wieder ein ICE auf der Neubaustrecke ausfällt

    Auch am Dienstag lässt die Deutsche Bahn ihre Passagiere am Bahnsteig stehen. Die Pannen auf der Neubaustrecke haben ein System: Es heißt „ETCS“.


    Mit der Firma, die das Fiasko zu verantworten hat, legt Siemens gerade seine Bahnsparte zusammen... :kopfwand:

    Man fragt sich allerdings auch, warum die Probleme nicht bei den angeblich so vielen Testfahrten bemerkt wurden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 Dezember 2017
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    12 Dezember 2017
    #18
    Ebenso die Chinesen - ich fuhr jahrelang jedes Wochenende die 1.600km von Shanghai nach Peking mit dem 300-550 km/h Donnerpfeildingsbums. Kam auf die Sekunde genau an, alles ging immer, ich trank tibetisches Bier, und baute CAD-Modelle auf dem Laptop. Auch separate Strecke, damit man keine Eselskarren umfaehrt. Gut, Deutschland ist zugebaut, aber irgendwie wird man sowas doch wohl können? Japan ist ja sogar noch mehr zugebaut...
     
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    12 Dezember 2017
    #19
    Es gibt bei jeder ICE-Trasse Knatsch und teils jahrelange Prozeßhanselei - da haben es China, Frankreich oder Spanien leichter: größere Länder mit weniger Bevölkerung. In China kommt noch die Diktatur dazu - die knasten die Bäuerchen ein, die ihren Acker nicht verkaufen wollen.

    Außerdem ist das chinesische Bahnnetz so alt und unterentwickelt, daß es sich lohnt, neue Trassen zu bauen - für Berlin-München hätte man die vorhandenen Strecken für einen Bruchteil der Kohle ausbauen können - wäre dann halt nicht ganz so schnell, aber wesentlich billiger geworden.

    In Deutschland haben ja immer noch die Landesfürsten was mitzureden, was ich durchaus ambivalent sehe. Wegen der Landesfürschterl gibt es an der Strecke Köln-Frankfurt Halte in Montabaur und Limburg. Montabaur brummt und ist zum Vorort Kölns geworden, Limburg ist tot und hat von dem ICE-Bahnhof nix.

    Grundsätzlich braucht Deutschland m.M.n. beides: Es muß schnelle Fernverbindungen innerhalb Deutschlands und in die Nachbarstaaten geben. Aber auch der Güterverkehr muß aus- und wiederaufgebaut werden (der Narr Mehdorn ließ ja viele Firmen-Gütergleise rausreißen, weil deren Wartung kostete, zudem Weichen/Gleise, durch die sich Personen- und Güterzüge hätten ausweichen können), ebenso der Personenverkehr in der Fläche. Wenn man die Bahn wieder attraktiv machen will, muß alle halbe Stunde ein Zug zu meinem Ziel fahren... Dazu gehört, daß man stillgelegte Strecken wieder aufbaut oder besser (also: schneller zu fahren) neubaut, Lücken im Gleisnetz schließt (in viele Ecken Deutschlands führen Stichstrecken; zur nächsten Strecke fehlen ein paar Kilometer), Fahrkarten im Zug verkauft und dort wie auf den Bahnhöfen ausreichend Personal hat.

    Wie's geht, kann man sich von Albtal-Verkehrsgesellschaft abschauen - die hat DB-Strecken übernommen, die die DB zu doof war zu betreiben, und fährt darauf mit Straßenbahnen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 Dezember 2017
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    12 Dezember 2017
    #20
    Ich fahre ja eigentlich gern mit dem Zug und das DB-Bashing hielt ich eigentlich immer auch für sehr übertrieben.....bis ich letztens mal wieder nach längerer Zeit in D mit dem Regionalzug gefahren bin (ich lebe ja seit fast 12 Jahren in Österreich). Eigentlich ist das eine recht harmlose, kleine Story. Aber sowas kannte ich aus Ö schon lange nicht mehr.

    Mein Plan war eigentlich ein einfacher: Ich wollte von einem Vorortbahnhof meiner alten Heimatstadt nach Frankfurt am Main zu einem beruflichen Termin fahren. Weil ich nicht erst in die Innenstadt zum Hbf fahren wollte, um dann mit dem ICE wieder zurück zu fahren, habe ich mich für die Regionalbahn entschieden. Planmäßig hätte es eigentlich nicht viel länger gedauert (weil ja die Straßenbahnfahrt in die Innenstadt wegfällt), um die kurzen ca. 70km nach Frankfurt zu meistern.

    Wie lief es ab? Ich renne zum völlig verdreckten, runtergekommenen, nach Pisse stinkenden Vorortbahnhof, um dann von folgender Anzeige überrascht zu werden: "Regionalzug XY entfällt heute. Wir bitten um Entschuldigung" :whoot: (gehts noch?). Da ich nicht wieder nach Hause laufen wollte und keine Stunde an diesem verlassenen, zugigen, ekligen Vorortbahnhof warten wollte, habe ich mich entschieden einfach in den nächsten Zug einzusteigen, der jedoch nicht bis Frankfurt durchfährt. Ich wollte dann einfach an dessen Endstation (einem Kleinstädtchen zwischen MA und F) auf den eigentlichen Frankfurtzug warten.
    So getan. Die Schaffnerin meinte, dass der Zug deswegen ausgefallen wäre, weil er schon mit so viel Verspätung von F in MA ankam und da hat man sich wohl gedacht, dass es sich nicht lohnt, den gleich wieder zurück nach F fahren zu lassen. Der andere Bahnhof, an dem ich jetzt umsteigen musste, war jedoch fast genauso versifft wie der Mannheimer Vorortbahnhof....und was soll ich sagen: Der nächste Zug hatte auch wieder eine halbe Stunde Verspätung. Aber ich war ja schon froh, dass er überhaupt kam.

    Fazit: Ich habe für die lächerliche Strecke MA-F ca. 1,5 Stunden länger gebraucht als geplant. Außerdem war ich völlig entsetzt über den Zustand der beiden Bahnhöfe, an denen ich meine Wartezeiten verbrachte. Wird an Bahnhöfen, die keine Hbfs einer Großstadt sind, eigentlich in D nicht mehr geputzt? Schlichtweg eklig. Sowas gibts hier in Tirol/Österreich nicht. Das war ich echt nicht mehr gewohnt.

    Ach ja, bei der Rückfahrt ist der Regionalzug immerhin gefahren....aber er hat es trotzdem geschafft auf diesen 70 km Strecke 25 Minuten Verspätung zu produzieren, obwohl er erst in F losgefahren ist ("nur" 5 Minuten verspätet).
    Die Regionalzüge, in denen ich gefahren bin, waren übrigens ähnlich verranzt und verdreckt wie die Bahnhöfe. Das scheint System zu haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 Dezember 2017
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