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  • anniii
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    7 Dezember 2017
    #1

    Beten und Fahrkartenkontrolle im Zug

    Letztens bin ich mit dem Zug gefahren und mir gegenüber saß eine Frau, die gerade angefangen hatte zu beten als eine Kontrolleurin kam und ihre Fahrkarte sehen wollte. Die Frau ließ sich daraufhin in ihrem Gebet aber nicht stören, die Kontrolleurin wurde sichtlich genervter, sprach und tippte die Frau auch mehrmals an, aber sie setzte das Gebet fort. Als die Kontrolleurin sich dann entnervt abwendete um weiter zu gehen, war die Frau gerade fertig mit Beten und rief die Kontrolleurin zurück, um ihr das Ticket zu zeigen.

    Irgendwie ist mir diese Situation nicht aus dem Kopf gegangen ...
    Einerseits kann ich die Kontrolleurin natürlich verstehen, sie soll den Zug abarbeiten und alle Passagiere kontrollieren und hat auch keine Lust, mehrere Minuten darauf zu warten, dass eine einzelne Frau mit ihrem Gebet fertig wird.
    Andererseits fand ich es auch irgendwie cool, dass die Frau einfach weiter gebetet hat und sich nicht hat stören lassen, dieses Ritual ist ihr eben wichtig und sie nimmt ihre Religion ernst.

    Wie seht ihr das - hätte die Kontrolleurin respektvoller gegenüber dem Gebet sein sollen oder hätte die Frau einfach kurz eine Pause machen können?

    Ich weiß nämlich echt nicht, auf wessen Seite ich hier stehen würde.
     
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    7 Dezember 2017
    #2
    Puh, also ich habe zwar theoretisch kein Problem damit wenn Menschen ihre private Religion in der Öffentlichkeit ausleben, aber dann doch bitte so, das es sonst niemanden beeinträchtigt oder stört.
    In dem Fall hätte ich also von der Frau erwartet, das sie ihre Aktivität unterbricht und ihrer Pflicht die Fahrkarte vorzulegen nachkommt.
     
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    7 Dezember 2017
    #3
    Ich weiß ja nicht..Man kann ja auch nicht einfach eine Polizeikontrolle hinauszögern oder Ähnliches, weil man mal eben betet. Man hat eben gewisse Verpflichtungen (ob gesetzlich, oder dadurch, dass man die Bahn nutzt) und diesen hat man ja nachzukommen. Wenn das jeder so machen würde, könnten die Kontrolleure ihren Job gar nicht mehr machen.
     
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    7 Dezember 2017
    #4
    Der Herrgott (welcher auch immer) hätte bestimmt Verständnis gehabt, hätte sie ihr Gebet für die Kontrolle unterbrochen. Der ist ja schliesslich im allgemeinen allmächtig, gütig, und vor allem ewig, d.h. er hat im Gegensatz zur Kontrolleurin alle Zeit der Welt.
     
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    7 Dezember 2017
    #5
    Interessant, dass so viele Jahre nach Beginn der Aufklärung dieser Hokuspokus immer noch im öffentlichen Leben seinen Platz hat.

    Privat darf jeder gerne machen, was er will (solange niemand zu Schaden kommt).
     
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    7 Dezember 2017
    #6
    Ich finde auch, die Frau hätte ihr Gebet unterbrechen sollen, damit die Kontrolleurin ihren Job machen kann.
    Man muss im Zug mit Kontrollen rechnen und ein Gebet ist kein Notstand, der so ein Verhalten rechtfertigen würde.
    Es ist nämlich auch respektlos der Zugbegleiterin gegenüber, sie einfach zu ignorieren. Meistens kriegt man ja auch mit, wenn sich eine Kontrolle nähert. Man kann seine Tätigeit dann wohl mal kurz unterbrechen. Es würde ja auch keiner sagen: Kommen Sie bitte in 5 min nochmal wieder, ich bin gerade an einer so spannenden Stelle in meinem Buch!" oder "Ich muss erst meine Runde CandyCrush zuende spielen" etc.
     
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    7 Dezember 2017
    #7
    Ich liege hier in einem Zwiespalt. Ich glaube jedoch, dass ich ebenso genervt wäre, und dies hat folgenden Grund:

    Gläubige Muslime (unterstelle ich jener Frau mal) haben bis zu 5 Gebete täglich. Diese müssen in einem bestimmten Zeitraum gehalten werden. Jeder Zeitraum ist jedoch sehr vage definiert. So kann man auch das Abendgebet mit dem Nachtgebet zusammen abhalten. Statt 2x5 Minuten, einfach 1x 10 Minuten.

    Es wäre ihr Möglich gewesen ihr gebet neu zu beginnen. Es hat hier nach meinem Erachten am nötigen Respekt der Kontrolleurin gegenüber gefehlt. Schon irgendwie dreist, dass die Kontrolleurin zur Frau gehen musste und nicht umgekehrt.
    Das gebietet der Anstand, dass die Frau mindestens nach dem Gebet auf die Kontrolleurin zugeht.
     
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    7 Dezember 2017
    #8
    Klingt nach bewusster Provokation.
     
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    7 Dezember 2017
    #9
    Wenn es kein langes Gebet* war hätte die Kontrolleurin doch erst die Tickets der Passagiere in der Nähe kontrollieren können, oder? So hätte sie keinen Zeitverlust und die Frau kann in Ruhe weiter beten.
    Wenn keine anderen Leute in der Nähe sind, kann der Zug auch nicht so voll sein, das sie die halbe Minute nicht hat.
    Ich finde man kann da beidseitig aufeinander zugehen.

    *Ich gehe hier von einem kurzen individuellen Gebet aus, das man als Betender auch ein bisschen abkürzen kann, wenn was ist, und nicht von irgendwelchen langatmigen Ritualen. Da könnte man als Kontrolleurin verständlicher Weise nicht anders als zu unterbrechen um nicht alles aufzuhalten.
     
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    #10
    Ich verstehe überhaupt nicht, was daran so schlimm sein soll, sein Gebet mal kurz zu unterbrechen, um wie alle anderen Fahrgäste auch, den Fahrschein vorzuzeigen.
    Ich finde so ein Verhalten absolut egoistisch, weil es der Kontrolleurin ihre Arbeit erschwert (Extrawurst!). Sowas mag der liebe Gott sicher nicht. Sollte man der betenden Frau mal sagen. Wenn sie ihre Haltung nicht ändert und auch in anderen (ernsteren) Lebenslagen so egoistisch und selbstbezogen agiert, wird das nix mit dem Seelenheil. Da kann sie beten so viel sie will.
     
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    7 Dezember 2017
    #11
    In einem vernünftigen Rahmen hätte die Kontrolleurin darauf Rücksicht nehmen können (z.B. erstmal andere Fahrgäste kontrollieren), aber über mehrere Minuten hinweg finde ich unangebracht.

    Jeder Mensch darf beten wo und wann er will - aber nicht zu Lasten anderer. Und dass jemand das Ticket sehen will, ist in öffentlichen Verkehrsmitteln ja durchaus etwas, womit man rechnen muss.
     
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    7 Dezember 2017
    #12
    Wenn es eine Muslimin gewesen sein sollte, kann ich übrigens auch sagen, dass die (gläubigen) Muslime, die ich kenne, dieses Verhalten ebenso kritisieren würden.
     
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    7 Dezember 2017
    #13
    Mir stößt dieses Zurschaustellen sauer auf. Da anniii ja mitbekommen hat, dass diese Frau betet, muss es ja deutlich gewesen sein, und das finde ich unangebracht in der Öffentlichkeit. Ja wir haben hier Religionsfreiheit, aber man muss nicht jedem seine Religion aufdrücken, genauso wenig wie man jemandem seine Sexualität oder Ernährungsgewohnheiten aufdrücken muss. Das hat für mich immer etwas von sich profilieren. Man will damit sagen: "Schaut her, was für ein gläubiger Christ/Muslim/Jude etc. ich bin!"
     
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    7 Dezember 2017
    #14
    Empfindest du es als aufdrücken, wenn sich jemand nicht zum Gebet versteckt? Als Christ z.B. faltet man dabei eben die Hände und senkt den Kopf. Das kann natürlich anderen auffallen, aber deshalb drückt man es ihnen doch nicht auf. Ist ja so als würde man einem Vegetarier vorwerfen das er in der Öffentlichkeit das Bockwurstbrötchen ablehnt.

    Und wie ich den Eingangspost verstanden habe war es eine Sache von ein paar Sekunden bis die Frau fertig war, sonst wäre die Kontrolleuren nicht mehr so nahe gewesen.
     
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    7 Dezember 2017
    #15
    Ja, muss ich schon sagen. Gerade in der Bahn sitzen viele Leute mit abgesenktem Kopf da, auch ohne zu beten. Da kann man das schon unauffällig machen. Und eben gerade dieses aufsehenerregende Ignorieren der Kontrolleurin ist für mich ein Zurschaustellen.
    Das Ablehnen eines Bockwürstbrötchens wäre hingegen für mich kein Profilieren, solange man nicht sagt: "Ich bin Vegetarier". Aber einen Vegetariere erkennt man ja auch nicht daran, dass er kein Fleisch ist, sondern daran, dass er es einem ständig unter die Nase reibt :zwinker: :tongue:
     
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    7 Dezember 2017
    #16
    Off-Topic:
    Fände ich jetzt aber auch völlig legitim. :zwinker:
     
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    7 Dezember 2017
    #17
    Was ist es aber für eine Religions"freiheit", wenn ich mich zu deren Ausübung verstecken soll? :grin:
     
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    7 Dezember 2017
    #18
    Ja, das war auch ein schlechtes Beispiel. Aber hingegen fände ich eben die "Erklärung": "Ich bin Christ" für etwas, das man nicht macht, unangebracht. Wenn jemand nach dem Warum fragt, kann man gerne antworten, aber es ist auch völlig legitim, kein Fleisch zu essen, ohne dass man sich rechtfertigen müsste.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 7 Dezember 2017 ---
    Es geht bei mir auch nicht ums Gesetz. Ich finde Selbstdarstellungsdrang einfach zum K***en :zwinker:
     
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    #19
    Warum?
     
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    7 Dezember 2017
    #20
    Absolut egoistisches Verhalten. Sie hat ihre Fahrkarte zu zeigen, so steht es im Beförderungsgesetz welches Sie akzeptiert hat. Eigentlich hätte ihr ein Bußgeld gehört für ihr saudämliches Verhalten. Sie kann daheim beten und muss diesen Blödsinn nicht zum Leidwesen anderer machen.
     
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