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  • rainbowgirl
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    2 November 2008
    #1

    Bewerbung mit katastrophalem Lebenslauf?

    Hallo liebe User!
    Ich frage für meinen Freund, dem ich gerade versuche, beim Bewerbungsschreiben zu helfen. Und zwar hat er nach dem Abi eine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen, wurde aber nicht übernommen und fühlte sich in dem Gewerbe auch nicht besonders wohl (Verkaufsdruck usw.). Also hat er das studiert, was ihn schon immer interessiert hat: Philosophie. War natürlich im Hinblick auf den Arbeitsmarkt eine super Entscheidung *Achtung Ironie*, vor allem, weil er letztendlich 10 Semester studiert hat, ohne das Studium abzuschließen. Er hat das Studium also abgebrochen (es war wirklich aussichtslos, er hatte noch nicht mal das Grundstudium fertig!) und danach erst mal in seinem Studentenjob in einer Nachhilfeagentur weitergemacht. Aber das kann er ja nicht ewig machen, und jetzt ist er schon 30 und steht ganz schön doof da. Er will sich jetzt doch wieder im Bankgewerbe (oder auch bei allem anderen, was auch nur ansatzweise kaufmännisch geprägt ist) bewerben, denn was anderes bleibt ihm ja kaum übrig. Nur: Wie "verschönert" man denn so einen Lebenslauf?
    1. Er ist Berufseinsteiger
    2. Er ist für einen Berufseinsteiger sehr alt
    3. Sein Studium hatte überhaupt nichts mit seinem Beruf zu tun (Bei BWL hätte man das ja noch irgendwie verständlich erklären können)
    4. Er kann aus seinem Studium NICHTS vorweisen, noch nicht mal einen Grundstudiumsabschluss

    Hat es überhaupt Sinn, sich so zu bewerben?? Ich meine, noch nicht mal mit 20 Jahren und 5 Jahren Berufserfahrung wird man heute noch eingestellt. :kopfschue Aber was kann er sonst machen? Vielleicht erst mal Weiterbildungen? Aber er wird ja auch nicht jünger...:ratlos:
     
  • b123
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    2 November 2008
    #2
    Eine andere Ausbildung machen? Wenn ihm das Bank-Gewerbe sowieso nicht liegt?
     
  • Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    2 November 2008
    #3
    Unter den Bedingungen? Gar nicht. Jede Art der "Verschönerung" ist bereits bekannt (zB alles was auf "Orientierung", "Bildungsreise" usw. hinausläuft. Damit kann man aber höchstens 1-2 Jahre kaschieren) und sollte man tatsächlich größer Auftischen (also richtig lügen) kann das teuer werden, da das ein handfester Kündigungsgrund ist.
     
  • LiebesLieber
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    2 November 2008
    #4
    Da hilft meiner Meinung nach nur ehrlich und gerade heraus.
    Alles andere wird krampfhaft geschönt wirken.

    Dennoch wird er es extrem schwer überhaupt zum Erstgespräch eingeladen zu werden. Im Gespräch selber wird es bestimmt einfacher. Denn wer Dich mit so einem Lebenslauf einlädt, hat ihn entweder nicht richtig gelesen oder hat echtes Interesse.
     
  • xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    2 November 2008
    #5
    Schade, dass er Philosophie nicht weitergemacht hat, das Fach wird unterschätzt, da hätte er bei den Banken doch schon ganz gehörig etwas anstellen können.

    Wie dem auch sei, ein zweites Studium kommt ebenfalls nicht in Frage?

    Hat er vllt irgendwelche Kontakte zur Arbeitswelt, die es ihm bei der Bewerbung leichter machen könnte, zu einem Gespräch eingeladen zu werden?

    Ansonsten plädiere ich auch auf Ehrlichkeit.
     
  • Samaire
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    2 November 2008
    #6
    Ein oder zwei Jahre Orientierungslosigkeit kann man im absoluten Notfall kaschieren oder irgendwie umschreiben (obwohl ich es immer lächerlich finde, wenn 25jährige ein "Sabbatical" brauchen...). Aber er hat ja plus/minus die letzten 10 Jahre mal alles schief angegangen, was man schief angehen kann. 5 Jahre verbocktes Studium kann er auch nicht einfach streichen.

    Also ist nix mehr mit kaschieren und es bleibt nur: ehrlich sein, bleiben und das Beste hoffen. Wenn er niemanden kennt, der ihn irgendwie irgendwo reinschleusen kann, dann sehe ich allerdings da jetzt für die nähere Zukunft nicht gerade die grössten Erfolgschancen, sorry. Da die einzige Alternative - der jetzige "Job" - aber ja nicht wirklich eine Alternative ist, würde ich es einfach versuchen, versuchen, versuchen. Zurücklehnen und nix tun dürfte garantiert nichts bringen, im Gegenteil, das macht es noch schlimmer...

    Ach und das mit dem "ich will nur Bank und sonst nix" sollte er sich imho bald aus dem Kopf schlagen. Er ist nicht unbedingt in einer Position, in der er gross wählen kann und ich würde mich an seiner Stelle auf alles bewerben, das halbwegs akzeptabel erscheint und auch alles annehmen, was ich kriegen kann. Ansonsten ist der Zug dann irgendwann wirklich endgültig abgefahren...

    Zu Weiterbildungen und einem weiteren Studium würde ich ebenfalls nicht raten. Wenn er in 10 Semestern nicht einmal das Grundstudium abschliesst, kann es mit der Motivation ja nicht so weit her sein. Und die dürfte jetzt auch nicht mehr grösser werden...
     
  • Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    2 November 2008
    #7
    Off-Topic:
    Lol. Ja genau..was "anstellen". So wies auf den Finanzmärkten aussieht sind dort sowieso ausschließlich Philosophen am Werkeln :grin:
    "In diesem Aktienkurs steckt sehr viel Phantasie"... Mehr gibts bei Volker Pispers.
     
  • xoxo
    Sophisticated Sexaholic
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    3 November 2008
    #8
    Off-Topic:
    Scheint sich wohl noch nicht bis in deine Grade herumgesprochen zu haben, das Philosophen diejenigen sind, die für hohe Stundenlöhne die Manager – derzeit noch besonders in den USA – durch teure Privatstunden unterrichten und das auch ganz stark in Deutschland im kommen ist. Philosophen sollen die Manager von ihrem materiellen hohen Ross wieder runterholen. Die Finanzkrise verschnellert diesen Prozess. Soviel zu Philosophen, der angeblich "brotlosen Kunst" und zu dem, was sie bei Banken bzw. deren Manager anstellen können.
     
  • User 56700
    User 56700 (37)
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    3 November 2008
    #9
    Verschönern wird schwierig weil es ja nicht nur 1-2 Jahre zu "kaschieren" gilt. Ich würde mir vorhab eine vernünftige Erklärung zurecht legen und die Berwerbung persönlich vorbeibringen. Am besten vorab telefonisch einen kurzen Termin mit der Personalabteilung ausmachen.
    So kann sich das Unternehmen einen ersten Eindruck verschaffen ohne dass gleich Lücken im Lebenslauf negativ auffallen.
    Eine Weiterbildung im Bankbereich wird wohl noch nicht möglich sein, da man z.B. für den Fachwirt eine gewisse Berufserfahrung benötigt.
     
  • User 39498
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    3 November 2008
    #10
    Off-Topic:
    Unter anderem auch ein Grund wieso man an der HfB/School of Finance Frankfurt Economics, Finance and Philosophy studiert bzw. Wirtschaftsphilosophie :smile:
     
  • Samaire
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    3 November 2008
    #11
    Off-Topic:
    No offense, Leute, aber der Anteil Philosophen in der Privatwirtschaft und insbesondere im Finanzwesen dürfte doch verschwindend gering sein - und verschwindend gering bleiben. Es ist eine Sache, mal im Laufe des Studiums von Philosophie (oder eher: Wirtschaftsethik) gehört zu haben und einen entsprechenden Kurs belegt zu haben - das war bei uns (BWL) auch so. Aber ernsthaft zu glauben, dass der Grossteil der studierten Philosophen in Zukunft schwuppdiwupp ne Stelle im Finanzwesen und verwandten Bereichen finden, ist doch, nun, ein ganz klein wenig naiv.

    Um gewisse Leute "vom hohen Ross runterzuholen", wie das so schön formuliert wird, dürfte es etwas mehr brauchen. Und wie soll das gehen, zukünftig wird pro Team von 10 arroganten Kundenberatern ein Philosophe angestellt, der ihnen erklärt, dass es noch mehr in der Welt gibt, als Geld? Hm. Nun denn...
     
  • LiebesLieber
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    nicht angegeben
    3 November 2008
    #12
    Ja der gute Mann von dem hier die Rede ist, hat aber eben nicht an dieser Hochschule studiert und brav in Regelstudienzeit sein Studium absolviert, sondern ist jetzt 30 und hat nix in der Tasche. Das fördert nicht unbedingt das Selbstvertrauen, welches man benötigt, um solche Trainings durchzuführen und einem gestandenen Manager die neuen Ethikregeln beizubringen. Davon abgesehen werden diese Art von Manager, die sich diesen Luxus leisten können, wohl eher auf gestandene und erfahrene Fachkräfte zurückgreifen wollen. Und da haperts auch.

    Also Bewerbungen im 10er Pack versenden und auf eine Einladung hoffen. Und dann sehr gut auf dieses Gespräch vorbereiten.
     
  • Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    3 November 2008
    #13

    Hm da stellt sich mir doch die Frage: Selbst teure Privatstunden geben, aber Manager dazu auffordern, selbst von ihrem materiellen Ross runterzukommen? Die dürften ja ungeheuer erfolgreich sein :grin: :grin: Sry, kann nicht mehr.
     
  • User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    3 November 2008
    #14
    Zurück zum eigentlichen Thema - inwiefern Philosophen mit Uniabschluss Chancen bei Banken und im Finanzwesen haben, könnt Ihr per PN weiterdiskutieren. Dem Freund der Threadstarterin hilft das derzeit kaum weiter.
    Weitere OT-Beiträge in dieser Sache werden gelöscht.
     
  • Henk2004
    Henk2004 (35)
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    vergeben und glücklich
    3 November 2008
    #15

    Soll er mal Vermögensberater werden oder AWD oder was weiß ich die suchen dauernd Leute. Und soviel anders als bei der Bank Kunden irgendwas aufzuquatschen ist das meines Wissens nach auch nicht.

    Ausbilden tun die ihn dann auch noch so wie die ihn haben wollen....
     
  • Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    3 November 2008
    #16
    Meine Meinung ist:

    Wenn er jetzt in den Beruf einsteigt mit "Nichts", waren die letzten 10 Jahre umsonst. Lügen kann er nicht, das würde auffallen und wäre aus den bereits von mir genannten Gründen sehr riskant.

    So wie ich das sehe, bleibt eh nur eine Chance übrig: Irgendwas abschließen. Und ich sage bewusst "irgendwas", weil der Typ scheinbar gar nicht weiß was er will (und das mit 30).

    Dass er net jünger wird, is ma scho klar. Aber alles war umsonst wenn ers jetzt bleiben lässt weil er Torschlusspanik kriegt. Ob 30 oder 35 is beim Berufseinstieg schon wurscht.
     
  • Samaire
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    3 November 2008
    #17
    Ui neeee, bloss nicht zum AWD! Das ist der sichere Killer eines jeden Lebenslaufs und das ist das einzige, von dem ich hier (und auch in jedem anderen Fall) wärmstens abraten würde. Dass die jeden Trottel (no offense) frisch ab Strasse rekrutieren, hat einen Grund - die sogenannte "Beratung", die nachher geliefert wird, ist nämlich komplett indiskutabel und unter jeglicher Sau und selbst der unerfahrenste Bankberater hat da noch mehr Ahnung...
     
  • rainbowgirl
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    nicht angegeben
    3 November 2008
    #18
    Das weiß er in der Tat nicht. *seufz* Bzw. ist sein Steckenpferd, also das, was ihn wirklich interessiert, die Philosophie - das Studium hat er aber überhaupt nicht hingekriegt, einfach weil er nichts zu Papier bringen kann (dafür kann er umso besser reden - aber damit macht man an der Uni eben keine Leistungsnachweise)
    Abgeschlossen hat er ja etwas - seine Bankausbildung. Er hat sich jetzt erst mal für einen Buchhalterkurs, sozusagen als Weiterbildung, entschieden. Denn wenn man sich die Stellenanzeigen für kaufmännische Berufe anguckt, dann werden, wenn überhaupt, Buchhalter gesucht. Hoffentlich hilft das ein wenig.
    Und bewerben tut er sich ja schon auf alle möglichen Stellen, aber er wird nicht zu Bewerbungsgesprächen eingeladen (kaum verwunderlich...).

    Da hat er tatsächlich auch schon dran gedacht, weil die ja wirklich jeden nehmen. Aber ein paar Berichte von ehemaligen Mitarbeitern (im Internet gefunden) haben ihn dann wieder davon abgebracht.
     
  • User 20976
    (be)sticht mit Gefühl
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    vergeben und glücklich
    3 November 2008
    #19
    Wie gut sind denn seine Bewerbungsanschreiben und sonstigen -unterlagen? Ist da noch was zu optimieren?

    Wie überzeugt ist er von sich, auf welche Art von Stellen hat er sich beworben, wie stellt er sich in seiner Bewerbung dar? Als gescheiterter Ex-Philosoph? Oder als jemand, der auch was KANN? Hat er sich auf ausgeschriebene Stellen beworben oder auch Initiativbewerbungen verfasst?

    Klar ist sein Lebenslauf alles andere als stringent, viele Personalchefs dürften da abwinken. Aber es ist nun mal so, wie es ist, nach seiner Bankausbildung hat er ein Neigungsstudium begonnen - um festzustellen, dass er es inhaltlich mag, aber eben nicht mit den akademischen Anforderungen zurechtkommt.

    Er möge sich darüber klar werden, was er KANN, was er WILL und wie er seine Ziele anstreben kann.

    Auch wenn er von dem derzeitgen Nachhilfenebenjob nicht leben kann, ist sicher, dass er in der Richtung nicht einen Vollzeitjob annehmen könnte?

    Er kann sich mal nach Lektüre für Studienabbrecher umschauen, also hinsichtlich Bewerbungscoaching à la "Studienabbruch - was nun?"

    Und außerdem kann er sich mal bei jova-nova.com herumgucken - viele Informationen in Sachen Bewerbungen, was man besser lässt etc.
     
  • Scheich Assis
    Verbringt hier viel Zeit
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    vergeben und glücklich
    4 November 2008
    #20
    Ich glaub nicht, dass Träumereien unter diesen Umständen noch Sinn haben. Er soll einsehen, dass er nicht alles machen kann, was er sich wünscht. Er soll lieber bei dem bleiben, was ihm liegt - um überhaupt jemals einen Job zu kriegen.
     

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