• Abavus
    Abavus (22)
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    23 Oktober 2018
    #1

    Gefühlschaos Beziehung beenden?

    Hallo liebes Forum,

    ich befinde mich derzeit in einer kniffligen Situation. Ich weiß nicht ob ich diese Beziehung beenden soll oder nicht. Ich bin mir ihr nun knapp 9 Monate zusammen, hatten hier und da mal ein paar Probleme, standen kurz vor einer Trennung, haben es aber irgendwie trotzdem geschafft.

    Zu mir: Ich bin 20 und es ist die erste Beziehung für mich. Stamme aus einem Haushalt in dem Nähe und Zuwendung sehr großer Bestandteil der Erziehung war. Meine Eltern sind geschieden, habe aber noch zu beiden Kontakt und wurde auch beim Thema "Beziehung und Liebe" gut erzogen. Ich bin manchmal etwas anhänglicher und vertrage auch mal ordentlich Nähe.

    Zu ihr: Sie ist 19 und auch für sie ist es die erste Beziehung. Über ihre Kindheit weiß ich nicht besondes viel, ihre Eltern leben aber immernoch glücklich zusammen. Sie ist eher der Typ Einzelgänger, braucht also auch mal mehr Zeit für sich, Nähe ist auch nicht so ihr Ding, sie mag es aber trotzdem und empfindet dies auch als schön. Sie war bei Männern und Jungs wohl nie wirklich beliebt und hat auch keine Komplimente bekommen, dass nannte sie mal als möglichen Grund für ihre Distanziertheit.

    Sie ist aber allgemein nicht so der romantische Typ, wir haben z.B keine Kosenamen o.ä.
    Sie sieht Beziehungen eher "freundschaftlich" um es mal so ein bisschen einzuordnen.

    Wir treffen uns in der Regel einmal die Woche, es liegen auch ein paar Kilometer zwischen uns somit ist ein spontanes Treffen eher die Ausnahme. Übernachtungen sind auch eher selten, gehen aber meist von mir aus. In letzter Zeit kam da aber auch mehr von ihr. Allgemein merke ich in letzter Zeit mehr Näheversuche von ihr.

    In den Wochen wo wir uns dann einmal sehen oder gar ich bei ihr übernachte bin ich auch glücklich.
    Im Allgemeinen könnte ich mir aber schon mehr Zeit mit ihr vorstellen..

    Dass merke ich besonders an Wochen wie dieser, womit ich auch zu meinen Gedanken komme.
    Wir haben uns jetzt letzten Samstag für circa 5 Stunden gesehen und diese Woche wird es wohl gar nichts mit einem Treffen. In diesen Tagen merke ich dann umso mehr dass ich gerne mehr Zeit mir ihr verbringen möchte. Ich weiß aber auch dass sie nunmal nicht mehr Zeit dafür aufbringen kann/möchte. Ich habe mit ihr darüber schon gesprochen. Übernachtungen sollen auch eher die Ausnahme bleiben.

    Sie hat bei diesen Sachen dann aber immer gesagt ich solle dies nicht persönlich nehmen, sie hat halt ein höheres Verlangen nach Zeit für sich.

    In der Zukunft planen wir zusammenzuziehen womit sich das Problem quasi in Luft auflösen würde, dennoch sitze ich hier in Wochen wie diesen wo ich sie dann in 14+ Tagen für 5 Stunden sehe und frage mich ob ich das Ganze so ertragen kann.

    Ich weiß aber nicht ob ich dies beenden sollte bzw dies überhaupt kann. Ich liebe sie, sehr sogar und manchmal wünschte ich mir ich würde mir diese Gedanken nicht machen, aber sie sind nunmal da.

    In den "normalen" Wochen gehts mir ja mehr oder weniger gut, wobei ich momentan dann auch sagen würde ich lebe diese 6 Tage dann so vor mich hin um den 7ten zu genießen.
    Bei den Treffen fühle ich mich sowieso blendent.

    In Wochen wie diesen haben ich dann ein bedrückendes Gefühl was mich die ganze Zeit begleitet, es ist nicht dass es mich lahmlegt, ich kann auch ohne meinen Partner funktionieren. Es ist eher so ein begleitendes "Noch X Tage, so lange bis du sie wiedersiehst, sie küssen kannst etc.".

    Manchmal wünsche ich mir ihre Coolness auf dem Gebiet, sie spürt sowas meist nur beim Reisen.

    Versteht mich nicht falsch bitte, ich weiß dass sie viel für mich übrig hat, ich weiß auch dass ihr die Zeit mit mir Spaß macht. Ich weiß dass sie mich liebt.

    Nur "quäle" ich mich in manchen Phasen echt durch die Tage bis ich dann wieder bei ihr bin.
     
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  • Sibelius
    Sibelius (62)
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    23 Oktober 2018
    #2
    Hallo!
    Da kann man schon einen Eindruck bekommen, wie es einem miteinander geht.
    Gut.
    Die Menschen sind verschieden. Für mich wäre das nichts. Meine Frau und ich sind am liebsten die ganze Zeit zusammen und wir geniessen das nach fast 10 Jahren immer noch. Für uns passt das.
    Das glaube ich weniger. Die Rahmenbedingungen verändern sich, aber eure unterschiedlichen Bedürfnisse nicht unbedingt. Vielleicht wirken sich die unterschiedlichen Bedürfnisse aber unter anderen Bedingungen weniger stark aus. Das kann wohl niemand seriös für euch vorhersagen.
    Schon klar, das heisst sie sieht die Ursache bei sich, und nicht bei dir. Aber, wie dem auch sei, es betrifft dich persönlich ganz unmittelbar.
    Das kann ich gut nach vollziehen. Es ist auch kein Widerspruch. Oft geht es nicht so sehr darum, wie gross die Liebe ist, sondern, ob sie lebbar ist. Ich habe mich auch schon getrennt, weil eine sehr tief empfundene Liebe nicht lebbar war. Im Nachhinein bin ich darüber sehr froh. Die Liebe ist geblieben.

    Empfehlung kann ich dir keine schreiben, weil jedes Leben und jeder Mensch anders ist. Darum schrieb ich nur Gedanken und Erfahrungen aus meinem Leben. Vielleicht helfen sie dir dabei, mit deinen Überlegungen ein Stück weiter zu kommen.

    Alles Gute!
     
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  • Blue_eye1980
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    23 Oktober 2018
    #3
    So wie es ausschaut habt ihr beide eine andere Sichtweise wie viel Nähe und Distanz jeder braucht.

    Du willst mehr, sie kann/will nicht mehr geben.

    Wie läuft das denn überhaupt bei euch ab?

    Was unternehmt ihr denn wenn ihr euch seht?

    Sagt sie dir auch, dass sie dich vermisst? Oder ist es ihr egal?

    Wie läuft denn euer Sex ab? Gibts den dann überhaupt?

    Ist es für sie eigentlich auch eine richtige Beziehung? Oder eher nur eine Freundschaftssache?

    Und willst du wirklich mir ihr zusammen ziehen?
     
  • Damian
    Doctor How
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    23 Oktober 2018
    #4
    Für mich klingt es ein bisschen so, als wenn sie selbst noch nicht so recht wüsste, was sie von einem Partner erwartet...vielleicht einfach nicht dich.

    Wenn man etwas / jemanden WIRKLICH nahe haben will, dann nimmt man dafür relativ viel in Kauf und arbeitet auch dafür. Wer seine Hauptenergie darauf verwendet, sich den jeweils anderen vom Hals zu halten, der will eben nicht, ist nicht bereit dafür oder will es eben nicht mit diesem speziellen Menschen.

    So oder so klingt das nicht nach einer optimalen Beziehungsgrundlage. Du hast (meiner Meinung nach zu Recht) das Gefühl, dass du am ausgestreckten Arm verhungerst...dafür seid ihr beide echt zu jung, um euch das noch ewig zu gebne.

    Auch, dass es in den ersten Monaten bereits mehrere Probleme gab und ihr schon kurz vor einer Trennung standet, ist kein gutes Zeichen. Gerade in dieser Zeit sollte man noch mider Wolke 7 durch die gegend fliegen...
     
  • Abavus
    Abavus (22)
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    23 Oktober 2018
    #5
    Sibelius Danke für deine Erfahrungen, die helfen wirklich weiter. Ich bin auf dem Gebiet ja auch noch relativ unerfahren.

    Blue_eye1980

    Die Treffen sind meist schon mit Nähe verbunden, also wir küssen uns, halten Händchen etc. WIr unternehmen verschiedenste Dinge, haben Hobbys gemeinsam. Wir lachen im allgemeinen sehr viel und es kommt bei den Treffen kaum bis gar nicht zu Streit. (Dieser kommt wenn überhaupt übers Handy zu stande)

    Das geht querbeet, mal gehen wir ins Stadion da wir beide sehr fußballbegeistert sind, Kinobesuche, einfach die Stadt entdecken, Essen gehen, Zuhause Filme/Serien/Fußball schauen, etc. Wir sind da sehr breit aufgestellt was Unternehmnungen angeht.

    Was man vielleicht noch anmerken muss, sie schlägt die meisten Dinge vor. Sucht also aktiv nach Zeit mit mir.

    Es ist schon vorgekommen. Jedoch ist es eher die Ausnahme. Einmal ist sie mit ihrer Seminargruppe nach Polen verreist, oder ein anderes mal war kurz nach ihrem Umzug in ein neues Umfeld.

    Ich habe aber über einen Umweg mitbekommen, dass sie mich auch häufiger vermisst, sie schreibt auch viel mit mir. Sie sagt mir das halt nur nicht.

    Also kann man sagen, dass im "normalen" Zustand sowas von ihr nicht kommt.

    Kurz und knapp: Hatten wir noch nicht. Sie sagt sie fühlt sich dazu noch nicht bereit.

    Aber im Allgemeinen, wenn sie an Sex denkt fühlt sie sich einfach unwohl. Es tut ihr dann aber auch weh es auf meine Frage hin zu verneinen, zumindest sagte sie mir das.

    Also sie redet von mir klar als ihren Partner, daran zweifle ich bisher nicht. Dafür sucht sie meines erachtens nach doch zu stark die Nähe zu mir. (Unbewusstes Anlehnen, Küssen, nach meiner Hand greifen, etc.)

    Ja, zu diesem Zeitpunkt möchte es wirklich. Klar habe ich meine Zweifel dass es daran vielleicht kaputt gehen könnte, die Neugier und der Wille dies umzusetzen ist aber größer.

    Damian

    Das sehe ich tatsächlich ein bisschen anders. Es ist ja nicht so dass sie Gründe sucht um mich zu meiden, im Gegenteil sie macht sogar die meisten Vorschläge für unsere Unternehmungen.

    Und was sie will hat sie mir in einem Gespräch schn gesagt: sie möchte in einer Beziehung sein in der sie sich zu nichts gedrängt fühlt, sich in einem für sie angenehmen Tempo entwickeln kann und Dinge wirklich nur dann macht, wenn beide dadurch glücklich werden.

    Die Probleme kamen teils aber auch durch schlechte Kommunikation und die sind wirklich bei uns beiden Vergangenheit. Es beeinflusst uns nicht mehr.

    Ich habe eher das Gefühl, dass sie gerne mehr geben würde es aber einfach nicht kann. (Das hat sie mir sogar einmal nach dem ich meine Bedenken geäußert habe gesagt)
     
  • Damian
    Doctor How
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    23 Oktober 2018
    #6
    Dann sieht das anders aus. Gerade wenn sie sich Mühe gibt und in Aussicht stellt, dass es durchaus mehr geben könnte.

    Dann solltet ihr wohl doch nochmals drüber reden, dass du mehr Nähe brauchst und wie man das vielleicht bewerkstelligen könnte...
     
  • Abavus
    Abavus (22)
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    23 Oktober 2018
    #7
    Damian

    Also ich glaube nicht dass sie das kann, ich spüre ja die Bemühung von ihrer Seite aus.

    Ich muss dazu noch erwähnen dass ich mir auch häufiger mal zu lange nachdenke. Ich frage mich häufig sowas wie "Soll ich sie jetzt in den Arm nehmen, oder will sie das jetzt nicht?" und das bei einigen Sachen Küssen z.B auch.

    Würde ich nicht so denken würde ich es wahrscheinlich auch häufiger machen und es würde dann auch bei nach und nach mehr werden, zumindest kann ich mir das gut vorstellen.

    Nur bin ich durch die beiden unterschiedlichen Nähebedürfnisse scheinbar ziemlich verunsichert, sonst würde ich ja so nicht denken. Ich will sie damit dann halt auch nicht nerven, denke ich mir dann.
     
  • User 115625
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    23 Oktober 2018
    #8
    1) Ihr Verhalten ist definitiv sehr weit ab der Norm. Über die Gründe kann man nur spekulieren, vielleicht wurde sie als Kind Opfer sexueller oder emotionaler Gewalt. Auf jeden Fall würde ich erstmal nicht davon ausgehen, dass sich da in absehbarer Zeit groß was ändert.

    2) Zusammenziehen bei dieser Ausgangssituation finde ich gewagt. Denn ihr kennt euch de facto ja kaum, übernachtet nichtmal regelmäßig beieinander. Der Schritt von da zu einem gemeinsamen Haushalt ist gewaltig, und Probleme ob der Unterschiede zwischen euch fast vorprogrammiert. Das solltet ihr vorher besser austesten. Fahrt z.B. zumindest mal zusammen 2 Wochen in den Urlaub.

    3) Ein derart unterschiedliches Nähebedürfnis macht es äußerst schwierig, langfristig eine glückliche Beziehung zu führen. Es wird definitiv zu Problemen kommen. Zumal ich davon ausgehen würde, dass bei ihr noch weitere ungesunde Persönlichkeitszüge schlummern, die zu Tage treten werden, ohne das wertend zu meinen. Die Dynamik (klassische Double-Bind-Situation) wirkt sich jetzt schon sehr ungesund auf dich aus, weshalb man davon ausgehen kann, dass du gleichzeitig anfällig bist für solche Sachen. Erwarte mehr davon in anderer Form, wenn ihr mehr Zeit miteinander verbringt. Könntest du auf Dauer damit umgehen? Ich glaube nicht.

    Mit Blick auf dein Wohlbefinden würde ich dir aus obigen Erwägungen deshalb davon abraten, dich da weiter zu involvieren.

    Vielleicht könnt ihr eure Beziehung etwas offener umdefinieren, mit weniger Verbindlichkeit und der Möglichkeit für dich, in andere Richtungen zu orientieren und dich von den schädlichen Dynamiken frei zu machen? Nach dem Motto: "Ihr könnt ja Freunde mit Vorzügen bleiben." Und dann halt sehen, wohin das führt. Nochmal ein konstruktives Gespräch über die Situation suchen, ist aber sicher angezeigt.
     
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  • Abavus
    Abavus (22)
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    24 Oktober 2018
    #9
    Ali Mente

    Ich habe mich gerade mal ein bisschen über dieses Double-Bind belesen und empfinde nicht, dass sie mir unterschwellige Botschaften macht.

    Im Gegenteil sie spricht ja auch was sie mag, was sie nicht mag.
    Nur bei dem romantischen ist sie, ich sag jetzt mal schüchtern, aber das bin ich ja auch. (Thema in den Arm nehmen, Küssen)

    Zum Thema zusammenziehen: Auf welcher Ebene meinst du dass jetzt mit dem kennen? Wir hatten schon einen Kurzurlaub und hatten auch schon tiefsinnige Gespräche. Sie hat mir einiges von ihrer Vergangenheit erzählt, was sie nun wirklich nur ihren engsten erzählt.
     
  • wild_rose
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    24 Oktober 2018
    #10
    Das ist aber alles kein Alltag miteinander.
    Es gibt viele Sachen die bekommt man nur mit, wenn man sich oft und lange genug sieht. Oder sie nerven einen in kleinen Tagesdosen kaum, werden aber nach ein paar Tagen am Stück fast unaushaltbar.

    Ihr seid erst seit 9 Monaten zusammen und trefft euch mit ein bisschen Glück ein mal die Woche, wenn man davon ausgeht, dass die Wochen oben Treffen und die mit Übernachtungen sich ungefähr ausgleichen ist man bei ca. 36 Treffen, wenn man sich den Spaß macht, da noch die von dir angegebenen 5 Stunden einzurechnen ist man bei 7,5 Tagen die ihr euch gesehen habt.

    Wenn einer von euch jetzt mies drauf ist, dann trifft man sich halt nicht oder einen Tag später.
    Das geht dann nicht mehr, du wirst permanent alle Launen mitbekommen und andersrum auch nichts abfedern können.

    Zusammenziehen ist kein Schritt, für den Verliebtheit reicht. Dafür muss noch sehr viel mehr zusammen passen, dessen solltest du dir bewusst sein.
    Ihr hattet noch gar nicht die Chance, mal auszutesten, ob es denn passt.

    Off-Topic:
    Ich bin mit meinem Freund nach ungefähr der selben Beziehungsdauer zusammen gezogen, allerdings haben wir uns davor wesentlich mehr und länger gesehen. Teilweise habe ich davor schon eine Ferienwoche komplett bei ihm verbracht.
    Trotzdem hab es am Anfang erstmal eine Phase, in der man sich aufeinander einstellen musste, weil man viel eben erst im Alltag mitbekommt.
     
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  • User 115625
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    nicht angegeben
    24 Oktober 2018
    #11
    Unterschwelligkeit ist nicht das Kriterium. So eine Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass du dich in einem paradoxen, also unauflösbaren, Widerspruch befindest UND der Situation nicht entfliehen kannst, weil du dich in einer Abhängigkeit befindest. Eine Lose-Lose-Situation der du nicht entkommen kannst, und in der du auf jeden Fall leidest. Plakatives Beispiel: "Wasch mich, aber mach mich nicht nass!"

    Genau das haben wir hier.

    Ihre Botschaften:
    1. Ich will und brauche Kontakt mit dir.
    2. Ich brauche Zeit für mich, du darfst mich nicht bedrängen.

    Entscheidend ist weiterhin, dass dir die derzeitige und für sie akzeptable Quantität des Kontakts nicht genügt, und du unter der Situation leidest.

    Tust du nichts, haben wir also zu viel Distanz und du leidest. Gehst du mehr auf sie zu fühlt sie sich bedrängt, distanziert sich, und du leidest. Die Beziehung beenden (=Situation verlassen) kannst du auch nicht, weil du Gefühle für sie hast und dann darunter leidest. Du hast also eine Fülle von Optionen, aber was du also auch tust, du leidest unter der Situation und kannst dem "Leid" nicht entkommen. Dazu hast du keine Kontrolle bzw. Einflussmöglichkeit, da die Kontrolle und Deutungshoheit über die Situation bei ihr liegt, denn sie bestimmt, wieviel Kontakt OK ist. Das ist aus deiner Perspektive ein Double-Bind (wenn auch noch nicht einer der schlimmsten Sorte, denn nur eine Verhaltensweise wird hier aktiv von ihr "sanktioniert", während dein "Leid" bei der anderen Möglichkeit intrinsischer Natur ist).

    Um so etwas aufzulösen, muss ich die Abhängigkeit beenden. Dann kann ich die Situation nämlich einfach verlassen. Das ist zwar meist auch mit temporärem "Leiden" verbunden, aber wenn ich in der Situation bleibe, leide ich "ewig" weiter. Insofern hast du da eben eigentlich nur die Möglichkeit, die Beziehung zu beenden, oder eben wie von mir vorgeschlagen auf eine unverbindlichere Ebene zu bringen, in der du dir die fehlende "Nähe" bei einer anderen Frau holen kannst und jederzeit gehen kannst. Alternativ kannst du dich mit derart wenig Kontakt arrangieren und glücklich werden, was aber nicht funktioniert, denn wenn du das könntest, hättest du es schon getan und das Problem wäre keins.

    Dazu muss man anmerken: Schluss machen wegen zu wenig Kontakt oder ein "Ich kann das nicht, lass uns keine Beziehung mehr führen sondern einfach ab und an eine schöne Zeit zusammen verbringen, ohne Verbindlichkeit" wäre wiederum für sie Double-Bind, wenn sie aufgrund von starken Gefühlen eben eigentlich eine (verbindliche) Beziehung mit dir will, aber mehr Nähe tatsächlich nicht KANN.

    Du siehst: Ohne das jemand irgendwie unter der Situation leidet, geht es nicht. Bisher leidest du eben allein.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 24 Oktober 2018 ---
    Das hat wild_rose gut zusammengefasst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24 Oktober 2018
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    24 Oktober 2018
    #12
    Habt ihr eigentlich auch Sex? Wenn ja, wie häufig bzw. als wie erfüllend siehst du euer Sexleben?
     
  • User 115625
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    #13
     
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    24 Oktober 2018
    #14
    Ali Mente wild_rose

    Mh, das sind natürlich interessante Ansätze.

    Mit der Zeit zusammen: es sind in der Regel schon mehr als 5 Stunden. Meist verbringen wir den Tag komplett miteinander. Wir haben ja auch schon einen Kurzurlaub zusammen vebracht, wir wollen nächstes Jahr nach Ägypten für 1-2 Wochen.

    Jetzt frage ich mich wie das einzuordnen ist. Das Zusammenziehen sei mal dahin gestellt, ich zweifle da an manchen Tagen auch dran ob es so das Wahre ist.

    Sie stellt ja schon Sachen an um mich zu sehen, in letzter Zeit auch mehr Nähe.

    Interessant war ein Satz den sie mal im Zusammenhang mit dem Zusammenziehen gesagt hat: "Vielleicht öffne ich mich dann mehr".

    Oder bei einem Gespräch sagte sie mal: "Manchmal frage ich mich warum du mit mir zusammen bist, ich bin so anstrengend..".

    Sie scheint ja auch selber zu merken, dass es da "klemmt".

    EDIT: Das mit dem Kurzurlaub habe ich ja schon erwähnt. Mein Fehler!
     
  • User 122781
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    24 Oktober 2018
    #15
    was waren denn die gründe für die fast-trennung?
    und sehe ich es richtig, dass zwischen euch also praktisch gar nix sexuelles läuft (küssen kann man nun ja auch so und so gestalten...)?
     
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  • User 164664
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    24 Oktober 2018
    #16
    Ups, sorry. :grin:

    Also ans Zusammenziehen zu denken, ohne dass ein regelmäßiges Sexleben stattfindet, ne, davon halte ich ehrlich gesagt nichts. :smile: Ich kann es auch nachvollziehen, dass es hierfür ursächliche Themen geben könnte, die es ihr schwermachen, intim zu werden. Wenn jedoch von ihrer Seite auch nicht die Bereitschaft vorhanden sind, das aktiv anzusprechen, kann es auch nicht vorangehen.
     
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  • LAX
    LAX
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    25 Oktober 2018
    #17
    Hi Abavus,

    ich bin hier eher der Typ einfach ausprobieren, handeln. Zusammenziehen und ins kalte Wasser springen. Nicht alles ewig hin und her aufrechnen und durchdenken. Man findet überall etwas, wenn man nur explizit danach sucht. Theorie ist gut aber das Praktische ist besser. Jeder muss seine Erfahrungen machen im Leben.

    Ich finde, ob wirklich etwas richtig zusammen harmoniert, kann man erst im Alltag erkennen. Sie ist der selbständige Typ , o. k. Kann aber trotzdem so sein, dass sie sich anpasst bzw. ihr euch aufeinander einspielt. Dass du dich anpassen kannst, davon geh ich mal schon aus.

    Also ich sehe eher euer junges Alter ohne sexuelle Erfahrungen da als evt. Problem, weil in der Zeit findet man sich erst und probiert noch viel aus. Dennoch ist nichts richtig Verwerfliches daran sich Zeit zu lassen aufeinander zuzugehen, auch in sexueller Hinsicht. Besser wäre aber hier schon mehr ausprobieren.

    Aber wenn es nicht ein Weltuntergang für einen von euch zwei bedeutet wieder auszuziehen, wenn es eben nicht klappt, würde ich dazu tendieren auszutesten. Risiko eingehen. Es kann sich viel verändern. Jedenfalls wird mehr Nähe da sein :smile:. Und Erfahrungen müsst ihr beide sammeln in die Richtung.

    Nur ob eure Liebe dann ein Leben lang hält, kann keiner sagen oder voraussehen. Doch das ist ja immer so. Es gibt keine Garantie im Leben, für nix.

    LG
    LAX
     
  • Abavus
    Abavus (22)
    Ist noch neu hier Themenstarter
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    25 Oktober 2018
    #18
    MissBukowski Größtenteils Missverständnisse waren der Grund für die Fast-Trennung, sie dachte sie muss mir 24 Stunden komplett verschlungen um den Hals hängen, um es mal verspitzt auszudrücken. Nachdem das dann aufgelöst war, war die Trennung für beide Seiten kein Thema mehr.

    Sexuelles kann man ja so oder so definieren, ich empfinde manche Momente schon als sehr intim und merke auch dass da etwas ist was sie mit andern nicht hat.

    Natürlich muss für mich Sex irgendwann ein Thema werden und ich werde es auch weiter ansprechen, aber ich gebe ihr gerne die Zeit. Mir ist egal wann ich mein erstes Mal habe, das Setting muss passen.

    Starla Ich finde ein Sexleben ist jetzt nicht zwingend fürs Zusammenziehen, ich persönlich denke es kann uns beiden enorm helfen. Sie wird immer mehr merken, dass sie sich vor mir nicht verstecken brauch und ich bekomme meine Nähe.

    Ich denke auch dass da irgendwas ist was es ihr schwer macht, sie ist teilweise auch sehr unzufrieden mit sich. Ich denke mal die Selbstzweifel beeinflussen das auch.
    Eine Therapie habe ich ihr mal vorgeschlagen und auch dass ich sie unterstützen würde. Das wollte sie aber zu dem Zeitpunkt nicht.

    LAX Ich empfinde das ähnlich, ich kann hier noch Stunden philosiphieren, herausfinden werde ich es erst wenn ich es mache. Klar kann ich die Bedenken verstehen, die sind ja auch nicht unbegründet.

    Ich würde auch gerne mehr ausprobieren, nur fühlt sie sich ja nicht bereit. Drängen will ich sie auch nicht und sollte es mir irgendwann zu blöd werden kann ich ja gehen, es ist ja keine verpflichtende Sache.

    @all ---Kurze Zwischenerklärung: Nähe bedeutet für mich nicht unbedingt sie an mir dran zu haben, es reicht mir häufig schon mit ihr zu reden, sie zu sehen, sie einfach mit mir in einem Raum zu haben. Ich brauche tatsächlich auch nicht viel.---

    Ich spüre im Allgemeinen ein unheimlich großes Potential in ihr und dadurch auch in uns. Ich denke sie kann noch einiges mehr, na klar muss da mehr von ihr kommen.

    Ich merke in den letzten Wochen aber zum Beispiel eine klare Entwicklung, als würde sie sicherer werden, ich natürlich dann auch. Nur kann ich natürlich auch nur so viel machen wie sie zulässt.

    Ich werde wohl demnächst mal ein zweites Gespräch zum Thema Sex suchen, vielleicht ein bisschen mehr ergründen was genau da schlummert.
     
  • User 116134
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    nicht angegeben
    25 Oktober 2018
    #19
    Mein Bauchgefühl sagt mir hier eher, dass sie vor dem Zusammenziehen einen Rückzieher machen wird. Aber mal abwarten. Vielleicht braucht sie wirklich sehr viel Zeit um sich zu öffnen und langsam wird es.
     
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  • Abavus
    Abavus (22)
    Ist noch neu hier Themenstarter
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    25 Oktober 2018
    #20
    reed Tatsächlich ist sie die treibende Kraft dabei. :what:
     

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