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Ausgangsbeschränkungen jetzt lockern/abschaffen?

  1. Ja, alles wieder aufmachen, ich will raus!

  2. Erst wenn wir sicher sind (Impfstoff,...)

  3. Schulen und Kitas öffnen, der Rest später

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  • User 158340
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    28 März 2020
    #1
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  • User 22359
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    28 März 2020
    #2
    Eine Woche ist wieder rum, also kümmere ich mich mal wieder um den Wochenrückblick mit der zugehörigen Zahlenanalyse. Letzte Woche (Coronavirus II) hab ich geschrieben "ich fürchte sie wird eine sehr sehr traurige und schockierende [Woche] werden." und zumidnest von den Zahlen her ist es eingetreten, auch wenn viele von uns wohl schon ziemlich abgestumpft sind. In Deutschland haben sich die Zahlen der Todesfälle in Verbindung mit Covid19 seit letztem Samstag ver-12-facht, die Infektionsfälle etwas mehr als verdreifacht. Wir sind uns alle bewusst, dass die Zahlen generell eine untere Schranke sind, und teils mehr über die Testsysteme der einzelnen Länder als über die Entwicklung der Krankheit aussagen. Dennoch helfen sie vieles einzuordnen. Vor zwei Wochen war Italien unser Sorgenkind, in der letzten Woche Spanien und nun sind es die USA. Wie die beiden anderen Länder haben die USA den Ausbruch vollkommen verschlafen und anstatt Bergamo oder Madrid, so schlimm die Situation dort jeweils ist, wird man wohl in der kommenden Woche auf New York schauen. Um das zu verstehen schauen wir mal auf die linearen Plots mit den Fällen. In den USA gibt es einen Anstieg den wir bisher kaum gesehen haben in irgendeinem Land auf der Welt, dass liegt vor allem an dem Testaufwand in New York, aber halt auch, dass durch die flächendeckende Untertestung der USA es sehr sehr viele Cluster über das Land verteilt gibt (New Orleans ist die andere Katastrophe die sich dort anbahnt).
    infections.png

    Bei den Todesfällen scheint es so langsam die Erklärung zu geben, warum Deutschland so wenig zu vermelden hatte. Deutschland liegt in etwa 1 Woche zurück gegenüber Frankreich und weiterhin 18 Tage hinter Italien. Diese Zahlen sind erstaunlich konstant über die Zeit, so kann man nur schlimmes fürchten für die Zukunft in Deutschland.
    death.png

    Über mögliche Entwicklungen (mit all den Einschränkungen die bei sowas gelten), schauen wir uns wie in den letzten Wochen einmal die semi-logarithmischen Plots an. Deutschland folgt in d er Kurvencharakteristik Italien recht genau, es scheint also, das die Massnahmen langsam anfangen zu wirken, wohlgemerkt damit schneller als in Italien zuvor, was aber wohl an der höheren Testrate festzumachen ist. Während es in vielen Europäischen Ländern ein abschwächen gibt, ist die USA noch voll im 33% day-on-day Anstieg. Spanien, dass sehr sehr lange Chinas Zahlen fast genau gefolgt ist, hat sich Anfang der Woche von dieser Kurve gelöst. Ja China hatte damals ein paar Tage später die eigenen Zahlen korrigieren müssen (die Umstellung auf klinisches Bild reicht um als Infiziert zu gelten), aber Spanien scheint auch nach der Korrektur China zu überholen und weit langsamer abzufallen.
    infections_log.png

    Beim Blick auf die zeitlich-normalisierten Todesfälle im semi-log-plot. Italien fällt bei den Todesfällen nun deutlich ab. Ja es gibt dort Zweifel ob alle korrekt identifiziert werden, aber es scheint zumindest, dass dort die Todeszahlen nun den Infektionszahlen folgen, wenn auch arg verspätet (etwa 2 Wochen). Die USA nehmen auch hier fahrt auf, die überkritischen Meldungen sind meist aber bei denen durch regelmässige Meldeverzögerungen zu erklären. Immerhin schauen die Zahlen nun nicht mehr so geschummelt aus. In Spanien kann man hoffen, dass man von der Gerade abweicht und langsam etwas Kontrolle in den Zahlen bekommt, ähnlich wie Italien es im laufe der Woche geschafft hat. UK folgt nun Frankreich (dort ist es ja London was ausser Kontrolle geraten ist) und Deutschland liegt recht deutlich auf der 33%-geraden. Sollte sich dort keine Abmilderung einstellen wird die Todeszahl bis nächste Woche am vierstelligen Bereich kratzen. Die 100 Tote-Marke wurde in Deutschland ja recht ruhig wahrgenommen, ob das dann auch noch so der Fall ist wird man sehen.
    death_log.png

    Sorry das ich diese Woche keinen neuen Plot/neue Statistik hab, leider hab ich derzeit auch Arbeitstechnisch recht viel zu tun.
     
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    28 März 2020
    #3
    Es ist ja nicht so als würde man die woanders nicht auch finden.
     
  • User 146280
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    28 März 2020
    #4
    Danke wie immer für das Aufbereiten der Zahlen.
     
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    28 März 2020
    #5
    Ich bin mathematisch ja sehr, sehr schwach, aber:

    Ein "Abflachen der Kurve" in Deutschland ist das doch nicht, wenn man auf die offiziellen Zahlen blickt, oder?
     
  • Dark84
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    28 März 2020
    #6
    So schlimm das alles ist. Wir arbeiten ja alle daran, die Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Home Office, wer es kann. Selbstisolation etc. Wir dürfen aber nicht in nationale Lethargie verfallen. Und wir haben ein ganz anderes Verständnis zur Medizin.

    Off-Topic:
    Die Spanische Grippe wütete viel stärker - mitunter, weil das medizinische Verständnis noch nicht so ausgereift war. Man schätzt 50.000.000 Tote im Zeitraum vom Januar 1918 bis Dezember 1920. Das bedeutete durchschnittlich pro Tag ca. 45.000 Tote.
     
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    28 März 2020
    #7
    Das ist derzeit ganz eng. Bei den Infektionszahklen macht der Knick der dort existiert als das Meldechaos beim RKI um sich griff der Signifikanz sicherlich einen Strich durch die Rechnung. Man hält es derzeit recht konstant, und das ist ein erster Schritt. Ok, der Vergleich zu Italien ist da eventuell nicht ganz fair, aber schauen wir mal was die Woche bringt, mich würde es nicht überraschen, wenn nach dem Wochenendchaos der Meldedaten wir ab Mittwoch oder Donnerstag deutlicher sehen ob sich da was abflacht oder nicht.
     
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    28 März 2020
    #8
    Also, einfach gesprochen: STATISTISCH flacht die Kurve bisher NICHT ab. Meldechaos ist hier natürlich "suboptimal".
     
  • User 137391
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    28 März 2020
    #9
    hat hier jemand wirklich gedacht, dass es vor dem 20.4. eine lockerung gibt? :ratlos:

    diese meldung jetzt ist wenig überraschend..
     
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    28 März 2020
    #10
    Ich rechne auch eher damit, dass die Maßnahmen noch verschärft werden.
     
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    28 März 2020
    #11
    Wieso? Die Leute halten sich doch scheinbar dran?
     
  • Funksoulbrother
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    28 März 2020
    #12
    Die "Social distancing"-Maßnahmen sind natürlich lethargiefördernd. Meine Therapeutin nannte sie "Depressionsmotoren". Das ist ein wirkliches, psychologisch sehr ernstzunehmendes Problem.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 28 März 2020 ---
    Falls die Kurve nicht im gewünschten Maß abflacht, sehe ich da schon noch Steigerungsmöglichkeiten.
     
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    28 März 2020
    #13
    efeu ich denke nicht, dass die Politik/Medien/Öffentlichkeit aushalten werden nix zu tun, falls dir Todeszahlen erst mal so weitersteigen.
     
  • User 137391
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    28 März 2020
    #14
    wenn es noch schöneres wetter wird... befüchte ich dass sich eben nicht alle daran halten..
    ich sehe hier auch nicht, dass es alle verstanden haben.. im supermarkt rückte mir an der kasse eine frau so auf die pelle beim zahlen / einpacken, dass erst ich etwas gesagt habe, dann der typ vom sicherheitsdienst :kopfwand:
    sie war total genervt.. und deutlich über 60.. soviel dazu :ninja:
     
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    28 März 2020
    #15
    Das reicht bei weitem nicht! Da zählen noch andere Punkte. Zumal ich überzeugt bin das es nochmal zu richtigen Problemen kommen wird, nach der Lockerung oder gar aufhebung
     
  • User 68775
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    28 März 2020
    #16
    Ich auch, aber nur mehr absurde, an die sich dann viele nur mehr bedingt halten werden... das ist ein sehr schmaler Grad zwischen "hilfreich und sinnvoll" und "totalitärer Hysterie weil ich es kann!"
    Bei letzterem züchtet man sich viele viele Probleme mit dazu.
     
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    28 März 2020
    #17
    Hier in Sachsen scheinen manche offiziellen Stellen im Moment alles daran zu legen, die Akzeptanz der beschlossenen Maßnahmen abzubauen.
    Zunächst war das Land blöd genug in die Notverordnung reinzuschreiben, daß man sich in der Freizeit im "wohnortnahen Umfeld" draußen aufhalten dürfe, ohne dies näher zu definieren. Das führt nun dazu, daß niemand sagen kann, wo man sein darf und wo nicht. Es gibt lediglich einige schwammige Aussagen einiger Regierungsmitglieder.
    In dieser Woche kam dann die Leipziger Polizei auf die Idee, einfach mal einen 5-km-Radius als noch zulässig zu definieren und dementsprechende Kontrollen durchzuführen, bevor sie kurz danach zurückrudern musste, weil es für die fünf Kilometer einfach keinerlei gesetzliche Grundlage gab.
    Jetzt am Wochenende werden rund um Dresden Parkplätze gesperrt, von denen aus man Waldspaziergänge starten könnte, auf daß alle Dresdener sich in den innerstädtischen Parks und auf den Elbwiesen ballen.

    Ich find' die Maßnahmen zur Eindämmung und Verlangsamung der Ausbreitung des Viruses ja gut und richtig. Ich frage mich nur, wo der Sinn liegt, alle quasi in ihren Heimatorten einzusperren. Glauben die Behörden denn ernsthaft, daß die Menschen sich, kaum daß sie im Wald und außer Sicht eventueller Obrigkeiten sind, sofort zusammenballen und in einer langen Polonaise durch den Wald marschieren?
     
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  • User 146280
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    28 März 2020
    #18
    Die arme Frau Merkel kann sich ja nun leider auch nicht hinsetzen und jedem Ministerpräsidenten/Innen-/Gesundheitsminister die Grundlagen von Mathe und Zeitkonstanten erklären.
     
  • User 122533
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    28 März 2020
    #19
    Hmm, okay, da gucke ich wohl zu sehr durch meine "Ich sitze in Bayern seit zwei Wochen im Homeoffice, treffe niemanden außer beim Einkaufen und ziehe nur sinnvolle Maßnahmen in Betracht"-Brille.
     
  • Funksoulbrother
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    28 März 2020
    #20
    Gerade die Menschen mit "Macher"-Mentalität werden in den "Macher"-Reflex verfallen und an der Schraube drehen wollen, die die Maßnahmen verschärfen. Über 50.000 Infizierte? 338 Tote? Da kriegen "die Leute" einen Rappel. Ich übrigens auch, wenn ich die Zahlen mit denen von vor 7 Tagen vergleiche. Da kostet es Kraft, besonnen zu sein. Da gärt doch der Gedanke: "Verdammte Scheiße, das geht so nicht weiter, da muss jetzt was passieren!" Und Menschen mit Entscheidungsgewalt werden dann wahrscheinlich aktiv entscheiden, uns durch Isolationsmaßnahmen noch passiver zu machen.
     

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