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    Öfters im Forum
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    nicht angegeben
    26 September 2019
    #1

    Das beste Leben, das nicht zu mir passt

    Hallo zusammen,

    jetzt muss ich mich auch einmal mit einem Thread an euch wenden, denn ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich mein Leben in Zukunft organisieren soll und brauche hier ein paar Tipps. Das Forum habe ich als ehrlich und hilfsbereit kennen gelernt, nun denn... los gehts.

    Ein klein wenig zur Vorgeschichte: Ich war von Herbst 2013 bis Herbst 2016 Single. Die Beziehung davor war ziemlich mental auslaugend, und die Frau hatte einige sehr unschöne Dinge getan, an denen ich zu knabbern hatte - ich war also erst einmal wieder gerne alleine.

    In der Single-Zeit hatte ich einige Dates, und auch einige Beziehungen hätten sich angebahnt. Ich habe die Anbahnung dann aber immer beendet, weil ich jedes Mal aufs neue das Gefühl hatte, das was nicht passt. Im Nachhinein hab ich mich dann aber oft geärgert, dass ich mich da zurückgezogen habe.

    2016 dann habe ich eine Frau online kennen gerlent. Sie hatte schon ein kleines Kind (1.5 Jahre), der Kindsvater lebte aber im Ausland und wollte keinen Kontakt mehr. Wir haben uns bei einem Date getroffen, und ich hatte wieder dieses "meh"-Gefühl wie bei den anderen Dates. Da ich aber mich immer schon nach einer Familie gesehent habe und auch das Kind supersüß war und gleich mit mir angebandelt hat, habe ich mich diesmal bewusst nicht zurückgezogen.

    Die Frau (nennen wir sie G, damit es nicht so distanziert klingt) hat mir irgendwan geschrieben, dass sie sich in mich verschaut hatte. Und auch wenn ich immer noch so ein "hm"-Gefühl hatte, dachte ich dass ich endlich aus meiner Komfortzone raus muss um das zu erreichen, was ich mir immer gewünscht habe. Zumal G wirklich anständig, gutaussehend, schlau und selbständig ist.

    Allerdings hatte sie mir bei der Anbahnung der Beziehung schon einige Rahmenlinien abgesteckt, die ihr im Leben sehr wichtig waren. Man muss dazu sagen dass sie durch einen Schicksalsschlag viel verloren hatte davor (materiell gesehen, außerdem war sie noch Studentin zu der Zeit) und eine Zukunft für sich und ihr Kind aufbauen wollte.

    - Sie wollte irgendwann ganz weit aufs Land ziehen
    - Sie wollte viele Tiere haben
    - Keinesfalls wollte sie in eine Stadt gehen, auch keine Kleinstadt
    - Urlaub, Reisen und Müßiggang sind nicht ihr Ding

    Das sind alles Punkte, die sie mir von vorne herein offen kommuniziert hat, und ich war immer noch so auf meiner "Geh raus aus der Komfortzone, das wird schon"-Schiene, dass ich alles jetzt nicht kategorisch verneint habe. Obwohl ich durchaus meine eigenen Vorstellungen und Wünsche habe. So habe ich z.B. von meinen Eltern schon mein Elternhaus (Kleinstadtlage, großes Grundstück) überschrieben bekommen, und hatte immer davon geträumt irgendwann dort alt zu werden. Ich liebe Reisen und mag es auch mal ruhig.

    Nun gut, ich habe halt versucht mich mit allen Punkten zu arrangieren, und wir sind zusammengekommen. G war sehr glücklich, und ich war es auch wieder eine Beziehung zu haben. Sie und das Kind kamen auch bei meinen Eltern gut an. Allerdings haben sich schnell ungute Gefühle eingeschlichen bei mir.

    - Wir passen beim Thema Wohnen und Leben wenig zusammen
    - Sie hat fast keine Lust auf Sex, bei mir ist hier viel vorhanden (Wobei ich da vollstes Verständnis habe mit Kind und Studium, da stecke ich gerne zurück - trotzdem ist halt ein Teil des Lebens nicht ausgefüllt)
    - Sie mag keine Nähe, keine Zärtlichkeiten und zeigt ihre Liebe vielmehr über materielle Geschenke und Aufmerksamkeiten.

    Außerdem ist der Ort, an dem sie zur Miete wohnte (und ich jetzt auch) sehr weit weg von meinem sozialen Umfeld und meiner Familie. Ihre Mutter, mit der ich mich gut verstehe, ist hier in der Nähe.

    Letztendlich habe ich nach etwa einem halben Jahr gemerkt dass es nicht passt und habe mich drauf vorbereitet, die Beziehung zu beenden (sie hatte nichts davon bemerkt). Allerdings passierte dann was Klischeehaftes - es kam ein Kind dazwischen. Trotz Verhütung - das berühmte Restrisiko (Kommentar des Frauenarztes: "Was machen Sie denn für Sachen?"). Das ist eine ganz andere Verantwortung, also habe ich die Pläne verworfen und bin zu dem Zeitpunkt zu ihr gezogen.

    Immer wieder kamen wir an den Punkten, die nicht kompatibel sind, aneinander (außer das mit dem Sex, das hab ich ihr nie vorgehalten oder zum Vorwurf gemacht). Ich fühlte (und fühle) mich in dem Haus nicht wohl. Allerdings hat G anders reagiert, als man das erwarten würde. Sie hat immer sofort versucht, alles so zu machen, wie ich es wollte, wurde dabei aber selbst unzufriedener, weil sie auch gerne mal so leben würde wie sie sich das vorstellt und sie ja von Anfang an alles klar kommuniziert hat wie sie gerne Leben möchte und ich schließlich ja gesagt habe.

    Also habe ich begonnen, bei vielen Punkten die ihr wichtig sind, und die bei mir nicht sofort das Gefühl von Enge und Atemlosigkeit hervorrufen, nichts mehr zu sagen.

    Schließlich kam mein leibliches Kind zur Welt, und ich habe das erste Mal im Leben überhaupt krass intensiv echte Liebe empfunden. Das Stiefkind habe ich natürlich auch lieb, aber ich merke einen deutlichen Unterschied in meiner inneren Gefühlswelt den beiden Gegenüber.

    So geht das jetzt einige Jahre - alles in allem sehr holprig, wie alles gelaufen ist. Letztendlich stehe ich jetzt hier und hab die folgende Situation:

    - Ich habe eine Frau, die eigentlich nicht zu mir passt, die aber alles tut sobald ich nur irgendwas anmerke was mich unglücklich macht (was ich nicht mehr mache seitdem ich gesehen hab seit sie das selbst unglücklich macht) und die mit mir und der Situation jetzt sehr glücklich ist.
    - Es gibt ein Stiefkind welches mich als Vater sieht und welches ich ins Herz geschlossen hab (ich behandele es wie mein eigenes Kind)
    - Es gibt ein leibliches Kind das ich über alles liebe
    - Ich lebe in einem Haus das mir nicht gefällt und in dem ich mich unwohl fühle
    - Ich lebe mit für mich zu vielen Tieren, auch wenn ich sie mag
    - Ich lebe zu weit weg von meinem sozialen Umfeld

    Kurz gesagt, ich habe weitgehend das Leben, das ich mir immer gewünscht habe, bin von tollen Menschen umgeben, aber mir wird das Leben so schwer dass ich nicht weiß, wie ich es den Rest meines Lebens tragen soll. Mir geht immer mehr die Kraft aus, ich bin teilweise so überwältigt traurig oder auch wütend (ich kompensier das dann immer mit langen Spaziergängen mit dem Hund), mir gefällt es hier nicht aber ich will meine Frau nicht enttäuschen, denn die hat alles so gut gemacht, wie man es nur machen kann.

    Auch ist meine Frau durchaus meine beste Freundin, wir können so viel lachen und haben auch viel schöne Stunden miteinander, auch wenn sie, wie sie halt ist, immer sehr distanziert wirkt.

    Wir hatten immer wieder über die Punkte gesprochen, und sie versucht mir entgegenzukommen, aber ich sage ihr halt auch nie, dass mir dieses Leben so grundsätzlich nicht passt - das hätte ich doch 2016 machen müssen. Und wenn ich das getan hätte, wäre keine Beziehung zustande gekommen.

    Erschrocken bin ich, als mich letztens auf der Autobahn ein LKW übersehen hatte und fast in die Leitplanke geschoben hätte - ich konnte noch bremsen und ausweichen, alles gut, aber ganz leise kam ein "och Schade"-Gedanke in meinen Kopf, der mich ehrlich gesagt ziemlich erschüttert hat.

    Wenn ich nur wüsste wie ich versuchen kann zu reden ohne dass ich meinen Lieben weh tu. Die sind doch jetzt alle so glücklich.
     
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  • Wunderblume13
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    in einer Beziehung
    26 September 2019
    #2
    Kannst du bitte mal schreiben:

    a) Für was du in deiner Beziehung/Leben dankbar bist
    b) Was du dir konkret wünschen würdest/ Wie hättest du es gerne?

    Vielleicht auch um selbst einen Überblick zu bekommen :smile:
     
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  • User 173891
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    nicht angegeben
    26 September 2019
    #3
    Wenn du sagen willst, wie es dir wirklich geht, wirst du ihnen zwangsläufig wehtun (müssen).

    Aber ich glaube nicht, dass eure Kompromiss-Beziehung ein leben lang funktionieren kann, merkst du ja selbst schon. Auch eure Kids werden früher oder später merken, dass etwas nicht stimmt, spätestens wenn du so unglücklich bist, dass du anfängst dich häufig mit deiner Frau / Freundin zu streiten.

    Der einzige Tipp den ich dir geben kann ist, red mit ihr. Erklär ihr die Situation und deine Gefühle, eventuell lässt sie sich vielleicht zu einem Umzug in die Nähe euer beider Familien / Freunde überzeugen, bspw. in die Mitte der Distanzen. Dass sie jetzt noch ein Tier abgibt halte ich für unwahrscheinlich, würde ich persönlich auch nicht, aber du solltest ihr schon sagen, dass es für dich zu viele sind, du keine weiteren oder erstmal auch keine neuen (falls eines verstirbt) mehr möchtest. Du musst ihr klar sagen, wo deine Grenzen sind, damit ihr beide ein Lösung findet die für euch in Ordnung ist.

    Dennoch glaube ich, dass es für dich auf Dauer so nicht mehr geht und wenn ihr beide keine Lösung findet mit der ihr beide glücklich seit, bleibt wohl nur das Ende der Beziehung.
    Lieber spät, als ein ganzes Leben unglücklich. Früher oder später würde sie sicher auch unglücklich werden auf Ewig kannst du dein eigenes Unglück nämlich auch nicht verstecken.
     
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  • Schweinebacke
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    26 September 2019
    #4
    Also ich sehe das größte Problem bei euch ehrlich gesagt darin, dass eigentlich nur du Kompromisse gemacht hast und machst, während deine Frau im Prinzip 100% ihr Ding durchzieht. Und richtig schlimm wird es für dich dadurch, dass ihr da auch nicht wirklich gescheit drüber reden könnt. Klar, sie kommt dir ein bisschen entgegen, wenn du mal unzufrieden wirkst, aber ernsthaft konstruktiv ist dass alles doch nicht.

    Hast du überhaupt wirklich mal ausgetestet, in wie weit deine Frau vielleicht auch zu Kompromissen bereit wäre? Wirkt auf den ersten Blick auf mich nämlich nicht so, als würde sie da unbedingt komplett abblocken, sondern ihr redet als ersten Schritt schon mal überhaupt nicht darüber.
     
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  • daniela17
    daniela17 (25)
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    in einer Beziehung
    26 September 2019
    #5
    Du schreibst "Die sind doch jetzt alle so glücklich". Das ist ja ganz toll aber du bist es nicht. Du hast aber auch ein Recht darauf. Du kannst nicht dein Leben damit verbringen es allen anderen recht zu machen während du immer weiter unglücklicher wirst. Auf Dauer bringt das auch eurem Familienleben nichts, denn irgendwann kommt alles raus.

    Ich rate dir deshalb (wenn du deine Frau liebst): Sprich mit ihr Klartext. Versucht Kompromisse zu finden. Klar wird sie erstmal enttäuscht, wütend und traurig sein aber in einer Beziehung bzw in einer Familie ist Kommunikation das A und O. Und womöglich ist sie ja bereit auch etwas aufzugeben. Das wirst du aber nicht wissen wenn du nicht mit ihr darüber sprichst.
     
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  • User 170269
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    vergeben und glücklich
    26 September 2019
    #6
    Ich kann da LittleRedShy nur zustimmen!
    Versucht einen Kompromiss zu finden bzgl. Wohnlage.
    Vielleicht könnte sie sich ja mittlerweile ein Leben in dem Haus in der Kleinstadt vorstellen. Vor allem da ja auch ein großes Grundstück dabei ist und es auch finanziell gut für euch wäre, da es ja ohnehin schon dir gehört.Ihr könnt es ja zumindest versuchen und ansonsten eben wieder umziehen, immer noch besser als grundsätlich unglücklich zu sein.
    Ich könnte mir nicht vorstellen wo zu leben wo ich mich unwohl und unglücklich fühle.
    Versucht doch euch in der Mitte zu treffen.. Klar sie hat dir gesagt was dich erwartet und du hättest es ihr damals schon sagen sollen, aber naja du hast es ja versucht und jetzt einfach dein Leben so zu leben wär doch schwachsinnig. Du gehst einen Kompromiss mit Tieren und Sexleben ein und sie mit dem Haus?
    Was das Sexleben angeht würde ich ebenfalls das Gespräch suchen..
     
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  • User 106548
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    26 September 2019
    #7
    Sorry, aber ich sehe das etwas anders als die User über mir: Du hast 2016 so richtig Scheiße gebaut und traust Dich jetzt seit Jahren nicht, diesen Fehler zu korrigieren. Du verarschst Deine Freundin und ihrem Sohn (und letztlich Deinen auch) fortlaufend, jeden Tag, jede Minute. Du spielst ihnen eine heile Welt vor, die gar nicht existiert.
    Du nimmst Deiner Freundin jeden Tag die Chance, sich das Leben aufzubauen, das sie sich wünscht. Für sich und ihr Kind. Und Recht wahrscheinlich auch mit einem Mann an ihrer Seite, der ihre Träume teilt.
    Sie verbiegt sich jetzt schon, damit Du bei ihr bleibst, Du aber spielst ihr ein Schmierentheater vor und bist gedanklich nur damit beschäftigt, wie Du da geschmeidig weg kommst.

    Findest Du das fair? Möchtest Du mit einer Frau zusammen leben, die Dich nicht liebt, die nichts von dem möchte, was Du magst, die nur im Kopf hat, von Dir weg zu kommen?

    Ich denke, Du solltest schleunigst reinen Tisch machen. Natürlich wirst Du allen Dreien sehr sehr weh tun, aber das lässt sich jetzt nicht mehr vermeiden. Aber dieser Zustand, der jetzt herrscht, wird mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit irgendwann in einem richtigen Drama enden. Also versuche es jetzt wenigstens noch einigermaßen geordnet zu beenden.
     
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  • Schweinebacke
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    26 September 2019
    #8
    Das finde ich ehrlich gesagt zu hart. Ja, da sind Fehler passiert, er hat sich auf viel zu viele Kompromisse eingelassen und jetzt ist es, gerade auch mit dem gemeinsamem Kind einer gewisser "Lock In", aus dem man sich echt nur noch schwer rausmanövrieren kann.
    Aber so echt unüberbrückbare Hindernisse sehe ich da nicht. Ich sehe eher eine inzwischen total verkorkste Kommunikation der beiden, die sich leider über die Jahre so festzementiert hat.
    Ist eine Trennung möglich, wenn mal Klartext gesprochen wird? Sicher. Ist sie nötig? Das würde ich nicht sagen.

    Keine Ahnung, in wieweit da überhaupt noch ein Wiedereinstieg in eine Kommunikation auf Augenhöhe möglich ist, aber vielleicht wäre auch externer Input in Form einer Paartherapie etc. hier hilfreich.
     
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  • User 173891
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    26 September 2019
    #9
    Ich sehe das ehrlich gesagt auch nicht als verarsche an, wenn man sich erstmal nicht 100% sicher ist ob einem etwas gefällt oder nicht. So war es meiner Meinung nach in diesem Fall. Er wollte es probieren, war aber halt nichts für ihn. Klar ist das in der Situation ziemlich ungünstig, aber ich persönlich finde das es so besser war, als gleich Vorneweg nein zu sagen.
    Verarsche ist für mich definitiv was anderes.

    Und die Probleme sind m.M.n. auch nicht so gravierend, dass man nicht Lösungen finden könnte, wenn beide daran arbeiten / kommunizieren, kann sich da schon was finden.
     
  • User 174241
    Öfters im Forum Themenstarter
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    26 September 2019
    #10
    Hoffentlich krieg ich den Multi-Quote hin, ist eine neue Foren-Software für mich.

    a) Für die Zeit, die sie mit mir verbringt, für die wunderbaren Kinder und für die neuen Erfahrungen - da ist ja auch viel gutes dabei
    b) Weniger Stress. Weniger Druck. Weniger noch-mehr. Mehr Nähe zu anderen Menschen, die mir wichtig sind.

    Aus verschiedenen Gründen geht ein Umzug aktuell nicht. Aber auch hier ist es so - wir hatten mal darüber gesprochen, und sie hatte das auch angeboten, dass wir künftig halt was Näher zu meiner alten Heimat suchen. Das war es, was ich gemeint habe, dass sie mir wirklich auch entgegen kommt wenn ich ein Problem äußere.

    Der Fehler an sich liegt schon auch bei mir, dass ich im Kopf auch sehe dass alles toll ist, dass sie mir entgegen kommt, aber ich bin einfach nicht innerlich glücklich, und das macht mich fertig, weil ich keinen Grund hab unglücklich zu sein.

    Jaein. Momentan ist das Leben mehr auf das eingerichtet, was sie führen möchte - aber ich bin in dieses Leben dazu gekommen und kann jetzt nicht verlangen, dass sie Dinge ändert, die sie nicht ändern kann, vor allen Dingen da ich ihr ja auch noch zugestimmt habe.

    Da gab's ja letztens einen Thread über jemand der sich beschwert hat dass die Frau mit zwei Kindern nicht oft genug Lust auf Sex hat. Ich käme mir tatsächlich schäbig vor, wenn ich ihr da jetzt ein schlechtes Gewissen einreden würde.

    Das ist eine klare Ansage, aber ich kann der nicht widersprechen. Ich merk seit Mitte 2017 dass ich das korrigieren muss, und ich versuch immer, mich so anzupassen dass es für meine Frau und die Kinder passt, aber innerlich sperrt sich alles in mir das so zu akzeptieren. Ich seh's jetzt nicht so verwerflich an wie es in deinem Beitrag klingt dass ich ja versuche der bestmögliche Mann / Vater zu sein den sie verdient haben.

    Ich weiß halt nicht warum das nicht funktioniert. Es ist genau so ein Leben wie ich es mir früher immer gewünscht habe, und jetzt wo ich drin bin kann ich mich nicht damit arrangieren - und wie du schon sagst, da sind andere Menschen die sind davon betroffen dass ich versuche Dinge passend zu machen, bei denen ich nicht weiß wie ich sie passend machen würde.

    Ja und nein. Ich will nicht gedanklich weg kommen. Ich will mich weder von dieser wunderbaren Frau trennen noch die Familie aufgeben. Aber tatsächlich teile ich die Wünsche und Träume meiner Frau nicht ganz und mach sie mit, um sie Glücklich zu machen.

    Kann man es lernen, bei den Wünschen des Partners mitzugehen? Mein Vater war in einer ähnlichen Situation und man hat zeitlebens gemerkt dass er nie ganz glüklich war. Der war immer am glücklichsten wenn er alleine irgendwo weg war. Ich möchte halt grad nicht so werden.

    Ich denke dass man tatsächlich um ein Gespräch nicht rumkommt. Aber nachdem wir auch viele Gemeinsamkeiten haben, gibt es ja vielleicht einen Weg wie wir unserer beider Träume irgendwie ermöglichen und einen gemeinsamen Weg finden.

    Aber ganz klar ist, dass das Scheiße ist. Ich hab ihr immer gesagt dass ich mitgeh bei dem was sie macht, und jetzt sag ich "du wir müssen reden, ich komm in das Leben nicht so rein" - das ist jetzt natürlich blöd wo sie ein Kind mit mir teilt, das ist ja fast wie eine Erpressung. "Du vor drei Jahren hab ich nicht sagen können was ich will, jetzt sag ichs dir und irgendwie bist du ja fast gezwungen mitzugehen". Das Gefühl will ich ihr nicht geben.
     
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  • User 106548
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    26 September 2019
    #11
    Natürlich unter der Prämisse, das wir alle nur aufgrund eines Beitrages interpretieren können:

    Schweinebacke : ich sehe zwei Menschen, die in ganz grundlegenden Dingen völlig verschiedene Meinungen und Wünsche haben. Da ist absolut nichts kompatibel in meinem Augen. Und der TS hat nur einen Wunsch: weg, weg, weg. Ich wüsste nicht, wo da eine Basis für eine Annäherung ist.

    LittleRedShy : s.o., ich sehe die Differenzen als sehr gravierend. Wo siehst Du denn Annäherungsmöglichjeiten? Und würdest Du Dich nicht komplett verarscht fühlen, wenn Dein Freund nach 3 Jahren und einem gemeinsamen Kind ankommt und sagt "Ich liebe Dich nicht, ich habe Dich noch nie geliebt, ich hasse unser Leben und will nie so leben wie Du und ich will nur weg und raus aus diesem Leben. Und das schon die ganze Zeit, ich bin mir noch hier, weil Du ungewollt schwanger geworden bist.". Echt, dann würdest Du sagen "OK, dann lass uns mal reden"?

    Nachtrag: ich lasse es mal stehen, hätte ich aber nach dem zweiten Beitrag des TS deutlich milder geschrieben.
     
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  • User 167777
    Verbringt hier viel Zeit
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    26 September 2019
    #12
    Da hat sich eine gewisse "Eigendynamik" entwickelt würde ich sagen.

    Ich bin (vollkommen freiwillig) in einer gar nicht sooo unähnlichen Situation. Wir haben auch von Anfang an den Rahmen klar festgesteckt (dachte ich, ich habe es zumindest getan und bin auf keinen Widerstand gestoßen).

    Wir sind vor ungefähr 10 Wochen in sein Haus zusammengezogen. Und ich bin zurzeit mit diversen Dingen hochnotunglücklich. Das ein oder andere habe ich schlicht unterschätzt, wie z.B. die Zeit. Wir waren vorher praktisch 24/7 zusammen, jetzt sehen wir uns wenn gut läuft zum Abendessen. Ist mir gerade einfach zu wenig, zumal er auch oft am Wochenende nicht da ist. Den Teil, den wir dann haben, liebe ich sehr. Es ist schön, wenn wir dann abends zu dritt am Tisch sitzen und ich in zwei glückliche Gesichter sehe, wir zusammen lachen und ein bisschen vom Tag erzählen.

    Auch mein Problem, dass ich das nicht selbst geprüft habe: Der Öpnv. Er gab mir den Stand von vor 15 Jahren wider, ohne den als solchen zu deklarieren, Fakt ist aber, dass ein Öpnv hier praktisch nicht existiert. Stundenlang fährt nix, ab 14 uhr fährt nix, am Wochenende fährt nix. Kotzt mich tierisch an, zumal es eben meine Beruflichen Möglichkeiten nicht nur einschränkt, sondern vollkommen abtötet.

    Mich stört auch mehr als gedacht, dass im Haus vieles alt und/oder defekt ist.

    ABER: so leid es mir auch getan hat (was ich verbal so geäußert habe), es muss nunmal für beide funktionieren. Ich habe zum Ausdruck gebracht, dass die Situation mir gerade überhaupt nicht schmeckt. Dass es mir auch sehr leid tut, ich aber auch bereits den Gedanken hatte, meine sieben Sachen wieder einzupacken und einen Abflug zu machen. Ich persönlich könnte das nie so lange einfach laufen lassen. Ich kriege jetzt schon die Krise und dann muss man eben darüber sprechen. Es ist auch nicht unbedingt eine Schande, wenn man aufgrund von Unerfahrenheit Dinge unterschätzt, oder meinetwegen auch das eigene Anpassungsvermögen überschätzt hat. Das sollte aber dann zur Sprache kommen.

    Mir tat es genauso leid, wie meinem Partner, ihm zu sagen, dass mir gerade scheinbar alles nicht ausreicht und wir uns überlegen müssen, ob Lösungen gefunden werden können oder es sinnvoller ist, zu sagen, dass es eben bis hier her schön war, die Entscheidung aber eine falsche.

    Unzufriedenheit gibt es im Leben oft genug geschenkt, die muss man sich nicht noch selbst heranzüchten.
     
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    Armorika (39)
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    26 September 2019
    #13
    Yeah, ich stehe mal wieder diplomatisch in der Mitte :grin:

    Ich finde, Mark11 hat schon recht damit, dass der TS nicht nur sich selbst, sondern auch mindestens der Frau die Möglichkeit vorenthält, eine wirklich liebevolle Beziehung zu führen. Denn von Liebe ist irgendwie nirgends die Rede und auch wenn es wehtut- ich würde sowas immer wissen wollen, allein der Gedanke, dass mein Partner nur bei mir ist, weil es praktisch/bequem/halt so gekommen ist, wäre mir unerträglich.

    Verarsche aka (böse) Absicht sehe ich da aber nicht.
    Ich habe mich auch schon aus den falschen Motiven in eine Beziehung hineinlaviert, hinterher ist man immer schlauer.
    Aber zu dem Zeitpunkt, wo man eine Entscheidung trifft, tut man das nun wirklich selten in dem Wissen, dass das Murks ist.

    Ich halte andere Fragen da auch für viel wichtiger.
    Wie sieht es emotional aus? Könnte crawlerX überhaupt mit dieser Frau glücklich werden?
    Was wäre, wenn sich Kompromisse fänden für die praktischen Umstände?
    Würde das reichen?
    Oder wäre das ein fauler Kompromiss, weil es eigentlich darum geht, dass es auf der Paarebene nicht stimmt, nicht die Gefühle da sind, die er sich für eine Partnerschaft wünscht?
     
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  • Wunderblume13
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    26 September 2019
    #14
    Was für Stress und Druck? Den, den du dir selber machst mit deinen Gedanken? Sorry falls ich nicht so ganz durchblicke :zwinker:
    Und was brauchst du ganz konkret? Mehr Sex, mehr Nähe? Mehr Kontakt zu Freunden.
    Du wirst mit ihr reden müssen wenn du was verändern willst :smile:
     
  • User 173891
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    26 September 2019
    #15
    Also von "ich habe dich nie geliebt und bin nur wegen des Kindes geblieben" habe ich ehrlich gesagt nichts gelesen.
    Da er sie ja mag sehe ich da durchaus die Möglichkeit einen Kompromiss zu finden.

    Wie der dann allerdings aussehen kann, weiß ich natürlich nicht.

    Mal angenommen es wäre so gewesen wie du geschrieben hast, es wäre 3 jahre lang keine Liebe da gewesen, würde ich natürlich nicht sagen "komm lass uns reden" da käme ich mir natürlich verarscht vor. Aber in seinem Fall seh ich das eben nicht so.
     
  • User 106548
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    26 September 2019
    #16
    crawlerX : auch wenn ich Dich recht hart angegangen bin und dies auch U.U. nochmal irgendwann tue: ich habe echt Respekt davor, wie ehrlich und auch selbstkritisch Du denkst und hier schreibst!

    Armorika hat das ja auch schon gefragt, LittleRedShy und ich interpretieren Deine bisherigen Aussagen deutlich unterschiedlich. Daher frage ich auch noch einmal explizit: liebst Du sie? Möchtest Du mit dieser Frau auch zusammen sein, wenn es keine Kinder gäbe?
     
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    26 September 2019
    #17
    Ich hoffe mal, dass ich auf alle Fragen jetzt gut passend antworten kann :smile:
    Mark11: Ich mag deutliche Worte und ich find es auch gut wenn meine Aussagen hinterfragt werden. Ich mein dafür stellt man ja so eine heikle Frage in einem Forum, dass man verschiedene Eindrücke bekommt.

    Meine Gefühlswelt verstehe ich leider selbst noch nicht ganz, ich versuche es mal etwas auszuformulieren. Darum hab ich mich auch erstmal hier ans Forum gewendet und nicht gleich noch mit ihr geredet, um einige Punkte vielleicht klarer zu sehen.

    Bei mir gibt es allgemein grundsätzlich wenig "verliebt sein" am Anfang einer Beziehung, weil mich so eine Veränderung, egal wie ich den Menschen mag, erstmal mehr stresst und belastet. Neue Situationen sind für mich immer unglaublich anstrengend, und im ersten Moment hab ich bei vielen Dingen erstmal eine Fluchttendenz - weiß aber mittlerweile, dass ich das überwinden muss.

    Was fühle ich für meine Frau? Ich bin unglaublich gern in ihrer Nähe, freue mich wenn ich ihr einen Wunsch erfüllen kann, wenn ich sie lachen sehe, und bin glücklich darüber dass sie mich ernst nimmt und immer für mich da ist. Ich hatte noch nie das Gefühl sie nicht sehen zu wollen, und bin froh wenn sie da ist. Getrübt werden die Gefühle (im Sinne von etwas wehmütig sein) durch ihre Distanz und ihr Unwohlsein was körperliche (nicht nur sexuelle) Nähe betrifft.

    Was wäre, wenn keine Kinder da sind? Ich habe jetzt zehn Mal verschiedene Sätze angefangen und wieder gelöscht - ich weiß es nicht.

    Kann jetzt aber auch sein dass mir die Antwort so schwer fällt weil ich emotional so ausgelaugt bin momentan - sorry wenn ich hier die Antwort vorerst schuldig bleibe.

    Wunderblume13: Ich habe mein Leben in den letzten drei Jahren komplett verändert, ich bin aus einer modernen Single-Wohnung in der Stadt in ein altes Bauernhaus gezogen, das quasi schon vollständig eingerichtet war. Ein paar Ecken hab ich bekommen und ein Mansardenzimmer (Wir schlafen nicht zusammen in einem Bett weil ich so früh aufstehen muss und das für die Kinder nicht gut war, die im Nachbarzimmer mit offener Tür schlafen, das kleinere Kind hat in einem Kinderbett im Schlafzimmer der Mutter geschlafen), aber insgesamt ist das Haus sowohl von der Organisation her als auch vom Stil überhaupt nicht mein Fall - aber da kann ich drüber weg, vor allen Dingen haben wir für dieses "Problem" für die Zukunft eine Lösung gefunden.

    Meine Frau kam dieses Jahr auf die Idee, einen großen Gemüsegarten zu wollen. Klar, da hab ich ihr geholfen die Erde aus der 30 km entfernten Kompostanlage zu holen (12 Hänger voll) und die Beete aufzufüllen.

    Außerdem wollte sie wieder Hühner, das sind jetzt 22 an der Zahl. Das Ausmisten und drum kümmern ist schon massiv aufwändig. Es gibt noch drei Katzen und ein bis zwei Hunde.

    Sie möchte zudem, dass ihre Mutter nah oder ganz zu uns zieht.

    Wir haben die nächste Stadt wie gesagt ca. 30 km entfernt, und unser Leben besteht eigentlich aus organisieren, rumfahren, Dinge tun, und irgendwann ins Bett fallen. Wobei sie schon darauf achtet, dass ich Abends auch mal ein, zwei Stunden zum Entspannen hab, die sie hat wenn sie unter Tags mal mit den Kids schläft. Wobei meine Frau ein Duracellhäschen ist, die ist nicht kleinzukriegen von der Energie her. Ich schon, ich komm kaum nach mit den ganzen neuen Sachen, und kaum hab ich mich etwas eingerichtet, kommt wieder was neues.
    Auch am Wochenende gibt's eigentlich fast immer was zu tun am Haus und so.

    Damit hab ich auch grundsätzlich kein Problem, und ich helfe wo ich kann, aber es ist halt alles nicht das, wo ich mit Leib und Seele dahinterstehe (aber dahinterstehen sollte... aber ich kriegs in meinen Kopf und meine Seele nicht rein), deswegen ist für mich alles so auslaugend.

    Meistens ist es so dass sie am Abend was für sich tut (Fotoalben machen, Kompott einkochen - das macht sie gern, Kuchen backen), und ich was für mich. Sie will halt arbeiten bis es ins Bett geht und macht das auch gerne und mit Leidenschaft.

    Mir wärs halt lieb gewesen wenn nicht noch ein Projekt kommt, und dann noch eins, und dann noch eins... Oder wenn es mal ruhige Tage gegeben hätte, oder mehr Gemeinsamkeiten. Mal zu viert im Kinderzimmer spielen. Aber sobald ich mit den Kindern spiele sieht sie das als Chance dass sie jetzt freie Zeit hat eines ihrer Projekte in Haus und Garten anzugehen.

    Ich hätte mal versucht ihr das zu sagen, aber da meint sie, dass ich nicht verpflichtet bin mitzuhelfen (also neutral, nicht beleidigt gesagt) - und die Freiheit habe ich auch. Aber ich kann doch die Mutter zweier Kinder, die den ganzen Tag mit Studium und Kindern verbringt während ich Arbeite am Abend nicht alleine ihr Gemüsebeet zusammenzimmern lassen? Da muss ich schon dazu helfen.

    Als die Beziehung begann dachte ich halt "hey, das schaffst du, das macht dir sicher Spaß, komm probiere es, mach mit ihr mit, das erweitert deinen Horizont!", jetzt find ich es einfach nur auslaugend und bin ständig müde.

    Ich hoffe das kommt jetzt nicht alles doof rüber, Rückfragen oder unklarheiten beantworte ich gerne.
     
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    26 September 2019
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    Weshalb musst du da helfen? Wenn sie es gerne macht, sie darin Entspannung findet, es nicht von dir verlangt oder erwartet, warum hast du das Gefühl mithelfen zu müssen? Sehe es doch als ihr Hobby, ihre Wahl die freie Zeit zu verbringen. Du hast genauso die Wahl, wie du deine freie Zeit verbringen willst.
    Natürlich ist es schön, wenn man dann auch noch gemeinsam etwas macht, aber das kann ja etwas sein, dass ihr beide gerne macht.
     
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    26 September 2019
    #19
    Ich wollte dazu was sagen...
    Ja, meines Erachtens kann man das. Bis zu einem gewissen Grad und nur, wenn die Liebe zum Partner die restlichen Wünsche überwiegt UND wenn es aber auch noch einen wichtigen Eigenanteil an Wünschen/Lebensstil etc. gibt, den man mitnehmen kann.

    Ich habe für meinen Mann einen großen Traum aufgegeben. Und ich bin bereit dazu und freue mich mittlerweile darauf, ein Haus zu kaufen, was ebenfalls nie mein Traum war. Mein Mann ist sehr sesshaft, regional sehr verwurzelt, ich bin da sehr viel "freier".
    Aber: Zum Beispiel hat er angefangen, unsere Urlaube mit auf "meine" Art zu leben und daran Gefallen zu finden. Ich habe gesagt, dass, wenn wir ein Haus kaufen, es mir wichtig ist, dass wir einen Wohnwagen kaufen und damit in Urlaub fahren können. Das trägt er mit.
    Das meine ich mit "Eigenanteil".

    Und der fehlt mir bei dir irgendwie, wenn ich das so lese. Du lebst da mit auf dem Bauernhof, du machst alles mögliche mit, akzeptierst klaglos. Ich glaube, dass ihr da intensiver drüber reden müsst. Und dass DU dir klarwerden musst, was für dich eigentlich hinsichtlich Lebensstil wichtig wäre. Denn ich finde, so wie du dich liest... ja, du liebst sie schon. Würde sich was an den Rahmenbedingungen ändern, dann könntet ihr es richtig gut zusammen haben. Ich finde, ihr könnt auch an Kompromissen arbeiten.
    Mein Mann würde oft den ganzen Tag im Haus hocken. Ist mir häufig wurscht, aber wenn ich mal will, dass er mit spazieren geht oder auf ein Fest oder whatever, dann rafft er sich auch auf. Das gehört für mich zu einer Beziehung dazu.

    Ich würde ihr sagen, wie sehr es dich auslaugt. Und dass du Kompromisse finden willst, eine Lösung, mit der ihr BEIDE glücklich werdet. Ich glaube schon, dass ihr sowas finden könnt.
     
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    27 September 2019
    #20
    Ja, aber sie hatte bewusst mal erwähnt dass sie sich freut wenn ihr Partner bei Ihren Leidenschaften dabei ist und sie unterstützt. Natürlich macht sie das alleine - manchmal geht's auch nicht anders, wenn ich z.B. für mein Nebengewerbe was machen muss.

    Das stimmt, ich habe die Dinge immer mitgemacht und angesehen. Bisher habe ich immer im Leben oft Dinge zu Schätzen gelernt, nachdem ich sie eine Weile gemacht habe. Diesmal ist es nicht so. Es ist jetzt nicht so dass ich meine Frau von Anfang an angelogen habe, vielmehr habe ich mich wohl auch selbst angelogen.

    Aber was ich gern mache ist Leuten helfen die ich liebe und die mir wichtig sind. Meine Frau schaut mich immer an und fragt warum ich so traurig schau. Ich hab mich bisher nicht getraut zu sagen "weil ich in das Leben nicht reinkomm".

    Ich kann jetzt nicht ankommen und sagen "Ich hatte 2016 meine Zweifel, aber ich habs dir nie gesagt und jetzt möcht ich alles ändern" - das stimmt auch nicht. Trotzdem muss ich mit ihr mal reden und ihr sagen was ich vom Leben möchte.

    Wie du sagst, es sind Dinge die mich ausmachen (wie bei dir z.B. der Wohnwagen), die ich einfach nie angesprochen habe weil ich dachte "das wird schon". Nein, das wird nichts, aber ich will ihr Leben nicht verbauen. Deswegen muss ich offen mit ihr reden und wir müssen schauen welche Dinge wir ändern können damit ich nicht mehr das Gefühl habe, mein ganzes Leben aufzugeben. Auf jeden Fall darf ich sie nicht unter Druck setzen dass sie was aufgibt was ihr wichtig ist. Aber ich denke wir können da sicher zusammenkommen.

    Und wahrscheinlich reagiert sie dann wohl nicht mal bös oder beleidgt, vermute ich mal. Ich halt euch mal auf dem Laufenden :smile:
     
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