• Scheich Assis
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    vergeben und glücklich
    23 September 2004
    #21

    Was wurde denn deinen Infos nach weggelassen was "wichtiger" war?

    Grausam war er schon an einigen Stellen, da waren ein paar mal Szenen drin wo der Arzt den Verwundeten das Bein abgeschnitten hat mit der Säge - da bin sogar ich empfindlich, das muss nicht sein ... aber sonst war da nichts sonderlich Schlimmes.

    greetz, der Scheich
     
  • Pfläumchen
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    vergeben und glücklich
    24 September 2004
    #22
    so, hab den film ja nun auch gesehen und finde ihn super, und auf jedenfall empfehlenswert.
    geschockt haben mich halt die 2 szenen mit den kinder-morden (goebbels und mit der granate)
    fand den film zwar heftig und hart, aber ich hab ihn mir brutaler vorgestellt.
    schon krass, was da alles abgegangen ist...
    aber ANSCHAUEN, kann ich nur sagen
     
  • dirty_beast
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    26 September 2004
    #23
    Ich hab mir den Film angesehen.
    Es war wohl der beste Film den ich seit langem gesehen habe, in meinen Augen ein Meisterwerk. Dagegen sind alle Hollywoodproduktionen dümmlicher Schund.
    Die Handlung war für mich sehr authentisch, besser kann man es in einem Film wohl nicht machen.
    Es gab wohl keinen im Kino der nicht berührt wurde. Ich kann jedem empfehlen diesen Film anzuschauen es ist ein Meisterwerk.
     
  • 26 September 2004
    #24
    Werd ihn mir euch noch anschauen. Gut zu wissen, dass wir unsere Geschichte so langsam selbst aufarbeiten und nicht auf dümmlich, unauthentische Ami-Produktionen warten müssen.
    Wer "Hitler-Aufstieg des Bösen" gesehen hat weiß von was ich sprechen. Der Führer als unauthentischer Gartenzwerg. :tongue:
    Fürs amerikanische Publikum scheints auszureichen.
     
  • ~°Lolle°~
    Sehr bekannt hier
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    Verheiratet
    26 September 2004
    #25
    ich hab den film gestern gesehen... ich fand ihn wirklich brutal und war froh net abends gleich allein nach hause gehen zu müssen...

    trotz alledem war er klasse gemacht... bruno ganz hab ich schon bei faust in ner theateraufführung gesehen... der ist eh klasse! kann also nur sagen: eine oskar nominierung wäre gerechtfertigt!
     
  • Scheich Assis
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    26 September 2004
    #26
    jo ich habs gesehn, beide Teile :zwinker: Die menschliche Seite von Hitler hat diese Ami-Produktion ja vollkommen ausgelassen, was total falsch war: Hitler war nämlich kein Monster im Privatleben, sondern - wie die deutsche Produktion zeigte - nett, höflich und zuvorkommend vorallem zu den Damen.

    Aber den Amis reichts ja wenn ein - wie du richtig gesagt hast - Giftzwerg auftritt und nur rumschreit. Ich kann mich nicht entsinnen eine einzige Szene gesehn zu haben, in denen Hitler praktisch "normal" war.

    Naja...war echt mieß und keinenfalls authentisch genug.


    greetz, der Scheich
     
  • Lenny84
    Gast
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    26 September 2004
    #27
    hab ne halbe stunde von dem ami-film gesehen. da sah hitler eher aus wie n schlechter porno-darsteller :smile: ne, auch die schauspielerische art...das war n scheiß film.
     
  • Scheich Assis
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    27 September 2004
    #28
    Hat jemand gerade "History" auf ZDF gesehn?

    Das Thema war natürlich die letzten Tage Hitlers. Unter anderem waren Interviews von von Kershaw, Fest, der Sekretärin, des Funkers und Getreue von Hitler zu sehen, die Aussagen darüber machten wie es im Bunker zuging.

    Und ich fand es faszinierend, denn genauso - fast wortwörtlich genau - war es im Film zu sehen so wie es die Zeugen berichtet hatten. Die Zeugen wussten wo wer stand, wer was tat bzw. äußerlich reagierte und wer was sagte - und da ich den Film gesehen hatte konnte ich vergleichen und es hat gepasst.

    Also an alle Zweifler (kerl etc.) die sogar den Film noch nicht gesehn haben aber sich trotzdem trauen hier mitzureden und ihn als "Unterhaltungsfilm" bezeichnen: Er IST zu einem SEHR GROSSEN Teil authentisch.


    greetz, der Scheich
     
  • Celina83
    Celina83 (37)
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    27 September 2004
    #29
    Hab den Film letzten Donnerstag gesehen und mich seitdem sehr mit der Geschichte befasst.

    Zeitweise wurde mir während des Films richtig schummrig... wenn man den Kontrast gesehen hat, was in dem Bunker passiert und was außerhalb passierte... Natürlich gabs auch Szenen die dramatisiert wurden... dennoch empfehle ich dieses Film weiter um den Menschen (nicht nur den Deutschen) wieder bewußt zu machen, wie ein Mann die ganze Geschichte beeinflussen kann...

    Wie in "History" gesagt wurde: Die letzten Tage Hitlers hätten von einem Autoren sein können...

    cel
     
  • columbus
    columbus (39)
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    vergeben und glücklich
    27 September 2004
    #30
    wisst ihr was ich denke?

    Ich sehe mir den Film nicht an ganz einfach weils mir schon bei den Ohren raushängt. ich weiß schon alles was ich wissen kann und muß. da dieser Film weder unterhaltet noch bildet (is keine Dokumentation) interessiert er mich auch nicht.

    Ich bin froh wenn ich dieses Scheusal uns seine Arschpartie nicht sehen muß, man sieht ihn in den Medien sowieso Tag ein Tag aus.

    Vor allem was mich aufregt.....die Menschen gehen ins Kino, um sich den Film anzusehen, sind ganz geschockt, berührt was weiß ich. Und am nächsten Tag im Wirtshaus diskutieren sie dann wieder erst recht, warum das NS Regime eigntlich soo schlecht war, dass die anderen Völker auch keine guten waren, dass Stalin viel schlimmer war, dass es auch gute seiten am NS Regime gibt, und dass die Juden wirklich keine Guten sein. :kotz: :kotz: :kotz:

    Diese Bigotterie finde ich widerlich. :kotz: :madgo: Vor allem auch in bürgerlichen Kreisen. Wenn es die Gelegnheit gegeben hätte Hitler umzulegen, ich hätte sofort abgedrückt.Damit basta.

    Mir ist dieser ganze Mist einfach nur zuwider. ich schau mir lieber den gandhifilm hundert Mal an, oder so. Von dem kann man viel mehr lernen.WENN man sich solche Filme schon ansieht.
     
  • Lenny84
    Gast
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    27 September 2004
    #31
    ich denke, nach der hundertausendsten guido knopp-doku, muss echt jeder wissen, dass hitler die menschheit beeinflusst hat. man kann dieses thema doch auch mal ruhen lassen. natürlich, jetzt krieg ich eins auf den deckel a la "aber man darf das alles nicht vergessen". der ansicht bin ich auch, aber muss einem deshalb jeden tag in den medien vorgekaut werden, wie schlecht doch alle deutschen von 1933 bis 1945 waren?

    das paradoxe daran ist, dass sich 60 jahre nach kriegsende viele wünschen, dass die deutschen mal nicht mit ihrer vergangenheit in verbindung gebracht werden. aber kaum komme ich nach england, frankreich oder spanien, schon begrüßen mich viele jugendliche mit dem hitlergruß. sowas regt mich schlichtweg auf. klar, ich will jetzt auch nicht verallgemeinern, nicht alle franzosen, spanier, engländer usw. sind so. aber leider noch zuviele. 60 jahre nach kriegsende muss ich mir immer noch anhören, wie scheiße die deutschen sind.

    manchmal glaube ich, es ist einfach nur neid. neid, dass die deutschen es geschafft haben, mit hilfe anderer länder wie den usa, ihr land wieder so schnell aufzubauen. und das ist traurig.
     
  • Scheich Assis
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    vergeben und glücklich
    27 September 2004
    #32

    Und woher nimmst du diese Weisheit wenn du ihn noch nicht gesehn hast? :rolleyes2
    Der Film ist unterhaltend auf der einen Seite und gleichzeitig bildend, denn die letzten Tage im Führerbunker werden authentisch nachgestellt. Da verurteilt schon wieder jemand einen Film den er nicht gesehn hat. :angryfire
    Für dich vielleicht nicht bildend, weil du ja schon absolut ALLES weißt nicht wahr?

    Spoiler
    Btw, den toten Hitler hatte man nicht gezeigt im Film...d.h. man hatte zwar den Schuss gehört, hatte dann aber nur gesehen wie Soldaten ihn und Eva hinaustrugen...warum? Weil man sich bis heute nicht sicher ist, wo Hitler im Zimmer wo er sich erschossen hat genau gesessen hat. Auf der Bank, am Sessel, links oder rechts? Da gibts Streitigkeiten und Ungenauigkeiten - deshalb hat man es weggelassen. Da wurde NICHTS erfunden.



    greetz, der Scheich
     
  • nachtmensch
    0
    28 September 2004
    #33
    die diskussion führt doch zu nix... wer mitreden will sollte sich den film auch angeschaut haben. wenn ihr ihn nicht sehen wollt, okay... muss ja nicht jeden interessieren, aber die leute die den film überhaupt nicht gesehen haben, und deswegen auch ziemlich sicher eine völlig falsche vorstellung davon haben, sollen dann doch bitte auch nicht darüber urteilen.... :rolleyes:
     
  • Safirstein
    Gast
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    28 September 2004
    #34
    Columbus hat das m.E. ein wenig krass ausgedrückt aber seine Aussage hat einen wahren Kern. Er sagt, er weiß alles, was er wissen muss und der Film bringt nichts Neues. Dazu muss er ihn auch nicht sehen, wenn es von vorne herein klar ist, dass er nichts Neues bringen kann.

    Und der Ansicht bin ich auch. Es ist richtig, dass wir über die Privatperson Hitler nicht viel wissen. Wir wissen, dass er ein unterdurchschnittlich begabter Künstler war, ein miserable Schriftsteller und ein guter Rethoriker. Ob er einfühlsam, höflich, frauenverachtend oder gar eifersüchtig und cholerisch war, wissen wir nicht. Nun meine Frage: Müssen wir das überhaupt wissen? Was spielt das für eine Rolle? Man kann die Person Hitler m.E. in zwei Teile teilen: einen rein persönlichen und einen "beruflichen". Letzterer ist die Person Hitler als Zentralfigur einer Diktatur und einem perfektionierten Symbol des Faschismus. In dieser Funktion ist er für den Tod und das Elend von Milionen von Menschen verantwortlich (zusammen mit dem deutschen Volk, welches Ihn unterstützte).

    Vor diesem Hintergrund - welchen Unterschied macht es, ob er Parkinson hatte? Ob er seine Frau geheiratet hat? Ob er nett zu seiner Sekretärin war? Es verblasst gegenüber seiner politischen und historischen Funktion.

    Jetzt zum Columbus: wenn man aber jetzt schon weiss (und das tut man, bevor man sich den Film anschaut), dass die politische Figur Hitlers in dem Film nicht neu beleuchtet wird - warum soll man ihn anschauen? Es ist eben total nebensächlich, ob er sich die Kugel auf dem Sofa, auf dem Sitz oder sonstwo gesetzt hat. Es ist schlichtweg egal.

    Ich halte den Film nicht für gefährlich, obwohl ich finde, dass er wenn überhaupt dann nur eine relativierende Wirkung haben kann. Dass Hitler ein "böser Mensch" war, ein Monster in Menschengestalt etc. pp., das wissen wir doch schon. Wenn der Film unsere Wahrnehmung von ihm verändert, dann kann das eigentlich nur in positiver Richtung sein. Aber wie gesagt, ich finde nicht, dass der Film insofern versagt.

    Er ist und bleibt ein Spielfilm, über die Gründe für das Entstehen des 3. Reiches, seine Verwurzelung in der Gesellschaft und seine Folgen für die heutige - sagt er nichts aus. Kann er vielleicht auch nicht, aber dann hätte es ihn nicht gebraucht.

    Nur eines, @Columbus: Wie verträgt sich dein Wunsch, die den Gandhi-Film noch ein paar Mal anzuschauen mit der Einstellung, Hitler selbst umgebracht zu haben?

    Naja, "Nebenkriegsschauplatz", wenn man das Wort hier erwähnen darf...

    :smile:

    Grüße
    Safirstein
     
  • Dr.evil
    Gast
    0
    30 September 2004
    #35
    Hallo!

    Also meiner Meinung nach ist das ein echt genialer Film. Der beste Deutsche Film den ich je gesehen hab. AUßerdem sind echt alle Schauspieler genial besetzt. Alle spielen richtig gut und er ist realitätsnah.
    Zum Beispiel: Jeder weiß das Hitler ein grausames Verbrechen begangen hat, klar aber...es wird eben auch gezeigt das er als Mensch zu seiner Sekretärin ganz normal freundlich etc. war. Also nicht nur die Bestie. So was find ich auch mal wichtig, also nicht nur der reine Propaganda Schieß!!!

    evil
     
  • columbus
    columbus (39)
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    vergeben und glücklich
    30 September 2004
    #36
    Safirstein: sehr gutes post!

    Ich erklär mich genauer: genau wies Safir richtig erkannt hat,gehts mir nicht um diesen Film, es geht ums Thema des Films.

    ist es mir egal was das für ein Mensch war, und zwar völlig. er hat in Staatsraison einen Massenmord im Auftrag einer Nation befohlen.
    So - wie wollt ihr wie ich zu so jemandem stehe? Dann war er nochdazu Östereicher und diese 6 Jahre wo Österreich Teil des III.Reiches war,, da berührt uns das auch.
    und ich sowie Lenny84 meint, kriegs nachtürlich auch jedes Mal ab im Ausland. Wie komm ich dazu?er hat alles alles ruiniert-und das über Generationen hinauf.
    Geht ins Kino und sagt "WOW, toll, wie man das sieht". Ich spuck ihm lieber auf sein nicht existierendes Grab.

    Natürlich kenne ich nicht jedes Detail, bei weitem nicht. Aber das brauch ich nicht, will ich auch nicht wissen in welchem Eck des Raumes er saß,oder welche Farbe seine Socken hatten. Schön, toll das mal in einem Film zu sehen....aussagen tuts nichts.

    Fakt ist ganz klipp und klar das diese kreatur im Namen der gesellschaft vor 3,4 Generationen willkürlich Menschen aus der Gesellschaft aussortiert hat und diese ohne auch nur mit der Wimper zu zucken vergast hat.und das in etwa 6.000.000 Mal., wissen wir eh alle.
    DAS ist es was mich interessiert-und um was es geht. Sonst nix.

    Hitler geht aufs Klo-Hitler macht sich Kaffee....was brigt mir diese INformation. NIchts.Das ist billige Effekt hascherei.

    Warum er gemordet hat... das wissen wir heute noch immer nicht. genausowenig warum alle ihm nachgelaufen sind. Das ist auch sehr schwer zu beantworten.


    Und zu Ghandi:

    Man hat Ghandi gefragt wie er Hitler bekämpfen würde, vielleicht auch mit zivilen Ungehorsam. Gandhi antwortete darauf "No. Mr. Hitler has to be fought with his own bombs and guns, like one burns out fire with fire".

    Hitler selbst meinte "Die einzige Möglichkeit, meine Bewegung aufzuhalten, ist sie aufs Energischste abzulehnen und zu bekämpfen, bis davon nichts mehr übrig ist."

    Noch Fragen?
     
  • Unicorn
    Unicorn (36)
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    vergeben und glücklich
    1 Oktober 2004
    #37
    Ich war gestern Abend (also vor ein paar Stunden) in "Der Untergang" - und, ja, er hat mich sehr berührt. Ich wusste vorher nicht viel darüber, wie Hitler in seinen letzten Tagen gelebt hat - dass unten "heile Welt" gespielt wurde, während oben Menschen verreckten.
    Da waren zwei Männer (vor allem Hitler, aber auch Goebbels), die meinten, dass das Volk selbst schuld sei, wenn es ausgerottet würde, schließlich habe es die Nazis doch gewählt. Und dann Hitlers Äußerung "Es ist _mein_ Volk", wie Spielzeug, mit dem er anstellen kann, was er will... und sein Pseudo-Wissen von Darwin, von wegen "Die Schwächsten müssen sterben, das ist Naturgesetz"... ich bin immer noch entsetzt.

    Ich denke, die zentralen Figuren (in erster Linie Hitler und Goebbels), die an der ganzen Scheiße schuld waren, werden als genau das dargestellt, was sie waren - zwar Menschen, aber Menschen ohne Mitleid, ohne das Bewusstsein, dass sie Millionen anderer Menschen ("die Zivilbevölkerung") einfach so sterben ließen.
    Eiskalte Menschen, zu Gefühlen nur gegenüber engen Angehörigen fähig. Wissenschaftlich betrachtet Menschen mit massiven psychischen Störungen.

    Jau, super. Dann gucken sich den Zehnjährige an und träumen nachts von blutigen Körperteilen und Menschen, die andere ohne mit der Wimper zu zucken erschießen...? :rolleyes:
    Das Brutale in diesem Film sind nicht unbedingt die Bilder von Verletzten und Toten (wobei ich einige da auch heftig fand), sondern die Tatsache, dass Millionen Menschen einfach so sterben und sich keiner wirklich darum schert. Erst die Juden etc., dann die deutsche Zivilbevölkerung - wen interessiert's schon. Sind ja nur minderwertige Menschen.

    Man weiß das alles in der Theorie und trotzdem ist es immer wieder (zumindest für mich) schlimm, es praktisch vor Augen geführt zu bekommen. Das lässt einen nicht einfach so wieder los - zumindest mich nicht. :rolleyes:
    Das gilt sowohl für Filme über den Holocaust als auch für welche, in denen gezeigt wird, wie Menschen, wie vor allem Kinder als "Kanonenfutter" eingesetzt wurden.

    Es zeigt auf, dass Hitler ein Mensch war.
    Er wird (leider) sehr oft als "Monster in Menschengestalt" gezeigt, niemand käme auf die Idee, sich Gedanken darüber zu machen, wie er selber in der Situation gehandelt hätte. Dass Hitlers Verhalten aus eine Summe von Charakterschwächen, schlechten Einflüssen und psychischen Störugen resultierte.
    Bevor jetzt jemand aufschreit: Nein, ich will in keinster Weise verharmlosen oder gut heißen, was er getan hat, wie er war. Da gibt es nichts gutzuheißen, das war einfach unglaublich brutal und gefühllos.
    Aber er war bei alldem eben kein Monster, kein "Unmensch", wie es nie wieder einen geben könnte usw. Ich denke, dass unter den heutigen Deutschen eine ganze Reihe wären, die Massenmorde anleiern würden, wenn sie die Macht dazu bekämen.
    Oft wird gefragt, wie die Leute nur so einem Monster folgen konnten. Das Problem ist: Sie sind nicht dem Monster gefolgt, zumindest die breite Masse nicht. Sie sind dem charismatischen Mann, dem guten Rhetoriker und Propagandisten gefolgt, nicht dem Mann, der Millionen Menschen vergasen ließ. Das haben sie einfach nicht gesehen, nicht sehen wollen. Und das muss man ihnen ohne Frage anlasten. In gewisser Weise haben sie sich mitschuldig gemacht.
    Aber sie waren sicherlich nicht so hirnlos, einem "Monster" bedingungslos zu folgen. Das haben sie nur getan, weil Hitler mehr war als ein "Monster".
    Für die Menschen (speziell die Frauen) im Dritten Reich war Hitler eine Art Übermensch, jemand, dem glühende Liebesbriefe geschrieben und bei dessen Anblick gekreischt wurde wie bei einem heutigen Popstar, und jemand, den sei niemals öffentlich kritisiert hätten. Eben der "Führer", dem sie folgten wie eine Herde Bähschafe. Warum genau, weiß man nicht - wohl, weil er eben der "starke Mann" war, der alles in die Hand nahm und leitete und Deutschland wieder "aufbaute". Dass er dabei parallel seine "monströse" Seite auslebte, wurde halt übergangen. Leider.

    Es bringt uns nicht weiter, zu sagen "Hitler war ein Monster in Menschengestalt, sowas könnte heute nicht mehr passieren". Heute vielleicht nicht, aber was würde passieren, falls in z.B. 100 Jahren wieder jemand daher käme, viel Charisma und Talent, Massen zu mobilisieren, hätte und gegen die Türken o.ä. in Deutschland wettern würde? Sicher, dass niemand auf den hören würde? (Das gilt natürlich auch für andere Länder, da könnte das ebensogut passieren). Der einzige Weg, dem effektiv vorzubeugen, ist die Erinnerung an das, was vor 60 Jahren geschehen ist und nie wieder geschehen soll.

    Oft heißt es auch "Ich hätte den nicht gewählt, ich wäre in den Widerstand gegangen, ich..." Ich persönlich hätte ihn vermutlich nicht gewählt - aber ich weiß nicht, ob ich in den Widerstand gegangen wäre. Sterben, um andere zu retten, erfordert viel Mut. Ich weiß nicht, ob ich den gehabt hätte. Vielleicht hätte auch ich nur weggesehen...

    Ich denke, viele von euch kennen "The Wave" ("Die Welle") - ihr wärt vermutlich alle froh gewesen, auf der Seite der "Starken" zu stehen. Nicht viele hätten sich wirklich gegen das Regime gestellt, das sämtliche staatliche Gewalt befehligte, das über Leben und Tod (oftmals mit Folter) entschied.

    Darum geht es in dem Film auch nicht. Es wird in erster Linie der krasse Unterschied zwischen dem, was im Bunker abläuft (inklusive einem "Führer", der auf dem Papier Armeen verschiebt, die es gar nicht mehr gibt), und dem, was über der Erde passiert, gezeigt. Das macht den Film so beklemmend.

    Liebe Grüße vom aufgewühlten Fabeltier

    [edit] P.S. Ich werde wohl frühestens übermorgen wieder herkommen :zwinker: können, also nicht wundern, wenn ich erstmal nicht reagiere.
     

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