• LOST
    LOST (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    Single
    30 Januar 2004
    #41
    Howgh!

    Die Indianer führen die weiße Frau gefesselt in ihr Dorf, um sie am Marterpfahl zu ehelichen... äh... in der Ehe zu martern.
    Scheint ja Sitte so zu sein, weil es niemanden besonders wundert, dass Machque seine Frau gefesselt mit sich führt, wohlgemerkt für ein paar Wochen. Wenn die Hände dann noch nicht total abgestorben sind, dürften die Gelenke doch ziemlichen Schaden davongetragen haben. Unpraktisch für Hausarbeit. :tongue:
    Lilith scheint sich das alles auch noch gefallen zu lassen... aber noch wissen wir ja nicht, was da von ihrer Seite kommen mag.

    Huiui, und Machque wird jetzt auch noch Häuptling. Wird er dann gegen die Bleichgesichter ins Felde ziehen, weil er glaubt, dass sie Schuld am Tod seiner Schwester sind? :grin:
    Bei dem kann man ja nie wissen...


    P.S.: Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, schade dass das immer so lange dauert. :smile:
     
  • Bea
    Bea (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    vergeben und glücklich
    30 Januar 2004
    #42
    In der Hütte stehen zwei Betten. Am Ende jeder Pritsche ist eine kleine Kiste, die noch leer ist, in die aber später einmal Kleidung, Schmuck und Privatgegenstände hineinkommen werden. Cora sucht sich sofort das Bett aus, von dem aus sie bequem zur Feuerstelle kommt, um eventuell in der Nacht Holz nachzulegen. Es ist noch kein Geschirr vorhanden und es ist auch kein Holz an der Innenseite der Hütte gestapelt, wie es normalerweise in bewohnten Hütten der Fall ist.
    „Wie sollen wir hier leben können, wenn wir noch nicht mal einen Topf haben?“, fragt Cora entrüstet, nachdem sie sich in der Hütte umgesehen hatte.
    „Meine Kleine, du solltest lernen Geduld walten zu lassen. Du wirst deine Töpfe und dein Geschirr schon bekommen. Bei uns ist es eben Tradition, dass ein Liebespaar erst dann Esssachen bekommt, wenn es verheiratet ist. Wir müssen bis morgen sowieso in eine andere Hütte und dort die Nacht über wachen. Ich hoffe du hältst das nach diesem Ritt aus.“
    „Ja, klar. Ab wann geht es mit den Vorbereitungen...“ Cora konnte nicht mehr weitersprechen, da ihr Lilith an den Hals gesprungen war.
    „Du verdammtes Miststück! Und ich dachte, du wärst seine Schwester!!! Ich werde dich umbringen“, kreischt Lilith hysterisch, während Cora verzweifelt versucht, ihren Hals frei zu bekommen. Machque packt Lilith Hände und will sie von Coras Hals entfernen, damit diese wieder Luft bekommt, aber Lilith drückt nur noch fester zu. „Nein, Machque, so einfach bekommst du sie nicht zurück. Dafür musst du mir schon etwas bieten!“
    „Verdammt noch mal, was soll der Mist?“, schreit Machque aufgebracht.
    „Schrei mich gefälligst nicht an!!!“
    „Ok, ok“, Machque holt ein paar Mal tief Luft, um ruhiger zu werden. Dann antwortet er mit gesengtem Kopf: „Was willst du?“
    „Das ist einfach zu beantworten“, meint Lilith überheblich, ohne ihren Druck auf Coras Hals auch nur um ein zehntel zu verringern. „ICH WILL DICH!!!“
    „Was willst du genau?“, fragt Machque weiter, immer noch mit gesenktem Kopf und hängenden Armen.
    „Du bist MEIN Mann und ich will nicht, dass du irgend etwas mit ihr anfängst. Okay, ihr könnt von mir aus heiraten. Aber du kommst zu mir, VERSTANDEN?“, antwortet Lilith.
    „Ich habe dich gehört. Nun lass sie bitte los.“
    „Ich soll sie loslassen? Ich soll sie freigeben, nach all dem, was sie mir angetan hat? Na gut. Du wirst sie heiraten, sie wird sogar in dieser schäbigen Hütte wohnen, aber sie wird NIE ein Kind von dir bekommen, hast du mich gehört, NIE!!!“, flüstert sie ihm bedrohlich ins Ohr.
    Machque weiß, dass er sie ernst nehmen muss, und dass sie durchaus dazu fähig ist, Cora zu erwürgen. Er nickt. Er sagt nicht: >Das kannst du nicht machen!<, oder >Ich bin dein Mann, du hast mir zu gehorchen< und auch nicht >Ich lasse mir von dir nichts verbieten<. Er nickt nur. Mit hängenden Armen und gesenktem Kopf steht er da und nickt. Es ist das zweite Mal, dass er verzweifelt ist. Das erste Mal, als er los ritt, um die Blume des Lebens zu finden. Damals war er noch jünger, er konnte seine Tränen nicht zurückhalten und ist deswegen vor seinen Freunden und seinem Vater geflohen. Das zweite Mal ist es jetzt. Genau in diesem Augenblick, in dieser Situation. Er kann Lilith nicht ausstehen, und das weiß sie. Sie will ihn um jeden Preis für sich haben. Er weiß das und sie weiß das genauso. Und gerade aus dieser Gewissheit nimmt er die Kraft zu nicken, dem einzuwilligen, was Lilith von ihm verlangt. Er weiß, dass er es nicht ewig ohne Cora an seiner Seite aushalten kann, aber erst einmal schon. Er wird durchhalten müssen. Und er nickt noch einmal. Er hebt den Kopf und sieht Lilith direkt in die Augen. „Lass sie gehen!“, befiehlt er ihr fest.
    Lilith lockert ihren Griff ein bisschen, überlegt es sich dann aber doch noch einmal anders. „Woher soll ich wissen, dass du dein Versprechen auch hältst?“
    Machque horcht auf. „Du hast mein Wort, das muss dir genügen. Als ich mit der Blume des Lebens gegangen bin, hattest du auch nicht mehr.“
    „Doch, wir hatten es mit einem Kuss besiegelt. Ich möchte es hier auch so machen.“
    „Lass sie los und wir werden es besiegeln.“
    „Ich nehme dich beim Wort“, meint Lilith lässig, nimmt ihre Hände von Coras Hals und stößt sie dann brutal in die nächste Ecke, wo diese, nach Luft ringend, liegen bleibt.
    Machque geht auf Lilith zu, legt seine Arme auf ihre Schultern und senkt seinen Kopf um ihr einen Kuss zu geben, als Cora plötzlich ruft: „Machque, tue es nicht! Ich bin es nicht wert, dass du unglücklich wirst!!!“
    Machque hebt ganz leicht den Kopf und setzt zu einer Antwort an: „Cora, ich...“, doch Lilith kommt ihm zuvor. Sie nimmt seinen Kopf zwischen ihre Hände, zieht ihn zu sich herab und drückt ihm ihre Lippen auf den Mund.
    Als sie ihn wieder los lässt, meint sie befriedigt: „Tja, du dumme Göre, du hast nichts erreicht. Er gehört jetzt mir. MIR GANZ ALLEIN. Und du kannst gar nichts dagegen machen. DU wirst MIR DIENEN. Du bist jetzt meine Sklavin.“
    „Moment mal, Lilith, das war nicht in unserer Abmachung. Sie wird dir nicht dienen. Es galt nur, dass ich bei dir, und nicht bei ihr schlafe. Also schlag‘ dir das aus dem Kopf!“
    „Jaja“, meint Lilith nur, doch Machque ahnt schon, dass sie es nicht ernst meint.
    Machque hilft Cora auf und bringt sie zum Bett, wo sie sich hinlegt. „Kann ich etwas für dich tun?“, will Machque wissen.
    „Nein, es geht mir gut, ich möchte nur ein wenig schlafen.“
    „Soll ich Lilith rausbringen?“, fragt er besorgt.
    „Ja“, haucht Cora. Dann schläft sie ein. Machque hört ihren gleichmäßigen Atem und die regelmäßige Bewegung ihrer Brust, die sich hebt und senkt.
    „Komm Lilith, ich zeige dir die Umgebung und den Rest meiner Familie.“ Lilith zuckt mit den Schultern und ist sichtlich nicht sehr begeistert. Aber als Machque seinen Arm um sie legt und sie sanft nach draußen führt, schmilzt Lilith dahin.
    „Was willst du als erstes Sehen?“
    „Was habe ich zur Auswahl?“
    „Ich könnte dir den See zeigen, die Pferde, meine Freunde, den Wald, meine Eltern...“
    „Zeig mir deine Freunde.“
    „Wie du willst.“ Machque führt sie hinter das Dorf zu einer alten Trauerweide am See. Dort ist eine Zielscheibe angebracht, um die in etwa 3m Entfernung eine Menge Jungs steht. „Wen soll ich dir vorstellen?“
    Lilith schaut sich die Jungs, die Bogen schießen üben, kurz an und zeigt dann auf einen groß gewachsenen, rotblonden jungen Mann, der nur mit einer Hose und Mokassins bekleidet ist. „Den da“, sagt sie.
    „Ko-Lata!!“; ruft Machque, „Hast du mal kurz Zeit?“
    „Klar, Machque!“ Der Junge gibt seinen Bogen und die Pfeile an einen kleineren Knaben, der offensichtlich nicht mit trainieren darf, und schreitet dann mit großen Schritten auf Machque zu. „Was gibt’s?“
    „Kennst du sie?“, fragt Machque und zeigt auf Lilith.
    „Deine Frau?“, fragt Ko-Lata. Machque nickt. „Was will sie hier?“
    „Oje, Ko-Lata. Sie ist meine F-R-A-U!! Was ist daran so verwunderlich, wenn sie bei mir lebt.“
    „Nun ja... Eigentlich nichts. Ich muss übrigens noch etwas mit dir besprechen. Hast du kurz Zeit?“
    Machque wirft einen kurzen Seitenblick auf Lilith und nickt dann. Zu Lilith sagt er: „Du bleibst hier bei den Jungs und wehe du gehst zu Cora zurück. Kapiert?“
    „Ja, ja“, meint Lilith wegwerfend. Ko-Lata nimmt Machque am Arm und zieht ihn einige Meter weg.
    „Was gibt es denn so dringend?“
    „Hör zu, ich habe einiges über dieses Mädchen gehört. Sie soll sich liebend gerne an andere Männer ran machen. Du glaubst doch nicht wirklich, dass sie so harmlos ist, wie sie aussieht?“
    Machque sieht an dem Mann vor ihm vorbei. „Nein, ich glaube es nicht nur, ich weiß, dass sie gemein gefährlich ist“, antwortet er nach kurzem Zögern. Sofort verstummt er wieder, als hätte er schon viel zu viel gesagt.
    „Was ist passiert, dass du dir so sicher bist?“
    „Was geht es dich denn an?“
    „Ich will dich nicht belästigen, das weißt du auch. Ich will dir nur helfen. Du hast mit deinen neunzehn Jahren noch nicht gerade die meiste Erfahrung mit solchen Mädchen. Glaube mir. Du darfst sie nicht unterschätzen!“, meint Ko-Lata eindringlich.
    „Du hast mit DEINEN neunzehn wohl schon soviel mehr davon. Außerdem unterschätze ich Lilith nicht.“ Leise fügt er hinzu: „Nie wieder!“
    „Hast du sie denn schon einmal unterschätzt?“
    „Du hast vielleicht feine Ohren. Alle Achtung. Also gut. Ich erzähle dir, was alles los war, seitdem ich wieder von hier weg bin: Ich wollte Cora ja hier lassen, um überflüssige Konflikten aus dem Weg zu gehen. Aber sie ist mir gefolgt. Auf der anderen Seite des Berges habe ich sie schließlich gefunden, halb tot, von einer Schlange gebissen. Ich habe aus den Blütenblättern der Lebensblume einen Tee gebraut und ihn ihr einflößt. Am Abend sind wir zum Schloß geritten. Die Nacht verlief ruhig. Nicht einmal Lilith hat etwas unternommen.“
    „Was hätte sie denn unternehmen sollen?“, wirft sein Freund ein.
    „Als ich das erste Mal drüben war, wollte sie unbedingt mit mir schlafen.“
    „Aber du nicht mit ihr?“
    „Mhm. Ich war nur an der Blume interessiert. Außerdem ziemlich müde. Und sie ist noch fast ein Kind. Sie ist 16!“
    „Warum hast du sei dann geheiratet?“
    „Ich dachte, ich würde es noch rechtzeitig heimschaffen, und sie war der Preis für die Blume. Aber weiter. Am nächsten Abend sind wir dann getraut worden. Und am nächsten Tag sind wir losgeritten. Bis dahin war alles noch in Butter. Ich hatte ihr gesagt, Cora wäre meine geheilte Schwester, aber auf der Reise viel ich weit hinter Cora zurück und sie wollte mich verführen. Deshalb habe ich sie vom Pferd gehoben und seither bis hierher nebenher trotten lassen. Aber am Fuß des Berges habe ich die Nacht bei Cora verbracht...“
    „Du hast mit ihr geschlafen?“
    Machque schüttelt den Kopf und erzählt dann weiter: „Auf alle Fälle kam Lilith irgendwann dazu und da musste ich ihr sagen, dass Cora nicht meine Schwester, sondern meine Freundin ist. Aber soweit wäre alles noch gut gegangen. Lilith war gefesselt und machte nicht die geringsten Anstalten, irgend etwas zu unternehmen. Und vorhin gerade hat sie in unserer Hütte versucht Cora zu erwürgen. Sie hat sie urplötzlich angefallen, als wir davon geredet haben, was wir beim Zeremoniell machen müssten. Und jetzt liegt Cora daheim und schläft. Ich wollte Lilith von ihr wegbringen.“
    „Hm. Und warum hast du ausgerechnet mich gerufen?“
    „Ich habe sie gefragt, wen sie kennenlernen will. Und sie hat dich gewählt.“
    „So etwas dachte ich mir schon. Als ich ihre Augen sah, wusste ich, dass sie irgend etwas im Schilde führt. Ich nehme mal an, du wirst dich ziemlich anstrengen dürfen, damit du sie zufriedenstellst und sie nicht durchbrennt.“
    „Was meinst du damit?“
    „Naja, ganz einfach: Du hast doch gesagt, als du das erste Mal im Schloß warst, wollte sie dich verführen, richtig?“ Machque nickt. „Und auf dem Pferd wieder, nicht wahr?“ Machque nickt ein zweites Mal. „Gut, hat sie dir etwas gesagt, ob sie schon mal mit anderen Jungs geschlafen hat“
    „Ja, sie meinte, sie hätte mit fast allen halbwegs gutaussehenden Diener aus ihrem Schloß mindestens einmal geschlafen. Warum?“
    „Sehr gut, das passt perfekt dazu. Sie hat einen ungeheuerlichen Drang dazu, mit Männern zu schlafen. Ich nehme mal an, sie hat Cora nicht so ohne weiteres losgelassen.“
    „Nein.“
    „Was wollte sie dafür?“
    „Dass ich bei ihr schlafe.“
    „Siehst du? Sie will sicher ein, dass du ihr nicht mehr zwischen den Fingern durch rutschen kann. Sie will dich als einen Mann, mit dem sie sicher und so oft sie will schlafen kann. Wenn du diese Lust nicht befriedigst, wird sie sich hier im Dorf ihre Opfer suchen. Glaube mir, die wird sie finden. Schau dir doch nur mal diese Gruppe an, mit der ich gerade übe. Sie tänzeln total um Lilith rum. Sie müsste nur ein Wort sagen und alle Jungs, die sich jetzt bei ihr befinden, würden mit ihr ins Bett gehen. Verstehst du mich jetzt?“
    „Ja, aber ich will überhaupt nicht mit ihr schlafen. Ich kann sie nun mal nicht besonders gut leiden.“
    „Tja, dann kann ich dir nur raten, wundere dich nicht, wenn sie von irgend jemandem schwanger wird. Viel Glück dann auch. Und noch etwas: Pass besonders auf Cora auf. Ich glaube nicht, dass das die einzige Mordattacke von Lilith war.“
    „Ko-Lata“, Machque seufzt kurz, „ich glaube nicht, dass sie Cora noch einmal etwas antun wird, wenn ich da bin.“
    „Und was ist, wenn du nicht da bist. Du bist jetzt ein Mann und musst für deine Frauen sorgen. Du wirst wohl auf die Jagd gehen müssen“, frägt Ko-Lata scharf.
    „Hast du schon eine Frau?“
    „Nein, warum?“
    Machque grinst ihn kurz an: „Dann kannst du ja auf Cora aufpassen, wenn ich nicht da bin!“
    „Moment mal... Ich muss jetzt wieder zurück zu meiner Trainingsgruppe.“ Er ist schon am gehen, als er sich noch einmal umdreht und zu Machque meint: „Und halte bitte Lilith von der Gruppe fern. Sie sollen auf dem Herbstfest als Schützen antreten.“
    „Ich kann’s ja mal versuchen.“

    „Hast du dein Zeug immer noch nicht verstaut, Quetit?“, will Machque am Abend wissen.
    „Ach, sollte ich das vielleicht selber machen?“, fragt Lilith zurück, als ob sie jetzt noch Dienerinnen hätte. „Ich werde mich ja wohl wirklich nicht selbst um eine solche Sache kümmern müssen. Das ist unter meiner Würde. Cora, mach‘ du das mal“, befiehlt sie.
    „Mhm“, murmelt Cora und fängt an, die Sachen auszupacken und in den Kisten zu verstauen, aber Machque nimmt ihren Arm und hält sie zurück.
    „Du kannst dein Zeug auch selber machen. Cora ist nicht deine Sklavin. Sie steht neben, nicht unter dir. Kapiert?“
    „Lass‘ gut sein, es macht mir nichts aus, Machque“, meint Cora gleichgültig, zuckt mit den Schultern, befreit sich aus seinem Griff und verräumt weiter Lilith Gepäck.
    „Siehst du, Bärchen, eins zu null für mich!!!“ Lilith lacht heiser auf.



    _______________________________________________
    @LOST: Extra für dich diesmal gaaanz schnell eine Fortsetzung. Wir sind jetzt übrigens auf Seite 20 von 41 in der Word-Version :zwinker:
    Und noch was: Machque wird nicht Häuptling und zieht auch nicht "ins Felde", dafür kommt noch so manche Wahrheit ans Licht - ihr könnt gespannt sein :zwinker:

    Klein-Bea, die Schreiberling, die kein Deutsch kann (*die dumme nuss die*)
     
  • kermit
    Gast
    0
    6 Februar 2004
    #43
    uuund weiiitaaaa :zwinker:
     
  • Kadi
    Gast
    0
    8 Februar 2004
    #44
    WEEEEEEEIIIIIIITTTEEEEERRRRR!!!! sofort! :zwinker:
     
  • Bea
    Bea (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    0
    vergeben und glücklich
    6 März 2004
    #45
    „Hey, Machque, wie lange willst du denn noch vor der Hütte rumhocken?“, ruft Lilith, die schon im Bett liegt, nach draußen.
    „Solange es mir Spaß macht!“, antwortet Machque leise. Lilith stöhnt hörbar genervt auf. „Willst du nicht noch etwas Tee mit uns trinken?“, fragt Machque Cora, die gerade mit einem Tonkrug voll Wasser vorbeigeht.
    „Wer ist uns?“, fragt Cora zurück, da Machque alleine vor einem kleinen Kessel sitzt, den ihm seine Mutter geliehen hat.
    „Ko-Lata wollte später noch kurz vorbeikommen.“
    Cora setzt sich neben Machque, lehnt sich an ihn und fragt dann: „Wer ist Ko-Lata?“
    „Ko-Lata? Das heißt Feuerhand. Er hat diesen Namen bekommen, weil er seine Hand eine ganze Zeitlang ins Feuer halten kann, ohne das es Brandnarben gibt. Er wird zum Medizinmann ausgebildet und er ist mein Freund. Einer meiner besten.“
    „Erzähl mir mehr von ihm.“
    „Frag‘ ihn doch selber weiter aus. Da kommt er übrigens schon.“ Ko-Lata schreitet auf Machque und Cora zu und hebt kurz die Hand. Machque erwidert seinen Gruß und weißt ihn an, sich zu setzten. „Cora hat mich gerade über dich ausgefragt, Ko-Lata“, fängt Machque das Gespräch an, nachdem die üblichen Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht wurden.
    „Cora? Ich dachte Lilith interessiert sich für mich?“
    „Ich muss doch schließlich die Leute hier im Dorf kennenlernen. Ich kann ja schlecht zu irgend jemandem kommen und sagen: ‚Entschuldige, aber ich kenne dich nicht, kann ich mir trotzdem einige Teeblätter von dir ausleihen?‘“, antwortet Cora anstelle von Machque.
    „Naja, in dem Punkt hast du schon recht, aber du vergisst, dass dich hier im Dorf inzwischen jeder kennt.“
    „Warum ist Cora so bekannt und von mir redet keiner?“, platzt Lilith in die gemütliche Runde. Sie hat ein leichtes Kleid für die Nacht an, das sich in seinem dunklen Braun seltsam von Lilith weißer Haut abhebt.
    „Lilith, geh wieder rein, das hier geht dich nichts an“, meint Machque anstatt ihr eine Antwort zu geben.
    „So, und Cora geht es etwas an. Sie ist schließlich noch nicht mal deine Frau und trotzdem darf sie bei Männergesprächen dabei sein.“
    „Gerade weil sie NICHT meine Frau ist, darf sie dabei sein und zweitens unterhält sie sich mit Feuerhand. Anders als du bemüht sie sich nämlich sich ins Dorfgeschehen einzugliedern und die Dorfbewohner kennenzulernen und jetzt geh wieder rein.“ Machque ist inzwischen aufgestanden und übertrumpft Lilith um über einen Kopf.
    „Das würde dir so passen, was?“, kontert Lilith.
    „Ja, das würde es.“ Er dreht Lilith um und stößt sie in die Hütte. Dort bleut er ihr ein, dass sie sich nicht mehr draußen blicken zu lassen hat. Als er wieder hinausgeht, findet er Cora und Ko-Lata in ein Gespräch vertieft. Er setzt sich zu den beiden und hört ihnen zu.
    „Also, Ko-Lata, was für eine Stellung hast du hier im Dorf genau?“, will Cora soeben wissen.
    „Ich bin Hilfsmedizinmann. Ich darf zwar noch keine größeren Rituale durchführen, aber wenn es dir mal schlecht geht, kannst du dich trotzdem vertrauensvoll an mich wenden.“
    „Ja, mach ich. Erzähl mir etwas von den anderen Leuten hier im Dorf.“
    „Nun, Tummaa-Tsé hast du ja schon kennengelernt. Das ist der Junge, der euch empfangen hat. Er ist der Neffe des Häuptlings, trotzdem ist Machque auserwählt worden, eventuell unser neuer Häuptling zu sein.“
    „Ko-Lata, warum soll eigentlich ich der neue Häuptling sein? Ich glaube nicht, dass ich dazu besonders gut geeignet bin“, wirft Machque ein.
    „Warum wehrst du dich dagegen? Jeder andere Jüngling wäre glücklich wenn er der Häuptling sein dürfte und du willst nur wissen, warum du.“
    „Ich wehre mich nicht direkt dagegen, aber du weichst meiner Frage aus.“
    Der junge Mann Machque gegenüber stößt einen tiefen Seufzer aus und will zu einer Erklärung ansetzen, als Tummaa-Tsé dazukommt.
    „Darf ich mich zu euch setzten? Was redet ihr gerade?“ Tummaa-Tsé ist ebenso wie Machque 19 Jahre alt. Er ist etwas kindlich und ein miserabler Schütze, warum er auch nicht mit auf die Jagd darf, sondern das Dorf gegen Eindringlinge schützen soll. Dennoch ist er, obwohl er sich nicht still halten kann, ein prima Kämpfer, und dabei einer der besten. Die langen schwarzen Haare, mit einem leichten Rotschimmer, sind mit einem Lederband im Nacken zusammengehalten.
    „Machque will wissen, warum er der nächste Häuptling sein soll“, antwortet ihm Ko-Lata ein wenig von oben herab. Er mag Tummaa-Tsé nicht besonders gern und geht ihm lieber aus dem Weg. Dennoch weiß er, wie sehr er und Machque befreundet sind und läßt ihn vollkommen in Ruhe.
    „Hm. Ich glaube ich kann dir helfen, Bär. Ich habe meinen Onkel ein wenig ausgequetscht und es herausgefunden. Der Rat der Weisen hat diese Sache eine ganze Zeit lang diskutiert, sie haben sich angesehen, wer von den jungen Männern am verantwortungsbewußtesten ist und gleichzeitig ein guter Kämpfer und Schütze. Und gegen Ende der Versammlung waren nur noch ein paar Leute übrig. Ko-Lata, Tsil-Iltschi, Kliuna-ai und du, Machque.“
    „Ich bin in die nähere Auswahl gekommen?“, wirft Ko-Lata ungläubig ein.
    „Ja, Tsil-Iltschi und Kliuna-ai sind bald rausgeflogen und dann wart nur noch ihr beide da. Nach dem was ich aus dem Gerede von meinem Onkel gehört habe, haben sie Machque genommen, weil du gerade zum Medizinmann ausgebildet wirst, Ko-Lata, und sie dachten sich, dass du, wenn du unser Medizinmann bist, zusammen mit der Häuptlingswürde und den Aufgaben zu viel zu tun hättest. Tut mir Leid für dich, Ko-Lata.“
    „Schon gut, ich hätte nie gedacht, dass ich überhaupt in Betracht gezogen werden würde.“ Er überlegt kurz und meint dann: „Du kannst doch sicher Cora etwas über Tsil-Iltischi und Kliuna-Ai erzählen. Ich möchte kurz alleine mit Machque sprechen.“
    Machque steht auf und geht mit Ko-Lata zusammen hinter die Hütte.
    „Machque, wie lange willst du dieses Mädchen hier behalten?“
    „Wen? Cora? Eigentlich für immer.“
    „Ich meine nicht Cora. Ich mag sie, sie ist völlig in Ordnung. Nein, ich rede von Lilith. Sie wird noch gewaltig Probleme machen.“ Ko-Lata schaut Machque eindringlich an. Machque schaut in die Ferne und versinkt in seinen Erinnerungen an Coa. „Hey, Machque.“ Ko-Lata holt ihn aus seinen Gedanken heraus. „Woran hast du gerade gedacht?“
    Machque schaut traurig auf den Boden. „An Coa.“
    „Deine Schwester?“ Machque nickt stumm. „Du vermisst sie, nicht wahr?“ Machque nickt abermals. „Ich würde gerne etwas wissen. Du musst es mir nicht sagen, wenn du nicht willst, aber stimmt das Gerücht, dass du Lilith nur geheiratet hast, um Coa zu retten?“
    „Ja, es stimmt. Deswegen versuche ich deinen Warnungen auch irgendwie auszuweichen. Ich muss sie hier behalten, ob ich will oder nicht.“
    „Ich weiß, ich nerve dich, aber ich möchte dir noch diesen einen letzten Rat geben: Pass auf Cora auf. Lilith ist maßlos eifersüchtig und ich würde mich nicht wundern, wenn sie ernsthaft versuchen würde, Cora zu töten. Ich weiß sehr wohl, dass du sehr stark bist, aber wenn du Cora auch noch verlierst, das wirst du nicht aushalten. Und das meine ich wirklich ernst, pass auf sie und vor allem auf dich auf.“
    „Hmm. Ich kann es ja versuchen, aber schließlich bin ich nicht immer da. Was, wenn ich auf der Jagd bin. Ich kann nicht zu den anderen sagen: ‚Ich muss leider auf meine Frauen aufpassen, bringt mir etwas mit!‘“
    „Darüber können wir uns immer noch sorgen. Du solltest dich aber jetzt mit Cora auf den Weg zur Hochzeitshütte am See machen. Es ist an der Zeit, dass ihr geht. Übrigens, morgen werde ich meine erste Prüfung ablegen indem ich euch traue.“
    „Du?“
    „Stört es dich?“
    „Nein. Wie soll ich das Lilith erklären? Ich meine, dass ich die ganze Nacht mit Cora verbringen werde?“
    Ko-Lata holt tief Luft. „Ich werde es ihr sagen!“
     
  • Mieze
    Mieze (34)
    Sehr bekannt hier
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    173
    2
    vergeben und glücklich
    6 März 2004
    #46
    Ich bin gerade erst auf diesen Thread aufmerksam geworden und muss sagen: Coole Geschichte :zwinker:
    Das ist mal was anderes :smile:
    Bea, ich freu mich schon auf die Fortsetzung!!!
     
  • kermit
    Gast
    0
    9 März 2004
    #47
    hammer geschichte!! wirklich kompliment....
    bin schonwieder so gespannt wies weiter geht..aiai.... :zwinker:
     
  • LOST
    LOST (33)
    Verbringt hier viel Zeit
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    91
    0
    Single
    17 März 2004
    #48
    Bea, wo hast du dir eigentlich damals die anderen Namen der Stammesmitglieder rausgesucht? Ko-Lata geht ja noch, aber Tsil-Iltschi, Kliuna-ai und Tummaa-irgendwas? Ok, es sind vielleicht Indianernamen, aber sie dienen nicht gerade dazu, einem die Personen näher zu bringen.
    Ich glaub, ich muss mir die Geschichte sowieso nochmal irgendwann von Anfang an durchlesen, denn warum weiß Machque vorher nicht, warum er der Chieftain wird? Sagt man ihm das nicht mit seiner Ernennung?
    Und warum weiß es dieser Tummaa-Tsé? Hat er im Dorf nix zu tun und spioniert darum die Ältesten aus?
    Ok, das war meine übliche Kritik, die in keinem meiner Posts hier fehlen darf. :grin:

    Dann noch ein Blick in die Zukunft: Geht Machque das Risiko ein, Cora zu verlieren? Oder murkst er vorher Lilith ab (Unfall :zwinker: )? Wohl eher nicht, weil dann ja der Kern der Geschichte hinfällig wäre.
    Aber vielleicht schläft Lilith mit Ko-Lata oder verführt irgendnen Dorftypen, der für sie Cora umbringen soll? Wer weiß.

    Etwas komisch finde ich ja noch, dass Lilith vor Machques Augen Cora fast erwürgen konnte und der starke Bär nicht einmal ihren Griff lösen konnte. Er schubst sie doch eh immer durch die Gegend und misshandelt sie (hinter dem Pferd herlaufen lassen, mehrere Meilen, im Galopp, also bitte!:zwinker: ), warum schlägt er sie nicht bewusstlos? Er ist doch so stark. :tongue:

    So, meine 2 cent zum neuesten Update, und ich freue mich natürlich auf jede Fortsetzung. :smile:
     
  • Bea
    Bea (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.315
    121
    0
    vergeben und glücklich
    18 März 2004
    #49
    *gggggggg*

    Also als erstes zu den Namen:
    Die Namen haben, bis auf Cora/Coa, immer eine Bedeutung. Ich lieste die mal kurz auf, okay?
    Machque: Bär
    Tsil-Iltschi: Bergwind
    Lowanachen (der Häutpling): Nordwind
    Tummaa-Tsé: Wolfsstein
    Kliuna-ai: Mond
    Ko-Lata: Feuerhand
    (Tskinnak: schwarzer Vogel <--- kommt noch nicht vor *g*)
    (Quetit (spitzname von Lilith): kleines Mädchen)
    Entschar-Tsé: (das weiß ich grad nicht... irgendwas mit Stein auch...)
    Also - die Namen hab ich aus verschiedenen Romanen... Viele aus Winnitou, einige aus "Regina - schwarzer Vogel" und dann noch aus verschiedenen anderen. Die hab ich dann oft einfach auseinander genommen, wieder zusammengefügt usw. :zwinker: Bis halt irgendwann die Namen entstanden waren *g*

    Also - Machque weiß nix davon, dass er Häuptling werden SOLL (er wurde noch nciht ernannt!!! Nur vorgeschlagen!!!), weil er überhaupt nicht da war *g*
    Tummaa-Tsé weiß davon, weil er mit dem Häuptling verwandt ist und nach ERBFOLGE der Nachfolger wäre :zwinker: Und natürlich die Absage bekommen hat...

    Und noch zu deinen Spekulationen: Nette Spekulationen, aber Lilith wird die "Drecksarbeit" selber erledigen :zwinker: Wie und wie's ausgeht wird nicht verraten *g*

    Das komische, da geb ihc dir voll recht :zwinker: Wie gesagt, bin z.Z. am durchkorrigieren :zwinker:)))

    Bea
     
  • LOST
    LOST (33)
    Verbringt hier viel Zeit
    89
    91
    0
    Single
    18 März 2004
    #50
    Ach, dann ist also Tsi-Iltschis Namensähnlichkeit mit Winnetous Pferd nicht von ungefähr. Ok, nun bin ich aufgeklärt und es kann weitergehen. :jaa: :grin:
     
  • 10 August 2004
    #51
    wooo?

    Phüü, immer noch keine Fortsetzung....
    WANN kommt denn die? die geschichte ist so spannend, ich wüsste so gerne, wie sie ausgeht...
     
  • Bea
    Bea (34)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    1.315
    121
    0
    vergeben und glücklich
    10 August 2004
    #52
    *lol* jaja- wenn ich ds nächste Mal meinen PC an hab UND dran denke, dann poste ich mal wieder ein paar Seiten :smile:

    Bea
     
  • Bea
    Bea (34)
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    vergeben und glücklich
    11 August 2004
    #53
    „Wenn du willst. Ich zwinge es dir nicht auf. Und wenn ich dir einen Tipp geben darf“, meint Machque ironisch, „lass dich nicht von ihr verführen.“
    Machque und Ko-Lata gehen wieder vor die Hütte und Ko-Lata nimmt Tummaa-Tsé beiseite, während Machque Cora an der Hand nimmt und mit ihr zum See schlendert.
    „Wohin führst du mich?“
    „Dorthin, wo wir die letzte Nacht vor unserer Hochzeit verbringen werden.“
    „Gibt es bei euch irgendwelche besonderen Regeln?“
    „Wahrscheinlich sind sie nicht viel anders als bei euch. Ich muss dich über die Schwelle tragen und dann dürfen wir uns die ganze Nacht und den darauffolgenden Tag nicht berühren, nichts essen und nicht schlafen. Das ist alles.“
    „Sonst nichts?“
    „Nein.“ Machque und Cora schlendern weiter am See entlang bis sie an der Hütte angelangten. „Wir dürfen auch nicht reden“, meint Machque beiläufig, gibt ihr einen Kuss und hebt sie dann über die Schwelle. In der Hütte brennt ein Feuer und an der hinteren Wand ist ein Stapel mit Holzscheiden, damit die beiden das Feuer nähren können. Machque setzt sich auf die eine Seite des Feuers, lehnt sich gegen den Stapel und starrt ins Feuer. Cora lässt sich auf der anderen Seite nieder, zieht ihre Beine heran, umklammert sie mit ihren Armen und legt ihren Kopf darauf. Immer wieder legt Machque etwas Holz ins Feuer um es nicht ausgehen zu lassen und achtet auch sorgfältig darauf, dass weder er noch Cora einschlafen. Von Zeit zu Zeit beschäftigt sich Cora mit der Erde am Hüttenboden: Sie zieht Linien und Kreise, lässt wunderbare Figuren entstehen, verwischt sie wieder. Gegen Ende der Nacht beginnt Machque damit, aus einem Holzstück eine kleine Figur zu schnitzen, die Cora mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm darstellt.
    Am Abend kommen Machques Vater und Coras Mutter, die aus Coras Dorf gekommen ist in die Hütte. „Komm mit, mein Sohn“, meint Machques Vater und führt Machque, der still aufgestanden und hinausgegangen war, auf die andere Seite des Sees. Dort wäscht sich Machque und zieht sein Hochzeitsgewand an: Eine weiße Hirschlederhose, die mit Perlen und Stachelschweinborsten verziert ist, neue Mokassins und ein braunes Hemd an. Alle diese Kleidungsstücke sind von seinem Vater in einer Nacht und einem Tag, wie es das Ritual verlangt hergestellt worden. Sein Vater kämmt ihm noch das Haar und bindet es mit einem Lederband im Nacken zusammen. „Du siehst großartig aus, mein Sohn. Komm, Ko-Lata erwartet euch bestimmt bereits.“ Machque folgt seinem Vater zur Dorfmitte, an der bereits ein großes Feuer entfacht wurde.
    Um das Feuer sind sämtliche Dorfbewohner versammelt. Je nach Rang sitzen sie schweigend an den entsprechenden Plätzen. Sein Vater, der im Rat der Weisen ist, lässt ihn außerhalb des Kreises stehen, schreitet hinein und lässt sich neben dem Häuptling nieder. Niemand spricht ein Wort. Auf der anderen Seite des Kreises sieht Machque Cora und ihre Mutter kommen. Auch Cora bleibt außerhalb, während ihre Mutter sich auf die andere Seite des Häuptlings setzt. Nach einigen weiteren stillen Minuten tritt Ko-Lata gefolgt vom Medizinmann in den Kreis. Beide haben ein weißes Hemd, eine weiße Hose und weiße Mokassin ohne jede Verzierung an. Ko-Lata trägt einen Stab, der aus dem Stamm einer jungen Kiefer gefertigt wurde. Am Ende ist eine Kugel angebracht von der kleine Glöckchen herabhängen. Ko-Lata verbeugt sich vor dem Häuptling.
    Ko-Lata deutet mit seinem Stab zuerst auf die eine, dann auf die andere Seite des Kreises, die Menschenmenge öffnet sich und herein treten Machque und Cora. Cora hat ein Kleid aus weißem Rehleder an, auf dessen Vorderseite die Symbole für Erde, Luft, Wasser und Feuer gestickt sind. Auf der Rückseite ist eine kleine Sonne. An Saum und Kragen des Kleides sind an dünnen Lederstreifen kleine Steine festgemacht, die bei jeder Bewegung aneinander schlagen und einen sanften Klang freigeben.
    Machque und Cora stellen sich vor Ko-Lata und dieser beginnt mit der Zeremonie.
    „Blut von seinem Blut, Blut von ihrem Blut. Ihr werdet euch verbinden, ihr werden eins. Die heilige Quelle des Lebens möge diese beiden Menschen hier für immer miteinander verbinden, auf das sie sich immer lieben werden.“ Ko-Lata nimmt ein Messer, hält es kurz in die Flammen des Feuers und ritzt dann den linken Oberarm von Machque und den rechten von Cora an. Er lässt einige Tropfen Blut von beiden in eine kleine Tonform laufen. Dann tritt der alte Medizinmann vor und gießt etwas Wasser in die Schale. Ko-Lata taucht einen kleinen Stab in die Schale, fügt ein gelbliches Pulver bei und rührt dann um. Nachdem sich das Pulver aufgelöst hat, streicht er einiges davon auf die Wunden von Machque und Cora. „Ihr seid nun eins. Verbunden in Geist und Seele wird der eine fühlen, was der andere fühlt, wird der eine den Schmerz erleben, den der andere erlebt.“ Damit ist die Zeremonie beendet. Die Dorfbewohner erheben sich und gehen zu ihren Hütten, aus denen sie einige Minuten später wieder mit ihren Geschenken hervorkommen.
    Cora und Machque stehen vor ihrer Hütte und begrüßen die Dorfbewohner, die herankommen um ihre Geschenke zu überreichen. da sind kleine Töpfe, große Töpfe, Teller, Gläser, eimerartige Behältnisse, alle Arten von Kochutensilien. Sie bekommen auch Kleidung und einen kleinen Vorrat an Essenssachen.
    „Siehst du? Jetzt können wir auch ohne die Unterstützung meiner Eltern leben.“
    „Mhm. Was passiert jetzt noch?“, will Cora wissen.
    „Als wir in der Hütte waren, haben die Frauen und Mädchen ein Festessen vorbereitet. Es findet hier statt. Aber wenn du willst können wir auch wegbleiben“, bietet Machque an.
    „Nein, nein. Ich will deine Leute nicht verärgern.“
    Machque nimmt sie an der Hand und führt sie um das Feuer herum auf die andere Seite, an der inzwischen auf Holzplatten Schüsseln mit den verschiedensten Essen aufgebaut wurden.
    „Such dir etwas aus. Du musst als neues Mitglied das Festessen eröffnen.“
    Cora nimmt sich eine der vorbereiteten Tonschüsseln, geht am Büfett entlang und nimmt sich hier und da etwas heraus. Ihr folgen Machque und Lilith, die nur widerwillig ebenfalls erschienen ist.
    Nach dem Festessen beginnt ein großer Tanz um das Feuer, dem Machque und Cora begeistert beiwohnen, von dem sich Lilith aber fern hält.
    „Ich muss kurz etwas erledigen“, flüstert Machque Cora zu und entfernt sich aus dem Kreis der Tanzenden. Er macht sich auf den Weg zur Hütte der Schamanen (Medizinmänner). „Ko-Lata, bist du da?“, ruft er in einiger Entfernung. Ko-Lata tritt aus der Hütte heraus. Inzwischen hat er nur noch seinen Lendenschurz an. Die kunstvolle Schminke wie auch die Ketten sind verschwunden.
    „Was gibt es?“
    „Hast du kurz Zeit?“
    „Stimmt etwas nicht?“
    „Nein, alles in Ordnung. Kannst du trotzdem kurz mitkommen?“
    „Klar, warte kurz, ich ziehe mich nur schnell fertig an.“
    „Ich warte.“ Ko-Lata dreht sich um, geht wieder in die Hütte und kommt mit seiner normalen Kleidung, einer Hose, Hemd und Mokassin, wieder heraus. Während sie zum See gehen, bindet sich Ko-Lata seine langen rotblonden Haare mit einem Band im Nacken zusammen.
    „Also, was liegt dir auf dem Herzen?“
    „Du kannst es dir wahrscheinlich denken.“
    „Lilith?“ Machque nickt kaum merklich. „Das dachte ich mir. Aber was habe ich damit zu tun?“
    „Du kennst die Tradition?“
    Die Beiden schlendern am See entlang. „Die der frisch verheirateten Menschen?“ Machque nickt wieder. „Und du willst, wenn wir es mal auf den Punkt bringen, dass ich Lilith von dir und Cora für diese Zeit fernhalte?“
    „Genau dieses. Was ist, tust du mir den Gefallen?“
    „Nein.“
    „Warum nicht?“
    „Wie lange bin ich jetzt eigentlich schon hier?“
    „Zwei Jahre, warum?“
    „Habe ich dir jemals erzählt, wo ich herkomme?“
    „Nein, aber was hat es damit zu tun?“
    „Lilith... Sie hat etwas damit zu tun.“
    „Du meinst, du kanntest sie schon davor?“
    „Ja.“
    „Aber warum hast du dann solche Hemmungen? Ich meine, sie macht sich zwar an jeden ran, aber du bist der einzige von den Leuten im Dorf, der ihr nicht sofort hinterher gestarrt hat. Du wolltest sie sogar möglichst schnell von hier los haben.“
    „Du weißt weder etwas über sie, noch über mich. Sie war nicht immer so.“
    „Was willst du damit sagen?“
    „Ich muss jetzt gehen. Denk darüber nach. Vielleicht ist Tumaa-Tsé ja bereit, dein Kindermädchen zu spielen.“ Ko-Lata lässt ihn am See stehen und geht davon zu seiner Hütte. ‚Wenn du meine Vergangenheit kennen würdest, würdest du keinen so fatalen Fehler begehen wollen‘, denkt er sich.
    Machque schaut Ko-Lata nach, bis dieser nicht mehr zu sehen ist. Dann macht auch er sich langsam auf den Rückweg. Auf halben Weg kommt ihm Cora entgegen. Er lächelt sie kurz an und nimmt sie dann bei der Hand. „Komm, wir gehen zum See. Ich zeige dir meinen Lieblingsplatz“, sagt Machque schnell und zieht sie hinter sich her. Als sie am See ankommen, setzt sich Machque auf einen kleinen Hügel. Cora lässt sich neben ihm nieder. „Siehst du, von hier aus kann man das ganze Dorf überblicken.“
    „Es ist schön hier.“ Sie lässt einige Zeit verstreichen. „Was hast du mit Ko-Lata zu reden gehabt?“
    „Woher willst du wissen, dass ich mit ihm geredet habe?“
    „Er ist ganz aufgebracht in seine Hütte gestürzt. Er kam aus Richtung See und kaum sucht man dich, findet man dich gedankenverloren eben dort.“
    „Ich habe ihn um etwas gebeten.“
    „Hat es etwas mit mir zu tun?“
    „Im Entferntesten. Aber warum erzähl ich dir das eigentlich alles? Es geht dich doch eigentlich gar nichts an.“
    „Du bist wohl einer von der ganz schnellen Sorte. Ich bin eben neugierig. Also, sagst du mir es jetzt?“ Machque schaut sie lächelnd an.
    „Du bist wirklich süß.“ Er nimmt sie in den Arm und redet dann weiter. „Ich wollte, dass er uns heute Nacht Lilith vom Hals hält. Mehr nicht.“
    „Mehr nicht? Ich glaube, dass es eine ganze Menge ist.“
    „Ich weiß selber, dass ich eine ganze Menge verlangt habe, aber ich dachte wir sind Freunde. Außerdem war er der einzige, der sich nicht sofort für interessiert hat. Das habe ich ihm auch gesagt, aber ...“ Machque bricht ab.



    { to be continued }
     
  • 13 August 2004
    #54
    uuh juuuhuu, das ging ja schnell :zwinker:

    ich hoffe, der nächste teil kommt auch bald... (will dich ja nicht stressen, aber es nimmt mich sooo wunder, wie es weiter geht)

    liiiebe grüüüüsse
    marzipanhäsli
     
  • LOST
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    25 August 2004
    #55
    Da hat sich wohl ein Rechtschreibfehler eingeschlichen. Warum sowas wohl in der Hütte rumliegt? Indianische Sexspielzeuge? :tongue:

    Ansonsten solls natürlich weiter gehen, wollt nur mal zeigen, dass ich noch da bin und lese. :zwinker:
     
  • 27 Oktober 2004
    #56
    Hat die Geschichte denn gar kein Ende, dass sie nicht weitergschrieben wird? Ich wäre soo gespannt auf die Fortsetzung. :grin:
     
  • Bea
    Bea (34)
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    vergeben und glücklich
    28 Oktober 2004
    #57
    Also momentan sind's in Word, Arial, 10 insgesamt 42 oder 43 Seiten :smile:

    So, jetzt hab ich extra mal schnell den entsprechenden Ordner im Netzwerk freigegeben, damit du die Fortsetzung bekommst :smile:

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    „Wenn du willst. Ich zwinge es dir nicht auf. Und wenn ich dir einen Tipp geben darf“, meint Machque ironisch, „lass dich nicht von ihr verführen.“
    Machque und Ko-Lata gehen wieder vor die Hütte und Ko-Lata nimmt Tummaa-Tsé beiseite, während Machque Cora an der Hand nimmt und mit ihr zum See schlendert.
    „Wohin führst du mich?“
    „Dorthin, wo wir die letzte Nacht vor unserer Hochzeit verbringen werden.“
    „Gibt es bei euch irgendwelche besonderen Regeln?“
    „Wahrscheinlich sind sie nicht viel anders als bei euch. Ich muss dich über die Schwelle tragen und dann dürfen wir uns die ganze Nacht und den darauffolgenden Tag nicht berühren, nichts essen und nicht schlafen. Das ist alles.“
    „Sonst nichts?“
    „Nein.“ Machque und Cora schlendern weiter am See entlang bis sie an der Hütte angelangten. „Wir dürfen auch nicht reden“, meint Machque beiläufig, gibt ihr einen Kuss und hebt sie dann über die Schwelle. In der Hütte brennt ein Feuer und an der hinteren Wand ist ein Stapel mit Holzscheiden, damit die beiden das Feuer nähren können. Machque setzt sich auf die eine Seite des Feuers, lehnt sich gegen den Stapel und starrt ins Feuer. Cora lässt sich auf der anderen Seite nieder, zieht ihre Beine heran, umklammert sie mit ihren Armen und legt ihren Kopf darauf. Immer wieder legt Machque etwas Holz ins Feuer um es nicht ausgehen zu lassen und achtet auch sorgfältig darauf, dass weder er noch Cora einschlafen. Von Zeit zu Zeit beschäftigt sich Cora mit der Erde am Hüttenboden: Sie zieht Linien und Kreise, lässt wunderbare Figuren entstehen, verwischt sie wieder. Gegen Ende der Nacht beginnt Machque damit, aus einem Holzstück eine kleine Figur zu schnitzen, die Cora mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm darstellt.
    Am Abend kommen Machques Vater und Coras Mutter, die aus Coras Dorf gekommen ist in die Hütte. „Komm mit, mein Sohn“, meint Machques Vater und führt Machque, der still aufgestanden und hinausgegangen war, auf die andere Seite des Sees. Dort wäscht sich Machque und zieht sein Hochzeitsgewand an: Eine weiße Hirschlederhose, die mit Perlen und Stachelschweinborsten verziert ist, neue Mokassins und ein braunes Hemd an. Alle diese Kleidungsstücke sind von seinem Vater in einer Nacht und einem Tag, wie es das Ritual verlangt hergestellt worden. Sein Vater kämmt ihm noch das Haar und bindet es mit einem Lederband im Nacken zusammen. „Du siehst großartig aus, mein Sohn. Komm, Ko-Lata erwartet euch bestimmt bereits.“ Machque folgt seinem Vater zur Dorfmitte, an der bereits ein großes Feuer entfacht wurde.
    Um das Feuer sind sämtliche Dorfbewohner versammelt. Je nach Rang sitzen sie schweigend an den entsprechenden Plätzen. Sein Vater, der im Rat der Weisen ist, lässt ihn außerhalb des Kreises stehen, schreitet hinein und lässt sich neben dem Häuptling nieder. Niemand spricht ein Wort. Auf der anderen Seite des Kreises sieht Machque Cora und ihre Mutter kommen. Auch Cora bleibt außerhalb, während ihre Mutter sich auf die andere Seite des Häuptlings setzt. Nach einigen weiteren stillen Minuten tritt Ko-Lata gefolgt vom Medizinmann in den Kreis. Beide haben ein weißes Hemd, eine weiße Hose und weiße Mokassin ohne jede Verzierung an. Ko-Lata trägt einen Stab, der aus dem Stamm einer jungen Kiefer gefertigt wurde. Am Ende ist eine Kugel angebracht von der kleine Glöckchen herabhängen. Ko-Lata verbeugt sich vor dem Häuptling.
    Ko-Lata deutet mit seinem Stab zuerst auf die eine, dann auf die andere Seite des Kreises, die Menschenmenge öffnet sich und herein treten Machque und Cora. Cora hat ein Kleid aus weißem Rehleder an, auf dessen Vorderseite die Symbole für Erde, Luft, Wasser und Feuer gestickt sind. Auf der Rückseite ist eine kleine Sonne. An Saum und Kragen des Kleides sind an dünnen Lederstreifen kleine Steine festgemacht, die bei jeder Bewegung aneinander schlagen und einen sanften Klang freigeben.
    Machque und Cora stellen sich vor Ko-Lata und dieser beginnt mit der Zeremonie.
    „Blut von seinem Blut, Blut von ihrem Blut. Ihr werdet euch verbinden, ihr werden eins. Die heilige Quelle des Lebens möge diese beiden Menschen hier für immer miteinander verbinden, auf das sie sich immer lieben werden.“ Ko-Lata nimmt ein Messer, hält es kurz in die Flammen des Feuers und ritzt dann den linken Oberarm von Machque und den rechten von Cora an. Er lässt einige Tropfen Blut von beiden in eine kleine Tonform laufen. Dann tritt der alte Medizinmann vor und gießt etwas Wasser in die Schale. Ko-Lata taucht einen kleinen Stab in die Schale, fügt ein gelbliches Pulver bei und rührt dann um. Nachdem sich das Pulver aufgelöst hat, streicht er einiges davon auf die Wunden von Machque und Cora. „Ihr seid nun eins. Verbunden in Geist und Seele wird der eine fühlen, was der andere fühlt, wird der eine den Schmerz erleben, den der andere erlebt.“ Damit ist die Zeremonie beendet. Die Dorfbewohner erheben sich und gehen zu ihren Hütten, aus denen sie einige Minuten später wieder mit ihren Geschenken hervorkommen.
    Cora und Machque stehen vor ihrer Hütte und begrüßen die Dorfbewohner, die herankommen um ihre Geschenke zu überreichen. da sind kleine Töpfe, große Töpfe, Teller, Gläser, eimerartige Behältnisse, alle Arten von Kochutensilien. Sie bekommen auch Kleidung und einen kleinen Vorrat an Essenssachen.
    „Siehst du? Jetzt können wir auch ohne die Unterstützung meiner Eltern leben.“
    „Mhm. Was passiert jetzt noch?“, will Cora wissen.
    „Als wir in der Hütte waren, haben die Frauen und Mädchen ein Festessen vorbereitet. Es findet hier statt. Aber wenn du willst können wir auch wegbleiben“, bietet Machque an.
    „Nein, nein. Ich will deine Leute nicht verärgern.“
    Machque nimmt sie an der Hand und führt sie um das Feuer herum auf die andere Seite, an der inzwischen auf Holzplatten Schüsseln mit den verschiedensten Essen aufgebaut wurden.
    „Such dir etwas aus. Du musst als neues Mitglied das Festessen eröffnen.“
    Cora nimmt sich eine der vorbereiteten Tonschüsseln, geht am Büfett entlang und nimmt sich hier und da etwas heraus. Ihr folgen Machque und Lilith, die nur widerwillig ebenfalls erschienen ist.
    Nach dem Festessen beginnt ein großer Tanz um das Feuer, dem Machque und Cora begeistert beiwohnen, von dem sich Lilith aber fern hält.
    „Ich muss kurz etwas erledigen“, flüstert Machque Cora zu und entfernt sich aus dem Kreis der Tanzenden. Er macht sich auf den Weg zur Hütte der Schamanen (Medizinmänner). „Ko-Lata, bist du da?“, ruft er in einiger Entfernung. Ko-Lata tritt aus der Hütte heraus. Inzwischen hat er nur noch seinen Lendenschurz an. Die kunstvolle Schminke wie auch die Ketten sind verschwunden.
    „Was gibt es?“
    „Hast du kurz Zeit?“
    „Stimmt etwas nicht?“
    „Nein, alles in Ordnung. Kannst du trotzdem kurz mitkommen?“
    „Klar, warte kurz, ich ziehe mich nur schnell fertig an.“
    „Ich warte.“ Ko-Lata dreht sich um, geht wieder in die Hütte und kommt mit seiner normalen Kleidung, einer Hose, Hemd und Mokassin, wieder heraus. Während sie zum See gehen, bindet sich Ko-Lata seine langen rotblonden Haare mit einem Band im Nacken zusammen.
    „Also, was liegt dir auf dem Herzen?“
    „Du kannst es dir wahrscheinlich denken.“
    „Lilith?“ Machque nickt kaum merklich. „Das dachte ich mir. Aber was habe ich damit zu tun?“
    „Du kennst die Tradition?“
    Die Beiden schlendern am See entlang. „Die der frisch verheirateten Menschen?“ Machque nickt wieder. „Und du willst, wenn wir es mal auf den Punkt bringen, dass ich Lilith von dir und Cora für diese Zeit fernhalte?“
    „Genau dieses. Was ist, tust du mir den Gefallen?“
    „Nein.“
    „Warum nicht?“
    „Wie lange bin ich jetzt eigentlich schon hier?“
    „Zwei Jahre, warum?“
    „Habe ich dir jemals erzählt, wo ich herkomme?“
    „Nein, aber was hat es damit zu tun?“
    „Lilith... Sie hat etwas damit zu tun.“
    „Du meinst, du kanntest sie schon davor?“
    „Ja.“
    „Aber warum hast du dann solche Hemmungen? Ich meine, sie macht sich zwar an jeden ran, aber du bist der einzige von den Leuten im Dorf, der ihr nicht sofort hinterher gestarrt hat. Du wolltest sie sogar möglichst schnell von hier los haben.“
    „Du weißt weder etwas über sie, noch über mich. Sie war nicht immer so.“
    „Was willst du damit sagen?“
    „Ich muss jetzt gehen. Denk darüber nach. Vielleicht ist Tumaa-Tsé ja bereit, dein Kindermädchen zu spielen.“ Ko-Lata lässt ihn am See stehen und geht davon zu seiner Hütte. ‚Wenn du meine Vergangenheit kennen würdest, würdest du keinen so fatalen Fehler begehen wollen‘, denkt er sich.
    Machque schaut Ko-Lata nach, bis dieser nicht mehr zu sehen ist. Dann macht auch er sich langsam auf den Rückweg. Auf halben Weg kommt ihm Cora entgegen. Er lächelt sie kurz an und nimmt sie dann bei der Hand. „Komm, wir gehen zum See. Ich zeige dir meinen Lieblingsplatz“, sagt Machque schnell und zieht sie hinter sich her. Als sie am See ankommen, setzt sich Machque auf einen kleinen Hügel. Cora lässt sich neben ihm nieder. „Siehst du, von hier aus kann man das ganze Dorf überblicken.“
    „Es ist schön hier.“ Sie lässt einige Zeit verstreichen. „Was hast du mit Ko-Lata zu reden gehabt?“
    „Woher willst du wissen, dass ich mit ihm geredet habe?“
    „Er ist ganz aufgebracht in seine Hütte gestürzt. Er kam aus Richtung See und kaum sucht man dich, findet man dich gedankenverloren eben dort.“
    „Ich habe ihn um etwas gebeten.“
    „Hat es etwas mit mir zu tun?“
    „Im Entferntesten. Aber warum erzähl ich dir das eigentlich alles? Es geht dich doch eigentlich gar nichts an.“
    „Du bist wohl einer von der ganz schnellen Sorte. Ich bin eben neugierig. Also, sagst du mir es jetzt?“ Machque schaut sie lächelnd an.
    „Du bist wirklich süß.“ Er nimmt sie in den Arm und redet dann weiter. „Ich wollte, dass er uns heute Nacht Lilith vom Hals hält. Mehr nicht.“
    „Mehr nicht? Ich glaube, dass es eine ganze Menge ist.“
    „Ich weiß selber, dass ich eine ganze Menge verlangt habe, aber ich dachte wir sind Freunde. Außerdem war er der einzige, der sich nicht sofort für interessiert hat. Das habe ich ihm auch gesagt, aber ...“ Machque bricht ab.
    „Was aber...? Machque, du kannst dein Schicksal nicht alleine tragen. Du weißt, dass ich Lilith genauso wenig ausstehen kann wie du, also, sag schon, was er gemeint hat.“
    „Ich wüßte weder über ihn, noch über Lilith irgend etwas.“
    „Was hat er damit gemeint?“
    „Kleine, wenn ich das wüßte, müsste ich nicht überlegen.“
    „Also, fassen wir zusammen. Du hast ihn gebeten auf Lilith aufzupassen, warum auch immer, und er hat Nein gesagt, mit der Begründung, du wüßtest weder über sie, noch über ihn etwas. Richtig?“
    „Ganz grob. Ja.“
    „Das gibt keinen Sinn.“
    „Das weißt ich auch selber. Ihr beide versteht euch doch ganz gut. Kannst du nicht noch einmal mit ihm reden?“
    Cora lacht leise. „Wie stellst du dir das eigentlich vor, Machque? Ich soll jetzt einfach zu Ko-Lata gehen und ihn fragen ob er es nicht noch einmal überlegen soll.“
    „Ja, so ungefähr habe ich mir das vorgestellt.“ Er legt sich auf den Rücken und verschränkt die Hände hinter seinem Kopf.
    „Vergiss es.“
    „Warum?“
    „Schau, Ko-Lata hat irgend etwas, was er verbergen will. Du kannst nicht von mir verlangen, dass ich ihn verletzte. Ich habe auch meine Geheimnisse, genauso wie du und Lilith und jeder. Er hat das Recht darauf, es dir dann zu erzählen, wenn er will. Ich mische mich da nicht ein.“
    „Na schön, dann müssen wir die Tradition eben sausen lassen.“ Machque steht ruckartig auf, lächelt sie kurz an und hält ihr dann seine Hand hin. „Komm, wir sollten zurückgehen, die anderen werden uns sonst noch vermissen.“
    Später am gleichen Abend: „Was passiert jetzt noch?“, will Lilith wissen, als Machque und Cora endlich in die Hütte kommen.
    „Nichts“, antwortet Machque. Er zieht sein Hemd aus, gibt Cora noch einen Gute-Nacht-Kuss und legt sich dann hin. Kurz darauf kommt Lilith und legt sich neben ihn.
    „Was machen wir beide jetzt noch?“
    „Wie wäre es mit schlafen?“
    „Eine wirklich gute Idee, wir könnten miteinander schlafen.“
    Machque dreht sich von ihr weg. „Vergiss es.“
    „Warum?“
    „Ich will nicht.“ Machque schließt die Augen und denkt daran, was Ko-Lata gesagt hat. Was er wohl damit gemeint hatte, er wüßte nichts über ihn oder Lilith? „Lilith?“
    „Ja?“
    „Erzählt mir von dir.“
    „Was willst du wissen?“
    „Wie war es im Schloss bevor ich gekommen bin, was hast du gemacht, wer war zu Besuch, wer ist deine Mutter? Alles eben.“
    „Ich kenne meine Mutter nicht. Ich hatte mal einen Bruder. Er ist vor zwei Jahren plötzlich verschwunden.“
    „Vor zwei Jahren?“
    „Ja, vor zwei Jahren. Kann auch sein, dass es etwas länger her ist.“
    „Wie sah er aus?“
    „Ich weiß es nicht mehr genau. Ich habe ihn nicht oft gesehen. Und wenn ich ihn mal zu Gesicht bekam, dann war es auch nur ganz kurz. Warum interessierst du dich so für ihn?“
    „Ach, nur so. Würdest du ihn noch erkennen, wenn du ihn wieder treffen würdest?“
    „Nein, ich denke nicht.“
    „Na egal. Lass uns jetzt schlafen, Kleines Mädchen.“ Machque lächelt sie kurz an und schläft dann auch sofort ein.
    ------------------------------------------------------------------------


    Das ist jetzt bis vollendete 24. Seite - von insgesamt 42 Seiten :smile:


    Viel Spaß beim Lesen
    Bea
     
  • 29 Oktober 2004
    #58
    ooh wow, dann haben wir ja grad mal die Hälfte der Geschichte :zwinker: !! hehe, hast du denn vor die ganze geschichte noch zu veröffentlichen, oder eher nicht?? :grin:

    also miiich würde es sehr interessieren...*grins*

    Liebe Grüsse
    Marzipanhäsli
     
  • Bea
    Bea (34)
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    29 Oktober 2004
    #59
    Dazu müsste ich sie erstmal fertig schreiben, meinst nicht? *grinsel* ... Ich sagte ja sie hat BISHER 42 Seiten und wandert jetzt schön langsam auf den "Höhepunkt" zu...

    Ich würde mich v.a. mal über Kritik freuen :smile:

    Bea
     

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