• Thomaxx
    Gast
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    2 Oktober 2004
    #101
    hey, ich will auch den Weg des geringsten Widerstandes gehen, ich will viel Geld ohne zu arbeiten :bier:

    mal zum Thema Ost-West Konflikt

    ich komme ja gebürtig aus dem Teil der DDR das von den Amis gg einen Teil Berlin's eingetauscht wurde, von daher ist unser Mißtrauen sowieso schonmal gg den Wessis da :grin:

    ....nein, ernsthaft:

    da ich ja beide Seiten kenne als sozusagen auf beiden Seiten der Mauer schon lebte (seit neuestem jetzt in der Nähe von Stuttgart, vorher schon in Hessen)

    vieles wird in den Medien auch künstlich geschürt, ich habe im "Westen" eigentlich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, alle waren eigentlich nett und sind es sogar immernoch, aber was mir auffällt ist eben das Unwissen der "Wessis" über den "Osten", da sie ihre Lebensverhältnisse und Möglichkeiten auf den Osten projezieren und meinen Sie hätten die gleichen Chancen, haben Sie aber nicht, es gibt nunmal kein Mercedes Werk und auch kein Porsche Werk, kein Phillips werk usw in Sachsen-Anhalt die eben mal 30.000 Arbeitsplätze schaffen usw. es ist ungleich schwerer, da alle großen Firmen nach ende des 2. WK eben "rübergemacht" sind, wer weiß denn eben noch das Audi früher "Horch" hieß (Audi ist lateinisch für Horch) und in Zwickau seinen Sitz hatte, oder dass das Hauptwerk von BMW in Eisennach war und in München nur Flugzeuge gebaut wurden, das sind eben Arbeitsplätze die fehlen - alle großen Firmen sitzen eben im Westen und dort gibt es eben die Arbeitsplätze, für den Osten bleibt eben nicht viel und das ist das Problem.....fortsetzung folgt
     
  • Mr.Eierhals
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    Verlobt
    3 Oktober 2004
    #102
    Und man bedenke die Arbeitsplatzvernichtung seit der Wende im Osten....
    z.B. in den BUNA-Werken (bei Halle) ~30000 Arbeitsplätze weg, Leuna (bei Merseburg,10km von Halle) ~40000 Jobs weg......sämtliche produzierende Betriebe der Schwerindustrie in Halle dichtgemacht (als letztes wird der Waggonbau Halle-Ammendorf folgen)..... und und und...diese Liste ließe sich unendlich weiter führen. Das waren alleine in der Stadt Halle und im Umland rund 120000 Arbeitsplätze in den Bereichen der Chemie und der Schwerindustrie die mir nichts Dir nichts weg waren!! Gut die Hälfte aller Arbeitsplätze in der Region !

    In meinen Augen ist es verständlich,wenn ein Facharbeiter oder Ingenieur, der jetzt 45 Jahre alt ist, der keine Arbeit mehr hat, aus der Arbeitslosenstatistik schon lange raus ist,weil er seit Jahren zum Sozialfall geworden ist,davor von einer sinnlos ABM in die nächste geschickt wurde und eine Familie von 4 Kindern großzieht sich die DDR zurückwünscht. Da gab es Arbeit,die Gleichberechtigung der Frau, ein ersklassiges Netz von Kindergärten und eine gute,fundierte Ausbildung.(In der DDR gab es sogar das Recht auf Arbeit,Das Recht auf Bildung in der Verfassung !) Das waren Dinge,über die mußte niemand nachdenken,das war einfach Da.

    Allerdings ist es bemerkenswert,daß weniger die Ostdeutschen, die zu großen Teilen immer mehr verarmen, die Mauer zurückwollen sondern gerade der Anteil der Westdeutschen fast doppelt so hoch ist. Das hat mich nun doch ziemlich derb überrascht.
    Woran liegt es also ? Der Solizuschlag kann es nicht sein,der wird im Osten wie im Westen bezahlt. Die anderen Steuern sind ebenfalls hüben wie Drüben die Selben.Das die Preise im Osten niedriger sind ist nicht wahr(sieht man mal von Grundstücken ab,aber wer will schon ein Grundstück,wenn keine Arbeit in der Nähe ist). Miete,Energie,Lebensmittel und Konsumgüter kosten in etwa das selbe. (im Osten sind zwar die Mieten billiger,dafür aber das Wasser/Abwasser z.T. mit astronomischen Preisen belegt). Das Auto und das Benzin kosten genausoviel in Leipzig wie in Stuttgart.
    Sollte es evt.daran liegen,daß man im Westen jetzt mit genau den selben Methoden vorgeht,die man im Osten seit über einem Jahrzehnt bis zur Perfektion entwickelt hat? (Da solltet ihr z.B. mal Betriebsräte aus Ost-Firman fragen,was da so z.T. abgegangen ist).
    Oder ist der Ostdeutsche einfach nur realistischer,was die derzeitige plitische und die Wirtschaftslage angeht ? Oder ist er solidarischer und nimmt mehr einschneidende Maßnahmen hin als der Westler?

    Könnte es sein,daß die Mentalität der Westdeutschen eher in Richtung MEIN HAUS, MEIN AUTO, MEIN BANKKONTO.......alles andere ist mir egal... tendiert während der Ostler immer noch ein WIR SIND DAS VOLK auf den Lippen hat und seine Meinung zur Politik lautstark zum Ausdruck bringt ?
    Hatte mein Staatsbürgerkundelehrer am Ende doch recht,als er sagte:

    "Der Kapitalismus ist die hemmungslose Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und dieser ist Aufgrund seiner Geldgier wirtschaftlich zu ständigem Wachstum verurteilt. Wenn es nichts mehr gibt wohin er wachsen kann,dann folgt irgendwann irgendwo auf der Welt ein größerer bewaffneter Konflikt,damit dann wieder ein neuer Markt erschlossen werden kann.

    Scheint zu stimmen.......Die Amis haben ja nun den Kreuzzug: "Kampf gegen den Terror" ausgerufen (sollte lieber jetzt hole ich mir das Öl heißen.) und wenn wir auch im Irak nicht mitmachen (Das einzige was Schröders Regierung zu Gute zu halten ist) so machen wir doch in Afghanistan mit........das übrigens selbst die Sowjet-Armee,welches damals die stärkste konventionelle Armee der Welt war, nicht unter Kontrolle bringen konnte......
    Sehe ich mir die Geschichte an,dann sehe ich beunruhigende Parallelen.....
    nehmen wir nur die 20ér/30ér Jahre des letzen Jahrunderts......also die Weimarer Republik. da gleichen sich derartig viele Dinge mit der jetzigen Lage. sehe ich z.B.hohe Arbeitslosigkeit, Kriminalität,steigende Inflation (geschickt mit der Euro Einführung getarnt), und die zunehmender Radikalisierung der Gesellschaft. Alles zusammen übrigens hat einst von einer Demokratie zu einem Polizeistaat geführt und dieser ab 1933 dann zum finstersten Kapitel der Deutschen Geschichte.
    Auf dem Weg zum Polizeistaat sind wir ja nun bereits ("Kampf gegen den Terror" seht euch mal die neuen Gesetze an !). Und wenn ich dann lese : "Die Ossis sind an allem Schuld" wird mir nur noch schlecht.......Diesen Satz gab es auch schon,mit einem einzigen kleinen Unterschied: Damals stand anstatt "Ossis" das Wort "Jude" drin....................
    WEHRET DEN ANFÄNGEN.....EIN FEINDBILD IST SCHNELL ERSTELLT !!
     
  • simon1986
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    #103
    Danke für den interessanten Bericht! Ich komme nicht bis ins letzte Detail draus, aber ich seh jetzt Vieles klarer. Ich beginne mich auch zu fragen warum die ganze Wiedervereinigung so überstürzt vorsich gehen musste.
     
  • unbekannte
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    #104

    soweit ich das weis war das alles ein zufall

    niemand hat damit gerechnet das die mauer weg geht!

    das ist so als setze man sich für was ein von dem man genau weis das es sehr unwahrscheinlich ist das es passiert. d.h. man erzählt ja das muss man machen und es wäre ja so schön aber die konkrete umsetzung wird kaum behandelt weil man nicht glaubt das es passiert

    wenn ich mich richtig erinner ist die mauer gefallen weil ein ostpolitiker meinte man will das ausreiserecht lockern (also die ausreise in den westen für urlaub) und auf die frage ab wann das gelten soll wusste er keine antwort so schnell (er erzählte ja nur was die chefs sagten) und er sagte "ähm ich vermute ab jetzt sofort" da das im tv übertragen wurde kamen tausende die mal westberlin besuchen wollten an die mauer bloß die an der mauer hatten kein tv und wussten von nix... und am anfang haben sie noch wiederstand geleistet und als es immer mehr leute wurden haben sie einfach kapituliert und dann konnte man es wohl nicht mehr stoppen


    Sato :karate-ki


    PS: ich hab das alles damals in den nachrichten verfolgt wie die mauer auf ging (war noch zu jung um in staunen auszubrechen oder so) und weis noch genau wie wir am nächsten tag bei reichelt waren und jedes regal leer war um 9 uhr morgens es sah aus wie nach einem tornado =D
     
  • simon1986
    simon1986 (34)
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    #105
    Dass die Mauer fiel verstehe ich, da wäre ich auch dabei gewesen. (Wir können auch ungestört durch den Wald nach Frankreich spazieren, obschon wir nicht mal in der EU sind!)
    Aber die sofortige Vereinigung der beiden total unterschiedlichen Staaten???! Ich finde die DDR hätte so eine Art Schonzeit gebraucht? Sie war ja nach dem Mauerfall kein Terrorstaat mehr.

    (vieleicht irre ich, wir sind im Geschichtsunterricht noch nocht "dort")
     
  • unbekannte
    unbekannte (36)
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    3 Oktober 2004
    #106
    die schonfrist war von mauerfall bis wiedervereinigung also von ähm 11.9 (war es der oder denk ich grad an wtc?) 1989 bis 3.10.1990

    war viel druck von der bevölkerung dahinter
     
  • Mr.Eierhals
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    4 Oktober 2004
    #107
    Hier noch mal eine kleine Auffrischung der damaligen Geschehnisse......
    Am 9.November 1989,abends, stellte das damalige Mitglied des Politbüros Günter Schabowski den, kurz zuvor gefaßten, Beschluß der DDR Regierung über die neuen Ein und Ausreisebestimmungen vor. Diese Pressekonferenz wurde unter anderem auch in der gesammten DDR im DDR Fernsehen Live übertragen.
    Dabei interpretierte er eine Passage derart, daß ab sofort jeder DDR Bürger zum Zweck der ständigen Ausreise die Grenze passieren könne. Dabei blieb er auch nach einer Nachfrage eines Journalisten (der kam ,glaube ich, von der BBC).

    Vorangegangen waren die Massendemonstrationen, die sogenannten Montagsdemos, die erst nach den Botschafsbesetzungen,vor allem in Prag, erheblichen Zulauf hatten.
    Damals kam auch die Parole: "Wir sind das Volk-Wir bleiben hier!" auf, da die Besetzer der Prager und der Warschauer Botschaft die Ausreisegenehmigung hatten. Diese kürzte sich dann später auf "Wir sind das Volk" ein.


    An diesem Tag, dem 9.11.89, durch den Druck des Volkes auf der Straße,aber vor auch Dank des Herrn Schabowski und des Grenzoffiziers,der, angesichts der vielen Menschen,die durch den Fernsehbericht mit Kind und Kegel plötzlich an den Grenzübergängen autauchten, die Grenze öffnete und nicht "mit der Waffe in der Hand bis zur letzten Patrone den Frieden und Sozialismus verteidigte", fiel die Mauer.

    Da hatte kein Kohl ,kein Politiker außer besagtem Schabowski, in irgendeiner Form einen Anteil am Mauerfall. Gut,man muß natürlich Gorbi danken,das er keine Panzer hat rollen lassen,wie es 1968 in Prag der Fall war.
    Ich war an besagtem Tag übrigens in Berlin,sah das im TV und machte mich auf zur Mauer. Fragt mich bitte nicht wo das war,ich bin einfach den Massen hinterhergelaufen.
    Wer es nicht erlebt hat......da spielten sich unbeschreibliche Szenen ab.
     

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