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    4 August 2020
    #1

    "Digital" trauern

    Ihr Lieben,

    Tod und Abschied hat sich bei mir mittlerweile, wie sicher auch bei vielen von euch, auch ins digitale verlagert.

    Früher bewahrte man Postkarten, Bilder oder Geburtstagskarten auf. Aber heute haben wir diese Sachen kaum noch.

    Stattdessen habe ich nun WhatsApp-Verläufe von verstorbenen Freunden auf meinem Handy, Bilder von ihnen in der Foto-App, Videos, etc.

    Wie geht ihr damit um?
    Löscht ihr Nummern Verstorbener vom Handy?
    Was macht ihr mit den WhatsApp-Verläufen, den Mails, den SMSen?
    Den Bildern und Videos?
    Löscht ihr Verstorbene aus WhatsApp-Gruppen?
    Was macht ihr mit den Facebookseite, Instagram und Co?

    Und habt ihr euch Gedanken über euer eigenes digitales Erbe gemacht? ("Wenn ich sterbe, dann lösche meine Browserhistory, bevor Mama meinen PC in die Finger bekommt!!!") Haben Freunde und Verwandte eure Zugangsdaten, um Profile zu löschen, zb bei Facebook?
     
  • Nicht die richtige Frage? Hier gibt es ähnliche Themen:
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    #2
    Eine mir sehr nahstehende Cousine ist plötzlich vor zwei Jahren gestorben. Ich schaue heute noch manchmal in unseren WhatsApp-Verlauf und würde den auch nie löschen. Auch die Bilder, die ich von und mit ihr habe, bleiben auf meinem Handy, nach einiger Zeit habe ich ihrer Mutter einige geschickt, damit sie diese auch hat. Ihr Facebookprofil wurde auf Betreiben ihrer Familie gelöscht, ich hätte sie nie aus der Freundesliste genommen.

    Mir ist klar, dass die Nummer nach einiger Zeit neu vergeben werden könnte... darum habe ich dem Drang, mich schriftlich zu verabschieden, auch nicht nachgegeben. (In der ersten Zeit hat es ihre Familie immer wieder gelesen, um Freunden und Bekannten Bescheid zu geben, da wollte ich nichts privates schreiben.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 August 2020
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    #3
    Oh ja, ich habe Mal eine Nachricht an eine verstorbene Freundin geschickt, die später auf "blaue Haken" umsprang. Das war extrem gruselig. War wohl die Polizei gewesen, ihr Eltern hatten zudem Zeitpunkt noch keinen Zugang zu ihren Sachen.
    Gruselig war bei einem anderen Freund die Einblendung "letzte Mal online...". Das Handy hat den Unfall auch nicht überstanden, dort steht also quasi sein Todeszeitpunkt. Nicht schön.
     
    • Lieb Lieb x 12
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    4 August 2020
    #4
    Ich schätze ich brauche das Dauerhafte nicht so sehr. Ich trauere einmal, dann richtig und dann ist es durch, und friedlich, einfach ein "Fehlen" wo vorher jemand war.
    Vermutlich hebe ich einfach die üblichen Dinge auf - Bilder oder Geschenke.
    Explizit Nachrichtenverläufe (egal in welchem Format) hab ich noch nie bewusst aufgehoben. Handynummern lösche ich, Nachrichten irgendwann auch, Profile irgendwo jetzt nicht aktiv, aber ich "brauche" auch ihren Fortbestand nicht.
    Alles was ich zu Personen für mich aufheben möchte ist in meinem Kopf und meinen Tagebüchern.

    Für mich selbst - mir wäre es ja komplett egal was man damit tut. Kann gelöscht, gelassen, ignoriert werden, gelesen werden, veröffentlicht werden... ist mir egal, wenn ich nicht mehr da bin soll jeder das damit tun, was ihm gut tut.
    Es gibt eine Liste mit Passwörtern, ansonsten geht das auch rechtlich, meines Wissens.
    Off-Topic:
    Ich hoffe einfach meine Eltern zu überleben, um ihnen das zu ersparen.
     
  • User 158678
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    4 August 2020
    #5
    Meine Kinder werden mich wohl für das digitale Erbe noch zweimal zusätzlich in die Hölle schicken.....

    Digitale Inhalte sind auf der internen RAID-Station gesichert. ( Bilder, Videos, Mails )
    Die Inhalte von verstorbenen musste ich noch nicht sichern, denn so eng waren die Einschläge noch nicht.
    Whatsapp-verläufe werden eh jährlich gesichert, schon wenn man mal das Handy aus irgendwelchen Gründen auf Werkseinstellungen zurücksetzen muss..
    Whatsapp-Gruppen verwalte ich nicht, da hab ich keinen Zugriff auf die Einstellungen und außerdem ist nur eine Gruppe auf dem Handy.
    Frazebook und Insta kennt mich nicht

    edit : Ergänzung: Browser-Verläufe und Cookies werden am Ende der Sitzung konsequent gelöscht
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 August 2020
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    4 August 2020
    #6
    Als mein bester Freund vor 4 Jahren verunglückte, wollte ich ursprünglich alles löschen, aber im nachhinein bin ich froh, dass ich das nicht getan habe.
    Seine Handynummer ist immer noch eingespeichert und auch WhatsApp-Verläufe wie SMS und Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter existieren noch. Manchmal gibt es mir einfach unglaublich viel Kraft und neuen Mut, wenn ich nochmal seine Stimme hören kann oder etwas von ihm lesen kann. Allerdings wurde seine Nummer aus sämtlichen WhatsApp-Gruppen genommen, denn falls die Nummer neu vergeben wird, soll derjenige keine Nachrichten von uns erhalten.
    Bilder und Videos habe ich behalten, manchmal schaue ich sie mir auch noch an und ich habe ein Selfie von uns beiden an meine Fotowand gehängt. Ich habe seiner Mutter damals auch noch ein paar Bilder geschickt, auf denen nur er zu sehen war.
    Ob seine Facebookseite noch existiert? Keine Ahnung, aber sein Instagram Account gibt es noch. Manchmal seh ich ihn mir an in der Hoffnung etwas neues zu entdecken, aber das ist nur träumerei.

    Ja, einerseits schon, aber andererseits: ich lebe dann nicht mehr, wenn es meiner Familie hilft meine Sachen durch zu sehen, bitte tut euch keinen Zwang an :grin:

    Nein, für diesen Fall existiert ein Umschlag mit Passwörtern an eine besondere Person, der ich grenzenlos vertraue.
     
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    4 August 2020
    #7
    Ich habe für Euch eine einfache und durchschlagende Antwort: verzichtet einfach auf diesen Unsinn und Ihr müßt Euch um solche "Probleme" auch nicht sorgen. Habt Ihr das alle nicht kapiert ? Nein ? Dann kann ich Euch auch nicht helfen.
     
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    4 August 2020
    #8
    Als ein Freund von mir vor 9 Jahren gestorben ist, habe ich alle digitalen Erinnerungen behalten. Das war noch vor der großen WhatsApp-Welle, also habe ich unsere ICQ-Chats gesichert, und auch in meiner PlayStation Freundesliste ist er nach wie vor. Ich mag das, so ist er immer noch ein wenig da. Ich hab ihn aber auch als Erinnerung zum Haupthelden meiner Buchreihe gemacht :smile:

    FraukeNydar hast du tatsächlich im Internet gepostet dass man den Mist mit dem Internet sein lassen soll? xD
     
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    #9
    Ich finde, der beste Ort für Erinnerungen ist in seinen Gedanken. Ich brauche keine Fotos, Texte usw. Und wenn sie im Kopf dann verblassen, ist es auch gut und echt.
     
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    #10
    crawlerX: Ja, das habe ich - stört es Dich ?
     
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    #11
    Warum bist du dann hier, wenn das alles Quatsch ist?
     
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    #12
    Nein. Ich habe die Handynummer meiner Tante immer noch eingespeichert, obwohl sie mittlerweile natürlich neu vergeben wurde.

    Ich habe das nie gelöscht. Wobei es in meinem Fall Briefe gibt - die habe ich auch nie weggeworfen.

    Alle feinsäuberlich aufgehoben.

    Hatte sie noch nicht, da sie 2010 ins Koma fiel und da das zumindest bei Erwachsenen (Facebook) noch nicht so extrem verbreitet war.

    Ganz allgemein:

    Nein, ich hebe Dinge auf, die mich an geliebte Menschen erinnern, die entweder schon tot sind oder in absehbarer Zeit sterben werden. von meiner (lieberen) Oma habe ich ein Geschenk aufgehoben, das ich vor ~ 20 Jahren bekam: Es war ein Buch aus der Mini-Reihe und landete nicht in der Momoxkiste.

    Ich habe schon daran gedacht, eine Liste aller meiner Accounts samt Passwort zu erstellen, um da eben meinen Nachlass regeln zu lassen, bin aber bisher noch nicht damit fertig.
     
  • Ironheart74
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    4 August 2020
    #13
    Ich muss sagen, dass ich meinen Papa. der vor etwas mehr als einem Jahr gestorben ist, auch noch im Handy gespeichert habe. Die Nummer ist zwar längst gekündigt, aber ich kann ihn nicht löschen. Whatsapp usw. habe ich mit ihm nicht genutzt, so gesehen gäbe es da nichts zu löschen. Sein FB Profil haben wir nach etwa einem Jahr auf den Gedenkmodus umgestellt.

    Die Nummer von einem Freund der vor 5 Jahren gestorben ist habe ich nach ca. 3 Jahren oder so dann erst gelöscht. Aber ich denke auch so öfters an ihn und ich werde auch an seinem Todestag wieder sein Grab besuchen und ihm ein Kerzchen anzünden.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 4 August 2020 ---
    Logische Konsistenz und Konsequenz sind nicht gerade deine Kernkompetenzen, oder?

    Und warum sollte man auf social Media und so Dinge wie whatsapp aus diesem Grund verzichten? Natürlich kannst du dich auch gerne in die kommunikative Steinzeit zurück begeben und dich mittels Höhlenmalereien der Nachwelt hinterlassen, aber Fakt ist, dass wir heutzutage sehr vielfältige Kanäle zur Kommunikation benutzen und da ist die Fragestellung der TE absolut gerechtfertigt und Überlegungen wie man damit nach dem Tod eines geliebten Menschen umgeht, sehr angebracht.
     
  • Dark84
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    4 August 2020
    #14
    Ich hoffe ja, dass wir eines Tages überhaupt nicht mehr uns damit beschäftigen müssen...

     
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    #15
    Off-Topic:
    Wieso sollte man das denn ernsthaft wollen?
    Natürlich möchte niemand alt werden und sterben, aber in natürliche Prozesse so massiv einzugreifen, kann einfach nicht gut sein.
     
  • Dark84
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    #16
    Off-Topic:
    *Natürlich* lebten wir zuletzt vor 50.000 Jahren. Natürliches Leben - was verstehst du darunter? Vor 150 Jahren hatten Frauen im Durchschnitt 8 Kinder; 5 davon bereits gestorben sind, bevor sie erwachsen waren.

    Warum sollte man also ernsthaft die Kindersterblichkeit auf fast 0 reduzieren? ... Deine Frage vor 5 Minuten umformuliert. Vor 150 Jahren.
     
  • User 157013
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    #17
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    #18
    Da ich kein großes Interesse an Technik habe und auch zu faul bin, mich damit zu beschäftigen, sind die letzten Erinnerungen an einen verstorbenen, engen Freund, mit dem letzten Handy in den ewigen Jagdgründen verschollen. Das letzte Bild verschwand dann, als Vampyrefreaks abgeschafft wurde.

    Ich finde das gut so. So wie ich nicht mehr so traurig bin, so hab ich ihn auch nicht mehr jeden Tag vor Augen. Umso mehr ich mich gelöst habe, umso mehr haben sich diese Dinge von mir gelöst. Ich würde es nicht zurück haben wollen, genauso wenig, wie ich ihn vergessen wollen würde. Es ist, wie es ist.
     
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    4 August 2020
    #19
    Der schlimmste Tag der Trauer für mich bislang war - in einer Zeit, als es noch keine Smartphones gab - als mir bewusst wurde, dass ich nicht mehr weiß, wie meine 4 Jahre zuvor verstorbene Uroma sich angehört hat. Wie ihre Stimme war. Das hat mich Jahre nach ihrem Tod völlig aus der Bahn geworfen, diese unwiderbringliche Unendlichkeit, die durch absolut nichts zu ändern ist. Und jetzt noch 20 Jahre später wäre ich froh, wenn ich das ändern könnte und nicht nur ganz vereinzelte, gestellte Familienfotos hätte, wo ich erstmal suchen und überlegen muss.
    Auch bei meinen Großeltern hab ich nur noch ganz vereinzelte Erinnerungen an bestimmte Gegebenheiten, wo ich sie klar vor Augen habe. Und ich finde es tieftraurig, dass mein Sohn sie nie kennenlernen konnte und nie auch nur eine Ahnung haben kann, warum sie mir so viel bedeutet haben.

    Daher: Natürlich werde ich Videos und dergleichen aufheben von Verstorbenen. Die Erinnerung verschwimmt und verblasst so schnell. Während man noch mitten in der Trauerphase drin ist und Abschied nehmen will, tut das weh und reißt die Wunde auf. Aber danach, wenn man sich ohne tiefe Traurigkeit an den Menschen erinnern kann, wie er war, wie er sich anhörte, wie er gescherzt hat und was ihm wichtig war, da finde ich, hilft das ungemein und nimmt dem Tod ein Stück weit den Schrecken.

    Ich mein, wieviele Fans von Linkin Park kramen die Alben raus, um sich an Chester Bennington zu erinnern? Oder Fans von Queen? Oder....
    Warum soll ich mich dann privat bei Menschen, die ich liebe, ohne Erinnerungsstücke verabschieden?
     
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    4 August 2020
    #20
    Fotos würde ich niemals löschen, für mich stellen sie Erinnerungen dar, die ich nicht ausradieren möchte. Bei schriftlichen Dingen, wie WhatsApp-Verläufen, ergeht es mir ähnlich.
    Anders empfinde ich mit Sprache.
    Bei einem Freund, der sich das Leben genommen hatte, habe ich noch 2x seine Mailbox angerufen, um seine Stimme zu hören. Zu schmerzhaft.
    Von meiner verstorbenen Mutter hatte ich eine Nachricht auf dem Telefon gespeichert. Sie bleibt da, aber abhören werde ich sie nicht mehr. Ich fürchte, es würde mir zu nahe gehen.
     
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