• Funksoulbrother
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    10 März 2020
    #1

    Emotionaler Missbrauch durch Eltern

    Hallo!

    Ich habe vor ungefähr zwei Wochen im Zuge des Todes meiner Mutter vor einigen Monaten bei der Aufarbeitung dieser Erfahrung erkannt, dass ich von meiner Mutter emotional missbraucht wurde (sie alleinerziehend, ich Einzelkind), was für mich ein großer Schock ist, weil mir das vorher niemals klar war.

    Gibt es hier im Forum Mitglieder, die auch unter emotionalem Missbrauch durch ihre Eltern litten und leiden?

    Ich selber suche gerade Orientierung, weil die Folgen dieses emotionalen Missbrauchs für mich sehr beängstigend sind.

    Ich grüße euch

    M.
     
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    10 März 2020
    #2
    Hier

    Wie kann ich dir helfen?
     
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  • User 174959
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    10 März 2020
    #3
    Ich weiß nich in wie weit das Thema definiert wird... aber ich war kein Wunschkind... das hab ich mehr als einmal in verschiedenen Ausführungen gehört/gespürt
     
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  • WeBär
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    10 März 2020
    #4
    Schön das es dich gibt :knuddel::herz:
     
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  • Angel.From.Below
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    10 März 2020
    #5
    Missbrauch im Sinne von emotionaler Gewalt / Terror? Oder Missbrauch im Sinne von Überfürsorglichkeit / sehr stark ausgeprägtem Beschützerinstinkt? Letzteres klingt zwar harmlos, aber auch das hat seine Folgen...
     
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    10 März 2020
    #6
    Das ist aber wirklich traurig.
    Denn nur weil ein Kind nicht gewollt/geplant war muss es das ja nicht zu spüren bekommen. Schließlich hat man ja auch die Möglichkeit sich gegen ein Kind zu entscheiden.

    Unser Sohn war auch nicht geplant nach nur 5 Monaten Beziehung, wir damals beide noch in der Ausbildung und zu Hause bei den Eltern gewohnt.
    Aber er war trotzdem von Anfang an von Herzen gewollt :herz:
    Er weiß um seine Zeugung und die Umstände von damals. Hat aber kein Problem damit, weil wir da ganz offen damit umgehen.
    Er ist eine sehr gefestigte Persönlichkeit und hat von uns immer alle Liebe bekommen, die wir ihm geben konnten.
    Nun bereichert er schon seit fast 17 Jahren unser Leben und hat uns zu viel besseren Menschen gemacht :love:
    Wir lieben ihn über alles.

    Zum Glück musste ich selbst solche Erfahrungen nicht machen.
    Mein Papa war zwar nie wirklich da, aber emotionaler Missbrauch? Nein, das nicht.
    Von meiner Mama hab ich gaaanz viel Liebe ab bekommen.
     
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    10 März 2020
    #7
    "Das kannst du nicht, ich mach das für dich, dafür ist eine Mutter schließlich da..."

    Was in der Richtung ?
     
  • Demetra
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    10 März 2020
    #8
    Ich habe psychisch und physisch unter einer psychisch kranken Mutter gelitten.
     
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    10 März 2020
    #9
    Ich kenne die Definition von emotionalem Missbrauch leider auch nicht. Ich hatte aber scheiß Eltern, oder ist das die Definition? :grin:
     
  • Funksoulbrother
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    10 März 2020
    #10
    Ich versuche einfach zu verstehen, was mit mir los ist.

    Ich erlebe z. B. eine ausgewachsene Identitätskrise, meine Persönlichkeit fühlt sich fragmentiert an, weil ich spüre, dass bestimmte Eigenschaften von mir in mich hineinimplantiert wurden wie Fremdkörper, die nicht passen; die Teile geben kein zusammengehöriges Ganzes.

    Dann ist da auch ein ganz grundlegender Vertrauensverlust, weil ich jetzt weiß, dass meine Mutter mein Vertrauen nicht gerechtfertigt hat, der auch von starken Angstzuständen begleitet ist.

    Und da sind auch Selbstvorwürfe, weil ich diese ganzen Manipulationen entweder nicht durchschaut oder mich nicht gegen sie gewehrt habe aus blinder Loyalität.

    Insgesamt ist da noch viel mehr, aber das kommt mir spontan in den Sinn.

    Ich mache eine Therapie seit einigen Monaten, aber meine Depression hat sich durch diese Erkenntnis verstärkt.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 10 März 2020 ---

    Meine Mutter hat mich einerseits herabgesetzt, andererseits aber auch überhöht. Zwischen diesen Extremen war ich völlig ratlos, was ich denn nun bin. Überhaupt fühlte ich mich viel zu häufig bewertet, sodass ich mich bis heute viel zu oft frage, ob ich auch gut genug bin ... und auch zu häufig denke, dass ich es nicht bin, weil ich unter meinen Möglichkeiten bleibe oder aus Unfähigkeit Scheiße baue.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 10 März 2020 ---
    Bei mir war es wohl eine Mischung aus mehreren Dingen. Es gab gelegentlich emotionalen Terror, häufiger Überfürsorglichkeit, aber vor allem emotionale Parentifizierung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10 März 2020
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    10 März 2020
    #11
    Das klingt nach einer "ganz normalen" emotinalen Abspaltung durch eine Traumatisierung.

    Darf ich fragen woher es kommt, dass dir vor kurzem auf einmal klargeworden ist, was in deiner Kindheit passiert ist?

    Das verstehe ich nicht ganz. Meinst du, dir ist klar geworden, dass du ihr dein Leben lang zu Unrecht vertraut hast?

    Im Jugendalter habe ich damit angefangen. Hat auch nichts gebracht.

    Sehr gut! :knuddel:

    Das gabs bei mir auf der Seite meiner Mutter auch hauptsächlich. Bei meinem Vater ging es eher in die narzisstische Richtung/Abwertung.
     
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  • Funksoulbrother
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    10 März 2020
    #12
    Bei mir ist der emotionale Missbrauch auch aus falsch verstandener Liebe zu mir passiert, aber eben auch, weil meine Mutter in mir ihren ganzen Lebenssinn gesehen hat. Sie sagte mir mal in ihren Sterbemonaten, dass in ihrem Leben alles beschissen war außer ich. Das war beängstigend. Zu viel Bürde für much. Zu viel Fixierung auf mich. Intuitiv hatte ich mich bei dieser Aussage gefürchtet, aber noch nicht kapiert, wie besessen sie in Wirklichkeit von mir war.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 10 März 2020 ---
    Plötzlich fielen einige Puzzlestücke aus meiner Vergangenheit so zusammen, dass es mir klar wurde. Einige verdrängte Erlebnisse kamen mir wieder zu Bewusstsein, die in ihren Folgen allerdings deutliche Auswirkungen bis in meine Gegenwart haben. Meine Therapeutin bestätigte mir das auch mit dem emotionalen Missbrauch.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 10 März 2020 ---
    Dass ich ihr zu lange zu sehr vertraut habe. Sie meinte es gut, was sie tat, war aber durch ihre eigenen psychischen Probleme (Depressionen) aber nicht in der Lage, zwischen ihren und meinen Bedürfnissen zu unterscheiden, sodass das Gutgemeinte oft zum Gegenteil des Guten wurde, weil es mich von mir entfremdet hat. Ich sollte so sein, wie sie sich mich vorstellte, ihre Träume verwirklichen. Sie war nicht in der Lage, ihre Fehler einzugestehen, wahrscheinlich auch wegen ihrer eigenen, schwer gestörten Beziehung zu ihrer Mutter, die sie physisch und psychisch misshandelt hat, so wie ich informiert bin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10 März 2020
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    11 März 2020
    #13
    Funksoulbrother
    Das ist dann tatsächlich ungesund.

    Nicht zu vergleichen mit der Liebe die meine Mutter mir entgegen brachte.
     
  • Funksoulbrother
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    11 März 2020
    #14
    Ich fühle mich tatsächlich als Opfer - und fühle mich trotzdem schuldig. Gegenüber mir selbst.

    Aus Vertrauensseligkeit gegenüber meiner Mutter habe ich mir übrigens von ihr ein Riesen-Ei in das Nest setzen lassen, welches sich mein Leben nennt, bei dem ich gar nicht absehen kann, ob ich es aus selbigem heraus bekomme. (In dieser Sache lasse ich es bei kryptischen Andeutungen, weil das für mich viel zu heikel ist.)

    Ich war von Kindesbeinen an so indoktriniert von ihren Vorstellungen von Eltern- und Kindesliebe, dass ich sogar in solchen Augenblicken, in denen mir später dämmerte, dass etwas in meiner Mutter-Sohn-Beziehung nicht stimmt, es letztendlich doch für normal hielt oder es zum Schluss aus pervertierter Loyalität akzeptierte. Ist der Wahnsinn Alltag, erscheint er dir wie Normalität. Wirkt er lange genug auf dich ein, wird dein Blick schlimmstenfalls bis zur Blindheit getrübt. So war es jedenfalls bei mir
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 März 2020
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  • 11 März 2020
    #15
    Ich bin jetzt zwar kein "Mißbrauchskind", auch emotional nicht, habe aber trotzdem an einigen Dingen zu knabbern gehabt, als ich mich vom Elternhaus löste. Und ich hab mch einfach gelöst!

    EIN TIPP: nach dem Tod deiner Mutter ist der ideale Zeitpunkt, einen riesigen Strich unter die Vergangenheit zu ziehen ... und vor allem nach vorne zu schauen.
    Wenn du alles, was dich belastet und negativ beeinflusst hat, immer wieder raufholst und wiederkäust, wird´s nicht besser ... vor allem bitte KEINE Selbstvorwürfe ...
    was war ist nicht mehr ungeschehen zu machen, aber man kann JETZT die Zukunft gestalten - ganz neu und positiv! Ergreife diese Chance.
     
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  • Funksoulbrother
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    11 März 2020
    #16
    Ja, gegenwärtig ist es so, als ob meine Mutter aus ihrem Grab meine Zukunft bedroht.
     
  • 11 März 2020
    #17
    Sollte sie aber nicht - und das kannst sehr wohl DU beeinflussen.
    Du WARST vielleicht ein Opfer, musst/darfst es aber nicht weiterhin sein.

    Also löse dich von der Vergangenheit ... und das musst du aktiv tun
    LG
     
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  • User 138543
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    offene Beziehung
    11 März 2020
    #18
    Dann ist das glaube ich kein Vergleich :zwinker:
    Einfach Loslösen macht man mit so einer Traumatisierung nicht mal eben so. Ich arbeite da jetzt schon mehrere Jahre dran, inklusive Klinik und ambulanter Therapie.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 März 2020
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    11 März 2020
    #19
    Konkreter Auslöser war wohl das Telefonat, dass ich mit einer engen Freundin meiner Mutter geführt habe, von der sie sich letztendlich aber auch isoliert hatte. In meiner Kindheit und Jugend war diese Freundin wie eine Tante für mich. Jedenfalls sagte sie während des Telefonats zu mir: "Deine Mutter hat dich aber auch schon sehr früh in die Rolle eines Erwachsenen gebracht." Und das war dann das Puzzlestück, dass mir bis dahin noch fehlte, um den emotionalen Missbrauch zu erkennen. Plötzlich konnte ich aus den Bruchstücken ein Bild machen. Wer (zu) früh erwachsen sein soll, der wird es am Ende (zu) spät.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 März 2020
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    11 März 2020
    #20
    Vielleicht ist für dich der Ansatz des "Verzeihens" hilfreich. Es gibt da z. B. auch Bücher drüber, der Grundgedanke hört sich für mich jedenfalls sehr brauchbar an.
    Wenn es Dir gelingt, es so zu sehen, daß deine Mutter aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit nicht anders konnte als wie sie es gemacht hat kannst du dich innerlich möglicherweise so weit distanzieren um nicht immer alles mit dir rumzuschleppen.

    Das ist jetzt natürlich leicht gesagt. Ganz viel, was du aber schreibst glaube ich auch in meinem Fall zu erkennen und ich kann mich mit dem Grundgedanken hierbei anfreunden.
     

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