Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren
  • SottoVoce
    SottoVoce (35)
    Sehr bekannt hier
    6.497
    183
    27
    Verheiratet
    6 November 2007
    #21
    Das seh ich anders. Diese besonderen Leute können dort eben besonders gefördert werden. Was sollte ein Down-Syndrom-Kind auf einer normalen Schule, wo es überhaupt nicht folgen könnte? Nur daheim bleiben halte ich auch nicht für der Weisheit letzter Schluss, da finde ich es eigentlich ganz gut, dass es solche Einrichtungen gibt. Zumal bei uns viele daheim wohnen und morgens mit Bus und Bahn (da trifft man sie dann immer) hinfahren zu den Einrichtungen. Die werden nicht rausgeschmissen aus den Familien und dem Alltagsleben, die kriegen einen ganz eigenen Alltag und das halte ich für gut!

    Abgesehen davon gibts auch Internate für völlig "normale" Kinder, wieso sollte man dann nicht eventuell ein behindertes Kind nicht auch auf sowas wie ein "Internat" schicken, wo man eben SEINEN Ansprüchen gerecht wird?

    Ein früherer Schulfreund von mir hatte eine große Schwester, die massiv geistig behindert war. Sie blieb ihr Leben lang auf dem Stand einer 4-5jährigen. Dazu kamen noch einige körperliche Defizite. Es wäre fast unmöglich gewesen, sie daheim so zu umsorgen, wie sie es verdient hatte (ich weiß nicht, ob sie noch lebt, zu dem Schulfreund habe ich keinen Kontakt mehr). Sie lebte in einem Behindertenheim, war dort sehr glücklich, hatte dort sowas wie Freunde, und ihre Eltern und ihr Bruder besuchten sie oft am Wochenende. Außerdem war sie in "Ferien" Zuhause und wurde auch ab und zu in kleinere Urlaube mitgenommen (wenn ich mich richtig entsinne wurde einmal im Jahr ein Urlaub gemacht, der genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt war, wo die ganze Familie mitging). Sie hatte auf diese Art Familie, die Forderung und Förderung, die sie brauchte und die optimale Betreuung. Sie war nicht allein und sie fühlte sich auch nicht "abgeschoben". Ich war öfter bei dem Freund am Wochenende zu Besuch, wenn sie auch da war und dann haben wir zu dritt "Tufftufftuff - die Eisenbahn" gespielt, weil das ihr Lieblingsspiel war, obwohl mein Freund und ich dafür schon viel zu groß waren eigentlich. Ich hab das nie für falsch gehalten, dass sie im Heim lebte und sie schien auch sehr glücklich und ausgeglichen zu sein (insoweit man das beurteilen kann, wenn Menschen massiv geistig behindert sind).

    Ich halte sowas also nicht für verkehrt, im Gegenteil, manchmal glaube ich, dass sowas das RICHTIGE ist, was man für sein Kind tun kann. Es wohin zu geben, wo es wirklich glücklich sein kann, weil sich dort eben optimal um das Kind gekümmert werden kann!

    Ohje, jetzt bin ich aber arg OT geworden... :schuechte Sorry!

    Das hab ich durchaus erkannt. ;-)
     
  • netAction
    netAction (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    69
    91
    0
    vergeben und glücklich
    6 November 2007
    #22
    Danke für deine Ansicht!
     
  • netAction
    netAction (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    69
    91
    0
    vergeben und glücklich
    7 November 2007
    #23
    Hallo Engelchen85!

    Ich habe gerade in unsere Datenbank mit einigen tausend Fällen geguckt. Die Nackentransparenz war nie kleiner als 0,5mm. Das lässt sich ganz deutlich messen!
    Die Aussage, dass bei kleiner Nackentransparenz das Risiko geringer ist, stimmt. 70% der Trisomie-21-Fälle hat eine deutlich vergrößerte Nackentransparenz. Bei anderen überlebensfähigen Trisomien (13 und 18) ist sie gar nicht vergrößert. Deine Ärztin hat also falsch gemessen und sich darauf als alleiniges Merkmal gestützt, obwohl dieser Indikator bei richtiger Messung schon keine große Aussagekraft gehabt hätte.

    Bei uns in der Firma ist extra ein Frauenarzt, der fast nur Ultraschall macht und in diesem Bereich als Professor forscht. Dem kann jeder kostenlos seine Ultraschallbilder schicken und sich Rat holen. Wenn es deine Ärztin will, überprüfen wir ihre Messungen und geben ihr eine detaillierte Aussage über die Risiken ihrer Patientinnen. Letzteres kostet elf Euro pro Patientin.

    Meine Aussage, dass man die Schwere einer Trisomie 21 nicht vorhersagen kann, ist falsch. Die Ausprägung der Behinderung fängt schon vor der Geburt an. Deshalb ist eine besonders deutliche Abweichung der Messwerte ein Zeichen für eine starke Trisomie 21. Das geht aber nicht so weit, dass man den IQ des Kindes vorhersagen könnte.
     
  • User 69081
    User 69081 (32)
    Beiträge füllen Bücher
    5.780
    298
    1.102
    nicht angegeben
    7 November 2007
    #24
    Weißt du, es ist toll, dass es diese Technik gibt, aber ich will sie nicht. Nur wenn offensichtlich ist, dass da was nicht stimmt.

    Wenn ich kein Vertrauen in die Natur hätte und nicht den Willen, auch ein behindertes Kind groß zu ziehen, sollte ich mir überlegen, ob ich überhaupt noch Kinder will
     
  • netAction
    netAction (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    69
    91
    0
    vergeben und glücklich
    7 November 2007
    #25
    Ich wollte dir nur sagen, dass die Aussage fragwürdig war und nicht, dass du sie gebraucht hast, denn das ist deine Entscheidung.
    Wenn man etwas schon macht, sollte es auch korrekt sein, denke ich.
     
  • User 69081
    User 69081 (32)
    Beiträge füllen Bücher
    5.780
    298
    1.102
    nicht angegeben
    7 November 2007
    #26
    Dagebe ich dir Recht!
    Nur anhand dieser Aussage hätte ich mich auch nicht orieltiert, die anderen, schon zuvor erwähnten Punkte spielten da ja mit eine Rolle. Wenn ich mich recht erinnere sagte die Ärztin auch, die Falte sei QUASI nicht vorhanden. Hätten wir trotzdem auf eine Messung bestanden, hätte sie die gemacht
     
  • LadyMetis
    LadyMetis (35)
    Verbringt hier viel Zeit
    2.376
    123
    3
    Verheiratet
    2 März 2008
    #27
    Jetzt muss ich diesesn alten Thread noch einmal ausgraben, sorry.
    Aber ich befinde mich momentan in der Situation dass ich auch darüber nachdenke das First Trimester Screening machen zu lassen. Mein FA hat mir dazu geraten.

    Ich weiß dass sowohl richtige als auch falsche Aussagen über eine Behinderung dabei gemacht werden können. Und ich weiß auch dass es Frauen gab denen gesagt wurde das Kind wird behindert und es kam gesund zur Welt, ebenso anders herum. Dennoch werde ich mich wahrscheinlich dazu entschließen diese Untersuchung machen zu lassen.

    Mich würde jetzt aber mal interessieren, da der Thread ja schon etwas älter ist, ob es mittlerweile Schwangere gibt, die auch vor dieser Entscheidung stehen.
     
  • netAction
    netAction (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    69
    91
    0
    vergeben und glücklich
    2 März 2008
    #28
    Deine Frage kann ich natürlich nicht beantworten.
    Aber zu deinen Aussagen etwas sagen.
    Das Ersttrimesterscreening (ETS) bringt keine Diagnose, sondern nur ein Risiko. Die Aussage des ETS-Befundes ist daher immer nur eine Empfehlung, wie die weitere Behandlung aussehen soll. Diese Empfehlung kann, ganz klar, falsch sein.

    Es gibt ETS-Methoden mit unklarer, 50%, 70%, 95%, 98% und 99,5% Wahrscheinlichkeit, dass eine Trisomie gefunden wird. Die heute üblichen Methoden liegen zwischen 50% und 70% Erkennungsrate. Theoretisch stehen aber allen Ärzten die Methoden bis zu 98% offen, nur werden sie selten genutzt. Eine zeitgemäße Betreuung eines gut informierten Arztes ist also absolut notwendig, wenn du ein zuverlässiges Ergebnis erhalten möchtest.

    > Und ich weiß auch dass es Frauen gab denen gesagt wurde das Kind wird behindert und es kam gesund zur Welt, ebenso anders herum.
    Das kann, wie oben beschrieben, niemals ein Fehler des Screenings sein. Denn das liefert gar keine Diagnosen. Dass solch ein massiver Fehler bei der Fruchtwasseruntersuchung passiert ist, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ziemlich sicher hat die Kommunikation zwischen dem Arzt und der Patientin nicht geklappt. Eine andere Ursache gibt es eigentlich nicht für solch eine Falschaussage.

    Vor der Entscheidung des ETS stehen übrigens alle Schwangeren in Deutschland, weil die Ärzte verpflichtet sind, es ihnen anzubieten.

    Ich weiß, welche Empfindungen mit diesem Thema einhergehen. Wenn du es sachlich betrachtest, ist es aber recht einfach. Schließlich ist das gesundheitliche Risiko des ETS äußerst gering. Lass es von einem guten Arzt durchführen, bestehe auf die besten Methoden und warte eine Woche auf das Ergebnis.

    Ich drücke Dir die Daumen,
    Thomas
     

  • jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
    die Fummelkiste