Willkommen auf Planet-Liebe

diskutiere über Liebe, Sex und Leidenschaft und werde Teil einer spannenden Community! :)

jetzt registrieren
  • MissPerú
    MissPerú (32)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    56
    33
    1
    nicht angegeben
    27 September 2009
    #1

    Evolution: Die Sache mit den sieben Halswirbeln der Giraffe

    Hallo!

    Ich wollte mal fragen, ob jemand die Erklärung dafür kennt, dass Giraffen nur sieben Halswirbel haben, obwohl eine größere Anzahl für sie günstiger wäre.
    Man könnte ja meinen, dass Mutation und Selektion irgenwie dahingehend wirken, dass sich die Anzahl vergrößert. Aber das passiert ja nicht. Wie alle Säugetiere haben auch Giraffen nur 7.
    Warum?
    Die Selektion setzt am Phänotyp an -und dem Phänotyp liegen Gene zugrunde. Warum also werden die Gene der Halswirbel nicht verändert?

    Ich bitte um Hilfe!

    MissPerú
     
  • sleepyDragon
    Verbringt hier viel Zeit
    85
    93
    25
    Single
    27 September 2009
    #2
    Es gibt auch Säugetiere, die 6 oder 9 Halswirbel haben:
    Vielleicht ist die verantwortliche Gensequenz sehr stark an anderen Vorgängen/Eigenschaften beteiligt, so dass eine Änderung derselben kaum zu lebensfähigen Formen führt. Oder sie ist so dominant, dass sie sich extrem selten ändert.
     
  • MissPerú
    MissPerú (32)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    56
    33
    1
    nicht angegeben
    27 September 2009
    #3
    Meinst du damit, dass die Gene für die Halswirbel auch an anderen Merkmalen beteiligt sind, welche so wichtig sind, dass der Organismus nicht lebensfähig wäre, wenn sich die Gensequenz ändern würde?
    So etwas nennt man doch Polygen, oder? = einem Merkmal liegen mehrere Gene zugrunde.
    Oder ist das bei der Giraffe eher polyphän= mehren Merkmalen liegt ein Gen zugrunde????
     
  • User 32843
    User 32843 (30)
    Sehr bekannt hier
    1.494
    168
    296
    nicht angegeben
    27 September 2009
    #4
    Es müsste ja nicht nur die Anzahl der Halswirbel verändert werden, sondern auch die Anzahl der Zwischenwirbelscheiben, der Bänder, etc. Ich glaube dass das viel zu aufwändige Prozesse sind um in einem von uns beobachtbaren Zeitraum stattzufinden, wenn sie denn überhaupt möglich sind...
     
  • BABY_TARZAN_90
    Benutzer gesperrt
    1.623
    198
    528
    Verliebt
    27 September 2009
    #5
    Die Natur ist bequem. Warum kompliziert, wenn es einfach auch geht?
    Langbeinige Tiere haben auch nicht zusätzliche Gelenke - sie strecken einfach einen Teil der Hand- und Fussknochen.

    Längere Wirbel reichen zur giräfflichen Laubernte völlig aus.
     
  • Nevery
    Planet-Liebe ist Startseite
    9.665
    598
    8.632
    in einer Beziehung
    27 September 2009
    #6
    diese form ist überlebensfähig. mutationen bergen immer das risiko, dass dabei ne menge schief geht, und das wesen vielleicht nen paar vorteile gegenüber den anderen hätte, aber dennoch nicht lebensfähig ist. zudem müsste die genau passende mutation auch noch gleichzeitig an mehreren nahe beeinander lebenden, aber optimalerweise nicht zu nahe verwandten exemplaren passieren, damit sie eine chance hat sich weiterzuvererben... vorausgesetzt, genau diese produzieren auch noch gemeinsam nachwuchs. recht unwahrscheinlich, das ganze.
     
  • MissPerú
    MissPerú (32)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    56
    33
    1
    nicht angegeben
    27 September 2009
    #7
    also hat das alles nichts mit Polygenie oder Polyphänie zu tun?
     
  • User 32843
    User 32843 (30)
    Sehr bekannt hier
    1.494
    168
    296
    nicht angegeben
    27 September 2009
    #8
    Wahrscheinlich sind mehrere Gene beteiligt, die alle auch mehrere Wirkungen haben, so dass es wohl eine Mischung aus beidem ist und daher auch besonders schwierig zu verändern... das schon, doch.
     
  • virtualman
    virtualman (33)
    Ist noch neu hier
    1.004
    0
    5
    Single
    27 September 2009
    #9
    Wahrscheinlich, Wahrscheinlich, Wahrscheinlich!
    Vielleicht wäre es mal hilfreich genau rauszufinden welche Gene das nun genau sind, mit Hilfe modernster Technik.
    Oder hat man das evt. bereits?
     
  • User 32843
    User 32843 (30)
    Sehr bekannt hier
    1.494
    168
    296
    nicht angegeben
    27 September 2009
    #10
    Ich weiss es nicht sicher, ich bin nicht mit Giraffengenen beschäftigt. :grin:

    Man kann sicherlich Rückschlüsse ziehen von anderen Spezies, bei denen man mehr weiss (Mäuse, Ratten...). Allerdings weiss ich auch nicht ob das Giraffengenom überhaupt bekannt ist, das wäre mir nämlich neu.

    Und ich denke nicht dass man überhaupt schon bei einem Säugetier exakt weiss welches Gen für welchen Prozess zuständig ist. Das weiss man wohl mittlerweile bei Drosophila (Fruchtfliegen) und bei C.elegans (Würmer), aber das sind nicht besonders eng mit Säugetieren verwandte Spezies.
     
  • virtualman
    virtualman (33)
    Ist noch neu hier
    1.004
    0
    5
    Single
    27 September 2009
    #11
    naja wenigsten schonmal etwas!
     
  • squarepusher
    Sehr bekannt hier
    2.516
    198
    445
    Single
    27 September 2009
    #12
    Off-Topic:
    wenn du hier eine diskussion führen willst, solltest du dich etwas allgemeinverständlicher ausdrücken. sonst entsteht die vermutung, dass du nur zeigen willst, wie smart du bist. :ashamed:


    vielleicht bieten giraffenhälse, so wie sie sind, einen vorteil gegenüber mehrwirbeligen giraffen, der nur noch nicht verstanden worden ist. eventuell wären hälse mit mehr wirbel instabiler. oder ganz allgemein: der lange hals der giraffe ist ohnehin ihre schwachstelle, weil schwer und auch für den kreislauf ungünstig. mehr halswirbel würde wohl auch eine notwendigkeit von zusätzlichen, die wirbel kontrollierenden muskeln bedeuten. das wiederum würde mehr masse im halsbereich bedeuten, die getragen und mit blut versorgt werden müsste.
     
  • Thomaxx
    Gast
    0
    27 September 2009
    #13
    Die Giraffe ist ja ein sehr interessantes Objekt.

    Die Giraffe und das Okapi sind ja minteinander verwandt (Bild eines Okapi : http://dic.academic.ru/pictures/dewiki/51/300px-Okapi2.jpg)

    Da beide aber so unterschiedlich sind und es keine Bindeglieder zwischen diesen beiden Arten gibt (auch keine Fossilen) die die Evolution von der kurzhals- zur langhalsgiraffe zeigen und man davon ausgehen kann, dass eine so starke Veränderung des Genmaterials wohl Milliarden Jahre gedauert hätte, eigentlich nur den Schluss zulässt, dass die Giraffe eine Mutation ist
     
  • MissPerú
    MissPerú (32)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    56
    33
    1
    nicht angegeben
    27 September 2009
    #14
    tzzzz..... "zeigen, wie smart ich bin..."

    Nein, ich muss für mein mündliches Bio-Abi lernen und im Buch stand so eine komische Andeutung wegen der sieben Halswirbel der Giraffe. Und dann fielen auch die oben genannten Begriffe.
    Leider erklären die das im Buch nicht richtig.
     
  • User 32843
    User 32843 (30)
    Sehr bekannt hier
    1.494
    168
    296
    nicht angegeben
    27 September 2009
    #15
    Haben sich denn deine Fragen mittlerweile beantwortet? Sonst würde es evtl. helfen wenn du sie etwas spezifizierst...

    Allgemein kann wohl gesagt werden dass die meisten Prozesse sowohl von mehreren Genen gesteuert werden, wobei diese Gene zumeist auch mehrere verschiedene Funktionen haben. Diese Aufteilung in Polygen/Polyphän funktioniert wohl eher nicht, sondern soll eine Erklärung für einfache Prozesse sein... die meisten Prozesse sind aber wesentlich komplizierter als die einfachen Beispiele.
     
  • MissPerú
    MissPerú (32)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    56
    33
    1
    nicht angegeben
    28 September 2009
    #16
    Ja, Proximacentauri, da hast du Recht!
    Das wirkt auch alles sehr stark vereinfacht auf mich (polyphän und polygen). :smile:
    Also vermutlich ist das mit der Giraffe dann auch überhaupt nicht so lleicht zu beantworten, wie ich dachte.
    Ihr habt ja schon interessante Denkanstöße gegeben, die man in einer Prüfung alle anbringen könnte.
    ...falls die das mit der Giraffe überhaupt fragen sollten... ^^

    Danke an euch alle!
     
  • virtualman
    virtualman (33)
    Ist noch neu hier
    1.004
    0
    5
    Single
    28 September 2009
    #17

    sagen wir mal lieber einige Millionen oder mitunter auch nur einige 10000 :grin::grin:
    In Milliarden von Jahren entsteht womöglich ein komplett neuer Planet.
     
  • los
    los (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    2
    26
    0
    Single
    28 September 2009
    #18
    Warum sollte das für eine Giraffe günstiger sein? Je komplexer Strukturen sind, desto problematischer sind sie auch im Survival of the Fittest.
     
  • MissPerú
    MissPerú (32)
    Sorgt für Gesprächsstoff Themenstarter
    56
    33
    1
    nicht angegeben
    29 September 2009
    #19
    Naja, grundsätzlich ist etwas, das komplexer ist, nicht automatisch problematischer im "Survival of the Fittest".
    Ein Linsenauge ist ja auch komplexer als ein Flachauge und hat sich in der Evolution vielfach durchgesetzt.
    Aber je speazialisierter ein Lebewesen auf seine Umwelt ist, desto größer ist die Gefahr, dass es im Konkurrenzkampf unterliegt wenn sich diese Umweltbedingungen plötzlich ändern.
    So gesehen haben es Generalisten mit einfachen Organstrukturen dann leichter, das schon...

    Viel einleuchtender finde ich das Argument, dass eine Halswirbelsäule ja nicht völlig isoliert in einem Organismus steht sondern in Beziehung und Wechselwirkung mit anderen Organen (Kreislaufsystem, Muskeln usw.). Daher ist es eben nicht unbedingt sinnvoll, dass sich z.B. die Anzahl der Wirbel ändert - denn dann müsste sich mitunter der halbe Organismus umstrukturieren.
     
  • los
    los (27)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    2
    26
    0
    Single
    29 September 2009
    #20
    Die Vorfahren der heutigen Giraffen waren körperlich eh schon groß und hatten einen recht komplizierten Genotyp. So, nun muss dieser sich ziemlich krass ändern, dass plötzlich mehr Halswirbel ausgebildet werden (können). Es scheint so, als waren die biotischen Bedingungen einfach günstig für den heutigen Genotyp über viele, viele Jahre und Generationen hinweg, dass sie auch ohne einen noch beweglicheren Hals, was ja wohl der Vorteil von mehr Halswirbeln wäre, super angepasst waren.
    Sieben Halswirbel sind im Übrigen wohl solider, also statisch gesehen, als mehrere kleinere.
    Mehr als sieben Halswirbel, also durch eine Mutation beispielsweise bedingt, können den Hals wohl auch unvorteilhaft verlängern, weil's dann noch schwieriger werden könnte zu saufen, komplexe Missbildungen auftreten etc.
     

  • jetzt kostenlos registrieren und hier antworten
    die Fummelkiste