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  • Meimi
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    in einer Beziehung
    2 Januar 2014
    #1

    Fühle mich allein gelassen, Freund hat ein schwieriges Leben

    Hallo Leute, ich würde gerne ein paar Ratschläge zu meinem Problem hören. :smile:

    Ich bin seit über 1 1/2 Jahren in einer Beziehung. Mein Freund und ich sind eigentlich sehr glücklich miteinander, aber er ist sehr unglücklich mit seinem Leben. Seine Familie, Freunde und Arbeit machen ihm enorm viel Stress und Letztere nimmt ihn ganz und gar in Anspruch. Er arbeitet unglaublich hart und kämpft um seine finanzielle Unabhängigkeit, was ich sehr an ihm bewundere. Deswegen habe ich auch (inzwischen!) Verständnis dafür, dass er kaum Zeit für mich hat, da er auch kaum Zeit für Freunde und überhaupt keine Zeit für Hobbies hat, was ihn sehr traurig und einsam macht. Er ist eigentlich immer erschöpft, aber für mich rafft er sich dann doch noch ab und zu auf.

    Er ist selbstständig und geht auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Wir können nichts vorausplanen, weil er je nachdem welche Aufträge er spontan bekommt vollkommen unregelmäßigt arbeitet und fast nie weiß wann er frei haben wird. Leider lässt sich seine Arbeit nicht anders gestalten.

    Wir hatten anfänglich deswegen immer wieder Probleme, weil ich oft enttäuscht und traurig war. Er ist auch nicht gut im Kommunizieren über das Handy. Das wurde aber dann immer besser als ich begriff, dass es nicht daran lag das er mich nicht sehen wollte und mich nicht liebt, sondern wirklich an seiner Arbeit! Ich bin schon extrem froh wenn er sich ein mal die Woche Zeit für mich nehmen kann. Auch wenn wir nur auf dem Sofa herumhocken - sobald ich einfach nur bei ihm sein kann, bin ich glücklich. Er ist der beste Mann der Welt, mein bester Freund und wir passen so gut zu einander, dass es uns jedes Mal wieder von Neuem erwischt.^^ Jedes Mal wenn wir uns treffen ist es einfach perfekt und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

    Eigentlich bin ich jemand, der sehr viel Zeit für sich allein braucht, deswegen machen mir ein paar Tage ohne ihn nichts aus. Ich bin auch viel mit der Uni und zwei Nebenjobs beschäftigt. Aber sobald es mehr als nur ein paar Tage werden, werde ich immer zappeliger und ein Schmerz entsteht in meiner Brust, den ich egal was ich mache (Freunde, Hobbies, Arbeit...) nicht loswerden kann. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr wünsche ich mir, dass wir uns wenigstens wie bei anderen Paaren auf einen bestimmten Tag in der Woche verlassen können, aber ich höre nichts von ihm und alles ist ungewiss.

    Er schreibt nie, dass er mich vermisst. Auf die Dauer fühle ich mich extrem allein mit all meiner Sehnsucht, weil ich nicht den Eindruck habe, dass es ihm ebenso geht.
    Rein intellektuell weiß ich, dass er als Mann er seine Gefühle beiseite schieben kann und muss (ich kann es leider nicht), damit er so viel Arbeit überhaupt schaffen kann.
    Aber emotional komme ich oft nicht damit zurecht, bin verletzt oder traurig, weil ich wieder das Gefühl bekomme, dass er mich eigentlich gar nicht sehen will und ihm umsonst so viel Liebe schenke.
    Das wird dann verstärkt dadurch, dass er manchmal Treffen absagt, weil er vollkommen fertig ist und nicht mehr kann. Es ist jetzt besonders schlimm, weil es an Silvester passiert ist. Er hatte am Abend plötzlich abgesagt, obwohl wir eine Feier zu zweit geplant hatten (ich hatte schon alles vorbereitet) und ich saß dann weinend alleine zu Hause und konnte nicht mehr.

    Ich gebe ihm so viel Verständnis und Zuwendung wie ich kann und er gibt sich Mühe mir das in den Momenten in denen wir uns sehen zurückzugeben, aber ich fühle mich dennoch manchmal wie jemand der zu viel gibt und auf etwas hofft, das nie passieren wird. Er hat mir auch schon erzählt, dass er sehr gut weiß wie wichtig unsere Treffen für mich sind und deswegen oft einen starken Druck empfindet, was mich mit Gewissensbissen erfüllt und noch trauriger macht. Ich habe schon darüber nachgedacht, ob ich vielleicht so tun sollte als wäre es mir nicht so wichtig, um ihm den Druck zu nehmen und eine gute Freundin zu sein, aber dann müsste ich mich extrem verstellen und das würde auf Dauer nicht gut gehen.

    Dabei macht er mich so glücklich wann immer wir uns sehen, aber die meiste Zeit fühlt es sich so an als führe ich eine Beziehung mit einem Phantom oder einer Erinnerung. Es ist ungeheuer schmerzhaft und dann fange ich an uns zu zweifeln und denke, dass ich mir alles vielleicht all die Liebe nur eingebildet habe. :frown:

    Kennt jemand dieses Problem? Ich habe mir die Ratschläge zu ähnlichen Problemen angesehen, aber es heißt dort entweder man solle warten bis diese schwierige Arbeitsphase vorbei ist (das kann in seiner Situation aber noch ein paar Jahre dauern oder vielleicht sogar länger), man solle Schluss machen (aber es gibt außer diesem Problem kein anderes in unserer Beziehung und wir lieben einander sehr!) oder sich mehr auf sein eigenes Leben konzentrieren - habe ich alles schon versucht, klappt nicht wirklich, weil es immer schon mein größter Traum war zusammen mit einem auserwählten Mann das Leben zu erkunden und Abenteuer zu erleben (klingt kindlich, ich weiß, aber ich brenne genau dafür und das ist was ich will).

    Auf der anderen Seite möchte ich überhaupt nicht, dass mein Freund sich gezwungen fühlt mehr Zeit mit mir zu verbringen. Es mag widersprüchlich klingen, aber ich würde einen Koller kriegen, wenn er mir nur noch hinterherlaufen und seine Arbeit vernachlässigen würde, weil es eben nicht seiner Natur entspricht. So viel mehr Zeit soll er gar nicht mit mir verbringen - er ist ein Mann und kein Dackel und gerade das schätze ich an ihm. Leider komme ich mir im Moment selbst wie ein Dackel vor. :frown:

    Ich hatte wegen der ruinierten Silvesternacht einen Wut- und Weinanfall, der möglicherweise alles ruiniert hat. Ich bin gerade am Boden zerstört deswegen, aber es kam alles hoch und ich hatte mich nicht mehr unter Kontrolle. Ich fühle mich so ausgelaugt. Mein Freund ist viel erwachsener und vernünftiger als ich, er hat mich zum Glück noch nicht ganz in den Wind geschossen. Bitte helft mir!
     
  • User 76250
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    Single
    2 Januar 2014
    #2
    Ich will dazu gar nicht viel schreiben, weil ich mir sicher bin, dass die liebe @krava das hier noch viel kompetenter und ausführlicher kann und tun wird.

    Aber diesen einen Gedanken möchte ich Dir mitgeben: Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit, und Du bist auf bestem Wege, nicht nur als Partnerin zu kurz zu kommen, sondern auch irgendwann mit einem ausgebrannten Wrack dazusitzen. Und ganz ehrlich: Wenn 50 oder meinetwegen auch 55 Stunden pro Woche nicht ausreichen, um davon komfortabel leben zu können, dann wird das auch nie klappen - das sehe ich bei meinem Onkel. Dann ist für solche Leute die Selbständigkeit nichts. Und wenn sich Dein Freund darüber auch noch definiert, könnte das böse ausgehen. Insofern - tut mir leid, dass ich Dir da nichts anderes sagen kann - wird Euch keine große Zukunft beschieden sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 Januar 2014
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  • Meimi
    Ist noch neu hier Themenstarter
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    in einer Beziehung
    2 Januar 2014
    #3
    Danke für die schnelle Antwort! Deine Diagnose ist natürlich niederschmetternd, aber ehrlich und ich verstehe was du meinst. Es ist natürlich schrecklich für mich eine Trennung überhaupt in Erwägung zu ziehen. Wir hatten schon über eine gemeinsame Zukunft geredet und hoffen beide auf eine solche. Mein Freund hat gesagt, dass er bis zum Frühjahr so viel arbeiten will wie es geht und dann im Frühjahr vielleicht aufhören und mit Studium und Nebenjob weitermachen will, weil es so mit uns und allem anderen nicht weitergeht. Er hat genau das gesagt was du sagt: das Leben besteht nicht nur aus Arbeit und er hat Angst irgendwann als Wrack zu enden! Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob er es machen wird, denn bis jetzt ist es glaube ich nur ein recht vager Plan. Andererseits könnte er ebenso so gut, so wie ich ihn kenne, mich im Frühjahr plötzlich mit dieser Entscheidung überraschen. Ich war eigentlich entschlossen bis dahin abzuwarten und jetzt kein Drama anzufangen. Aber jetzt habe ich es getan. Du magst schon Recht haben, dass sich mein Freund über die Selbstständigkeit definiert. Eigentlich ist er extrem gut in dem was er macht und müsste gut vorankommen, aber die alteingesessenen Leute in seinem Beruf mögen die Konkurrenz nicht und machen es einem jungen Unternehmer wie ihm nahezu unmöglich weiterzukommen. Niemand unterstützt ihn, auch nicht seine Eltern, und er muss alle Entscheidungen alleine treffen. Er verdient gut genug um eigenständig zu leben, aber er verdient nicht regelmäßig genug, um die finanzielle Sicherheit zu haben, dass er sich traut weniger zu arbeiten. Er hat einfach Angst denn er weiß, wenn er nachlässt landet er vielleicht auf der Straße und seine Eltern werden nicht einmal mit der Wimper zucken (die sind ziemlich gemein, haben völlig unrealistische Erwartungen und er hat kaum noch Kontakt zu ihnen). Ein Studium ist für ihn auch nicht einfach, weil er sich vollkommen selbst finanzieren muss und seine Arbeit, die er sich die ganzen letzten Jahre aufgebaut hat, verlieren wird. Natürlich sagt das jeder, der verliebt ist, aber für mich ist er jemand ganz Besonderes und ich kann mir augenblicklich nicht vorstellen NICHT mit ihm zusammen zu sein zu wollen oder sogar mit jemand anderem. :frown:
     
    Zuletzt bearbeitet: 2 Januar 2014
  • User 110436
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    2 Januar 2014
    #4
    Hallo liebe Meimi,
    das kenne ich nur zu gut. Ich bin (mittlerweile) zu 50% angestellt und zu 50% selbstständig. Gerade in den anfänglichen Jahren und je nach Branche auch weit darüber hinaus ist man mit dem Kopf immer nur bei der Arbeit.

    1. Teil:
    Ich selbst kenne das gut. Ich arbeite am Wochenende, teilweise an Feiertagen und auch wenn ich aus dem Büro komme, zu Hause. Würden meine Freundin und ich nicht zusammen wohnen, würden wir uns kaum sehen. Dass wir abends zusammen einen Film anschauen oder ab und zu spazieren gehen, ist unsere gemeinsame Zeit.

    Das mit der finanziellen Sicherheit kenne ich gut. Im Grunde verdiene ich auch nicht schlecht (netto immer so 1500 bis 2000). Das Problem ist, dass immer jemand dazu kommt, der die Hand aufhält. Für 100€, die du irgendwann mehr verdienst, kommt jemand, der 200 haben will. Man hat sehr lange das Gefühl, dass nichts übrig bleibt. Und gerade bei schwankender Auftragslage musst du im Grunde so viel Arbeiten, dass du auch mal einen schwachen Monat auffangen kannst. Das ist wichtig und viele Selbstständige haben das Problem, wenn nicht sogar alle.

    Auch das mit der Konkurrenz kenne ich zu gut. In meiner Branche können nur die Leute wirklich Geld verdienen, die im Arschkriechen zuvor ihren Meister gemacht haben. Dadurch sind sie bei den großen Gurus der Branche (SEO) sehr gefragt und müssen selbst nicht mehr um Aufträge kämpfen. Ich selbst stehe ganz und gar nicht auf dieses Geschleime und nur weil jemand für seine Arbeit sehr bekannt ist, bekommt er von mir noch lange keine Gratisleistungen. Dadurch muss ich mich um jeden noch so kleinen Auftrag selbst kümmern. Aber ich bin und und werde auch empfohlen. Also geht es irgendwann bergauf. Das wird auch dein Freund noch feststellen. Gerade wenn du selbstständig bist, kannst du dich eh auf niemand anderes verlassen. Wirklich aktiv helfen will dir auch keiner.

    Es ist bewundernswert, wie sehr du ihn darin unterstützen möchtest. Aber wenn du nicht zu 95% zurückstecken kannst/willst, dann sehe ich leider keine große Zukunft bei euch. Eine eigene Existenz aufzubauen, frisst sehr viel deiner Energie. Und du als Partnerin brauchst sehr viel Geduld und Verständnis. Meine Freundin arbeitet ebenfalls in meiner Branche, ist so gesehen sogar eine Konkurrentin. Sie hat aber zwei große Kunden, die sie komplett finanzieren. Also bleibt der Rest für mich. Darum hat sie auch gut Verständnis für meine Lage, auch wenn sie selbst meint, ich soll nicht so viel Zeit mit meiner Arbeit verbringen.

    Und genau da möchte ich mal einhaken:
    Wie es mit euch beiden weitergeht, musst du praktisch selbst entscheiden. Wenn du ihn unter Druck setzt, dass er mehr Zeit mit dir verbringen soll und weniger mit seiner Arbeit, hat er noch mehr Panik, dass er seine Existenz nicht bewältigen kann und ist hin und hergerissen. Steckt er bis zum Hals in Arbeit, kommt das schlechte Gewissen, weil er dich vernachlässigt. Ist er bei dir und "gibt dir deinen Willen", dann kann er es nichtmal genießen, weil er eigentlich arbeiten müsste.
    Lässt du alles, wie es ist, bist du sowieso alleine, so wie bisher. Dass du das nicht möchtest, liegt auf der Hand, sonst hättest du hier nicht geschrieben. Und eines musst du ganz klar sehen: Als Partnerin ist es dein gutes Recht, Zeit mit deinem Freund verbringen zu wollen. Bekommst du diese Zeit nicht, dann musst du gehen.
    Nur versteh bitte auch, dass dein Freund selbstständig ist. Er arbeitet nicht von 8-16 Uhr und hat dann frei. Es dauert Jahre, bis er wirklich gut und sicher von seinen Aufträgen leben kann und dafür kämpft er.

    Schwachsinn! Wenn man sich selbstständig macht und nicht ernsthaft bei der Sache ist, dann kannst du als Jungunternehmer einpacken. Das hat mit Unfähigkeit oder "Selbstständigkeit ist nichts für ihn" rein gar nichts zu tun. Man muss sich reinhängen und das sind oftmals 70-80 Stunden die Woche. Es gibt Ausnahmen, die haben Glück. Aber als One-Man-Army stehst du allein und niemand kämpft für dich außer dir selbst.

    Es ist eine Sache, wenn sich jemand über seine Selbstständigkeit definiert und eine andere, wenn er einfach erfolgreich sein möchte.
    @Meimi : Sieh es mal so: Beruflich gesehen hat er gerade nur diese Firma, plus Studium.Das ist eine ganze Menge und ein wenig selbsteinsicht ist schon bei ihm vorhanden. Nur schau mal: Wenn er damit scheitert, was bleibt dann noch? Was soll er sagen, wenn er sich irgendwo bewirbt und der Chef fragt ihn, warum das nicht geklappt hat: "Naja, ich wollte lieber Zeit mit meiner Freundin verbringen"
    Das geht auch nicht. Eine gesunde Balance für Selbstständige bedeutet, dass man dann Zeit mit seiner Freundin verbringt, wenn es eben geht.

    2. Teil:
    Natürlich muss ich aber auch für dich die Lanze brechen, denn wenn sich dein Freund tatsächlich überarbeitet und von morgens früh bis abends spät am Schreibtisch oder woran auch immer sitzt, dann geht das natürlich auch nicht. Der Kopf ist irgendwann nicht mehr leistungsfähig und der Arbeitsdrang wird ungesund. Ganz klar. Hier stellt sich die Frage, ob er am Wochenende nur für ein paar Stunden ins Büro fährt (vollkommen normal), oder für den ganzen Tag.

    Nun zur emotionalen Seite: Es sollte auch bei noch so viel Arbeit möglich sein, sich dir emotional zuzuwenden. Das kann jeder. Sei es eine kurze SMS oder ein Abend in der Woche mit nettem Essen/Kino/Sex/Film/Kuscheln/wasauchimmer. Wie schon gesagt, ein normales Pensum an Aufmerksamkeit ist nicht drin, aber keine Minute in der Woche für dich zu haben, ist genauso wenig zielführend. Und bei allem Verständnis, das du für ihn aufbringst, muss er auch sehen, dass du emotional verhungerst, wenn sich nicht etwas ändert.

    Mein Vorschlag: Er soll sich einen, wenn nicht sogar zwei feste Tage/Abende nur für euch beide Zeit nehmen. Beispielsweise Mittwoch abend und den ganzen Sonntag. Vielleicht auch noch ein zweiter Abend. Ihr müsst ja nichts anspruchsvolles machen, aber einfach gemeinsame Zeit entspannt verbringen. Ein Kompromiss, mit dem ihr beide zufrieden sein könnt. Das wäre die Lösung.

    Ansonsten stürze dich selbst ein wenig mehr auf deine Hobbys und Freunde und genieße einfach die Zeit, die ihr beide zusammen verbringen könnt. Ohne Kompromiss geht das aber nicht. Er muss bei aller Arbeit auch merken, dass du ein Mensch mit Bedürfnissen bist. Anders geht es nicht. Wenn dauerhaft nur einer gibt und einer nimmt, dann herrscht permanent Unzufriedenheit und die Beziehung geht vor die Hunde.
    Euer Gespräch ist ein guter Anfang und wenn er selbst das Problem sieht und ändern möchte, dann bekommt ihr das auch beide hin. Bei der Arbeit kannst du ihm nicht helfen, sehr wohl aber bei einer besseren Zeiteinteilung :zwinker:
     
  • Blue_eye1980
    Sehr bekannt hier
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    Single
    2 Januar 2014
    #5
    Das tut mir echt leid für dich.... klingt ja alles nicht so toll :-(

    Nur wie ich das rauslese aus dem ganzen, hat dein Freund jetzt schon Stress, das er alles unterbringt.. und jedem gerecht wird... und das auf Dauer jemand oder etwas drunter leiden wird, ist leider nicht zu vermeiden...

    Du freust dich drauf, und kurz davor zerplatzt alles wie eine Seifenblase...

    Ich glaube auch, das du nicht wirklich viel "Spaß" an dem ganzen hast, und mehr traurig wie gut drauf bist..

    Und ich glaube, am Ende wirst du seelisch "fertig" sein, und nicht mehr können....


    Was du tun sollst, oder musst, kannst nur du für dich selber entscheiden.... auch wenn es weh tut.... manchmal muss man auch auf sich selber schauen....
     
  • krava
    krava (37)
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    2 Januar 2014
    #6
    Die liebe Krava fragt sich grade, ob die TS mit ihrem Ex zusammen ist :ratlos:

    Also das klingt wirklich exakt so und liebe Meimi ich kann dir aus meiner Erfahrung nur sagen: Es wird dich kaputt machen bzw. vielleicht hat es das auch schon. Glücklich wirst du nicht werden.
    Ich hab selber Jahre gebraucht, um das zu erkennen bzw. um die Hoffnung letztlich aufzugeben. Jetzt bin ich seit knapp 3,5 Monaten von meinem Ex getrennt und es geht mir von Tag zu Tag besser. :smile: Lieber hab ich keinen Partner als einen, der sowieso nie da ist, der sowieso immer nur was anderes im Kopf hat, der aber umgekehrt von mir alles fordert, mir jede Kraft raubt und von mir bedingungslose Unterstützung fordert - selbst aber nur mal da ist, wenn es ihm gerade passt.
    Und wie selten das ist, das merkst du ja selber.

    Ich bin auch ein Mensch, der durchaus allein sein kann und den Partner nicht permanent um sich braucht, aber ich will doch von Zeit zu Zeit noch spüren, dass ich einen habe. Und dass dieser eben gerne bei mir ist bzw. bei mir ist, weil er mich liebt. Jede Beziehung braucht Bestätigung.

    Und ja es ist seine Arbeit, ja Geld verdienen ist wichtig, aber das entschuldigt kein absolut egoistisches und gefühlloses Verhalten der Freundin gegenüber!
    Andere sind auch selbständig, arbeiten auch jeden Tag hart, führen trotzdem eine Ehe oder eine Beziehung, haben soziale Kontakte, gehen mal feiern usw.

    Ich würde dir gerne was positiveres sagen, aber dein Freund wird sich sehr wahrscheinlich nicht ändern und nie mehr zu dem werden, den du gerne hättest bzw. der er vielleicht für dich mal war. Also überleg dir gut wie viel Zeit du noch investieren willst.
    Mir tut es inzwischen sehr leid um die vergeudete Zeit, denn ich hätte es früher wissen müssen. Anzeichen gabs genug - wie bei dir.

    Ich kann dir also nur raten, eine Trennung absolut in Erwägung zu ziehen und dich mit dem Gedanken zu befassen, ob du als Single nicht glücklicher wärst, denn alleine bist du jetzt ja auch schon zu 90%. Und die 10% wiegen die restliche Zeit ja sicher nicht auf, sonst würdest du dich gar nicht beschweren.
    Und als Single-Frau hast du alle Freiheiten, bist im Kopf frei, im Herzen, kannst nach vorne schauen, neue Pläne schmieden und kämpfst vor allem nicht permanent mit dem Stress deines Partners bzw. kriegst ihn ab.
    Du musst lernen, egoistischer zu sein - aber ich weiß, dass das nicht von heute auf morgen geht, aber ich weiß auch, DASS es geht :zwinker:

    Wünsche dir eine gute Entscheidung :smile:
     
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    3 Januar 2014
    #7
    Ich versuche es nochmal in kurz:

    Dass dein Freund so viel arbeitet, liegt in der Natur der Sache. Selbstständigkeit ist und bleibt ein hartes Pflaster.

    Dass er sich aber gar nicht bei dir meldet und dich so komplett links liegen lässt, ist auch nicht richtig. Vor allem an Silvester nachts zu arbeiten, ist einfach hirnrissig.

    Krava hat diese miese Erfahrung gemacht und es war sicher hart. Aber ich sehe es so, dass deswegen nicht gleich jede andere Beziehung in so einer Lage auch gleich daran zerbrechen muss.

    Wenn du dich in seiner Nähe so wohl fühlst, dann lohnt es sich auch, darum zu kämpfen. Wie du das anstellst? Nun, du tust schon unglaublich viel für ihn und mehr kann man nicht wirklich verlangen. Also ist er jetzt an der Reihe, dir zu zeigen, dass ihm noch etwas an dir liegt. Stell ihm ein Ultimatum. Frühling reicht da nicht aus. Es muss sich sofort etwas ändern. Und du musst dich auch nicht unter Druck setzen lassen, weil er so unter Druck steht. Es ist eure Beziehung und ihr beide müsst daran arbeiten. Nicht nur du.

    Wie gesagt, ich habe viel Verständnis dafür, wenn jemand selbstständig ist und viel arbeiten muss. Aber man kann es auch übertreiben.

    Ich hoffe, dass ihr es hinbekommt. Aber das liegt nicht nur bei dir :smile:
     
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  • Meimi
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    in einer Beziehung
    3 Januar 2014
    #8
    Vielen Dank für eure lieben Antworten, das ist echt toll von euch dass ihr mir alle geschrieben und mein Problem versteht. :smile:

    Blue_eyes1980, du kannst sehr gut nachempfinden wie ich mich fühle und ich finde es interessant Callmeawesomes und kravas Meinungen zu vergleichen. Callmeawesome, du scheint genau aus der Sicht meines Freundes zu schreiben - du sprichst ihm aus der Seele - danke, dass du mir seine Situation noch einmal näher gebracht hast! Und krava, du schreibst dem Teil meiner selbst aus der Seele, der mehr an meine eigenen Bedürfnisse als an seine denkt und ab und zu dazu neigt sehr vehement einen Anspruch auf sie zu erheben, danke auch dafür.

    Es freut mich für dich, krava, dass es dir nach deiner Trennung so viel besser geht. Das bedeutet, dass es die richtige Entscheidung für dich war. Ich verstehe warum du gegangen bist und dass ich es mir gut überlegen sollte (das hat sogar mein Freund gesagt, denn er will dass ich glücklich bin), aber vielleicht gibt es doch einen Unterschied zwischen unseren Situationen, zumindest hoffe ich das…

    Z.B. ist mein Freund oft für mich da, wenn es mir schlecht geht und gibt mir Halt, er nimmt immer unglaublich viel Rücksicht auf mich, versucht mir zu geben was ich brauche und hat noch nie ein schlechtes Wort gegen mich gerichtet, sondern will mich stattdessen immer verstehen (wie auch jetzt). Er ist der erste von uns beiden, der immer sagt, dass wir miteinander reden sollten. Er trägt mich auf Händen und das spüre ich in jeder Hinsicht. Ich merke auch wie unsere Beziehung wächst und sich immer weiter vertieft. Beim letzten Mal als wir uns trafen, hat er mich zum ersten Mal offen gezeigt, wie schwer es ihm wirklich fällt sich wieder von mir trennen zu müssen und nach Hause zu fahren. Sogar noch schwerer als mir! Er hatte sich, obwohl es sein einziger freier Tag seit Ewigkeiten war, bei mir gemeldet, war zu mir gefahren und hat mit mir und meinen Eltern (die ihn mit ihren vielen Fragen ziemlich löchern und stressen) den ganzen Sonntag verbracht. Da wusste ich, dass ich für ihn alles durchstehen kann. Naja, und dann kam Silvester.

    Er verlangt keine bedingungslose Unterstützung von mir. Er will mich vor allem glücklich sehen und nicht mit herunterziehen. Am Schlimmsten ist es für ihn wenn ich traurig bin, und vor allem wenn es wegen ihm ist. Dann macht er alles um mich aufzumuntern, egal wie schlecht es ihm selbst geht. Das schafft er auch immer (wir sind fast ständig immer am Lachen) und die nächsten paar Tage schwebe ich dann wie auf Wolken. Die Unterstützung geht freiwillig von mir aus. Er lädt mich zum Essen ein wenn wir uns treffen und stellt Dinge mit seinen eigenen Händen für mich her... letztes Jahr zu Weihnachten hat er mir einen kunstvollen, filigranen Ring aus einem einzigen glatten Stück Eisen gefertigt, mit einem blauen Stein darin und einem "M", um das blätterartige feine Verzierungen geschlungen sind. Ganz nach meinem Geschmack, schlicht und wunderschön. Ich trage ihn seither jeden Tag. :smile: Davor hat er mir mehrere wunderschöne Dinge aus Holz geschnitzt, die alle eine Bedeutung haben - aus Holz von Bäumen, die er eigenhändig gefällt hat. Da hatte er noch etwas mehr Zeit.

    Er hat mir schon oft gesagt, dass ich die Frau seiner Träume bin. Er hat ihn damals völlig von den Socken gehauen als wir uns zum ersten Mal trafen, konnte es kaum glauben dass ich existiere und hat sich sofort in mich verliebt, es war ihm deutlich anzumerken. Bis heute spüre ich es immer noch in der gleichen Intensität wenn er bei mir ist. Bei ihm fühle ich mich ohne jeden Zweifel wie die schönste Frau der Welt, äußerlich so wie innerlich. ^^

    Tut mir leid, jetzt habe ich so viel Liebesgeschwätz geschrieben, weswegen ihr wahrscheinlich die Augen verdrehen werdet. Aber ich wollte damit nur deutlich machen, dass mir diese Beziehung sehr wohl auch Spaß macht und mein Leben bereichert, und dass er sich auch Mühe gibt.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 3 Januar 2014 ---
    Callmeawesome, deine Partnerschaft hört sich wunderbar an. Wie schön, dass das mit euch beiden so gut funktioniert. :smile: Viele würden mehr Zeit mit ihrem Partner brauchen, aber für mich wäre es eine schöne Vorstellung, den Tag für mich zu haben und dann abends noch ein wenig meinen Freund zu sehen. Da muss man wirklich nichts groß unternehmen, solange man nur beisammen ist. Spazieren gehen oder Filme gucken liebe ich! Aber auch überhaupt nur gemeinsam schlafen zu gehen wäre schön. Ich habe mir schon gedacht, dass die Lösung für das Problem eigentlich wäre, zusammen zu ziehen. Aber das – er müsste dann noch zusätzlich eine Lagerhalle mieten – kann er sich in seiner Lage einfach noch nicht leisten.

    Dein Vorschlag ist sehr gut und wir haben es damit schon früher versucht, aber leider hat es nicht geklappt. Seine Aufträge lassen ihm nicht die Wahl auch nur irgendwelche feste Termine zu haben - bei manchen Aufträgen kann er bestimmen, aber bei den meisten hat er keine Wahl. Er muss sie an dem gleichen Tag erledigen, an dem der Depp, der das Sagen hat, es will. Und der ruft oft sogar überraschend noch am frühen Morgen jenes Tages an und rüttelt ihn aus dem Bett! Er will mit Absicht nicht verstehen, dass mein Freund vielleicht ein Recht auf ein geregeltes Leben oder irgendwelche feste Termine haben könnte. Mein Freund muss sofort zu ihm eilen. Dieser Auftraggeber versucht meinen Freund sogar hintenherum zu sabotieren wenn er andere Aufträge annimmt, anstatt für den Blödmann zu arbeiten. Das regt meinen Freund furchtbar auf, aber was soll er machen – wenn er sich bei ihm unbeliebt macht verliert er seine Haupteinnahmequelle und die braucht er bis sein Unternehmen auf festeren Beinen steht.

    Ich kann noch einmal vorschlagen, dass wir es versuchen mit der Zeitplanung, aber sehe schon jetzt seinen erschöpften "das setzt mich unter Druck, ich kann nicht mehr, bitte, ich gebe doch schon alles was ich kann" Blick. Er leidet dann still, zeigt Verständnis für mich und zweifelt an seiner Fähigkeit eine Beziehung zu führen.

    Wie kann ich ihm das antun? Was du über seine Panik geschrieben hast, macht mir ein schrecklich schlechtes Gewissen. Mein Herz blutet wenn ich mir seine Situation vorstelle. Weißt du vielleicht einen Weg wie ich diesen Druck von ihm nehmen kann, statt ihn versehentlich noch mehr zu verstärken? Ich befürchte genau das zu tun, wenn ich wieder mit ihm rede... wie können wir einen Kompromiss erreichen, ohne dass er sich immer so hin- und hergerissen fühlt?

    Denn im Moment meint er, dass er hat kaum noch Kraft hat. An Silvester hatte er ein Burnout erlitten. Er hatte da aber dennoch vorgeschlagen (und das habe ich vergessen zu erwähnen!), dass wir beide am Wochenende nachfeiern können. Das war aufopferungsvoll von ihm - ich hätte es erkennen müssen, habe es aber leider anders gedeutet und das ging nach hinten los. :frown:

    Jetzt hat er sich wieder aufgerappelt (ich weiß nicht wie er das immer wieder schafft), arbeitet weiter und hat vorgeschlagen, dass wir über das was geschehen ist reden sollten. Er meint er könne vieles verstehen was ich ihm an den Kopf geworfen habe und auch meine Ängste.

    Der Mann meiner Träume... leider mit einem verdammt harten Leben.

    Ich habe mich jetzt dazu entschlossen spontan mit meiner Mutter einen Kurztrip in die Niederlande zu machen, heute fahren wir los. :grin: Ich habe mich auch mit ein paar Freundinnen verabredet. Danach geht es mir hoffentlich besser und ich werde mit ihm reden.

    Ich werde erst mal Callmeawesomes Rat befolgen und lernen mich besser meinem eigenen Leben ohne ihn zu widmen und damit zufriedener zu sein. Leicht wir das definitiv nicht – ich muss dazu das Mantra immer wieder aufsagen, dass er mich nicht weniger liebt als ich ihn und wirklich NUR aufgrund äußerlicher Umstände nicht bei mir sein kann. Erst wenn ich wirklich daran glaube, werde ich Ruhe haben.

    Krava, ich werde deine Worte im Hinterkopf behalten, aber der Punkt ist bei mir noch nicht erreicht, an dem das Negative das Positive zu sehr überwiegt. Mein Freund ist zwar jemand, der von Natur aus aktiv ist und sich immer gerne mit etwas beschäftigt, aber er hasst seine derzeitige Situation. Er ist sich seines Problems sehr bewusst, versucht einen Ausweg zu finden und würde viel mehr Zeit auf seine Freizeit verwenden, wenn er die Sicherheit hätte und sich das leisten könnte. Entspricht das auch dem Wesen deines Ex oder war er doch etwas anders?

    Ich schätze ich sollte mich mehr auf das Gute in unserer Beziehung besinnen. Es gibt da so viel Schönes zwischen uns, was sich sicher sehr viele Menschen wünschen aber nicht haben. Die haben dann wiederum andere Probleme in ihren Beziehungen. Wenn ich daran denke, was es da so alles gibt… Also, danke, ich werde mir nach der Reise die weiteren Kommentare durchlesen, falls ihr noch mal schreiben wollt. :smile:
     
  • User 110436
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    3 Januar 2014
    #9
    Hmm...es kommen nach und nach ein paar Fakten zu Tage, die schon vorher hilfreich gewesen wären :zwinker:

    Dennoch finde ich nach wie vor, dass da nicht alles hoffnungslos ist.
    Dass dein Freund seine Situation hasst, kann ich sehr gut verstehen. Das ist so ein Stolz-Ding. Wenn man die Selbstständigkeit aufgibt, muss man sich selbst eingestehen, dass man versagt hat. Natürlich will das niemand.

    Aber:

    Solche Idioten kenne ich gut. Ich hatte selbst mal einen Kunden, der meinte, er müsse mir zum Dumpingpreis Aufträge für den aktuellen oder nächsten Tag aufdrücken. Dadurch blieb natürlich keine Zeit mehr für andere Dinge und ich konnte mich nichtmal um lukrativere Aufträge bemühen.
    Solche Kunden sind sehr gefährlich. Dein Freund muss dringend verstehen, dass er sich sonstwie bei dem Kerl beliebt machen kann. Der merkt nur, dass er ihn rumschubsen kann, wie er lustig ist. Von Respekt kann da keine Rede sein.
    Letztendlich bleibt deinem Freund nichts anderes übrig, als diesem Kunden klip und klar zu sagen, dass das so nicht geht und dass ein anderer Kunde schneller war.
    So ein Rückgrat muss man sich mit der Zeit eben zulegen. Das ist nicht einfach, aber danach wird es viel leichter, mit seiner Arbeit umzugehen.
    Wie sieht das denn mit seinem Preisgefüge aus? Wenn er so viel zu tun hat, dann müsste doch eigentlich auch etwas mehr hängen bleiben, oder? Vielleicht sollte er einfach mal die Preise erhöhen, um mehr davon zu haben. Das kenne ich aber auch sehr gut. Gerade am Anfang fehlt noch das Bewusstsein für die eigene Qualität und man lässt sich auf so Dumpinghonorare ein. Damals habe ich noch für 2 ct. pro Wort geschrieben. Mittlerweile berechne ich ca. 8-12 ct pro Wort, wenn ich Texte schreibe. Das ist schon ein großer Unterschied und die Aufträge machen mehr Spaß :zwinker:

    Du siehst, es sind viele Faktoren, die Einfluss darauf nehmen, warum dein Freund seine Situation gerade so sehr hasst. Aber all diese Faktoren kann er nur selbst ändern. Du kannst ihm nur raten, dieses oder jenes zu ändern, damit es für ihn besser läuft.

    Womit ich auch gleich zum nächsten Punkt komme:
    Es muss dir nicht leid tun, dass du Zeit mit ihm verbringen willst. Lass dich bloß nicht zu einer Frau erziehen, die brav zu Hause wartet und sich wie ein Hund freut, wenn das Herrchen doch mal Zeit hat. So geht es auch nicht. Es muss dir gar nichts leid tun. Er kann dir leid tun, wenn er sich mal wieder von seinem Idioten-Kunden übervorteilen lässt. Und trotzdem ist er derjenige, der es mit sich machen lässt.

    Ein schlechtes Gewissen ist hier nicht angebracht. Der Punkt ist einfach der, dass er sich zu viel zumutet und darin untergeht. Am Ende funktioniert weder seine Arbeit noch eure Beziehung. Und nicht du musst diesen Druck von ihm nehmen, sondern er selbst. Indem er einfach mal tacheles redet und klare Prioritäten setzt. Diese muss er dann eben auch einhalten.
    Eines muss ganz klar sein: Es kann ihm und euch nur besser gehen, wenn ihr nicht nur einen Kompromiss findet, sondern besonders er ganz klar entscheidet, was er eigentlich will. Eine Selbstständigkeit neben dem Studium aufzubauen, ist ein hartes Stück Arbeit und eine Beziehung zusätzlich richtig zu pflegen, ist noch härter. Das geht auf Dauer nicht.
    Also:
    - Preisgestaltung ändern
    - Den Idioten-Kunden loswerden/zurechtstutzen
    - Klare Geschäftszeiten einhalten (viele Kunden nehmen darauf Rücksicht)

    Er muss einsehen, dass er seinen Job nur so lange machen kann, wie er ihn auch gut ausfüllt und nicht zerstört. Sonst ist es das dann bald gewesen mit seiner Gesundheit.


    Du hebst deinen Freund sehr auf ein Podest, ist dir das klar? Er ist auch nur ein Mensch, das müsst ihr beide einsehen. Jeder macht Fehler und in einer Beziehung sind beide Partner für ihr Funktionieren verantwortlich. Lade nicht alle Verantwortung auf deine Schultern, sonst bist du bald diejenige, die nicht mehr kann.

    Ich wünsche euch beiden viel Glück. :smile: Wie gesagt, Kompromisse sind gut, aber dafür muss dein Freund auch eine Grundlage schaffen können.

    Alles Gute :smile:
     
  • krava
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    3 Januar 2014
    #10
    :hmm: Wie kann dein Freund denn oft für dich da sein und Rücksicht auf dich nehmen, wenn ihr laut deiner eigenen Aussage gar kein richtiges Leben als Paar führt und er mehr mit seiner Arbeit liiert ist?
    Wie viel Zeit und Raum im Kopf hat er da überhaupt, um dich verstehen zu wollen?
    Also sorry, wenn ich so frag, aber das steht in einem ziemlichen Widerspruch gegenüber dem, was du zuerst geschrieben hast und klingt sehr nach Schönrederei (die ich durchaus nachvollziehen, die aber nichts an den Tatsachen ändert).

    Solche Zwischenhochs sind normal und die machen einem die endgültige Entscheidung natürlich schwerer. Aber eben dann kam Silvester und alles ist irgendwie zerplatzt.



    Er will dich glücklich sehen, aber möglichst wenig dafür tun. Und wenn ihm wirklich so viel an dir liegt, dann prognostiziere ich mal, dass er schon Trennungsgedanken hatte. Sie vielleicht nur nicht durchgezogen hat, weil er denkt, er kann dich nicht allein lassen. Dabei merkt er gar nicht wie allein du längst bist.
    Mag sein, dass ihm die Arbeit Zeit und Kraft raubt, aber dann muss er auch so realistisch sein und sehen, dass er dich nicht mit tragen kann.


    Okay das klingt in der Tat viel positiver als bei mir damals. Bei mir zumindest am Ende auch das Selbstbewusstsein völlig im Keller. Ich hoffe, das steht dir nicht auch noch bevor.




    Die Frage ist nur wie lange das noch sein wird. Und dein Verständnis in Ehren, aber lass das mal noch 3, 4 oder 5 Jahre dauern - wie soll das gehen? Dann muss dein Freund sich ERST beruflich etablieren und sich dann wieder binden. Nicht umgekehrt.



    Die Zweifel sind berechtigt meiner Meinung nach. Man kann keine Beziehung führen und deine Frau glücklich machen, wenn man solche Verpflichtungen hat, sie dauernd alleine lassen muss, immer für andere springen muss usw.



    Ich glaub nicht, dass es deine Aufgabe ist, ihm den Druck zu nehmen. Ich denke, mehr als du sowieso schon machst kann niemand von dir erwarten. Für seinen beruflichen Stress bist du nicht verantwortlich, er wollte das so und wenn er es nicht schafft, kann er jederzeit die Bremse ziehen. Auch eine Selbständigkeit kann man aufgeben.
    Außerdem fragt er ja auch nicht nach deinem Druck bzw. wie er dir den nehmen kann. Da ist er auch egoistisch, denkt an seine berufliche Zukunft und du bleibst eben auf der Strecke.



    Was bitte ist ein Burnout? Meinst du einen Zusammenbruch?
    Davon erholt sich niemand über Nacht. Wenn du wirklich von Burn-out sprichst, dann muss dein Freund in therapeutische Behandlung, fällt vermutlich für Wochen aus, auch wenn er das wahrscheinlich nicht sehen wird, ist aber Tatsache. Ansonsten drohen schlimmere Geschichten wie Schlaganfall und Co.
    Also da muss er dann auch seiner Gesundheit zuliebe egoistisch sein und einsehen, wenn es nicht mehr geht.
    Solange er das aber nicht sieht, sind dir die Hände gebunden. Eine Bekannte von mir schaut auch seit Jahren ihrem Mann zu wie er sich beruflich kaputt macht, er war schon 2x kurz vorm Infarkt, hat eine Tochter, aber er macht weiter als wäre nichts gewesen. Verleugnet die Tatsachen einfach.
    Du bist nicht sein Babysitter, du bist auch nicht für ihn verantwortlich und du kannst ihn zu nichts zwingen. Du kannst nur dafür sorgen, dass es dir besser geht.



    Für das er aber letztlich selbst verantwortlich ist. Also das musst du dir bitte vor Augen halten. Es ist das böse Schicksal, das ihm eine schwere Krankheit geschickt hat oder so. Er ist diesen WEg ja bewusst gegangen bzw. geht ihn. Umkehren bzw. einen anderen Weg einschlagen muss bzw. kann nur er allein.

    Die Idee mit dem Kurztrip ist definitiv gut.

    Du musst dein Leben leben definitiv.

    Natürlich plant es sich mit Sicherheit im Rücken leichter. Aber er muss sich vielleicht auch entscheiden, welche Sicherheit ihm wichtiger ist. Die finanzielle bzw. berufliche oder die beziehungstechnische.

    Sei mir nicht böse, aber ich glaub nicht, dass so viele Menschen in Beziehungen mit euch tauschen wollen würden. Also von Menschen mit Krankheit und sonstigem Leid vielleicht mal abgesehen.

    Ich denke, ihr habt langfristig nur eine Chance, wenn du auch anfängst, abseits der Beziehung zu leben, und zwar so absolut wie dein Freund es macht. Also die Partnerschaft als Nebensache, Leidenschaft in was anderes investieren (Beruf oder Hobby). Allerdings ist das sicher nicht jedermanns Sache und die Beziehung wird dann sehr wahrscheinlich auch ziemlich auseinander driften und spätestens dann in Gefahr sein, wenn jemand von euch jemand neues kennenlernt. Mehr Freiraum bedeutet mehr Vertrauen, mehr Freiraum bietet aber auch mehr Möglichkeiten...
    Also erzählen könnte ich dir da viel, aber ich denke nicht, dass du es hören willst.


    Wünsche dir jetzt erst mal einen schönen Urlaub :smile:
     
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    3 Januar 2014
    #11
    @krava
    Ich habe ja nur nebenbei mitbekommen, was bei dir gelaufen ist, und habe es jetzt auch hier teilweise lesen können.

    Ich muss allerdings sagen, dass du mir mit diesen Beiträgen hier ein wenig verbittert vorkommst. Du siehst die Lage der TS so dermaßen hoffnungslos, dass es mich schon gruselt. :hmm:

    Natürlich ist das nicht rosig und es muss sich definitiv was ändern. Aber es ist nichts, was man nicht wieder hinbiegen kann. Die TS sollte sich selbst natürlich wichtiger nehmen als sie es bisher getan hat. Aber trotzdem denke ich, wenn ihr und ihm (ja, auch ihm) die Beziehung wichtig ist, sollten beide sich anstrengen, eine Lösung zu finden.

    Wenn er sich letztlich nicht die Bohne für sie interessieren würde, dann wäre auch mein Rat: Trennung. Aber so sieht es keinesfalls aus.
    Es ist ein wenig Schönrederei dabei, sicherlich, aber es sind auch durchaus einige positive Aspekte vorhanden, die du vielleicht aktuell nicht sehen kannst/willst.

    Wie gesagt, ich will dich nicht angreifen, aber im Vergleich zu deinen sonstigen Beiträgen sehe ich hier sehr viel Schwarzseherei. :hmm:
     
  • krava
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    3 Januar 2014
    #12
    Ja hinbiegen kann man da sicherlich was, aber das ist viel, viel Arbeit und woher soll der Freund der TS da auf einmal Zeit und Muse dafür finden?
    Wenn er jetzt schon kaum Zeit hat, mal mit seiner Freundin ins Kino zu gehen?
    Ohne radikale berufliche Veränderungen von ihm wird das sehr wahrscheinlich nicht gehen. Und da kann der Wille noch so groß sein, aber da müssen ganz einfach Taten her!

    Und meine Schwarzseherei kommt einfach daher, dass ich es selbst so erlebt hab. Das heißt natürlich nicht, dass es immer so läuft. Klar nicht.
    Ich wünsch der TS ja auch, dass ihr Freund sich noch besinnt, aber ich halte es für nicht sehr wahrscheinlich. Sorry ist einfach meine Einschätzung.
    Mag sein, dass ihm die Beziehung wichtig ist und er seine Freundin sogar auch liebt. DAs stellt niemand in Frage. Aber das allein reicht im Beziehungsalltag eben nicht aus. Es sei denn, die Partnerin steckt dauerhaft zurück und wenn die TS damit glücklich wäre, gäbe es diesen Thread ja nicht. :zwinker:
     
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  • Blue_eye1980
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    3 Januar 2014
    #13
    Liebe Meimi...

    Ich wünsch dir alles Gute, und genieße deinen Trip :smile:

    Und ich drücke dir ganz fest die Daumen!!:winkwink:
     
  • Meimi
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    6 Januar 2014
    #14
    Ich danke euch! :smile: Der Kurztrip war wie Balsam auf meiner Seele und hat mir echt gut getan. Meine Mutter hat ein langes Gespräch mit mir geführt und mir in vielen Dingen die Augen geöffnet. Jetzt sehe ich, dass noch ist nicht die Zeit gekommen ist eine Entscheidung zu treffen, sondern erst einmal etwas zu warten, dann mit ihm zu reden und mich viel mehr auf mein eigenes Leben und meine unabhängiges Glück zu konzentrieren. Der Urlaub hat mir gezeigt dass das sehr gut möglich ist, denn mein Leben ist eigentlich echt toll und ich habe so viele Möglichkeiten vor mir. :zwinker: Allerdings habe ich erkannt, dass ich auch einen gewissen inneren Abstand zu meinem Freund beibehalten muss (so wie er es auch macht was mich betrifft) und um keinen Preis so weiter machen kann wie zuvor und ihn immer wieder emotional ins Zentrum meines Lebens rücken! Ich fühle mich zum ersten Mal frei und weiß nun, dass ich noch zu jung und unerfahren bin um zu wissen, ob ein Leben an der Seite eines Selbstständigen (er studiert übrigens nicht, das hast du falsch verstanden, Callmeawesome), der kaum jemals Zeit hat, wirklich das ist was mich glücklich machen wird. Es klingt zwar gemein ihm gegenüber, aber ich weiß dass mir bei der Partnerwahl noch alle Möglichkeiten offen stehen, also wieso sollte ich mich so derart verbissen festlegen, ohne dass er mir mit seinem Verhalten zeigt, dass er es wirklich wert ist?
    Jetzt wo ich einmal klar und vernünftig nachdenken kann, ist der Drang danach ihn sehen zu müssen auch ganz plötzlich weg! Klingt vielleicht egoistisch, aber mir geht es gerade besser ohne ihn. Allerdings ist auch etwas in mir gestorben und das tut sehr weh, weil meine eigene Distanz zu ihm nun nicht mehr der Liebe entspricht, die ich vorher zu ihm hatte und definitiv nicht mehr meinem Ideal entspricht oder wie es in einer Beziehung sein sollte. :frown: Ich stelle ihn auch nicht mehr auf einen Podest. Ich liebe ihn zwar immer noch, aber eine Trennung würde ich, so wie es mir jetzt geht, schon irgendwie verkraften können.
    Ich denke nicht, dass alle Hoffnungen gestorben sind, noch hat er die Möglichkeit alles umzuwenden und zu beweisen dass er meiner vollen Hingabe wert ist, aber es hängt ganz davon ab wie es in den nächsten wenigen Monate weitergehen wird. Denn es ist noch nicht sicher, ob er bereit ist etwas für mich (und auch für sich!) zu ändern. Ich werde nach wie vor lieb zu ihm sein, aber mich primär um die Uni und meine eigenen Interessen kümmern.
    Ich denke ihr habt beide gleich viel Recht, krava und Callmeawesome. In meiner Situation könnte beides im Moment das Richtige sein, noch kann ich es nicht wissen. Aber das wird sich herausstellen, in der Zeit nachdem ich mit ihm geredet habe. Ich glaube auch er ist selbst sehr zerissen. Ich werde ihm eine Chance geben, aber wenn er an seinem Leben nichts zu ändern bereit ist, auch wenn er weiß dass er mich dadurch verlieren wird, sehe ich keinen Grund mehr mich dauerhaft an ihn zu binden. Diese Gedanken gefallen mir nicht weil ich nicht gerne so hart bin und ihn gerne lieben möchte, aber weil es mir nicht mehr gut tut muss ich auch an mich selbst denken.
    Denkt ihr, ich soll ihm schonungslos sagen wie ich empfinde oder lieber vorsichtig sein? Wie bringe ich es ihm am besten bei ohne ein Ultimatum zu stellen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 6 Januar 2014
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  • krava
    krava (37)
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    vergeben und glücklich
    6 Januar 2014
    #15
    Wow ich finde deine neuen Gedankengänge sehr gut und sie erscheinen mir auch definitiv richtig.
    Natürlich kann man nie wissen, welcher WEg richtig ist und du musst dich auch nicht gleich morgen entscheiden. Ein offenes Gespräch mit deinem Freund ist mal der erste Schritt und ich denke, du kannst ihm schon alle deine Gedanken offen und direkt mitteilen.

    Und ja an dich denken darfst du auch bzw. musst du sogar und wenn dein Freund das nicht verstehen sollte, dann fällt dir die Entscheidung vielleicht umso leichter. Aber vielleicht versteht er es auch, vielleicht rüttelt es ihn auch ein bisschen wach und ihr findet wieder näher zueinander. Ich würde es dir wünschen.
     

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