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    19 Juni 2020
    #1

    Habt ihr schon mal von Reborn Puppen gehört und was denkt ihr darüber?

    Ich weiß nicht ob es wirklich hier reinpasst, aber ich habe schon öfters Dokus gesehen über erwachsene Frauen die sich sogenannte Reborn Puppen kaufen und sie behandeln als wären sie echte Babys. Reborn Puppen sehen sehr lebensecht aus, sind aus Silikon und einige haben auch Stimmen von echten Babys. Erstmal ist es irgendwie merkwürdig, wenn sie die wickeln, umziehen und baden, aber irgendwie finde ich es auch schön, wenn man einsam ist oder selbst keine Kinder haben kann so eine Möglichkeit hat. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das nicht unbedingt überall akzeptiert wird und Frauen die mit 50 oder so mit diesen Puppen spielen sicher komisch beäugt werden.

    Was denkt ihr dazu? Glaubt ihr da steckt immer irgendwie ein psychisches Problem hinter und könntet ihr das in eurem Umfeld akzeptieren?
     
  • User 172046
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    vergeben und glücklich
    19 Juni 2020
    #2
    Ich fände es merkwürdig.

    Auf der anderen Seite kümmere ich mich gerne um andere und kann daher das Fürsorgebedürfnis schon nachvollziehen.

    Mein erster Gedanke war: wenn die keine Kinder bekommen können, warum nicht stattdessen welche adoptieren/in einem Waisenhaus oder anderen ehrenamtlichen Einrichtungen arbeiten? (aka dafür braucht man doch keine Puppen)
    Dann kam mir der Gedanke, dass jemand, der sich so sehr danach sehnt, sich um jemanden zu kümmern, es dann eventuell übertreiben und dem Kind schaden würde. Ohne das böse zu meinen...

    Grundsätzlich wird Menschen, die Puppen als Ersatz für einen realen Kontakt nutzen, ja auch nicht nur mangelndes Glück in irgendeiner Form unterstellt (man hat halt bisher niemand passenden getroffen, man kann halt keine eigenen Kinder bekommen), sondern auch mangelnde (soziale) Fähigkeiten. Puppen gibt es ja auch im Rahmen von fiktiven FreundInnen schon länger, die werden ja ähnlich vorurteilsbehaftet beäugt.

    Zudem spielen die meisten Kinder mit Puppen, die werden dann wieder verkauft oder weggeworfen, wenn man "zu alt" dafür ist. Jemand, der also in dieses mit Kindheit assoziierte Verhalten zurückfällt, dürfte allein deswegen schon merkwürdig beäugt werden.

    Diese gesellschaftlichen Standards und Vorurteile kommen nicht von nirgendwo, die liegen ja alle irgendwo begründet - wie aktuell die sind, kann ich nicht beurteilen.

    Wenn ich jemanden nicht über diese Eigenschaft kennenlernen und das erst später herausfinden würde, könnte ich das aber sicher leichter akzeptieren, als wenn sich jemand direkt vorstellt mit "ich muss kurz nach meinem fiktiven Baby sehen".
     
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    19 Juni 2020
    #3
    ich finde es zumindest stark befremdlich, wenn man einen toten gegenstand wie einen menschen behandelt (gilt also genauso für sexdolls). Glaube auch nicht, dass man damit ernsthaft kompensieren kann, was einem fehlt.
     
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    19 Juni 2020
    #4
    Ja um es kurz zu machen, ich sehe zum einen ein psychisches Problem dahinter und wer sich damit in der Öffentlichkeit zeigt und das auslebt dem unterstelle ich auch eine mangelnde Selbstreflexion
     
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  • User 177622
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    19 Juni 2020
    #5
    Abgesehen davon, dass ich die Dinger scheußlich finde, halte ich es in der Tat für ein psychologisches Problem, als erwachsener Mensch sozial mit Puppen zu interagieren.
     
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    19 Juni 2020
    #6
    Diese Puppen dienen unter anderem zu therapeutischen Zwecken bei Menschen mit psychologischen Problemen.

    Ich selbst finde es auch befremdlich, aber wenn es diesen Menschen hilft ihre Probleme in den Griff zu kriegen ist es doch völlig in Ordnung.
     
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  • User 177622
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    19 Juni 2020
    #7
    Begleitet in einer Therapie kann ich mir das vielleicht vorstellen (auch wenn ich da echt Schwierigkeiten habe - was genau soll das bringen? Was für Gedanken und Programme stecken dahinter?).

    Aber einen Kinderwagen mit einer Puppe zu schieben, dem Plastikbaby die Flasche zu geben, als Erwachsener ein Spielzeug als lebendiges Wesen anzusehen, wie kann das in einer gesunden Psyche Platz finden?
     
  • User 124226
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    19 Juni 2020
    #8
    Probleme in der eigenen Kindheit, unerfüllter Kinderwunsch, aber auch Krankheiten wie Burnout. Hauptsächlich der Gedanke "sich um etwas kümmern" und gebraucht werden. Auch, wenn es sich nur um eine Puppe handelt.
     
  • froschteich
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    19 Juni 2020
    #9
    Ich kenne die Puppen in erster Linie als Ersatz für Mütter, die Stillgeburten hatten. Die werden ja auch nach Ultraschallbildern etc. angefertigt, damit die so gut wie möglich wie das leider gestorbene Kind aussehen. Und da maße ich mir auch kein Urteil darüber an. Wenn es trauernden Menschen hilft, dann ist das gut.
     
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    19 Juni 2020
    #10
    Ich würde mir selbst wohl keine solche Puppe besorgen, auch wenn ich das nicht völlig ausschließen kann wenn ich wirklich stark traumatisiert bin durch eine Fehlgeburt zum Beispiel. Ich finde aber eigentlich, alles was Menschen hilft und weder ihnen selbst noch anderen Leuten schadet muss man nicht unbedingt pathologisieren und stellt ja eigentlich kein Problem dar.
     
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    19 Juni 2020
    #11
    Gut, kann ich mich gedanklich mit arrangieren, wenn es eine "Krücke" in schwieriger Zeit ist.

    Aber das ist halt nicht das Erste, worauf man stößt, wenn man von diesen Dingern hört.
    Und abgesehen vom Therapiegedanken ist und bleibt das für mich creepy. Ähnlich wie die teeniemäßige Schwärmerei für einen Star, wenn man jenseits der 30 ist.
    Halt aus der Lebensphase gefallen, in die es gehört.
     
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    19 Juni 2020
    #12
    Für Frauen, die ein Kind verloren haben oder sich sehnlichst ein wünschen und psychisch darunter leiden eine tolle Sache.
    Sie tun damit keinem weh. Wenn es für das eine Wohlbefinden ist oder der Verarbeitung dienlich...wer bin ich darüber zu urteilen?
     
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    #13
    Ist das denn wirklich ein therapeutisch sinnvoller Umgang mit so einer Situation? Ich hätte da ja doch meine Zweifel, ob das oft dazu beiträgt, sowas schneller zu verkraften.
     
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  • froschteich
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    19 Juni 2020
    #14
    Zumindest beim gestorbenem Kind kann ich mir schon vorstellen, dass es Frauen gibt, die so besser Abschied nehmen können. Man kann das Gesicht (das ja so aussieht wie das des Kindes) angreifen, den Körper fühlen, etc. und sein eigenes Tempo wählen. Ich kann mir schon vorstellen dass man dann mit einer begleitenden Therapie später zu einem Punkt kommt, wo man weiß, dass man die Puppe jetzt nicht mehr braucht und loslassen kann.
     
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    19 Juni 2020
    #15
    So denke ich das auch. Man kompensiert damit ja nur den Verlust anstatt ihn zu verarbeiten?!
     
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  • User 154004
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    #16
    So ein Tod kommt ja plötzlich.
    Man setzt Medien in Therapien ein, weil man Beziehungen herstellen kann und sie Gefühlen auslösen.
    Warum ein Therapeut und wann zu so einem Medium greift übersteigt meine psychologischen Fähigkeiten. Es sicherlich keine Therapieform, die sich für jede Frau eignet.
     
  • User 83901
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    #17
    Ich finde es befremdlich und frage mich auch, inwiefern das therapeutisch sinnvoll ist. Meine Freundinnen, die Stillgeburten hatten, hatten allesamt psychologische Hilfe, aber solche Puppen waren da nie involviert.
     
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  • User 154004
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    #18
    Vielleicht, weil sie es anders verarbeitet haben. Nicht jede Frau ist gleich.
    Wenn man sich die Erfolgs-Geschichten im Internet ansieht und die Frauen sagen, mir hat die Puppe so sehr geholfen, über den Tod hinwegzukommen und meine schwere Depression zu überwinden.
    Was soll daran bedenklich sein oder gar komisch. Das Ergebnis zählt doch.
     
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    19 Juni 2020
    #19
    Ich kenne diese Puppen und habe bereits einige YouTube-Videos dazu gesehen. Ich finde es enorm befremdlich, wie die entsprechenden Frauen meist 24 Stunden am Tag hingebungsvoll eine oder mehrere Puppen umsorgen, pflegen, ihnen Kleidung kaufen... Möbel kaufen, vom Wickeltisch zum Babybettchen... sie im Auto herumfahren, im Kinderwagen, beim Einkaufen...
    In den Videos, die ich gesehen habe, wurde das stets als "Hobby" bezeichnet, aber das wird teilweise (?) so obsessiv praktiziert, dass ich nicht glauben kann, dass es wirklich nur ein Hobby sein soll, das greift einfach so massiv im normalen Leben ein, so weit geht doch kein einfaches Hobby :hmm:.

    Ich habe ein paar Videos einer Frau gesehen, die wohl einen starken Kinderwunsch hat, aber halt keinen Partner und keine eigenen Kinder. Anscheinend kommen auch aufgrund von Krankheit(?) auch keine Pflegekinder in Frage. Sie tut mir sehr leid, weil sie auch sehr lieb wirkt, aber auf mich wirkt sie eben auch psychisch nicht ganz auf der Höhe. Ich bin mir ehrlich nicht sicher, ob diese Puppen ihr letztlich wirklich gut tun oder ob sie ihr Leiden nicht noch intensivieren.
     
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  • User 154004
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    #20
    Wie soll man psychisch denn auch auf der Höhe sein, wenn man als Frau einen Kinderwunsch hat, aber keine bekommen kann :confused:
    Ich persönlich habe ja absolut keinen, aber ich kann mir das so belastend vorstellen, dass es mich absolut nicht wundert, dass man darunter massiv leidet.
    Das stellt ja dein ganzen Dasein als Frau in Frage. Man kommt sich nutzlos vor, fühlt sich als Versager, dem Partner nicht gut genug zu sein.
    Der Wunsch geht ja nicht einfach weg, das ist etwas, das kann man nicht einfach akzeptieren.
     
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