?

homosexualitaet normal/unnormal?

  1. normal

    90 Stimme(n)
    67,2%
  2. unnormal

    29 Stimme(n)
    21,6%
  3. mir doch egal

    15 Stimme(n)
    11,2%
  • Dykie
    Verbringt hier viel Zeit
    441
    101
    2
    vergeben und glücklich
    21 August 2003
    #41
    wie gut,dass ironie nicht jeder versteht :grin:
     
  • opossum
    opossum (43)
    Ist noch neu hier
    678
    0
    1
    nicht angegeben
    21 August 2003
    #42
    @Dykie

    :zwinker:
     
  • secretman
    Gast
    0
    21 August 2003
    #43
    Also im Grunde hat LizaRecht aber Dykie auch. Ich würde auch lieber den Begriff "anders" verwenden Liza, er ist tatsächlich in einer gesellschaftlichen Gebenheit wie der unseren sinnvoller, denn er ist wertfreier als der Begriff "unnormal" Letzterer Begriff führt unweigerlich zu falscher Sichtweise und fördert Diskriminierung und ähnliches. Aber nach dem bloßen Mehrheitsprinzip hast du natürlich recht, dann wäre Homosexualität "unnormal". Aber diese Betrachtungsweise hilft uns nicht weiter auf dem Weg von Anerkennung, Gleichwertigkeit und Gerechtigkeit. Der Begriff der Normalität sollte sich an anderen Kriterien festmachen als das Mehrheitskriterium.

    Ich definiere Normalität in Bezug auf Handlungen, Persönlichkeiten oder Gegebenheiten, die natürlich sind, niemandem Leid zufügen oder kranke Aspekte beinhalten und persönliches oder fremdes Leiden bewirken.

    Mit Hilfe dieser Betrachtungsweise gelingt es uns eher, andere Lebenswelten, Persönlichkeiten oder ungewöhnliche Handlungen besser zu verstehen und zu akzeptieren
     
  • ogelique
    Verbringt hier viel Zeit
    4.780
    123
    1
    Verheiratet
    22 August 2003
    #44
    "normal" bedeutet so viel wie durchschnittlich und das wär' ich z. B. auch nicht gerne.
    Abgesehen davon - wer ist denn schon normal? ich behaupte, dass jeder Mensch einen Tick hat, den Andere, wenn sie davon wüssten, zumindest als unnormal oder krank bezeichnen würden!!!
     
  • Dykie
    Verbringt hier viel Zeit
    441
    101
    2
    vergeben und glücklich
    22 August 2003
    #45
    stimme ich dir zu....allerdings wäre es meiner meinung nach nicht gut zu sagen, dass ein blondre italiener unnormal ist (finde das beispiel wirklich sehr gut)......denn auch der blonde italiener kann spießig sein....nur er ist eben anders, weil es in italien eher dunkelhaarige menschen gibt.....:smile:
     
  • Balulist68at
    0
    23 August 2003
    #46
    unnormal = abnormal = nicht normal (lang)

    Uahhh! Das kenn ich schon ein Leben lang. :angryfire:
    Und da haben sich die Bedeutungen dieser Worte ein bißchen festgefressen.

    Wenn man aus diversesten Gründen (nicht nur über das schwulsein) immer wieder gehört hat:
    "Des is do net normal, do muast do wos dagegn tuan."
    Übersetzung wienerisch -> deutsch: Das ist doch nicht normal, dagegen mußt du doch etwas tun.
    dann reagiert man auf diesen Begriff schon mal allergisch.


    Ich bin leichter Legasteniker, ich habe ADS und ich bin Schwul. (Erinnert mich irgendwie an Leonardo da Vinci).
    (Damit Shabba das nicht wieder erst fragen muß) :bandit:
    Die ersten beiden Dinge sehe ich primär als eine andere Art zu denken. Aber unnormal oder abnormal?
    Rothaarig bin ich nicht. Und auch kein rosa Zebra.

    Es gibt bis zu 10% Legastenie.
    Es gibt bis zu 10% ADS oder ADHS.
    Es gibt bis zu 10% Homosexuelle.

    Legastenie und ADS sind nicht nur hinderlich. Es gibt bereiche, wo diese Denkweisen sehr nützlich sein können.

    Es gibt bis zu 10% Rothaarige in Schottland.
    Es gibt bis zu 8% Rothaarige in Irland
    Es gibt bis zu 40% Träger des Ginger-Gens (rootharig etc) in Schottland.

    Rothaarig ist etwas offensichtliches, kommt auf jeden Fall von den Genen.
    Die meisten Rothaarigen leben im Norden.
    Im Süden (Australien) haben rothaarige Auswanderer die höchste Hautkrebsrate.
    Lange Zeit wurden Rothaarige verspottet, ausgegrenzt und ihnen aussergewöhnliche Eigenschaften angedichtet. Danke an Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf, welche sicher auch ihren Teil dazu beigetragen haben um die Lage der Rothaarigen zu verbessern.
    Es gibt eine Zeitungsanzeige aus dem Jahre 1834 wo ein Mittel zum Haarefärben angeboten wird um dem Spott zu entgehen.
    Sünderinnen und strake Frauen wurden früher oft rothaartig gemalt.
    Rothaarige haben die wenigsten Kopfhaare.
    Rothaarige haben oft Sommersprossen.
    Rothaarige sind schmerzempfindlicher und brauchen 20% mehr übliche Betäubungsmittel bei Operationen.
    Rothaarige und hellhäutige Frauen sprechen dagegen besser auf bestimmte Schmerzmittel an als Männer und andersfarbige Frauen.

    "Ich hab nichts gegen Rothaarige aber sie sind definitiv nicht normal."
    "Es ist nicht von der Natur gewollt, daß sich Rothaarige im Süden aufhalten."
    "Du Rothaariger bist unnormal."

    Darüber sind wir glücklicherweise (hoffentlich) hinweg.

    Rothaarige werden sicher nicht erlaubterweise gentherapiert werden.
    Rothaarige Kinder werden sicher nicht erlaubterweise ausgefiltert werden, so daß es zu keiner Zeugung oder langen Schwangerschaft kommt.

    Ist ein Skater in ihren weiten und tiefsitzenden Jeans unnormal oder anders?

    Zur Zeit bin ich dabei mein Selbstwertgefühl wieder zusammenzukratzen und neu, stärker wieder aufzubauen. Ich muß mit meinen oben genannten Eigenschaften leben können, ich muß lernen damit umzugehen. Die Umwelt macht es einem leider manchmal etwas schwer. Ich soll "normal" funktionieren. Jetzt geht's schon wieder (zwar noch Hochschaubahnmäßig).
    Aber eine Zeitlang bin ich immer wieder über religiöse oder andere Seiten mit ähnlichen Aussagen gestolpert. Nach vielen Seiten hatte ich 2 Tage lang Depressionen.
    Meine Umgebung, die Gesellschaft in meiner Kindheit und Jugend hat ihren Teil dazu beigetragen (a Brick in the Wall), daß ich ein gesundes Selbstbewußtsein schlecht aufbauen konnte. Vieles ist normiert. Denkst Du anders, dann ist die Hilfe gering. Ich hab mich dann eingeigelt und einen Betonpanzer um mich herum als Schutz gebaut. Der ist jetzt am aufbrechen.

    Ein Teil liegt sicher in dem "nicht normal", wenn man das immer wieder vorgekaut bekommt. Es wird nicht gesagt "anders als die anderen", es wird gesagt "nicht normal" und das weist die Richtung zu einem pathologischen Befund. (Erkannte Krankheit die behandelt werden soll.)

    Unnormal ist vielleicht einen Hauch harmloser als abnormal, aber vor allem in der Medizin kann es genauso pathologisch sein.

    Einmal im englischen Wörterbuch gekramt (leo.org):
    Englisch | Deutsch
    abnormal adj. ungewöhnlich
    abnormal adj. unnormal
    abnormal adj. abnorm
    abnormal adj. abweichend
    abnormal adj. anormal

    abnormal adj. abartig
    abnormal adj. [psych.] abnormal
    abnormal adj. [psych.] anomal
    abnormal adj. anormal
    abnormal adj. geistig behindert
    abnormal adj. [med.] krankhaft
    abnormal adj. regelwidrig

    Abnormal und unnormal sind Synonyme, welche wechselweise verwendet werden können.
    Beides ist die negativform von normal. Die Unterscheidung von unnormal und abnormal kann höchstens in einem Roman, Gedicht oder wissenschaftlichen Bericht funktionieren, aber nicht im täglichen Leben.
    "UN-" steht, soweit mir jetzt in den Sinn kommt, immer als Vorsilbe um aus einem guten einen schlechten Ausdruck zu machen. Ha da, fällt mir gehemmt und ungehemmt ein. Das kann je nach Auslegung beides sein.
    Es besteht in der Gesellschaft noch immer ein großer Drang unnormales zu normalisieren.
    Da hab ich was nettes beim googln gefunden:

    http://www.umweltstation-iffens.de/torsten.htm
    ------
    The Devil's Dictionary
    Unnormal(Abnormal) - Nicht mit dem Standard übereinstimmend.
    In Angelegenheiten des Denkens und Handelns ist Unabhängigkeit gleichbedeutend mit unnormal sein und unormal sein bedeutet verabscheut werden. Weshalb der Lexionschreiber dazu rät dem Durchschnittsmenschen ein Spiegelbild zu werden, das ihm ähnlicher sieht als er sich selbst.
    Jeder der das erreicht hat die Aussicht auf Frieden, den Tod und die Hölle.
    ------

    "Nicht normal" ist die Sprache derer, welche uns die zu unserer Liebe gehörigen Rechte verweigern, welche sie selbst aber haben.
    "Nicht normal" ist die Sprache auch derer, welche uns versuchen umzupolen, zu heilen, zu normalisieren, über kurz oder lang auszurotten.
    "Nicht normal" ist die Sprache der Eltern welche die Homosexualität ihrer Kinder nicht akzeptieren wollen und/oder sich Schuldgefühle machen.
    "Nicht normal" ist die Sprache derer, welche Aversionstherapien (a la Clockwerk Orange) auch gegen schwule Jugendliche anwenden.
    ------
    => Gefährliche Doktorspiele
    http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/5865/1.html
    -------

    Beim googln noch etwas gefunden:
    http://achim-stoesser.de/atheismus/faq.html
    -------
    »[E]ine Moral, die unter ihrer Neigung leidenden Schwulen, Lesben usw. sagt, ihre Neigung ist angeboren und normal, und sie können nicht auf eine Wiederherstellung ihrer Heterosexualitaet hoffen, ist definitiv schädlich ....« (Michael Ohlhus)
    --
    »Homosexualität ist auch im NT als falsch eingestuft und Gott ein Greuel. Da sie selber keine 'normale' Beziehung leben, sollten sie auch keine Kinder adoptieren. Hexerei/Schwulsein als 'Tat' sind ebenso abzulehnen wie den Ehebruch, Diebstahl, Lügen etc.« (Christian Sinner)
    --
    »Im übrigen geht es mir darum, nicht nur Homosexuelle zu einer normalen Sexualität zu bekehren, denn nicht nur die H[omosexualtität] ist unnormal [...]« (Michael Ohlhus)
    --
    [Gott verurteilt also die Taten [der Homosexuellen]. Ist das keine Diskriminierung?] »Nein.« (Ingo Frommholz)
    --
    »Für mich ist H[omosexualität] eine psychische Fehlentwicklung, die genauso der Seelsorge bedarf wie z.B. Bulimie.« (Christian Sinner)
    ----

    Mein Ex-Chef:
    Ein Schwuler ist kein richtiger Mann.
    Ein normaler Mann schläft mit Frauen.
    *schluck* (kein richtiger Mann! Wann ist... :grin:: )

    Meine Schwester:
    Sie bietet mir an einen Boyfriend zu Weihnachten mitzubringen. (Dabei ist sie einer der ersten die erfährt wenn ich einen hätte.)
    Für mich wäre es selbstverständlich, daß ich einen Boyfriend mitbringen würde. (Naürlich vorher sagen, da ihre Wohnung)
    Sie redet immer von den "normalen" Menschen (=Heteros). Jedesmal hüpft kurz mein Magen.
    Und dann kamen irgendwann einmal so diese Meldungen:
    Man muß einen gegengeschlechtlichen Partner haben. Nur durch den geistigen Unterschied von Mann und Frau kann man sich weiterentwickeln und erreicht dann sein Lebensziel. Das ist normal.
    Man kann _alles_ verändern, wenn man nur will und richtig lebt. Dann kommt das schon.
    *schluck*
    Sie toleriert mich, aber sie akzeptiert mich nicht.

    Noch interesannte Artikel:
    ------

    HOMOEROTIK ? HOMOSEXUALITÄT ? HOMOPHOBIE
    (Da geht es auch um Heterosexismus, da soll sich einer über den CSD aufregen.)

    http://www.oegs.net/sexus/020717_wahala_wcp/020717_wahala_wcp.htm
    oder hier
    http://www.wahala.at/seminare/wcp2002.pdf

    --------

    Was denken Junge Burschen, was ist normal?

    Für wie ?schwul? hältst Du es, mit einem Kumpel zusammen zu onanieren und wo ziehst Du die Grenze?

    http://nfj.druck-stelle.de/archiv/wofra124.htm

    ----------
    Wie der Begriff und die Definition Homosexualität entstanden ist und wo die moderne Sexualforschung heute ist und daß es nicht nur einen Parameter gibt.

    Bisexualitäten - Geschichte und Dimensionen / Humboldt-Universität zu Berlin

    http://www2.rz.hu-berlin.de/sexology/GESUND/ARCHIV/DEUTSCH/BISEX.HTM

    -----------

    Kommentare zu euren Meldungen:

    shabba
    Wie oft wurdest Du gefragt, ob Du heterosexuell bist?
    Ich wurde schon oft gefragt: "Bist Du schwul?"
    Einer Hetero hat mich mal vorgestellt: "Das ist mein Freund Balu. Und übrigens er ist schwul".
    Da fühlt man sich dann wie ein rosa Zebra.

    @shabba
    Sin rote Haare naturgewollt?
    Das Gen soll es erst seit ca. 50 000 Jahren geben.
    *zyn*
    Und Du verwendest hoffentlich keine Verhütungsmittel, denn das ist nicht naturgewollt und daher nicht normal.
    Willkommen in der r.k. Kirche.
    */zyn*
    Ich bin letzten Monat ausgetreten.

    *zyn*
    Oh! Coming Out!
    Ich hoffe daß sich niemand daran stößt, daß ich öffentlich verkündet habe an den Tampon (oB) zu glauben.
    */zyn*

    @shabba
    Viele behandeln ihre Frauen nicht gleichberechtigt. Muss es deshalb richtig sein?
    Frauen haben in AT erst 1911 angefangen zu demonstrieren. Ein paar einzelne Männer waren auch dabei. :cool:)

    Männer, welche mit Frauen nicht auskommen:
    Ich kenne einige heterosexuelle Männer, welche mit Frauen nicht klarkommen.

    @JimiHendrix2901
    Was war zuerst da? Die Henne oder das Ei?
    Zuerst die Homosexualität oder zuerst die Unterdrückung durch den Heterosexismus?
    Und nicht alle erleben ihre Jugend so hart.
    Viele Menschen polieren ihr Selbstwertgefühl mit irgendwelchen Besonderheiten auf. Andere setzten sich einfach für eine ihnen wichtige Sache ein.
    Und die Welt soll Homosexuelle in all ihren Schattierungen kennenlernen.
    Ich möchte bald keine Kommentare mehr hören:
    "Ich hab nichts gegen Schwule, solange sie mich nicht angreifen."
    "Wann bist Du schwul geworden?"
    "Wieso hast Du die Seiten gewechselt?"
    Feuerwehrkommandant:
    "Ich hab nix dagegen, daß Du schwul bist, aber lass ma ja die Mannschaft in Ruh!"
    "Und wenn Du AIDS hast, dann sagst es uns."

    @Quentin Crisp
    Für deine Kommentare hast Du dir ja den richtigen Nick-Name ausgesucht. *lol*

    @columbus
    Uahh! Auf solche Sprüche reagiere ich schön langsam allergisch. Nicht normal, weil Du es nicht bist?

    Und ich darf bitte nicht wissen, daß Du heterosexuell bist.
    Und was für Massen an heterosexuellen Sachen bekomme ich dauernd aufs Aug gedrückt?
    Ich bin froh, daß homosexuelle Jugendliche jetzt noch mehr die Möglichkeit haben verschiedene Homosexuelle Menschen zu sehen um sich mit ihnen Identifizieren zu können.
    Für mich war ein Schwuler ein alternder Mann, der nur auf junge Burschen steht und sich oft Stricher nimmt oder Obdachlose Jugendliche. Und homosexuelle Neigungen in der Jugendzeit war für mich nur eine vorübergehende Phase. Also war ich für mich selber nicht schwul.
    Und daß ist durch die Sichtbarkeit der Homosexuellen (Out of the Closets (ami: Kleiderschrank) and in the Streets) um einiges besser geworden.

    @JimiHendrix2901
    Halbnackt vielleicht nicht :cool:. Aber Du machst es unbewusst öfter als Du denkst, einfach durch ein paar Worte, einfach wenn Du mit deiner Freundin gehst....


    Eines hast Du uns im Posting vorher selbst abgesprochen. Wir sollen dich nicht damit belästigen, daß wir schwul sind. Und das würde man wahrscheinlich schon, wenn man Hand in Hand durch die Straßen geht.
    In AT gibt es noch keine zivile "Homo-Ehe" und oft stehen keine normalerweise damit verbundene Rechte zu. Wenn dein Partner stirbt, dann musstest Du bis vor 2 Wochen aus der Wohnung ausziehen, obwohl im Gesetz nur stand "eine _wirtschaftliche_ Gemeinschaft wie in einer Ehe".
    Ich darf nicht Blut spenden, da ich einer Risikogruppe angehöre. Obwohl mein partnerschaftliches Sexualleben schon längere Zeit lahm liegt.
    Ein paar andere hast Du auch schon gelesen.
    etc etc.

    @Spacefire
    Deine Ansage ist wunderbar.

    @ogelique
    Die These mit den Hormonen: Igitt
    Dann kann man es ja dann, wenn die richtigen Mittel vorhanden sind wieder "reparieren" = "normalisieren".
    Tschuldigung, das wurde die letzten 150 Jahre sehr menschenverachtend versucht. Nein Danke!

    @Liza
    Also doch wieder normal? Warum sind wir dann unnormaler? :cool:

    Das Wort und wie es in der Gesellschaft, speziell bei "Krankheiten" verwendet wird.

    Du kommst mir vor wie ein Aal. *wind* :cool:


    Jetzt schreib ich mal ein bißchen Hetero-Typisch: :cool:)

    Ich akzeptiere, daß die meisten Menschen heterosexuell leben. Ich bin sogar froh darüber, weil sonst würden wir vielleicht wirklich aussterben.
    Ich will keinen "bekehren" oder "verführen".
    Ich selber empfinde mich anders als die meisten, aber normal.
    Und bei menschlichen Beziehungen und in der Sexualität verwende ich den Begriff "normal" gar nicht mehr. Denn, was ist schon normal? Jeder Mensch ist anders. Und es gibt so viele Zwischenstufen. Körperlich wie psychisch.

    Nobody expects the Spanish Inquisition!!!
    (Monty Phyton)
    Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Welt in der er lebt.
    (Rosa von Praunheim)
     
  • secretman
    Gast
    0
    23 August 2003
    #47
    ein wirklich faszinierender Beitrag, sehr gut reflektiert und nicht nur mit bloßen sprüchen oder Thesen bestückt., sauber abgehandelt und ja einfach Klasse. Ich wünsche dir echt weiter viel erfolg auf deinem weg, aber ich bin sicher, du schaffst es denn du hast die richtige und klar reflektierte einstellung dazu.
     
  • shabba
    Gast
    0
    23 August 2003
    #48
    moin,

    erstma danke Balulist68at fuer deinen beitrag. nur einige wenige worte dazu:

    bin nicht getauft, gehoere keiner religion an, bin atheist. die kirche argumentiert nicht mit dem begriff "naturgewollt", sondern "gottgewollt". "naturgewollt" war also eher nicht als absicht definiert, sondern als "natuerlich".

    dir war klar, dass meine aussage ironisch gemeint war? der satz, den ich geschrieben habe, ist natuerlich offensichtlicher bloedsinn, reine ironie. rauchen ist auch nicht ""normal"", nur weil's viele machen.

    ich wurde noch nie gefragt, ob ich hetero bin, haette allerdings auch kein problem damit. so wie du es beschreibst, erscheint es mir fast, als ob du ein problem damit haettest, schwul zu sein. wenn du zu einer sache fest und mit selbstbewusstsein stehst, hast du doch auch kein problem damit, eine solche frage zu beantworten, oder taeusche ich mich?

    wieso darf er diese meinung nicht vertreten? ER findet es nicht "normal". wieso darf er das nicht? ist doch seine meinung. er hat keine negativen erfahrungen mit schwulen gemacht, er hat nichts gegen sie, nur er findet sie nicht normal in seinem weltbild. das ist sein weltbild, ich finde das in ordnung. ich koennte ja auch sagen: "ich finde heroinabhaengige nicht normal, aber ich hab' kein problem mit ihnen, (weil ich nichts mit ihnen zu tun habe/ weil ich keine negativen erfahrungen mit ihnen habe/ weil sie mich "in ruhe" lassen...)" - bitte nicht falsch verstehen, ich hab' jetzt einfach mal irgend ne gruppe ausgesucht, ohne vergleiche ziehen zu wollen.

    nur mal so bemerkt: ich sehe einen unterschied zwischen "mit der freundin durch die stadt/etc gehen" und "halbnackt durch die gegend rennen" mit schildern und plakaten (die absichtlich provokant sind) mit "antidiskriminierung jetzt"-aufschrift. das hat fuer mich was deutlich offensiveres als ein passives sich-mit-freundin-in-der-oeffentlichkeit-zeigen.

    die daraus entstehende einstellung ist doch eigentlich nachvollziehbar, findest du nicht? ein beispiel: es gibt eine gruppe maenner, die tragen gruene hosen. die schaden damit niemandem, und fuehlen sich damit ganz normal. und jetzt uebertragen wir ein paar der thesen und beispiele: die gesellschaft sagt: die finde ich in ordnung, die tun niemandem was. aber jetzt rennen die kerle durch die stadt mit schildern und druecken jedem damit auf, dass gruene-hosen-tragen was ganz tolles ist. die einstellung, die mancher entwickeln koennte ist: jo, die sind in ordnung, aber die sollen mich mit ihrer meinung doch bitte verschonen! ich druecke auch niemandem (offensiv!) auf, dass ich gerne schwarze hosen trage.
    nun uebertragen (vorausgesetzt, dass gruene-hosen-tragen nicht als "normal"/natuerlich empfunden wird: sind alle, die nicht gruene hosen tragen unnormal? haben gruene-hosen-traeger das recht, das zu kritisieren?
    --
    warum akzeptierst du dann nicht die aussage, dass mancher sagt: ich habe nichts gegen schwule.....(etc.)

    und nun noch ganz allgemein zum thread. vielleicht haette ich die frage umformulieren sollen, denn ich habe das gefuehl, dass das wort "normal" anders interpretiert wurde, als ich es gemeint habe. es wurde naemlich meistens als "gesellschaftlich gesehen normal" interpretiert. klar, dass in unserer gesellschaft vieles "gesellschaftlich normal" ist, da koennte ja sogar rauchen als "normal" definiert werden.

    was ich eher meinte, war normal im sinne von natuerlich, nicht gesellschaftlich oder sonstwie "gottgewollt" oder beabsichtigt.

    mfg
     
  • secretman
    Gast
    0
    23 August 2003
    #49
    vor@shabba

    quote:
    --------------------------------------------------------------------------------
    fortpflanzung .... sollte nur demonstrieren, dass homosexualitaet in meinen augen nicht naturgewollt ist

    Homosexualität ist naturgewollt, denn sie ist existent und kommt in allen Tierarten teilweise extrem häufig vor. Zudem hat es sie immer gegebn, ist also nicht vom Mensachen produziert oder entstanden. Sie ist auch deshalb naturgewollt weil sie mit einem Trieb verbunden ist wie beim Heterosexuellen auch, daraus schliesse ich dass der trieb nicht allein wegen der fortpflanzung existiert, das haben die menschen naiverweise immer nur gedacht. Der Trieb dient dazu, Liebe und Frieden zu verbreiten und ist auch ein Geschenk Gottes. Ich wiederhole mich: jede Form der LIebe und Sexualität wäre sonst nicht naturgewollt wenn es nicht um den reinen Fortpflanzungsakt ginge.

    @columbus

    quote:
    --------------------------------------------------------------------------------
    Ehrlich gesagt, ich finde es nicht normal. Aber halt- ich hab keinerlei Problem damit oder so.
    --------------------------------------------------------------------------------


    Uahh! Auf solche Sprüche reagiere ich schön langsam allergisch. Nicht normal, weil Du es nicht bist?

    --------------------------------------------------------------------------------



    wieso darf er diese meinung nicht vertreten? fragt shabba

    Na klar kann jeder seine Meinung vertreten, aber jeder sollte auch bereit sein seine meinung zu übberdenken wenn sie zu Schaden und Problemen in unserer Gesellschaft führt und einfach nicht richtig ist. Und es ist ok bestimmte Meinungen einfach nicht zuzulassen. Wenn mir jemand sagt ausländer sind nix Normales erwarte ich von jedem gesunden Menschen ja auch dass er dies nicht duldet.


    nur mal so bemerkt: ich sehe einen unterschied zwischen "mit der freundin durch die stadt/etc gehen" und "halbnackt durch die gegend rennen" mit schildern und plakaten (die absichtlich provokant sind) mit "antidiskriminierung jetzt"-aufschrift. das hat fuer mich was deutlich offensiveres als ein passives sich-mit-freundin-in-der-oeffentlichkeit-zeigen (Zitat shabba)

    Dazu sage ich nur: dasist maßlos übertrieben und man merkt das du noch nie auf einem CSD warst und nur deine Klischees verbreitest. Und übrigens: auf der Love Parade läuft man mind. ´genauso halbnackt durch die Gegend und da ists ok? Son Blödsinn. Und das mit den Plakaten und kämpfen für seine Rechte ist mehr als ok und sogar notwendig. Du musst dies nicht tun shabba denn deine lebensweise ist von Grund auf akzeptiert. Aber für die volle gleichberechtigung der homosexuellen lebensweise muss noch weiter hart gearbeitet werden, es ist eine demonstration und Demonstrationen sind ok. Im übrigen ist der CSD aus nem ganz besonderen ereignis entsztanden falls du es nicht weisst.

    Naja shabba jetzt kommt wahrscheinlich zu jeder meiner gesagten Zeilen wohl mal wieder etwas dagegen wie du es immer tust.Mir ist noch nicht einmal aufgefallen das du bestimmte Dinge einfach erkennst oder wirklich aufgreifst. Das ist schade und ich hab das gefühl dass du einfach nur immer gegenanreden willst ob zu recht oder nicht. Naja man kann nicht alle wirklich zum Nachdenken bringen. Sei nicht böse bezüglich meiner harten worten, gehen nicht persönlich gegen dich sondern nur bezüglich des Gesagtem zu diesem Thema.

    Und dass Balulist mit seinem schwulsein nicht klarkommt,ihm dies as schwäche aufs auge zu drücken find ich unglaublich. Denn damit klarzukommen ist ein langer Prozess und nicht selbstverständlich und nicht ihm anzulasten sondern den hier lang beschriebenen ausführungen zum Thema, den gesellschaftl. Gegebenheiten. Aber du scheinst dich schwer hineindenken zu können shabba. Ich kann nur sagen: sein Schwulsein voll anzunehmen und selbstbewusst zu lewben ist eine immense leistung und braucht ganz viel Kraft und Lebensenergie die man durchaus erlernen kann und dasnn macht dfas schwulsein spaß.

    Und ich denke: heutzutage ist dies unter den gegebenen Umständen durchaus möglich für die junge Generation. An der älteren Generation hat sich dieses Land und Gesellschaft allerdings zutiefst versündigt und es wird zeit dass der positive Wandel weiter voranschreitet. Dass wir bezügl. dieses themas gesellschaftlich aber noch viel aufgaben zu tun haben sieht man allein an den iskussionen hier wo es noch nicht mal um die FRagen der Schaffung von positiven Lebensbedingungen fürMInderheiten geht sondern noch immer um die Grundsatzfrage: ist homosexualität normal und naturgewollt?

    Aber shabba: deine gestartete Umfrage macht Mut, denn für 70% ist sie es und damit mehrheitlich. Ein beleg dafür dass die Mehrheit sich ausgiebig mit dem thema auseinandergestzt hat.

    Und wie war das doch gleich? Mehrheit= Normal????
     
  • shabba
    Gast
    0
    23 August 2003
    #50
    hier die von dir bereits freundlicherweise angekuendigte gegenrede. zunaechst allgemein:

    ich finde deine art mir gegenueber ehrlich gesagt unfair. du scheinst den satz von sokrates "ich weiss, dass ich nichts weiss" eher als "ich weiss, dass du nichts weisst" verstanden zu haben. ich labere hier nicht rum, um immer "dagegen" zu sein, oder auf alles eine antwort zu haben. ich hab's mal erwaehnt - ja, ich diskutiere gerne. zum diskutieren gehoert das sich widersprechen. denn nur wenn ich dir widerspreche, zeige ich dir, dass ich dir zuhoere bzw. lese. wenn ich zu allem "ja" sage, nehme ich dich nicht ernst. du sagst des oefteren, dass ich mich nur klischees bediene, um meine argumente zu unterstuetzen. das mag sein, aber ueberpruefe doch mal bitte deine redeweise mir gegenueber. du hast ein festes bild von mir und meinst, dass alles, was ich sage, nur gelaber ist, was sich gegen das vorher gesagte richtet. dazu konkret: ich habe balulist nichts "aufs auge gedrueckt", ich habe meine vermutung dargelegt. dass du das "unglaublich" findest, halte ich wiederum fuer uebertrieben. lass' mich doch finden. es ist ein unterschied, zu vermuten bzw. zu fragen oder zu beschuldigen. "unglaublich" waere es dann, wenn ich es ihm vorgeworfen haette.

    dein letzter satz hat mich ehrlich gesagt enttaeuscht. du weisst ganz genau, dass dies nicht wahr ist, und es zeigt mir einfach, dass du das von mir geschriebene nicht gelesen hast oder nicht ernst genommen hast. ich habe "normal" in meinem letzten beitrag definiert, und wiederhole das jetzt nicht noch einmal. das ist wieder das, was ich meinte - du denkst von mir auch in klischees. du nimmst mich nicht ernst, hast ein festes bild von mir. das mit dem mehrheitsdenken ist ein imho von dir absichtlich mißverstandener begriff des wortes "normal". du denkst halt von mir leider, dass ich dich einfach aus geistiger beschraenktheit heraus nicht verstehen kann. ich kann viele deiner gedankengaenge sicherlich nicht nachvollziehen, aber bitte (das war auch in anderen threads der fall) verwende nicht immer den ausdruck "...ich habs zwar jetzt tausend mal erklaert, aber shabba verstehsts immer noch nicht...". der grund fuer die kontroverse ist sicherlich ein anderes denken in diesem bereich. das hat jedoch nichts mit intellekt oder sonstwas zu tun, sondern nur mit meinung. ich kritisiere deine meinung und deine person ja nicht, wenn ich meine meinung beschreibe. du scheinst das jedoch so zu empfinden. es geht nicht gegen dich, deswegen wirf' mir bitte nicht vor, mit meiner meinung nur gegen die deine anstinken zu wollen.

    ich moechte dich im uebrigen nicht mit kommentaren zu jeder deiner geschriebenen zeilen langweilen, um weiter "meine klischees zu verbreiten". nur soviel: ich weiss schon (grob), woraus der csd entstanden ist, und akzeptiere das als demo.

    und dass du meine aussage, dass ich das sich mit der freundin zeigen weniger offensiv als zu demonstrieren (ja, ich akzeptiere den zweck der demo) empfinde, als maßlos uebertrieben erachtest, empfinde ich auch als uebertreibung. bleib' doch mal objektiv und trenne von hintergrund/zweck und wirkung.

    gn8
     
  • secretman
    Gast
    0
    24 August 2003
    #51
    also shabba, die Beziehungsebene die du hier ansprichst denke ich gehört in privat und das haben wir denke ich nun ja auch privat geklärt.

    Ansonsten greife ich meine neuesten inhaltlichen Gedanken noch mal auf weil du bisher nicht drauf eingegangen bist:

    das Unverständnis über die abläufe auf dem CSD sind mir nicht klar, denn sie unterscheiden sich von der aufmachung wie gesagt kaum von anderen Großveranstaltungen wie der der Loveparade, auch da zählt es, aufzufallen, auch da ist nackte Haut gefragt und auch dort wird schrill und ausgiebig gefeiert und auch dort gibt es Ausartungen wie z.b hemmungsloser Sex im Tierpark, alkohol, dogen.
    Dieses kann als problem oder als Bereicherung gesehen werden, hat aber nix mit der frage der sexuellen ausrichtung zutun.

    Wenn Schwule und Lesben sich stark machen für Gleichberechtigung in Form von Plakaten, Forderungen und politischen wie gesellschaftlichem Engagement, ist dies eine form der saelbstverwirklichung und hat maßgeblich dazu beigetragen dass das thema Homosexualität heute überhaupt öffentlich diskutiert werden kan und trägt mit zur toleranteren gesellschaft bei.Letztlich erst dieses Engagement hat in der Politik Veränderungen herbeigeführt. Wo konkret siehst du hier das Problem?

    Ok deine These mit der Fortpflanzung hast du ja bereits (privat) ein Stück weit relativiert. :smile:

    Die Frage der Normalität oder Natürlichkeit ist denke ich von der BetrachtungsweiseundDefinition abhängig und nur von sekundärer Bedeutung, vielmehr ist entscheidend, wie mit anderen Lebensweisen konkret umgegangen weden soll, dazu werde ich nochmal ein eigenesThema starten.
     
  • secretman
    Gast
    0
    24 August 2003
    #52
    ich denke die umfrage ist jetzt weitgehend abgeschlossen und ich finde sie ist sehr aufbauend: die meisten von euch halten Homosexualität fürnichts bersonderes mehr. In einer aufgeklärten weltoffenen Gesellschaft finde ich dieses ergebnis auch nicht besonders überraschend. Trotzdem: eswird noch ein wenig dauern bis auch andere lebensformen als völlig selbstverständlich und gleichberechtigt gesehen werden.


    All diejenigen die Normalität mit der Mehrheit gleichgesetzt haben: demnach ist Homosexualität etwas Normales weil sie von der Mehrheit als solche gesehen wird. Auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ ist, gibt sie dennoch ein ungefähres Bild über die Meinung dazu
     
  • Liza
    Liza (35)
    im Ruhestand
    2.208
    133
    47
    nicht angegeben
    25 August 2003
    #53
    Ich halte diese Umfrage für noch nicht abgeschlossen, denn ich sehe mich hier mit Vorwürfen konfrontiert, die ich so nicht auf mir sitzen lassen will - und ich habe es auch nicht vor.

    Balulist68at, allmählich komme ich mir - grob gesagt - ganz schön veralbert vor. Weißt du, ich kann bestens verstehen, wenn du es als diskriminierend empfindest, wenn jemand sagt: "Ich habe nichts gegen Schwule solange sie mich nicht angrapschen." Das ist tatsächlich diskriminierend, weil man mit dieser Aussage automatisch allen Schwulen unterstellt, sie seien sexbesessene Monster. Ich kann auch verstehen, dass du es als diskriminierend empfindest, wenn jemand sagt: "Iiih, du bist schwul, das ist ja nicht normal." - das ist ebenfalls diskriminierend, weil dem "nicht normal" in diesem Fall eindeutig ein Unterton beigemischt wurde, der deutlich macht, dass der Sprecher Homosexualität für krankhaft hält.
    Es muss mies sein, sich ständig solche Sprüche anhören zu müssen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man wegen gewisser "Andersartigkeiten" diskriminiert wird. Aber vielleicht übersensibilisiert diese ständige Diskriminierung auch etwas, meinst du nicht?

    Ich bin noch nie in meinem Leben zu einem Schwulen gegangen und habe ihm gesagt, dass ich ihn für unnormal oder auch nur anders halte. Ich sehe keinen Sinn in derartigen Handlungen, und ehrlich gesagt sehe ich normalerweise auch keinen Sinn darin, überhaupt darüber nachzudenken, wie normal oder unnormal jemand ist, denn das sind keine Maßstäbe, nach denen ich einen Menschen beurteile. Mal ganz davon abgesehen sind es sowieso sehr schwammige Begriffe, weil beides sowohl etwas Positives als auch etwas Negatives bedeuten kann - jawohl, beides! Wenn ein Kleinkind einen Sturz aus dem fünften Stock unverletzt übersteht, ist das unnormal und verdammt erfreulich. In meinem lieben Abiturjahrgang ist es völlig normal, auf das Wochenende hinzuleben, weil man sich da wieder richtig schön umsaufen kann - und das finde ich niveaulos, oberflächlich und einfach nur idiotisch. "Normalität" und "Unnormalität" sind relativ - innerhalb meines Jahrgangs bin ich gerne unnormal, denn wenn Normalität dort so ein Niveau hat, kann ich drauf verzichten.
    Man wird als Schwuler gelegentlich bis häufig (kommt auf das Umfeld an) blöde angemacht, sicher auch von einigen Leuten, die das Wort "unnormal" abwertend und im Sinne von "krankhaft" benutzen. Ich finde sowas absolut zum Kotzen.
    Wenn du jetzt aber jedem, der das Wort "unnormal" verwendet, unterstellst, dass er diesem die Bedeutung von "ekelhaft" oder "krankhaft" beimisst, richtest du dich nach den Maßstäben von genau den Vollidioten, die Homosexuelle auf diese Weise diskriminieren. Und ehrlich gesagt finde ich nicht, dass solche Menschen derartige Maßstäbe setzen sollten.

    Ich habe nie behauptet, dass Homosexuelle unnormaler sind als Heterosexuelle, wie du mir unterstellst. Das einzige, was ich jemals gesagt habe, ist, dass Homosexualität rein nach den Mehrheitsverhältnissen unnormaler ist als Heterosexualität (man bemerke: Ich spreche von einer sexuellen Neigung, nicht von Menschen). Ich habe nie gesagt, dass das Eine besser oder schlechter ist als das Andere. Ich habe mich in diese Diskussion überhaupt nur eingemischt, weil es mir auf den Keks ging, dass einige Leute hier Homosexuellen psychische Probleme unterstellt haben. Die Hälfte meines Bekanntenkreises ist homo- oder bisexuell - ich arbeite im Theater, verstärkt im Tanztheater, da bleibt dieses Phänomen nicht aus. Vielleicht bin ich sogar selbst bisexuell - ich hatte mittlerweise zweimal was mit einer Frau, wer weiß, vielleicht verliebe ich mich eines Tages in eine, möglich ist viel. Und ich gehe zu niemandem und sage ihm, dass er "aufgrund seiner sexuellen Orientierung" normal oder unnormal ist, weil mich das normalerweise schlicht und einfach nicht interessiert, "normal" ist kein Wert. Erst diese Diskussion hat mich überhaupt zum Nachdenken darüber angeregt, und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass in einigen Beiträgen hier das Wort "unnormal" sehr abwertend gebraucht wird, es in anderen aber möglicherweise nur deshalb verwendet wird, weil der Beitragsersteller Normalität nach der Mehrheit definiert. Weißt du was? - eine bessere Definition fällt mir auch nicht ein, denn Normalität ist wie gesagt sehr relativ und im Grunde weder positiv noch negativ behaftet.
    Wenn du jetzt jedem, der das Wort unnormal in irgendeinem Zusammenhang mit Homosexualität verwendet, böse Absichten unterstellen willst, haben diejenigen, die das Wort in einen negative Zusammenhang gestellt haben, gewonnen.

    Vielleicht solltest du auch einfach mal bedenken, dass du solche Bezeichnungen vollkommen anders erlebt hast als viele Mitglieder dieses Forums (oder andere Leute, die sich zu dem Thema äußern) und diese dementsprechend gar nicht verstehen können, warum du so einen Aufstand machst, da sie - ganz ehrlich! - an nichts Negatives gedacht haben, als sie den Begriff verwendeten, und selbst möglicherweise stolz darauf sind, in vielen Punkten nicht der Norm zu entsprechen. Natürlich hörst du da die Worte "normal" und "unnormal" mit ganz anderen Ohren.
    Ich für meinen Teil verstehe sie aber als eine Angabe von Mehrheitsverhältnissen, weil mir keine bessere Definition einfällt, und finde absolut nicht, dass das Wort "unnormal" mit "krankhaft" gleichzusetzen ist. Ich habe beide Worte oft genug sowohl in positivem und auch in negativem Zusammenhang gehört und bin der Ansicht, dass du durch die Tatsache, dass du als Homosexueller zu oft als unnormal (meistens auch noch im Sinne von krankhaft) bezeichnet worden bist (was mir sehr leid tut, übrigens), übersensibilisiert bist. Ich für meinen Teil weigere mich aber, mich der sprachlichen Definition des Wortes "unnormal" von ein paar intoleranten Deppen anzuschließen, und eigentlich solltest du dasselbe tun, um besagte Deppen nicht gewinnen zu lassen - und nebenher vielleicht einsehen, dass dich nicht jeder fressen will. Denn ich will es nicht. Andere User hier haben ziemlich intolerante Beiträge geschrieben, das finde ich auch - aber ICH will dich nicht fressen, verdammtnocheins! Und vielleicht solltest du mal meinen Beitrag um das Wort "unnormal" (ich kann es inzwischen nicht mehr hören, genau wie das Wort "normal") herum lesen, ich fühle mich nämlich ganz gewaltig auf diese eine Aussage reduziert.
     
  • Balulist68at
    0
    27 August 2003
    #54
    Sorry for long delay, aber ich musste erst selbst kiefeln, bin ja gerade erst am geistigen Wiederaufbau... :grin:

    Sag das mal dem Ratzinger.
    Die Natur ist gottgewollt -> naturgewollt = gottgewollt

    Ich zitiere aus dem letzten Vatikan-Dokument:
    "Die natürliche Wahrheit über die Ehe ... [Offenbarung] [Schöpfungsgeschichte] und auch die ursprüngliche menschliche Weisheit zum Ausdruck
    bringt, in der sich die Stimme der Natur selbst Gehör verschafft.


    Die Sexualität gehört einerseits zur biologischen Sphäre, wird aber andererseits im menschlichen Geschöpf auf eine neue, und zwar auf die personale Ebene erhoben, wo Natur und Geist sich miteinander
    verbinden.


    Weil es sich um eine Materie handelt, die das natürliche Sittengesetz betrifft ...

    Die Ehe ist heilig, während die homosexuellen Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen.

    ... insoweit es mit dem natürlichen Sittengesetz, das von der rechten Vernunft erkannt wird, ...

    Ich nehme das Wörterbuch:
    natürlich: auf der Natur beruhend, in ihr vorkommend
    Und Homosexuelle kommen Millionenfach [Mensch und Tier] in der Natur vor.

    Wenn Du etwas anderes gemeint hast, dann bitte ich um eine nähere Erklärung.

    Sorry mistverstanden :rolleyes:

    Beides.
    1.) Es ging mir generell eine zeitlang nicht gut, ich habe in letzter Zeit zuviel Mist gelesen, hab zuviel Mist gehört und meine Schwester meint, wenn es mir einmal sehr gut geht werde ich vielleicht auch eine Frau finden, weil Homosexualität ist nicht normal [Mehrheit/Natur] auch wenn sie nichts gegen Homosexuelle hat.
    2.) Manchmal nervt die Fragerei der Heteros einfach.
    Stell ich beim Heer blöde Aussagen über AIDS richtig (vor 10 Jahren) dann kommt: "Bist Du schwul?".
    In der Firma hat es jemand von einem anderen gehört und fragt: "Stimmt es wirklich dass du schwul bist?" und danach kommt die ganze Standard-Litanei an Fragen. Nett, dass er sich vergewissert ob das Gerücht stimmt, aber in der Menge und auf die Dauer kann es manchmal sehr nerven.
    3.) Bei vielen Leuten, welche positive Meinungen über Homosexuelle äussern kommt bald eine Meldung von der Richtung: "Obwohl ich nicht homosexuell bin...". Meist aus der Angst selber für homosexuell gehalten zu werden oder aus Erfahrung, weil ihnen immer wieder mal die Frage gestellt wurde: "Bist Du homosexuell?" Wie leicht kommt es manchen bei bestimmten Verhalten über die Lippe: "Bist Du jetzt schwul?"

    Gut, gerade bei ihm habe ich etwas überreagiert.
    Auch durch die Nachricht, welche danach kam.

    Es gibt sehr wenige Situationen wo ich nichts gegen die allgemein "tolerante" Aussage:
    "Ich habe [ persönlich / eigentlich / generell / * / _ ] nichts gegen [*], [aber / nur / solange] ....."
    nichts habe.
    Was danach kommt ist zu 95% Mist und es ist so abgedroschen.
    Man sagt man hat nichts gegen eine bestimmte Gruppe, macht dann aber Einschränkungen (welche meistens aus Vorurteilen bestehen) und hat somit doch wieder etwas gegen diese Gruppe. Aber man ist "tolerant".
    Wieso kann man nicht gleich sagen:
    "Ich habe etwas gegen [Grund] [Gruppe]."

    Sogar die r.k. Kirche hat nichts gegen Homosexuelle, solange sie ausserhalb der Ehe keusch leben.

    Ein Joke aus Asterix: Troubadix:
    "Ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden sind nicht von hier."

    Drogensüchtige: Nicht falsch verstanden, aber es ist lustig, dass du das nächste Wort aus der AIDS-Broschüre genommen hast. Auch bei der Aufzählung von Minderheiten stehen diese beiden Ausdrücke sehr oft nacheinander. :zwinker2:

    Deine Meinung zur Love-Parade würde noch ausstehen.

    Dürfen wir keine politische Forderungen stellen?
    (Ich weiss, auch meine Mutter sagte schon: "Die Huren gehen ja auch nicht auf eine Demo." unten mehr, wobei wenn sie es nicht tun wird es noch lange dauern bis sie eine gesetzliche Kranken- und Pensionsversicherung bekommen.)

    Absichtlich provokant: (überspitzt) Wie beim Kabarett, wo es genutzt wird um Aussagen an die Menschen zu bringen. Wie bei vielen politischen Plakaten. Um aufzurütteln. Wenn alle nur hinter vorgehaltener Hand reden, dann kann schwer eine öffentliche Diskussion entstehen. Wenn sich die Leute durch irgendetwas [positiv wie negativ] angesprochen fühlen, dann reden sie darüber und dann kann man mit ihnen darüber diskutieren.

    "Antidiskriminierung jetzt!" (Bist Du aus dem Raum Köln? ) ist doch eine harmlose Forderung. Sie hat für ein vorüberziehendes Spruchband gerade die richtige Länge. Es vermittelt, dass es noch Diskriminierung gibt und dass dagegen etwas unternommen werden soll. Und zwar jetzt, wo es politisch diskutiert wird und nicht erst in 10 Jahren.
    Der Hintergrund: (ich hoffe ich krieg es für DE richtig hin): Es gibt das Artikel 3 des Grundgesetztes. (Geschlecht, Abstammung, ?Rasse", Sprache, Heimat, Herkunft, Glauben, religiösen und politischen Anschauung, Behinderung). Aber die Gleichbehandlung ist noch immer Utopie. Jetzt gibt es von der EU einen Rahmenbeschluss um die Gesetzte zu erweitern, anzupassen und konkretisieren. Unter anderem soll der Ausdruck "sexuelle Identität" hinein. Unter anderem wehren sich die Kirchen dagegen und es wurde das Antidiskriminierungsgesetz nicht fristgerecht umgesetzt.

    Wenn wir uns still und heimlich verhalten (siehe auch unten), dann wird der Ausdruck gestrichen. Und ein jeder kann wie gabt öffentlich verbal über uns herfallen, Aufstiegchancen verhindern, rausschmeissen etc. ohne etwas zu befürchten.

    Beispiele, welche mir gerade einfallen:
    - (USA) Ein Zahnarzt sieht, dass bei der Sozialversicherung ein gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerin eingetragen ist. Er beschimpft die Frau im Warteraum wüst und verweigert die Behandlung.
    - (DE) In der Schule nimmt der Religionslehrer die NS-Zeit durch. Er berichtet, dass auch Schwule vergast wurden und meint, dass in seinen Augen Schwule keine richtigen Menschen seien.
    - (DE) AIDS-Aufklärung in Biologie durch Text vorlesen. Auch Schwule kommen vor und die Lehrerin meint: "Naja, zum Glück betrifft das hier ja keinen".

    Wir gehen unter anderem auf die Strasse um zu fordern, dass dieses Gesetz trotz der Kirchlichen Meinung beschlossen werden soll.

    Diese Aufdringlichkeit wirst Du doch noch aushalten.


    Hast Du eine Ahnung. Ein Kuss zwischen angezogenen Homosexuellen regt noch immer sehr heftige Reaktionen. (mehr als bei jedem anderen Thema, deshalb so gerne in Talkshows)! Viele meinen: "Wir müssen die Jugend davor schützen. Die verführen unsere Kinder. Denn wenn sie das nicht sehen, dann heiraten sie gegengeschlechtlich und bekommen Kinder."

    Damit dann so etwas daraus wird:
    http://www.geocities.com/m_kaiser2000/index.html
    (Schwuler Vater. Sehr gut geschrieben.)

    Das ist eines der großen Mißverständnisse.
    Wir sagen, dass offen homosexuell zu leben etwas tolles ist FÜR UNS.
    Wir sagen, dass es gut ist so zu leben, dass er sich nicht verstecken muss wenn ein Mensch so fühlt.
    Wir sagen [n]nicht[/b], dass Du so leben sollst.

    Es ist fürchterlich wenn die 0190-Sex-Werbung folgenden Spruch bringt:
    "Ich bin gerade schwul geworden, und du kannst das auch! - Und das ist auch gut so!"
    Man ist es, oder man ist es nicht. Und so einfach ist das auch nicht, wie im gelinkten Artikel von meinem vorigen Post über Bisexualität erklärt wird.

    Es ist wichtig, dass ein junger Schwuler, eine junge Lesbe, einE jungeR BisexuelleR in der Öffentlichkeit sieht, dass man mit seineR sexuellen Idendität auch froh leben kann und sich nicht bedauern muss. Wowreit (und andere Personen in führenden Positionen) ist wichtig für die Pubertierenden, die bemerken, dass sie homosexuell sind. Es erleichtert die Entwicklung des Selbstbewusstsein, wenn sie sich mit jemanden identifizieren können. Und deshalb ist es auch gut so, dass es einen schwulen Bürgermeister in Berlin gibt. Und dass sein Freund an seiner Seite zu sehen ist, wenn der Anlass gegeben ist. Denn alle anderen sind per se heterosexuell, da die Mehrheit so ist.

    Ich selber hatte in meiner Jugend Angst vor Schwulen. "Die wollen ja nur gleich mit mir ins Bett. Vielleicht bieten sie mir Geld an und machen aus mir einen Stricher."
    Im Bravo und anderswo hies es oft: "Keine Sorge, das ist eine vorübergehende Phase."
    Berühmte Schwule?
    Ja da gibt es sogar einen in Österreich. Oberst Redl hies der, war ein Spion, brauchte das Geld für seinen jungen Liebhaber und musste sich dann erschiessen.
    Ah ja und der wahrscheinlich bisexuelle Schubert (wurde 500m von meiner Wohnung geboren und seine Schule liegt in meiner Gasse). Er erkrankte durch seinen Lebenswandel Syphilis.
    Und da gibt es den TV-Moderator Günther Tolar. Meine Mutter sagte mir schon früh, dass sie ihn für schwul hält. "Merkst net wie er den jungen Buberln zuwesteigt?"
    Über Tschaikowsky habe ich ein Referat in Musik gehalten. Er hat wunderbare Musik geschrieben, aber ein glückliches Leben? Obwohl er schwul ist heiratet er, trennt sich aber kurz darauf wieder von seiner Frau. In der Biographie liest sich das dann so: "Die Ehe stand allerdings von Beginn an unter unglücklichen Vorzeichen... " Seine reiche Gönnerin läßt ihn fallen, als sie von seiner Homosexualität erfährt. Und er stirbt offiziell an Cholera. Möglicherweise hat er auch Selbstmord begangen um das publikwerden einer "homoerotischen Beziehung" zu verhindern.

    Unter diesen Umständen habe ich für mich nicht eingestehen können, dass ich schwul bin.

    Bis 1997 gab es in Österreich ein Werbeverbot (Werbung = Gutheissung) für Homosexualität. Eine Aufklärungsschrift einer Jugendgruppe wurde, als sie in städtischen Jugendzentren aufgelegt wurde, unter anderem verboten, weil darin in einem positiven Kontext stand, dass Prinz Eugen schwul war.

    Heutzutage ist dies glücklicherweise besser, auch wenn noch immer viele Homosexuelle ihre Lebenspartner verstecken. (Heterosexuelle PartnerINNEN sieht man dagegen oft an der Seite von berühmten Persönlichkeiten.)

    Wir wollen keinem etwas wegnehmen, wir wollen nur glücklich und zufrieden leben.
    Dies sollte von den Heterosexuellen akzeptiert werden.


    Braucht Du ja auch nicht, denn mit den schwarze Hosen bist Du einer der großen Masse. Dich schaut sicher keiner komisch an.

    Falsch.
    Ein Beispiel: Die Homosexuellen gelten nicht als gleichwertig. Viele (auch Du) regen sich über die offensive Art der selbstbewussten Homosexuellen auf. Viele haben etwas gegen Tunten und Transsexuelle. Die (ÖVP)-Regierung hat Angst, daß die Jugend zu etwas verführt wird, das sie nicht will und das ihr nicht guttut.
    Tja und da kam ein Hr. Kessler schaffte es im Wiener Rathaus den Life-Ball zu veranstalten. Sponsoren waren nicht leicht zu finden. Ein wunderbares schillerndes Fest um Geld für AIDS-Hilfsprojekte aufzutreiben. Es ist ein Ball im in dem Stil, aber im kleineren Rahmen schon oft in der Szene stattfand. Farbenfroh, schillernd, fröhlich, tw. "kreischend", ob Mann, ob Frau weiß man nicht immer so genau. Das Fest und der Erlös waren sehr erfolgreich.
    Im ersten Jahr 1992 kamen viele Schwule, ihre Freunde und Bekannten.
    In den darauffolgenden Jahren gab es bald eigene Kontingente für die schwule Szene, da die Heterosexuellen den Ball fast stürmten und die Karten innerhalb kürzerster Zeit ausverkauft sind. Es gab Karten für Personen mit extraavaganter Verkleidung aus der Schwulenszene um die Farbenprächtigkeit zu unterstützen, denn das ist ein Ding was den Ball ausmacht. Die Seitenblicke berichten über jeden Life-Ball. Die internationale und nationale Prominenz kommt gerne. Politiker kommen gerne. (Heuer hat man gebangt ob man die Regierungspartei ÖVP, welche nichts dazu beigetragen hat die Probleme zu lösen, ausladen muß, aber sie kam von selbst nicht). Der konservative Seitenblicke-Star und Baumeister Lugner kam heuer mit seinem "Mausi".
    Heuer war zum 3. Mal eine Bühne vor dem Rathaus, wo der erste Teil des Programms stattfand. Diese Idee kam, weil im Rathaus nicht mehr Platz ist, man aber einem großeren Publikum etwas bieten und sie auf AIDS aufmerksam machen will. Der Besucherandrang war sehr groß.
    Die Reinerlöse werden von Jahr zu Jahr besser. inzwischen geht ein Teil des Geldes an die Elton John Stiftung für Afrika.

    Es wurde mit einem schönen schwulen Ball begonnen und inzwischen ist er Kult. Die Schwulen & Freunde haben ihn begonnen. Die Heterosexuellen (mengenmäßig mehr) und Medien haben ihn zum Kult gemacht.

    Wer sagt, daß Homosexualität in ist?
    Ich glaube, dass es die Neider sind.
    Wir sagen Gay Pride! Schwuler Stolz! Wir lassen uns nicht unterkriegen! Dass Homosexualität in ist sagen die anderen, die verwundert feststellen müssen wie viele da aus ihren Kleiderschränken springen (Out of the closet) und von wie vielen sie unterstützt werden.

    Ein Wiener Politiker meinte in den 80ern: "Wegen den 500 Schwulen in Wien?" (Einwohnerzahl 1,6 Mio und Ziel vieler "Landpomeranzen")

    Einen Fehler muß ich noch eingestehen:
    Der Film von Rosa von Praunheim hies in Wirklichkeit "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt."
    Uhraufgeführt 1971!

    Was damit gemeint ist:
    ---------
    Praunheims Attacken richten sich gegen das eigene Lager. Die Situation, in der der Homosexuelle lebt, ist hausgemacht. Daniels Weg wird aus dem Off durchgängig kommentiert: ?Schwule wollen nicht schwul sein, sondern so spießig und kitschig leben wie der Durchschnittsbürger. Schwule fordern vom Schwulen, ein Ästhet zu sein. Da die Schwulen vom Spießer als krank und minderwertig verachtet werden, versuchen sie, noch spießiger zu werden, um ihr Schuldgefühl abzutragen mit einem Übermaß an bürgerlichen Tugenden. Ihre politische Passivität und ihr konservatives Verhalten sind der Dank dafür, dass sie nicht totgeschlagen werden.?
    ----------
    »Liberale wie Schwule hätten sich nichts sehnlicher gewünscht als einen Film, der mit sehnsüchtig verklemmtem Schwulenblick die »Normalen« um Toleranz anbettelt.«
    Aber Rosa greift in seinem Film die Schwulen an für ihre Bereitschaft, sich zu verstecken, sich »zum Dank dafür, daß sie nicht totgeschlagen werden, politisch passiv und spießig« zu verhalten. Mit bewußtem Dilettantismus, seiner Groschenhefthandlung und hanebüchen gestelzten Texten sperrte sich der Film gegen unreflektierte Zustimmung, wurde erst mal von der ARD aus dem Programm genommen, sorgte in der Szene für hitzige Diskussionen und wurde damit zur filmischen Initialzündung der modernen Schwulenbewegung in Deutschland: nach einer Aufführung im Berliner Kino Arsenal gründete sich die erste politische Schwulengruppe.
    --------
    Inhaltsangabe:
    http://www.rosavonpraunheim.de/werk/film/70homo/pervers_2.html

    Der Film war im ganzen deutschsprachigen Raum (D/A/CH) der Initiator für viele Schwulengruppen.

    ------

    Das ist das Problem an diesem Wort. Alle behaupten zu wissen was normal ist, aber es ist nach "pervers", glaube ich, das Wort, welches am unterschiedlichsten interpretiert wird.
    Du meinst natürlich.
    Liza meint mehrheitlich.
    Die Kirche sagt natürlich = gottgegeben.

    Deshalb bin ich gegen die Verwendung dieses Wortes in der Umgangssprache für die Sexualität und die Psyche des Menschen.

    In vielen Bereichen, ist dann noch zu untersuchen und zu definieren was natürlich ist. Und zwar objektiv! Ohne unerwünschte Ergebnisse zu unterdrücken, wie es früher geschah (zB Homosexualität bei Tieren) und heute vor allem in den USA wieder geschieht. (zB Kampagne jungfräulich in die Ehe)

    Versuch einmal herauszufinden, wie in der Psychologie als krank und gesund definiert wird. Du wirst lange zu lesen haben und dir danach möglicherweise auch nicht sicher sein.

    Nach den Veröffentlichungen Kinseys (1948: "Sexual Behavior in the Human Male" ("Das sexuelle Verhalten des Mannes") und 1953: "Sexual Behavior in the Human Female" ("Das sexuelle Verhalten der Frau") "Kinsey-Report") ging ein Aufschrei der Verwunderung und Entrüstung durch die USA und die ganze 1. Welt.

    Ich bitte um Deine Definition von "natürlich".

    lg
     
  • Balulist68at
    0
    27 August 2003
    #55
    Schwul = Sex / Lesbisch = Sex

    Auf den Hetero-Sexseiten gibt es unter anderem:
    - weibl. Nackt
    - weibl. Masturbation
    - weibl. Teen
    - hetero. Vaginal
    - hetero. weibl. Anal
    - hetero. weibl. Oral
    - hetero. weibl. SM
    - hetero. Natursekt
    - hetero. Asiatinnen
    - hetero. Schwarze
    - "hetero." Transen
    - bi. Lesben
    - bi. Schwule (sehr selten)
    - Schwule
    - Lesben

    Dort ist es nur eine sexuelle Vorliebe, wie es von vielen noch verstanden wird, denn sie sind ja nicht homosexuell und möchten zB vielleicht einmal probieren wie es ist einen Penis im Po zu haben weil sie bemerkt haben, dass ihnen anale Stimulation gefällt. Aber sie stehen primär auf Frauen und verlieben sich in Frauen. Sie wollen vor allem Frauen sprüren, riechen und schmecken.

    Auf einer schwulen Sexseite gibt es
    - männl. Nackt
    - männl. Twinks
    - männl. Dudes
    - männl. Masturbation
    - homo. Teen
    - homo. Oral
    - homo. Anal
    - homo. SM/Leder
    - homo. Natursekt
    - homo. Asiaten
    - homo. Schwarze

    Und wenn du dir Bilder von Frauen anschauen willst, dann geh auf eine Hetero-Sexseite.

    "Schwul sein sind nicht nur homosexuelle Handlungen.
    Schwul sein beinhaltet auch mit einem Mann das leben zu teilen und ihn zu lieben."


    "Manche Menschen meinen, Sexualität sei dasselbe wie Geschlechtsverkehr. Das ist eine sehr begrenzte Sichtweise, die besonders von jungen Schwulen und Lesben kritisiert wird. Sexualität hat zu tun mit Intimität, Zärtlichkeit, Streicheleinheiten, dem Erleben und Ausleben von Phantasien, hat zu tun mit Vertrauen und Sich-Öffnen, es gehört Lebensfreude dazu, bedeutet regenerative Gesundheit, persönliche Weiterentwicklung und Lust sowie tiefe menschliche Beziehung und Bindungen zu schaffen, fortzuführen und zu begleiten."
    (Engagierte Zärtlichkeit / Andreas Frank)


    Ich ordne inzwischen die geschlechtliche Präferenz eine Ebene über den sexuellen Spielarten ein. Weil ich kann fast alles mit beiden Geschlechtern unternehmen.

    Aber es ist alles nicht so einfach.
    Das Konklusio über den Wissensstand heute bezüglich Hetero/Bi/Homosexualität:
    aus: http://www2.rz.hu-berlin.de/sexology/GESUND/ARCHIV/DEUTSCH/BISEX.HTM

    ... Mit anderen Worten: Weder in der epidemiologischen noch in der sexologischen Forschung, weder in der Sexualberatung noch in der Sexualtherapie sind die Begriffe des 19. Jahrhunderts heute noch üblich, und sie sollten es auch in der Sexualerziehung oder sexologischen Aus - und Fortbildung nicht mehr sein. Im Gegenteil, gerade die Ausbildung von Fachleuten, die beruflich mit sexuellen Problemen befaßt sind, sollte das kritische Bewußtsein für die Fragwürdigkeit der überkommenen Etiketten schärfen. Erst wenn die Ärzte, Psychiater, Psychologen, Pädagogen, Soziologen, Juristen, Kriminologen, Epidemiologen, Theologen und Wissenschaftsjournalisten diese Etiketten gründlich verlernt haben, wird in unserer Gesellschaft beim Thema Sexualität wieder der nötige Wirklichkeitssinn einkehren können. Diese Überlegungen wiederum werfen im Nachhinein noch ein Licht auf die voraufgegangene wissenschaftliche Debatte. Es wird nun sichtbar, daß sie in Vielem allzu abstrakt, «akademisch» und weltfremd blieb, und daß ihre Begriffsbildung seit über einem Jahrhundert eine säuberlich geordnete Realität vortäuschte, die so gar nicht vorhanden war. Insofern findet sich die Sexualwissenschaft heute gegenüber der Medizin und anderen etablierten Fächern wieder einmal, wie auch sonst oft, in der undankbaren Rolle eines Spielverderbers. Sie stört die beliebten Sirenengesänge des Reduktionismus mit einem obstinat dissonanten Basso continuo des Zweifels und gilt daher als eigensinnig und schlecht integrierbar. Auch das trägt zu der bekannten, andauernden Ablehnung bei, die ihr in aller Welt von den Universitäten entgegenschlägt. Man wehrt den Boten ab, um nicht die verstörende Botschaft hören zu müssen, wonach im Sexuellen «alles nicht so einfach» ist.

    So nebenbei:
    Ich hab es gar nicht gern, wenn irgendwo steht Gay und wenn ich darauf klicke, dann sehe ich nur nackte Frauen.
    Ein Anbieter eines Alterverivikationssystems, welches explizit für Schwule ist, schickte mir eine Zeit lang _NUR_ Werbungen für Hetero- oder Lesben-Sexseiten.
    Wenn nach einer Gay-Sexseite google, dann finde ich fast nur nackte Frauen.

    und:
    Interessant ist auch die SM-Szene, denn dort ist öft die Grenze zwischen Hetero/Bi/Homo aufgeweicht.
    Es gab sogar ein regelmässiges Event wo Schwule und Lesben zusammenkamen. Gespielt wurde tw. gemeinsam. Heterosexuellen Verkehr gab es nicht.

    lg

    PS:
    Ein abgewandelter Spruch:
    *zyn on*
    Schwule und Lesben sind eine Strafe Gottes - für alle, die sich daran stören..
    *zyn off* ;-)
     
  • Balulist68at
    0
    28 August 2003
    #56
    normal

    Hier auch eine öffentlich Entschuldigung, so war es nicht gemeint. Ich weiss, dass Du das wort "normal" nicht diskriminierend gemeint hast.
    Ich habe das Wort leider wirklich oft in schlechtem Zusammenhang erlebt. Manchmal nicht sofort, sondern erst nach einem längeren Gespräch oder sogar erst nach einiger Zeit.
    zB:
    Jemand kannte mich schon 3 Monate.
    Ich musste beim Bundesheer zum Blutspenden um meine Blutgruppe bestimmen zu lassen, durfte aber selbst kein Blust spenden, da ich einer Risikogruppe angehöre.
    Dieser jemand (damals kürzlich Vater geworden) meinte dann: "Ich finde das schon richtig, denn ich möchte nicht, dass MEIN Kind DEIN Blut bekommt.
    Lustig war noch, dass ich den grünen Zettel, wo ich bekunde nicht zur Risikogruppe der Homosexuellen zu gehören trotzdem unterschreiben musste, da mir die Krankenschwester sonst nicht den kleinen Tropfen Blut zu Gruppenbestimmung abnehmen durfte.

    Das Wort "normal" kann sehr störend sein in der der Diskussion und besonders bei einer Umfrage. Es ist leicht eine Umfrage damit zu machen, aber das Ergebnis ist nicht sehr aussagekräftig, da jeder etwas anderes mit dem Begriff verbindet. Der, der die Umfrage dann veröffentlicht kann mit dieser Aussage tun was er will. Es ist dasselbe Problem mit dem Wort "pervers", welches nicht ohne Grund immer seltener verwendet wird. Und schon gar nicht in der Wissenschaft. Hier hat schon ein Umdenken eingesetzt. Das Wort "normal" oder überhaupt Kategorien werden in der Sexualwissenschaft entweder sehr vorsichtig und mir Erklärungen oder gar nicht eingesetzt. Man kann auch andere Wörter benutzen.

    Du kannst das Wort "normal" verwenden wie Du willst, dann musst Du aber sehr aufpassen, ob der Gesprächspartner, der dir zustimmt überhaupt dasselbe meint wie Du.

    Als Einstimmung ein paar Phrasen, welche alle in irgendeiner Weise eine Berechtigung haben.
    Zum triggern:
    Schwarze sind unnormal.
    Ausländer sein ist unnormal.
    Männer sind unnormal.
    Unverheiratet ein Kind zu bekommen ist unnormal.
    Sex zwischen Angehörigen verschiedener Rassen ist unnormal.
    Liebe zwischen Angehörigen verschieder Rassen ist unnormal.
    Streit zwischen Ehepartnern ist unnormal.
    Wenn Männer sich umarmen ist das unnormal.
    Wenn Frauen sich umarmen ist das unnormal.
    Von rechts nach links schreiben ist unnormal
    Von oben nach unten schreiben ist unnormal.
    Linkshänder sind unnormal.
    Gottesglaube ist unnormal.

    normal ist nicht natürlich
    normal ist nicht die Mehrheit
    normal richtet sich an einer Vorgabe (Norm) aus.

    Wörterbuch:
    Norm: Richtschnur, Vorbild, Regel, Standard, vorgeschriebene Arbeitsleistung, Arbeitsnorm.
    (lat. norma: Winkelmaß, Maßstab, Regel, Vorschrift)

    normal: regelmäßig, regelrecht, gewöhnlich, üblich, landläufig
    (umg.) geistig gesund
    (lat. normalis nach dem Winkelmaß gerecht, die Norm betreffend)

    Besonders in unserer technisierten Gesellschaft, aber auch schon früher, ist die Norm ein starker Begriff.
    (Ich selbst bin Techniker.)
    Einen großen Einfluß hat auch die umgangssprachliche Bedeutung "geistig normal".
    Versuche herauszufinden was Psychologen heute unter "krank" und "gesund" verstehen.
    Es ändert sich ständig und in der Ausbildung ist es ein eigenes Kapitel.

    Für mich ist Homosexualität normal. Ich bin homosexuell und lebe den ganzen Tag so. Für mich ist es nichts besonderes.
    Und wenn ich einmal heterosexuellen Geschlechtsverkehr habe ist das für mich auch nicht unnormal. Denn ich lege keine Norm daran.

    Es ist sehr schwer einem Begriff in der Öffentlichkeit eine andere Bedeutung zu geben.
    Die Freiheitsbewegung versucht es seit Jahrzenten mit den Worten schwul und lesbisch. Sie drücken mehr Gefühl aus und verwendet nicht das Wort "sexuell", wo viele automatisch an den Geschlechtsverkehr denken.
    Schön langsam werden die ersten Erfolge sichtbar, aber es ist immer noch auch ein Schimpfwort.
    Wenn etwas nicht männlich genug ist, dann ist es schwul. (Auch wenn ich nichts gegen Schwule habe :grin: )

    Es gibt viele Bereiche welche durch die Vorgabe einer Norm unterdrückt wurden.

    *History & ZYN on*
    Linkshänder sind nicht normal ("-> bilden eine Minderheit").
    Sie sind nicht so klug wie Rechtshänder.
    Sie müssen umtrainiert werden, damit sie nicht auffallen und damit es keine Probleme beim Nebeneinandersitzen in der Schule gibt.
    Mein Vater bekam noch das Rohrstaberl.
    Mir wurde es mit Übungen wegtrainiert. (Allerdings nur beim Schreiben.)

    Vorhautverengung ist nicht normal ("-> damit gibt es Probleme").
    Man muß die ganze Vorhaut wegnehmen, das ist die normale ("-> von den Ärtzen als Norm vorgeschriebene") Behandlungsweise.

    Hypospadie ist nicht normal ("-> da hat sich etwas anders entwickelt")
    *History & ZYN off *
    (Erklärung: Die Harnröhrenöffnung ist nicht ander Spitze)
    Die Jungen wurden lange Zeit (sobald man die Technik etwas beherrschte) oft mehrmals operiert, obwohl es nicht immer störend ist.
    Oft mit der Begründung damit sie "normal" leben können und später nicht ausgelacht werden.
    Verantwortungsvolle Eltern wägen heute sehr genau ab ob und wann die Operation gemacht werden soll.
    Früher kamen solche Leute manchmal in Monströsitätenkabinette.

    Auf Webseiten, welche diese Andersartigkeit behandeln wird nicht von normal gesprochen.
    Und das aus gutem Grund.

    Hypospadie ist eine angeborene Kondition bei der die Harnöffnung des Penises nicht an der Spitze ist, sondern irgendwo entlang des Schaftes, zwischen Spitze und Basis, zu liegen kommt.

    What is hypospadias?
    In short, it's a condition where the penis doesn't develop in the way it usually does.

    usually = üblicherweise


    Nicht normal -> etwas besonderes.
    Das wollen wir auch nicht unbedingt sein.
    Viele verstehen es so und meinen, dass schwul/lesbisch sein jetzt IN ist.
    In der schwulen Szene haben sich einige Dinge entwickelt welche auch von einigen Heteros ausserhalb immer wieder gerne aufgenommen wurden. (zB Life Ball)
    Aber müssen jetzt alle schwul/lesbisch werden, sich schwul/lesbisch geben (es leben leider die Klischees!) um schick zu sein?
    Nein, das wollen wir sicher nicht, wenn die Personen nicht so fühlen.
    Denn wir wissen, dass man seine Geschlechtspräferenzen nicht einfach so ändern kann.
    Und wir wissen, dass nicht jede männliche/weibliche Verhaltensweise für jeden die Norm darstellt.

    Ich hoffe, ich habe allen noch Mitlesenden verständlich machen können, was für Probleme die Begriffe "normal" & "Norm" mit sich bringen können ohne sie persönlich anzugreifen.

    lg
     
  • secretman
    Gast
    0
    28 August 2003
    #57
    So korrekt und gut reflektiert deine Aussagen auch sind, dieser satz stimmt nur sehr bedingt

    Einen großen Einfluß hat auch die umgangssprachliche Bedeutung "geistig normal".
    Versuche herauszufinden was Psychologen heute unter "krank" und "gesund" verstehen.
    Es ändert sich ständig und in der Ausbildung ist es ein eigenes Kapitel.


    Fakt ist: psychiatrische Krankheitsbilder sind heute klar definiert und festgehalten in der Klassifikation nach ICD 10 der Weltgesundheitsorganisation. Hieran haben sich die Länder zu halten. Demnach werden paychatrische Krankheitsbilder nach einer bestimmten Zahl von Kriterien (Symptomen) über einen bestimmten Zeitraum definiert.Dasergibt dann eine klare Diagnose wie bei körperl Erkrankungen die auch bestimmte symptome enthalten. Krankheit umfasst immer einen persönlichen Leidensdruck und / oder eine aus der symptomatik hervorgehende Einschränkung im gesellschaftlichen Leben für den Betroffenen.Deshalb ist auch Homosexualität anfang der 90 er aus der liste der psychatrischen erkrankungen gestrichen denn sie ist symptomfrei und die gesellschaftl. Benachteiligungen ergeben sich nicht aus der (ja fehlenden) Symptomatik sondern aus der Reaktion der Umwelt auf eine gegeben tatsache.
     
  • Balulist68at
    0
    28 August 2003
    #58
    Stimmt prinzipiell.
    Es gibt den Standard, man braucht ja ein Regelwerk mit dem man arbeiten kann. Dieser Regelkatalog ist aber eine aufgestellte Norm, welche sich immer wieder ändert.
    Du hast sicher auch vor der Streichung von Homosexualität aus dem ICD-10 Psychiater und Psychologen gefunden, die es nicht als Krankheit gesehen haben. Sonst wäre es ja nicht gestrichen worden :grin:

    Ich bemerke es gerade jetzt bei ADS (ich mag das ADD nicht wegen Disorder/Syndrom) wie teilweise heftig darüber diskutiert wird ob es ADS überhaupt gibt, oder nur ADHS (mit oder ohne Hyperaktivität), welche Kriterien dafür ausschlaggebend sind und wieviele gleichzeitig vorhanden sein müssen um diese Diagnose stellen zu können.

    Die Aussage meines Psychologen/Psychiaters:
    Die Abgrenzung zwischen gesund - normal - krank - behindert ist schwierig und in laufender Diskussion.

    Es stimmt dass der Begriff Krankheit als solches definiert ist, aber die Normen ändern sich (glücklicherweise) immer wieder.

    Interessante Links zu:
    "Normal", "Anders", "Fehler", "Gestört", "Krank", "Verrückt"
    http://www.sgipt.org/wisms/norm0.htm
    und nicht leicht zu lesen:
    http://www.sgipt.org/gipt/krabeg0.htm
    In den Dokumenten finden sich auch andere Links.
     
  • sweety-les
    sweety-les (33)
    Verbringt hier viel Zeit
    164
    101
    0
    vergeben und glücklich
    1 September 2005
    #59
    Ich find Homosexualität auch was normales.

    So etwas is einem in die Wiege gelegt worden und soll auch akzeptiert wreden.

    Und zum Thema, das man sich in dieser Form von Liebe nicht Fortpflanzen kann, kann ich nur sagen, das sich viele Homo-Paare nach Kindern sehnen.

    Es werden so viele Kinder In ein Heim gesetzt oder sogar nach der Geburt umgebracht oder abgestoßen.

    Diese Kinder haben auch Liebe verdient und deshalb find ich sowas nur Lobenswert, wenn sich Homo-Paare auch so liebevoll um solche Kinder kümmern.

    Ich finde das diese Pärchen liebevoller mit Kindern umgehen!!
     
  • shabba
    Gast
    0
    1 September 2005
    #60
    *lol* dass es diesen thread noch gibt *g*
     

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