• SottoVoce
    SottoVoce (37)
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    25 April 2004
    #61
    @Fabian: Also, mir tut es schon unheimlich gut, den ganzen angesammelten Frust und die Verletzungen, die die vergangenen Jahre für mich oft waren, mal rauszulassen. Ich hab da nie groß drüber geredet. Ich wollte immer entweder nicht oder ich hatte gerade niemanden, den es interessiert hätte. Also hab ich es jetzt vier Jahre lang in mich reingefressen. Irgendwie war es gut, dass ich dieses Forum hier VOR diesem Krach gefunden habe, sonst hätte ich vielleicht wieder alles in mich reingefressen... :rolleyes2

    Morgen sehe ich meine Mutter wieder. Ich hab gar keine Lust. Meine Wohnung ist nicht aufgeräumt, meine Wäsche in jüngster Zeit nicht gewaschen, meine Küche nicht gesaugt. Das alles bietet wieder Angriffsfläche. Ich habe regelrecht Angst. :cry: Früher war ich immer nur wütend, wenn ich über meine Mutter und unser Verhältnis zueinander nachdachte, heute könnte ich heulen und mich in eine Ecke verkriechen. Immer neue Verletzungen lassen auch die alten Wunden nie heilen... :cry:

    @Fabian: Ist es Dir eigentlich gelungen, NICHT die gleichen Fehler wie Deine Eltern zu machen, auch wenn es nur kleine waren? Ich habe nämlich unheimlich Angst, dass ich mal dieselben Fehler bei meinem Sohn machen könnte, die jetzt meine Mutter bei mir macht... :cry:

    Und @ Waschbär: Vielleicht denkt mein Sohn ja eines Tages anders... *Angsthab* Wer weiß... Meine Mutter war ja auch nicht schon immer so wie heute... Es gab durchaus auch Zeiten, wo sie mich in den Arm genommen und getröstet hat, wenn ich das brauchte...
     
  • Pip
    Pip
    Gast
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    26 April 2004
    #62
    Hi.


    Zoff mit den Eltern hatte ich auch zur Genüge, aber solche Ausmaße hat es dann doch nicht angenommen. Ich glaube, da hätte ich längst in Mordphantasien geschwelgt :S Jedenfalls würde ich nicht an meinen Eltern hängen...

    Ich kann die Mutter insoweit verstehen, als dass ich auch jedem gegenüber Vorbehalte habe, der mehr als einen Partner gleichzeitig hat bzw. fliegend wechselt, auch im Hinblick auf spätere Zeiten... aber einmal Sagen würde wohl reichen.


    Du könntest deiner Mutter klarmachen, dass du ihren Standpunkt zur Kenntnis nimmst, aber da es offenbar nichts neues zu vermelden gibt, möchtest du kein einziges Wort mehr davon hören. Sage ihr auch klipp und klar, dass sie gerade alles daran setzt, den letzten Rest an Zusammenhalt endgültig zu zerstören, und dass sie ihr Verhalten ändern muss, wenn sie die Konsequenz der totalen Trennung nicht riskieren möchte. Zu dem Punkt, dass du auf sie angewiesen bist: Frage, ob sie wirklich ein Verhältnis mit dir aufrecht erhalten will, das nur auf Erpressung beruht. Frage, warum sie das alles macht, und ob sie tatsächlich glaubt, etwas Konstruktives zu tun. Nörgelei und offener Streit helfen jedenfalls nichts, sie wird auch ihre Ziele damit nicht erreichen.

    Dein Leben wird auch nicht nach IHREM Plan verlaufen - definitiv.

    Wenn du vier Jahre lang Frust und Verletzungen in dich hineingefressen hast: Sag ihr genau das! Und dass (auch noch christliche!) Eltern DAZU nicht gedacht sind, ihren Kinder sowas mitzugeben.
    Wenn das einzig Positive, das deine Mutter dir zur Zeit zu bieten hat, die Kinderbetreuung ist: Sag ihr genau das! Und dass jede kommerzielle Kinderbetreuung dir nicht nebenbei das Leben zur Hölle macht.
    Wenn die einzige Entscheidung, die deine Mutter akzeptieren kann, ihre eigene ist - es gibt schöne Holzpuppen, die haben so Bindfäden und machen was man will, und man kann sie den ganzen Tag anschreien, sie werden nicht taub! :grin:

    Du hast dir ja schon viel von der Seele geredet, vielleicht solltest du dir einmal ein Konzept erarbeiten, oder ein Notizblatt, was du ihr noch nicht gesagt haben könntest, was sie aber erfahren muss. Und das sollte möglichst nicht vor dem Kind stattfinden; vielleicht gibt es ja einmal die Möglichkeit, sich gesittet auszusprechen.


    Was macht eigentlich dein Freund? Erlaubt es seine Zeit, mal auf den Kleinen aufzupassen? Und die Lösung mit dem Jugendamt MUSS meiner Meinung nach schnellstmöglich vollzogen werden, die Mutter DARF den Kleinen nicht bei sich haben - denn kannst du kontrollieren, was sie deinem Kind erzählt? Ich würde ihr jedenfalls nicht vertrauen.

    Zumindest schafft ihr Verhalten kein Vertrauen, warum solltest du also ihr mehr trauen als deinem Freund, der dich weit besser behandelt als sie? Das sollte sie begreifen... wünsche ich dir jedenfalls.


    Wenn du das alles nicht im Gespräch geregelt bekommst, könntest du ihr es als Brief schreiben, in völlig versöhnlichem Ton, mit der eingänglichen Bitte, alles zu lesen. Vielleicht wird es ja was.


    Viel Erfolg,
    Pip
     
  • Fabian45
    Gast
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    26 April 2004
    #63
    Das mit den Fehlern müsste man eigentlich unsere Kinder fragen. Fehler machen wohl alle Menschen, aber ich denke, wir haben bestimmt viele vermieden.

    Unsere Tochter (17) beispielsweise hat weitgehend alle Freiheiten, die sie braucht. Sie bringt mit nach Hause, wen sie will und sie kommt auch, wann sie will. Im Gegenteil, in der Nacht vom Freitag zum Samstag holt meine Frau sie manchmal sogar einschließlich ihrer Freunde so ca. 3.00 Uhr von der Disko ab, da das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht geht. Ich mische mich nicht in ihren Geschmack, was Mode und Musik betrifft (Meine Frau manchmal schon) und akzeptiere diesen.

    Wir hätten gern gesehen, dass sie eine Ausbildung als Krankenschwester aufnimmt, was sie auch erst wollte, aber sie hat sich durchgesetzt und möchte Erzieherin werden. Natürlich beginnt sie die Ausbildung, die sie will und nicht etwas anderes.

    Auf der anderen Seite erfüllt sie ihre Pflichten und bringt gute schulische Leistungen.

    Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass die Kinder sich in der Familie als gleichberechtigte Partner fühlen.

    Da unsere Kinder immer noch gern jedes Jahr mit uns in Urlaub fahren und unsere Tochter auch die nächsten Jahre noch mit uns in einem Haus wohnen wird, ist uns das vielleicht gelungen. Aber, wie gesagt, Fehler macht jeder.

    Die meiner Eltern habe ich allerdings konsequent vermieden.
     
  • delicacy
    Gast
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    26 April 2004
    #64
    boa also ich kapier deine mum überhaupt nicht! Ja klar,manchmal sagen Eltern schlimme Dinge, die eigenen Kinder DÜRFEn nicht, da sie ja unter ihrer Fuchtel sstehen... Aber meine haben die courage und entschuldigen sich dafür.
    Deine nicht. Hast du denn mal drüber nachgedacht deinen leiblichen Vater zu suchen? Immerhin hat er ja auch bestimmt Gründe das er abgehauen ist. Vielleicht hat er deine Mutter nicht ausgehalten *g* (sorry)
    Ne, scherz beiseite, aber an deiner STelle würde ich sie total ignorieren. Ich würde ihr gar nicht MEIN kind überlassen, was ist wenn sie ihm die ganze Zeit einer Gehirnwäsche à la "deine Mama ist böse, ich bin viel besser willst du nicht bei mir bleiben" unterzieht? Ich will jetzt keine voreiligen schlüsse ziehen, aber wenn sie dich mal so beschimpft und keine Reue zeigt, ist das nicht mehr so weit entfernt.
    Sie SUCHT regelrecht nach Fehlern um sich selbst ins bessere Licht zu stellen. Das geht aber so nicht, und das merkt sie auch. Deswegen ihre Wutanfälle. Diese Worte gehen eigentlich indirekt an sie selbst. Sie ist sauer auf sich selbst und sucht die Schuld bei dir. Vielleicht will sie, dass du genau so depressiv wie sie wirst.
    Ich würde einfach ausziehen und sie ignorieren. Deinen sohn kannst ja in ne kitta oda so gehen, da sind sie gut aufgehoben und kommt mit gleichaltrigen zusammen. denn ich würde meiner mum gar nicht mehr glauben. Vielleicht merkt sie, dass du auch ohne sie zurecht kommst.
     
  • Fabian45
    Gast
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    26 April 2004
    #65
    Das wäre wahrscheinlich die richtige Konsequenz. Hättest du aber auch noch einen Tipp, wie sie das bezahlen soll. Bei uns kostet so ein Platz um die 360 EUR.
     
  • SottoVoce
    SottoVoce (37)
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    26 April 2004
    #66
    *bitterlach* Fliegender Wechsel? Davon kann nicht wirklich die Rede sein... Was meine Mutter weiß: Über 2 Jahre Beziehung mit dem Vater meines Sohnes, ein halbes Jahr später begann die Beziehung mit meinem Ex-Freund, die über zwei Jahre anhielt, und jetzt über 4 Monate später beginnt die Beziehung zu meinem Freund. Von den "Wildheiten" dazwischen drin weiß sie gar nichts und wird es nie erfahren!

    Mein Freund arbeitet als Polizist und hat mal Früh- mal Spätdienst. Er sagte mal, für eine Zeit als Übergang könnte er seine Schicht so einteilen, dass er Maxi nehmen könnte und würde dann halt als Ausgleich die Wochenenden arbeiten müssen. Da ich ihn dann aber nie sehen würde, halte ich das für gar keine gute Idee...

    Ich hab in den vergangenen vier Jahren alles tausend mal gesagt, sie hat es nie eingesehen. Es gab auch schon Zeiten, da haben wir überhaupt nur schriftlich verkehrt, weil jedes mündliche Gespräch sofort eskaliert ist... Aber geholfen hat alles nichts, sie hat meine alten Briefe neulich zerrissen...

    Ja, Fehler mache ich sicher auch und werde sie wohl auch noch machen in Bezug auf meinen Sohn. Ich weiß zum Beispiel, dass ich öfters inkonsequent bin, erst etwas verbiete, dann aber schlampig drauf achte, dass er es auch erfüllt. Aber das ist meiner Meinung nach nicht wirklich schlimm, da er von mir niemals an Liebesentzug wird leiden müssen! (Egal, was meine Mutter rumerzählt!)

    Ich bin schon vor dreieinhalb Jahren ausgezogen (als sie mich rausgeworfen hat). Ich habe jetzt seit eineinhalb Jahren meine eigene Wohnung (mit Wohngeld lässt sich das auch als Studentin finanzieren). Sie holt meinen Sohn morgens hier ab, bringt ihn in den Kindergarten und betreut ihn an den Nachmittagen, an denen mich mein Studium beschäftigt. Ich fahre immer direkt von der Berufsakademie oder meiner Bank, wo ich arbeite, zu ihr in die Wohnung und hole meinen Sohn dort wieder ab. Ich habe bis jetzt nicht den Eindruck, dass sie meinen Kleinen negativ beeinflusst, und ganz ehrlich gesagt denke ich, dass ihr das in Bezug auf mich auch sehr schwer fiele. Er liebt mich und davon wird sie ihn nicht abbringen können. So klug ist sie auch.

    Mein Sohn war schon einmal, vor gut eineinhalb Jahren, für 2 Monate in einer Kita. Damals hab ich noch Sozialhilfe bekommen (als Schülerin), da haben die die ganze Kita bezahlt. Ich schätze, ich liege auch heute noch unter den Einkommensgrenzen, so dass sie bezahlen würden.

    Problem: Keine Kita hat so lange geöffnet, wie ich eine Betreuung bräuchte, weil ich ihn oft erst abends so gegen acht von der Kita abholen könnte... Oder ihn schon morgens vor sieben hinbringen...

    heute Morgen hab ich meine Mutter ja wiedergesehen. Sie war kühl, hat mir aber keinen Aufstand gemacht. Sie sah aus, als habe sie das ganze Wochenende geheult. Kann mir mal einer erzählen, warum mir das jetzt nahe geht, wo sie sich mir gegenüber so mies verhalten hat?! Jetzt hab ich auch noch ein schlechtes Gewissen! Wohl genau, was sie erreichen wollte, aber wie krieg ich das jetzt wieder weg???
     
  • december
    december (34)
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    26 April 2004
    #67
    Hast du dich schon mal erkundigt bei Soziamt ob die auch einen Tagesmutter bezahlen würde, eben weil Kita mit deinen studienteiten nicht vereinbar ist?
    Eigendlich müssten sie das ja oder?
    Ich meine außer Kita, Oma oder Tagesmutter gibt es ja eigendlich keine, zumindest mir bekannte, Betreuungsmöglichkeiten mehr.
     
  • SottoVoce
    SottoVoce (37)
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    26 April 2004
    #68
    Ich GALUBE, die zahlen in so Fällen, wo eine Kita nicht ausreicht, auch Tagesmütter. Und ein Freund von mir hat sich mal unverbindlich erkundigt, anscheinend falle ich in so einen Fall, wo sie es höchstwahrscheinlich zahlen würden. Damit stellt sich aber die nächste Frage: Woher kriegt man eine Tagesmutter? Wie finde ich eine, die wirklich gut zu meinem Kleinen ist? Dieses Kind ist das Allerwichtigste in meinem Leben! Ich weiß, dass er es nicht leicht hat, wenn er zwischen mir und meiner Mutter steht - aber hat er es dann nicht doch noch leichter so, als wenn er bei jemandem wäre, die nicht so liebevoll wäre?

    Ich bin zurzeit völlig durcheinander und weiß überhaupt nicht mehr, was das Beste ist und was ich eigentlich will... :cry:
     
  • december
    december (34)
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    26 April 2004
    #69
    Ich glaube das Beste für den Kleinen ist auf jeden Fall das er aus der Schußlinie kommt so das er eben diese Streitigkeiten nicht mehr mitbekommt. Entweder auf dem Jugendamt fragen oder Telefonbuch oder eine stellenanzeige aufgeben. Allerdings solltest du kucken das du eine findest die auch dazu berechtig ist. Meine Tagesmutter damals hat einen Kurs gemacht und im Nachhinein ein Zertifikat gekriegt was sie dazu berechtigt hat Kinder zu betreuen. Und dann weißt du das sie auf jeden Fall was dafür getan haben. Aber ich denke auf dem Jugendamt müssten die dir da helfen können. Oder bei solchen Beratungsstellen wie Pro-Familia.
    Und daducrh das der Kleine dann erstmal gut aufgehoben ist und du dir darüber kein Gedanken mehr machen musst kannst du dich dann wider auf die Sache mit deiner Mutter konzentriern.
     
  • Auricularia
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    26 April 2004
    #70
    Hi SottoVoce!

    Ich glaub auch nicht, dass es das Beste für Deinen Kleinen
    ist, wenn er weiter diese Streitereien zwischen Dir und Deiner
    Mutter mitbekommt und von ihr vielleicht noch aufgehetzt
    wird oder so...
    Wegen der Tagesmutter: Wenn Du eine gefunden hast, kannst
    Du ja vielleicht mal mit Eltern von anderen Kindern, die sie
    betreut, reden.
    Gibt's bei Euch an der BA keine Kinderbetreuung? Ich dachte,
    das wär an Unis und FHs und so Standard...?

    Ich find's echt hammerhart, was Deine Mutter Dir da an den
    Kopf wirft :angryfire . Lass Dir von ihr kein schlechtes
    Gewissen einreden, das müsste SIE haben!!! Klar, sie sieht,
    dass sie mit ihrem Krach und ihren Anschuldigungen nicht
    weiterkommt, da versucht sie es eben mit Tränen (typisch
    Frau :zwinker:).
    Sie zu, dass Du nicht mehr abhängig von ihr bist und wenn das
    geklappt hat, würd ich den Kontakt erstmal rigoros einschränken
    (Mutter hin oder her!).
    Sie hat Dich verletzt, und Du hast allen Grund, sauer auf sie
    zu sein, egal, wieviel Wochenenden sie weint!!!
    *grr* Mir geht echt die Hutschnur hoch...

    Ich wünsch Dir, dass es bald besser wird....

    Auri
     
  • LouisKL
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    26 April 2004
    #71
    Hallo Sotto,

    ich hab jetzt nur die erste und die letzte Seite gelesen, und bevor ich Allgemeinplätze wiederhole, die schon dutzendmal gefallen sind, sag ich einfach besser nix :zwinker:

    Nur eines: Fühl dich ganz fest geknuddelt. Ich glaube übrigens, dass du eine Lösung finden wirst, weil ich von deinen Beiträgen das Gefühl habe, dass du eine energische, lebensfrohe Person bist. Wenn dir das hilft :zwinker:

    Dass du dich jetzt wieder schlecht fühlst, weil sich deine Mutter schlecht fühlt, ist übrigens nicht komisch: Es ist eben deine Mutter. Zu Eltern hat man wohl zeitlebens ein "seltsames" Verhältnis. Man kann sie hassen oder man kann sie lieben, meistens beides, aber es sind und bleiben eben die Eltern, zu denen man eine besondere Beziehung aufgebaut hat, was sich nun nicht mehr wegwischen lässt.

    Das macht die ganze Sache auch so verzwickt, und das genau darunter leidet wohl auch deine Mutter. Auch wenn ihr Verhalten rein objektiv betrachtet, nichts anderes ist, als mit den Problemen selbst nicht fertig zu werden, und sie an dir auszulassen.

    Ich würde dir auch raten, möglichst Abstand zu suchen, obwohl so etwas immer leichter gesagt als getan ist. Aber ihr lebt beide zur Zeit in einer Beziehung, die nicht gut für euch ist: Du bist einerseits selbständig, andererseits auf sie angewiesen. Sie hilft dir einerseits, und ist andererseits doch nicht "selbständig" genug, um dir dein Leben zu lassen. Das ist ein uraltes Spiel zwischen Eltern und Kindern. Letztendlich hilft da wohl nur Abstand, und der Mut von einer Seite, den Schritt auf den anderen zuzumachen. Irgendwann.
     
  • SottoVoce
    SottoVoce (37)
    Sehr bekannt hier Themenstarter
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    Verheiratet
    26 April 2004
    #72
    Danke. Einfach nur danke, denn das hat geholfen.

    Ich habe das Gefühl, ich verliere mich in diesem Streit. Kennt jemand dieses Gefühl? Ich kenne mich manchmal gar nicht mehr wieder. Ich denke oft Sachen, die mich selbst sehr erschrecken. Und dann bin ich niedergeschlagen und beinahe schon depressiv, weil mir das echt sehr nahe geht und ich das Gefühl habe, jetzt, nach all der Zeit, bricht alles auf einmal vor. Die ganzen Verletzungen der letzten Jahre hab ich wohl nie verarbeitet, immer nur verdrängt, und es scheint, als ginge das jetzt einfach nicht mehr.

    Das Schlimmste im Moment ist paradoxerweise, dass sie sich eingekriegt zu haben scheint. Sie hat zwar vorhin kurz den Wahnsinnskrach mit mir angefangen übers Handy, weil ich zu spät nach Hause kam (ne Viertelstunde später als vereinbart. Ich wollte ihr Bescheid sagen, aber wie immer hatte sie ihr Handy nicht dabei... Wozu hat sie eins?!). Allerdings hat sie sich dann, als ich endlich eintrudelte, nicht mit mir gestritten, sondern war dann nur ganz kühl und distanziert. Es hing sicher auch damit zusammen, dass mein Freund dabei war, da hat sie einfach so getan, als existiere der nicht. Er hat sie gegrüßt, aber sie hat gar nicht reagiert. Vorhin hat sie dann nochmal angerufen und ich dachte schon, na toll, jetzt kommt der nächste Krach, aber sie hat ganz normal mit mir geredet, wie VOR unseren ganzen Streitigkeiten, als ob gar nichts zwischen uns stünde.

    Ich verstehe sie einfach nicht. Wenn sie jetzt sauer auf mich wäre, wäre es für mich irgendwie leichter. Ich bin so verletzt und so wütend, aber wenn sie so tut, als sei nichts gewesen, lasse ich mich sicher wieder drauf ein, verarbeite die ganzen Verletzungen wieder nicht, sondern verdränge sie nur - bis sie beim nächsten Riesenkrach dann doppelt stark hervorbrechen...

    Oh man, was soll ich nur machen?! Ich kann doch jetzt nicht mit den Wutanfällen anfangen, wo sie es endlich geschafft hat, damit aufzuhören. Aber nach Tagesabläufe erzählen oder Neuigkeiten austauschen oder Small Talk ist mir zurzeit echt nicht zumute! :cry:
     
  • Clairexxy
    Gast
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    30 April 2004
    #73
     

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