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  • User 169922
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    25 Juni 2018
    #1

    Innere Leere und absolute Trauer

    Hallo zusammen,
    mir geht es momentan nicht so gut. Für mich hat eine echt harte Zeit angefangen. Ich fühle mich selbst gefangen, habe Angst wieder in alte Verhaltensweisen zu rutschen.
    Kennt jemand das Gefühl der absoluten Trauer? Was hat euch geholfen, wie seid ihr damit umgegangen?
    Ich fühle mich gerade so hilflos..
     
  • Mr. Poldi
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    25 Juni 2018
    #2
    Ja, das Gefühl kenne ich nur zu gut, ebenso die Angst wieder in alte Verhaltensweisen zu rutschen.

    Leider kann ich dir aber keine Tipps oder Hilfen geben damit umzugehen da ich es selbst auch nicht geschafft habe bzw. schaffe.

    Ich wünsche dir aber ganz viel Kraft und dass Du einen Weg aus der Hilflosigkeit findest :rose:
     
  • Jana20
    Jana20 (20)
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    in einer Beziehung
    25 Juni 2018
    #3
    Oh Gott, dass klingt ja ganz schrecklich.
    Hast Du jemanden, dem Du Dich anvertrauen kannst? Außer hier, meine ich?
    Ich kenne solche Depri Phasen auch und am besten steht man sie mit jemand durch, dem Frau vertrauen kann.
    Mir hat es immer viel geholfen, wenn nur wer da gewesen ist.
     
  • User 169922
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    Verheiratet
    25 Juni 2018
    #4
    Mr. Poldi
    Danke für deine Worte, auch dir wünsche ich alles Gute :rose:

    Jana20
    Ich versuche meine Tage so zu gestalten, dass ich immer unterwegs bis bzw. unter Leuten bin.
    Ich kann mich einer guten Freundin anvertrauen. Aber ich will irgendwie auch nicht jemandem zur Last fallen...
     
  • Mr. Poldi
    Mr. Poldi (38)
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    25 Juni 2018
    #5
    Auch das kann ich gut nachvollziehen, da ich grundsätzlich ein Mensch bin der nur sehr ungern fremde Hilfe annimmt, sich auf andere verlässt etc.
    Aber letzten Endes sind Freunde genau dafür da, einen aufzufangen wenn man es alleine nicht mehr schafft, einen in schweren Zeiten zu unterstützen.
    Und wenn das eine echte Freundin ist. so wird Sie dies auch nicht als "zur Last fallen" ansehen sondern als selbstverständlich.
     
  • User 169922
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    25 Juni 2018
    #6
    Da hast du Recht. Ich habe auch nie das Gefühl, dass meine Freundin da abwertend oder gar genervt reagiert..
    Aber auf der anderen Seite ist das darüber reden.. Naja, das macht das wieder so real und reißt die Wunden wieder auf..

    Es ist echt eine verdammt schwierige Situation.
    Ich wünsche dir ebenfalls alles Gute und genug Hoffnung, deine Situation zu meistern :smile:
     
  • khrys
    khrys (28)
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    26 Juni 2018
    #7
    ich weiß, es hört sich vielleicht nicht so wirkungsvoll an, aber probiere, nach oben zu schauen und wenn es geht noch die arme hochzustrecken. mit den armen bin ich mir zwar nicht ganz sicher, aber ich habe mal gelesen, dass das nach-oben-schauen echt was bringen soll, wenn man mal depri ist. genauer gesagt, ist das ein tipp eines ehemals depressiven, den ich mal gelesen habe, ein versuch wäre es also wert.
     
  • wild_rose
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    26 Juni 2018
    #8
    Alte Verhaltensmuster?
    Warst du mal depressiv oder hattest eine andere psychische Krankheit?
    Was hat dir denn damals geholfen, hattest du einen Arzt?

    Einen wichtigen Menschen zu verlieren ist immer hart. Auch Trauer ist normal und sollte zugelassen werden.
    Wie lange ist es denn her?
    Wenn du nicht so oft mit deiner Freundin reden möchtest, kannst du dir vorstellen, zu einer Trauerberatung zu gehen? Auch wenn ich mir sicher bin, dass du ihr damit nicht zur Last fällst.

    Mein aufrichtiges Beileid :rose:
     
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  • Mr. Poldi
    Mr. Poldi (38)
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    26 Juni 2018
    #9
    Darüber zu reden ist (sehr) schmerzhaft aber ich fürchte man kommt nicht drum herum, denn sonst kann man das ganze nicht verarbeiten.
    Zumindest ist das so meine Erfahrung bzw. Erkenntnis, ich habe recht schnell damit aufgehört zu reden oder nachzudenken und statt dessen die Emotionen ganz tief eingepackt.
    Das hat mir geholfen den Schmerz zu isolieren, nicht mehr zu fühlen - aber eine dauerhafte oder gar sinnvoll Lösung bzw. Strategie ist das nicht.
     
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  • Jana20
    Jana20 (20)
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    26 Juni 2018
    #10
    Ich sehe das auch so. Wenn das eine wiederkehrende Angelegenheit ist, solltest Du dringend professionelle Hilfe suchen
    Es kann mitunter schon lange dauern, einen guten Therapeuten zu finden, dem man vertraut.
    Habe das bei einer Bekannten erlebt. Aber das ist auf lange Sicht die beste Lösung.
     
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  • User 169922
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    26 Juni 2018
    #11
    Danke für den Tipp mit dem nach oben schauen, das werde ich mal probieren.

    Ja, ich hatte früher psychische Probleme, die jetzt irgendwie wieder hochkommen bzw. in denen ich jetzt wieder denke Trost zu finden.. Ich hatte damals eine Therapie gemacht und Techniken, Strategien etc erlernt..
    Es sind jetzt knappe 5 Monate her, aber es fühlt sich an, als wenn sie schon eine Ewigkeit nicht mehr da wäre...

    Das habe ich auch schon überlegt mit der Trauerbewältigung. Was mir dabei nur Angst macht, ist mich mit dem Thema auseinander zu setzen, den Schmerz zulassen..
    Es ist alles nicht so einfach :cry::cry:
    Es ist vermutlich das beste, darüber zu reden, damit man es verarbeiten kann.
    Ich versuche es momentan auch immer weg zu schieben, damit es mir für den Moment besser geht..
     
  • Mr. L*
    Mr. L* (43)
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    26 Juni 2018
    #12
    Du schreibst es selbst: für den Moment!

    Leider geht das reine Verdrängen oftmals nicht gut aus, denn das Verdrängen solcher traumatischen Erlebnisse kann zu einer so genannten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) führen...

    Diese kann sich in der Form bemerkbar machen, daß selbst Jahre später, durch so genannte Trigger, also auslösende Symptome, die Erinnerung und das ganze Gefühlschaos exponentiell verschlimmert zurückkommt und solche Trigger müssen dabei nicht einmal bewußt wahrgenommen werden, das kann unter Umständen bereits ein bestimmtes Geräusch oder auch ein Geruch sein, der unbewußt an das traumatische Erlebnis erinnert!

    Off-Topic:
    Als meine krebskranke Frau damals versucht hat mit allen, die ihr wichtig waren (Familie) zu reden, habe ich zunächst auch, wie die anderen, gesagt: "Das hat doch noch Zeit!", mich dann aber, weil es ihr wichtig war, darauf eingelassen...

    Für diesen einen Satz, "Es ist mir wichtig!" (da es meiner Frau wichtig war, war es auch für mich wichtig) bin ich ihr heute noch unglaublich dankbar(!), da wir zu Lebzeiten viele - auch wichtige Dinge besprochen haben (wie sie sich gewisse Dinge vorstellt, wie es mit mir weitergehen soll, etc.) und diese Gespräche waren, im Nachhinein betrachtet, genau das Richtige, denn alle anderen bereuen heute, Dinge, die ihnen wichtig waren, eben nicht mit ihr geklärt zu haben, als sie noch die Chance dazu hatten und machen sich jetzt teilweise Vorwürfe dafür, aber die Chance dazu kommt halt nicht noch einmal wieder.
    Das kann ich so unterschreiben! Wichtig dabei ist aber, daß Du bereit bist, Dich zu öffnen und die Therapie zuzulassen!

    Der Therapeut bekommt sein Geld so oder so, aber er ist kein Wunderheiler, der das Geschehene ungeschehen machen kann, er kann Dir nur Wege aufzeigen, mit dem Erlebten für Dich besser umzugehen, gehen mußt Du diese Wege aber selbst, das kann Dir keiner abnehmen!

    Was ich Dir allerdings aus eigener Erfahrung (und auch aus meinem Erfahrungsaustausch mit vielen anderen Trauernden, die Verlustsituationen erlebt haben) berichten kann, ist, daß es sich lohnt, einmal über den Berg des Schmerzes zu gehen, um anschließend der Welt und dem Leben wieder offen entgegentreten zu können, anstatt im Tal der Tränen und der Trauer zu verweilen und (ewig) lange in ihm zu verweilen und sich von Trostlosigkeit herunterziehen zu lassen!

    Die verlorene Person hätte sicherlich nicht gewollt, daß auch Dein Leben endet, sondern, daß Du Dein Leben weiterhin lebst, oder etwa nicht?
     
  • User 169922
    Ist noch neu hier Themenstarter
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    26 Juni 2018
    #13
    Hallo Mr. L*
    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich hatte vor kurzem ein "Probegespräch", welches mir sehr an die Nieren ging. Es hat diesen Schmerz einfach wieder so real gemacht.

    Ist es wahr, dass es irgendwann einfacher wird? Das sagt mir irgendwie jeder aber ich habe eher das Gefühl, dass es mit jedem Tag schlimmer wird. Am Anfang hab ich das nicht wahr haben wollen, aber mittlerweile sind ja ein paar Monate vergangen und die Gewissheit ist jetzt, dass sie tatsächlich nicht mehr wieder kommt.

    Das Thema mit der PTBS kenne ich nur zu gut, ich möchte auch nicht, dass es nochmal soweit kommt.

    Das mit dem noch einmal reden blieb mir leider fast komplett verwehrt.. Naja, ich kann es nicht rückgängig machen, es ist wie es ist. Das muss ich lernen zu akzeptieren.

    Es sind immer wieder Kleinigkeiten über den Tag hinweg, die mich zum weinen bringen oder die mich einfach nur durch die Gegend starren lassen..

    Nein, im Gegenteil. Diese Person hätte vermutlich gewollt, dass wir lernen damit umzugehen und einen Weg finden, mit der Trauer umzugehen.
     
  • User 12529
    Echt Schaf
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    26 Juni 2018
    #14
    Wäre eine Selbsthilfegruppe für Trauernde vielleicht was für dich? Da gibt es sicher eine in deiner Stadt oder näheren Umgebung.
     
  • Jana20
    Jana20 (20)
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    26 Juni 2018
    #15
    Das ist das Beste. Und glaub mir, dass sagt Dir jemand, der in einer "Probleme verdrängen" Weltmeisterschaft, mühelos einen der vorderen Plätze belegen würde.
    Aber das bringt alles nichts und die Probleme potenzieren sich unendlich und irgendwann kommen dann solche Ausbrüche.
    Und auf Dauer kann es auch gesundheitlich, über dass Seelische hinaus, richtig problematisch werden.
     
  • Mr. L*
    Mr. L* (43)
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    26 Juni 2018
    #16
    Wenn Du bereit bist, Dich der Therapie zu öffnen, dann schon!

    Bei mir gab es eine Situation vor dem Tod meiner Frau, die mich auch nach ihrem Tod noch sehr belastet hatte und meine Psychologin hat mittels EMDR, einer Therapiemethode, von der ich zunächst nicht gedacht hätte, daß sie etwas bringt, geschafft, daß mich diese spezielle Situation nun nicht mehr belastet.

    Auch, wenn ich am Anfang sehr skeptisch dieser Methode gegenüber war, ich habe mich den Übungen wirklich geöffnet und es passieren lassen und das Ergebnis hätte ich zuvor wirklich nicht für möglich gehalten!

    Also ja! Wenn Du bereit bist, Dich auf die Therapie wirklich offen und bereitwillig einzulassen, ist es durchaus möglich, daß es bald nicht mehr so schlimm ist und je offener Du bereit bist mitzuwirken, desto größer werden, vermutlich auch bei Dir, die Erfolge sein.

    Letzten Endes sollte man eine Sache bei einer Therapie nicht vergessen, man macht sie für sich selbst und nicht für den Therapeuten oder irgendwen anderes, denn der Therapeut bekommt sein Geld so oder so, aber der Erfolg kommt nur, wenn man auch bereit ist, die vom Therapeuten aufgezeigten Wege selbst zu gehen, denn diesen Weg kann einem niemand anderes abnehmen, den kann man nur selbst gehen, wenngleich es nicht zwingend alleine sein muß, falls z.B. eine andere Person die gleiche Trauer empfindet oder beispielsweise ein Partner oder anderweitiger Angehöriger einen unterstützt.

    In letztem Punkt sollte aber nicht vergessen werden, daß jeder Mensch anders trauert und das, was für einen selbst der richtige Weg ist, nicht zwangsläufig auch für einen Mittrauernden der richtige Weg sein muß, sondern dieser vielleicht (auch erst nach einer gewissen gemeinsamen Teilstrecke) eine andere Herangehensweise für sich als besser empfinden mag.

    Auch spielt, denke ich das Verhältnis zum verlorenen Menschen eine große Rolle...

    Geschwister, Kinder, Eltern, Partner,... sicherlich hat jeder einzelne der Genannten die verstorbene Person geliebt, aber halt auf eine andere Art und Weise und deshalb wird die Art der Trauer und des Verlustes z.B. bei jemand, der sein (Geschwister)kind verloren hat eine andere sein, als bei dem Lebenspartner oder der Lebenspartnerin der / des Verstorbenen, da es in zuletzt genannter Form der Beziehung im Regelfall halt noch ganz andere Formen der Zuneigung und Geborgenheit gab, die nun wegfallen und damit ist nicht ausschließlich Sex gemeint, man läßt sich beim Partner ja schließlich auch ganz anders fallen, als bei guten Freunden oder den Eltern...
     
  • Jana20
    Jana20 (20)
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    26 Juni 2018
    #17
    Ich habe, vor einigen Monaten, meinen Papa verloren, der für mich der wichtigste Mensch auf der ganzen Welt war.
    Und ich habe die Trauer auch nicht zugelassen und wollte das nicht wahr haben.
    Ich wollte nicht begreifen und nicht akzeptieren, weil ich dachte das halte ich nicht aus und zerspringe, in 1000 Teile.
    Aber zur Zeit habe ich auch einen gewaltigen Berg von Gefühlschaos und Problemen, die daraus resultieren, dass ich die Wirklichkeit ausgeblendet habe.

    Irgendwann kommt der Bumerang zurück, den ich so weit wegwerfen wollte, dass er es vielleicht doch nicht zurück schafft.
    Ich habe mir jetzt aber auch Hilfe organisiert. Auf einen Termin wartet man lange, aber es gibt auch ehrenamtliche Vereine und Gruppen, wo man seine Sorgen besprechen kann.
    Man muss es nur zulassen, auch wenn das sehr schwer ist.
     
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  • Mr.630
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    26 Juni 2018
    #18
    Ja sicher hat ich auch schon solche Zeiten in welchen scheinbar alles im Leben versucht einen zu zerstören und man nur noch traurig ist.

    Also ganz ehrlich, meistens konnte ich an den Ursachen nichts ändern und das einzige was dan hilft ist Zeit.
     

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