• Niki3k
    Niki3k (21)
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    16 Juli 2020
    #1

    Innerer Konflikt: Was möchte ich eigentlich?

    Manchmal bin ich von mir selbst verwirrt, und zur Zeit ist das mal wieder der Fall. Es herrscht ein inneres Hin-und-Her zwischen zwei Seiten in mir:

    Die eine Seite wünscht sich sehnlichst eine Freundin, damit ich jemanden habe, dem ich nahe sein kann. Ich habe auch ein sehr großes Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Berührungen, welches ich zurzeit einfach nicht erfüllen kann.

    Die andere Seite wünscht sich Stabilität, und zwar immer. Sie möchte kein Chaos, keine plötzlichen Änderungen, und vor allem nichts, was mich von meiner Arbeit (sprich: Studium) ablenkt. Eine Beziehung würde mich selbstverständlich ablenken (wobei das natürlich keine schlechte Art von Ablenkung sein muss), dementsprechend stehen die beiden Seiten in einem Konflikt.

    Schon immer konnte ich nur die zweite Seite mit relativer Leichtigkeit zufriedenstellen. Ich bin von Natur aus einfach ein Arbeitstier, und fühle mich quasi in meinem Element, wenn ich arbeite oder lerne. Ich hatte ein paar kurze Zwischenphasen, in denen die erste Seite ein wenig Hoffnung auf Erfüllung kriegen konnte, aber das war nichts großes, und vor allem sind besagte Hoffnungen nie erfüllt worden.
    Am liebsten möchte ich beide Seiten zufriedenstellen, aber ich bin ratlos, wenn es darum geht, wie ich das anstellen soll. Was davon möchte ich wirklich? Sollte ich die erste Seite einfach komplett ignorieren, weil sie mir eh nur Probleme bereitet? Ich würde mich über eure Ratschläge freuen.
     
  • xylo25
    xylo25 (36)
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    16 Juli 2020
    #2
    Ich verstehe nicht weshalb das eine sich aufs andere auswirken muss.
     
  • User 171033
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    16 Juli 2020
    #3
    Auch mein Gedanke.
    Glaubst du denn wirklich, dass diese Abermillionen Menschen in festen Beziehungen die anderen Aspekte ihres Lebens nicht in Griff haben?
    Wie machen das dann Vollzeit arbeitende Eltern?
    Beides muss doch einander gar nicht ausschließen, sondern kann sich wunderbar ergänzen, und für einander Unterstützung bedeuten!?
     
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  • Armorika
    Armorika (40)
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    16 Juli 2020
    #4
    Falls das Bezüge zu den psychischen Problemen hat, die Du gerade bearbeitest: das können wir hier natürlich nicht so berücksichtigen, wie es dann wahrscheinlich notwendig wäre.

    Aus meiner Sicht muss sich das überhaupt nicht widersprechen.
    Und sich nur auf die Stabilität zu konzentrieren ist auch ziemlich naiv- so läuft Leben einfach nicht und vieles können wir nicht beeinflussen, das Leben passiert einfach und stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen.

    Gerade da kann Partnerschaft genau das sein, was Du ihr jetzt absprichst: sie kann Stabilität und Sicherheit geben, sie kann das sein, auf das man sich verlassen kann, das, was Halt gibt.

    Wenn Du Dich mal umschaust, wird Dir ja auch auffallen, dass auch Menschen, die sehr erfolgreich sind, die in ihrem Beruf/ihrer Familie/einer Leidenschaft aufgehen und viel arbeiten Beziehungen haben.

    Glücklicherweise, sonst wären mein Mann und ich nicht zusammen.
     
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  • Niki3k
    Niki3k (21)
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    16 Juli 2020
    #5
    Vielleicht habe ich mich schlecht ausgedrückt. Ich will nicht sagen, dass Beziehung und Beruf sich gegenseitig ausschließen und ich mich für eines von beiden entscheiden muss.
    Ich meine es so: Ich habe Schwierigkeiten, eine Beziehung zu finden und frage mich, ob es Sinn macht, überhaupt die ganze Energie da reinzustecken, wenn mit großer Wahrscheinlichkeit nichts bei rumkommt. Demnach wäre es ja eine Möglichkeit, mich voll und ganz auf mein Studium zu konzentrieren und den Beziehungskram zu vergessen. Wenn ich das jedoch tue (und so ist das zur Zeit), stelle ich regelmäßig fest, dass ich mich einsam fühle, nach Nähe sehe und ja eigentlich doch eine Beziehung will. Am nächsten Tag sehe ich das wiederum ganz anders und denke mir: "Wofür will ich denn ne Beziehung? Das Studium an sich macht doch total Spaß!"

    Die Gedanken wechseln also sehr häufig und das verwirrt mich einfach.
     
  • User 162074
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    16 Juli 2020
    #6
    Ich habe deine anderen Beiträge schon gelesen. Dieser spiegelt eigentlich nur wieder deinen inneren Kampf mit dir selbst wider. Es dreht sich im Grunde um das selbe: du bist mit dir und deiner Lebenssituation nicht im Einklang.
    Eine Beziehung wird dir nicht das geben was du suchst, denn das musst du erst einmal in dir selbst finden. Natürlich verstehe ich den Wunsch nach einer glücklichen Beziehung. Jedoch spielt mMn bei dir eher dein Gefühl der Einsamkeit eine Rolle und das wird dir keine Partnerin dieser Welt geben können, so lange du mir dr selbst nicht im Einklang bist.
    Du bist noch jung. Gib dir Zeit, nimm das Leben lockerer. Finde vor allem heraus, was dich erfüllt (nicht auf eine Beziehung bezogen), was für ein Mensch du sein willst und wie du mit dir selbst in Einklang kommst. Erst dann wirst du jemanden finden, der zu dir passt, für den du dich nicht anpassen musst, sodass du nicht das Gefühl bekommst, dass eine Beziehung zu viel Energie kostet.
    Genieße das Leben und vieles wird sich von selbst geben. Du wirst selbst merken, wann du an dem Punkt bist bereit für eine Beziehung zu sein. Es bringt nichts, das erzwingen zu wollen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Juli 2020
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    vergeben und glücklich
    16 Juli 2020
    #7
    Stelle einfach mal den Gedanken ab eine Freundin suchen zu müssen. Lebe dein Leben, genieße es und dann kommt das doch meist ganz von alleine. Wenn du immer suchst, bzw. bei jedem Mädchen/ Frau überlegst, ob sie jetzt Freundinnenpotential ist, wirst du dir immer wieder konkrete Hoffnungen machen und somit öfter enttäuscht.
    Vertraue doch mal darauf, dass die Richtige schon zum richtigen Zeitpunkt in dein Leben tritt. Umso schöner ist es dann
     
  • Niki3k
    Niki3k (21)
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    17 Juli 2020
    #8
    Ja, damit bringst du es auf den Punkt.
    Ja, das denke ich auch bzw. mein Arbeits-Ich. Also dass es ein naiver Wunsch ist.
    Das Problem, was ich mit dem Ratschlag „Gib dir Zeit, du bist noch jung“ habe, ist, dass er sehr vage ist. Ich will nicht sagen, dass er nicht seinen Nutzen hat, aber zumindest ich kann in meiner Situation damit nicht so viel anfangen. Ich bin schon seit einigen Jahren an einer Freundin interessiert und habe mir viel Zeit dafür gegeben; viel geändert hat sich jedoch nicht (außer mir selbst). Irgendwann fällt das „du bist noch jung“ auch weg, und davor habe ich Angst. Viele Leute in meinem Alter (und jünger) haben schon Beziehungen, darunter auch stabile.
    Ich weiß schon, was mich erfüllt: An Problemen arbeiten, um diese zu lösen, und damit Leute glücklicher zu machen. Das kann was kleines sein, wie ein technisches Problem im Haushalt, oder eben etwas größeres wie ein Forschungsprojekt (falls ich in die Richtung gehen sollte).
    Was für ein Mensch ich sein will, weiß ich weniger. Ich denke, sowas entwickelt sich einfach mit der Zeit.
    Wie ich mit mir selber in Einklang komme, weiß ich gar nicht, deshalb auch dieser Thread.

    Ich habe auch nochmal ein wenig drüber nachgedacht, und ich denke, dass der Wunsch nach einer vollständigen Beziehung gar nicht so stark ist, sondern mehr das sexuelle Verlangen und der Wunsch nach Zweisamkeit. Ich möchte das Gefühl haben, von einem Mädchen/einer Frau attraktiv gefunden zu werden und deshalb körperlich intim werden - damit meine ich nicht mal explizit Sex, sondern auch einfach nur kuscheln oder küssen. Ich suche noch nicht nach der Liebe meines Lebens, dafür habe ich tatsächlich noch viel Zeit :smile:

    Ja, das ist wahrscheinlich keine schlechte Idee. Es würde mich halt freuen, wenn wenigstens ein Mädchen mal Interesse an mir zeigen würde. Dann wüsste ich zumindest, dass bei mir noch nicht Hopfen und Malz verloren sind.
     
  • Geo3412
    Geo3412 (26)
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    17 Juli 2020
    #9
    Darauf zu vertrauen, dass die richtige Frau irgendwann kommt, halte ich für keine gute Idee, weil dann wird genau gar nichts passieren.
    Zeigst du denn im Gegenzug dein Interesse an einer Frau oder muss die Frau immer in Vorleistung gehen?
     
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  • User 171033
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    17 Juli 2020
    #10
    Niki3k, danke für deine Erläuterung.

    Meine persönliche Erfahrung und Beobachtungen im Freundeskreis (und dort gab es einige junge Männer, denen es nicht so unähnlich wie dir ging) macht es keinen Sinn, sich aktiv eine wie auch immer geartete Beziehung herbei zu arbeiten.

    Wenn du generell offen für Kontakte bist, und dich ernsthaft für Menschen interessierst (also zumindest für die, die dir in irgend einer Weise bereichernd, spannend, inspirierend vorkommen), dann interessiere dich aufrichtig für sie, und zeige das. Komm ins Gespräch. Lerne, wie du mit Zugänglichkeit umgehst. Und finde Zugang.
    Dann ergibt sich alles andere von selbst.
    Das braucht weder extra Anstrengung, noch extra Zeit. Es erfordert nur ein Loslassen. Ein Vertrauen darin, dass du nichts falsch machen kannst, wenn du mal jemanden nett anlächelst, oder ein freundliches Wort sagst.
    200 Menschen werden dich nahezu ignorieren.
    Mit 100 Menschen wirst du vielleicht einen Blick oder einen kurzen Satz wechseln, mit zehn davon wird sich daraus ein spannendes Gespräch ausbauen, mit dreien davon bleibst du im Kontakt, und bei einer landest du vielleicht nicht in der Friend-Zone.
    Du solltest loslassen. Beiß dich nicht mit Gedanken daran fest, zerdenke es nicht, sondern lass dich einfach mal treiben.
    Es ergibt sich!

    Off-Topic:
    Ich habe deine anderen Threads/Beiträge noch nicht gelesen, werde das aber die Tage mal nachholen. Vielleicht kann ich dann nützlicher sein, weil ich den Haken gefunden habe...
     
  • User 162074
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    17 Juli 2020
    #11
    Ich habe nie gesagt, dass der Wunsch naiv wäre und ich denke auch du solltest das so nicht sehen. Er sollte nur nicht dein Lebensinhalt sein.
    Zwischen "etwas erzwingen wollen" und "nichts tun" liegen nochmal Welten. Natürlich sollte man nicht Däumchen drehen und hoffen dass das Glück an der Tür klingelt. Sprich: Wenn du jemanden interessant findest musst du es demjenigen schon zeigen, denn ansonsten wird er/sie es nie erfahren. Jedoch sollte man eben auch nicht zwanghaft nach etwas suchen, was man nicht erzwingen kann. Was ich also vor allem mit meinem erste Beitrag meine: wenn du dich mehr zurücklehnst und es laufen lässt, erkennst du auch schneller Momente, die für dich eine Chance darstellen um jemanden kennenzulernen. Jedoch denke ich, dass dein eigentliches Problem im Moment noch woanders liegt (du darfst mich gerne korrigeren und ich will dir damit nur helfen und dir nicht zu nahe treten). Ich versuche es hier drunter zu erläutern.
    Der Satz spiegelt es eigentlich ganz gut wider. Dich erfüllt es andere Menschn glücklich zu machen indem du ihre Probleme löst. Versteh mich nicht falsch, sehr löblich und ich kenne das selbst auch. Nur birgt das die Gefahr, dass du dein eigenes Glück von anderen abhängig machst, da du dich wertgeschätzt fühlst, wenn es andere tun. Daher meine Fragen: weißt du was du an dir selbst wertschätzt, ganz unabhängig davon was andere darüber denken? Was tust du nur für dich selbst, weil es dich glücklich macht?
    Ja da hast du recht. Nur du musst dazu dein Auge nach innen richten und nicht nach Außen. Und hier kommen wir auf die Beziehungsfrage zurück. Wenn du weißt, was du an dir selbst schätzt, was dich glücklich macht und ungefähr weißt, was für ein Mensch du bist, wirst du auch eher jemanden finden der zu dir passt. Denn jemand, der das nicht weißt und eigentlich in dem Partner sucht, was er nicht erfüllen kann, strahlt das auch aus.
    Das sind im Grunde zwei unterschiedliche Aspekte. Auch hier lese ich heraus, dass du von einer Frau Wertschätzung erfahren willst (also toll, attraktiv gefunden werden) damit du dich selbst gut fühlst. Nur stell dir mal vor, du beginnst was lockeres und machst deine (ersten) Erfahrungen mit einer Frau, die du nicht wirklich kennst und das ganze läuft schief. Du erfährst dann nicht die Bestätigung, die du suchst sondern erfährst das Gegenteil. Wenn du dann da deinen Selbstwert abhängig von machst, macht dich das noch viel unsicherer.
    Naürlich bringt eine Beziehung mit sich geliebt zu werden und attraktiv gefunden zu werden (im optimalen Fall). Jedoch sollte das nicht der Anspruch sein, wieso man eine Beziehung haben will.

    Versteh mich nicht falsch. Ich will dir gar nicht absprechen, jemanden passenden zu suchen (ob nun auf lockerer Basis oder für eine Beziehung), denn von nichts kommt natürlich auch nichts. Ich will dir nur mitgeben, dass du ein liebenswerter und toller Mensch bist auch ohne Beziehung (ganz egal wie weit andere in deinem Alter schon sind). Wenn du das fühlst und lebst wirst du eher jemanden finden, der zu dir passt und du in einer Beziehung das finden was du dir wünschst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Juli 2020
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    17 Juli 2020
    #12
    Wenn mich ein Mädchen wirklich neugierig macht, weil sie interessant wirkt, versuche ich schon, mit ihr in Kontakt zu treten. Das ist halt nicht immer ganz einfach. Leider passiert es einfach nicht sehr häufig, dass ich mich wirklich für ein Mädchen interessiere. Ich war in meiner Jugend nur einmal wirklich verliebt, das war ein intensives Gefühl.
    Klar, manchmal sehe ich vielleicht ein Mädchen auf der Straße und denke, "die ist ja süß" oder "voll mein Typ," oder sowas. Aber tiefes Interesse ist das natürlich nicht. Wer Mut hat, kann sie dann trotzdem ansprechen, aber so weit bin ich einfach noch nicht.
    Den Teil verstehe ich nicht ganz. Wie lasse ich mich treiben? Das Beste, was ich in der Hinsicht tun kann, ist, mich voll und ganz auf mein Studium zu konzentrieren. Das tue ich aber bereits und trotzdem überwältigen mich diese Gedanken regelmäßig...

    Mein Arbeits-Ich meint, dass ich für eine Beziehung nicht bereit bin, und dass das nicht der richtige Weg ist, meine Bedürfnisse zu erfüllen. Deshalb bewertet es den Wunsch als naiv. Aber stimmt, es klang so, als hätte ich dir Worte in den Mund gelegt. Das war natürlich nicht meine Absicht.

    Da hast du recht, das mache ich tatsächlich. Ich bin auch ein Perfektionist und nichts erfüllt mich mehr, als von jemandem durch Lob, Komplimente oder schlichte Aufmerksamkeit belohnt zu werden.

    Schwierige Frage. Wenn, dann geht alles eher in die berufliche Richtung, also dass ich z.B. gut Probleme lösen kann (hatten wir ja schon :grin:), schnell Neues lerne, mir Dinge gut selbst beibringen kann.

    Tatsächlich tue ich das meiste für mich selbst. Selbst das Studium mache ich, weil ich Lust drauf hab und es mich glücklich macht (und natürlich um einen guten Job zu finden, da schlage ich halt zwei Fliegen mit einer Klatsche). Ich mag das Gefühl, produktiv und auf einem guten Weg zu sein, weshalb ich i.d.R. auch viel Motivation fürs Studium aufbringen kann. Ähnlich ist es beim Klavierspielen oder Fotografieren.

    Das ist ein guter Punkt, an dem ich tatsächlich schon gearbeitet habe. Bei dem Mädchen, in das ich verliebt war, gab es die ein oder andere Eigenschaft, bei der ich dachte “Wow, die macht das echt gut, ich wünschte, ich könnte das auch so”. Ein konkretes Beispiel wäre, dass sie stets dafür gesorgt hat, dass ihre Bedürfnisse erkannt und berücksichtigt werden. Das fand ich attraktiv und habe deshalb angefangen, auch mehr Rücksicht auf meine Bedürfnisse zu nehmen.

    Also um es zusammenzufassen, ist mein Problem, dass ich nicht genug Mädchen kennenlerne, um mich zu verlieben. Ohne Verliebtheit bzw. Interesse gibt es keinen starken Grund zu handeln, aber da die Bedürfnisse nicht verschwinden, wünsche ich mir trotzdem eine Beziehung. Hauptgrund dafür, dass ich nicht genug Mädchen kennenlerne, ist, dass ich durch mangelndes Selbstwertgefühl auf Bestätigung von außen angewiesen bin, die ich - zumindest im Bereich Dating - nicht erhalte. Kommt das hin?

    Und sorry, dass die Antwort so lang geworden ist ^^’
     
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    18 Juli 2020
    #13
    Ich hoffe, mir gelingt, das zu erläutern:
    Ich meine nicht: Ein sich völliges Abwenden von den Möglichkeiten, jemanden kennen zu lernen, und die Sehnsucht nach Nähe wegzuschieben. Ich meine, beim in-Kontakt-Treten unverkrampft und nicht von vorn herein auf ein bestimmtes Ziel fokusiert zu sein.
    Im Grunde sagst du es selbst schon.
    Ich kann dich, denke ich, durchaus nachvollziehen. Nur selten umgibt eine Person eine so besondere "Aura", oder Ausstrahlung, dass sie von vorn herein faszinierend ist. Und das ist auch gar nicht schlimm. Und gerade die Leute mit einer solchen Aura wirken dann oft wieder einschüchternd, weil man gern mal meint, ihnen nicht gerecht werden zu können.

    Ich plaudere mal aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz:
    Ich hatte das große Glück, als Studentin eine Weile als Promoterin arbeiten zu dürfen. Das hat bedeutet: Sehr offensives, kokettes Zugehen auf Leute, diese lesen lernen, achten lernen, auf ihre Reaktionen eingehen. Zu Beginn musste ich mich massiv winden und anstrengen, weil es eigentlich wider meine Natur ist. Dann haben wir ein Spiel daraus gemacht. Eigentlich einen Wettbewerb, bei dem es auch um messbaren Erfolg unserer Promo-Maßnahmen ging. Ich wollte gut darin sein, wofür ich viel Kohle verdient habe. Zuerst (ich meine, nur wenige Stunden) haben wir uns ganz plump im Smalltalk geübt, uns an den Leuten ausprobiert, genervte Absagen und Ignoranz kassiert. Dann hatten wir so viel "Masse" gesammelt, dass wir stumpf genug Absagen gut wegstecken konnten. Keine Sorgen mehr vor Zurückweisung, weil sie einfach keine Konsequenzen hatte. Und damit war der Knoten geplatzt! Plötzlich ist es uns gelungen, charmant zu sein, zu schäkern, zu lachen, die richtige individuelle Ansprache zu finden- weil wir unverkrampft waren. Wir waren intrinsisch motiviert, uns mit Leichtigkeit auszuprobieren, ohne eine konkrete Erwartungshaltung an das Gegenüber, und somit ohne die Möglichkeit, enttäuscht zu werden.
    Das ist dieses treiben Lassen, von dem ich spreche.
    Der Erfolg ist uns regelrecht zugeflogen. Wir haben Interesse geweckt und waren anziehend. Die Leute sind zu uns gekommen.
    Und das hat sich ebenso privat fortgesetzt und ausgewirkt. Ich brauche keine Anstrengung mehr investieren, Leute, und zwar die richtigen Leute, kennen zu lernen. Weil es ein wechselseitiges, intuitives sich Finden und sich Erkennen geworden ist. Einfach, weil ich geübt habe, Leute zu lesen, und zugelassen habe, dass ich in Kontakt mit ihnen trete, ohne irgendeine Erwartungshaltung (also in deinem Fall vielleicht: "Das Mädchen gefällt mir optisch, aber sie scheint fad zu sein.", oder: "Wow, das Mädchen ist toll. Das schüchtert mich ein.", oder: "Das Mädchen ist voll uninteressant. Die brauche ich nicht ansprechen. Gibt mir eh nix.", oder: "Die hat mich angesehen. Egal. In ner Woche starten die Klausuren."...)
    Also:
    • Wenn du dich frei machst von Erwartungshaltung an dein Gegenüber
    • Wenn deine einzige Erwartungshaltung an dich ist, mit Abweisung gelassen umzugehen
    dann kommt auch die Bestätigung, die du derzeit noch aktiv suchst, von ganz allein. Aber nicht im Sinne dessen, dass dein Ego wächst, weil du dich ganz besonders interessant oder erkannt oder gar nützlich finden darfst, sondern dass du die Leute tatsächlich kennenlernst, die bereichernd für dich sind, und die dir gut tun.
    Damit kommt man halt auch einfach mal ins Quatschen, des Quatschens wegen. Und es ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Korrespondenz, die unverkrampft und nicht von vorn herein zielorientiert ist.
    Off-Topic:
    Sorry, ist lang geworden. Und ich bin nicht sicher, ob ich den Kern verständlich transportieren konnte.
     
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  • Niki3k
    Niki3k (21)
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    18 Juli 2020
    #14
    Ich glaube, ich habe es jetzt besser verstanden, dank deinem Beispiel. Ich sollte also das Ergebnis einer Interaktion (mit einem Mädchen) möglichst wenig werten, es stattdessen mehr als Übung nutzen und daraus lernen, was gut ankommt und was nicht. Auf logischer Ebene verstehe ich das und halte das auch für sehr sinnvoll. Ich finde es nur schwer, es praktisch umzusetzen. Ich weiß nicht, was mir da fehlt. Mut? Motivation? Optionen? Das ist vielleicht auch etwas, was ich besser in der Therapie angehen kann.

    Wo meint ihr denn, findet man am besten “potentiell interessante” Mädchen/Frauen? Klar hängt das auch daran ab, woran ich interessiert bin. Grundsätzlich mag ich künstlerische Personen total, die gerne Zeit alleine verbringen, um an ihrem Hobby (sei es malen, zeichnen, basteln, etc.) zu arbeiten, und ein gutes Auge für Details haben. Denn das scheint ja meine Haupt-Baustelle zu sein: Dass ich keine kennenlerne, in die ich mich überhaupt mal vergucken könnte (das wäre eine schöne Abwechslung von meinem eher monotonen Gefühlsleben zur Zeit). Danach kommen natürlich noch andere Baustellen, aber one step at a time, wie man so schön sagt :grin:
     
  • montagfreitag
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    19 Juli 2020
    #15
    Spontan fallen mir da auf deine Beschreibung zwei ein, die ich zum einen beim Unisport (Badminton), zum anderen beim FSJ kennengelernt habe.
    Aber davon abgesehen: Prinzipiell überall. Für mich eignen sich aber am besten solche Gelegenheiten, wo man sich regelmäßig sieht und erstmal Zeit hat, den anderen "auf neutralem Boden" kennenzulernen (in Univeranstaltungen, beim Unisport, in Vereinen, im Ehrenamt, ...). Entgegen dieser Aussage habe ich meine jetzige und erste F+/Freundin/Beziehungsstatus ungeklärt in einem Club kennengelernt.

    Mit Jodel habe ich auch ganz gute Erfahrungen gemacht (zumindest, wenn du ein bisschen kreativ bist, nicht needy wirkst und eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringst - aber das trifft ja eigentlich auf alle Situationen zu :zwinker: ).

    Was mir nichts gebracht hat, waren Dating-Apps. Fairerweise muss ich sagen, dass ich das auch nie "ernsthaft" betrieben habe :grin:

    Am Ende kannst du machen, was du willst - ein bisschen Zufall und Glück beim Timing ist immer dabei. Wäre Corona nicht gewesen, hätte ich mein jetziges Mädel nie wiedergesehen. Wäre mein bester Freund nicht von seiner Mutter gerufen wurden und hätte mir sein Handy gegeben, hätte er heute keine Beziehung, die seit 5 Jahren anhält.
     
    • Lieb Lieb x 1
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    Niki3k (21)
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    19 Juli 2020
    #16
    Sorry, dass ich da so nachhake, aber ich frag mich immer, wie man bei sowas jemanden kennenlernt. Würde ich sowas machen, würde ich vermutlich alleine in einer Ecke stehen und hoffen, dass es bald vorbei ist. Nichtmal mit Absicht, sondern einfach, weil sich das so ergibt :schuettel:

    Die habe ich durch meine Online Dating-Erfahrung sehr gut trainieren können :grin:

    So ein Glück hatte ich bisher noch nicht, aber ich werd Ausschau halten :zwinker:
     
  • montagfreitag
    Verbringt hier viel Zeit
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    19 Juli 2020
    #17
    Naja, du musst auch schon mal etwas aktiv werden (egal, ob jetzt Partnersuche oder eben freundschaftliche Kontakte) :zwinker:
    Die vom Badminton habe ich konkret so kennengelernt, dass ich, als ich zum ersten Mal dort war, keinen Badmintonschläger hatte und in der Gruppe, wo sie mit dabei stand, nach einem gefragt habe. Sie hat mir dann einen gegeben und wir sind nach dem Training noch ins Gespräch gekommen. Seitdem hat sie mir immer ihren Schläger mitgebracht und wir waren auch mal zusammen essen bzw im Freiluftkino.
    Beim FSJ war man eigentlich mit fast jedem mal in Kontakt. Sie war aus einer anderen Seminargruppe und ich habe sie auf einem Seminar, wo wir alle zusammen waren, einfach angequatscht. Wir haben dann zwei Abende durchgequatscht und festgestellt, dass wir in die gleiche Unistadt gehen. Dort hatten wir auch oft Kontakt (Mensa, Quiz, ...).

    Was Dating angeht, hat Lotusknospe vor ein paar Jahren in diesem Thread einen sehr hilfreichen Beitrag formuliert, den ich dir hier einfach mal zitiere:
     
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  • User 172046
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    vergeben und glücklich
    19 Juli 2020
    #18
    Muss es denn gleich eine Beziehung sein?
    Jetzt mit Corona ist es natürlich total unwahrscheinlich, dass sowas stattfindet, aber wenn es dir nur um Nähe geht gibt es z.B. auch in vielen Städten Kuschelparties.

    Und Leute zum quatschen findet man quasi überall. Hilfsbereitschaft war da bei mir ein tolles Tool. Andere um Hilfe zu bitten verbindet genauso, wie anderen Hilfe anzubieten.
    Was Technik angeht kannst du dich da sicher gut einbringen.
    Und irgendwann wird das halt eine Freundschaft oder nicht, das merkt man dann irgendwann, wenn man mehr miteinander zu tun hatte oder mal was miteinander gemacht hat.

    Ich würde dir raten, dich einfach mal durchzuprobieren, wo und mit wem du so klarkommst.
    Wenn du mehr Menschen nahe stehst, erübrigt sich dein extrem starker Wunsch nach einer Beziehung vielleicht auch von selbst - und wenn nicht, weißt du zumindest, wo du mit deiner Suche anfangen kannst.
     
  • Niki3k
    Niki3k (21)
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    20 Juli 2020
    #19
    Nein, nicht unbedingt. Ich möchte nur das Gefühl haben, dass ich in dem Bereich Liebe & Beziehung nicht stagniere. Zur Zeit tue ich das, finde ich, da einfach nix passiert. Dazu kommt noch das mit dem Wunsch/Verlangen, sexuell attraktiv gefunden zu werden, da ist auch nicht direkt eine Beziehung notwendig. Nur ist eine Beziehung in der Regel der Einstieg in das ganze Gedöns, also denke ich primär daran.

    Davon habe ich auch schon mal gehört, ist eine nette Idee. Mein Ding ist es jedoch nicht, da ich die Person schon ein bisschen persönlich kennen möchte.

    Ja, das stimmt. Leider fragt mich niemand :frown: Beziehungsweise könnte ich mir auch keine Situation vorstellen, in der es möglich ist zu helfen oder zu fragen. Es redet ja niemand mit mir an der Uni :cry: Ich glaube, ich habe durch meinen Erfahrungsmangel eine schlechte Vorstellung davon, was für (soziale) Situationen im Alltag überhaupt möglich sind.

    Wie viele Leute wären denn "mehr"? Zur Zeit habe ich nur 2 Kontakte, und absolut null Ahnung wie ich noch weitere kriegen soll. Mich macht das irgendwie total fertig, weil die meisten anderen damit kein Problem zu haben scheinen :schuettel:

    Nochmal ne andere Frage (die auch dazu passt): Meint ihr, es geht einfacher, wenn ich ausziehe? Zur Zeit lebe ich noch bei meinen Eltern, was zwar praktisch ist, aber durch die Entfernung zur Uni (1 Stunde mit der Bahn) nicht optimal ist. Was sind eure Erfahrungen da?
     
  • User 172046
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    20 Juli 2020
    #20
    Ich hab mir das auch alles mühsam erarbeitet. Manche Menschen müssen das vielleicht und da sind mehr bei, als du denkst.
    Irgendwann lernt jeder Mensch, auch sowas, und manche halt erst etwas später.
    Sich selbst niedermachen ist keine gute Motivation, sich etwas zu trauen.

    Dann biete es doch einfach so mal an. Oder frag einfach jemanden, z.B. wenn du etwas nicht verstanden hast, zu etwas Unterlagen brauchst, mal nicht zur Vorlesung kannst...
    Finde eine Gemeinsamkeit zu deinem Gegenüber und sprich es darauf an.

    Dann rede du mit den anderen. Das wird x Mal daneben gehen und du wirst dir vorkommen wie bestellt und nicht abgeholt oder der Trottel vom Lande. Aus Fehlern lernt man, das wird mit der Übung besser.

    Ansonsten schau doch einfach mal, wie andere so miteinander umgehen. Da gibt es bestimmt auch Ideen.
     

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