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  • unbekannte
    unbekannte (35)
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    10 November 2005
    #1

    Inzest-Fall

    wie schon vor geraumer zeit im news bereich unter Anwalt will Inzestverbot abschaffen


    jetzt hier ne umfrage da es ja wieder aktuell wurde


    so wie ich das verstanden hab sind die nichtmal richtige geschwister sondern der junge wurde adoptiert ist aber wieder früh zu seinen eltern zurück und hat seine "schwester" erst gesehen als er sich in sie verliebte

    ist das dann inzest?

    aber es war da auch die rede von das zwei der vier kinder krank sind und das wäre ja nicht der fall wenn der bruder nur adoptiert wäre

    also erstmal weis jemand genauer wie die zueinander stehen?

    und zum zweiten wie denkt ihr über inzest?

    ich denke bei dem wort inzest auomatisch an etwas schlimmes aber in frankreich ist es zb nix schlimmes ist das bei uns nur eine sperre im kopf?
     
  • ericstar
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    10 November 2005
    #2
    ich denke das muss jeder für sich selbst wissen. es schadet ja keinem, die betroffenen werden bei bekanntwerden ihrer beziehung sowieso geügend probleme mit ihrem umfeld bekommen.
    solange die paare keine kinder bekommen ist das in ordnung wir leben schließlich nicht mehr im mittelalter.
     
  • jochen998
    Gast
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    10 November 2005
    #3
    Die hohen Strafen gibt es deshalb, weil etwaige Kinder häufig Erbschäden davontragen. Der moralische Aspekt wird in diesem Fall/gesetz außer acht gelassen.

    Ich finde es sollte jedem selbst überlassen sein, wenn allerdings ein behindertes Kind entsteht sollten die Eltern wegen schwerer Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von nicht weniger als 3 Jahren verbüßen müssen.
     
  • nomoku
    nomoku (50)
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    nicht angegeben
    10 November 2005
    #4
    Hallo!

    Zu dem Thema habe ich eine schöne Zusammenfassung zum Thema gefunden:


    Darin kann man u.A. folgendes lesen:


    Zu den verschiedenen soziokulturellen Erklärungen, kommen auch noch diejenigen Theorien, die hauptsächlich auf evolutionsbiologischen Argumenten gründen. Da es jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengte, wenn ich diese Strömungen ebenfalls alle erwähnte, beschränke ich mich hier auf die kurze Besprechung eines auch immer wieder in den Sozialwissenschaften auftauchenden Arguments: die Inzuchtdepression als Grund für das Entstehen des Inzestverbots.
    Biologische Theorien betrachten eher die Folgen von Inzucht als von Inzest, denn sie legen sich auf die genetischen Folgen (Inzuchtdepression) fest und kümmern sich nicht um die sozialen Folgen (Bestrafung etc.). Es gibt Genetiker, die argumentieren, das Inzestverbot sei entstanden um die schädlichen Effekte von Inzucht verhindern. Es gibt zwar Völker, die glauben, Inzest rufe Missbildungen hervor, aber ebenso viele befürchten Missernten, Flutkatastrophen und Unfruchtbarkeit als Folge der Tat. Es scheint darum eher so, als ob nachträglich nach einer Erklärung für das Verbot gesucht wurde, dessen Sinn man nicht durchschaute (Bischof 1985:87).
    Inzucht führt dazu, dass rezessive Erbanlagen manifest werden. Das ist schlecht, wenn diese schädlich sind, aber gut, wenn sie Vorteile bringen. Inzucht ist also erbbiologisch betrachtet wertneutral (Bischof 1985:91). Kurzzeitig mag es einen Verlust an Nachkommen bedeuten - nicht lebensfähige Individuen sterben -, aber längerfristig werden so die negativen Erbanlagen eliminiert. Es also kommt auf das Ausgangspaar an.
    Die Gefahr, schädliche Erbanlagen in eine "reine" Familie einzubringen, wächst mit der Exogamie! Deshalb kann Inzuchtdepression nicht die Ursache der Exogamie und des Inzestverbots sein (Bischof 1985:92).

    Auch im Spiegel kann man entsprechendes lesen:

    [...]Verfolgt man die Kommentierung des Paragrafen 173, stößt man auf allerlei Merkwürdigkeiten. Im Leipziger Kommentar bezweifelt Karlhans Dippel, "was eigentlich die Strafvorschrift rechtfertigt", und plädiert dafür, sie zu streichen. Bei Tröndle/Fischer heißt es: "Eine Legitimation der Strafdrohung fällt schwer." Vor allem die Frage, welches Rechtsgut durch die Vorschrift eigentlich geschützt werden soll, plagt fast alle Kommentatoren.​
    aus: "Der Spiegel", Heft 44/2005 http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,382269,00.html

    und weiter:

    Selbst die im Volksglauben wurzelnde Furcht vor genetisch-biologischer Schädigung der Nachkommenschaft hat die naturwissenschaftliche Forschung schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts relativiert. Einen Beweis dafür, dass Inzest-Kinder von Eltern, deren Erbanlagen gesund sind, kränker seien oder eher geistig behindert als Kinder Nicht-Verwandter, gibt es nicht.[...]​
    aus: "Der Spiegel", Heft 44/2005 http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,382269,00.html

    Wenn niemand geschädigt wird, dann darf es auch keine Strafe geben. Ansonsten verstößt man gegen die Menschenrechte, die jedem Menschen eine freie Entfaltung seiner Persönlichkeit zusprechen.

    Problematisch ist, wie hierzulande damit umgegangen wird:

    2002 wurde er in Borna wegen 16 Fällen des Beischlafs mit seiner Schwester zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Da ihm kein Anwalt beigeordnet war, hatte er viel zu viel dahingeredet. Susan, noch nicht volljährig, blieb straffrei. Das Baby Erik kam in eine Pflegefamilie. Patrick: "Da wird dir irgendetwas aus dem Leben gerissen, was man halt irgendwo lieben tut. Das ist so, als wenn man einem ein Bein abhackt. So ist das."
    aus: "Der Spiegel", Heft 44/2005 http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,382269,00.html

    Aber es ist anscheinend nicht genug, dass Richter ohne Not die Kinder von den Eltern trennen. Bestimmte Presseorgane müssen anscheinend gegen Menschen hetzen, die eigentlich Niemandem geschadet haben:


    Dazu passt auch folgende Aussage des Spiegels:

    "Blutschande" - allein das Wort ist so fürchterlich wie "Rassenschande" - ist ein Tabu, eines der allerletzten wahrscheinlich.​
    aus: "Der Spiegel", Heft 44/2005 http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,382269,00.html

    Tschööö, nomoku
     
  • Altkanzler
    Altkanzler (39)
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    11 November 2005
    #5
    d.h. du verbiestest allen behinderten Menschen Kinder zu bekommen wg der Wahrscheinlichkeit eines ebenso behinderten kindes ?

    Du verbietest allen "normalen" Menschen ein behindertes Kind zur Welt zu bringen ?

    Warum ist es strafbar ein behindertes Kind in die Welt zu setzen ? machen wir schon eine eigene Auslese ? pfui !!
     
  • BadDragon
    BadDragon (41)
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    11 November 2005
    #6
    @nomoku: Mist, da warst schneller als ich :zwinker: dem ist dann auch nichts mehr hinzuzufügen.
     
  • User 12616
    User 12616 (29)
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    11 November 2005
    #7
    Ich finde das an sich nicht verwerflich.
    Ich weiß nun nicht, ob es wirklich wahrscheinlicher ist, dann ein behindertes Kind zu bekommen, daher würde ich sagen, solang sie keine Kinder kriegen, soll jeder lieben wen er mag.
     
  • kleinerschuft
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    11 November 2005
    #8
    Ich stimme Diotima zu. Solange es nur Sex ist geht es nur die beiden etwas an.
    Aber jeder sollte wissen, was passieren kann, wenn dabei ein Kind entsteht.

    Es geht NICHT darum, dass behinderte Menschen ein Kind zur Welt bringen oder das überhaupt ein behindertes Kind auf die Welt kommt.

    Ich finde es geht darum, das die möglichen Folgen einer Inzucht-Schwangerschaft aufgrund von Inzest eigentlich jedem bekannt sein sollten. Wer das dennoch risikiert hat Strafe verdient.

    Und in diesem speziellen Fall waren es sogar MEHRERE Kinder, die alle behindert sind. Also wirklich, wenn das einmal passiert - sowas kann vorkommen, auch wenn es doppelt tragisch ist. Aber MEHRMALS? *kopfschüttel*
     
  • unbekannte
    unbekannte (35)
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    11 November 2005
    #9

    ich dachte es waren zwei von 4 kindern behindert und das eine davon war nur unterentwickelt?

    ich find das trotzdem komisch weil mir so war als wäre der bruder adoptiert


    außerdem gab es ja die meinung von den ärzten die meinten das behinderungen zwar möglich sind aber die wahrscheinlichkeit sehr sehr gering sein soll
     
  • *lupus*
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    11 November 2005
    #10
    Ja er war tatsächlich adoptiert.

    Aber bei der Suche nach seiner leiblichen Mutter, lernte er dann auch seine leibliche Schwester kennen, die Mutter seiner Kinder.
    Da frage ich mich wirklich, wo der Spiegel das her hat.
    Selbst bei der Fortpflanzung von weniger eng verwandten Menschen (z. B. Cousin und Cousine) ist das Fehlbildungsrisiko erhöht.
     
  • jochen998
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    11 November 2005
    #11
    Das Kind wird mit einer großen Wahrscheinlichkeit behindert, wenn die Eltern Geschwister sind. Wenn die Geschwister dies billigend in Kauf nehmen, ist das für mich schon eine Art Körperverletzung.
     
  • bytemare
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    nicht angegeben
    11 November 2005
    #12
    das widerspricht aber dem was nomoku schrieb:

     
  • *lupus*
    *lupus* (42)
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    11 November 2005
    #13
    Deshalb habe ich mich ja auch schon gefragt, wo der Spiegel das bitte her hat.
    Stimmt nämlich nicht. :link:

    Frag mal einen Humangenetiker.
     
  • jochen998
    Gast
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    11 November 2005
    #14
    Dann schau dir doch mal die Inzest-Fälle an! Mindestens 50% der Kinder sind behindert. Das ist für mich schon ein Beweis, und das Gesetzt gibt es sicherlich nicht umsonst.
     
  • Altkanzler
    Altkanzler (39)
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    11 November 2005
    #15
    ich widersprech dir nicht, aber du hast meine Frage beantwortet nicht..

    Was machst du mit geistig oder körperlich behinderten die auch ein Kind wollen ? Was machst du wenn du und deine Frau / Freundin beim Arzt erzählt bekommt, dass ihr Träger einer genetischen Krankheit seit (aber keinen Phänotyp) und dass euer Kind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch krank sein kann ?

    aber darum geht es hier doch, es werden behinderte Kinder geboren...
    Auch in den oberen Fällen ist es möglich, es vorher zu wissen. Generell Menschen unter Strafe zu stellen, weil sie ein behindertes Kind zur Welt bringen veträgt sich einfach nicht mit meinem Weltbild....

    Damit wir uns nicht falsch verstehen, mir geht es nicht darum, Inzest zu propagieren, aber dass klar wird, dass ein einfachs Wegwischen bzw unter Strafe stellen nicht logisch ist.

    Bei nahverwandten ist das Genmaterial sich zu ähnlich, so dass die Gefahr eines genetischen Defekts immens höher ist. Eine reine Inzestgemeinschaft würde bald aussterben, da sie einen viel zu kleinen Genpool hat.

    Mich würde auch sehr interessieren, woher der Spiegel diese Behauptung hat - sie widerspricht allen biologischen Kenntnissen (jedenfalls meinen *g)

    Zu guter letzt noch eine Frage zum nachdenken:
    Warum sehen wir viele Formen der Sexualität als unverwerflich an (Homo- bzw. Heterosexualität), aber die Liebe zwischen Geschwistern ist uns ein kraus.... ?!
     
  • jochen998
    Gast
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    11 November 2005
    #16
    Ist in meinen Augen genauso, als wenn Geschwister Kinder zeugen.

    Dann sehe ich mich nach Alternativen um. Im schlimmsten Fall muss man eben auf Kinder verzichten.
     
  • unbekannte
    unbekannte (35)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
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    11 November 2005
    #17
    es gibt doch ein land wo nur nachkommen von schiffbrüchigen leben

    die leben da seit generationen aber da wird kaum von genschäden gesprochen

    allerdings hab ich gehört das in andorra viele menschen erbschädigungen haben bzw ihr aussehen unnatürlich wirkt aufgrund von inzest
     
  • Altkanzler
    Altkanzler (39)
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    11 November 2005
    #18
    ok - dann jedenfalls konsequent. Akzeptiert :smile:

    einen recht guten Artikel habe ich hier gefunden
    wie beschrieben, das Problem der Inzucht ist nicht, dass sie per se zum aussterben verdammt ist. Die Gefahr der Reinerbigkeit und des zu kleinen Genpools, um schädliche Mutationen aufzufangen, ist aber hoch.
     
  • jochen998
    Gast
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    11 November 2005
    #19
    Ist ja eigentlich logisch:

    Viele Menschen haben fehlerhafte Gene.

    Angenommen, ein Mann hat ein fehlerhaftes Gen; die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Gen auch bei seiner Schwester defekt ist, ist relativ groß (ist eigentlich fast immer der Fall weil es so viele gene gibt). Das Kind kriegt dann beide gene (Mutter+Vater) mit, wenn aber beide Gene fehlerhaft sind, dann hat das zur Folge, dass das gen vom Kind überhaupt nicht funktioniert und es somit zur Erbkrankheit kommt.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Erbschäden kommt ist deshalb so hoch, weil es so viele gene gibt. Ca. 50% der Kinder die durch Inzest entstehen weisen diese Erbschäden auf.
     
  • Fee87
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    11 November 2005
    #20
    Es ist ein Unterschied, ob ein Behinderter ein behindertes Kind in die Welt setzt, oder ob ein gesunder Mensch das mehr oder weniger wissentlich tut. Denn in letzterem Fall hätte dem Kind die Behinderung erspart bleiben können und niemand ist gerne behindert. Wenn du jemanden Rollstuhl reif schlägst, wirst du ja auch bestraft, obwohl der Mensch trotz seiner Behinderung dann nicht weniger wert ist.
    Ich bin gegen Inzest, da das Kind, selbst wenn es gesund ist, dadurch in eine blöde Situation gerät. Es bekommt meiner Meinung nách ein gestörtes Famielienbild, wenn es nicht weiß, wer ist die Mutter, wer der Vater, wer die Tante und wer der Onkel..
    Wenn das Paar nur so zusammen ist, müsste es wegen mir aber nciht bestraft werden. Es gibt schließlich Verhütungsmittel, sodass die ganze Sache eigentlich Sach des Paares ist.
     

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