• ewig Suchende
    Ist noch neu hier
    25
    3
    2
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #1

    Ist Monogamie nur eine Wunschvorstellung?

    Hallo Ihr

    Ja ich bin neu in diesem Forum dazugekommen weil ich Redebedarf habe.
    Ich habe gerade die 5te echte Beziehung hinter mir und zum 5ten mal wurde ich betrogen. Ich selbst war immer treu und fühle mich deshalb treudoof. Jede der Beziehungen ging über mehrere Jahre. Aus jeder habe ich gelernt. 1 mal passiert jedem, zweimal pech gehabt, 3 mal wird wirklich nervig, aber 5 mal ist einfach over the top und vorallem eine Quote von 100%.

    Ich hatte mit meiner Ex schon ganz zu anfang darüber gesprochen, dass ich bis jetzt von jeder betrogen werde und ich keinerlei Forderungen an Sie stelle ausser Ehrlich, Treu und für mich da zu sein. Selbiges bin ich natürlich auch und noch viel mehr. Und doch wurde ich auch von ihr verarscht und wie immer habe ich es selbst herausgefunden. Auch eine Paartherapie konnte hier nichts mehr ändern. Das Vertrauen war einfach dahin.

    Nun denken viele Frauen, er hat ihr nicht die Aufmerksamkeit geschenkt die Sie benötigt, er hat nicht zugehört, etc. pp. Kann ich verneinen. Ich bin der Redseeligste Mann auf der nördlichen Halbkugel. Ich frage immer nach, will immer ihre Meinung auch noch hören, gehe kompromisse ein und und und.

    Alle meine Exfreundinnen haben es so sehr bereut und würden es am liebsten wieder Rückgängig machen, wünschten es wäre nie passiert, usw. Lag es am Sex, eher nicht. Klar sagt keine das Sie den Sex kacke findet, aber es würde kaum eine so lange mit mir zusammenbleiben wenn das nichts wäre und auch dort gehe ich auf Sie ein wie es mir nur möglich ist.

    Ja es zeichnet sich ab...Ich war in der Schule der typische Friendszoneguy. Bei mir gings erst nach der Ausbildung richtig los. Ich hatte nie Probleme Frauen anzusprechen und auch jetzt bringe ich es regelmässig fertig eine Abzuschleppen, die Beziehung beginnt und endet immer auf die selbe weise. Mal nach 2, mal nach 3 mal nach 4 oder 6 Jahren.

    Jetzt kommt natürlich die typisch Männliche Logik. Irgendwann kann es nicht nur mein Fehler sein, sondern es muss definitiv auch der Fehler der Frauen sein. Will heissen das entweder keine Frau mehr Treu ist (glaube ich eher nicht), ich das bei Frauen in der Beziehung irgendwie auslöse (glaube ich eher auch nicht) oder das ich nur diese Sorte Frau anziehe (ist meine Meinung vorerst).

    Die Motivationen waren laut aussage der Exen auch unterschiedlich (wenn sie dann die Wahrheit sagen) :

    1. "Ich war betrunken und es war die Situation und wir hatten uns gestritten"
    Klar wenn man sich einmal streitet dann geht man Fremd.

    2. "Du weisst ich leide an Vaginismus und ich musste herausfinden ob das nur an Dir lag"
    Ich Depp verzichte auf Sex, gebe ihr die Zeit die Sie braucht, setze Sie nicht unter Druck (für Monate) gehe mit ihr zur Therapie, helfe wo ich kann und dann werde ich auch noch betrogen. Läuft

    3. "Ich weiss auch nicht was mich geritten hat, es war der Moment. Ich kann Dir nicht sagen warum"
    So langsam ist es zum verzweifeln, wenn man nicht mal weiss warum.

    4. "Du warst für mich die letzten beiden Wochen nicht da und ich brauchte Nähe und Aufmerksamkeit"
    Tut mir leid das ich kacke drauf war als mein Kumpel sich mit dem Gewehr in den Kopf geschossen hatte, weil er Depressionen hatte und dann deshalb auf einem Trip war. Aber klar man setzt eine 4 jährige Beziehung einfach so in den Sand.

    5. "Ich war mir nicht sicher ob ich Gefühle für Ihn entwickelt habe und deshalb geschah es, aber da ist nichts, wirklich nichts. Es tut mir leid"
    ...no comment

    Ich weigere mich in das Schema zu verfallen das die grossherzigen, führsorglichen und lieben Männer dafür da sind um vera..... zu werden. Da ich mich nicht in einen komplett Beziehungsunfähigen Deppen verwandeln will (Ich wurde nur betrogen und darum werden es alle machen und darum hat es jede zukünftige Frau sehr schwer bei mir und muss unter einem Kontrollzwang leiden, etc.) suche ich eine Meinung der Frauen was Sie dazu bringt soetwas immer wieder zu tun.

    Liegt es daran, dass ihr bei Typen auf die Schnauze gefallen seid und dann euch einen lieben Deppen sucht und nach einiger Zeit ist lieb sein einfach nicht mehr das? Ich will es verstehen, denn an Zufall oder Pech glaube ich langsam nicht mehr.

    Ich Danke euch fürs lesen, zuhören und eure Tipps
     
    • Lieb Lieb x 3
    • Interessant Interessant x 2
  • User 172636
    Öfters im Forum
    271
    63
    438
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #2
    Hallo ewig Suchende,

    ich kann dir leider nicht sagen, woran es bei dir gelegen hat.
    Was sich für mich jedoch etwas bei den Begründungen abzeichnet, ist, dass es (scheinbar) keinen konkreten Auslöser gab, was heißt, dass möglicherweise vorher schon etwas im Argen lag.
    Wäre das möglich?

    Die ein Dame hat konkret benannt, dass sie zwei Wochen lang aus ihrer Sicht zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat und deswegen Nähe und Anerkennung suchte. Könnte es sein, dass du Frauen suchst, die generell sehr stark auf Nähe und Anerkennung von außen angewiesen sind? Das wäre eine mögliche Erklärung, warum sie dann so schnell aus der Beziehung hinausfallen, wenn es auch nur kurz nicht glatt läuft und du das nicht "liefern" kannst.

    In deiner Beschreibung klingst du für mich nach einem sehr fürsorglichen und empathischen Menschen, der bereit ist, sich sehr weit auf eine Partnerin einzulassen. Lassen sich denn die Frauen genauso auf dich ein und kommen dir ebenso entgegen?
    Das wäre ein weiterer Anhaltspunkt.

    Ich würde versuchen, mich nicht an der Quote festzuhalten, es scheinen bis zu dem Zeitpunkt des Fremdgehens durchaus funktionierende Beziehungen gewesen zu sein. Es ist jedoch gut, dass du dein Suchschema hinterfragst. Aus meinem Freundeskreis kenne ich ähnliche Beispiele, in denen mal ein Mann, mal eine Frau immer wieder an Menschen gerät, die in einer Beziehung die gleichen Macken haben.

    Liebe Grüße
    axis mundi
     
    • Hilfreich Hilfreich x 9
    • Zustimmung Zustimmung x 1
  • User 91827
    Beiträge füllen Bücher
    2.067
    248
    1.293
    vergeben und glücklich
    3 April 2019
    #3
    Also ich kann nur von mir sprechen und warum ich (mehr als einmal, aber auch schon ewig her) fremdgegangen bin:

    Ich war eigentlich meistens zu feige Schluss zu machen, hatte mit der Beziehung innerlich schon abgeschlossen und mich neu verguckt, aber nicht die Eier ihm das auch so zu sagen.

    Und ein mal, weil er mich davor beschissen hatte, mich an dem Abend auch noch mit seinem Berthäschen zum ausgehen geschickt hat und ich einfach nicht nachdenken wollte. Also voll gemacht, rum gemacht, per SMS Schluss gemacht, mit dem Typen auf den Heimweg gemacht.
     
    • Interessant Interessant x 2
  • Armorika
    Armorika (38)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    374
    43
    242
    offene Beziehung
    3 April 2019
    #4
    In meinen monogamen Beziehungen bin ich „nur“ einmal fremdgegangen, da war es definitiv so, dass ich emotional schon längst aus der Beziehung raus war.

    Den Drang zum Fremdgehen hatte ich aber häufiger, was natürlich einerseits daran liegen mag, dass ich sexuell nicht so wirklich monogam gestrickt bin, zum anderen waren das aber Zeiten, wo ich einen unheimlichen Hunger nach Aufmerksamkeit und Anerkennung von außen hatte, den eine noch so tolle Beziehung einfach nicht stillen konnte.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 1
    • Interessant Interessant x 1
  • celavie
    celavie (37)
    Sehr bekannt hier
    1.405
    198
    757
    Verheiratet
    3 April 2019
    #5
    Monogamie ist bei mir kein Wunsch und auch beim Gatten nicht. Wir glauben nicht daran und erwarten es voneinander nicht. Wenn dir das wichtig ist, dann ist es doch in Ordnung, nur musst du die passende Partnerin finden. Ich meine das die Dunkelziffer von Menschen die fremdgehen sehr sehr hoch ist, man muss halt als Monogamieanhänger damit rechnen, dass mal was schief geht.

    Warum ist dir Monogamie (technisch wohl eher serielle Monogamie) so wichtig?
     
    • Zustimmung Zustimmung x 8
    • Interessant Interessant x 1
  • Sun-Fun
    Sun-Fun (47)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    214
    28
    82
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #6
    Ich gebe meinen Vorrednerinnen Recht, ich denke, wenn dann ist man im Kopf dazu bereit. Auch wenn Du 5x die falsche Frau getroffen hast, denke ich doch, dass es Menschen gibt, die Monogam leben und leben wollen. Und es gibt Menschen, die sich auch wirklich an Abmachungen halten.

    Ganz ehrlich, schau mal wie viele hier nach einem ONS suchen..... und dann passiert es einfach so ??? Ne, das glaub ich nicht. Du musst dazu bereit sein und Du hast (übrigens wie auch bei der Verhütung) bis zum letzten Moment die Möglichkeit zu sagen "Nein, das will ich nicht".
    Diese Entscheidung hat jeder, ich glaube einfach nicht, dass man sich soweit nicht unter Kontrolle hat (ausser es sind Drogen im Spiel).
     
  • ewig Suchende
    Ist noch neu hier Themenstarter
    25
    3
    2
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #7
    axis mundi vielen Dank für deinen Beitrag und deine Worte. Natürlich ist mir klar das ich hier nicht sofort eine Lebensverändernde Lösung erwarten kann, aber ich suche nach Ansätzen um mich selbst zu hinterfragen, da ich echt in einer Sackgasse stecke. Beziehungen habe ja immer hochs und tiefs, habe es zumindest nie anders erlebt. Wenn etwas im Argen lag, dann sind es Dinge die mir meine Exen nicht mitteilten, obwohl ich nachgefragt habe. Gedankelesen wie im Liebesroman gehört leider nicht zu meinen Stärken.
    Ich bin eine Mensch der seelische und körperliche Nähe braucht und suche mir deshalb natürlich auch Frauen aus die das auch brauchen, sonst empfindet Sie mich ja als einen Klammeraffen oder eine Klette. Kann sein, dass ich die absurde Vorstellung habe, dass man nicht gleich alles hinschmeisst wenn es nicht zu jeder Zeit 100% glatt läuft. Aber gleich nach zwei Wochen? Kann man sich so auf jemanden einlassen und dann trotzdem so schnell so handeln?

    Lassen sie sich auch so auf mich ein, weshalb es mir noch unverständlicher ist. Wären sie sehr freiheitsliebende Menschen, dann wäre das natürlich etwas anderes. Aber deinen Aussagen kann ich schon irgendwie entnehmen, dass ich mir die aussuche die das mit sich bringen. Wenn ich eine nehme die viel Bestätigung braucht und mal nicht gerade in der Lage bin dies aufzubringen weil das Leben wiedermal zuschlägt, dann knallts. Will im Umkehrschluss heissen, das ich einen anderen Frauentyp mir suchen muss. Die Frage ist dann nur ob ich nicht als Klette deklariert werde.

    myrjanna Ich danke Dir führ deine Ehrlichkeit. Das mit dem zu feige um Schluss zu machen finde ich sehr arg. Soviel Fairness setzte ich eigentlich voraus, wenn man eine Beziehung mit echter Liebe eingeht. Ich möchte dich aber nicht dafür verurteilen.
    Bezüglich dem zweiten Abschnitt kann ich dein Verhalten nachvollziehen.

    Armorika danke Dir auch für deinen Beitrag. Scheint aber ähnlich zu sein wie mei myrjanna. Bezüglich dem zweiten Abschnitt, wenn du mit offenen Karten spielst ist das ja kein Thema.
     
  • User 71335
    User 71335 (51)
    Planet-Liebe Berühmtheit
    9.518
    398
    4.821
    Verliebt
    3 April 2019
    #8
    Alle 5 Erklärungen deuten eigentlich darauf hin, das die Frauen einem Ausbruch, eine kleine oder große Auszeit (gerne auch Trennung) oder ein Abenteuer Flucht gebraucht haben. Vielleicht bist du ja überfürsorglich oder einnehmend, man könnte es auch durchaus aus deinen Worten der Selbstbeschreibung vermuten.:zwinker:

    Was du auch Bedenken kannst, du hättest nie etwas davon mitbekommen, wenn sie das nicht mindestens unterbewusst gewollt oder in Kauf genommen hätten.
    Also sowas wie oben bereits von einigen angedeutet, Absprung zur Trennung.

    Alkohol und Situation und so ein Quatsch sind natürlich Trostfloskeln für dich, so Standardentschuldigungen, sie haben das sicher wohlüberlegt gemacht und das Risiko richtig eingeschätzt, es aber sicher dennoch oder grade deswegen gewollt und gemacht.

    Es ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich, das Betrogene auch in künftigen Beziehungen betrogen werden, aber in der Häufung klingt es schon nach einem Muster und dafür muss es Gründe geben, sowas wie selbsterfüllende Prophezeiungen?
    Warum ist dir Monogamie, denn überhaupt wichtig?
     
    • Hilfreich Hilfreich x 3
  • ewig Suchende
    Ist noch neu hier Themenstarter
    25
    3
    2
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #9
    celavie wenn ihr damit glücklich seid ist das doch super. Ich bin diesbezüglich konservativ gestrickt. Ich will meine Partnerin nicht mit einem anderen Typen teilen. Ein Betrug geht für mich immer auch mit Verrat einher. Ein Verrat unserer Beziehung, Missachtung meiner Persönlichkeit, Missachtung unserer Liebe, Missachtung von meinem Vertrauen. Vertrauen ist für mich alles. Schon nur die Vorstellung das eine Freundin von mir mit einem Typen etwas hat dreht mir den Magen um. Als die Paartherapeutin damals das Wort Polyamorie in dem Mund nahm, bekam ich kurz einen Aussetzer.

    Sun-Fun wenn ich dich richtig verstehe, dann ist es ja wieder das, dass Sie nicht sagen was nicht passt. Ich meine wenn im Kopf der Prozess soweit vorangeschritten ist, dann macht man doch dem ein Ende? Ist die Erwartung, dass man Fremd geht und sich dann etwas ändert? Wir die Beziehung dann besser?
     
    • Interessant Interessant x 1
  • User 68775
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.005
    348
    3.621
    Single
    3 April 2019
    #10
    Ich finde die Reflektionsansätze interessant, und mein erstes Gefühl sagt, dass es irgendwie an einem bestimmten Typ liegen muss, den man irgendwie anzieht, bzw auf den man selbst einfach anspringt, ob man das gut findet oder nicht. Die, die die Gefühlsebene ansprechen sind halt nicht immer die, die objektiv gut für einen sind.

    Generell glaube ich nicht an Monogamie, aber weniger wegen wehrlosem von Lust überrant werden, das ich immer etwas albern finde, sondern wegen der Gefühlsebene. So wie du möglicherweise zweifelst, ob körperliche Treue verlässlich machbar ist, zweifle ich an der Verlässlichkeit von Gefühlen.
    Da sagen meine Erfahrungen mit andern, sie kommen und sie gehen, völlig grundlos, und das "daran arbeiten können" halte ich für ein Legende. Nichts kann einem garantieren, dass etwas anhält - vor allem Interesse und positive Gefühle. Weder ein besonders verlässlicher Mensch, noch besonders grße Gefühle zu Anfang.

    Vielleicht ist das fremdgehen dann einfach eine Folge davon?
    Für mich wäre es ja eine Frage des Respekts und der Loyalität, treu zu sein, nicht der Gefühle - aber für viele ist es so ein "... und dann konnte ich gar nichts mehr dagegen tun..." wenn die eigenen Beziehung irgendwie eingeschlafen oder anstregend ist, und dann bietet sich etwas locker leichtes an. Dafür sich kurz gut zu fühlen wirft man gerne andere Dinge weg. Genau wie von weitem vieles so viel besser aussieht, als das was man hat. Das Ego is a Hund.

    Kurz zusammengefasst, ich denke nicht, dass es ein genetisches Programm zum Fremdgehen gibt, ich denke aber sehr wohl, dass der Mensch an sich nicht zur lebenslangen monogamen Partnerschaft programmiert ist. Ob es nun fremdverlieben ist, oder das starke Bedürfnis nach fremder Haut, etwas neuem, Aufregendem... irgendetwas davon ist immer da.
    Das Modell das dem am nächsten kommt, ist vermutlich serielle Monogamie, oder eine offene Beziehung.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 3 April 2019 ---
    Vielleicht trennen sich aber Kopf und Herz auch? Vielleicht hängt der Kopf an der Vorstellung von etwas, von dem das Herz sich längst verabschiedet hat?

    Jene, die nicht generell zur Polyamorie neigen, konzentrieren ihre Gefühle meist auf einen Partner, bis das irgendwie nicht mehr geht. Die wenigstens sind so schonungslos reflektiert, dass sie das immer voll im Griff haben. Ich halte mich zum Beispiel für sehr kopfgesteuert - und würde auch niemals "versehentlich" betrügen - aber ich habe auch schon eine Beziehung "gezogen" die mir nur mehr weh getan hat, weil so viel mir längst wusste, es hat keine Zukunft. Und trotzdem wollte ich das, woran ich so sehr gehangen habe, nicht hergeben. Es ging einfach nicht. Er hat mich dann betrogen, und es beendet - keins von beidem nehme ich ihm noch übel, aber ich habe meine Hilflosigkeit sehr gehasst.

    Ich denke, wenn man zu Anfang sehr verliebt war, fällt einem unheimlich schwer zu akzeptieren, wenn das verschwindet, und nichts bleibt - dann versucht man viel, um sich selbst zu überzeugen, obwohl das Herz schon lange nicht mehr wirklich dabei ist.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 4
    • Interessant Interessant x 3
    • Hilfreich Hilfreich x 1
  • ewig Suchende
    Ist noch neu hier Themenstarter
    25
    3
    2
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #11
    Lollypoppy das empfinden ob jemand überfürsorglich ist oder nicht ist doch sehr subjektiv. Anscheinend brauchen sie dies ja. Aber je länger ich hier schreibe und die posts lese, klingt es für mich so, dass ich einfach der absolut richtige für einen gewissen Lebensabschnitt bin, nämlich genau dann, wenn sie diese fürsorglichkeit brauchen und irgendwann sieht die Welt wieder anders aus. Nach meiner Logik würde das dann heissen, dass Sie mich deshalb betrügen und nicht schluss machen oder verletzen wollen, weil Sie reuhe empfinden weil ich für sie da war und ihnen das gab was sie brauchten, jedoch später nicht mehr brauchen.

    Bezüglich der Monogamie komme ich mir langsam wie ein Dinosaurier vor. Ich kann mir einfach nicht vorstellen einen Partner zu teilen. Ich gehöre zu der überaus seltenen Gattung Mann der Sex und Gefühle sehr schlecht trennen kann. Also es geht, wenn die Spielregeln von anfang an klar sind und ONS fallen auch darunter, aber alles darüber hinaus no way. Für mich ist der Sex in einer Beziehung nicht nur eine befriedigung eines Bedürnisses, sondern auch ein intensiver Ausdruck von Liebe, Zusammengehörigkeit, Nähe und Vertrauen, weshalb ein Betrug für mich mit Hochverrat gleich kommt.
     
    • Lieb Lieb x 2
    • Zustimmung Zustimmung x 1
    • Interessant Interessant x 1
  • Vegaa
    Vegaa (29)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    285
    28
    60
    Single
    3 April 2019
    #12
    Aus Erfahrung kann ich zumindest sagen, dass es manchmal gar nicht daran liegt, dass man nicht sagen möchte, was nicht passt, sondern dass man manchmal gar nicht weiß, was genau eigentlich nicht passt. Es ist irgendwie so das große Ganze, das allgemeine Gefühl, der Mix aus vielen Dingen, die nicht so ganz passen. Das war bei meiner Ex und mir ähnlich. Wir sind uns zwar nicht fremdgegangen (u.a. auch, weil wir und insbesondere ich nicht monogam gestrickt sind und das Fremdgehen durch die Erlaubnis bereits außer Kraft gesetzt haben), aber man hat mit der Zeit gespürt, dass es "irgendwie" nicht so richtig passt. Die Erklärungen haben wir dann darin gesucht, dass wir zwei sehr verschiedene Personen sind und in zwei sehr verschiedenen Lebensphasen gesteckt hatten. Aber so genau konnte ich gar nicht sagen, was mich an meiner Ex gestört hat. Und sie eben auch nicht.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 1
    • Hilfreich Hilfreich x 1
    • Interessant Interessant x 1
  • Damian
    Doctor How
    8.495
    598
    7.615
    Verheiratet
    3 April 2019
    #13
    Ich bin zwar keine Frau und ich bin auch noch nicht fremd gegangen, denke aber, dass ich was beitragen kann.

    Du schreibst, dass du der Meinung bist, dass du vielleicht "die Falschen" anziehst (so würde ich es umschreiben) und ich glaube dass das zum Teil stimmt. Zum Teil deshalb, weil es auf komplizierte Fragen nie einfache Antworten gibt.
    Ich gehe mal auf die einzelnen Antworten deiner Exen ein und versuche den roten Faden zu ertasten.

    Der Alkohol ist immer eine Ausrede...der Streit ist aber interessant. Auch wenn er vorgeschoben wurde, zeigt er, dass sie ihre Bedürfnisse erfüllt haben möchte..du also liefern musst, sonst ist sie weg...bzw. woanders.

    Auch eine billige Ausrede. Hier hat vermutlich von Anfang an etwas nicht gestimmt, sonst hätte sie nicht von Anfang an zugemacht. Auch wenn ihr das vielleicht nicht so bewußt war und auch wenn sie das vielleicht auch gar nicht so genau wissen wollte...

    Die ehrlichste Antwort von allen bisher. Ich weiß nicht wie eure Beziehung war, aber auch in guten Beziehunge kann soetwas passieren. Nein..nicht im Sonne von "ups, ausgerutscht und auf einen Schwanz gefallen". Ich meine damit lediglich, dass die Beziehung dazu nicht kaputt oder irgendwie krank sein muss.

    Ausrede, rechtfertigung und...eigene Bedürfnisse.

    Ausrede...schon wieder...
    Was wirklich war...wer weiß?

    Aber alle Geschichten haben eins gemeinsam: Es handelt sich um ziemlich schwache Menschen, oder?
    Allesamt ziehen sich irgendwie auf ihre eigenen Bedürfnisse zurück und sind, zumindest in ihren Augen, diesen hilflos ausgeliefert. Kommt die Zuwendung nicht dann rein, wenn sie es brauchen, kommt die Zuwendung halt von woanders.

    Kann es sein, dass du immer der "stabile" Part der Beziehung warst? Der Helfer? Der Retter? Derjenige, der immer alles ausgeglichen hat? Und in dem Moment in dem du einmal nicht führen und da sein konntest, waren sie weg?
    Waren deine Beziehungen nie so ganz auf Augenhöhe, entweder weil deine Freundin geglaubt hat, sie sei dir unterlegen (es aber selten offen gesagt hat) oder weil sie dir tatsächlich unterlegen war. Das kann emotionale wie mathematische Intelligenz betreffen, Job oder Ausbildung, Geld, Aussehen, was auch immer.

    Zunächst mal bis da hin mit meinen Vermutungen...
     
    • Hilfreich Hilfreich x 7
    • Zustimmung Zustimmung x 1
    • Interessant Interessant x 1
  • ewig Suchende
    Ist noch neu hier Themenstarter
    25
    3
    2
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #14
    caotica
    Ich finde die Reflektionsansätze interessant, und mein erstes Gefühl sagt, dass es irgendwie an einem bestimmten Typ liegen muss, den man irgendwie anzieht, bzw auf den man selbst einfach anspringt, ob man das gut findet oder nicht. Die, die die Gefühlsebene ansprechen sind halt nicht immer die, die objektiv gut für einen sind. -> Volltreffer, das ist auch das was mir im Kopf rum schwirrt.

    Generell glaube ich nicht an Monogamie, aber weniger wegen wehrlosem von Lust überrant werden, das ich immer etwas albern finde, sondern wegen der Gefühlsebene. So wie du möglicherweise zweifelst, ob körperliche Treue verlässlich machbar ist, zweifle ich an der Verlässlichkeit von Gefühlen. -> Interessant. Ich sehe es genau von der anderen Seite. Ich zweifle nicht an der Verlässlichkeit von Gefühlen, sondern ob körperliche Treue machbar ist.

    Für mich bedeutet Treue absolut das selbe wie Respekt und Loyalität. Mein Herz und mein Kopf stehen oft im Kampf. Ich bin emotional und dennoch sehr logisch denkend und versuche immer rational zu sein. Man kann es auch leicht shyzophren nennen. Aber dann müsste doch eine kopfgesteuerte Frau anders reagieren als eine herzgesteuerte Frau?

    Irgendwie zielt diese Disskussionsrunde darauf ab, das ich entweder gar nicht erwarten kann das eine Frau jemals zu 100% monogam sein kann und ich einem Traum hinterherrenne den es gar nicht gibt oder ich habe immer noch nicht ganz verstanden um was es geht.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 3 April 2019 ---
    Damian
    So langsam könnten wir uns dem nähern was ich Suche.

    Kann es sein, dass du immer der "stabile" Part der Beziehung warst?
    -> Eher ja. Aber alles hat irgendwo Grenzen.

    Der Helfer?
    -> Schuldig im Sinne des Helfersyndroms

    Der Retter?
    -> Fände ich jetzt übertrieben und sehe mich selber sicherlich nicht so. Vielleicht mal einer der sich nicht nur für ihren Körper und ihr Aussehen interessiert, sondern für Sie als Menschen, Charakter, Persönlichkeit....

    Derjenige, der immer alles ausgeglichen hat?
    -> Auch wenn ich von Esoterik wenig halte, aber da bin ich eine typische Waage.

    Waren deine Beziehungen nie so ganz auf Augenhöhe, entweder weil deine Freundin geglaubt hat, sie sei dir unterlegen (es aber selten offen gesagt hat) oder weil sie dir tatsächlich unterlegen war. Das kann emotionale wie mathematische Intelligenz betreffen, Job oder Ausbildung, Geld, Aussehen, was auch immer. -> und jetzt wirds ganz spannend. Ich würde mich nicht als emotional intelligent sehen, eher stark reflektierend und versucht bedacht zu sein über meine Gefühle, denke da haben mir die Frauen etwas voraus.

    Ich spüre auf was du hinaus willst. Aber wenn dem so ist, dann war es bei jeder etwas anderes wo ich ihr überlegen war. Ich meine von einer die mit 29 ihren ersten Dr. machte bis zur Hauptschülerin, von einer Reichen bis zur Armen, von rational bis emotional war alles dabei.
    Für mich waren das alles komplett unterschiedliche Situationen und Charaktere. Aber wenn ich nun davon ausgehe, dass es bei jeder ein anderer Faktor war, aber sie sich immer unterlegen gefühlt haben sollten ist das ja "obermaise". Jeder Mensch hat seine stärken und schwächen. Aber wegen dem ist man ja nicht besser oder schlechter. Wenn ich jemanden Liebe dann weil er der Mensch ist der er ist und nicht weil sie reich, klug, intelligent oder weis ich was ist. Ich müsste dann ja ihnen nicht gezeigt haben, das sie für mich auf Augenhöhe sind, aber dann haben sie sich das selbst eingeredet.
     
  • celavie
    celavie (37)
    Sehr bekannt hier
    1.405
    198
    757
    Verheiratet
    3 April 2019
    #15
    Aber du, lieber TS, kannst doch bestimmen worum es dir hier gehen soll.

    Ich finde dass ich sehr loyal und respektvoll mit meinem Mann bin. Wärst du mein Partner würden wir uns trennen, weil ich nie sexuelle Treue (emotionale schon) versprechen würde. Damit ich nämlich nicht in den Konflikt komme zu hintergehen, zu missachten usw. Das sehe ich genauso wie du.

    Ich habe recht viel Erfahrung mit Fremdgehern und die meisten sind nur einseitig-nicht-monogam, wollen aber dass die Partnerin das ist. Sowas finde ich total blöd und so ein Verhalten ist eben auch sehr respektlos.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 4
  • Vegaa
    Vegaa (29)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    285
    28
    60
    Single
    3 April 2019
    #16
    Das ist beachtlich! Ich bin auch ein sensibles, empathisches Kerlchen, aber ich trenne dennoch zwischen Sex und Gefühlen. Für mich ist es die emotionale Bindung und Nähe zu meiner Partnerin, die ich für unersetzbar halte.
    Für mich ist die Problematik an der Monogamie die, dass meines Wissens nach der Körper nach einer bestimmten Zeit in einer Beziehung wieder beginnt, auch andere Menschen sexuell attraktiv zu finden. Das bedeutet nicht, dass sich jeder Mensch irgendwann fremdgehen muss, aber dass unser Körper hormonell so funktioniert.
    Meiner Meinung nach ist es in dem Fall, dass wenn man streng monogam leben möchte deshalb wichtig, spätestens zu dem Zeitpunkt Maßnahmen zu ergreifen, um der Begierde entgegenzuwirken. Welche das sind, kann ich nicht sagen. Aber ich denke, dass das allgemein sehr viel schwerer ist, als wenn man Polygamie erlaubt. Denn die Akzeptanz nimmt eben sehr viel Druck und Angst aus einer Beziehung heraus.

    Btw sind das nur Informationen, die ich bei Recherchen so aufgenommen habe (und interessanterweise decken sich die auch mit dem Verlauf meiner letzten Beziehung bzw. mit den Veränderungen meiner Ex - anfangs streng monogam, nach 7 Jahren steckte sie mir dann, dass sie überlegt hat, auch mal mit anderen schlafen zu wollen :grin: ). Ich lasse mich gerne von monogamen Forenmitgliedern, bei denen das funktioniert, korrigieren. :smile:

    Off-Topic:

    TS, verwende doch bitte die Zitationsfunktion, sowas ist immer schwierig zu lesen. :zwinker:
     
    Zuletzt bearbeitet: 3 April 2019
    • Zustimmung Zustimmung x 1
    • Interessant Interessant x 1
  • ewig Suchende
    Ist noch neu hier Themenstarter
    25
    3
    2
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #17
    celavie ich möchte die Moderation nicht in dem Sinne führen wie ein Businessmeeting. Ich bin in einer Sackgasse, denn ich habe keine Ansätze mehr wie ich mich reflektieren kann. Ich weiss aber auch, dass es so nicht weitergehen kann. Deshalb kam mir der Gedanke, dass ich diesen Post mal starte und schaue was aus dem Brainstorming wird. Es könnte ja auch sein, dass mein Weltbild derart verschoben ist, dass ich mich generell hinterfragen sollte.

    Ich habe auch bewusst dieses Forum gewählt, denn wenn ich in ein reines Beziehungs, Liebe, etc. Forum schreiben würde, dann bekäme ich nur sehr einseitige Eindrücke.

    Auch wenn einige das als offensichtlich oder selbstverständlich sehen für mich hat sich hier schon einiges aufgetan. Beginnend mit axis mundi zu Lollypoppy über caotica zu Damian dessen Eintrag dafür sorgt, dass ich sicherlich heute Abend meine Beziehungen geistig noch einmal auf diese Punkte hinterfrage.

    Übrigens finde ich es sehr toll wie ihr alle mir Eindrücke liefert und euch die Zeit nehmt eure Ansichten fair und ehrlich zu schreiben. Sehe ich nicht als selbstverständlich und möchte mich dafür bedanken.
     
    • Lieb Lieb x 4
    • Interessant Interessant x 1
  • Vegaa
    Vegaa (29)
    Sorgt für Gesprächsstoff
    285
    28
    60
    Single
    3 April 2019
    #18
    Off-Topic:
    Willkommen im bestesten Forum :zwinker:
     
    • Zustimmung Zustimmung x 3
    • Lieb Lieb x 3
    • Witzig Witzig x 1
  • User 68775
    Planet-Liebe Berühmtheit
    4.005
    348
    3.621
    Single
    3 April 2019
    #19
    Aber Herz und Verstand sind ja nicht völlig unbeeinflusst voneinander :zwinker:
    Egal, was grade die Oberhand hat, es braucht dazu auch ein Stück Reflektionsfähigkeit, um zu erkennen, warum es einem wie geht im Moment.
    Ich denke körperliche Treue ist sehr wohl machbar, wenn sie bei den beiden den selben Stellenwert hat. Wenn ihr Einhalten oder nicht Einhalten von Gefühlen einfach gesteuert wird, ohne dass das hinterfragt wird... nun nein, dann nicht :zwinker:
    Außerdem ist der Stellenwert, welche Bestätigung durch Sex erfahren wird wichtig. Für mich ist offen reden weitaus intimer als Sex, also gibt mir "irgendwelcher Sex mit irgendwem" auch nicht ausreichend Bestätigung.

    Ein Typ Frau/Mann/Mensch der sich aus ihm unbekannten Gründen verloren fühlt, und die Möglichkeit hat, seinen Wert mit Sex zu bestätigen, wo er/sie vielleicht vorher gar nicht genau benennen konnte, was fehlt, oder dass überhaupt etwas fehlt... tja.

    Worauf das abzielt, Menschen sind komplex. Manchmal gitb es gewisse anwendbare Muster, aber je tiefer man schaut, desto individueller wird es, dann wird es irgendwann einfach schwer, eine allgemeingültige Erklärung zu finden.
     
  • ewig Suchende
    Ist noch neu hier Themenstarter
    25
    3
    2
    nicht angegeben
    3 April 2019
    #20
    Notiert, danke für den Input. Ist so eine E-Mail Krankheit.

    Verstehe mich nicht falsch, ich liebe tiefgründe gespräche die einem Seelenstriptease gleichen. So fühle ich mich dem Menschen sehr nahe. Aber der Sex gehört für mich in die selbe Schine in einer Beziehung.

    Wenn es denn Monogamie gibt und ich mit meiner Weltanschauung nicht komplett daneben liege, dann müsste ich einfach weiterprobieren bis es dann passt. Damit habe ich aber zwei Probleme, erstens könnten meine Lebensjahre nicht ausreichen und zweites weiss ich nicht ob ich das emotional durchstehe.
     

  • jetzt kostenlos registrieren und hier antworten