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  • Kerowyn
    Kerowyn (36)
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    1
    vergeben und glücklich
    18 Januar 2004
    #21
    ja, ich habe schon ein weibliches wesen aus fleisch und blut als freundin. :anbeten:

    ich bin jetzt 20 jahre alt und sie ist meine erste freundin (bin also auch spätzünder, jedenfalls in der welt, in der ich mich "bewege", ich aber nicht "denke"). meine erwähnte ansicht kennt sie schon, wenngleich ich ihr das nicht so offen zeige, wie ich es vorhin beschrieben hatte. das war mehr so eine reisserische ansprache, die einige aus der frustratiorn rausrütteln soll.

    ich frag mich oft, woher dieses "ich brauche einen partner an meiner seite"-anspruchsdenken rührt? ist mann ohne freundin nicht komplett, sozial nicht anerkannt als single? mal ehrlich, nichts dagegen, wenn leute meinen, sie bräuchten unbedingt eine freundin, weil sie sonst ja nicht normal sind oder mit ihrem leben nicht klarkommen, aber muss man das so offen zeigen. das wirkt meist wie ein "hallo ich bin 20 und habe keine freundin. in meinem reiseführer 'einmal leben und zurück' steht drin, dass ich eine brauche, hättest du lust?"-typ. wenn sie kommt, dann kommt sie und wenn nicht, dann bleibt sie, wo sie ist, aber jetzt diese krampfhafte "erlöst mich bitte jemand von meinem single-dasein"-tour ist doch doof.

    das trifft übrigens nicht direkt auf den threadersteller zu.
     
  • Quendolin
    Ist noch neu hier
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    Single
    18 Januar 2004
    #22
    Interessanter Thread, besonders auch nach v69m und kerowyn nochmal.

    T-X (& andere):
    Wie du sagst, suchst du gerne Lösungen für deine Probleme, bis du sie bekommst, egal wie.
    Ich nehme an, gut belesen bist du ja schon. Du hast einiges erwähnt, was jedoch eher ins Sexuelle ging.

    Auch schon mal Männer sind anders. Frauen auch. probiert?
    Find ich Top. Man(n) muß sich dabei etwas hineindenken und hineinfühlen in die Situationen und die jeweiligen Personen, die Gedanken und Gefühle kreisen lassen - dann kann man dem viel entnehmen...
    Ist meiner Ansicht nach das beste unter den Klischee-Büchern. Standard-Werk.

    Kerowyn: Mir auch wurscht, was die Gesellschaft "sagt", jedoch weiß ich ja, warum's alle so gut finden...und deswegen will ich es, weil es einfach gut is. :zwinker:

    Und was die Praxis angeht: Ich kann verstehen, dass es sehr deprimierend sein kann. Einfach weiterüben. Viele "Variablen" ändern und schaun, wie du dich entwickelst und was besser ankommt. Dabei solltest du jedoch deiner Selbst bleiben und nur Veränderungen herbeiführen, von denen du für dich selbst auch überzeugt bist (z.B. Abnehmen, Sport treiben). Wenn du selbst zufrieden bist, strahlst du das auch eher aus, wirst selbstbewußter und kommunikativer...dann fehlen nur noch die richtigen Orte zur richtigen Zeit (mit den richtigen Leuten)... :zwinker:

    Eine konkrete Antwort gibt's leider nicht, schon gar nicht in Kurzform und universell für jeden. Aber in der "Theorie" steckt viel Wahrheit und du kannst dir daraus das entnehmen, was du meinst, zu brauchen und wovon du dich überzeugen willst. Das Leben is eine große Spielzeugkiste.

    Und nun: Weiterflirten! :zwinker:


    MfG, Quen
     
  • Quendolin
    Ist noch neu hier
    962
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    Single
    18 Januar 2004
    #23
    v69m:

    Verwechselst bzw. vermischst du vielleicht sehr innige und echte Freundschaften (eine Art der Liebe) mit der Liebe zu einer Person, die man, wie du sagst, auch "vergöttern" kann bzw. möchte? Und selbst vielleicht auch "vergöttert" werden will. In einer Gesellschaft, wo jeder nur noch das eigne Glück im Kopf hat und sich längst auch der Beziehungsegoismus in breiten Schichten ausgebreitet hat...?


    Quen
     
  • v69m
    Gast
    0
    18 Januar 2004
    #24
    Selbst will ich nicht vergöttert werden, und will auch niemand vergöttern, das wäre langweilig. Und von "einer Beziehung", die so eine Art unausgesprochener Vergötterungsvertrag auf Gegenseitigkeit ist (die allgemein zulässigen Vertragsregeln werden z.B. in diesem Forum diskutiert), halte ich auch nicht viel. Ich will sehr innige, echte Freundschaften, vielleicht sowas wie in Schillers Bürgschaft, absolutes Vertrauen. Wenn ich die Wahl hätte zwischen einer echten Freundschaft mit einer Standard-Beziehung, dann würde ich die echte Freundschaft wählen.

    Kann mir jemand erklären, warum echte Freunde miteinander jede Menge Spaß haben können, aber nicht auch Sex miteinander haben können? Liegt das nicht an der totalen Überbewertung von Sex (die u.a. durch die Tabuisierung zustande kommt)?

    Was ist die Liebe zu einer Person? Ich meine nicht die ersten paar Monate der Liebesblindheit, sondern das, was danach kommt. Bei den meisten ist es wohl eine Mischung aus Vertrauen und einem unausgesprochenen Vertrag, bei dem der Nutzen das als Zweisamkeit definierte Glück ist. Ich halte es für falsch, dem Beziehungsegoismus durch eine noch stärkere Idealisierung der wahren Liebe zu begegnen.
     
  • CassieBurns
    Verbringt hier viel Zeit
    998
    121
    1
    Verheiratet
    18 Januar 2004
    #25
    Also ich kann nur sagen, wenn der erste Rausch der Verliebtheit abgeklungen ist und die Liebesbeziehung basiert nicht auf echter Freundschaft, dann kannste die komplett knicken - sprich, das wird früher oder später auseinander gehen.

    Ich wüsste jetzt nicht, was eine Ehe jetzt anders ist, als eine langjährige Freundschaft, in der eine echte gleichwertige Partnerschaft besteht und auch herrschen muss, garniert mit ein bisschen Sex. :zwinker: Aus der Liebe geht viel zu schnell die Luft raus. :grin:

    Wenn ihr das anders seht, ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen... :tongue:
     
  • v69m
    Gast
    0
    19 Januar 2004
    #26
    Stimme ich voll zu.
    Die Ehe ist nicht nur eine Freundschaft, sondern auch ein Vertrag (sogar im juristischen Sinne). Mit einem männlichen Freund würde ich kaum einen Vertrag abschließen, der besagt, daß ich bis an mein Lebensende mit ihm in einem Haus wohnen muß, oder ähnliches. Da würde ich mich früher oder später eingeengt fühlen, auch wenn er sich wie ein Partner verhält und mit sich über einen Umzug reden läßt.
    Wenn die Freundschaft durch einen Vertrag quasi abgesichert ist, dann tue ich nicht mehr viel dafür. Erst wenn ich spüre wie zerbrechlich sie ist, weiß ich wie wichtig sie ist.
     
  • CreamPeach
    Gast
    0
    19 Januar 2004
    #27
    hui...

    ...also ehrlich gesagt, finde ich den denkansatz ziemlich interessant, den v69m brachte. :smile:

    irgendwie stimmt das schon, daß sex überwertet und nur in einer beziehung "anerkannt" wird. wieso auch nich mal mit freunden poppen? *lacht*. irgendwie versteh ich das ganze auch nich wirklich. wer schrieb diese norm vor, einen partner zu finden, in monogamie zu leben und sich daran auch noch zu erfreuen?

    natürlich wurde dieses gesellschaftliche bild auch in meinen hinterkopf gedrängt- freund, liebe, lust, erfüllung usw. aber ich wehre mich oft dagegen. von einer ehe- mich einem menschen ein ganzes leben lang zu versprechen- halte ich nichts. ich möchte mir praktisch immer wieder ne neue "erfüllung" suchen...aber muß das unbedingt ne beziehung sein? hach, das ist alles kompliziert *g*. vielleicht hat es auch etwas mit der eigenen freiheit zutun. ich lebe in ner fernbeziehung und ich kann nicht sagen, daß es mir schlecht damit geht. um genauzusein (?), könnte ich mir ne "normale" beziehung, bei der man sich jeden tag sieht (und vielleicht auch noch zusammen lebt), gar nicht mehr vorstellen. ich würde mich in meiner eigenen persönlichkeit beschränkt fühlen...

    viele geben wohl sozusagen ihr eigenes leben für eine gemeinsame beziehung auf. sowas will ich nicht. ich will ich bleiben.

    leider ufert das eigentliche thema hier gerade aus *g*.
    vielleicht kann ich da schnell noch was zu sagen...ich finde es absolut nicht schlimm, in irgend nem alter noch nie sex gehabt zu haben, weil es ja (wie ich schon sagte) sowieso überbewertet wird. ob mit 15, 25 oder 35.....man sollte das nicht so wichtig nehmen.
     
  • T-X
    T-X
    Gast
    0
    20 Januar 2004
    #28
    v69m und Kerowyn haben sehr interessante Denkansätze und ich habe mir die Beiträge mehrfach druchgelesen. Einige Ansätze sind mit Sicherheit nicht ganz von der Hand zu weisen, allerdings habe ich zu vielen Bereichen kontroverse Ansichten. Aber jedem seine Meinung. Wäre ja auch wirklich langweilig, wenn alle die selbe Meinung hätten.

    Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich mich besser fühle, wenn ich in weiblicher Gesellschaft bin und eine Frau, für die ich etwas empfinde im Arm halte. Ob das jetzt durch die Gesellschaft und/oder diverse Klischees verursacht wird, finde ich ehrlich gesagt auch nicht so wichtig. Es ist einfach eine Tatsache. Ob ich mich der Gesellschaft oder Klischees unterwerfe ist mir dabei vollkommen egal. Hauptsache ich fühle mich gut! Daran finde ich, ist auch wirklich nichts falsch.

    Das sehe ich im Prinzip genauso. Ob man mit 15 oder 50 das erste Mal Sex hat, dass muß jeder für sich entscheiden, wann er oder sie es für den richtigen Zeitpunkt erachten. Mich stören an der ganzen Sache nur die emotionalen Begleiterscheinungen, mit denen ich für meinen Teil zu kämpfen habe. Mag sein, dass ich das ganze zu romantisch oder Irrational sehe, aber für mich bedeutet Sex haben, sehr viel Liebe, Geborgenheit und Vertrauen erfahren und geben und das ist etwas, was ich unbedingt möchte. Wenn ich das ohne Sex bekomme, dann ist mir das sogar noch lieber. Wenn ich das nur in Verbindung mit Sex bekomme, dann möchte ich Sex haben. Sex sehe ich dabei nicht als Primärziel, sondern wenn ich das so sagen kann, als Mittel zum Zweck.

    Mir ist aufgefallen, dass sich nur sehr wenige Frauen für das Thema zu interessieren scheinen, oder zumindest posten. Weibliche Ansichten würden mich sehr interessieren. Oder gibt es keine Frauen über 20, die ähnlich fühlen und denken wie ich? Von mir aus auch ganz anderes denken ... ?

    Es gibt auch eine 1. Mal ... wann? im Board , bei dem es darum geht, wann das erste Mal war. Dabei geht die Skala von unter 14 bis über 21. "Noch nicht" fehlt vollkommen und über 21 finde ich schon sehr grob. Aber gerade das ist das Intervall, was mich interessiert. Ich würde mich freuen, wenn sich einige, die das erste Mal nicht zwischen x und 21 erfahren haben, dazu äußern würden.

    T-X
     
  • Mario_in_Love
    0
    20 Januar 2004
    #29
    Ich kann GENAUSTENS nachvollziehen wie deine Situation ist!
    Mir geht es sogar noch ärger als dir! Ich (23 Jahre) hatte noch nicht mal eine Beziehung auf freundschaftlicher Basis mit einer Frau!
    Auch ich habe noch nie Zärtlichkeit und dergelichen erfarehn - auch nicht von meinen Eltern. Meine Mutter hat sich vor 12 Jahren selbst das Leben genommen (-ich kann sie ja sooo gut verstehen), mein Vater ist eigentlich nur eine Art "Onkel den man alle 2-3 Monate mal sieht" für mich; und ich wohne schon seit dem Tod meiner Mutter bei meiner Oma, mit der man sowieso nicht richtig reden kann!
    Ich weiss ganz genau wie du dich fühlst!
    Ich habe bis jetzt auch so gut wie alle Freunde verloren, die ich im Laufe des Lebens so dazugewonnen habe; im Prinzip habe ich nur mehr mich selbst als Ansprechperson!
    Wollte dir das nur mitteilen; du bist nicht allein; und es gibt immer jemanden dem es noch schlechter geht als dir (will jetzt aber nicht leid gegen leid aufwiegen)! Ciao !
     
  • sonic4life
    sonic4life (33)
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    nicht angegeben
    20 Januar 2004
    #30
    scheisse ich hätte so schiss davor mit 28 noch jungfrau zu sein :frown:
    da ist doch das ganze leben echt voll kaputt- man könnte schon mit 28 ne familie mit haus haben .
    an den threadstarter wie würdest du es in einem satz formulieren was du damals falsch gemacht hast?
     
  • User 9290
    Verbringt hier viel Zeit
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    91
    0
    nicht angegeben
    20 Januar 2004
    #31
    Wieso Schiß ? l
    27-28 ist im übrigen das durschnittliche Heiratsalter in Deutschland und 28-29 das durchschnittliche Alter fürs erste Kind (bei Männern, Frauen ca 2 Jahre früher), 26-27 bei unverheirateten Paaren, also selbst vom rein statistischen Aspekt noch alles im Rahmen
    lol :bier:
     
  • sonic4life
    sonic4life (33)
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    nicht angegeben
    20 Januar 2004
    #32
    auf statistiken lege ich überhaupt keinen wert[​IMG]
     
  • T-X
    T-X
    Gast
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    20 Januar 2004
    #33
    Mario_in_Love:
    Tut mir leid für Dich. Ich kanns Dir nachfühlen. Aber es gibt immer jemandem, dem es noch schlechter geht, wie Du schon sagtest. Also kopf hoch. :zwinker:

    [​IMG]


    sonic4life:
    Also da hab ich gerade schlucken müssen, als ich gelesen haben, was Du geschrieben hast. So scheisse ist das Leben ohne Freundin nun auch nicht, auch wenn man das manchmal in 'nem depressiven Augenblick so sieht. Aber abgesehen von Frauen gibt es noch andere schöne Dinge im Leben.

    Es gibt viele Menschen, die Wert auf meine Meinung legen und mich hin und wieder, bis sehr häufig um Rat fragen. Das sind nicht nur Menschen, die jünger sind als ich, sondern auch Menschen, die teilweise erheblich älter sind als ich. Das finde ich ist z.B. eine sehr schöne Form von Anerkennung. Das tut einfach gut ... ist nur ein Beispiel ...

    Du siehst das vielleicht unter einem falschen Aspekt.
    Das ist nichts, wovor man Angst haben muß. Natürlich wäre das Leben mit Freundin und Familie um einiges erfüllter und ereignisreicher, aber sowas wie ein Haus haben, ist für mich nun wirklich nicht wichtig. Das Alter hat nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile. Man ist reifer und besonnener. Man hat mehr Lebenserfahrung (mal abgesehen von dieser einen Sache). Ein Klassenkamerad von mir wurde mit 17 Vater. Er war damit total und absolut überfordert. Ich für meinen Teil denke mir, dass ich damit ziemlich locker umgehen kann. Außerdem habe ich die Zeit, in der andere eine Freundin hatten nicht ungenutzt gelassen. Ich habe etwas für meine Bildung getan. Die meisten würden mich wohl als Nerd bezeichen. Ich habe sogesehen zwar etwas verpasst, aber dafür in anderen Bereichen meines Lebens mehr erfahren, intensiveres erlebt und vielleicht auch mehr geleistet als andere. Also ganz so schlimm, wie Du Dir das vielleicht vorstellst, ist mein Leben nun wirklich nicht verlaufen. Zugegeben, es gibt defizite in meinen Leben, aber das wird nicht immer so bleiben.


    Wenn ich meinen Fehler zusammenfassen sollte, dann so:
    "Ich bin zu dick, zu lieb, zu altmodisch erzogen und auch zu feige, wenn es darum geht eine Frau anzusprechen oder einer Frau näher zu kommen."


    Kleines Beispiel:
    Ich sehe Frauen als menschliche Wesen, die etwas besonderes sind. Sie sind klein und zerbrechlich und müssen beschützt werden. Einer Frau die Hand auf den Hintern oder die Brüste zu legen, ist für mich 'ne Sache, da kann ich nicht über meinen Schatten springen. Wenn das Bedürfnis aufkommt, sowas zu tun, dann macht das bei mir im Gehirn klick:
    " RED ALERT!!, MEEP, MEEP, MEEP "

    Irgendwie springt da meine Erziehung an und sagt:
    Nein! Sowas macht man nicht! Sowas tut man nicht!

    Genauso ist das mit der Moral:
    Nee, laß das. Das gehört sich nicht.

    Das ist etwas, woran ich arbeite. Es geht mir dabei nicht darum anschließend grabschend durch die Gegend zu laufen, sondern einfach ein paar Hemmschwellen in meinem Kopf zu entfernen. Ich stehe mir nämlich, wenn es nicht das Aussehen ist, meistens selber im Weg.
     
  • Safirstein
    Gast
    0
    21 Januar 2004
    #34
    Wow. Eigentlich hatte ich schon fest vor, mich hier (als registrierter Leser!)
    zu verabschieden, aber vielleicht kann ich doch noch was zu dem Thema
    beitragen. (Anregung an die Forums-Leute, wie wäre es mit einer Rubrik "ab
    Mitte Zwanzig? Muss ja nicht ausschliesslich sein, aber ich habe das Gefühl,
    die Kompatibilität leidet doch manchmal ein wenig unter den großen
    Altersunterschieden).

    Zu mir selbst:
    Ich bin jetzt 29 und hatte zwar meine erste Freundin mit 18, aber danach
    folgten 6 (wirklich! :smile: dürre Jahre. Diese Jahre waren geprägt von
    - vielen vielen "guten" Freundinnen, in die meisten war ich mindestens einmal
    verknallt
    - einem ausgesprochen guten und bis heute teilweise anhaltendem Freundeskreis
    (Männlein wie Weiblein)
    - einer anhaltenden Frustration darüber, dass ich keine Freundin hatte

    In vielem was du schreibst, lieber T-X, finde ich mich wieder, zumindest, wie
    ich damals war. Es fängt an bei dem Übergewicht, geht über die guten
    Freundinnen und endet schließlich bei deinem Gefühl "Tot sein kann auch nicht
    schlimmer sein".

    Um es kurz zu machen: Gärtenschlank bin ich heute immer noch nicht, es ist
    aber ok genug, um mich in meiner Haut wohl zu fühlen. Und weißt du was? Der
    *rein* äußerliche Aspekt wird mit steigendem Alter unwichtiger. Warum? Weil
    deine potentiellen Partnerinnen dich nicht mehr angucken unter dem
    Gesichtspunkt "Kann ich den vorzeigen" oder "Sieht der aus wie das, was mir
    als attraktiv verkauft wird" (unterbewußt), sondern mehr so mit der Frage im
    Hinterkopf: "Würde ich DEN mit meinen Kindern alleine lassen?" oder aber
    "Kann ich mit DEM die Widrigkeiten einer längeren Beziehung überstehen?".

    Viele Frauen haben mit Ende zwanzig und Anfang dreißig die Nase gestrichen
    voll von so einer bestimmten Art Typ. Viele natürlich auch nicht, aber die
    willst du eh nicht. Von daher: Abnehmen (wir wiederholen uns) ist für DICH
    wichtig und ggf. für deine Gesundheit, für die Partnerschaft als solche ist
    sie nicht entscheidend.

    Dein Mangel an sexueller Erfahrung ist auch nicht entscheidend. Mehr als einen
    Satz braucht man nicht für eine solche Wahrheit! :smile:

    So, wie kommt es jetzt dazu, dass du solo bist und daran nix ändern kannst?
    Ein paar Gedanken:

    - Freundschaften mit Frauen -
    Bist du sicher, dass du den Frauen, die dich interessieren, signalisierst,
    dass du sie attraktiv findest und nicht nur nett? Frag dich ehrlich: flirtest
    du mit Ihnen? Hast du wirklich Lust auf sie? Die Krux mit "guten Freundinnen"
    ist folgende: Du bist wirklich nah an ihnen ran. Du weißt viel von ihnen, sie
    erzählen dir alles, du bist manchmal näher dran als ihre jeweiligen Partner,
    trotzdem steigen sie mit denen in die Kiste. Wie kann das sein? Stimmt es:
    Frauen lieben Arschlöcher? Ich glaube, nicht prinzipiell. Es ist so, als ob
    du zwar unglaublich nah an ihr bist, doch du bist hinter einer Glasscheibe,
    während der Typ, der zwar weiter von ihr weg ist, aber den Vorteil hat, dass
    er auf der richtigen Seite steht. Folge: du bist die ganze Zeit nahe dran und
    darfst am Ende zusehen, wie er sie abschleppt. Das ist Mist.

    Mein Tipp: Versuche nicht, Beziehungen durch *Reden* klarzumachen. Das
    funktioniert nicht. Dabei mein ich nicht, dass du dich ab dem ersten Moment
    tierisch an sie ranmachen sollst, angrabschen oder sonstwas. Nur: Durch das
    ewige Kommunizieren, Rat geben, Da sein, erlischt jegliche Distanz und somit
    auch erotik und romantische Spannung. Das nächste Mal, wenn du dich gut mit
    einer attraktiven Frau unterhalten hast, bring sie nach hause, bedank dich
    für den schönen Abend und gib ihr einen zarten Kuss auf die Wange. Mehr
    nicht. Wenn ihr nicht Reden könnt, seid ihr keinen guten Partner, wenn ihr
    nicht nonverbal kommunizieren könnt, auch nicht. Durch diese (oder eine dir
    besser entsprechende) Geste rutscht du aus dem Muster "guter Kumpel"raus.
    Denn gute Kumpel machen sowas nicht. Die Frau wird sicherlich abends über den
    Kuss auf die Wange nachdenken. Tja, ein wenig die Hose runterlassen muss man
    eben!

    Ich lese gerade nochmal deinen Ausgangsthread, mit dem Wange streicheln. Also:
    ich stehe ja auf Frauen, die so konservativ sind, was Beziehungen angeht,
    dass es ihnen schon auffällt, wenn sie ein Mann mal küsst oder streichelt,
    ich rede ja nicht von einer "Hallo"-Umarmung oder so. Keine Ahnung - bin ich
    total aus dem letzten Jahrhundert? :smile:

    - Schüchternheit, sexuelle Erfahrung -
    Tja, also aus diesen 6 dürren Jahren bin ich ausgebrochen, als ich zum Studium
    von zuhause wegging. Parties ohne Ende, manchmal mehr, meistens weniger
    erquicklich, aber ein Schluck an der rechten Stelle lockert das Gemüt und hat
    auch ein wenig dazu beigetragen, dass ich ein wenig Erfahrungen machen
    durfte. Nur: lass dir bloss nicht einreden, dass es wichtig ist, möglichst
    früh und möglichst viel und möglichst ausgefallenen Sex zu haben. Das ist, in
    der Tat, ein gewisses Problem, welches man in diesem Forum häufig findet. Ich
    bin jetzt vier Jahre mit einer Frau zusammen, die weder "schluckt" noch anal
    mag. Die sich weder sich rasiert noch mich und die es trotzdem schafft, mich
    total zu befriedigen und offen genug ist, dass wir über alle diese Dinge auch
    reden können. Ker, wenn man mit 19 schon zig Sexpartner gehabt hat und alles
    erdenkliche ausprobiert hat - sagen wir es so: ich habe vor, diese Frau zu
    ehelichen und ich finde es super zu wissen, dass wir vielleicht irgendwann
    innerhalb der (hoffentlich) langen Zeit Lust haben, neue und andere Sachen
    auszuprobieren, die eben auch für uns beide neu sind. Kurz: Sex is indeed way
    overrated. Wer immer eine längere Beziehung als nur 2-3 Jahre geführt hat,
    weiß, dass es irgendwann wirklich um mehr geht, als nur wie und wie oft. Und
    meistens sind das Sachen, die viel mehr Arbeit verlangen als der pure Sex.

    - Flirten -
    Flirten ist, meiner Erfahrung nach, eine sehr subjektive Sache. Es ist schwer,
    hier Tips zu geben. Manche Menschen sind sehr sprachgewandt (mir wird das
    teilweise nachgesagt, jahaaaaa! :smile: ), hat man diese Gabe, kann man andere
    Schüchternheit (Blicke, Berührungen) besser verbergen. Wenn du aber
    tatsächlich (und nach deinen Beschreibungen glaube ich das), ein netter Kerl,
    aufgeschlossen und sympathisch bist, dann wirst du das auch packen - auf
    deine Art. Egal wwelche das ist, sie setzt mit Sicherheit ein gewisses Maß an
    Selbstbewußtsein voraus. Nachdem was ich von dir gelesen habe, kannst du das
    haben: Du bist emotional (das finde ich und auch die Frauen, die ich kenne,
    an Männern SEHR wichtig), du bist loyal, du bist verlässlich. Was davon
    braucht man nicht in einer Beziehung? Also! Sei stolz auf dich, geh raus und
    leb dein Leben.

    So, mir fallen noch tausend Kleinigkeiten ein. Vor allem die Worte von v69m
    klingelen noch im Ohr, sie würden einen eigenen Thread verdienen.

    Haut rein!

    Safirstein
     
  • Quendolin
    Ist noch neu hier
    962
    0
    0
    Single
    21 Januar 2004
    #35
    dann brech aus aus dem kreis und zeig's der gesellschaft, dass es auch anders geht :zwinker:
     
  • DieDa
    DieDa (33)
    Verbringt hier viel Zeit
    1.781
    121
    0
    vergeben und glücklich
    23 Januar 2004
    #36
    nun, auch wenn ich zu "den jüngeren" hier gehöre, die allein schon aufgrund ihres alters nicht wirklich was dazu sagen können, möchte ich loswerden dass ich jeden einzelnen beitrag mit interesse gelesen habe.

    ich freue mich, dass du dich gegen deine erste idee entschieden hast, denn ich kann dir (aus erfahrung) sagen, dass alles nur noch schlimmer geworden wäre. ein früher sehr guter freund (20) hatte sich einmal ähnliches von mir gewünscht. ich habe dies zunächst kategorisch abgelehnt, doch (leider) habe ich mich doch dazu überreden lassen. da er sehr aufgeregt war, lief herzlich wenig, und es endete damit, dass er seinen zustand nur als noch schlimmer empfand und unsere freundschaft zerbrach, da er sich und mir vorwürfe machte. ich bereue es, jemals darauf eingegangen zu sein, und werde es nie wieder tun. es hat in mir ein verdammt schlechtes gefühl hervorgerufen, denn immerhin trage ich einen nicht unbedeutenden teil der schuld daran, dass es jemandem, der mir nahe stand ,schlecht geht.

    ich weiß nicht, was einige "jüngere" sich dabei denken, auch noch sprüche reißen zu müssen vonwegen "wie gut dass ich nicht so lebe", damit ist auch keinem geholfen und es zeugt nicht gerade von einfühlsamkeit und sozialer intelligenz, was dann auch dazu führt, dass jugendliche meiner altersklasse als unerwünscht empfunden werden.

    was du geschrieben hast, hat mich sehr bewegt, und so wünsche ich dir viel erfolg auf deinem weiteren weg, du hast ihn verdient!
     
  • Titia
    Titia (40)
    Verbringt hier viel Zeit
    16
    86
    0
    nicht angegeben
    24 Januar 2004
    #37
    Hallo T-X, hallo konstruktive Andere,

    Meine Vorrednerin ist mir im wahrsten Sinne des Wortes zuvor gekommen.

    Ich mag nicht die größte Hilfe hier sein, aber ich möchte Dir T-X (und auch allen anderen, die hier wirklich etwas beitragen konnten) sagen, das mich dieser Thread sehr begeistert. Einfach wegen Eurer Offenheit, Ehrlichkeit und dem aufrichtigen Versuch zu helfen.

    Deine Schilderungen haben mich sehr bewegt und auch nachdenklich gemacht.
    Ich will Dir eigentlich nur zeigen, dass noch jemand mehr dich "gelesen" hat und mit Dir fühlt.

    lg
     
  • walkie
    Verbringt hier viel Zeit
    110
    101
    0
    Single
    24 Januar 2004
    #38
    Hallo, DieDa und Titia,

    ich bin zwar nicht der Threadsteller, aber in einer ähnlichen Situation. Ich möchte Euch ganz herzlich danken für Eure Beiträge. Schön, daß es Frauen wie Euch gibt!!!

    Viele Grüße
    Walkie
     
  • shabba
    Gast
    0
    25 Januar 2004
    #39
    wow, ein interessanter thread.

    dazu kann ich nur den satz
    zitieren, der hier gefallen ist. einfach ein genialer satz - und er stimmt.

    sport ist kein allheilmittel, aber ich glaube trotzdem an die positiven auswirkungen.
    ich wuensch dir viel erfolg bei deiner nicht-suche :zwinker:
     
  • evariste
    Gast
    0
    26 Januar 2004
    #40
    Hi allerseits.

    Ich hab dieses Forum gerade erst entdeckt, und schon gleich einen Thread gefunden, der mich zum registrieren und posten veranlasst. wow.

    Ich bin mittlerweile 32, und haben meinen ersten Kuss mit 28 erlebt, mein erstes Mal bald danach.

    Ich kann alle hier geschilderten Tiefs absolut nachvollziehen. Kumpelschiene, lieber Kerl, Du findest bestimmt mal ...

    Auch das Nebendranstehen, wenn andere offensichtlich Spass haben, kenne ich zu genüge aus eigener Erfahrung, und es passiert mir auch heute noch.

    Ich glaube, der entscheidende Punkt, der mir geholfen hat, war daß ich angefangen habe, darüber zu reden. Zuerst nur schriftlich in einem Inet-Forum, dann aber auch persönlich. Hmm, ich glaube mit meiner besten Freundin habe ich schon ein halbes Jahr vorher darüber gesprochen.

    Naja, wie es auch sei. Wichtig ist es glaubich, zu wissen, daß man nicht der einzige ist, dem es so geht.

    Dieses Reden führte bei mir dazu, daß ich diesen "Makel" als einen Teil meiner selbst erkannt und akzeptiert habe. Als ein Problem, daß ich zu lösen habe. Kurioserweise besteht eine nicht geringe Schwierigkeit darin, herazufinden, was eigentlich das Problem ist.

    Ich habe mich deshalb dazu entschlossen eine Therapie zu machen, und ich muss sagen, daß ich in den letzten Jahren sehr viele Fortschritte gemacht habe.

    Es ist also keineswegs hoffnungslos, aber es Bedarf unter Umständen harter Arbeit an sich selbst.

    Ich weiss heute, dass ich vor 10 Jahren nicht zu einer wie auch immer gearteten tieferen Beziehung fähig gewesen wäre.
    Jetzt bin ich der Überzeugung, daß, wenn sich mein eigentliches Problem bessert, ich auch kurzerhand eine Beziehung haben werde.

    Deine spezielle Frage, T-X, hast Du Dir ja im Grunde schon selbst beantwortet.
    Ich kann Dir sagen, wie ich (re)agieren würde:

    Ich würde die Frage einer guten Freundin gegenüber nicht aussprechen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, daß sie kein Problem damit hat.
    Adererseits, habe ich im Moment keine sehr gute Freundin, und werde mich auch hüten, mir eine anzuschaffen.
    Ein gewisses Maß an Nähe und Intimität gehört in eine Beziehung und nicht in eine Freundschaft. Für mich zumindest. Wenn da eine Grenze überschritten wird, dann lehrt mich die Erfahrung, daß ich vermutlich draufzahle.
    Dann besteht die Gefahr, zum Ersatzmann für Herzensangelegenheiten degradiert zu werden, wenn der aktuelle Schwarm sich wie ein Arsch aufführt.

    Hmm, ich glaub, ich war jetzt nicht sehr gradlinig in meinen Ausführungen, aber es is ja auch schon spät ;-)

    Viele Grüsse und Gute Nacht

    evariste
     

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