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  • ProxySurfer
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    9 Dezember 2009
    #1

    Künstler: Talent nicht notwendig?

    Der Künstler (Maler) Georg Baselitz hat (Sächsische Zeitung, 9.12.09) sich zur Kunst geäußert: "Talent ist gar keines nötig. Wichtig ist absolute Begeisterung für Bilder und Abstraktionsfähigkeit. Anderssein ist existenziell. Haare abscheren, Haare lang wachsen lassen, Hosen zu kurz - alles ganz wichtig. Bilder malen ist nicht wichtig, einen Künstler darzustellen - das ist wichtig."

    Wenn ich manch merkwürdiges Geschmiere und Gekrakel in Galerien sehe, glaube ich : Das stimmt, was Baselitz sagt. Wie seht ihr das?
     
  • 9 Dezember 2009
    #2
    Talent hat man nicht, sondern wird einem von der Masse nachgesagt. :smile:

    Wobei es könnte das Talent sein, den Geschmack einer grösseren Gruppe zu treffen, evtl. sogar DER Masse.
     
  • simon1986
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    9 Dezember 2009
    #3
    Kunst wird produziert, weil es einen Markt dafür gibt. Der Künstler braucht Käufer, sonst verhungert er, oder wenn ihm Kunst nicht so wichtig ist, macht er etwas Anderes.

    Das heisst, dass der erfolgreiche Künstler sich nach Leuten mit Geld umsehen muss. Und Leute mit Geld können sich im Gegenzug kulturelles Niveau kaufen.
    So gesehen steht die Kunst auf der Seite des Geldes.

    Dabei können ganz sicher auch grosse Werke entstehen, aber sicher ist das nicht. Richtig beurteilen kann man das vielleicht erst nach Jahrzehnten.


    Ein heikles Thema, ich möchte mich nicht zu weit vor wagen. :frown:
     
  • User 34612
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    vergeben und glücklich
    9 Dezember 2009
    #4
    Naja, ich denke, ein gewisses Talent ist zur Kunst schon notwendig, aber man sollte vielmehr mit Herzblut dabei sein. Das merkt das Publikum und das macht sehr viel aus.
     
  • Fuchs
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    9 Dezember 2009
    #5
    Das sehe ich auch so. Der Künstler wird zum Künstler durch die Masse erhoben. Vielleicht nur eine kleine Masse an speziell interessierten, vielleicht eine große Masse, wenn er einen breiten Geschmack trifft, aber er selbst entscheidet nicht darüber, ob das, was er produziert, Kunst ist.

    Natürlich kann es Kunst für ihn selbst sein und er kann es so nennen, aber das macht ihn dann auch nur zu einem Künstler für ihn selbst, was in etwa so bedeutungsvoll ist, wie sich einen beliebigen Titel selbst zu verleihen.

    Bedeutende Künstler hingegen sind meiner Ansicht nach also immer von anderen "gemacht" und als solche anerkannt. Nicht selten sogar, obwohl sich der Künstler selbst nicht als Künstler sieht! :jaa:

    Typischerweise ist ein gewisses Talent nötig, um auf andere Menschen zu wirken. Wie auch immer dies geartet ist, ist eine andere Frage, aber Talent allgemein gefasst erachte ich als notwendig um ein Künstler zu werden. Ich stimme der Aussage also nicht zu.
     
  • ülpentülp
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    9 Dezember 2009
    #6
    kunst kommt nicht von können, wie oft und gern behauptet wird/wurde.

    kunst kommt leider oft nur von reputation und/oder image.

    und sollte einmal ein künstler als talent "entdeckt" werden... wer eigentlich bestimmt, welcher künstler ein talent ist? (ich beziehe mich hier mal ausschliesslich auf die malerei).

    kunst ist im wahrsten sinne des wortes "ansichtssache".
     
  • 9 Dezember 2009
    #7
    Man muss nur genug Idioten finden, die ein Stück wollen und es wird als wertvolle Kunst gesehen.
    Angebot und Nachfrage. *g*
     
  • simon1986
    simon1986 (32)
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    9 Dezember 2009
    #8
    Ich bin im Gegenteil der Ansicht, dass eine kleine Elite entscheidet, was Kunst ist. Eine Elite aus Käufern, Kunsthändlern und Kunstkritikern, und auch den arrivierten Künstlern.

    Die kleine "Masse" der an Kunst Interessierten wird dann jeweils in den Medien darüber belehrt was Kunst ist.

    Daneben gibt es noch Hobby-Künstler die mit viel Begeisterung und manchmal grossem Können Bilder malen, und auch einen Markt finden.
     
  • 9 Dezember 2009
    #9
    Das ganze wird aber nur dann zur Kunst, weil die Masse da mitzieht. Wenn sie es nicht tun würde, könnte die Elite viel erzählen. :zwinker:

    Das die Masse eigenständig denken würde, war ja keine Voraussetzung. *g*
     
  • simon1986
    simon1986 (32)
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    9 Dezember 2009
    #10
    Wie stellst du dir die Masse vor?
    Wie kann die handeln, also z.B. mitziehen?
    Als Käufer kann sie ja auch nicht auftreten.
     
  • Fuchs
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    9 Dezember 2009
    #11
    Wenn es darum geht, dass ein Maler ein einzelnes Gemälde erschaffen hat - dann hast du recht. Das kann nur einer kaufen. Ich ging jetzt davon aus, dass Künstler etwas weiter gegriffen ist. Beispielsweise Musiker. Dort hast du eine große Masse, die schlußendlich die Musik, welcher der Künstler produziert auch kauft.

    Im übrigen sehe ich nicht, wo du gegenteiliger Ansicht als ich bist. Im Grunde meinen wir doch so ziemlich dasselbe... :tongue:
     
  • Película Muda
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    9 Dezember 2009
    #12
    Kreativität ist ein MUSS.
    Talent nicht unbedingt.

    Es kommt natürlich immer drauf an, um was für eine Art von Kunst es sich handelt. Wenn wir mal im bildnerischen Bereich bleiben, ist es bei abstrakter Kunst nahezu nachweislich genügend, kreativ genug zu sein sich etwas einfallen zu lassen, das entweder SO nie dagewesen ist und etwas neues darstellt oder etwas zu schaffen, das eine bestimmte Wirkung beim Betrachter erzielt. Wie beispielsweise durch bestimmte Farben, Symmetrien, etc...
    Wenn man jetzt allerdings an Portraits wie die Mona Lisa denkt oder an andere Bilder des Realismus bzw. Bildhauereien etc... dann denke ich doch, dass Talent notwendig ist.
     
  • ProxySurfer
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    9 Dezember 2009
    #13
    Hierzu 2 Gegenbeispiele.

    1. In "stern TV" ließ man einen Affen 3 Bilder "malen" (klecksen) und hängte die auf der "Art Cologne" Fachmesse aus. Sie wären von einem "jungen, kaum bekannten Künstler". Die "Experten" waren sich einig: Was für ein toller Künstler! Als man denen ein Foto des Künstlers (des Affen) zeigte, war die Peinlichkeit bei den Experten groß. :eek:

    2. Auf dem Pariser Montmartre setzte man einen bedeutenden Maler zum Porträtzeichnen hin. Er kritzelte den Touristen ein paar Linien aufs Papier. Die waren darüber erbost und schmissen die Zeichnungen wütend in den Abfall. Ein TV-Reporter holte sie wieder raus, gab sie den Leuten und sagte: "Behalten sie die lieber - die sind von einem berühmten Künstler und haben 1000 Euro wert." :jaa:
     
  • simon1986
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    10 Dezember 2009
    #14
    Ich habe tatsächlich allein an die bildende Kunst gedacht.

    Populäre Musik ist Massenkultur, zum Teil sogar Klassik. Die wird anders vermarktet, weil hier die Masse als Konsument auftritt.

    Lang Lang z.B. kann Konzertsääle füllen, und CDs verkaufen, Maler schaffen Originale, da gilt der Besitz des Werkes als Kultur.


    @ProxySurfer, das sind Wanderanekdoten, wie die berühmte "Fettecke" von Beuys, die irrtümlich von dre Raumpflegerin des Museums entfernt wurde. Aber sie bestätigen meine Ansicht dass die aktuelle bildende Kunst das gegenteil von Massenkultur ist (und sein soll)

    .
     
  • xoxo
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    10 Dezember 2009
    #15
    Meiner Meinung nach zählt eine Idee verknüpft mit Kreativität.

    Wieso sonst, ist eine Studentin an einer Kunsthochschule angenommen worden, weil sie auf ihren Bildern mit ihrem Freund Sex hatte ? Weil es jeder hätte tun können, aber scheinbar niemand vor ihr tat.
     
  • envy.
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    10 Dezember 2009
    #16
    Das unterstreiche ich mal so.

    Und wie definiert man denn Talent? Kunst drückt sich doch nicht nur im Malen und Zeichnen aus. Das wäre doch viel zu langweilig.

    Für dich ist es Geschmiere in den Gallerien, aber dahinter steckt ein Mensch, der etwas zum Ausdruck bringen kann. Kunst muss nicht immer ästhetisch sein. Und überhaupt, was ist denn Ästhetik?
     
  • User 76250
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    10 Dezember 2009
    #17
    Es juckt mich mal wieder in den Fingern... ein Exkurs zu Heidegger und Welsch und Kant... Aber ich lass es.

    Okay, ein Zitat:
    Phaenomenon und Noumenon (hierzu verweise ich auf meinen Beitrag zu den "Plastinaten beim Sex").

    ---------- Beitrag hinzugefügt um 02:11 -----------

    Zum Ausdruck bringen will.

    "Schönheit ist die Weise, wie Wahrheit als Unverborgenheit west." (Martin Heidegger)
    Wobei Schönheit auch durch ihr Gegenteil wesen kann. (s. o.g. Beitrag bei Plastinaten)
     
  • Schweinebacke
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    10 Dezember 2009
    #18
    Was ist eigentlich Kreativität? Steckt in diesem Begriff nicht irgendwie schon ein Zirkel drin. Habe ich viele Ideen, gelte ich als kreativ. Um viele gute Ideen zu haben, muss ich ein kreativer Mensch sein. Wirklich definiert ist dieser Begriff imho nicht.

    Es gibt diese und diese Kunst. Bei vielen eher abstrakten Sachen ist der Schritt von Kunst zu Schrott nur ein ganz kleiner.
    Es gibt aber auch handwerklich perfekte Kunst mit vielen kleinen Details etc. wofür man im Normfall sowohl Talent als auch viel Arbeit benötigt.
    Naja, salopp gesagt, wenn ich irgendwo in die Ecke scheisse, will ich vielleicht auch was zum Ausdruck bringen, Kunst ist dies aber hoffentlich damit noch nicht.
     
  • 10 Dezember 2009
    #19
    Eine Gruppe von Menschen

    Wenn die Gruppe von Menschen zB ein bestimmtes Kunstwerk toll finden, dann handelt diese als Masse.

    Die Masse kann aber interesse für ein Kunstwerk äussern und dadurch steigt der Preis. :zwinker:
     
  • Lenny84
    Gast
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    10 Dezember 2009
    #20
    Talent gehört immer dazu. Die Masse erkennt das Talent bestenfalls, aber sie sagt es nicht nach. Ohne Talent keine Ideen, man sollte wirklich ein Händchen für das haben, was man tut.
     

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