• Niki3k
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    11 Juli 2020
    #1

    Leben ohne Sinn

    Ich habe schon als Kind häufig über den Sinn des Lebens nachgedacht und das Fehlen einer eindeutigen Antwort darauf hat mir Kopfzerbrechen bereitet: "Warum existieren wir, wenn auch einfach nichts existieren könnte?"

    Ich habe für mich festgestellt, dass ich einen Sinn, ein Ziel oder eine Aufgabe brauche, um nicht verrückt oder depressiv zu werden. Vor ca. 5 Jahren habe ich angefangen, Japanisch zu lernen, weil ich später unbedingt in Kyoto als Spieleentwickler bei Nintendo arbeiten wollte. Das war mein Traum und hat meinem Leben einen Sinn gegeben. So gut wie jeden Tag war ich motiviert, etwas neues zu lernen - sei es nun die Sprache oder das Programmieren, oder beides.
    Mittlerweile habe ich diesen Traum verworfen, da ich zur Erkenntnis gelangt bin, dass ich später überhaupt nicht in Japan leben möchte (so schön das Land auch ist).

    Jetzt fehlt mir eine Bestimmung im Leben und jeder Tag fühlt sich wie eine Last an. Ich komme kaum aus dem Bett; das einzige was mich antreibt, ist der Kram, den ich für die Uni machen muss. Die Dinge, die mir früher Freude bereitet haben, tun dies nicht mehr. Wie finde ich wieder einen Sinn?

    Off-Topic:
    Mir ist bewusst, dass das nach Depression klingt, und ich bin deshalb auch in Therapie. Ich würde mich trotzdem gerne über das Thema austauschen.


    Mich würde mal interessieren, was ihr über das Thema Lebenssinn denkt. Habt ihr einen? Wenn ja, was für einen? Denkt ihr, das Leben allgemein hat einen Sinn?
     
  • Demetra
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    11 Juli 2020
    #2
    Das Leben hat keinen Sinn. Außer dem, den Du für Dein Leben festlegst. Das war in meiner Depression die Erkenntnis. Für mich ist also der Sinn: genussvoll Essen, guter Sex, kreativ sein, mich für andere Menschen engagieren, mich selbst lieben und meinem Bauchgefühl folgen.
     
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    #3
    Indem Du aufhörst, danach zu suchen.

    Klingt jetzt primitiv, aber das ist, zumindest für mich, eins der Dinge, die ich mit steigender Lebenserfahrung (ich bin Ü50) denke, erkannt zu haben. Sinn des Lebens ist zu leben. Und das sollte man immer im Jetzt machen. Nichts aufschieben, nie denken "Och, ich lebe ja noch ewig, das kann ich ja immer noch machen." Nein, kann man nicht. Das Leben läuft i.a.R. sowieso immer ganz anders, als man das geplant hatte. Und vor Allem anders, als man sich das mit jungen 20 so vorgestellt hatte.
    Ich bin jetzt in einem Alter, dass ich mir ausrechnen kann, was mir in meinen verbleibenden Jahren noch möglich sein könnte. Und das Ergebnis dieser Bilanz ist, dass ich einige Träume schlicht für immer beerdigen musste.

    Und damit sind wir beim anderen Stuichwort, dass ich für viel wichtiger halte und wo es sein kann, dass Du das mit "Sinn" übersetzt. Ich nenne es "Träume". Oder "Pläne". Die halte ich für extrem wichtig. M.Mn. nach hat man sein Leben aufgegeben, wenn man keine Träume (oder Pläne) mehr hat. Ja, vielleicht ist es der Sinn des Lebens, darauf hin zu leben, dass man möglichst viele seiner Träume verwirklichen kann. Ok, dann gäbe es doch einen Sinn...:grin:

    Man sollte sich aber immer bewusst sein, dass das Leben einem immer wieder Träume und Pläne kaputt machen wird. Daher sollte man immer wieder "sich neu erfinden", sich also auf die Suche nach dem neuen Traum machen. Das kann ein ganz kleiner sein (an einem der nächsten Wochenenden eine 30km-Strecke wandern) oder, wie es bei Dir evtl. im Moment so ist: eine Partnerin finden. Ersteres ist leicht realisierbar, zweiteres hängt von so vielen Faktoren ab, dass man etwas dafür tun kann, aber immer abhängig von Anderen, von Glück, vom Schicksal, von sonst-etwas, sprich: vom Leben, sein wird.

    Für den Moment rate ich Dir: wenn Du gerade kein großes Ziel für Dich siehst, dann suche Dir kleine Ziele. Kleine Träume. Versuche, für den Moment Dein Leben angenehm zu gestalten, Dir selber kleine Dinge gönnen. Der große Traum kommt irgendwann wieder von ganz alleine.
     
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    #4
    Für mich ist es einfach, glücklich zu sein. :smile:
     
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    11 Juli 2020
    #5
    Der Sinn des Lebens ist eine unendliche Geschichte. Wir sind soziale Wesen, die einander durch Interaktionen wechselseitig einen Sinn verleihen. Alles was war, was ist und was sein wird, folgt einer bestimmten Logik. Hinter der Fassade einer bloßen Erscheinung steckt so viel mehr, was das Gegenüber nicht bewusst wahrnehmen kann. So gibt es Schnittstellen genauso wie Gegensätze.

    Und das ist die reine Überlegung des Interagierens der Menschen. Ein sich vor anderen verschließender Mensch erhält auch Sinn durch das Unterlassen von Interaktionen mit anderen. Er isoliert sich, weil er das für sich so als passend erachtet. Das unbefriedigende Gespür, nichts geleistet zu haben, trägt jedoch zu einer Verschlechterung seiner Stimmung bei. Jeder Mensch hat seine Daseinsberechtigung kraft des Daseins allein. Finde zu dir, finde raus, was du wirklich willst und nicht was du mögen solltest. Unzufriedenheit geht oft einher mit verqueren Rollenkostellationen. Das Mensch-Sein ist keine Reduktion aufs Geboren werden, Nachwuchs erzeugen und Ableben in einem unzerstörbaren Zyklus, den man Generation für Generation weiterreicht.

    Für mich ist das Leben voller Herausforderungen und wir werden hinaus in die Welt geschickt, um das beste daraus zu machen.
     
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    11 Juli 2020
    #6
    An dem "einfach" scheitert es aber bei vielen :zwinker:
     
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    11 Juli 2020
    #7
    Zitat Richard David Precht - sinngemäß

    "Besser das Leben hat keinen Sinn, als dass es einen hätte, den ich nicht akzeptieren kann."
     
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    11 Juli 2020
    #8
    Ich zerbreche mir darüber nicht den Kopf, denkt man zwar ab und an aber da man es eh nie rausfinden wird, und das ist mit Sicherheit auch gut so, lebe ich einfach intensiv.

    Ich bin ebenso auch der Meinung es steckt viel in den kleinen Dingen, man muss sie nur wahrnehmen. Mich macht sogar ein Lächeln das mir gilt glücklich. Geh raus und halt die Augen offen, nimm das Leben wahr und dir geht es besser. Oder zerdenke nicht alles, nimm es einfach an.

    Ich glaube es hat alles seinen Sinn im Leben, nur erkennen wir dies manchmal erst viel später oder es offenbart sich uns gar nicht. Aber jeder ist einzigartig und jeder neue Tag ebenso.

    Ziele verwirklichen kostet auch Zeit und Energie. Ich hab selbst schon Berge versetzt und weiß daher nicht immer lohnt es sich. Deshalb bin ich der Meinung man muss nicht immer Großes tun, doch das was einem reizt und auch umsetzbar ist versuchen zu verwirklichen. Allerdings keine Utopien. Auch dein Japanisch war nicht für Umsonst. Bestimmt kommt irgendwann mal die Erkenntnis für was es gut ist.

    Warum willst du nicht mehr nach Japan, wenn ich mal nachhaken darf?
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 11 Juli 2020 ---
    Etwas zu probieren ist immer besser als es gar nicht erst anzufangen.
     
  • Niki3k
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    11 Juli 2020
    #9
    Ich war für drei Wochen dort, direkt nach meinem Abi. Mir hat es gefallen, aber dort permanent zu leben, konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Ich habe sogar das Nintendo-Gebäude dort besucht :grin: (aber nur von außen natürlich).

    Ja, der Meinung bin ich auch. Seit ich mein Studium begonnen habe, interessiere ich mich plötzlich sehr für die Mathematik (in der Schule mochte ich es nicht so sehr). Sollte ich dort jemals etwas erreichen, z.B. ein ungelöstes Problem lösen (was jedoch extrem schwierig ist, muss man dazu sagen), würde es so gut wie niemanden interessieren. Trotzdem würde es mich persönlich erfüllen.
     
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    11 Juli 2020
    #10
    Niki3k
    Also da siehst du doch LAND am Horizont.
    Mach es doch einfach für dich. Ein ehemaliger Lehrer meinte mal, nichts wäre so klar wie die Mathematik. Meins war‘s nicht. Aber vielleicht ist es ja deins. Mach das doch weiter. Oder auf Lehramt später! Ich würde es jedenfalls nicht unversucht lassen. Wege für die optimale Nutzung ergeben sich dadurch vielleicht auch erst mit der Zeit oder nach Beendigung!

    Naja, dann hast du Japan aber wenigsten Mal für 3 Wochen erlebt. Wobei ich ja eher dazu tendieren würde, man kennt ein Land erst richtig, wenn man länger dort verweilt und sich auch mit den Leuten und der Kultur für sich selbst auseinandersetzen muss.

    Mach doch trotzdem noch etwas mit deinem Japanisch. Vielleicht irgendetwas besuchen, wo andere Leute auch dieser Sprache frönen. :smile:
     
  • Carignan
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    11 Juli 2020
    #11
    Für mich besteht der Sinn des Lebens darin das Leben zu geniessen. Klar gibt es auch viele unschöne Momente, trotzdem sollte man das Leben voll auskosten und sich bewusst sein wie wertvoll es ist. Die Vielfalt an Leben auf unserem Planeten ist so Faszinierend, immer wenn ich den Zoo besuche oder eine Naturdoku sehe wird mir wieder bewusst wie unglaublich schön und Artenreich die Erde und das Leben auf ihr ist und zu wissen dass ich ein Teil davon sein darf erfüllt mich immer wieder mit Glück und Euphorie. Freude am Leben und es geniessen, das ist für mich der Sinn des Lebens.
     
  • LAX
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    11 Juli 2020
    #12
    Also bei Wind und Wetter draußen in der freien Natur joggen war für mich immer sehr motivierend, obwohl das auch keinen größeren Sinn hatte. Aber es hat einfach gut getan, es immer auf ein neues zu bewältigen.

    Das hilft dir mit Sicherheit auch aus Depri-Phasen, auch wenn du es nur 1 x die Woche konsequent durchziehst.
     
  • User 32843
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    11 Juli 2020
    #13
    Mir hat da in einer Krise mal sehr die Schriften von Frankl geholfen. Das war ein österreichischer Psychiater, der im KZ war, und da und später untersucht hat, wie manche Menschen auch im KZ ein für sie "sinnvolles" Leben führen konnten. War sehr spannend.
    Er sagt da auch sinngemäss, dass quasi das Leben die Frage stellt "welchen Sinn hat das Leben?" - und durch unser Leben, unsere Entscheidungen etc. geben wir unsere persönliche Antwort darauf.

    Für mich ist das zweigeteilt: bei der Arbeit habe ich in der Tat Sinn - indem ich tatsächlich Menschen das Leben rette, ihnen helfe/sie behandle, und wenn das nicht geht, dann ist der Sinn "Zeuge sein".
    Privat habe ich für mich den meisten Sinn in Begegnungen mit anderen Menschen und dem Erfahren der Schönheit der ganzen Welt gefunden.
     
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  • Niki3k
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    11 Juli 2020
    #14
    LAX Ja, an sich ist die Mathematik das einzige, was mir gerade ansatzweise Freude bereitet. Jedoch ist es ein sehr einsames Hobby. Ich kann mit niemandem in meinem Umfeld darüber sprechen, und auch meinem Wunsch nach einer Freundin kommt es nicht gerade entgegen.
    Was meinen beruflichen Pfad angeht, weiß ich aber schon ungefähr, wo ich hinmöchte. Eher Informatik als Mathematik.
     
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    11 Juli 2020
    #15
    Du willst doch eine Therapie machen. Setzt dir doch als Ziel das beste für dich da raus zu holen.
    So eine Therapie kann einen schon ordentlich beschäftigen und wenn sie was taugt, wird sie dich dir näher bringen.
     
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    #16
    Ich habe mich in dunkleren Phasen auch immer wieder gefragt, was mein Sinn des Lebens ist. Ich habe ihn bei meinen Kindern gefunden, ich bin auf der Welt, damit es sie geben kann und damit sie eine Mama haben. Sie brauchen mich.
    Zuvor waren es meine Eltern, die mich brauchten, leider sind sie inzwischen beide gestorben.
    Das reicht mir in schlechteren Zeiten jedenfalls als Antwort auf meine Frage nach dem Sinn meines Daseins.

    In besseren Phasen suche ich nicht nach dem Sinn, ich kann mich durchaus am Leben erfreuen und sehe keinen Vorteil darin, den Sinn dieser Freude zu hinterfragen.

    Mein Ziel ist es, mich auch in schlechteren Lebensphasen nicht in Grübeleien zu verlieren. Denn ich weiß, dass ich Glück empfinden kann, sogar sehr intensiv. Das reicht mir, um auf der Welt sein zu wollen, einen tieferen Sinn brauche ich nicht.
     
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    11 Juli 2020
    #17
    meine Träume verfolgen

    für mich einstehen

    für andere da sein

    Liebe für die Lebewesen zeigen, mit denen ich den Planeten teile

    mich an den kleinen Dingen erfreuen

    zu sagen "ich bin JETZT glücklich" wenn ich es bin, anstatt mein Glück erst wehmütig in der Rückschau wahrzunehmen
     
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    #18
    Musik (hören und machen), Schreiben und meine Kinder geben meinem Leben Sinn, Tiefe, Bedeutung – und machen mich glücklich. Das Grübeln habe ich derweil aufgegeben. :smile:

    Online findet man sicherlich Mathematiker für den allgemeinen Austausch, Diskussionen oder Freundschaften. :smile:
     
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    #19
    Der Sinn meines Lebens ist ein Leben zu haben, dass sich mit derer anderer verzahnt und ich dort ein Stellrädchen in deren Getriebe bin. Unser aller Leben ist miteinander verzahnt und ich bin in vieler Leben ein (wichtiger) Teil. In manchen ein großes (Partner, Eltern, Bruder, Kinder, enge Freunde), in anderen nur ein kleiner. Aber ich habe es mir selbst zur Aufgabe gemacht dieses Rad zu sein, Menschen anzutreiben, für sie dazu sein, ihnen zu helfen wenn ich es kann, für sie dazu sein und sie nicht zu blockieren.
    So bringe ich diese Welt - im Rahmen meiner Möglichkeiten - weiter.
    Ich bin ein kreativer Mensch. Durch meine Texte möchte ich auch andere Menschen weiterbringen, sie trösten, ihnen Halt geben, sie motivieren, sie fortbilden oder unterhalten. All das gehört zum Sinn meiner Existenz, davon bin ich überzeugt. Das tue ich privat im Freundeskreis, hier im Forum und auch beruflich. Schreiben (und Reden) ist mein Teil etwas beizusteuern in diese Welt.

    Jahre lang half mir der Gedanke an einen liebenden Gott, der unser Leben und unsere schiere Existenz geplant hat. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher. Aber es hat mir viele Jahre gut getan, nicht egal zu sein. Und auch wenn mir Gott selbst nicht mehr so wichtig ist, so ist dieser Gedanke, dass jeder Mensch ein wichtiger Teil eines großen Ganzen ist, ganz ohne dass er Leistung bringen muss, ein schöner Gedanke.

    Wie diese Geschichte 'vom Leib der Gemeinde': Manch einer ist das Herz, dass die Gemeinde zusammen hält. Mancher das Gehirn, der die Buchhaltung oder die Organisation übernimmt. Andere sind die Hände, die anpacken, die Füße die weite Wege gehen, die Ohren die sich die Sorgen anderer anhören oder der Mund der laut singt oder Trost spendet. Und manch einer fühlt sich wie der unnütze kleine Zeh. Aber wer sich einmal den kleinen Zeh verletzt hat, weiß wie wichtig er ist. Abhacken will ihn sich keiner freiwillig, und heute weiß man, dass er zur Stabilisierung des Ganges und zum Gleichgewichthalten dient. So ist jeder ein wichtiger Teil der christlichen Gemeinde - und auch von jeder anderen Gemeinschaft, wie zb einer Familie. Und allein dieses "Teil von etwas" sein hat mir oft ganz viel Kraft geschenkt. Dazu muss man nichts leisten. Es reicht da zu sein.

    Ich habe Sinn, weil ich bin.

    Allen weiteren Sinn habe ich mir selbst gesucht und aus mir selbst heraus gegeben: Ich bin Partnerin, Mutter, Tochter, Schwester, Freundin, Cousine, Patentante, Nachbarin, Arbeitskollegin, etc. In all diesen Positionen habe ich "Sinn" für andere Menschen. Ich habe Funktionen für das Leben anderer. Diese wachsen und verändern sich im Leben.

    Vor wenigen Jahren beweinte meine Mutter ihren Funktionsverlust uns erwachsenen Kindern als "Mutter" gegenüber uns. Heute ist sie als Oma wieder einer der wichtigsten Menschen im Leben zweier kleiner Menschen. Manchmal kommt der Sinn ganz von alleine. Man muss ihn nicht suchen, er kommt einfach.

    Mit 20 kann man das noch nicht immer sehen. Und das ist in Ordnung. Der Sinn deines Lebens bleibt auch nicht immer gleich. Wir bewegen uns. Mental, physisch und emotional. Und damit verändert sich der Sinn.
     
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  • Violettelotl
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    12 Juli 2020
    #20
    Naja, Ich bin nach viel Nachdenken und über den Sinn "sinnieren" bezüglich dem "Sinn des Lebens" nur auf folgendes gekommen:

    Wäre es "42" dann hat es einen gewissen Wahrheitsgehalt weil es primär gar keinen Sinn braucht, das Leben steht für sich selber ohne einen Sinn zu beanspruchen. Sekundär gesehen darf es dennoch einen Sinn geben, allerdings darf der Sinn nicht über dem Leben als etwas sinnbefreites stehen. D.h. es sollte adaptiv das Leben als dessen Grundlage erweitern. Daher besteht dieser erweiterte Sinn darin Hoffnung zu haben, sie stets nicht zu verlieren und auf Basis dieser Hoffnung das erstrebenswerte Glück und Glückseeligkeit. Sicherlich ist hier der Weg das Ziel denn, man sollte im Grundsatz selber die Veränderung sein die man sich im Leben wünscht. Vom Kleinen fängt alles an bis es irgendwann in etwas Grosses mündet, durch Vertrauen, Hoffnung, ungebändigter Wille und natürlich Herz.

    Dazu sollte man erstmal verstehen wie ich das mit dem Geist sehe: Der Geist ist nicht eine Grundlage sondern eine Art Expander. Das worauf das gesammte Fundament gebaut ist das sind die Verbindungen von allem und mit allem das im Herzen ruht. Des Geist der kann diese Grundlagen, teils mächtig, intensivieren. Sofern jedoch diese Grundlage nicht oder fast nicht da ist so kann er auch kaum oder gar nicht als Expander wirken. Sofern man selber nicht genug von dieser Grundlage hätte, jedoch enorm viel Geist, dann könnte auch jemand anders diese Grundlage ergänzen: Je näher diese Entität (es kann im Prinzip auch so etwas wie Mutter Natur sein, ich spreche also von Entität) einem steht desto mehr Herz kann es ergänzen. Am Ende möchte ich mit dieser Erkenntnis aussagen: Wir brauchen alle von uns... keiner ist der Existenz komplett überdrüssig, somit ist auch ein Sinn immer möglich.

    Off-Topic:
    Ich sehe es eigentlich als eine Mode der Degenerierung, des öfteren kurz vor einer Dekadenz mit dem daraus resultierenden Wertezerfall, wenn man per se mit destruktiver Kritik so ziemlich alles am "Zerfleischen" ist, eine koninuierliche Abwertung; denn so monoton ist diese Welt glücklicherweise nicht, nur einfach immer, mehr oder weniger, ungerecht. Insofern darf man auch möglichst grosse Worte einfach mal im Imperativ stehen lassen und sich auf ähnlicher Ebene ergänzen, anstatt immer und jedes gehämmert oder gemeisselt auf die eigene Weltanschauung verbiegen zu wollen. Man kann durchaus auch auf mehreren Perspektiven reiten und im Extremfall, sofern es nicht zu ergänzen ist, kann man auch einfach etwas Distanz aufsuchen ohne aber diese andere Entität gänzlich zu verleugnen oder mit destruktiver Abwertung auf immer und ewig zu benetzen. Wenn z.B. Meine Partnerin unbedingt in einer Berghütte wohnen möchte und ich in einer Stadtwohnung, dann ist selbst Fernbeziehung noch eine Option... selbst solche krasse Differenzen könnten keine innige Liebe zerbrechen. Lediglich wenn man versuchen würde es mit destruktive Kritik zu benetzen, es nicht auch als etwas eigenes einfach stehen lassen kann, erst dann wäre jeder gemeinsame Weg gänzlich unmöglich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 Juli 2020

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