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  • ProxySurfer
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    28 Juli 2008
    #1

    Penis & Antike

    Ich habe mal irgendwo einen Artikel über Olympia in der Antike gelesen. Damals mussten alle Sportler bei den Wettkämpfen nackt antreten (ihr werdet bestimmt solche Reliefs oder Bilder gesehen haben). Nun war es aber im alten Rom verpönt, seine Eichel öffentlich zu zeigen. Das bedeutete, alle Sportler mussten sich vor dem Wettkampf die Vorhaut an der Penisspitze zubinden (das ist kein Scherz, das war wirklich so!), damit man die Eichel nicht sieht.

    Angenommen, ihr würdet heute in der Antike leben:
    1. Würde das bei euch überhaupt gehen, zuzubinden?
    2. Was würde bei einer Erektion passieren? Bei welcher Sportart würdet ihr evtl. eine Erektion kriegen? :zwinker:

    @ w: Ihr könnt für euren Partner antworten.

    Was Beschnittene damals gemacht haben, stand nicht in dem Artikel. Wobei ich nicht weiß, ob es damals schon Beschneidungen gab.
     
  • drusilla
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    28 Juli 2008
    #2
    Was hat das alte Rom mit den klassischen Olympischen Spielen zu tun? :ratlos:

    Jedenfalls: Ich glaube, wer plante, Sportler zu sein, hat so viel geopfert, bis hin zu seinem Leben - da wird es wohl ein kleines Opfer gewesen sein, auch auf eine Beschneidung zu verzichten. Und Beschneidung war wohl kaum "Mode" wenn es dann anschließend verpönt war, nackt war man(n) ja nicht nur als Athlet bei den Spielen (wobei ich mir nicht sicher bin, ob die "Olympischen Spiele" Nero's noch nackt stattfanden. Wohl eher nicht...
     
  • xoxo
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    28 Juli 2008
    #3
    1. Würde das bei euch überhaupt gehen, zuzubinden?
    Ich kann mir soetwas schlecht vorstellen und bin überfragt, ich weiß nicht, ob das bei ihm ginge. :ratlos:

    2. Was würde bei einer Erektion passieren?
    Ich als Frau hoffe doch, dass Olympia nicht gerade wenig Anstregung kostet, sodass viel Blut für Hirn und andere Glieder gebraucht werden, nicht aber für den Schwanz ...

    Bei welcher Sportart würdet ihr evtl. eine Erektion kriegen?
    Wagenrennen, wenn er die Peitsche ausversehen selber abbekommt.
    Und vllt. Ringen, da er bi ist. :-D

    Genau das habe ich mich auch gefragt ...
     
  • ProxySurfer
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    28 Juli 2008
    #4
    Sorry, das war wohl in Griechenland. Aber im alten Rom hat es auch "Nacktsport-Wettkämpfe" gegeben. Ist schon ne Weile her, als ich den Artikel las.
     
  • drusilla
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    28 Juli 2008
    #5
    Aha, ok. Na wie auch immer, ich bleib dabei:

    1. Wenn Nacktheit normal war (siehe z.B. Sport oder Thermen) und das öffentliche Zeigen der Eichel nicht, dann waren Beschneidungen wohl unüblich.

    2. Ein Sportler der olympischen Spiele hat genau dafür gelebt und auf alles andere verzichtet. Die Männer sind gestorben, um zu gewinnen. Da wird keiner gejammert haben, dass er doch lieber beschnitten wär, oder dass das Zubinden weh tut. Dafür waren die Wettkämpfe einfach zu wichtig.
     
  • Beelion
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    28 Juli 2008
    #6
    moment wer tritt da nochmal an...?



    achja MÄNNER :zwinker: :engel:
     
  • snoopy_sp
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    29 Juli 2008
    #7
    Ich wage es auch zu behaupten, dass die Beschneidigung aus religiösem Hintergrund aus Jerusalem und dem persischen Raum kam und in Griechenland unüblich war, weil es hier keinen religiösen Hintergrund solcher Art gab.
    Ob das wirklich stimmt wre natürlich noch zu belegen^^ :grin:
     
  • User 64931
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    29 Juli 2008
    #8
    So einen Bericht kenne ich auch. Demnach hatten vor allem Juden das Problem mit der freien Eichel, so dass grade die sich die "Resthaut" vorne zubinden mussten.
     
  • User 11466
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    29 Juli 2008
    #9
    So isses. Gab mal vor ewigen Zeiten im 'Spiegel' einen Bericht darüber. Muß auch im Sommerloch gewesen sein...
     
  • many--
    many-- (34)
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    29 Juli 2008
    #10
    Ok, das mit der Eichel habe ich noch nie gelesen. Na gut, Antike ist ja auch nicht so mein Fachgebiet. Aber es würde mich schon interessieren, was da die Quelle sein soll.

    Ich weiß nicht, ob die Griechen sich haben beschneiden lassen. Es ist aber so gewesen, dass auch Leute bei Spielen angetreten sind, die keine Profisportler waren, zB diverse "Promis" wie Phillip von Makedonien, der Vater des großen Alex. Also vermute ich mal frei, dass allgemeine Beschneidung nicht soo üblich war, es dem potentiellen Olympioniken also durchaus möglich war, sich den Dödel in regelkonformer Weise zu präparieren.

    Zu Rom: nach der römischen Besetzung Griechenlands haben die ollen Togaträger natürlich auch an den Spielen Interesse gefunden. Der berüchtigte Kaiser Nero beispielsweise (gut, das ist schon etwas später...) ist einmal auf einer Griechenland-Tournee bei diversen Spielen aufgetreten, allerdings in der Sparte "Sänger (männlich)", also vermutlich nicht nackig und ohne Eichelpein. - Generell war der römische Mann Nacktheit in gewissem Ausmaße gewohnt - Thema öffentliche Badeanstalten - aber da generell griechische Sitten für den stolzen Römer immer ein Geschmäckle hatten und öffentliche Nackheit vor tausenden von Fremden wohl auch die römische Prüderie ein wenig überfordert hätte, würde ich mal tippen, dass kein Italiker auf den Gedanken gekommen wäre, sich den Dödel abzubinden, um gewissen ausländischen Sitten zu entsprechen; eher hätte man die ollen Archaier per senatusconsultum aufgefordert, ihre degenerierten Angewohnheiten zu Gunsten römischer Eichelfreiheit aufzugeben.
    Römer waren auch meines Wissen eher nicht beschnitten; was Intimhygiene anging, war wohl eher Körperrasur ein Thema.

    Und zum letzten Aspekt der Frage: ja, ich könnte mir da schon was zubinden, wenn ich wollte. Aber ich will nicht :zwinker:
    Bei einer Erektion würde dann entweder die Kordel oder mein Penis nachgeben.

    Und bei welcher Sportart... hm. Also, es soll schon vorgekommen sein, dass auch ein nichterotischer Erregungszustand Erektionen hervorgerufen hat, zumal bei Körperkontakt. Ansonsten wäre ich vermutlich in einer reinen Männerveranstaltung eher nicht in Gefahr.
     
  • ProxySurfer
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    29 Juli 2008
    #11
    Also hier ist die Quelle:
    Hans-Peter Dürr: "Intimität", Suhrkamp Verlag, 1990 (Habe ich mal irgendwo billig gekauft). Im Internet habe ich noch nicht nachgeschaut.
     
  • many--
    many-- (34)
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    29 Juli 2008
    #12
    Ach, Dürr. Der große Elias-Kontrahent :zwinker:

    Das ist sicher ein seriöser Forscher, keine Frage. Ich selber habe den Band nicht im Regal, bei mir steht noch der olle Zivilisationsprozess von Elias. Natürlich würde die Sache mit der Eichel dem Dürr gut in seine Argumentation passen, aber mich würde dann wieder ehrlich interessieren, welche Quelle Dürr für dieses spezielle Detail denn angibt.
    Diese Kulturwissenschaftler, und das gilt natürlich auch und vor allem für Elias, haben nämlich die Neigung, ihre Quellen etwas unorthodox auszuwerten, jedenfalls aus historisch-handwerklicher Perspektive.
     
  • ProxySurfer
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    30 Juli 2008
    #13
    @ many:

    Ich glaube schon, dass Dürr die Wahrheit schreibt, denn es gibt im Buch eine historische Abbildung eines Speerwerfers, auf dem eindeutig die zugebundene Vorhaut zu sehen ist. Da Suhrkamp ein seriös recherchierender Verlag ist, glaube ich nicht dass da nachträglich was drangemalt wurde.
     
  • einTil
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    31 Juli 2008
    #14
    Bei mir könnte man zubinden. Erektion? Hm, ich glaub beim Leistungssport braucht man sein Blut woanders. Sonst: gemischtes Ringen :zwinker:
     
  • many--
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    31 Juli 2008
    #15
    @Proxy-Surfer: ich gehe ja nicht so weit, zu behaupten, dass der Wissenschaftler Dürr aus der hohlen Hand heraus irgendwelche Eichel-Fakten erfinden würde (der Verlag hat da imho weniger qas mit zu tun). Es ist aber so, dass fachfremde Wissenschaftler (Dürr ist Ethnologe, glaube ich) oftmals Fehler machen, wenn sie historische Quellen interpretieren sollen. Elias macht das zB dauernd, deswegen ist sein Buch heute für Historiker überholt.
    Bildquellen wie die von dir erwähnte sind zB immer sehr problematisch, weil sie (wie natürlich auch Textquellen) voller Topoi und mythologischer Anspielungen stecken und eben nicht die Wirklichkeit widerspiegeln.
    Aber natürlich ist so ein Bild ein interessanter Anhaltspunkt. Ich werde das Buch mal in unserer Bibliothek suchen, das Thema interessiert mich jetzt :zwinker:
     
  • User 64931
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    31 Juli 2008
    #16
    Was mir noch einfällt zu
    Off-Topic:
    Ich weiß nicht, ob die Griechen sich haben beschneiden lassen. Es ist aber so gewesen, dass auch Leute bei Spielen angetreten sind, die keine Profisportler waren, zB diverse "Promis" wie Phillip von Makedonien, der Vater des großen Alex. Also vermute ich mal frei, dass allgemeine Beschneidung nicht soo üblich war, es dem potentiellen Olympioniken also durchaus möglich war, sich den Dödel in regelkonformer Weise zu präparieren.


    Das Problem der "öffentlichen Eichel" betraf ja zumeist nur die jüdischen Teilnehmer.
     
  • many--
    many-- (34)
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    31 Juli 2008
    #17
    Bleibt die Frage, wie viele Juden denn an den Spielen teilgenommen haben, dass die Eichel-Sache zu einem so ernsten Problem wurde, dass sogar Überlieferungen dazu erhalten sind?
    Eventuell müsste man fragen, ob die Beschneidung auch in anderen Teilen des hellenistisch geprägten Ostens üblich war, aus dem sich dann evtl mehr Teilnehmer hätten rekrutieren können.
     

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