• smithers
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    19 Januar 2006
    #21
    Also – es gibt keine perfekte Sache. Es sind stets Dinge die man verbessern kann. Wenn man glaubt, es ist etwas perfekt – dann hat das nur solange Bestand bis man sich selbst weiter entwickelt hat. Alles verändert sich auch Du – und mit der Veränderung wird das scheinbare „perfekte“ so ziemlich „unperfekt“. Es ist also ein ständiges nachkorrigieren notwendig um eine Sache in deinem Kopf wieder „perfekt“ zu machen.
    Eines ist gefährlich, nämlich der Meinung zu sein, man ist perfekt. Jeder definiert „Perfekt sein“ anders. Nimm deine Aussagen von deinem Freund, in seinem Auge bist Du perfekt – er hat Dich als „toll“ bezeichnet, der Kontext verrät, dass er es auf dein Aussehen bezogen hat – aber Geschmäcker sind grundliegend unterschiedlich. Es gibt also kein Perfektionismus bezüglich Aussehen Man versucht meistens viel mehr irgendein Idealbild zu folgen. Ich denke es wäre wirklich fatal hier den „optischen Perfektionismus“ hinter herzueilen – meist versaut das den Charakter.

    Was dein Outfit angeht – da liegt Waschbär denke ich auf der richtigen Wellenlänge – aufpassen das kann sehr schnell krankhaft werden!

    Niemand ist perfekt in seinem Beruf – Du kannst gut sein, vielleicht auch sehr gut, aber nicht perfekt. Ich weiß wovon ich spreche – ich versuche jedes Mal das perfekte Gutachten zu schreiben. Und jedes Mal unterlaufen mir hier und da Fehler – ein total normaler Vorgang. Und ich schreibe nicht wenig – mein Fehler – ich schreibe zu schnell.

    Du kannst es nicht jeden Recht machen auf dieser Welt. Das liegt daran, das jeder Vorteil auch ein Nachteil nach sich zieht. Der Versuch, jeden es Recht zu machen wird Dich aufreiben, bis Du täglich mit Magengeschwüren zu kämpfen hast – und letztendlich in eine Depression fällst. Weil Du das Gefühl hast versagt zu haben – das ist falsch, Du hättest dann nicht versagt, sondern einfach zu viel von Dir verlangt. Würdige deine Leistungen – und mache sie nicht immer runter, denn das tust Du wenn Du immer noch „perfekter“ werden möchtest.

    Zitat:
    Wenn ich dann merke, wie unperfekt ich eigentlich bin, werde ich unglücklich, manchmal richtig wütend und manchmal lasse ich das an anderen aus. Das macht mich nur noch unperfekter und unglücklicher.

    Siehst Du, dass meinte ich ... würdige deine Leistung und Du wirst glücklich!

    In meinen Augen ist jeder Mensch ein tolles Geschöpf – ich suche nicht nach Perfektionismus – ich suche nach dem Besonderen. Und das ist doch dass was uns Menschen so einzigartig macht. Setze Dir ein Ziel und versuche es zu erreichen. Wenn Du es erreicht hast, dann klopfe Dir auch mal auf die Schulter und würdige es. Dann darfst Du die Messlatte wieder nach oben drehen und wieder versuchen dieses neue Ziel zu erreichen. Weist Du eigentlich, wie es ist richtig zu versagen und dann doch beim zweiten Anlauf das Ziel zu schaffen ? Das sind erfahrungswerte, die ich in meinem Leben auf allen Ebenen sammeln musste und ich bin froh drum. Es hat mich und meinen Charakter reifen lassen. Du mußt Fehler machen, um zu lernen und um Dich weiterzuentwickeln. Ein Mensch, der eine Sache lieber sein lässt weil er Angst hat vor dem Versagen betrügt sich um die „süßesten Früchte“ des Lebens. Ich hatte oft Angst im Leben – im Studium, dass ich es nicht packe, im Job, weil ich Angst hatte, ich bin dem Stress nicht gewachsen – und ich habe mich trotzdem diesen Aufgaben gestellt. Ich bin oft auf die Nase gefallen – aber jetzt gehöre ich zu einer Elite in einem Fachbereich – ich kann sagen, es gibt nur 6 Leute in Deutschland, die das machen was ich mache – und ich gehöre zu den besten – weil ich mich getraut habe und weil ich auf die Nase gefallen bin – und nun darf ich auch mal „prollen“ und Stolz auf meine Leistungen sein – kannst Du Dir vorstellen wie das runtergeht – wie Öl ....

    Ich kann Dir nur Raten, auch mal an Dich zu denken – belohne Dich für Ziele die Du erreicht hast. Du bist scheinbar ein Mensch, der nur das schlechte an Dir sieht – aber nie das gute. Das ist verkehrt und auch nicht fair Dir gegenüber selbst. Klopf Dir doch mal auf die Schulter und bade im Erfolg – glaube mir, wenn Du diese Lebensweisen verinnerlichst, dann wirst Du die Welt aus ganz anderen Blickwinkel sehen.

    Viel Erfolg bei allem!
     
  • space
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    nicht angegeben
    19 Januar 2006
    #22
    Vielleicht ist das sogar eines der elementarsten Probleme unserer (meist nur vermeintlich) gebeutelten Industriegesellschaftsseele.


    Meine Oma nannte so etwas noch "verzogene Rotzgöre" Syndrom:grin:
    Frei nach dem Motto: Hast Du keine Probleme, schaff' Dir welche:zwinker:

    Das war jetz aber wirklich humorvoll gemeint. Habe mich weiß Gott früher genügend mit Minderwertigkeitskomplexen etc. rumgeschlagen. Heute kann ich das überhaupt nicht mehr nachvollziehen bzw. bin teilweise einfach nur froh, daß diese Scheiße vorüber ist. Meine Rettung war übrigens das Älterwerden. Der Nachteil daran: Hat rel. viel Zeit benötigt:zwinker:

    Der Vorteil: Dieses Inbefriedigtsein / Ehrgeiz / Streben nach etwas Anderem hat natürlich auch einige total geile Erlebnisse provoziert / motiviert. Deshalb denke ich mir meistens heute bei ähnlichen Gedanken: Sei tolerant Deinen eigenen Gefühlen gegenüber, schau' mal, wie die Welt morgen aussieht und vor allem: Mach' im Endeffekt das, worauf Du Lust hast, selbst wenn es sich hinterher als Fehler oder Unvernunft rausstellen sollte. Im Endeffekt lohnt es sich doch immer.
     
  • Céleste
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    19 Januar 2006
    #23
    mmmh... ich finde immer noch nicht, dass man sich zu wichtig nehmen kann und ich finde auch überhaupt nicht, dass man es als "verzogen" bzeichnen kann, wenn ein Mensch seine eigenen Bedürfnisse und Probleme ernst nimmt!
    Es ist wahr, dass sich viele Leute "wichtig machen" (mit Herumgeprolle usw...). das hat doch aber nichts damit zu tun, wenn sich jemand "wichtig nimmt".

    @Chocolat: Ist es nicht ein Widerspruch, wenn du einerseits sagst, man müsse jedes Problem ernst nehmen /und andererseits meinst, dass man sich dabei selbst zu wichtig nehmen könnte?

    @space: Ich finde, man muss sehr vorsichtig sein, wem man die Probleme von Menschen in Industrieländern als "nicht so gravierend" einstuft. Weißt du eigentlich, wieviele Menschen unter uns an schweren Depressionen erkrankt sind, an Ängsten, Zwängen, Psychosen usw leiden?! Ich glaube, du hast keine Ahnung, was es für Probleme gibt...Sorry, aber irgendwie klingt dein Beitrag so. (kann sein, dass es falsch rübergekommen ist?)

    Naja...so langsam kommen wir vom Thema ab. :smile:
     
  • waschbär2
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    vergeben und glücklich
    19 Januar 2006
    #24
    Wenn es einen Preis für den dümmsten Beitrag des Monats gäbe, hätte ich hier einen Kandidaten gefunden ... :kopfschue

    Der Hang zum Perfektionismus - und ich meine jetzt nicht die "normale" Leistung, die jeder zu seiner eigenen Zufriedenheit erbringen möchte - ist fast immer in irgendwelchen Defiziten verwurzelt, die man in der Vergangenheit von der Umwelt in irgendeiner Art und Weise "eingeimpft" bekommen hat.
    Und daran sollte man arbeiten, das ist die Baustelle, wenn es wirklich zum Problem wird.
     
  • Renner
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    20 Januar 2006
    #25
    ja ich kenne das chocolate.ich denke auch oft:was denken die anderen?das versuche ich schon länger loszuwerden,selbständig ohne hilfe,wobei ich mich auch schon im innersten gefragt hab ob es nicht besser wäre einen selbstwerttraining ala psychologe zu machen...aber das ist nicht das problem.
    eigentlich schreibe ich hier nur,weil du schreibst,das du die perfekte figur willst und dazu nur obst isst

    könnte mir vorstellen(auch wenn ich falsch liege,im innersten bin ich fest überzeugt),dass du,so konsequent wie du dich beschreibst,wie du alles perfktionierst,auch konsequent dein essen ausbrichst.

    meine schwester hat(te) das und ich hab das alles hautnah miterlebt,wenn stress in der familie auftritt,man sich die schuld gibt für alles,einen körperlich kaputten menschen sieht,der seine lebenserwartung drastisch herunterschraubt und man miterleben muss wie ein mensch den man im herzen so gern hat vior einem vor erschöpfung zusammenbricht...das solltest du dir und deinen lieben ersparen...ist bei mir schon jahre her dass es bei uns so extreme bangen um meine schwester gab,aber es flackert immer wieder auf,wenn es verdachtsmomente gibt und im kopf hat sich der seelische schmerz beimir auch eingebrannt,auch wenn ich gut drüberweg bin.vergessen werd ich nie


    such dir hilfe und red mit deinem freund und allen denen du vertraust und wage dich falls nötig an eine behandlung heran

    kann das nicht sehen wenn jemand sein leben so wegwirft,der alles noch vor sich hat...denk drüber nach

    mfg renner
     
  • smithers
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    20 Januar 2006
    #26

    ?? Meinst Du nun meinen Beitrag damit – oder wie? Bist jetzt – selbst beim kritischen Lesen kann ich nichts dummes daran erkennen – bis auf die Wortdreher, Tippfehler und Rechtschreibfehler, die ich aus zugegebener Faulheit nicht korrigiere – selbst wenn ich sie sehe.


    Wenn es so sein sollte, wie ich vermute, dass Du meinen Beitrag meintest, dann kann ich nicht wirklich die Kontroverse zu meinem Beitrag und deinen Äußerungen sehen. Die Gemeinsamkeit deines und meines Beitrages liegt m.E. darin, dass wenn man sich mit dem „erstemal Zufrieden „ gibt was man erreicht hat. Und nicht ständig sich verbessern will. Beim erreichen eines Ziels, kann man die Messlatte höher setzen – eher nicht. Vergleiche es mit Bergsteigen, ich fange doch erst mal an die zugspitze zu besteigen, bevor ich mir dem Mount Everest vornehme. Das eingeimpfte Verhalten wird nämlich genau mit dieser Art und Weise höchst effektiv eingedämmt. Eine Vergangenheitsbewältigung kann nur mit anderen Denkmuster bewältigt werden – und nicht mit dem Bewusstsein, dass man in diesem Bereich ein Problem hat.
     
  • Chocolate
    Chocolate (36)
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    20 Januar 2006
    #27
    Fest überzeugt? Im innersten? Wie kann das sein? Du kennst mich überhaupt nicht. Und nur anhand eines Beitrags eine solche Vermutung aufzustellen halte ich für unangebracht.
    Du liegst falsch.
     
  • Piratin
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    #28
    So war ich auch mal, dank der Erziehung meiner Eltern :zwinker: Bis ich rausgefunden habe dass das anderen Leuten relativ am Allerwertesten vorbeigeht....meine Freunde haben mich auch lieb ohne das perfekteste Geschenk, mein Freund findet mich auch morgens mit zerstrubbelten Haaren (ich sag euch, das ist ein irrer Anblick bei mir morgens) und morgendlichem Munfgeruch :zwinker: vollkommen süß und zum Anbeißen, meine Meerschweinchen sind quietschfidel und gesund auch wenn sie nicht jeden Tag frisches Gras bekommen und kein Riesenterrarium von 100 qm haben (ich sag euch, diese Tierhomepages machen mich fertig.....)

    Außerdem wird man doch gerade für seine Fehler und diese kleinen lustigen Unperfektheiten geliebt, oder?
     
  • space
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    20 Januar 2006
    #29
    Meine beste Freundin arbeitete 20 Jahre auf der geschlossenen Abteilung und ich hatte auch extra geschrieben, daß ich auch lange unter Depressionen litt. Meine Schwester hatte einen halbwegs ernstzunehmenden Selbstmordversuch. Also unterstelle mir nicht Ignoranz bei diesem Thema!:mad:




    Bei mir war es eben genau das "mich selbst zu wichtig nehmen". Was das mit Rumgeprolle zu tun haben soll, entzieht sich meiner Kenntnis und will ich eigentlich auch gar nicht wissen.

    Ich will nur sagen, daß die meisten Menschen, welche mal wahres Unglück (Armut, Krankheit, Tod) erlebt haben, meist viel eher wissen, was wichtig ist. Und dazu gehört nunmal nicht, ob man 2 oder 9 Freunde hat oder ein oder drei Kilo zuviel um die Hüften hat oder die Frisur gut liegt.

    Daß im Rückschluß nicht Jeder am eigenen Leib verspüren muss, was Leid heißt, hatte ich ja bereits geschrieben. Ich gestehe Jedem sein Psychose / Macke / Neurose / Tick und die dazugehörenden Ursachen und die Be- und Verarbeitung dieser Probleme zu, jedoch wollte ich einfach mal aus eigener Erfahrung sprechen. Ganz ohne Besserwisserei oder sonstwas. Es war einfach nur so, wie es bei mir lief...

    Schön gesagt!
     
  • Viech
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    vergeben und glücklich
    20 Januar 2006
    #30
    bei diesen leuten (auch 1junge fällt mir ein) geht es nicht vorrangig ums aussehen. die gesellschaft möchte ja auch nicht nur gutaussehende, aber dumme bürger... nein, diese leute wollen einen perfekten freundeskreis, perfekte freizeitaktivitäten, perfektes aussehen (aber eben nicht barbiemäßig, sondern natürlich schön, also eben perfekt), den perfekten freund (wenn ich da nur an diese eine geschichte denke.... :eek: :ratlos: ), etc.

    und DIESER perfektionismus ist es, den ich so verabscheue. das perfekte mädchen von neben an quasi. in allen bereichen des lebens perfekt... :wuerg:


    @chocolate:

    ich meinte eigentlich auch nicht direkt, dass du "karriere-geil" bist. hab mich da nicht passend ausgedrückt! aber eben eine frau, die alles wunderbar/perfekt unter dach und fach bringt: familie mit kindern (erziehung etc) und mann (sex etc), job, freizeit, ... alles perfekt aufeinanderabgestimmt und reibungsfrei...

    klar ist das toll, aber unrealistisch und solangs ohne "wirkliche" probleme abläuft ist es auch mit ein paar reibungen noch "tragbar"... hoffe du weißt, was ich mein!?
     
  • Chocolate
    Chocolate (36)
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    Verheiratet
    20 Januar 2006
    #31
    Ich weiß auch nicht ganz wen er meint, aber ich glaube du bist es nicht.
    Hm...wenn er nicht schon vorher was auf meinen Thread geschrieben hätte, hätte ich ja gedacht er meint mich...

    *grübel*
     
  • Céleste
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    20 Januar 2006
    #32
    Ich dachte eher, er meint mich...

    übrigens@Viech: Ich verstehe jetzt besser, was du meintest. Mir geht es doch genauso wie dir. Ich hasse diesen verdammten Perfektionismus auch wie die Pest. Und ich glaube, wenn man sagt, dass man Leute hasst, die versuchen perfekt zu sein, hast man eigentlich nicht die Leute - sondern den Druck der von der Gesellschaft ausgeht und den man an sich selbst spürt.

    @space: Aha! Ich glaube, jetzt begriefe ich langsam, was du meintest. Immer diese Missverständnisse... Was du geschrieben hattest, hat sich für mich eben so angehört, als würdest du die Probleme von anderen herunterspielen....
    Jetzt muss ich mich nicht mehr aufregen und ich hoffe, du auch nicht! ;-)
     
  • re_invi
    Gast
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    20 Januar 2006
    #33
    ich bin auch perfektionist. früher war das ganz ganz extrem, also als ich klein war. da hab ich z.b. beim überspielen einer kassette einen kleinen fehler gehört und alles nochmal neu auf eine neue kassette überspielt. heute bin ich sehr sehr kritisch mit allem. wenn bei einem gemeinsamen projekt was nicht so läuft wie ich mir das gedacht habe, dann greife ich ein, schließlich steht am ende mein name da mit drunter. ganz schlimm ist es bei kunst/musik, da feile ich wirklich so lange bis wirklich alle kanten ab sind, aber irgendwie ist es dann uninteressant bzw eben standard. ich muss mich wirklich zwingen sachen unvollendet zu lassen, und ich kämpfe immer noch damit.

    zwischenmenschlich ist es mir einerseits total egal was der andere über mich denkt, andererseits tue ich unterbewusst alles dafür, dass es positiv ist (gehe z.b. auch nie ungestyled aus dem haus und check bei jeder möglichkeit meine optik). ich weiss nicht was ich dagegen machen soll, aber das mit dem "sich sein eigenes gefängnis bauen" ist schon wahr. so schlimm ist es bei mir nicht, aber im endeffekt will ich versuchen insgesamt ein wenig lockerer zu werden, die frage ist wie...

    inv_
     
  • tangoargentino
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    20 Januar 2006
    #34
    XXX gelöscht XXX
     
  • re_invi
    Gast
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    20 Januar 2006
    #35
    das klingt wirklich gut, allerdings wirkt das eben nur oberflächlich bzw. das hilft nur bei dem perfektionismus, bei dem man denkt, alle anderen sind perfekt und man selbst nicht (oder alle erwarten von einem, dass man perfekt ist). beim perfektionismus der aus einem inneren zwang heraus entsteht wirkt das nicht.

    inv_
     
  • Sternschnuppe_x
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    20 Januar 2006
    #36
    Und das ist dein großes Problem. Du mußt lernen, dich auch dann wohlzufühlen und selbstbewußt zu sein, wenn du mal NICHT perfekt bist/warst. Du darfst dich nicht nur über Perfektion definieren.

    Klar, das kennt wohl jeder, daß es einfach ein gutes Gefühl ist, wenn man etwas geschafft und richtig gemacht hat. Aber man sollte davon nicht sein Selbstbewußtsein abhängig machen. Selbstbewußtsein bedeutet, auch dann nicht an sich zu zweifeln, wenn es mal nicht perfekt läuft und man Fehler macht.

    Bedenklich finde ich bei dir die Tatsache, daß dich dein Bedürfnis nach absoluter Perfektion manchmal schon regelrecht zu "lähmen" scheint in deinem Handeln. Daß du lieber gar nichts machst, als es nicht perfekt zu machen (bei der Arbeit, bei der Planung deines zukünftigen (Berufs-)Lebens). Es gehört zum Leben dazu, auch mal Fehler zu machen und zu versagen, sich falsch zu entscheiden und etwas nicht zu schaffen.

    Perfektion ist keine Kunst, wenn man sich nur an das heranwagt, wo man davon ausgeht, daß es einem auch perfekt gelingt. Es gehört mehr dazu, etwas zu probieren und eben auch mal zu akzeptieren, daß man nicht alles kann und daß Perfektion nicht alles ist. Wenn du das nicht lernst (und zwar nicht nur mit dem Verstand begreifst, sondern auch wirklich verinnerlichst!), dann wirst du dein ganzes Leben lang nie so richtig glücklich und zufrieden mit dir selbst sein, weil du immer der Perfektion hinterherlaufen wirst. Denn einholen wirst du sie nie.

    Sternschnuppe
     
  • waschbär2
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    vergeben und glücklich
    21 Januar 2006
    #37
    Off-Topic:
    Die Personen, die sich von meiner Äußerung angesprochen fühlten, habe ich gerade NICHT gemeint.
    Und die Person, die ich meinte, fühlte sich nicht angesprochen ...
     
  • Lenny85
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    21 Januar 2006
    #38
    Ich liebe gerade das Unperfektsein so sehr an anderen Menschen. Neurotische, nervöse, zappelige, verwegene, schüchterne, tollpatschige Leute. Es gibt nix schöneres.Perfekt sind für mich Menschen, die im eigentlichen Sinne garnicht perfekt sind.

    Der "perfekte Mensch" ist derjenige, der am besten zu einem passt, aber deshalb kann er trotzdem alles andere als perfekt zu sein.

    Wer versucht, immer perfekt zu sein, wird nur frustiert sein. Die ein, zwei Male, die es wirklich geklappt hat sind von da an das Maß der Dinge, und wenn man es nicht wieder erreicht, wird man genervt, dass es nicht geklappt hat. So ein Schwachfug.
     
  • hmm
    hmm
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    21 Januar 2006
    #39
    Du achtest du zu arg auf die äußere "Form".
     
  • OldskoolSeducer
    Verbringt hier viel Zeit
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    22 Januar 2006
    #40
    Ich kenne das Problem mit dem ewigen Perfektionismus.
    Nur das es bei mir nicht so ist, dass ich für andere perfekt sein will, sondern mehr das ich immer auf mein eigenes Leben blicke und mich frage ob es perfekt ist - ob ich in meinen Augen perfekt bin.
    Klar - perfekt sein gibt es nicht. Das Leben ist eine ständige Weiterentwicklung und mit jeder Sekunde lern man etwas neues dazu. Trotzdem ist immer irgendwo der Drang besser zu sein.
    Woher das bei mir kommt?
    Ich war früher eigentlich das Gegenteil von dem was ich jetzt bin. Hässlich, introvertiert, kaum Freunde, kaum Party, kaum Spass (außer am Computer), kaum Mädels, etc.
    Irgendwann hab ich mich dann um 180° gedreht und bin jetzt da wo ich jetzt bin. Das Problem an all dem ist nur, dass ich jetzt immer das Gefühl habe etwas nachholen zu müssen bzw. etwas zu verpassen weil mir aufgefallen ist wie schnell man doch so viel Zeit verschwenden kann ohne es mitzubekommen.
    Ich kann eigentlich nie mit etwas zufrieden sein.
    Mein Aussehen? Eigentlich vollkommen ok, trotzdem täglich (zu?) viel Sport
    Mein Liebesleben? Eigentlich könnte ich mit einem Mädchen glücklich sein - kann ich aber nicht weil da noch so viele andere sind
    Mein Privatleben - Freitag / Samstag mal nicht weggehen? -> Hölle!
     

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