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    7 Dezember 2018
    #1

    Persönlichkeit ändern/Unterschied "Kind" und "Erwachsener"

    [​IMG]

    Hallo,

    war eure Persönlichkeit als Kind anders als jetzt im Erwachsenenalter?
    Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich als Kind sehr extrovertiert war. Ich habe in Bars im Urlaub immer irgendwelche Männer angequatscht und mich auf ein Kas einladen lassen. Ich erinnere mich noch, dass ich im Flieger nach Spanien auch immer laut herum gesungen habe und die Hälfte der Passagiere "unterhalten" habe, wenn wir dann erfolgreich gelandet sind. Meine Freunde waren auch oft Spanier, obwohl ich gar kein Spanisch sprechen konnte.
    Doch irgendwann (ca. 5. Klasse) wandelte sich das alles - und ich wurde richtig introvertiert. Ich frage mich bis heute, wieso. Meine Eltern meinen, dass sie sich das auch nicht erklären können.
    Wie war das bei euch?
    Und: Meint ihr, man kann wieder "dorthin zurück"? Ich wäre nämlich manchmal gerne weniger introvertiert.

    Viele Grüße
    vry
     
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    7 Dezember 2018
    #2
    Ich war schon immer etwas eigen, allerdings kam ich, als ich noch klein war, ganz gut auch in Gruppen zu recht. Das änderte sich mit 7-8 Jahren. Ich redete zwar nicht so viel, ich wusste aber nicht, wann ich die Klappe halten sollte und was ich nicht aussprechen sollte. Als man mich wiederholt zurechtgewiesen hat, habe ich angefangen mir darüber Gedanken zu machen, und im Zweifel dann lieber gar nichts gesagt, wodurch ich dann zum echten Außenseiter wurde. Das hat sich erst gebessert, als ich im Gymnasium echte Freunde gefunden habe. Aber wirklich im Gespräch aufgehen kann ich bis heute nur, wenn die Gesprächspartner mir vertraut sind.
     
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    7 Dezember 2018
    #3
    Bei mir war es eher umgekehrt. Ich war in der Grundschule der Klassenarsch, kann man einfach nicht anders sagen. Streber, Petze, Einzelgänger.
    Das hat sich im Laufe des 5. Schuljahres ziemlich gewandelt. Der Klassenclown war ich nie, aber oft mitten d'rin dabei. Das bieb lange so, erst in meinen 30ern wurde ich wieder ruhiger.
    Geblieben ist aber, dass ich immer noch ein wenig Hemmungen habe, auf Einzelpersonen zuzugehen, schwer fällt mir auch Small-Talk mit Einzelpersonen. In oder mit Grupen von Menschen, egal, welchen Vertrautheitsgrades, habe ich keine Probleme mehr.
     
  • User 140332
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    7 Dezember 2018
    #4
    Hm..Nein, ich war als Kind charakterlich ähnlich wie jetzt. Nur eben noch nicht so "ausgereift". Als Kind fehlte mir immense Impulskontrolle, Ruhe und Geduld.
    Das führte oft zu brenzligen Situationen, ich habe viele Auseinandersetzungen mit Anderen dann mit Gewalt beendet. Das sorgte für einen "Adrenalin-Kick", der immense Glücksgefühle verursachte. Ich stürzte mich förmlich in prekäre Situationen, um das Gefühl zu genießen. Meistens aber auch aus Gefühlen von Ungerechtigkeit/Hilflosigkeit (gegenüber mir, gegenüber Freunden, "Opfern" oder Tieren).

    Das ließ zum Glück als Erwachsene nach, durch viel Disziplin und Selbstreflexion, aber anfällig bin ich trotzdem noch. Mittlerweile kann ich das mit Sport kompensieren, aber "kicken" will ich immer noch.

    Als Kind war ich eben ungefiltert und außer Rand und Band. Aber ja, meine Art ist die gleiche, ich bin nur mittlerweile sozial kompatibler. Wenn ich will. :grin:

    Ich habe also eine Entwicklung wie fast jeder andere Erwachsene durchgemacht, aber charakterlich hat sich grundlegend nichts geändert. Find ich auch okay so. :smile:
     
    Zuletzt bearbeitet: 7 Dezember 2018
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    8 Dezember 2018
    #5
    Als Kind hatte ich eine ziemlich niedrige Frustrationstoleranz und wurde zum HB-Männchen, wenn diese überschritten wurde. Aber irgendwann im Laufe meiner Jugend habe ich mir das abgewöhnt.
    Der Rest hat sich aber nicht wirklich verändert.
     
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    8 Dezember 2018
    #6
    Nein, ich bin da sehr konsistent. Seit ich denken kann, war ich charakterlich so wie jetzt.
     
  • Mr. Poldi
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    8 Dezember 2018
    #7
    Das würde ich im groben so auch für mich sagen, wobei das natürlich eigentlich eher Dritte beurteilen müssen - man selbst ist da glaube ich nicht allzu objektiv.
     
  • froschteich
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    8 Dezember 2018
    #8
    Ich weiß nicht, ob das so ein richtiger Charakterzug ist, aber ich bin als Erwachsener sehr viel ordentlicher als als Kind/Teenager. Meine Eltern haben das gesamte Haus mit Müll angefüllt und ich hab mir nach meinem Auszug mehr und mehr beigebracht Ordnung zu halten.

    Introvertiert war ich schon immer und habe sehr viel alleine gespielt.
     
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    8 Dezember 2018
    #9
    Tahini war schon immer, wie er ist. Zwischendurch war ich etwas entgleist, weil ich mich von Leuten irre machen liess. aber im Grunde ist mein heutiges Ich dasselbe wie im Kindergarten.

    Allerdings war es lange von Fremdeinfluessen ueberlagert. So von 20 bis 30, und dann wieder von 35 bis 40, war ich nicht ich selbst.
     
  • User 168361
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    8 Dezember 2018
    #10
    Dazu fällt mir noch ein, dass es bei der Arbeit inzwischen anders ist. Ich weiß ja um meine Schwächen, deshalb wollte ich schlagfertiger und souveräner erscheinen. Teilweise bin ich es auch wirklich geworden, aber ein Teil davon ist immer noch nur Schein. Wenn ich gefragt werde oder es Probleme gibt, rede ich oft gleich los, ohne richtig zu überlegen. Manchmal merke ich hinterher, dass das ein Fehler war, aber bei der Arbeit kann ich es ohne Probleme wieder ausbügeln. Bei privaten Gesprächen bin ich vorsichtiger, denn da kann ich durch so einen Fehler für immer gebrandmarkt werden.
     
  • User 151786
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    8 Dezember 2018
    #11
    Ich war schon immer eher ängstlich, zurückhaltend, introvertiert. Meine Eltern erzählen gerne die Geschichte, dass ich als 5-Jährige plötzlich nicht mehr im Hasenkostüm im Kindergarten mittanzen wollte und meine 3-jährige Schwester mich erst ermuntern wollte und schließlich für mich eingesprungen ist. Ich sollte auch mal Blumenmädchen auf einer Hochzeit sein und hab das dann kurzfristig platzen lassen. Ja ja, ich war nicht einfach... :upsidedown:

    Dafür hab ich anscheinend aber auch recht viel geplappert und gesungen. Auf größeren Feiern hab ich mir immer irgendwelche Menschen gesucht, die sich mit mir unterhalten wollten und denen hab ich dann ein Ohr abgekaut. Meine Eltern meinten mal, als Kind hätte ich so viel geredet, dass ich schon mein gesamtes Kontingent an Wörtern verbraucht habe und deswegen heute so wenig rede. :grin:

    In der Grundschule hatte ich dann einen kleinen Höhenflug, schon ein sehr gutes Selbstbewusstsein und war teilweise auch ziemlich arrogant. Das hat sich zum Glück aber schnell wieder gelegt.

    Grundsätzlich war ich als Kind definitiv fröhlicher als heute, ich hatte auch einfach eine gute Basis und eine tolle Kindheit. Mit 13/14 hat sich dann ein Schalter umgelegt und ich wurde sehr melancholisch, hab viel gegrübelt und das Leben in Frage gestellt, wurde eher zum Einzelgänger und das blieb auch sehr lange so.

    Mittlerweile bin ich wohl eine Mischung aus allem. Ich rede immer noch wenig, stehe ungern im Mittelpunkt, aber ziehe es auch ohne größere Bauchschmerzen durch, wenn es halt sein muss (hauptsächlich beruflich), ertrage nur wenige Menschen langfristig um mich herum, singe immer noch die ganze Zeit und verweigere mich nach wie vor Hasenkostümen. :zwinker:
     
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    8 Dezember 2018
    #12
    Eigentlich nicht. Ich war vom Wesen her schon immer so ähnlich wie ich heute bin, obwohl ich natürlich gereift bin. Aber grundlegende Wesenszüge sind gleich geblieben.
    Einige Unterschiede gibt es dennoch:
    Ich bin heute vorsichtiger, ruhiger, besonnener.
    Ich tat mich früher leichter damit, mit Menschen zu interagieren.
    Ich bin heute schüchterner. Ich bin nicht mehr so mutig, sondern im Gegenteil in vielem ziemlich ängstlich.
    Ich hatte immer recht viel Angst vor Ablehnung, die besteht nach wie vor, aber nicht mehr so ausgeprägt.
    Ich bin nicht mehr so der Träumer, lebe mehr im realen Hier und Jetzt.
    Ich bin heute optimistischer.

    Meine beste Freundin und ich kennen uns seit 27 Jahren und wir stellen immer wieder fest, dass wir immer noch die Gleichen sind wie früher. Ich glaube also schon, dass ich mich vom Wesen her nicht grundlegend verändert habe.
     
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    8 Dezember 2018
    #13
    Andere aber auch nicht zwangsläufig. Meine Mutter ist der Meinung, ich hätte mich geändert. Allerdings liegt das eher daran, dass ich bestimmte Seiten früher nicht gezeigt habe/anders gezeigt habe, nicht, dass ich sie nicht besessen hätte. Eine Freundin meinte auch, ich wäre anders. Das liegt aber daran, dass sie mich lange Zeit nur in einem sehr bestimmten Kontext kannte und erst später mich auch in anderen Kontexten kennengelernt hat. Ich würde sagen, meine Charaktereigenschaften sind nicht welche, die häufig in einem einzigen Persönlichkeit zu finden sind (man könnte sagen: widersprüchlich). Insofern, wenn man nur Teile kennt und von denen auf andere Sachen schließt, die üblicherweise damit assoziiert werden, liegt man bei mir einfach schnell falsch.
     
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    8 Dezember 2018
    #14
    Seeehr interessantes Thema!

    Ich erinnere mich daran, dass ich oftmals sehr gemein zu jüngeren Kindern war, oder zu solchen, wo ich wusste, dass sie sich nicht wehren können, ich weiß aber nicht, ob ich meine "opfer" bewusst danach ausgewählt hab. Ein Mädchen hab ich wohl oft traktiert bis sie geweint hat, mehrmals, aber ich tat nie jemandem körperlich weh, alles verbal bzw erkannte ich schnell anderer Leute schwächen (das blieb mir bis heute. mit mir streiten ist sehr unlustig, wenn ich auf 180 bin, geh ich aufs ganze und weiß genau, wo Worte heftig treffen) das eine Mädchen hatte wahnsinnige angst vor spinnen, ich auch aber ihre angst war größer als meine... Einem anderen Mädchen im Hort hab ich mal ein Blatt Papier, welches mit Klebstoff beschmiert war, aufs kleid geklebt weil sie mir auf die nerven ging? Ich erinnere mich nicht mehr so genau daran xD.. ich war ein fürchterliches Kind.

    Aber das hörte dann auf. Nach der Grundschule war alles okay, so irgendwann in der Pubertät wurde ich aber schüchtener. Dann gabs eine Gruppe von Mädchen, da kam es dann auch zu sehr unschönen Situationen, heute würde ich das als Mobbing bezeichnen^^ da gabs dann ein paar Schlüsselerlebnisse mit denen, nach denen ich mich komplett verschlossen hab, ich wurde nie zum Aussenseiter, aber ich hab dann auch irgendwann nicht mehr versucht irgendwo Anschluss zu finden und hatte oftmals angst vor "älteren" jugendlichen, ging Cliquen aus dem Weg usw und hielt mich oft an wenige Personen, entwickelte auch Probleme, anderen zu vertrauen aber irgendwie wurde ich dann doch ein ganz vernünftiges Menschlein. Heute bin ich recht introvertiert, das nervt mich oft, habe, nehme ich an, leicht soziophobe Züge, die mich aber im Alltag nicht wirklich behindern, zumindest nicht so, dass sie mich beeinträchtigen.

    Ansonsten wars auch in meiner frühen Schullaufbahn so, dass ich oftmals als dumm galt. Ich war in der ersten klasse manchmal mit einfachen dingen überfordert und meine Lehrer hatten da wenig Geduld und wollten mich dann "zwingen" meine Aufgabe (z.B ein bild ausmalen) zu erledigen. ich hab dann mit weinen reagiert. Irgendwann heiß es dann, ich müsste in die vorschule zurückgestellt werden, was auch passierte und mir glaube ich, gut tat. Ich kam nach diesem Jahr in die selbe schule zurück - worauf ich hinaus wollte: ich war in lesen, deutsch, englisch, Geschichte, usw immer gut und hatte noten von 1 bis 3, also ganz normal bis durchschnittlich. aber alles wo Mathematik vorkam? .. immer 5, im Zeugnis wurd mir dann meist ne 4 geschenkt, damit ich nicht sitzen bleibe (durch das jahr in der vorschule wäre das dann eine Katastrophe gewesen), mathe hab ich nie behirnt. auch heute nicht, für mich ist das einfach nicht "logisch" bzw kann ich diese Logik nicht begreifen. ich wurde da auch nie irgendwie gefördert oder bekam da Hilfe, ich ging da einfach unter und das war die reinste Qual und für mich war das dann so, als würde ich deswegen nur noch bestraft, das war so ein Teufelskreis, ich hatte diese Probleme und wurde nicht verstanden, ließ dann allgemein nach in der schule, es gab nur druck und noch mehr druck und ich hatte da einfach keine Freude daran, ich konnte z.B auch nicht so schön schreiben wie andere kinder, Nichtmal wenn ich mich bemühte, zur "strafe" durfte ich dann in der Grundschule nicht mit meiner Füllfeder schreiben sondern musste mit dem Bleistift...

    also.. ja.. ich zweifelte da ganz ganz stark an mir selbst und bekam von aussen eig nur vermittelt: du bist dumm, kannst ja eh nix, wenn du hilfe brauchst, bekommst du dafür noch eins oben drauf, du musst "dankbar sein" dass du nicht sitzen bleibst,.. schreckliche zeit die mich insgesamt auch sehr geprägt hat. Trotzdem, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, denke ich zuerst an sehr viele schöne Sachen und situationen und finds ein bisschen Schade, dass von manchen Charakterzügen, die ich als Kind hatte, so wenig übrig bleib.

    Am meisten doof finde ich, ich weiß, dass es mir damals nicht wichtig war, was andere Leute von mir halten, oder, dass sie etwas gutes von mir halten. Das ist mir heut schon wichtig und das nervt mich sehr arg. Daran knabbere ich oft, weil man selbst nicht so frei ist, wie man gerne sein würde, in allen belangen, seine Meinung äussert, etwas erreichen oder auf die Beine stellen, für seine Meinung einstehen, wenn man weiß, dass da am ende was gutes bei rumkommt usw.. das fällt mir schwer. voll der seelenstrip hier xD
     
  • User 80623
    User 80623 (31)
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    8 Dezember 2018
    #15
    Ich war ja bis eben der festen Annahme, dass sich sowas nicht grundlegend ändern kann. Aber gut, gibt ja alles was es nicht gibt. Bei mir gab es jedenfalls keine Änderung im Laufe der Jahre, maximal ist es noch schlimmer geworden mit dem "Einsiedlerdasein".

    Meine Mutter erzählt bspw. immer noch hier und da mal, dass ich mich mit erfundenen Bauchschmerzen von einer Kindergeburtstagsparty frühzeitig davon geschlichen hab. Das war im Vorschulalter, ich konnte noch nicht lesen und die Mutter des Geburtstagskinds hat meiner Mutter einen Zettel geschrieben, dass es mir nicht gut geht und ich daher eher nach Hause komme... mähh.. Was? Bauchschmerzen? Nee. Wie kommst du denn darauf??? Ich wollte nur meine Ruhe. :grin: Oder Klassenfahrten... das war ihr und mir ein Graus. Mehrere Tage oder ne ganze Woche ohne, dass ich auch mal alleine sein konnte. Am besten noch mit Kinderdisco als Highlight. Muttern meint nach meiner Rückkehr war ich jedes Mal tagelang zu nichts zu gebrauchen und nahezu krank.
     
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    8 Dezember 2018
    #16
    Ich habe mich sehr stark verändert. Es gibt wohl in meinem bisherigen Leben grob drei Phasen: Kind, Jugendliche (bis vor 2 oder 3 Jahren ca) und seit etwas mehr als 2 Jahren.

    Als Kind war ich schon ziemlich aufgeweckt, hatte ein paar gute Freunde und habe meinen Freundeskreis zusammengehalten. Ich habe aber insbesondere mit einer Freundin gespielt und war so ziemlich jeden Tag mit ihr zusammen (wir sind auch immer noch befreundet). Mit fremden Kindern wollte ich eher nichts zu tun haben, da war ich recht schüchtern.
    Allerdings habe ich nur als ganz kleines Kind getanzt, danach sehr sehr lange nicht. Ich fand das seltsam. Und ich mochte mich auch nicht so gern verkleiden und hatte ein riesiges Problem damit, auch nur für eine Nacht nicht zuhause (oder bei der einen Freundin) zu sein.

    Als Jugendliche war ich dann viel einsiedlerischer, hatte wenig Freunde, wollte kaum was mit anderen machen. Ich hab mich am liebsten mit mir selbst beschäftigt.
    Andere Menschen fand ich anstrengend. Im Mittelpunkt stehen fand ich ganz schrecklich, ich war lieber in der Beobachterrolle. Ich brauchte viel Zeit für mich, besonders nach sozialen Aktivitäten.
    Zu Beginn des Studiums war das auch noch so. Ich traute mich auch nicht, in Clubs zu tanzen und hab wenig mitgeredet. Eher zugehört.

    Inzwischen gehe ich gern ins Ausland, auch durchaus lange, kann auch in eine fremde Stadt ziehen oder alleine verreisen und lerne schnell andere Menschen kennen. Small Talk klappt jetzt ganz gut, reiner Small Talk ist aber eher langweilig für mich. Wenn man aber auf einer Wellenlänge ist, springt man schnell von Small Talk zu "richtigen" Gesprächen, ist inzwischen meine Erfahrung. Ich treffe jetzt auch immer wieder Leute, mit denen ich mich total gut verstehe, tanze sogar, wenn es hell ist, singe auch mal mit, bin gern im Mittelpunkt. Ich erzähle gerne ausschweifend, lache gern, bin sehr viel aufgeweckter und extrovertierter. Ich mache jetzt sehr gerne etwas mit Menschen und wenn ich mal wenige Tage nichts (außer Telefonieren, Schreiben oder mit dem Kassierer quatschen) mit anderen unternommen hab, fehlt mir das soziale. Ich verreise jetzt auch gerne mit anderen, schlafe auch in Mehrbettzimmern, teile mir ein Bett mit anderen, bin viel unkomplizierter, was Essen anbelangt. Und ich bin sehr viel glücklicher als als Jugendliche und insgesamt wohl auch glücklicher als als Kind und es wird immer besser.
    Ich werde immer extrovertierter, offener, fröhlicher, disziplinierter, entscheidungsfreudiger, selbstbewusster und immer mehr zu der Person, die ich gern sein möchte. So, wie ich jetzt bin, find ich mich aber auch schon sehr toll :grin:
    Zudem bin ich tatsächlich auch sehr viel ordentlicher geworden :grin: Als Kind war ich ein bisschen messiehaft. Ich hab ALLES aufgehoben :grin: Jetzt sortiere ich auch gern mal aus und mag es, nicht zu viel Kram zu haben.
    Ich vertraue mir selber viel mehr und denke nicht mehr so sehr, dass eine Entscheidung potentiell total schlimme Folgen haben könnte. Ich denke schon noch gern und gründlich nach, besonders bei wichtigen Entscheidungen, bin aber nicht mehr so verkopft.

    Es hat aber auch gedauert, bis ich bei meinem Studienfreundeskreis die Beobachterrolle verlassen hab (und ich verlasse sie auch immer noch weiter). Ich war halt erst jahrelang ruhig und eher still und mehr dabei als mittendrin. Nach meinem Auslandssemester passte mir das nicht mehr. Zunächst hab ich darum danach auch ungern was mit dem alten Freundeskreis unternommen, weil ich mit ihnen wieder so in die alten Muster fiel und sie auch so mit mir umgingen, wie sie es von früher gewohnt waren. Das ist jetzt anders. Ich kann mir viel besser Gehör verschaffen. Bin viel mehr mittendrin als nur dabei.
     
  • User 18889
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    8 Dezember 2018
    #17
    Ich war als Kind sehr schüchtern, habe wenig (zumindest mit Fremden) geredet und wollte auch nicht viele soziale Kontakte haben, sodass ich froh war, wenn ich allein spielen durfte. Außerdem war mein Selbstbewusstsein ziemlich gering.

    Heute bin ich eher extrovertiert, rede überdurchschnittlich viel und mein Selbstbewusstsein reicht theoretisch für zwei. :grin: Nicht geändert hat sich allerdings, dass ich weiterhin nicht so häufig Menschen um mich brauche. Zwar habe ich per Handy sehr viel Kontakt mit einigen Freundinnen, aber es stört mich so gar nicht, wenn ich die dafür wochen- oder monatelang nicht sehe.

    Glücklich war ich immer schon. Meine Kindheit war toll und auch mein Leben als Erwachsene finde ich richtig cool. Mir fallen kaum Dinge ein, die noch besser laufen könnten.
     
  • User 75021
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    8 Dezember 2018
    #18
    Also erstmal: ja man kann definitiv zurück, man kann sich als Erwachsener immer wieder verändern (bis zu einem gewissen Grad).
    Ich war als Kind sehr ängstlich, schüchtern, introvertiert.
    Habe mich eigentlich erst recht spät verändert, als ich erwachsen war so mit Anfang 20. Da wurde ich langsam immer mutiger, selbstbewusster und habe mich immer wohler in meiner Haut gefühlt.
    Mittlerweile bin ich genau das Gegenteil von der kleinen grauen Maus, die ich als Kind war.
    Alles ist möglich.
     
  • User 22419
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    9 Dezember 2018
    #19
    Als Kind war ich eher (vor-)laut und ungehemmt. Ich habe unheimlich viel und schnell gesprochen. In irgendwelchen Kinderbanden war ich meistens Anführer. Ich hatte einen Haufen komischer Ideen und nie Probleme, mit anderen Kindern (oder Erwachsenen) in Kontakt zu treten.
    Nach der Grundschule hat sich das langsam, dann im Laufe der Pubertät noch viel schneller, geändert.
    Es fällt mir heute im Privaten schwer, auf Menschen zuzugehen, ich fühle mich oft nicht zugehörig und will möglichst wenig auffallen. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen, Fremde anzusprechen oder noch schlimmer anzurufen und bin insgesamt viel weniger selbstbewusst als früher. Keine Ahnung, was da wann schief gelaufen ist. Aber mein kindliches Ich hatte mehr Spaß :ashamed:
     
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    9 Dezember 2018
    #20
    Als Kind war ich schüchterner als als Erwachsene. Nichtsdestotrotz bin ich nach wie vor introvertiert. Andere Menschen beobachte ich erstmal eine Weile, bevor ich mich öffne und finde das prinzipiell nicht schlecht.

    Nach meinem Auslandssemester ging es mir wie 386 . Mein Selbstbewusstsein war ganz weit oben, es fiel mir leicht, Smalltalk zu führen und neue Leute kennen zu lernen. Gerade im Bereich Dating war das von Vorteil, aber dennoch langweilte mich das alles ab einem gewissen Zeitpunkt, sodass ich wieder mehr in mich gekehrt bin. 386 : was meinst du denn damit, "richtige Gespräche" zu führen, die über Smalltalk hinausgehen?
     

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