• Aily
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    24 Mai 2011
    #1

    Studium Richtig zitieren...

    Hallo,

    bin grade etwas überfordert...kann mir jemand sagen, inwieweit ich ein sinngemäßes Zitat als solches Kennzeichnen muss bzw. wann ich dafür eine Quelle angeben muss?

    Ich gebe meist lieber eine Quelle zu viel als zuwenig an, aber teils habe ich Absätze, die nur 4 Zeilen lang sind und dafür müsste ich dann 6 Verweise auf Quellen angeben, wenn ich auf jedes Dokument verweisen will, das ich dazu benutzt habe.
    Muss ich das überhaupt?

    Wenn ich z.B. etwas schreibe, dass man als Allgemeinwissen bezeichen kann und darin keine Werte oder Zitate vorkommen, muss ich dann trotzdem eine Quelle angeben (bzw. danach noch gezielt suchen, denn wenn man etwas eh weiß, braucht man es ja nicht nachzulesen.)

    Kurz gesagt: ab wann ist ein Zitat ein Zitat? :hmm:

    ------

    Und Zusatzfrage: Wenn ich aus Buch A etw. zitieren will, dass aus Buch B stammt, was gebe ich dann als Quelle an, Buch A oder Buch B? Und wie verhält sich das, wenn ich Buch B nicht habe, also dort garnicht nachlesen kann?
    Muss ich jedes Zitat bis zum "Urspungsdokument" verfolgen?
     
  • Jan-Hendrik
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    24 Mai 2011
    #2
    Ich bin Doktorand an der Uni Hamburg und kann dir nur eins sagen:

    Entwickelst du eigene Konstrukte, Thesen, Sätze, die nicht dem Wortlaut entsprechen, kennzeichnest du diese mit dem Hinweis "In Anlehnung an"...

    Sobald du auch nur einen Teil des Satzes / Absatzes/ Textes nutzt, musst du diesen sofort kenntlich machen und entsprechen Quotieren (").

    Lieber eine Quelle zuviel als zu wenig, dafür aber sauber wissenschaftlich gearbeitet :smile:
     
  • Floortje
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    24 Mai 2011
    #3
  • User 39498
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    24 Mai 2011
    #4
    Ich arbeite auch meistens nach APA Style, aber deine Frage betrifft ja eigentlich nicht den Zitierstil. Oder hast du da auch Probleme?

    @Floortje: APA sind die Regeln der American Psychological Association, es gibt aber noch zahlreiche andere Zitierrichtlinien, zum Beispiel Harvard oder MLA. Welchen man benutzt, hängt in der Uni vom Prof ab, später dann vom Journal, in dem man publizieren will.

    - wörtliche Zitate müssen als solche gekennzeichnet werden, selbst wenn es sich nur um einen Satzteil handelt. Entweder direkt nach dem Zitat oder als Fußnote, frag' vorher deinen Dozenten, was er/sie vorzieht.
    Beispiel:

    Peter Sloterdijk entwickelt einen xenologischen Museumsbegriff. Für ihn ist Museologie eine Form der Xenologie: „Museumswissenschaft gehört zur Phänomenologie der kulturellen Strategien des Umgangs mit den Fremden“ (2007: 357).

    - Umformulierungen und sinngemäße Zitate können durch den Zusatz 'vgl.' oder 'in Anlehnung an' kenntlich gemacht werden.
    Beispiel:

    Die Dinge verweisen aufeinander und dienen sich gegenseitig als Referenz, ohne die sie für den Betrachter keine Besonderheit hätten (vgl. Albrecht 2006: 26).

    - wenn du ein Zitat zitierst, gibst du das so an:

    (Autor 1, Jahreszahl in Autor 2, Jahreszahl: Seitenzahl) also zum Beispiel: (Castells 2008 in Livingstone 2008: 2)

    - wenn du Quellen nur als Hintergrundwissen oder grundlegende Information benutzt hast, aber nichts sinngemäß oder wörtlich wiedergibst, musst du sie auch nicht zitieren. Aber: Was nicht im Text zitiert ist, darf auch nicht im Literaturverzeichnis auftauchen.

    - ich weiß nicht genau, was du mit Allgemeinwissen meinst, aber sowas wie "Luft besteht unter Anderem aus dem Gas Sauerstoff" braucht du natürlich nicht mit Zitationen belegen. Sobald es aber um sich ändernde Werte dreht, musst du es belegen, für die Aussage "Die Arbeitslosenquote unter deutschen Akademikern mit Doktortitel lag im Jahr 2010 bei 3%" brauchst du einen Beleg, das kannst du dir ja nicht einfach ausdenken. Auch nicht belegen musst du auf Literatur basierende Meinungen. Die kannst du zwar mit Literatur untermauern, musst es aber nicht, schließlich ist es auf deinem eigenen Mist gewachsen. Zum Beispiel:

    The meaning of media of communication has changed over the course of the last decades. Spheres such as the economic and the political sphere have become interconnected with others through mediatization. This makes it increasingly impossible to analyze an issue without considering the influence of the media. Castells supports this claim: “[…] political institutions are not the site of power any longer. The real power is the power of instrumental flows, and cultural codes, embedded in networks.”3

    Hier habe ich eine Behauptung mit Literatur untermauert. Ich hätte die ersten zwei Sätze aber auch so stehen lassen können, nur wären sie dann weniger überzeugend gewesen.

    Ich hoffe, das hilft dir weiter.
     
  • DSCH
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    24 Mai 2011
    #5
    Erstmal nur dazu:

    Fußnote, Du übernimmst die Quellenangabe für Buch A aus Buch B, dann Zusatz "zit. nach", Quellenangabe für Buch B (ist das verständlich? :zwinker:)

    Ich sag mal so, wenn Du an Buch A ohne größeren Aufwand rankommen kannst, würde ich das Zitat einfach schnell überprüfen. Und das hängt auch davon ab, was Du schreibst, also bei einer Abschlußarbeit würde ich einen größeren Aufwand betreiben als bei einer einfachen Hausarbeit.

    Und zur Hauptfrage: ich würde sagen, "Allgemeinwissen" gibt es in der Wissenschaft eigentlich nicht. Außerdem musst Du schlicht alles als Zitat kennzeichnen, was nicht Deine eigenen Schlußfolgerungen sind. Ich sag mal so: Ich habe ein Hausarbeit geschrieben und in der Einleitung auf die Geschichte der Phonographie (Erfindung des Phonographen durch Edison und der Schallplatte durch Emil Berliner) Bezug genommen. Vermutlich kann man das vergleichen, das ist in meinem Fach einfach allgemein bekannt. Ich habe das folgendermaßen gelöst, indem ich in einer Fußnote mit "Zur Geschichte der Phonographie siehe bspw. xy" auf ein Standardwerk dazu verwiesen habe. Damit ist man dann auf der sicheren Seite.
     
  • MrShelby
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    24 Mai 2011
    #6
    Ganz pragmatisch betrachtet: Einmal kurz beim Lehrstuhl anfragen. Bei der tatsächlichen Bewertung einer Arbeit ist es schließlich ziemlich irrelevant, was wie anderswo gesehen wird.
     
  • User 4590
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    24 Mai 2011
    #7
    Bei uns galt damals der Grundsatz, dass immer der Originaltext als Quelle benutzt werden soll, wenn irgend möglich - d.h. Buch B suchen, Zitat überprüfen, direkt aus Buch B zitieren. Wenn du Buch B absolut nicht auftreiben kannst, dann ist es ausnahmsweise auch ok, Buch A als Quellenangabe zu verwenden.
     
  • User 68557
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    24 Mai 2011
    #8
    Zitiertechniken sind doch total unterschiedlich je nachdem in welchem Fachbereich du dich aufhälst! Sprich besser mal deine Profs drauf an. Sonst geben wir dir hier für deine Belange vollkommen falsche Tips.
     
  • Aily
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    24 Mai 2011
    #9
    Naja, das ist nicht so einfach. Angenommen, ich will etwas, das für mein Fach als Wissen quasi vorausgesetzt wird im Text verwenden, finde ich es etwas seltsam, auf eine Quelle zu verweisen bzw. extra noch nach einer Quelle zu suchen.
    Ich denke ich geh auf Nummer sicher und gebe lieber Quellen an.
     
  • User 30735
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    24 Mai 2011
    #10
    War bei uns auch so. "Schreiben für den Leser" oder so nannte man das bei uns. Wir gingen eben davon aus, dass die Bachelorarbeit von Fachpersonen gelesen wird.
    Dass der Vit. C Bedarf 100 mg pro Tag beträgt setzte ich dann in meinem Fall als "Allgemeinwissen" voraus.
    Ist halt nicht immer so einfach, das zu definieren, war bei uns auch oft Thema.

    Das andere was du meinst ist ein "Zitat aus 2. Hand", prinzipiell auch bei uns nicht sehr gerne gesehen, da das der 2. Autor ja schon hätte falsch zitieren können. Hier zitiert man dann wenns nicht anders geht halt Autor A mit dem Zusatz "zitiert nach [Autor B]".

    Da Zitierregeln überall anders sind/gehandhabt werden ist es wirklich sinnvoll, du fragst da bei dir an der Uni direkt nach.

    Off-Topic:
    Und ich dachte schon wir waren schlecht informiert was die Zitierweise angeht...:hmm: sorry nicht böse gemeint
     
  • User 39498
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    24 Mai 2011
    #11
    Was studierst du denn?
    Bei manchen Sachen ist es auch unsinnig, eine Quelle anzugeben, je nach Fach kann das unsicher rueberkommen - und wenn es Dinge gibt, die einfach bekannt sind, dann nimmt man vielleicht an, dir sind sie nicht bekannt?
    Frag doch mal hoehere Semester in deinem Fach wenn es um bestimmte Profs oder Hausarbeiten geht. Die haben das ja alles schon durch.
     
  • Aily
    Benutzer gesperrt Themenstarter
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    25 Mai 2011
    #12
    Das Problem ist, dass es teils echt schwierig bis unmöglich ist, an die Originalquellen zu kommen bzw. dort den gesamten Text nachlesen zu können.

    Schlecht informiert ist garkein Ausdruck :jaa: liegt aber daran, dass sich keiner darum kümmert, was die Studis machen hier. Selbst ist die Frau.

    Ich bin das höhere Semester :grin:
    Das Problem liegt hier eindeutig an der (fehlenden) Organistation und das ich das anders gewohnt bin von meiner vorigen Uni.
    Aber wie gesagt, ich mache alles wie zuvor und gebe lieber mehr Quellen an als das eine fehlt.
     
  • User 96635
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    25 Mai 2011
    #13
    Für welchen Zweck brauchst Du denn die Zitate? Seminararbeit? Diplomarbeit? Doktorarbeit?

    Grundsätzlich ist immer aus Primärquellen zu zitieren, in Deinem Falle Buch B. Nur aus besonderen Gründen (bspw. Auslegungen der Primärquelle, die für Deinen Zweck eine Rolle spielen) sollte die Sekundärquelle verwendet werden.
     
  • Kerze-im-Feuer
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    25 Mai 2011
    #14
    Nicht in allen Fächern gilt Primärliteratur als das "non plus ultra"...
    Bei mir würde ich damit schnell durchfallen, da ich so wenig wie möglich verwenden soll, dass noch aus dem letztem Jahrtausend stammt... Dinge von vor 1980 wären in etwa wie wenn ein Astrophysiker schreibt, dass die Sonne sich um die Erde dreht...

    Wenn bei mir ein Autor einen anderen zitiert kann ich sagen: A sagt mit b, dass.... Anders wäre es auch nonsense, da ich wenn ich die Grundlagen jedes Zitates nachlese schnell an die 200 Bücher aus den letzten 50 Jahren lesen muss... und wenn ich dann aber belege, warum es erforderlich ist, dass Ehefrauen von ihren Männern gezüchtigt werden komm ich nimmer weiter :zwinker:
     
  • User 30735
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    25 Mai 2011
    #15
    Dann nimmst du halt Autor A und schreibst "zitiert nach"...war bei uns jetzt auch nicht soo tragisch, ging halt nicht immer dass man das Originalzitat findet oder auftreibt.
     

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