• darksun
    darksun (39)
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    9 November 2004
    #41
    Sorry, dass ich Dir mal wieder widersprechen muss. Nimms nicht persönlich :zwinker:

    Du machst hier leider die Annahme, dass die in D vorhandene Arbeit eine fixe Größe ist.
    Wir haben hier nur zu wenig Arbeit, weil sie hier zu teuer ist. Siehe Stellenabwanderungen usw.
    Das kann man jetzt toll finden oder nicht - ändern kann man es leider nicht.
    Es redet hier keiner davon, für 80 Cent pro Stunde zu arbeiten.
    Meist fehlt garnicht so viel, um konkurrenzfähig zu bleiben.

    Und letztlich muss man sagen, dass global agierende Großkonzerne sich deutsche Arbeitnehmer nur leisten können, weil irgendwo anders in Ungarn gespart wird. Auch das ist letztlich nicht fair - den Ungarn gegenüber

    Jeder Arbeitsplatz im Ausland sicher hier welche.
    Siemens, VW, Opel und alle anderen großen Firmen würden nicht mehr existieren, wenn sie nur in D produzieren würden.

    Ein Weg die Arbeitskosten zu senken, ist halt Mehrarbeit bei gleichem Lohn/Gehalt. Mag sein, dass dadurch erstmal Arbeitsplätze wegfallen.
    Langfristig wird es den Standort hier sichern.

    Sonst könnte man halt den Nettolohn senken, Lohnnebenkosten senken usw.
    Lohnsenkungen lassen sich nicht durchsetzen, um Lohnnebenkosten muss sich die Politik kümmern.
    Leider haben die sich bisher auf wenige Prozentpunkte beschränkt...


    Bei entsprechenden Lohnkürzungen wäre das ok. (bis zu einer gewissen Grenze natürlich, man kann schliesslich nicht 1 Person durch 35/40 ersetzen, die 1h/Woche arbeiten)
    Aber da ist meistens das persönliche Wohlergehen wichtiger und sowas läst sich vermutlich nicht allzu gut durchsetzen.
    Bei gleichem Lohn für weniger Arbeit wandern unsere Arbeitsplätze wg. höheren Kosten nur noch schneller ab.

    Ist halt die Frage was wir wollen - Einschnitte hinnehmen oder einfach nur abwarten und zusehen.


    Zum Thema:
    Wie man obigen Ausführungen vermuten kann, bin ich der Meinung das generell mehr gearbeitet werden muss - sicher nicht die, die schon 45h oder mehr arbeiten.

    Wenns mal Samstag wäre oder bei viel Arbeit zusätzlich fänd ich es ok.
    Samstag als Ersatz für einen anderen Werktag auch, würde ich zwar nicht unbedingt begrüßen. Wird mich aber eh vermutlich (erstmal) nicht betreffen.

    Generell 6 Tage ist vermutlich erstmal übertrieben. Unter der Woche etwas mehr wäre mir da lieber.

    Letztlich muss man auch beachten, dass genug Leute Samstags arbeiten (Einzelhandel) und ebenso an Sonntagen und nachts -> Pflegepersonal, Sicherheitsdienste, Zug/Bus/Taxifahrer, Produktion im Mehrschichtbetrieb usw.
     
  • ProxySurfer
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    9 November 2004
    #42
    @ darksun:
    Ok, für 80 Cent pro Stunde arbeiten....aber es gibt ja schon die Ein-Euro-Jobs. Zwar plus ALH/ALG II, trotzdem ist das in der Summe weniger als die Hälfte (!) des Lohnes eines Normal-Beschäftigten. Und: Wie ich gestern von Ein-Euro-Job-Leuten hörte, arbeiten die nicht beim Laub kehren im Stadtpark, sondern z.T. im Schichtdienst (!) in sozialen Einrichtungen und Betrieben und in hochqualifizierten Tätigkeiten! Dass die natürlich von Ausbeutung und Sklaverei-Staat sprechen ist klar, ablehnen dürfen die den Job ja nicht, außerdem brauchen die das Geld.
    Wo soll das alles mal hinführen? Werden wir ALLE mal irgendwann Ein-Euro-Jobs haben??? :eek:

    @ EricDraven:
    40 Std. pro Woche arbeiten? Hier im Osten hat man schon immer 40 Std. pro Woche gearbeitet, meist noch viel länger.
     
  • darksun
    darksun (39)
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    10 November 2004
    #43
    Schön, dass ich damit nicht ganz allein bin. :smile: :smile: :smile:

    Das ist der Punkt, der von manchen gerne mal vergessen wird.
    Und die meisten bekommen auch eher 1,50€ oder Richtung 2€. Glaube ich zumindest - korrigiere mich, wenn ich da falsch liege.
    Insgesamt dann sicher 4€ pro Stunde - klar ist das scheiße wenig.
    Aber genug Leute in D arbeiten für das Geld ohne zu meckern.
    Das sie die Arbeit machen müssen, halte ich für richtig.
    Für Faulenzen gehts uns leider nicht mehr gut genug.

    Klar, kann man irgendwo auch verstehen.
    Aber wenn man vom Staat Geld bekommt, kann man gefälligst auch eine Gegenleistung erwarten.
    Wenn sie einen besseren Job finden würden, können sie den ja nehmen.
    Da es den nicht gibt, müssen sie sich damit wohl begnügen.
    Besser als weniger Geld und besser als keine Arbeit.
    Selbst Schichtdienst für wenig Geld ist für einen besser als garkeine Arbeit. Das macht körperlich und psychisch krank. Oft zumindest.
    Wenn man allerdings die total falsche Einstellung hat, wird das natürlich nichts.

    Ich würd übrigens auch für 4€ die Stunde arbeiten (ohne ALG2-Zuschuss), wenn ich nichts anderes finden würde.
    Ist nicht toll, muss man sich dann aber abfinden.
    Sagt sich natürlich leicht für mich, da ich davon vermutlich erstmal nicht betroffen bin. Muss ich zugeben, aber dabei bleibe ich.


    Das war euer einziges Glück. Sonst hättet ihr garkeine Arbeit mehr. Ist jetzt nich bös oder sarkastisch gemeint, sondern nur Tatsache.
    Glücklicherweise ist die IG Metall dran gescheitert, dies zu ändern.

    Letztlich ist es wohl so, dass viele der ehemaligen Bürger der DDR mit ziemlich falschen Vorstellungen in ein vereintes D gestartet sind. Auch West-D war nie ein Schlaraffenland.
    Die Westdeutschen hatten sich vieles aber vermutlich auch anders vorgestellt....
    Uns ginge es zumindest wirtschaftlich vermutlich auch wesentlich besser ohne Wiedervereinigung.

    Trotzdem halte ich die Wiedervereinigung für gut, richtig und notwendig - habe ich in deinem anderen Thread gesschrieben.
    War halt Pech in der Vergangenheit....

    Das ist auch war - die Probleme werden von Abwarten leider nicht besser.
    Je länger wir warten, umso schwerer wird es und umso größere Einschnitte müssen wir hinnehmen.
    Aber erzähl das mit den 40h mal der IG Metall oder Verdi.
    Nach denen steht das glaube ich kurz vor Folter.
     
  • User 9402
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    vergeben und glücklich
    10 November 2004
    #44
    Wie wahr. Allerdings sehe ich nicht nur den Ausweg über noch mehr Arbeit (ich bin froh, wenn ich nur eine 50 Stunden Woche habe), sondern bei einer
    Verbesserung der Rahmenbedingungen. Ich warte immer noch auf die
    (radikalen) Vorschläge zum Abbau von unsinnigen und wettbewerbsbehinderten Gesetzen/Vorschriften/Verordnungen. Hier könnte sehr schnell zur Entlastung vorallem der kleinen und mittleren Firmen beigetragen werden. Wenn ich mir von Freunden, die es gewagt haben sich selbständig zu machen, erzählen lassen, was die ständig für einen Ärger mit Behören und deren unsinnigen Vorschriften haben, dann wäre eine Entlastung an diesem Punkt wohl wesentlich wirkungsvoller, als die Arbeitnehmer länger arbeiten zu lassen.

    Ich selbst wäre froh nur mal 40 Stunden arbeiten zu müssen. Meistens sind wesentlich mehr als 50 Stunden. Deshalb muß ich immer Lachen, wenn ich höre wie manche Leute sich aufführen, wenn sie statt 37,5 jetzt 40 Stunden in der Woche arbeiten müssen.
     
  • boy_X
    boy_X (36)
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    10 November 2004
    #45
    @Finalizer

    ich sag mal so.. manche regeln sind sinnvolll und viele nicht... Und hier liegt das problem! Man sollte vll erst mal ein forum aufmachen wo die leute die es betrifft ihre meinungen einbringen. un dort kann man dann sehr schnell festellen wo die mehrheit änderungsbedarf sieht bzw wo manche unnötige regeln/gesetze ganz wegfallen können. Aber wo soll der kollege clement das z.b rausfinden? wenn er ganz oben sitz... er hat ,wenn wir mal ehrlich sind, kaum mit den kleinen zutun! Eher nur mit den ganzen bossen... und ich find man sollte erst mal in diesem bereichen einsätzen bevor man gleich zu den direkten sozialen einschnitten geht !

    wenn du hier handlungsbedarf siehst! Klage! den der stadt darf laut eigenem gesetz keine arbeitsplätze kaputt machen! Und im normalfall müssen halt dann diese ein euro stelln gestrichen werden
    :rolleyes2
     
  • Mr.Eierhals
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    10 November 2004
    #46
    Hmmm.......also ich arbeite SA,So,Nachts,Feiertags (Ja,dieses Jahr Weihnachten auch wieder) im Schichtdienst durchschnittlich 43 Std./Woche bei 80% des Westlohnes (für 38 Std.!) Dabei gehe ich in folgendem Rhythmus arbeiten: 6Tage arbeiten 1 Tag Frei,5 Tage arbeiten 2 Tage frei.

    Die Gewerkschaften sollten mal auf dem Teppich der Realität ankommen! Die machen zwar immer wieder schöne Abschlüsse,aber was nützen diese,wenn die Firma dann kurzerhand aus dem kommunalen Arbeitgeberverband austritt und einen Haustarifvertrag aushandelt ?!?

    Wozu brauchen wir bitte schön 1 Euro Jobs? Das ist Arbeitsplatzvernichtung pur ! Außerdem werden die Sozialkassen damit arg Strapaziert,da keine Einzahlungen in Arbeitslosen,Renten,Krankenkassen erfolgen. Von den Steuerausfällen reden wir lieber nicht......

    Wie kann es sein,daß eine ausgebildete Altenpflegerin keine Arbeit bekommt,aber im selben Altenheim,in dem sie sich beworben hat auf 1 Euro Basis 2 neue Stellen geschaffen wurden und ihr dann vom Arbeitsamt wie zum Hohn eine davon angeboten wird ??(hat eine Freundin von mir berichtet) Wieso müssen im Garten und Landschaftsbau Arbeitslose für 1 € malochen,gibt es keine Gartenbaufirmen ,die die Aufträge der Stadt bekommen könnten?
    Wo sollen diese ABM/1 € Jobs noch hinführen? (Heute der Altenpfleger.....morgen vielleicht der Polizist ??)
    Jeder 1€ Job ist ein vernichteter Arbeitsplatz ! Die zu erbringende Arbeitsleistung ist schließlich die Selbe.

    In meinen Augen dienen diese Maßnahmen,ABM,Hartz4 und 1€ Jobs, nur dazu Statistiken zu beschönigen ! Damit dann irgendein Bonze in Berlin mit stolzgeschwellter Brust behaupten kann: "Seht her wir tun was !"
    Rechnet man alle Soziempfänger,alle in Sinnlos Maßnahmen,1 € Jobs, Umschulungen und die vielen Muttis,die aus allen Statistiken rausgefallen sind,weil die Partner zuviel verdienen zu den offiziellen AL-Zahlen dazu,dann wären wir irgendwo bei 7 oder 8 Mio Arbeitslosen!! Das sind Zustände wie beim Zusammenbruch der Weimarer Republik 1933!!
    Außerdem ist das ganze "Der Wirtschaft geht es Schlecht Gejammere" so nicht richtig. Es gibt immer noch Wirtschaftswachstum, also haben viele Groß-Unternehmen im Schnitt mindestens die selben Umsätze und Gewinne eingefahren wie die Jahre davor. In der Realität sogar noch mehr,da die Wirtschaft ja noch wächst. eEr Kleine Handwerker....dem geht es schlecht,weil die Politik Großkonzernen alles in den A.... Bläst und Steuergeschenke noch und nocher macht aber der Mittelstand in keinster Weise entlastet wird.

    Aber ich hätte da einen anderen Vorschlag für alle,die meinen,es muß was getan werden.......Warum nicht gleiches Geld für gleiche Arbeit? aber diesmal umgekehrt...... warum werden die Löhne im Westen nicht auf das Ostniveau gesenkt,bzw solange Nullrunden im Westen bis sich beide angeglichen haben?
    Es ist für mich nicht mehr nachvollziehbar,warum 15 Jahre nach dem Mauerfall immer noch Tarifvertrag West und Tarifvertrag Ost existieren und der Ost Arbeiter/Angestellte/Polizist nur 80% Lohn nach Hause trägt......
     
  • User 9402
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    vergeben und glücklich
    10 November 2004
    #47
    Vorschläge für die Vereinfachung von Gesetzen und Vorschriften sind bereits
    viele gemacht. Nur mit der Umsetzung happert es, da oft Interessen-
    gruppen hinter diesen Regelungen stehen und die wollen bekanntlich
    keinerlei Änderungen um ihre Macht zu erhalten. Bestes Bespiel das Handwerk. Die Handwerksordnung gehört schon längst abgeschafft. Stammt z.T. noch aus dem Mittelalter (zumindest von den Ideen her). Aber versuch mal da
    etwas zu ändern. Dann steht sofort der Handwerksverband vor der Tür und beklagt sich.

    Die erhalten doch erst recht Geld, wen die etwas verbockt haben. Der letzte Karstadt Boss hat den Konzern runiniert und hat dafür 10 Mio kassiert. Der jetztig Chef muß das ganze wieder Sanieren.
    [ironie]
    Ich möchte auch mal einen Konzern ruinieren und dann noch ordentlich Geld dafür bekommen.
    [/ironie]
     
  • darksun
    darksun (39)
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    vergeben und glücklich
    10 November 2004
    #48
    Da kann ich auch ein Liedchen von singen - meine Eltern sind ebenfalls selbständig. :kotz: :kotz:

    Ich denke mal, niemand der einigermaßen gesund ist und nicht auf dem Bau oder unter Tage arbeitet, überarbeitet sich mit 40h nicht wirklich.


    Genau. Keiner gibt gerne zu, dass er überflüssig ist.
    Viele verbreiten leider gerne Lügen, Halbwahrheiten usw. um dies zu vertuschen....
    Wenn man sich mal die Handwerksordnung ansieht, wozu man überall einen Meister braucht und dann mal überlegt, wie lange es dauert, den zu machen...
    In einigen Fällen ist es durchaus angebracht, aber in den meisten Fällen egal - zumal dies für Ausländer aus EU-Staaten glaube ich eh schon nicht mehr gilt. Habe da zumindest irgendwas im Kopf.
     
  • Bakunin
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    nicht angegeben
    10 November 2004
    #49
    Hallo? Wir haben 6 Millionen Arbeitslose... da das Konzept wahrscheinlich nur wieder so gedacht ist, dass die Leute, die eh schon in Lohn und Brot stehen, einen Tag LÄNGER arbeiten sollen, frag ich mich: Was soll das??
     
  • Daucus-Zentrus
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    10 November 2004
    #50
    Das Problem liegt nicht (ausschließlich) an den hohen Kosten für Arbeit in Deutschland, sondern es liegt an den zu hohen Kosten für die Arbeit, die wir in Deutschland machen! Es ist recht naiv zu glauben, wenn wir die Lohnkosten etwas senken, dann erhalten wir die Arbeitsplätze, die wir im Moment haben. (Du hast das im Beispiel Ungarn schon richtig gesagt, wir arbeiten/leben auf Kosten anderer.) Unsere Arbeit ist solange nicht konkurenzfähig, wie wir versuchen dasselbe zu arbeiten und dafür mehr Lohn zu bekommen. - Warum sollte ein Unternehmer und warum sollten das ausländische Arbeiter mitmachen? (Das es viele noch machen, ist wenig rational.) - Wenn wir erreichen wollen, dass wir weiter einen "höheren" Standart im Leben haben, der sich nur auf Kosten anderer finanzieren lässt, dann müssen wir uns neue Arbeitsfelder suchen, bei denen gute Löhne gerechtfertigt sind! - Das bedeutet aber auch, dass wir flexibler sein müssen statt weiter z.B. Bergleute auszubilden... -
    Genauso verhält es sich innerhalb unserer Gesellschaft in Deutschland: Wie kann man glauben, dass man einen einmal erworbenen Status für immer behält? Wie kann man glauben, nur weil Opel immer gute Löhne gezahlt hat im Vergleich zu anderen (Beispiel), dass man damit dies auch sein Leben lang bekommt? - Auch wir müssen untereinander flexibel sein und offen für neues, wenn wir unseren individuellen Status erhalten wollen.

    @ProxySurfer:
    Es ist wohl nicht festzustellen,ob die mögliche Arbeit durch Maschinen wirklich weniger wird, obwohl ich auch diesen Eindruck habe. Das Arbeit aber "gerecht" an alle verteilt wird, kann ich mir nicht vorstellen, allein schon, weil dann Menschen meine Arbeit machen sollten und ich weiß, dass sie dann gar nicht oder nicht so gut gemacht wird.
     

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