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  • OhjéMiné
    OhjéMiné (25)
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    nicht angegeben
    5 Februar 2015
    #1

    Schluss machen?!

    Achtung-langer Text...hoffe ihr lest den trotzdem, bin echt verzweifelt.

    Hallo!
    Ich bin 21 Jahre alt, mein Freund 23. Zusammen sind wir seit fast genau zwei Jahren, kennen uns ein bisschen länger, hatten natürlich auch vorm Zusammenkommen eine Dating-Phase. Kurz nachdem wir offiziell zusammen waren, wurde das Ganze zu einer Fernbeziehung (600km), haben uns häufig gesehen, das Gependel war anstrengend, wir sehr verliebt und letzten Herbst zog ich zu ihm - Job gekündigt, Wohnung gekündigt, Uni auf Eis gelegt. Das war nicht NUR seinetwegen, sondern hatte andere Gründe, aber schlussendlich kommt es ja irgendwie aufs Gleiche raus. Ich hatte Geld angespart und bekam bis diesen Monat aufgrund vieler Überstunden noch den vollen Lohn bezahlt. Damit wollte ich eine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer finanzieren, bis ich einen neuen Job hätte.

    Es kam alles anders, mein Freund hatte eine Jobkrise, gerade als ich hinkam, alles lief schief, Geld weg. Okay, soweit so gut, bin ich halt bei ihm in der Einzimmerwohnung geblieben, nach ein paar Anpassungsproblemen klappt das auch super!

    Irgendwie ist es nur zwischen uns als Paar dabei gescheitert. Ich muss schon wieder weinen, wenn ich dran denke, dabei bin ich eigentlich die Übeltäterin. Ich war einfach sehr unzufrieden, generell, was bestimmt auch
    daran lag, dass ich im Winter sowieso weniger Strahlefrau bin, gerade in eine neue Stadt zog, er wahnsinnig viel arbeitete, ich aufgrund der Krankenversicherung nicht mal einen neuen Job annehmen konnte und mein Geld für uns beide reichen musste, so dass ich nicht mal großartig was unternehmen konnte. Es war einfach eine sehr einsame Zeit und ich kam mir vor wie sein Hund, weil ich jeden Tag um 18 schon freudig zur Tür rannte, weil er ja gleich kommen musste. Natürlich hatte er nach der Arbeit, quasi unbezahlt auch noch, selten Lust, sich großartig mit mir zu befassen, was ich verstehen kann, nur hatte ich ja niemanden zum Reden und dachte, ich dreh durch und fühlte mich ungeliebt und unbeachtet etc.

    Da hab ich das angesprochen und wir haben versucht, Kompromisse zu finden - mal was Richtiges zu unternehmen (er meinte tatsächlich, dass er schon Spaß dran habe, gemeinsam mit mir zu putzen und zu kochen), weil "abends im gleichen Raum sein" mir einfach nicht genügte. Danach haben wir das vielleicht drei Wochen gemacht - insgesamt dreimal also. Mir kam das auch total dämlich vor, ich hatte immer das Gefühl, ich muss ihn zwingen, er hat auch oft gesagt dass er eben viel arbeitet und müde ist und ich hab mich dadurch immer wieder zu Unrecht angegriffen gefühlt, weil ich ein Arbeitstier bin und nun solange nichts mache und meinen Job wahnsinnig vermisse.

    Dann hatte ich kurz vor Weihnachten nochmal die Superkrise, mir ging einfach alles, was er tat auf die Nerven. Wie er am Telefon Tschüss sagt, und wie er die Wäsche liegen lässt, dass er ständig ohne zu Fragen Freunde einlädt, und ich den ganzen Abend danebenhocken muss (Einzimmerwohnung [​IMG]) wenn es gerade überhaupt nicht passt. Ich will gar nicht sagen, dass ich nicht nerve, das tu ich bestimmt und hab selbst total viele bescheuerte Eigenschaften, es ist nur, dass mir wirklich alles auf einmal auffiel an ihm. Ich weiß, dass das eher mein Problem ist als seins!!

    Dann hatten wir ein sehr klärendes Gespräch. Ich würde sagen, es war beinahe schon ein Trennungssgespräch. Ich sagte, ich hab keine Lust mehr, durch seine Verantwortungslosigkeit mein Leben zu belasten, mir geht seine spontane "Na das wird schon" Art nur noch auf den Geist, ich fühle mich scheiße, einsam und seh gar keinen Sinn mehr in der Beziehung. Er meinte dann sehr betroffen, dass er mich über alles liebe, ich seine absolute Traumfrau sei, und dass er alles tun würde, um sich zu ändern, er finde ja selbst, seit unserer Beziehung sei sein Leben leichter geworden, da ich Ordnung und Organisation reinbringe und er lerne soviel von mir, aber er könne verstehen, dass das für mich so langsam vonstatten gehe, dass ich die Krise bekäme. Und Leute, es ist so nett, er hat sich seitdem so sehr bemüht!! Ich sage auch gar nichts mehr dazu, wenn ein Regal seit drei Wochen rumsteht, ohne angebracht zu werden, obwohl er das täglich ankündigt, weil ich ja auch versprochen hab, nicht mehr zu mäkeln und zu meckern und er das sicher irgendwann machen wird.

    Nur hatte das scheinbar gar nichts mit meinen Gefühlen an sich zu tun? Schon länger frage ich mich, ob ich überhaupt noch verliebt bin. Als wir ständig stritten, habe ich es darauf geschoben, aber jetzt herrscht einfach immer schlechte Stimmung, egal wie oft wir darüber reden, und uns beide bemühen. Ich hab das Gefühl, er findet mich nur noch nervig und anstrengend, was ich total gut verstehe, schließlich wirke ich ja wohl unbewusst auch nonstop abweisend. Ich hab schon gar keine Lust mehr, was mit ihm zu unternehmen, und bedauere abends heimlich sogar, dass der Hund nicht zum Kuscheln ins Bett darf, weil ich so ein Bedürfnis hab, irgendwas im Arm zu halten, weil ich jede Nacht heulen könnte vor Entäuschung.

    Er hat mir jetzt mehrmals vorgeworfen, ich sei gar nicht verliebt in ihn und am Anfang hab ich ganz strikt abgelehnt, dass er Recht hat, aber mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr sicher. Ich denke schon, dass ich ihn irgendwie liebe, er ist ja ein toller Mensch und das hat er mir wirklich oft in sehr schönen Gesten gezeigt, er hat mir sehr sehr geholfen in den letzten zwei Jahren, ohne ihn wäre ich wohl kaputt gegangen. Er ist der erste Mensch in meinem Leben, dem ich ohne Vorbehalte vertraue und weiß, er will uneingeschränkt mein Bestes. Ich finde ihn immernoch hübsch und freue mich, wenn er was Schönes erlebt und so. Aber irgendwie fühlt es sich an, als hätte ich einfach eine super Beziehung zu meinem allerbesten Freund. Ich find meine Freundinnen schließlich auch hübsch und leide mit und freue mich über ihre Erlebnissen.

    Sexuell sind wir eigentlich auf dem Nullpunkt. Länger schon haben wir nur ganz selten Sex und jedes Mal total enttäuschend für beide Seiten. Manchmal tun wir so, als wären wir wahnsinnig leidenschftlich, aber das wirkt so gespielt und meistens kann ich mich nach zehn Minuten nicht mal mehr konzentrieren, so egal ist es mir. Ich habs schon mit Reizwäsche und Fantasien und Ideen probiert, aber war danach jedes Mal so gedemütigt, weil es ihn eben auch nicht mehr interessierte als sonst und wenn man dann mal im Outfit da steht und alles tut, was ihm gefallen könnte und er kriegt nicht mal einen hoch, obwohl er sonst immer sofort dabei war... naja, ich denke, jeder würde da erstmal zum Heulen in Bad gehen. Früher hatten wir richtig tollen Sex, immer, und haben da total gut zusammengepasst, aber so langsam seit einiger Zeit ist es bei mir auch nur ein kurzer Lustmoment und wenn wir anfangen, ärgere ich mich darüber schon, weil ich gar nicht mehr will.
    Ich will ihn auch im Alltag gar nicht mehr unbedingt berühren, küssen nur noch selten und diese Pflicht "Mutti/Vati"Küsse..Nachts haben wir immer gekuschelt, lagen dicht beieinander, jetzt dreht er mir den Rücken zu und nciht mak zufällig berühren wir uns. Manchmal nehm ich seine Hand oder versuch "aufzurücken", was bei meinen Zweifeln vielleicht einfach egoistisch ist, aber das geht sowieso höchstens zehn Minuten, dann tut er, als würde er beim Einschlafen wegrücken.

    Ich weiß einfach nicht weiter. Die Beziehung macht mir keinen Spaß mehr, überhaupt nicht, aber er ist doch eigentlich so toll[​IMG]
    Er ist reflektiert, intelligent, kümmert sich total super um meinen Hund (der ihn auch noch ständig vermisst und offensichtlich traurig ist, wenn ich nicht da bin, was es noch anstrengender macht), kümmert sich um mich wenn was ist, fängt mich auf, beteiligt sich ganz selbstverständlich am Haushalt, ist großzügig... aber er nervt mich so und ich mich selbst noch mehr.

    Ich will das am Wochenende ansprechen aber weiß nicht wie? Das Einzig Logische wäre ja nun die Trennung..aber wenn ich dran denke, wird mir schecht und panisch vor Trauer, und ich will ihn eigentlich nicht verlieren, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, ohne in zu sein. Außerdem kann ich mir jetzt nicht mal einen Auszug leisten und so leicht ist es in dieser Stadt nicht, sogar mit dem richtigen Geld, eine Wohnung zu finden.. hintenrum suchen und dann Trennung wenn ich eine hab fände ich mies.

    Ich hab schon überlegt, ob vielleicht einfach mehr Abstand uns gut täte.. also dass wir darüber sprechen, gemeinsam was für mich suchen und bis dahin einfach versuchen, nett und vernünftig klarzukommen. Und dann einfach nur getrennt wohnen und eine Pause einlegen und mal sehen. Andererseits ist das wohl sehr viel verlangt von jemandem, der einen liebt.

    Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Hat jemand vielleicht Ähnliches erlebt und wie ging das aus?
     
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    Verliebt
    5 Februar 2015
    #2
    Ich verstehe nicht ganz, warum du in seine Stadt gezogen bist. Du schreibst, es hatte Gründe, unabhängig von ihm.
    Was machst du da jetzt den lieben langen Tag? Was ist mit deinem Job und deinem Studium?
    Kannst du das noch etwas genauer ausführen?

    Wenn ich jeden Tag alleine in einer kleinen Wohnung hocken würde und keine Aufgabe in meinem Leben hätte, wäre ich nach einiger Zeit auch furchtbar unzufrieden, völlig unabhängig davon, mit wem ich zusammen lebe.
     
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  • User 96776
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    5 Februar 2015
    #3
    Puh... Schwierig... Am Ende musst du das allein entscheiden, was das Richtige ist und da kommt auf jeden Fall viel Arbeit auf euch zu.
    Eine Pause täte euch ganz bestimmt ganz gut!

    Man merkt dir total an, dass du große Zweifel hast. Wie auch dieser Satz. "Eigentlich" gehört wohl hier eher nicht hin, wenn man jemanden wirklich toll findet und liebt. Die Frage ist ja, was DU willst und an ihm schätzt.
    Es nützt dir gar nichts, wenn er theoretisch tolle Eigenschaften hat, du aber mit ihm einfach nicht (mehr) klarkommst und ihr beide keinen gemeinsamen Nenner findet.
     
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  • User 136035
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    5 Februar 2015
    #4
    Hast du jetzt einen Job oder etwas zu tun?

    Ich glaube, das wäre für den Anfang viel wichtiger, als jeden Tag über Sinnhaftigkeit und Glücksgefühl in der Beziehung nachzudenken - da kommst du nie zu einem Ende! Die Beziehung ist nur ein Verhältnis zu einem anderen Menschen, mit dem du halt in dem Fall auch zusammenlebst, aber DEINE Zufriedenheit und dein Leben bist DU, und das musst du unabhängig von ihm betrachten...
    Wenn du das einigermaßen hast, dann kannst auch drüber nachdenken, ob du mit ihm glücklich bist, vorher glaube ich nicht, dass du zu diesem Punkt überhaupt vordringen kannst.

    Du klingst in allem was du schreibst sehr reflektiert und nett, ich glaube aber, dass so ein Problem nicht mit noch mehr Reflexion und vielen Gesprächen gelöst werden kann.
    Ich versteh dich glaube ich gut, ich will immer alles geklärt habe und glaube daran, dass man über alles reden kann etc.; aber ich glaube auch, dass man "Ich bin unzufrieden mit der Beziehung" nur schwer sagen kann, man kann nur sagen a) "Ich bin unzufrieden mit meinem Leben" und davon völlig unabhängig b) "Ich liebe einen anderen Menschen und möchte deshalb mein Leben mit ihm teilen (oder auch nicht mehr)" - dein Lebensinhalt besteht momentan vielleicht zu sehr daraus, dass die Beziehung funktionieren soll und dass ihr euch deshalb beide die ganze Zeit bemühen wollt.

    Das mit dem sich-nerven ist so eine Sache. Ich habe das schon erlebt bei einem Exfreund, und darauf folgte die Trennung, passte einfach nicht. Aber ich denke, dass das auch einfach die generelle (äußere) Situation widerspiegeln kann.
     
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  • OhjéMiné
    OhjéMiné (25)
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    nicht angegeben
    5 Februar 2015
    #5
    Also. Von zuhause musste ich weg - hatte ein blödes Verhältnis zur Familie, keinen Anspruch auf Bafög und es war sehr schwer, als ich ausgezogen bin, innerhalb der Stadt, da sie mir das Kindergeld nicht auszahlen wollten etc. Das hat sich erst geändert, als ich zu meinem Freund zog Ich hab Depressionen mit Angststörungen und musste mir quasi eine Zwangspause nehmen, weil ich mich mit allem komplett übernommen habe. Meine Therapeutin meinte auch, das wäre der bestmöglichste Weg - wirklich räumliche Distanz zu haben von der Familie. Da war mein Freund wirklich super für mich da. Klar liegt das auch an der Situation mit dem Daheimsein jetzt.. da fiel mir echt die Decke auf den Kopf. Trotzdem sollte eine Beziehung dann doch nicht alles schlimmer machen, oder?

    Psychisch geht es mir an sich allerdings um einiges besser als früher, daher denke ich nicht, dass es nur Unzufriedenheit mit der Wohnsituation ist.

    Seit zwei Wochen hab ich eine Stelle als Schreiberin- leider natürlich abgesehen von ein paar Interview-Terminen von daheim aus.

    Eigentlich bin ich momentan schon länger gut ausgelastet-hab mir einen Hund geholt im Urlaubssemester und als Welpen halten die einen gut auf Trab, komme viel raus, lerne Menschen kennen.. aufs Nachhause kommen freu ich mich aber auch nach dem anstrengensten Tag nicht wirklich. Bzw manchmal doch, aber kaum bin ich da, schweigen wir uns schon wieder an und ich muss wieder heulen.

    Wir haben glaub ich ehrlich gesagt am Anfang zuuuu viel reflektiert und offen über jeden Quatsch und jede Kleinigkeit geredet...hatte schon mal das Gefühl, dass durch diese dämliche Sachlichkeit die Luft sehr früh raus war. Jetzt sind wir nicht mehr sachlich, ich bin das erste Mal in meinem Leben an einem Punkt, an dem ich beim Streit rumschreie und Zeug rumwerfe und nichts klären kann, aber da macht er sowieso erst recht dicht bzw reagiert genauso. Verständlich. Momentan reicht aber schon ein falscher Blick, egal von wem und alles geht hoch
     
  • User 96776
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    5 Februar 2015
    #6
    Ja, dann ist es natürlich sehr schwierig.
    Schau, ich kann und will dir jetzt nicht zu einer Trennung raten oder davon abraten.
    Aber ich denke ihr solltet erstmal jeder für sich alleine seiner Wege ziehen und du dir vor allem darüber klar werden, was du wirklich willst!
    Vielleicht kannst du dies ja auch nochmal mit deiner Psychologin sprechen, denn wenn du derzeit eher nicht mit dir im Reinen bist, ist es auch gewagt, dann eine endgültige Entscheidung zu treffen...
     
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