• ProxySurfer
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    Single
    16 September 2004
    #21
    Das ist wie mit den Schotten: Es gibt geizige und es gibt das Gegenteil. Oder Polen: Es gibt Diebe, aber Diebe gibt es in allen Ländern. Und so gibt es Arbeitslose, die würden gern arbeiten (die Mehrheit), und es gibt welche, die nicht gern arbeiten. Auch in manchen Büros sieht man Leute mit festem Job, die aussehn als wären sie gerade aus dem "verdienten" Büroschlaf erwacht, während andere richtig rackern für ihr Geld.

    Das Problem bei vielen Arbeitslosen ist ein psychisches: Wenn einer hunderte Bewerbungen geschrieben hat, nur Absagen bekommen, und derjenige oft hört: "in deinem Alter kriegst du keinen Job mehr", dann muß es irgendwann zwangsläufig zur Resignation kommen und er kümmert sich nicht mehr. Oder wird Alkoholiker oder aggressiv oder depressiv, vor allem wenn man ihn dann als "faul" bezeichnet.
     
  • Daucus-Zentrus
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    nicht angegeben
    16 September 2004
    #22
    Ja, es gibt auch faule Arbeitslose, aber mit genau diesem Argument von oben outen sich meist auf faule Arbeitgeber: Warum muss das Arbeitsamt eigentlich immer die Schulungen übernehmen und warum kann das nicht in der Zeit geschehen, während die Leute für die Firma arbeiten? Ja, die Gesellschaft hat etwas davon, wenn Menschen Arbeit finden, Firmen gut laufen und ist grundsätzlich auch für das Lernen ihrer Mitglieder (z.B. durch Schulen) zuständig, aber Firmen haben auch was von Beschäftigten, die sie neu einstellen, weil sie Bedarf haben...! Warum leisten die nicht auch ihren Beitrag??? (Das ist jetzt kein persönlicher Angriff auf dich smithers, ich weiß ja nicht, wie es speziell bei dir ist...)
     
  • kleinerprinz3
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    16 September 2004
    #23
    Arbeitslose faul??

    Hi @LL!!

    Ich bin der Meinung das man in jedem fall unterscheiden muß!

    Denke aber das es wohl mehr faule als arbeitswillige gibt.

    gruß
    kleinerprinz
     
  • Damasus
    Gast
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    17 September 2004
    #24
    Klar gibt es faule Arbeitslose.

    Aber auch diese führen höchstens im Vergleich zu wirklich armen Leuten, ein gutes Leben. Sie sind mit wenig zufrieden. S-Klasse Mercedes fahren sie nicht und sie tragen auch keine handgemachte Armbanduhr aus der Schweiz.

    Darum regen mich faule Arbeitslose eigentlich überhaupt nicht auf. Die Sozialabzüge vom Lohn, schaden mir nicht.

    Was mich dafür aufregt, sind die zahlreichen unfähigen Grossverdiener, mit denen ich immer mal wieder zu tun habe. Die richten mit ihrem Getue sehr viel mehr Schaden an, und zwar teilweise weltweit.

    Lieber 1000 faule Arbeitslosenbezüger in Jogginghose, als eine einzige Niete in Nadelstreifen.
     
  • Beastie
    Beastialische Beiträge
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    vergeben und glücklich
    17 September 2004
    #25
    #
    wenn doe leute nich bereit sind, in anderen bereichen zu arbeiten, sollte man das alg/die ahi komplett streichen..
     
  • smithers
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    17 September 2004
    #26
    Lieber Daucus-Zentrus:

    Unser Unternehmen fördert nicht nur einen Studenten. Alleine in meiner Abteilung habe ich gerade jetzt 4! von den hier und erzähle denen wie es geht. Zusätzlich unterstützt unser Unternehmen die hier ansässige FH und UNI. Nebenbei stellen wir Diplomanten und Praktikanten ein. Doktoranten sind mir auch lieb. Ich nehme sie alle, aber .... leider sind die meisten nicht qualifiziert, oder haben keine Lust sich den Arsch aufzureizen. Und das möchte ich hier mal eben betonen: Die Firma zahlt nicht schlecht. Zusätzliche Sicherungseinlagen gibt’s gratis oben drauf. Die Firma bläst uns quasi das Geld in den Hintern. Verlangt aber auch ziemlich viel entgegenkommen der einzustellenden Person. Ich bin selber mehr als ein Jahr durch die Welt geflogen. Habe mich weitergebildet, und habe für meinen Erfolg mehr als gekämpft. Man, ich war 28 Jahre alt, da musste ich das ganze Geschäft (also mein Kernbereich) selber verantworten. Ich hatte mehr als eine schlaflose Nacht, Stress und ja mit 29 Jahren den ersten Kreislaufzusammenbruch. 3 Tage Klinik, dann weiter. Nun erzähle mir also keiner was von „die Firmen sorgen sich nicht“, „die Firmen bilden nicht aus“ oder sonst was. Es stimmt zumindest in unserem Bereich nicht! Und ich gehe sogar soweit, dass es in unserem ganzen Unternehmen nicht stimmt!
    Was soll ich z.B. einen Dipl.-Ing. die Chance für einen Job geben, wenn das Aas nicht mal bereit ist durch Europa zu Reisen. Da kommen solche Sprüche wie: Ach, ich habe ja gerade ein Haus gebaut, und meine Frau würde das nicht toll finden uswundsofort. Ich suche ganz klar Ausnahmen, wir können keinen Menschen gebrauchen, auf den wir uns nicht 150 %tig verlassen können. Man dieser Mensch soll den Rücken von mir und meinem Kollegen decken, und ich überlasse niemanden unsere Rückendeckung wenn er von vornherein sagt: Ach, ich weis ja nicht............
    Mir ist bewusst, dass ich eben einen „besonderen“ Fall beschrieben habe. Er trifft erstemal nur auf das Unternehmen zu wo ich tätig bin, aber ich habe auch Freunde in anderen Teil der Wirtschaft. Sie berichten mir immer das gleiche: Ein Bauing kennt zum Beispiel die gängigen Maße der Steine nicht, ein Elektroing. Kann nicht wirklich was mit Knotenregeln anfangen und ein dipl-finanzwirt kennt die wichtigsten Gesetze nicht. Es haben sich abgründe aufgetan in der Bildung. Und mittlerweile bin ich der Meinung, dass es streng logisch genommen gar keine „Faulheit bei Arbeitslosen“ gibt. Ich sag mal so: Wenn der Staat es einen so einfach macht, an Geld zu kommen, ohne den Hintern zu bewegen, dann wären die Leute die ich als „faul“ bezeichnet habe ja blöd wenn sie arbeiten gehen würden. Ehrlich gesagt kann ich die Menschen verstehen wenn sie es so machen. Die Schuldfrage ist wirklich schwer zu klären. Und ich glaube, egal was man schreibt, es beschreit niemals das gesamte tatsächliche Bild. Es beschreibt immer nur einen Teilausschnitt. Das die Leute z.B. im Osten Deutschlands so langsam am Rad drehen kann ich verstehen. 15 Jahre nur stillstand. Doch wem soll ich die Schuld geben dafür. Das Volk, was sich aus Bequemlichkeit kaum bewegt, oder die Politiker die zu spät reagieren, und wenn sie reagieren keine „gute Hand“ dabei beweisen. Ist und bleibt ein schweres Thema und ich könnte noch mindestens 10 unterschiedliche Sichtweisen zu der eingangs gestellten Frage. Aber ich glaube dann würden die Admins mich erschießen und mich als Bandbreitenvernichter bezeichnen ;-))

    Freundlichst smithers
     
  • kerl
    kerl (57)
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    17 September 2004
    #27
    @hi basti1977
    na klar sind die faul. alle sofort ausweisen!

    ach mist das waren ja die anderen die dem staat auf der tasche liegen. :link:

    woher ist denn diese "argumentationfigur"?
    das würde mich mal wirklich interessieren.

    ansonsten hält sich der sogenannte "sozialmissbrauch" doch sehr in grenzen.


    lg
    kerl

    ps
    war vorhin auf einem amt.
    davor stehen häufig leute mit einer "jolle" in der hand die dann dort ihre "stütze" versaufen.
    ist kein schöner anblick aber es ist eben so.
    mich grossartig darüber aufregen habe ich noch nie getan.

    das einzige was mich ein wenig ärgert das die leute ihren sozialen status auch noch mit stolz "vorführen" da es für sie schon normal geworden ist.
    aber wie gesagt es ist eben so.
    die ziehe ich mit meinen sozialabgaben gerne mit durch.
    kann ja sein das ich auch mal in eine solche lage gerate.
     
  • emotion
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    Single
    18 September 2004
    #28
    :wuerg:
    Hm ...
    Lobenswert, und jeder sollte sich opfern.
    Das du keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall hattest, ist schön, nicht ? :kotz:

    Aber die FA kümmert sich ja ...
    Auch um die Praktikanten ...
    Die neuesten Schlagzeilen sind bekannt ?
    Das eben Akademiker als Praktikannten ausgenutzt werden, diese aber lieber ein mies bezahltes Praktikum machen (müssen), weil sonst ihr Lebenslauf für viele (dumme, faule, tunnelblickigie, egoistische, ekelige) Personaler für den Ars** ist ?

    Nun, es ist ja soweit nicht verwerflich, dass du so leistungsbereit und leistungsfähig bist.
    Und wenn deine FA wirklich soo gut bezahlt, wundert es mich auch ein wenig, dass sich nicht genügend motivierte Mitarbeiter finden lassen, aber ob jemand sich so wie du verheizen lässt, sollte nicht Vorraussetzung für alle Arbeitslosen sein, denn hier haben Menschen halt unterschiedliche Prioritäten.

    Unser System war bisher ok, weil es Unwillige halbwegs ausfilterte.
    Wenn nun Unwillige zur Arbeit gezwungen werden, kann das sicher nicht gut sein.
    Solch eine Subvention ist m.E. notwendig.
    Auch sollte es Menschen der Unter und Mittelschicht möglich bleiben, auf ein Haus sparen zu können, auch wenn sie nun den 13. Monat arbeitslos sein werden, oder ihre in Jahren angesparte Altersvorsorge behalten dürfen.

    Statt diese riesigen Einschnitte zu überdenken, lassen sich die Bürger lieber gezielt gegeneinander ausspielen (Ost-West, Arbeitssuchend-In Arbeit, Reich-Arm, Nord-Süd ).

    Es wird gezielt abgelenkt, es wird gezielt fehlinformiert oder zu wenig aufgeklärt, es wird gezielt provoziert (so wieder Schröder und Köhler in den Medien auftauchten : Schmarotzer bis in die Mittelschicht ? ).

    Was will die Riege der Mächtigen ?
    Selektion !
    Mensch ist eben nicht gleich Mensch.

    Nur sollten sich selbst die leistungsfähigen Arbeitstiere mal nen Kopf machen, wann auch sie im Gefüge überflüssig werden.

    Falls man mit 49 ... 55 arbeitslos wird, nutzt auch keine noch so hohe Leistungsfähigkeit und Bereitschaft.

    Nun gut, man kann nun freiwillig versuchen, in anderen Bereichen unterzukommen, nur wird man dort meist als überqualifiziert abgeschrieben.

    Ja, dass Bewußtsein und die Bereitschaft sich umzuorientieren, flexibel zu sein, muß sich etablieren.
    Aber nicht grenzenlos ...

    Oder sollten wir den Begriff Heimat aus dem Duden/Brockhaus streichen ?
    Der eine kanns/wills, der andere nicht (würde depressiv, kann schlecht Menschen/Freunde kennenlernen), also auch hier bitte : freiwillig !

    Trotzalledem !!!
    Wir werden nach greifen der Reformen (Hartz 4) ja sehen, wie willig die Arbeitslosen sind.
    Ob sich viele nicht eher an der Beschäftigung (1 Euro Job) laben ?
    Ich könnte evt. betroffen sein, und freue mich ehrlich gesagt darauf, aktiv (gemeinnützig) zu werden.
    Bin eh vom Wesen ein Typ Mensch, der sowas von innen herraus gern tun würde, auch ohne Geld (denn die paar Kröten gehen eh für Arbeitskleidung, Fahrtkosten, Essen usw. drauf).

    Also ich kann sagen :
    Ja, es gibt Menschen, die nicht willig sind, ihr Leben der Marktwirtschaft zu verschreiben (Seele verkaufen ? ).
    Und es gibt Menschen, die niemals von sich aus gemeinnützig arbeiten werden wollen.

    Wie kann man denn verschiedenen Menschen, verschiedenen Kulturen, verschiedenen Mentalitäten Schuld zuweisen ?

    Das wird wie gesagt eh nur gemacht, um das Volk von den wirklichen Veränderungen abzulenken ...

    Mal schauen, wie sich unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren so entwickelt.
    Ohne Geld ist es schwer, soziale Strukturen zu erhalten, dass sehen wir ja jetzt.
    Na ja, schaun mer mal :grin:
     
  • Schokohäschen
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    18 September 2004
    #29
    Es ist je nach Region unterschiedlich. Es gibt Gegenten da gibt es massig arbeit und das Bewerbung schreiben ist überflüssig und dann gibt es Gegenten da gibt es einfach keine arbeit egal wie sehr man sich bemüht.

    Ich würde auch niemandem zumuten wollen eine Arbeit auszuüben die er nicht leiden kann, denn wo ist der Sinn des lebens wenn man früh aufsteht um den ganzen Tag etwas zu machen was man nicht mag um dann abends erschöpft ins Bett zu fallen um das ganze am nächsten Tag von vorn zu erleben.
     
  • simon1986
    simon1986 (34)
    Benutzer gesperrt
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    Verheiratet
    18 September 2004
    #30
    Wer die Arbeit verliert oder nach der Ausbildung keine Arbeit findet, ist arbeitslos. Heute können auch gute Arbeitskräfte ihre Stelle verlieren. Denen dann zu sagen "du bist faul" finde ich dumm und/oder bösartig.

    Dann gibt es solche, die sind wirklich irgendwie ungeeignet sich in den Arbeitsprozess einzufügen. Von denen gibt es sicher solche, die faul sind.

    Es gibt aber noch eine dritte Sorte und von denen redet man kaum: Solche die eine Stelle haben (vieleicht sogar eine gut bezahlte) und sind total faul. (einer meiner Lehrer z.B.)
    Und wer Millionen verdient ohne persönlich einen Finger zu rühren, der gilt meistens auch nicht als faul. Sondern als clever.

    Warscheinlich gilt bei Vielen immer noch der Glaubenssatz "Wer arbeiten WILL, der findet Arbeit. Nur die Faulen finden keine Arbeit." Daraus folgt: wer keine Arbeit hat, muss faul sein....
     
  • [sAtAnIc]vana
    Sehr bekannt hier
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    nicht angegeben
    19 September 2004
    #31
    Hm..
    Beispiel 1: Ein Familienmitglied ist gelehrter Schreiner und war jahrelang Messebauarbeiter...

    Heute: Herzkrank, Diabetis + Übergewicht usw usw ...

    Er hatte während der Arbeit einen Herzinfakt, wurde daraufhin lange krank geschrieben was dem Arbeitgeber zu lang wurde und gefeuert ^^

    Beispiel 2:
    Dritte Personen, die bei Bewerbungsgesprächen unwissend gefilmt wurden...
    der eine sagte "ne die und die Arbeit will ich nicht machen"... der andere " ne, das ist mir zu früh wenn dann erst..." usw usw

    Also es gibt solche und solche.. und man muss zugeben, dass es bisher doch teilweise wirklich so war das mehr Arbeitslosengeld rausgesprungen ist, als wenn man arbeiten ging ...

    Und zu dem Thema, Personen im hohem Alter..
    Ich kenne jemanden, der ist heute 70 Jahre alt.. ging mit 64 in Rente und arbeite seit 5 Jahren auf einem Tennisplatz.. also macht die Plätze fertig, Rasenmähen usw usw usw ...

    Natürlich kann man das nicht von jeder Person indem Alter verlangen oder gar vorraussetzen, aber es zeigt das es möglich ist ^^

    vana
     

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