• Lei-Charatin
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    nicht angegeben
    11 März 2004
    #21
    VORSICHT; DAS FOLGENDE IST NICHT MEINE MEINUNG; NUR ZUM NACHDENKEN:

    Es spricht doch für einen gesunden Selbsterhaltungstrieb, wenn ich bereit bin, in einer Situation, in der es unausweichlich heißt "ER oder ICH stirbt jetzt" zu sagen, "Lieber ER als ICH".
    Das bedeutet doch längst nicht, dass ich gewaltbereit bin, GERNE töte oder sonst irgendwie gestört bin! Es heißt nur, dass ich im Fall der Fälle bereit bin, mein Leben und meine Zukunft an höhere Stelle zu setzen als das Leben des mir (HOFFENTLICH) unbekannten anderen.

    Welchen Nutzen hat es für mich oder für irgendjmd. in meinem Umfeld, wenn ich mich umlegen lasse, ohne mich zu wehren?
    Ich kann doch zumindest versuchen, mit dem Leben davon zu kommen, und wenn das möglich ist, ohne den anderen zu töten, dann auch mit Kompromissen.


    Meine Bemerkung: wem diese Aussage zumindest ansatzweise entspricht, der hat doch eigentlich keine Wahl als sich mit dem "Kampf" vertraut zu machen um gerüstet zu sein für den eventuellen Ernstfall!
    Außerdem glaube ich nicht, dass alle Zivi's - wenn man es genau überprüfen würde - aus Gewissensgründen verweigern. Wenn mir auf der Straße ein "Zivi" begegnet, der zu mir sagt: "Geh mir aus dem Weg oder ich schlag Dich blutig" (kam wirklich vor!), dann frag ich mich, wie der eine Gewissenserklärung abgeben konnte, ohne zu lügen?!
     
  • Mr. Poldi
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    11 März 2004
    #22
    Du hast sicherlich recht dass bei vielen die "Gewissensentscheidung" nur proforma ist - ich will mich da gar nicht ganz ausschließen.

    Ich bin mir nicht sicher wie ich in einer Notwehrsituation handeln würde, möglicherweise würde ich töten - ja.

    Die Bundeswehr ist zwar als reine Verteidigungsarmee angelegt, aber im Falle eines Angriffs würde man wohl kaum ruhig darstehen und warten bis der Angreifer auf einen zukommt sondern auch aktiv versuchen diesen im Vormarsch zu stoppen, indem man vorrückende Verbände angreift.
    Und das ist zu diesem Zeitpunkt keine reine Selbstverteidigung mehr - mein Leben wäre nicht zwangsweise unmittelbar bedroht sodass dies meiner Ansicht nach keine Notwehrsituation ist. Und da tue ich in der Tat schwer das mit meinem Gewissen zu vereinbaren.

    Ich wurde z.B. im Kindergarten/Grundschule "gemobbt" wie es so schon neudeutsch heißt. Prügel, Bisse, Tritte, etc. waren da an der Tagesordnung und ich bin des öfteren blutend nach Hause gekommen.
    Dennoch habe ich mich nicht zur Wehr gesetzt, wenngleich ich dazu körperlich zweifelsohne in der Lage gewesen wäre. Auch habe ich das icht aufgrund von Angst vermieden, sondern weil ich den anderen nicht weh tun wollte.
     
  • User 13029
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    Es ist kompliziert
    11 März 2004
    #23
    Ach, Gewissensentscheidung... Bund kam für mich nicht in Frage, Zivi noch weniger, also bin ich zum THW...

    Is nett da, nur vorletzten Sommer nich, da gings nämlich nach Meißen zum Hochwasser... pumpt ihr mal die vollgeschlammten Keller leer und neben euch stehen die Hausbewohner und stehen vor den Trümmern ihrer Existenz...
     
  • User 9364
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    11 März 2004
    #24
    "Mein einer Freund hat mir Das erzählt, der andere Jenes... blablabla"
    Sorry, aber glaubst du im Ernst, dass du auch nur im Geringsten verstanden hast, was beim Bund abgeht, nur weil du von fünf Leuten irgendwelche Geschichten gehört hast?
    Da spricht der Blinde mal wieder von Farben. *kopfschüttel*
    Du warst nie beim Bund und ich war nie beim THW. Wenn ich es jetzt so machen würde wie die meisten hier, würde ich sagen, dass ich auch ein paar Leute beim THW kenne, und dass ich beim Bund weitaus mehr gelernt habe und dass die Leute noch mehr saufen als die beim Bund.
    Mache ich aber nicht, weil ich die Verhältnisse dort nur vom Hören her kenne. Und ich finde es lächerlich, dass sich hier Leute Urteile anmaßen über Sachen, die sie nicht mal nachvollziehen können.
     
  • Thomaxx
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    11 März 2004
    #25
    nen bissl nicht nur schwarz und weiss sehen hilft da glaub ich.

    Du weißt ja, das diese Notwehrsituation eintreffen würde, wenn du nicht "angreifst".

    und ausserdem ist das in deinem Beispiel kein Angriff, son Schwachfug :mad:

    wenn einer zu mir sagt, ich räume morgen deine Bude aus und ich stell ihm 2 Straßen vorher ne Falle, ist das doch kein Angriff sondern ich verteidige mich und mein Haus aufgrund der Bedrohung die auf mich zukommt.
     
  • Mr. Poldi
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    11 März 2004
    #26
    Nichts zwangsläufig. Solange der/die Angreifer noch weit entfernt sind ist mein Leben nicht unmittelbar bedroht.

    Mal abgesehen davon dass ich es schwierig finde zwischen reiner Verteidigung, Präventivmaßnahme und Angriff zu unterscheiden ist das halt meine Meinung und diese ist genausoviel oder - wenig Schwachfug wie andere Meinungen auch :smile:

    Also wenn mir jemand so etwas erzählen würde würde ich ihn erstmal schief anschauen und dann, so ich dieser Aussage glauben schnenke würde, die Polizei informieren.

    Ist sehr wohl ein Angriff meiner Meinung nach. Wo bedroht er dich denn wenn er noch 2 Straßen weiter weg ist?

    Mein Haus würde ich schonmal gar nicht verteidigen, zumindest nicht wenn ich dabei die Tötung eines Menschen in Kauf nehmen müsste.
    Hier geht es nur um materielle Werte und diese sind nichts wert.

    Anders sieht es aus wenn mein Leben direkt bedroht wäre. Dann würde ich vielleicht, wie schon weiter oben erwähnt als Ultima Ratio vielleicht auch töten.

    Und zu guter letzt: Die Diskussion wird leicht OT (auch wenn wir hier ohnehin im Off-Topic sind), oder?
     
  • Thomaxx
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    11 März 2004
    #27
    aso, so nach dem Motto: was geht mich fremdes Elend an

    und trotzdem tust du es :zwinker:
    dann verteidigt die eben dein Gut

    ja, ist schon praktisch nur bis zur nächsten Wand zu denken :gluecklic

    ja, hallo, das war ein Beispiel, du stürzt dich da auf sinnlose Details, nur um deine Meinung zu manifestieren....aber wenn wir schonmal dabei sind, ich hab mit keinem Wort erwähnt, dass ich diesen Menschen töten würde, du siehst das sofort als einzigsten Ausweg nach der Alternative Flucht......nur mal soviel zum Thema :zwinker:

    na da kann ich ja mal nur 100% zustimmen :smile:
     
  • Mithrandir
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    11 März 2004
    #28
    Ich plappere nicht die öffentliche Meinung nach, sondern MEINE und die ist nunmal, dass ich als Zivi sehr frei verantwortlich bin für "mein" Jugendzentrum. Ich habe zu sorgen dass die Frequenz stimmt, was los ist, etc. Der Zweck einer Armee KANN jedoch nur im Gehorsam sein.

    Ich meine, ich habe nichts gegen Gehorsam am rechten Fleck! Z.B. bei der Feuerwehr ist es absolut notwendig. Wenn der Kommandant sagt "Schläuche raus!", dann haben die Schläuche herausgeholt zu werden! Punkt!

    Ich jedoch sehe im Heer nicht viel Sinn - gut, im Katastrophen- und im Grenzdienst, aber ersteres könnte mit Umstrukturierungen wesentlich effizienter von zivilen Kräften erledigt werden, zweiteres von der regulären Exekutive.

    Nochmals: MEINE Meinung!!

    Ach ja: @Pratze: Der Zivildienst in Österreich dauert 12 Monate! :frown: (Noch 214 Tage bis zur Freiheit! :tongue: - Versteht mich nicht falsch, ich mag meinen Posten, würde ihn auch länger behalten; nur halt als Angestellter!)
     
  • Mr. Poldi
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    11 März 2004
    #29
    > aso, so nach dem Motto: was geht mich fremdes Elend an
    Ja. Und wenn kein Mensch gegen andere Menschen kämpfen würde gäbe es keine Kriege.

    > dann verteidigt die eben dein Gut
    Korrekt. Und?

    Ähm ... Ausgangspunkt dieses kleinen Diskussions-Exkurses war die Frage nach Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen. Dann hast du dieses Beispiel angebracht, insofern habe ich da einfach stillschweigend unterstellt das da eine Tötung mit inbegriffen wäre.

    > du siehst das sofort als einzigsten Ausweg nach der Alternative Flucht......nur mal soviel zum Thema :zwinker:
    Und du siehst eine Falle als einzige Möglichkeit an dein Haus zu schützen?
    Oder wie ist das mit:
    Gibt es da keine anderen Möglichkeiten?
    Ich finde du diehst das zu sehr schwarz-weiß: "Ich muss 'angreifen' bevor er mich angreift."
     
  • User 9364
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    11 März 2004
    #30
    @Mithrandir: siehe mein letzter Post. Wer keine Ahnung von etwas hat soll lieber den Mund halten. Du erzählst einfach nur irgendwelche Geschichten, die du irgendwo mal aufgeschnappt hast. Was wirklich beim Bund abgeht und inwiefern dort die Befehle befolgt oder überdacht werden müssen, hast du nicht die geringste Ahnung. Und weil ich ehrlich gesagt nicht schon wieder Bock darauf habe den ganzen Mist aufzurollen, solltest du einfach erstmal anfangen DEINE Meinung nicht aufgrund der Informationen anderer Personnen aufzubauen, sondern nur aufgrund deiner eigenen Erfahrungen. (Ups, du hast ja gar keine... Tja, dann kanst du wohl nicht mitreden. Pech gehabt.)

    Wenn das Thema wirklich jemanden näher interessieren sollte, kann er ja einfach mal den Begriff "Bundeswehr" in der Suche eingeben. Wir hatten da letztens einen Thread der eigentlich viel ausgesagt hat und (oh Wunder) "Bundeswehr" hieß.
     
  • Thomaxx
    Gast
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    11 März 2004
    #31
    ja, und wir bräuchten keine Verteidigungsarmee und müssten auch nicht den Umgang mit Waffen lernen - könnt alles so schön einfach sein ne :zwinker:
    kein und

    ja, ich halt das da, wie in dem film "Kevin allein zuhaus"

    Ich hab niemals gesagt, ich muss angreifen, bevor er angreift, dass hast du gesagt :zwinker:


    so, und auch mal nen Schlusswort meinerseits:

    keiner der diente, hat hier einen Zivildienstleistenden dafür kritisiert, das er dies ausübte (und dies mit fundiertem Hintergrundwissen und keinen Platitüden), umgekehrt schon.

    Jetzt meine Frage: Wer wurde durch seine Tätigkeit reifer, besser erzogen und zeigt gegenüber andersdenkenden mehr Respekt??? :zwinker:
     
  • Lei-Charatin
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    nicht angegeben
    11 März 2004
    #32
    ja... der war auch von mir :zwinker: !
    und er war sehr informativ, auch wenn wir da dann irgendwann konfus mit deutscher Bundeswehr, Österreichischem Bundesheer und ein paar Schweizern durcheinandergequasselt haben... :bier:

    mich interessiert das thema gerade sehr, weil es mich betreffen wird - in nicht allzu ferner Zukunft. Und: NOCH könnte ich verweigern...

    Ich finde es nicht so schlimm, dass wir hier einen netten Exkurs zum Thema Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen haben... mir gefällt die Vielfalt eurer Meinungen... "nur weiter" :cool1:


    @(off-)topic:
    wenn ich den letzten äußerungen hier so zuhöre, komme ich immer mehr und mehr zu der Meinung, dass wir halt doch eigentlich nicht nur über "den Zivi" oder "den Bundi" reden müssen, sondern meist auch über den Menschen dahinter.
    So wie es sich anhört, haben viele ihre Entscheidung für oder gegen Kriegsdienst aus ihrer persönlichen Situation und Zukunftsvorstellung heraus entschieden - nur wenige im Gedanken an das dahinterstehende Gesetz... ich bin selber kein §-Reiter, aber ich finde es etwas schade, ehrlich gesagt.
    Trotz allem, irgendwie passt es ja zur Entwicklung unserer Kultur im allgemeinen: Individualität um jeden Preis - d.h. in dem Fall, wenn ich in meinem Freundeskreis bleiben und zuhause nicht raus will, verweiger ich halt. Und in meiner Freizeit, von der ich als Zivi nicht SOO wenig habe, spiele ich CS und Quake....
    Versteht mich nicht falsch, ich möchte hier nicht für Nationalismus predigen, aber ich denke doch, man sollte individuell genug sein, um gewisse moralische und ethische Grundsätze für sich selbst zu haben.
    Für mich persönlich gehört da einfach dazu: das Gesetz sieht es so vor, und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, bin ich nicht der vom Gesetz gemeinte Verweigerer, dem ein Ausweg geboten werden sollte, weil er sonst schwere psychische Schäden erleidet oder suizidale Tendenzen entwickelt... *klugscheiss*
    Also geh ich wohl zum Bund. und nenne es "Rückgrat haben", wenn mir gerade mal danach ist.


    Jetzt seid ihr dran... :blablabla :link:
     
  • Pratze
    Pratze (36)
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    12 März 2004
    #33
    Na dann bin ich wahrscheinlich eine "personne non grata" (Person ohne Krähten) oder wie das richtig heißt....Ich habe verweigert, und zwar deshalb, weil ich

    a. nicht zum Bund wollte wegen Grundausbildung (die "Faulheit" spiegelt sich wieder)
    b. weil ich meine Familie (jaaa Muttersöhnchen *heul*), Freunde, Hobbies ( Fußball im Verein, Fußballtrainer von kleinen Kids) und jetzt Freundin *freu* hier habe und nicht beim Bund...
    c. weil mir der Sinn danach, mit Menschen zusammen zu arbeiten, größer war, als für Menschen zu arbeiten *g* ("STILLGESTANDEN)....is nur spaß, bitte kein Feuer

    Gereizt hätte mich beim Bund:
    - Die Technik (Panzer, LKW, Schiffe, Rakete, Flugzeuge und auch Waffen)
    - Schießübungen und Waffen allgemein ( juhu, ich freue mich auf herbe Kritik von euch)
    - evtl. Einsätze, in Richtung "Rettet die Leute vor der Flut" o.ä.
    Auslandseinsätze hätten mich eher abgeschreckt


    noch mal zu den Waffen...weil hier auch einige angesprochen haben, wenn du ne waffe in der Hand hast/ausgebildet bist, wirste zum Mörder bzw. hast du gelernt zu töten....völliger Unfug....
    Was zum einen sicherlich wahr ist, dass du mit der Waffe visierter bist, hast gelernt wie man richtig schießt, nachlädt und und und....dass dich das automatisch zur "besseren" Mörder macht, halte ich für absurd....
    2. Früher im "Kindesalter", also so mit 10-13 Jahren war ich (Esel) mit Freunden im Wald unterwegs und wir haben "Räuber & Gendarme" mit Spielzeugpistolen gespielt, haben uns rumgetollt, gekrabbelt, in den Büschen versteckt, uns angepirscht usw....ja und auf uns ( aber nicht auf Spaziergänger oder sonstjemand) mit Platzpatronen geschossen....komischerweise ist niemand verletzt nach Hause gekommen....
    3. Ja, bei uns ist regelmäßig Heinerfest...ja und da gibts dann halt auch Schießbuden...und ja....ich schieß da auch ma ganz gerne, um meine Zielgenauigkeit (nimmt mit jedem Bier ab *grml*) zu prüfen....verschieß halt immer, aber was solls.....macht mich die Waffe in der Hand zu einem schlechteren Menschen??? (bissi hart ausgedrückt, aber ihr wisst was ich meine)
    4. Ich spielte auch regelmäßig mit Freunden Actionshooter wie UT2003/04, CS usw.....vielleicht mal n bissi zu viel, da die Muddi mal wieder was von mir wollte (vielleicht auch nur ma n Gespräch gesucht, aber das legte sich dann mit der Zeit und imom spiel ich sehr sehr selten)

    Also, moralisch gesehen bin ich echt ein Schwein...zumal ich in meiner Verweigerung das mit den Waffen und blabla angegeben habe.....aber wahrscheinlich hat die das nicht mal gejuckt, was ich da geschrieben hätte...außer vielleicht die Wahrheit (a-c)....dann hätten sie mich vermutlich eingezogen...
    Im Grunde ist der Zivildienst und die Bundeswehr sowieso Sklavenarbeit, die total schlecht bezahlt wird.....und ich bin mal gespannt, wie die das ausgleichen wollen in ein paar Jahren, wenn die ganzen Zivistellen durch "normales" Personal ersetzt werden sollen, mit einer besseren Bezahlung.....
    .....Entweder jeder, oder keiner (auch Frauen, Kranke etc. ausgeschlossen)

    Weiß nicht, ob ich dir helfen konnte, nur ists halt die Frage, wie stark du dich von deinem/unseren "Vaterland" beeinflusst hast lassen und wie stark deine Pflichtgefühle sind, und ob sie dahin gehen, ob sie dich dazu veranlassen, zu dienen oder nicht....bei mir waren sie eher gering...hab mehr Pflichtgefühl meiner Familie, Freunde und Verein gegenüber.

    Ciao Pratze
     
  • User 9364
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    12 März 2004
    #34
    endlich spricht das mal jemand aus. DAS sehe ich nämlich als Entwicklung unserer Gesellschaft. Alle werden faul und versuchen sich um jedes Bisschen Arbeit zu drücken. Von den Zivis haben doch maximal 5% verweigert, weil sie es mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnten. Der Rest ist einfach nur zu fein sich die Hände mal dreckig zu machen.
    Alles andere sind nur plumpe Ausreden, die irgendwo aus der öffentlichen Meinung aufgeschnappt wurden und dann als billige Argumente weiterverkauft werden. Meist machen sich die Typen nicht mal Gedanken darüber, sondern plappern einfach nur alles dumm nach.
    Dass die öffentliche Meinung zur Bundeswehr vollkommen fern jeglicher Realität liegt, schafft keiner sich vorzustellen.
    Naja, vielleicht aber auch ich als einziger in einem Bataillon in dem es vollkommen anders war, als man sich bei den Stammtischgesprächen von irgendwelchen Kinder anhören muss. (Ach nö, geht ja gar nicht mit mir waren ja noch mehr als 1000 andere Leute da... Naja.)

    Aber egal, so ist es halt. Wenn man sich mit ein paar dummen Geschichten das Leben erleichtern kann, warum soll man das dann nicht auch tun? (rhetorische Frage) Und wenn man dann seinen Standpunkt vor Leuten, die einen besser kennen, vertreten muss, denkt man sich halt irgendwelche Geschichten aus und fördert irgendwelchen intelektuellen Blödsinn zu Tage.
     
  • Bettbär3
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    vergeben und glücklich
    12 März 2004
    #35
    Die meisten Zivis sind gezwungen jede Menge Verantwortung zu übernehmen, bekommen dabei erheblich dreckige Hände und es gibt echt Ärger wenn man mal zu spät zum Dienst erscheint......trotzdem habe ich mich damals dafür entschieden weil ich eine Ausbildung an einer Waffe aus Gewissensgründen für mich ablehne.
    Mein Dienst bestand darin mogens zuerst acht Kinder zu einer Sonderschule zu bringen, danach acht Kindergartenkinder zum Kindegarten. Mittags Essen für alte Leute ausfahren, Nachmittags alle Kinder retour und zwischendurch irgendwelche Sonderfahrten(Dialysegeräte von A nach B, für kranke Kollegen einspringen, sonstiges) Wirklich faul fand' ich das nicht, eher ziemlich sinnvoll. Ich denke, den meisten Zivis geht es sehr ähnlich!
    Für mich kann ich behaupten etwas beim Dienst gelernt zu haben. Mein soziales Umfeld ist soweit in Ordung und ich darf mich nich beklagen....seit meinem Zividienst weiß ich allerdings, daß es viele Menschen gibt denen es nicht so gut geht wie mir. Für mich eine wertvolle Erkenntnis!
    Da ich nie eine Kaserne von innen gesehen habe kenne ich die Bundeswehr nur vom Hörensagen, hab' mir ne Menge Saufgeschichten und Schwachsinn anhören müssen und vergleiche das dann mit meiner Heiligentätigkeit bein Roten Kreuz.........der Vergleich hinkt natürlich ganz gewaltig! Es wäre vielleicht sinnvoll, wenn weitere Leute von ihrem Dienst als Zivi oder der Bundeswehr berichten würden um mal ein paar Vorurteile von faulen Zivis und besoffenen Bundis abbauen zu können.
    Persönlich sehe ich weder ex-Zivis noch ex-Bunis im Vorteil.

    In diesem Sinne,
    Bettbär
     
  • barsabbas
    Gast
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    12 März 2004
    #36
    Wie schön, dass du Bescheid weißt, wie viele Zivis zu bequem sind, sich die Hände dreckig zu machen. Glückwunsch! :bier: Sowenig Ahnung, wie Zivis von der Bundeswehr haben, soviel Ahnung haben Bundis vom Zivileben! Also frei nach Elvis "Clean up your own backyard".


    Dann fange ich mal an: Mein Arbeitstag in der Jugendherberge begann i.d.R. um 7 Uhr früh mit der Mithilfe in der Küche für die Frühstücksvorbereitung, sowie Reinigungsarbeiten in Toiletten. Nebenbei mussten noch die ganzen Schulklassen angelernt werden, wie sie den Tisch zu decken haben (ihr glaubt gar nicht, wie viele das nicht wissen...) und was sie mit dem schmutzigen Geschirr haben. Der Rest des Vormittags war mit Spüldienst (zum Glück Spülmaschine) oder Renovierungsarbeiten belegt. Zur Mittagszeit durfte ich wiweder die Kiddies anweisen und spülen. Gegen 14 Uhr war erstmal Feierabend bis 17.30 Uhr. Ab dieser Zeit wurde das Abendessen mit vorbereitet, die Toiletten gewischt, Mülleimer geleert usw. Feierabend war manchmal erst um 22 Uhr.
    Soweit mal zum Vorwurf "Füße hochgelegt".

    Was ich gelernt habe...Zuvor habe ich noch nie in meinem Leben tapeziert und Fliesen gelegt. Ich hatte zwei Zivikollegen, die Maler und Fliesenleger waren. Da wir zu dieser Zeit umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt haben, lernten sie mich handwerklich in die Geheimnisse des Fliesenlegens und des Tapezierens an. War wirklich interessant. DAS kann mir der Bund nicht bieten.
     
  • Auricularia
    Verbringt hier viel Zeit
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    Verheiratet
    12 März 2004
    #37
    Nö, ich glaub nicht, dass ich die Weisheit gepachtet hab... Es
    wurde hier nach Meinungen gefragt. Und meine Meinung
    ist eben, dass mir ein Zivi meistens lieber lieber ist und das ich
    vom Bund eben solche Sachen mitbekommen hab. Du musst mir
    da ja nicht zustimmen...
     
  • Pratze
    Pratze (36)
    Verbringt hier viel Zeit
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    nicht angegeben
    12 März 2004
    #38
    Kommt immer noch drauf an, für welche Arbeit ich meine Hände dreckig mache....doch sicherlich seh ich keinen Sinn darin, einfach mal so wegen Disziplinmaßnahmen um 5 Uhr morgens aufzutsehen, 30 Km Märsche zu absolvieren, im Schlamm zu kriechen (ok könnte ganz lustig werden, abr wahrscheinlich auch 1 km lang, und dann machts nich mehr so viel Spaß) 10 km Dauerlauf, mehrere Stunden verkrampft dastehen! (hat mir ein Freund erzählt, der das auch gemacht hat, sind also keine Märchen, falls wieder kommt "Hach, haste doch nur gehört" blabla)
    Und da seh ich ehrlich gesagt keinen Grund, diese "Arbeiten" zu erledigen....falls man überhaupt von "Arbeit" reden kann. Da fahr ich doch lieber behinderte Jugendliche/Kinder in die Schule, laber mit ihnen, mach mal n Spaß.....helfe älteren Menschen, kassier dafür auch des öfteren ein Lächeln, und mach andere, soziale "Arbeiten".
    Ja, ich muss sagen, jemanden vom Boden aufzuhelfen, ist irgendwie mehr sinnvoller, als einen auf den Boden zu schicken ("20 Liegestützen, aber ruckzuck)

    Ciao Pratze
     
  • Thomaxx
    Gast
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    12 März 2004
    #39

    ne Disziplinarmaßnahme hat immer seinen Grund, das ist keine Willkür, der oder die hat sich diese "verdient".

    der 30km Marsch ist sowas von Lulli, jeder halbwegs sportliche Mensch absolviert diesen weit unter der vorgegebenen Zeit (5 Stunden)

    es reißt Dir niemand beim Bund den Kopf ab, wenn du im Sport irgendwas nicht schaffst, aber alles gegeben hast - die, die immer keine Lust hatten, hatten kein einfaches Leben (und das wird hier jeder, der gedient hat bestätigen)

    und bis auf einmal steht man niemals mehrere Stunden rum - beim Gelöbnis

    und zu mir hat noch niemand gesagt, 20 Liegestützen aber ruckzuck.

    und zu meinem ganz normalem Tagesablauf beim Bund:

    6:40 Uhr aufstehen
    Bett machen
    Müll rausbringen
    Zähne putzen
    7:00 Uhr antreten
    7:10 Marsch in den Bat-stab
    7:11 erstmal eine Rauchen *g*
    7:15 zur Wache rüber und die Tageszeitungen in Empfang nehmen
    7:30 den ganzen Schruz verteilen
    7:35 rumfluchen das die Wache das Kreuzworträtsel in der Bild schon ausgefüllt hat
    7:45 der Kommandeur trifft ein und hat anscheinend wieder schlechte Laune - also geducktes Vorgehen ins S3-Gezi
    8:00 der Major hat schonwieder irgendwelche besoffenen Folien an den Arbeitsplatz gelegt - jaja bearbeiten
    8:40 der stabsdienst (meistens nen Frischling) kommt vorbei und fragt nach ob ich aus dem Mannheim was will - na klar, 2 Leberkasbr. und nen Kasten Cola und überreiche ihm mit einem grinsen den leeren Kasten Cola
    8:45 ab in die Poststelle
    8:46 einsortieren der ausgehenden und eingehenden Post
    8:55 mist wieder vergessen bei der Fernschreibstelle vorbeizugehen - hinwackeln und das abgemachte Zeichen klingeln - Smalltalk mit den Zivis
    9:00 zurück in der Poststelle
    9:03 bei den Leuten der S1-S6 Stelle - irgendwelche Scherzanrufe durchführen
    9:10 der Stabsdienst stellt mit einem keuchen den Kasten Cola ab und bringt dei Brötchen vorbei.
    9:11 Mensch dat Radio is ja noch aus - anmachen
    9:15 der S3 schreit schonwieder was - jaja ich komm ja schon
    9:16 der Major kricht schonwieder auffem Zahnfleisch, meine These hat sich bestätigt, der Kommandeur hat schlechte Laune und will irgendwelche uralten Befehle haben - jaja ich such schon
    9:20 alles gefunden, der Major schickt mich damit in die Höhle des Löwen
    9:21 zackige Meldung beim Oberstleutnant
    9:23 gott sei dank wieder raus - ab in die Poststelle
    9:25 der neue hat mal wieder da unten nur Mist gemacht - na erstmal eine Rauchen
    9:30 alles korrigieren und dem neuen die Feinheiten erklären.
    9:33 frühstücken
    9:40 die Schlange staut sich fast bis draussen - mal weitermachen
    10:00 Poststelle ist "gesichert" also wieder hoch ins S3 Gezi
    10:05 der andere HG funkt von unten - klar können wir eine Rauchen
    10:08 der Oberst kommt auf Stipvisite - mist, und ich hab gerad nix zu tun.
    10:10 den Oberst zackig im vorbeigehen gegrüßt, er grüßt sogar zurück
    10:11 Major meldet Besprechung - Telefone besetzten - jaja
    10:15 der S3 FW kommt vom Sport - keine bes. Vorkommnisse
    10:20 Mensch, die Folien, mist
    11:00 der Major will die Folien für den Oberst - jaja, liegen auf ihrem Platz
    11:00-12:00 die Telefone läuten ohne Unterbrechung - nein haben keine Lehrgangsplätze mehr frei
    12:00 der Stabsdienst meldet das er zum Essen geht und in 15 minuten wieder da ist, sag ihm, er kann die ganze Mittagspause machen (60 Minuten), ich gehe nich Essen und besetze solang die Telefone.
    13:00 nachdem ich alle Tageszeitungen systematisch durch habe und alle so langsam wieder eintreffen - Poststelle
    13:05 der neue lernt jetz das wichtigste Gerät in der Poststelle kennen - das Schachbrett
    13:08 er ist nach 3 Zügen matt - wieder kein Gegner
    13:20 der S2 will irgendwas, ma schauen
    13:35 nach Smalltalk mit diesem wieder in die Poststelle.
    13:40 die "gelbe Post" muss bearbeitet werden - fangen wir mal los
    13:45 das Geld auf der Frankiermaschine geht zur neige, ach, fordern wir morgen an, die Zivis sind ja schon halb auf dem Heimweg.
    14:00 der S3 Fw will irgendwelche Karten haben - no prob
    14:15 alle Karten gefunden und zurück in die PS
    14:20 Scherzanruf im s3 Gezi - der StFw geht ran und sagt "HG lass das" - nö
    14:30 der andere HG kommt vorbeigetrottet und fragt "eine rauchen" - jo
    14:45 der neue OvWa kommt vorbei und fragt was der KvD alles anfahren soll bei seiner Postfahrt - nur die Post unten in der Stadt sag ich ihm
    15:00 die Gezinuckels kommen wieder von den Kompanien angetrabt - alles verteilen
    16:00 fertitsch
    16:10 warten auf Dienstschluss
    16:15 Spezialauftrag vom S1 Offz - die anderen geben mir ein höhnisches Lachen mit auf dem Weg und verabschieden sich
    21:00- 23:00 die letzte Liste in der Lagezelle ist auf neuestem Stand, der Lolli bedankt sich mit den Worten "was würden wir ohne sie nur machen" - das frag ich mich auch

    Tagesende
     
  • Skywap
    Gast
    0
    12 März 2004
    #40
    Mal zu dieser Diskussion warum einige nicht zum Bund wollen:

    Es ist garantiert nicht das Ding das man sich die Hände schmutzig machen könnte. Ich kenne jede Menge Zivis die mit Behinderten gearbeitet haben und Ihnen auch auf der Toillette helfen müssen usw.

    Warum bin ich nicht zum Bund?
    Weil ich es nicht einsehe, sinnlose Befehle (30km-Marsch, Lernen im Gleichschritt zu Marschieren, etc...) zu bekommen und von irgendeinem Unteroffizier mit Minderwertigkeitskomplexen angeschrien zu werden, weil mein Hemd 1 cm zu breit zusammengelegt ist. So ein Schwachsinn. Welcher Mensch brauch denn sowas?

    Ich will was sinnvolles mit meiner Zeit anfangen. Und Bund ist bzw war für mich von vorne bis hinten nicht sinnvoll. Auch das Technische wäre für mich kein Grund gewesen. Wer braucht Technik die 30 Jahre alt ist?

    Richtig sinnvoll ist der Dienst am Menschen. Und den leistet der Bund nur einmal im Jahrzehnt (siehe Flut).
     

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