• Julian83K
    Julian83K (38)
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    Verheiratet
    12 April 2019
    #1

    Beziehung beenden Soll ich mich trennen oder muss ich mich unterordnen?

    Hallo,

    ich bin 38 und seit 15 Jahren mit meiner Frau zusammen. Wir haben zwei gemeinsame Töchter (9 und 11) und sind seit 11 Jahren verheiratet.

    Beginnend mit der Pubertät bis hin zu der Zeit, bevor ich sie kennengelernt habe, hatte ich immer mal wieder einzelne Erlebnisse mit anderen Männern. Ich wusste also schon sehr früh, dass ich (auch) auf Männer stehe. Als wir nach vier Jahren Beziehung heiraten wollten, erzählte ich ihr davon, war mir aber sicher, dass das kein Problem werden würde. Ich war halt verliebt, und ich sehnte mich auch schon immer nach einer Familie. Vermutlich bin ich deshalb die so langfristige Bindung mit einer Frau eingegangen, weil ich dachte, mit ihr kann man eine Familie gründen und Kinder haben. Das wird schon irgendwie. Ich war geblendet von dem Wunsch nach Familie, und anfangs war ja auch alles prima (sowohl der Sex, als auch das Zwischenmenschliche).

    Heute, gute 10 Jahre später, sieht das Leben nicht mehr so rosig aus. Dass man sich in einer Ehe irgendwann "abliebt", das ist vermutlich normal. Sex gibt es einmal im Quartal (worüber ich nicht mal besonders traurig bin, dazu später mehr), und im Alltag läuft alles wie in einer eingespielten WG. Natürlich verbringt man hin und wieder auch mal einen schönen Abend zusammen und geht was essen oder so, aber gefühlsmäßig bin ich mittlerweile schon ganz schön abgestumpft.

    Warum? Nun, weil es mich seit Jahren nach einem Mann sehne (also keinem bestimmten, es geht ums Geschlecht) - und es wird mit jedem Tag ein bisschen schlimmer. Ich kann dieses Verlangen schon lange nicht mehr unterdrücken. Ich bin bereits seit Jahren bei einiger Community für Gay-Treffen angemeldet und suche dort immer mal wieder nach Kontakten. Aus hunderten Chats wurden in den letzten Jahren immerhin drei Treffen - wenn auch nur One-Night-Stands.

    Ja, ich weiß, ich bin ein Arschloch. Ich hintergehe meine Familie, ich betrüge mich selbst und die Menschen um mich herum. Aber ich muss halt auch sagen: ich bin ein emotionales Wrack. Wenn man so lange seine Gefühle unterdrückt und seiner Frau - nur um den Schein zu wahren - eine halbwegs normale Ehe vorgaukelt, dann zehrt das an den Kräften. Ja, wir reden hin und wieder drüber, aber eher oberflächlich, vom ganzen Ausmaß hat sie keine Ahnung.

    Hatte ich anfangs immer gedacht, dass es nur das rein Sexuelle wäre, das mich bei Männern reizt (ich hatte früher nie eine Beziehung zu einem Mann), so habe ich inzwischen erkannt, dass ich mich auch emotional zu Männern hingezogen fühle. Aus der Bi-Neigung, die ich mir immer eingeredet habe, ist nun die Erkenntnis geworden: ich bin schwul. Daher stört mich auch kaum, dass wir nur selten Sex haben. Ich muss mich eh stark konzentrieren und an was anderes denken, um zum Höhepunkt zu kommen. Frauenkörper reizten mich nie besonders, aber inzwischen gar nicht mehr.

    Dass ich schwul bin, weiß ich auch nicht erst seit gestern. Das weiß ich schon seit ein paar Jahren. Und dennoch habe ich immer wieder Gründe gefunden, warum ich den Schein noch ein bisschen aufrecht erhalten sollte. Bis die Kinder etwas größer sind und es vielleicht besser verstehen, bis das Haus abbezahlt ist, bis ...

    Doch das Retten von Strohhalm zu Strohhalm macht die Situation nicht besser. Und ein Leben auf Angst, Unzufriedenheit, Unsicherheit und gespielter Freude aufzubauen, das macht mich kaputt.

    Ich habe mich letzte Woche mit einem guten Freund darüber unterhalten, der sich letzten Jahr nach über 15 Jahren von seiner Freundin getrennt hat. Er meint, es war sehr sehr schwer, aber im Nachhinein ärgert er sich über jeden Tag, den er die Entscheidung länger rausgezögert hat als nötig. Vier Jahre lang hat er immer wieder - für sich - Gründe gefunden, warum er noch weiter macht. Im Grunde genau wie bei mir. Nur dass er keine Verpflichtungen hatte: keine Ehe, keine Kinder, kein gemeinsames Haus. Das macht die Entscheidung natürlich einfacher.

    Bei mir stellen sich immer wieder drei Fragen:
    1. was wird aus den Kindern, werden Sie es verstehen und werde ich sie immer noch sehen können. Was, wenn sie weg ziehen will oder es meine Kinder psychisch belastet?
    2. was wird aus der Beziehung. Ich hasse meine Frau ja nicht. Ich habe sie immer noch gern. Sie ist immer noch der Mensch, der mich wohl mit am besten kennt (bis auf dieses Thema) und mit dem ich viel durchgemacht habt. Ich liebe sie nur einfach nicht mehr.
    3. Was wird finanziell? Wir haben mehrere Kredite auf unserem Haus und Auto, die längst nicht abbezahlt sind. Mir eine eigene Wohnung zu nehmen wäre finanziell belastend genug. Aber was ist mit Unterhalt, eigenen Verpflichtungen usw.? Werde ich womöglich alles verlieren, was ich mir die letzten 15 Jahre aufgebaut habe?

    Wie lange kann ich die Beantwortung dieser drei Fragen auf Kosten meiner Psyche vor mir her schieben?

    Im Grunde gibt es sogar noch eine vierte Frage:
    Ich bin fast 40 und meine besten Jahre sind gewesen. Übermäßig attraktiv war ich nie, dazu kommen nun noch Falten und graue Haare. Was, wenn ich gar niemanden finde, der mein Leben als Mann mit mir teilen möchte? Was, wenn ich dann nicht nur unglücklich, sondern auch noch allein bin? Sollte ich dieses Risiko nicht eher scheuen und bei meiner Familie bleiben?

    Soll ich es wirklich wagen? Soll ich meine Frau das ganze Ausmaß erklären, ausziehen (ich könnte für einige Zeit bei einem Freund unterkommen) und meine Familie im Stich lassen, nur aus egoistischen Gründen? Habe ich als Familienvater überhaupt ein Anrecht darauf, Glücklich zu sein, oder wird von mir - wie in den letzten Jahren - erwartet, dass ich mein persönliches Seelenheil dem Familienglück unterordne? Wie viel Schmerz kann ein Mensch ertragen? Und werde ich es ertragen können, ähnlich viel Schmerz zu verursachen?

    Bitte entschuldigt, falls das jetzt alles zu viel auf einmal war. Mir geht so viel durch den Kopf und ich finde keine Antworten. Es klingt alles so furchtbar endgültig und endgültig furchtbar.
     
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  • BrooklynBridge
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    12 April 2019
    #2
    Rede offen mit deiner Frau darüber, so viel bist du ihr schuldig. Über Kinder, Kredite und die mutmaßliche Trennung könnt ihr dann gemeinsam sprechen. Das werden wahrscheinlich keine einfachen Gespräche, aber sie steckt da genauso sehr drin wie du (möglicherweise noch tiefer, denn für Frauen mit Kindern sind manche Sachen in ihrem Alter besonders hart), und hat genauso ein Recht das zu entscheiden. Bzw. es erstmal zu erfahren, denn (falls sie die Wahrheit nicht bereits ahnt) im Gegensatz zu dir wird sie diese Nachricht wohl erstmal verdauen müssen, bevor sie so substanzielle Entscheidungen angehen kann.

    Ansonsten glaube ich tatsächlich, dass es für dich (und euch) das beste ist, die Lösung möglichst früh zu suchen. Egal ob ihr eine gute oder schlechte Lösung findet, im Nachhinein werdet ihr froh drum sein es nicht noch länger aufgeschoben zu haben. Denn die Dinge werden nicht einfacher. Und man lebt auch nur einmal.

    Wie sieht es mit professoninellem psychischen Beistand aus?
     
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    12 April 2019
    #3
    Es wird für deine Frau sicher ein Schock. Aber auch sie hat einen Menschen an ihrer Seite verdient, der sie nicht nur mag und schätzt, sondern der sie liebt, sie begehrt und keine großen Geheimnisse hat. Sicher wird sie sehr verletzt sein. Aber noch verletzter wird sie sein, wenn sie in 20 Jahren erfährt, dass du sie nie wirklich geliebt hast, der Sex mit ihr Quälerei war.

    Häuser kann man verkaufen, Kinder werden auch in schönen 4,5 Zimmer Wohnungen glücklich. Ist deine Frau wirtschaftlich von dir abhängig? Wenn ja, dann ziehe ihr nicht den Boden unter den Füßen weg. Sie hat sich auf dich verlassen, sie hätte nichts besser machen können. Zeige ihr, dass du trotzdem ein sorgender Ehemann und ein lieber Vater bist - nur eben kein Partner mehr für sie.
     
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  • LAX
    LAX
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    12 April 2019
    #4
    Das gibt den Mega-Zusammenbruch.
    Aber dir bleibt nüchtern betrachtet nur entweder weiter funktionieren oder eben der Ausbruch aus dem Ganzen. Das kannst nur du für dich entscheiden und wie du weiterleben willst. Das einzige in Anführungszeichen ist „sie wusste es eigentlich schon immer, dass dich auch Männer interessieren“ und dies kommt dir vielleicht auch jetzt zu Gute - ganz aus allen Wolken kann sie somit doch nicht fallen (meine Meinung). Sie wusste auf was sie sich einlässt mit dir von Anfang an, ihr hattet es ja oft darüber oder auch heute noch.

    Oder sag ihr doch offen und ehrlich, dass du nun ausbrechen möchtest und eine Beziehung zu einem Mann suchst, entweder in der Ehe oder mit Trennung. Dann kannst du sehen wie sie sich entscheidet. Denke das ist noch die beste Lösung, sie selbst vor die Wahl stellen, weil anders wirst du selbst stark mit dir immer wieder hadern und daran zu kämpfen haben. Es kommt halt eben viel auf die ganze Einstellung und alles Weitere deiner Frau an. Wie sie ihr Lebensmodell für die Zukunft will, mit dir oder lieber alleine oder mit neuem Partner, wenn du dich nun in andere Richtung verwirklichen willst. Ihr solltet auf jeden Fall reden.
     
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    12 April 2019
    #5
    Kann passieren. Aber ich finde es immer noch verlockender und anständiger, allein und ehrlich gegenüber mir und der (dann) Ex-Partnerin zu leben, als sich und anderen weiter was vorzuspielen und zu -lügen.
     
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    12 April 2019
    #6
    Ich schließe mich erstmal grob an, halte es aber nicht für unwahrscheinlich, dass deine Frau etwas ahnt. Ihr habt darüber geredet und redet darüber, ihr habt keinen Sex und das stört dich auch nicht. Da wird sie vermutlich auch eins und eins zusammenzählen können. Aus allen Wolken fällt sie vermutlich nicht. Ich würde weibliche Antennen da nicht unterschätzen :smile:

    Zu deinen Kindern: ich traf mal eine Transfrau, die ihr Verwandlung sehr spät begann. Damals war sie verheiratet hatte 3 oder 4 Kinder und eine verantwortungsvolle Position in einem eher konservativen Bereich. Heute ist sie mit einer anderen Frau verheiratet und der Kontakt zu ihren Kindern ist prima. Was ich damit sagen will: Kinder können vieles verarbeiten, solange man eben klar und authentisch ist und es ihnen altersgerecht erklärt. Ich bin selbst ein Scheidungskind und war noch recht klein. Mein Vater ist zwar nicht schwul, aber ein verabscheuungswürdiger Mensch. Ich bin klargekommen. Kinder kommen damit klar und meiner Erfahrung nach kommen sie mit einer klaren und transparenten Wahrheit besser klar als mit Lügen, Schein und Heuchelei.

    Zum Thema Unterhalt: du hast ja einen Freibetrag, der dir zusteht, sitzt also nicht auf der Straße. Das du aber weniger haben wirst als jetzt, dass du auf kleinerem Fuß leben wirst, lässt sich kaum abstreiten. Aber das sollte es dir wert sein :smile:

    Du hast ja richtig erkannt, dass du in die Jahre kommst und das kommst du von Tag zu Tag mehr. Je länger du wartest, desto schwieriger wirds.

    Sicherlich wird sich deine Frau hintergangen fühlen (die ONS würde ich für mich behalten) und sauer sein, aber das wird sie in 10 Jahren noch mehr, weil du ihr dann weitere 10 Jahre nimmst, in denen sie jemanden finden kann, den sie wirklich liebt. Von daher meine ich: go for it :smile:
     
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    12 April 2019
    #7
    Fiese Situation... aber da Schlimmste ist diese Angst vor Entscheidungen.
    Ja, es wird hart für alle, vor allem für die Kinder - je nach Art des Charakters wird ihnen wo etwas sehr lange nachhängen.

    Aber du scheust dich nicht wegen der Frau und der Kinder, sondern wegen dir - weil du Angst hast, und weil vor sich hin leiden einfacher ist, als etwas zu ändern. Ja, vermutlich wird es schlimm, ja möglicherweise bleibst du allein, so ist das eben.
    Etwas aufrecht zu erhalten, weil man zu feig ist, den andern gegenüber den Respekt zu zeigen, den sie verdienen, sondern ihnen lieber etwas vorspielt und sich dann als Opfer oder Aufopferungsvollen zu sehen ist das Schlimmste was man tun kann.
    Was auch immer die Entscheidung ist, du solltest sie treffen, und dabei bleiben - manchmal gibt es eben keine guten Alternativen, nur eine ein bisschen weniger miese.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 12 April 2019 ---
    Off-Topic:
    Kommt auf den Charakter und die Vorgeschichte an, das würde ich so pauschal nicht sagen. Ich bin nachhaltig kaputt gegangen, und ich war älter.
     
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    12 April 2019
    #8
    Puuuh eine ganz schwierige Situation.... ABER ich denke, Du solltest für Dich, Deine Familie, Deine Kinder zur Wahrheit stehen. Ich hoffe sehr, dass Du Deine Kinder so aufgezogen hast, dass sie Dich auch danach noch lieben. Wie Deine Frau damit umgeht weiss ich nicht, aber ich weiss, dass ich es viel schlimmer finden würde, wenn ich wüsste mein "partner" möchte keinen Sex mit mir und tut es nur aus Pflichtbewusstsein. Das wäre für mich ein NoGo.

    Ich würde mir hier zuerst einen Therapeuten/Coach zur Seite holen - in Zürich wüsste ich Dir sofort jemanden, damit Du das genau planst und vorallem damit Du nicht einen "Schnellschuss" machst. Ich weiss , dass er evt. per Skype arbeitet, aber wenn es Dich interessiert - melde Dich per PN.

    Aber ich denke, es ist wichtig, dass Du jemand hast, der an Deiner Seite steht und mit dem Du das ganze planst und dann kannst Du starten.

    Ich drücke Dir die Daumen und hoffe, Du findest einen "sanften" Weg für alle Beteiligten... ich wünsche es Euch. Ich kann mir nicht vorstellen wie schlimm es ist, wenn man seine Wünsche nciht leben kann......
     
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    12 April 2019
    #9
    Mal eine Gegenfrage: WAS genau hat denn deine Frau bemerkt und worüber redet ihr? Redet ihr überhaupt noch miteinander?
    Denn die sexuelle (Um-)Orientierung außen vor gelassen, geht es doch "nur" um eine Beziehung, die auseinander fällt und an so einer Beziehung sind, trotz allem, noch immer 2 Menschen beteiligt. Es gibt genügend Modelle bei denen so einiges funktionieren kann...wenn die Menschen miteinander reden. Die Frage ist also konkret: Was ist von eurer Beziehung noch übrig?
     
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    12 April 2019
    #10
    Ich denke, das kommt darauf an, WIE die Eltern ihre Verantwortung dahingehend wahrnehmen. Das man ein Kind damit nicht alleinelässt, dass man genau hinschaut, sollte ja klar sein. An einer bloßen Trennung sollte kein Kind kaputtgehen müssen, wenn die Eltern sich entsprechend anstrengen. Das sehe ich persönlich auch nicht als Charakterfrage, denn Trennungen und Verluste gehören zum Leben dazu, ebenso Verarbeitung und Umgang damit. Man sollte ein Kind nicht damit belasten, dass es der Grund für das eigene Unglück ist, weil man seinetwegen eine lieblose und unglückliche Ehe fortgeführt hat. Und nein, so dumm sind Kinder nicht, dass sie das nicht merken würden :smile:
     
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    12 April 2019
    #11
    Ich könnte mir ja sogar vorstellen, dass es für die Frau in der Sitation einfacher ist, als wenn er sie "einfach nur so" oder gar für eine andere verläßt. Schon deswegen, weil das ganze wenig mit ihr zu tun hat, es gewissermaßen außerhalb ihrer Einflusssphäre liegt. Kacke ist die Sitation natürlich trotzdem.
     
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    12 April 2019
    #12
    Off-Topic:
    Unterschätze mal nicht wie irrational manchen menschen sind. Mit Pech gehört sie zu den unsicheren Frauen, die denken, dass ihr Partner schwul “geworden” sei, weil sie nicht toll genug sind. Rein logisch bin ich voll bei dir.
     
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    12 April 2019
    #13
    Off-Topic:
    Meine Erfahrung ist eben eine andere, aber wie gesagt, ich war älter. In meinem Freundeskreis lief das ganz generell viel besser ab, wenn die Kinder jünger waren - unabhängig vom Verhalten der Eltern. Aber wie Kinder - auch unabhängig vom Verhalten der Eltern, mit Trennungen umgegangen sind, war sehr wohl Typfrage, und eben Frage der Vorgeschichte. Kein Kind nimmt es locker, wenn die Eltern sich trennen, egal wie die damit umgehen, und egal wie alt es ist. Zuwarten "bis die Kinder älter sind" ist daher meist nur eine Ausrede vor sich selbst.
    Aber wie gesagt, da hat jeder seine eigenen Erfahrungen.
     
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    12 April 2019
    #14
    Off-Topic:
    Aber zwischen “nicht locker nehmen” und daran “kaputtgehen” liegen doch Welten, oder nicht? Ich will dir deine Meinung auch nicht nehmen, verstehe mich da bitte nicht falsch. Ich denke nur, dass Menschen lernen müssen mit Verlusten und Trennungen umzugehen, egal welchen Alters, einfach weil sie sich nicht vermeiden lassen. Daher sehe ich wenig Sinn darin, sich nicht mehr zu trennen, weil die Kinder älter sind oder sich überhaupt wegen der Kinder nicht zu trennen

    .
     
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  • Damian
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    12 April 2019
    #15
    Die Sache mit den Kindern ist doch weder das eine noch das andere...

    NATÜRLICH ist es Typfrage..und NATÜRLICH ist es auch die Frage, wie die Eltern damit umgehen und NATÜRLICH wird das NIEMALS spurlos an den Kindern vorbei gehen, egal wie alt sie sind.
    Darüber hinaus ist es immer in einem bestimmten Alter für Kinder schwerer, als in anderen. Passiert es in der Pubertät, in der Selbstfindungsphase, hat es einen deutlich härteren Einschlag, als später, wenn die Persönlichkeit etwas gefestigter ist. Bei wesentlich jüngeren Kindern werden die das zwar mitbekommen, aber irgendwie hinnehmen, dann kommt es darauf an, was man für ein Vorbild ist.
     
  • calessa
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    12 April 2019
    #16
    Off-Topic:
    Auch das kann ich pauschal nicht bestätigen, weil ich da sehr unterschiedliche Beispiele kenne und auch direkt miterlebt habe. Das Ding ist halt, dass dir ein Zweijähriger schlechte seine Psyche erklären kann, dass eine Trennung aber bis in sein Erwachsenenalter Baustellen verursachen kann, ist aber dennoch gegeben. Mit einem Teenager kannst du eben ganz anders reden. Schlimm ist das immer, aber am Alter festmachen zu wollen, was schlimmer oder weniger schlimm ist, halte ich für schwierig. Die Scheidung meiner Eltern war als ich etwa 3 war. Meine Mutter hat lange Zeit geglaubt, dass ich das gar nicht richtig mitbekommen hätte, bis ich ihr das Gegenteil bewies, da ich SEHR genaue Erinnerungen an den gesamten Ablauf hatte. Später war sie bis zu meinem Erwachsenenalter mit 3 Männern zusammen, immer mehrere Jahre, immer waren das Stiefväter. Ich war bei Trennungen, die immer ziemlich hässlich waren mal 3, mal 10, mal 16 und mal 18 und kann persönlich nicht bestätigen, dass es für mich einen Unterschied gemacht hätte, wie alt ich war. Das kann bei einem anderen natürlich ganz anders sein, zeigt aber nur, dass sich die Pauschalaussage auf ein bestimmtes Alter festgelegt nicht bewahrheiten lässt.
     
  • User 68775
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    12 April 2019
    #17
    Ich habe auch nie gesagt, man solle sich wegen der Kinder NICHT trennen. Ich habe nur gesagt, "das klappt schon und die stecken das gut weg, wenn man sie unterstützt" stimmt nicht für jeden und nicht für jedes Alter und nicht für jede Vorgeschichte.
    Schlicht eine Tatsache meiner eigenen Erfahrungen, von mir und auch im Freundeskreis. Scheidungskinder oder Kinder aus unglücklichen Ehen sind überall und bei uns die Mehrheit.

    Kindern hilft nicht, wenn ihre Eltern ZUSAMMEN sind, sondern wenn diese liebevoll, aufmerksam und respektvoll miteinander umgehen, ob zusammen oder nicht.

    Aber "wenn sie älter sind ist es einfacher für sie" halte ich für nicht wahr, genauso wie die Tatsache, dass man nur richtig damit umgehen muss, dann ist es nicht so schlimm. Es ist schlimm, egal was man tut, und das muss man einfach in Kauf nehmen, weil nichts tun noch sehr viel schlimmer ist.

    Off-Topic:
    Natürlich "kommt man klar" - man kommt immer klar. Und man nimmt noch mehr Narben mit als die von streitenden Eltern. Das macht ja nicht lebensunfähig. Aber ja, der Teil von mir, der an Harmonie und Haltbarkeit glaubt, ist kaputt und lässt sich nicht mehr reparieren. So passiert das bei meinem Charakter, wenn man zu sehr enttäuscht wird. Und ich wie auch alle andern Beteiligten leben gut damit. Es ist eben wie es ist.
     
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  • celavie
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    12 April 2019
    #18
    Viel Richtiges wurde gesagt. Ich greife noch das Thema von der Seite der Frau auf. Auch sie soll eine Chance haben auf einen (anderen) Mann der sehr gern bei ihr sein möchte. Auch sie bekommt Falten, graue Haare ect. pp - und Frauen trifft das oft härter als Männer.

    Wärst du mein Mann und würdest mir den "Rest einer besten Jahre" aus Feigheit nehmen und es mit dem Kindeswohl begründen, wäre ich so sauer. Viel mehr als über den Fakt "schwul" an sich.

    Verstehe mich nicht falsch, deine Situation ist einfach Scheiße. Aber sie ist wie sie ist.

    Du musst unbedingt unterscheiden, ob das mit "ich kann das meiner Frau und den Kindern nicht antun" der Grund ist oder eher die Angst vor dem Outing, der Stigmatisierung. Denn die wird kommen.
    Die Nachbarn, Kollegen, Freunde ect pp werden sagen "stell dir vor ... ist schwul und verlässt nun seiner Frau". Das wird richtig hart werden. Aber es gibt keinen anderen Weg.

    Und ehrlich? Kinder können mit einem Outing, denke ich, umgehen oder müssen es lernen. Ich glaube noch vor 15 Jahren war das viel schwerer. Aber ich lebe auch in einem sehr offenen Umfeld.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12 April 2019
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  • User 107106
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    15 April 2019
    #19
    Ich greife das noch mal auf.
    TS, wie ist denn dein Umfeld? Liberal, unpolitisch, grün-links, CDU-Wähler, Öko, Freikirchlicher?
    Hast du Menschen in deinem Umfeld, die mit Homosexualität als solches gut umgehen können? Die kein Problem damit haben? Dann rede doch mal mit denen. Du wirst Menschen brauchen, die dich auffangen: ein freund, eine Cousine, dein Bruder, der schwule Arbeitskollege.
     
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  • Giraffe
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    Verheiratet
    16 April 2019
    #20
    Ich möchte das ganze aus Sicht eines Mannes kommentieren, der Ähnliches (wenn auch ohne Kinder und Haus) erlebt hat, - dafür aber mehrmals... Mein erleben war, dass die Frau prinzipiell hilfloser dasteht, als wenn du mit einer anderen gehen würdest. Es war eher ein „dagegen bin ich machtlos!“, was ja auch stimmt. Sie kann keinen Mann ersetzen, jetzt nicht und nicht in 10 Jahren. Ich habe lange Zeit bi gelebt, meinte, es zu sein. Das funktionierte immer mal so lange, bis geheiratet werden sollte, - dann flüchtete ich wieder. Im allgemeinen zum nächsten Mann. War‘ne blöde Zeit.
    Ich nehme an, du hast eigene Freunde, einen eigenen Freundeskreis aus früheren Zeiten. Einen „besten Freund“, eine „beste Freundin“. Rede mit ihnen! Niemand kann dir besser helfen. Das war anfangs meine Erfahrung. Und auch ich meine, wenn du mit deiner Frau früher schon über das Thema gesprochen hast, ahnt sie es entweder - oder rechnet gar damit.
    Dann braucht sie keine Bedenkzeit, sondern Klarheit!
    Wie du und ihr eure Kinder erzogen habt, weißt du am besten. Daher (meine ich) hast du irgendwo, tief in dir drin, auch ein Gefühl, wie sie einerseits zu schwulen stehen - und andererseits zu dir. Aber auch diese Angst, dass sie Probleme damit haben könnten, kann nicht bewirken, dass Thema noch Jahre ruhen zu lassen (und selbst durchzudrehen)...

    Hintern hoch, tu‘ etwas! Es kann nur besser werden. Und - du weißt: auf jeden Topf passt ein Deckel!!
     
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