• Violettelotl
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    19 Juni 2020
    #1

    Status Quo

    Ganz allgemein verspüre ich keine Aversionen zu dem was ich gesellschaftlich vorfinde aber auch keine Liebe, eher eine für mich teils notwendige Gleichgültigkeit. Anstreben möchte ich jedoch Gleichmut, somit nicht aktiv wertend auf andere Menschen zugehen sondern bis zu einem gewissen Grade Nächstenliebe walten lassen; dadurch einen rudimentären Liebesvorschuss geben der bedinungslos sein sollte. Wobei ich als generell kritisch eingestellter Mensch, der viel zu oft hinsieht und nie bewusst ignoriert, auch vom näheren Umfeld erwarte damit umgehen zu können, ansonsten würde ich stets jedem empfehlen sich zu distanzieren. Der Vorteil sehe ich einfach darin, dass ich eine enorme Resilienz entwickelt habe, aus vielerlei Gründen. Dies kann sowohl mich als auch das Umfeld schützen und immer auch eine Ausgangslage für Veränderung bieten, solange der Boden wo alles keimt noch intakt ist, selbst wenn gar nichts gekeimt ist. Ich bin, das sollten die Leute mit der Zeit allgemein bemerken, in der Wahrnehmung enorm anders gepolt als das mehrheitliche Umfeld. Dennoch bringe ich es fertig einzelne Leute und besonders meine nähere Familie stets für mich zu gewinnen. Ich kenne genug Fälle wo Kinder mit den Eltern oder Geschwistern verstritten sind, das ist bei mir nicht der Fall. Ich kann also tatsächlich dort jederzeit Zugang haben, das bewahrt mich auch vor jeglicher "Einsamkeit". Dennoch wirft der momentane Status, wo man nicht aus dem vertrauten Milieu "ausbrechen" kann, viele Fragen auf weil ich hier meine Freiheit, im Herzen, gefährdet sehe.

    Ich habe längere Zeit darüber nachgedacht wie ich hier vorgehe, wie ich überhaupt auf andere Leute zugehe aber im Endeffekt bin ich klar davon überzeugt "Es gibt keine gute oder schlechte Menschen, lediglich fähige und unfähige Menschen". Dabei finde ich allgemein "goldene Regeln" die wichtigsten Worte aller Worte, da universell gültig. Gesetze, Forenregeln oder weiss ich was sind immer nur "im Auge eines bestimmten Milieus" und manchmal sehr parteiisch, nicht universell. Ich denke, diese politische Angehensweise mag im Kampf um Recht und Ordnung Sinn machen aber es vermittelt in der Liebe einen zu herzlosen Eindruck und schiesst hier am Ziel vorbei. Ich würde natürlich auch keinen denn ich Liebe vor Gericht zerren wollen oder darüber richten, das wäre schrecklich. Auch von Rosenkrieg halte ich nichts, denn Krieg ist Krieg, man soll hier nichts beschönigen. Ich differenziere lieber bei den für mich erstrebenswerten und angenehmen, einfach essentiellen Dingen im Leben wie z.B. das Brot, die Liebe, das Wasser, die Luft, die Freiheit, Weisheit... Tiere und Pflanzen, da differenziere ich gerne und mit viel Elan.

    Ich sehe auch, aufgrund meiner sehr eigensinnigen Natur dass ich sowieso nur sehr wenige Menschen wirklich mit Vetrautheit und Nähe bereichern könnte, daran ist grundsätzlich nichts falsch daran, denn am Ende des Tages spielt es keine Rolle wie sehr man die Masse von sich überzeugen kann, wirkliche, echte und aufrichtige Liebe, sei es Freundschaft oder gar Partnerschaft, das sind immer wenige aber kostbare Begebenheiten. Mit Quantität, da fühle ich, würde ich hier nicht weit kommen und es würde nur meine Hingabe zu dem was wirklich für mich zählt bis zur Geschmacklosigkeit verwässern, was einem Feinschmecker nicht gefällt. Natürlich gibt es kein wirkliches Richtig oder Falsch, ich denke jedoch dass Würde, Toleranz und eine stets wohlwollende Angehensweise, ganz egal wie schwer einem das Schicksal in der Liebe mitgespielt hat oder wie aussichtslos es am Ende erscheinen mag, einen weiten Wege gehen kann. Es ist in der Liebe nunmal nicht förderlich jemandem eine Schuld zuzuweisen oder aber kein Vertrauen in gute Veränderungen aufzubringen. So allgemein heisst es für mich, dass ich mich grundsätzlich aus dem Alltagstratsch raushalte, damit ich umso mehr Ressourcen auf das fokussieren kann was wirklich Früchte tragen könnte.

    Nun ja, was tut der gute Hausvater da, auch Hausmutter, wäre mir egal wie man es nennt; dazu möche ich einmal erwähnen wie ich mich als Mensch sexuell/geschlechtlich, psychisch/körperlich sehe: Generell habe ich Schwierigkeiten damit wenn man Menschen in bestimmte Schubladen steckt und auch ist es nunmal nicht korrekt dass es nur 2 Geschlechter gibt, sondern es gibt noch das Intergeschlecht, wobei das eine solche Minderheit darstellt dass man es oft einfach wegignoriert oder es sogar als Fehlentwicklung sieht, dabei sind solche Begebenheiten wie auch jegliche Behinderungen oder andere besondere Eigenheiten, ein natürlicher Bestandteil der Natur. Aus diesem Grunde braucht es auch keine "Integration", oder "Akzeptanz", sondern es ist ganz einfach inklusiv und solange ein Lebewesen medizinisch gesund ist oder sich selber als gesund sieht dann besteht keinerlei Grund zur Sorge.

    Sexualität ist wieder eine andere Sache weil primär psychisch gepolt, das heisst, selbst wenn jemand "Crossdresser" ist oder sich als "Bisexuell" bekennt hat es keine direkte Aussage zu seinem körperlichen Status, der wird dann mit dem Geschlecht definiert. Wie immer ist Psyche und Körper eng verzahnt und das eine kann auch auf das andere auswirken. Dabei möchte ich erwähnen, rein genetisch gesehen hat jeder einzelne Mensch im Minimum ein X-Chromosom, das ist der weibliche Anteil. Dazu kommt entweder ein weiterer weiblicher Anteil oder ein männlicher Anteil, jedoch hat jeder ein weiblicher Anteil. Je nachdem, bei Intergeschlechtlichkeit kann es hier noch Besonderheiten haben die ebenfalls genetisch feststellbar sind, jedoch nicht muss. Dazu sei noch gesagt, bei 2 nahezu identischen Chromosomen wird ein Chromosom deaktiviert d.h. die Gesamtanzahl sagt nichts darüber aus was am Ende tatsächlich aktiv ist. Also man sieht, sie Materie ist viel komplexer als man meint, eindeutige Zuordnungen oft weniger eindeutig als angenommen.

    Konkret auf mich bezogen heisst es einfach, da habe ich mich in der Kindheit gar nie gross Gedanken gemacht sondern fand es einfach "normal": Ich habe mich nie wirklich zu irgendetwas hingezogen gefühlt, mag mich aber noch erinnern dass hier das Geschlecht nicht relevant war, sondern nur die allgemeine Erscheinung. Ausserdem hatte ich immer, schon im jüngsten Alter, als fast einziger Junge in der Schule lange Haare. Das hat sich nur kurzfristig geändert als der streng konservative Grossvater mir einen Schnitt weismachen konnte, und in der Schule wurde mir dann noch jedesmal gratuliert für den Schnitt. Was mir jedesmal Unbehagen auslöste und am Ende bekam ich noch einen Sonnenbrand im Gesicht, denn ich ansonsten nur selten habe da hier viele Haare nützlich sind. Heute wäre es noch schlimmer, also wenn da keine Haare wären dann könnte ich nicht einmal 30 min ohne Hut rausgehen, da so helle Haut. Jedenfalls habe ich mir noch nie etwas aus diesem ganzen "Gendergetue" gemacht und während andere Leute selben Alters die ganzen Beziehungsangelegenheiten sehr interessant fanden und hier stark nach Differenzen suchten, indem sie andere Menschen teils förmlich am "ausstudieren" waren, so hatte mich das alles kein bischen interessiert. Ich habe währenddessen die Natur intensiv studiert, aber keine Menschen. Schon damals habe ich mich nie wirklich mit etwas identifiziert und ich konnte mir alles vorstellen, was ich sein könnte oder was auch nicht. Schon damals hatte es also angefangen dass ich mich eigentlich als androgyn oder weitgehend neutral ansehe. Wobei ich körperlich normale männliche Ausprägungen habe, allerdings ist sowohl Körperbehaarung als auch Köperbau eher irgendwo dazwischen, bei den Kopfhaaren sogar deutlich weiblich und Brusthaare gab es bis heute überhaupt keine. Von der Sexualität her bin ich zwar heute "normal" hetero aber ich sehe und fühle mich nicht wirklich einem Geschlecht angehörig, am besten keines oder einfach "androgyn", d.h. beides. Ich habe also grundsätzlich keinerlei Bezug zu dem wie ich mich geschlechtlich "darstellen" oder eben identifizieren möchte, es hat einfach keine Relevanz. Konkret würde man solche Leute übrigens mit "Xe" ansprechen, nicht mit sachlich. Xe ist einfach beides, eigentlich "nichtbinäre Identität" und sachlich ist überhaupt nichts, würde ich daher keinem Lebewesen zuordnen. Es gibt natürlich auch im Tierreich Tiere die entweder beides sind oder wandelbar, also die Natur kann da sehr erfinderisch sein.

    Wobei, wie gesagt ich habe mir bis etwa 35 Jahren nie gross Gedanken darüber gemacht, ich war ich, egal wie andere mich sahen, die Gesellschaft war mir bis dahin weitgehend egal, da ich stets ein Herz für die Natur hatte, nicht für Menschen und deren Meinungen. Klar habe ich deswegen sehr grosse Defizite in der Wahrnehmung von Menschen, nicht jedoch in der Wahrnehmung von Tieren und Pflanzen. Ich erinnere mich ja noch als ich mal bei einer Frau war mit einem ehemaligen Strassenhund, der konnte zu kaum einem Menschen Vertrauen aufbringen ausser zu Frauchen natürlich. Ich war nur total 3 Tage dort und am dritten Tag hat er mich abgeschleckt... also Tiere vertrauen mir so scheint mir und das hat auch seinen Grund, weil Tiere sehen stets direkt die Seele, der Geist bedeutet ihnen wenig. Ausserdem kenne ich ja den Umgang mit der Natur ganz allgemein, lediglich der Mensch hat sich deutlich anders kultiviert, weswegen man das separat betrachten und aneignen soll. Tiere sind nunmal stark beim Ich, Menschen häufig deutlich beim Ego, das Ego das kommt vom Aussen. Nur wenige Tiere wie der Hund ist überhaupt in der Lage massiv viel "Ego" aufzunehmen sodass er stark das Äussere abfärbt, nicht zuletzt sagt man "wie das Hund so das Heerchen", diese Wahrheit musste ich genug oft erleben. Wie auch immer, seither bin ich bald 5 Jahre mit grosser Härte etwas am nachholen was ich früher verpasst hatte und ja... es ist äusserst schwierig. Wobei ich es noch erstaunlich finde, die Menschen mit denen ich noch am einfachsten auskomme sind "Behinderte", was immer das heissen mag.

    Kurz- bis mittelfristig möchte ich einfach noch den Kontakt zu 2 Usern die sich sehr um mich bemühten wieder herstellen, sofern überhaupt möglich, das werde ich demnächst mal anschauen.

    Profileinträge habe ich fast alle gelöscht weil ich fühlte dass es in eine falsche, unförderliche Richtung ging, was zwar nicht per se falsch ist aber es ist nicht das was in einem "Liebesforum" Früchte tragen könnte da ich hier weder Liebes- noch Vertrauensvorschuss gebe, das sehe ich als ein Irrtum.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19 Juni 2020
    • Interessant Interessant x 1
  • User 164174
    Öfters im Forum
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    vergeben und glücklich
    19 Juni 2020
    #2
    Und wo ist die Frage?
     
  • Violettelotl
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    19 Juni 2020
    #3
    Das ist kein Q und A, das ist lediglich etwas worüber ich nachgedacht habe und darauf kann auch eingegangen werden ohne jede konkrete Frage.
     
  • User 177622
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    nicht angegeben
    19 Juni 2020
    #4
    Was ist deine Message?
     
  • Violettelotl
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    19 Juni 2020
    #5
    Da ist weder eine konkrete Frage noch eine konkrete Message, und ich glaube, obgleich es genug Pragmatismus enthält ist es zuweilen sogar phantastisch, vielleicht bizarr, alles möglich. Ich denke, das macht ja eigentlich Menschsein wirklich aus, wenn es alles sein kann oder gleichzeitig nichts. Lange Rede kurzer Sinn: Man kann eigentlich herausholen und ansprechen was man möchte, mitnehmen oder verwenden, ich hatte keinerlei bestimmtes Ziel. Ich glaube, wir sind es uns gewöhnt dass man irgendwo bei Alpha anfängt und nach Omega strebt. Selbst wenn man genau weiss dass man vermutlich nicht nach Omega kommen wird so macht man dennoch einfach mal Alpha weil es sich richtig anfühlt, oft sogar mit grossem Einsatz von Zeit und Energie. Zumindest wenn wir das Vertrauen in etwas haben. Ist es irgendwann vielleicht nicht mehr da dann lassen wir es vermutlich eines Tages fallen mit jeglicher Tätigkeit und das wars. Das scheinen wir zumindest unter Freiheit zu verstehen auch wenn Freiheit ein sehr komplexes Wort ist über das man eine ganze Enzyklopädie schreiben könnte.

    Egal, man soll sich wirklich nicht den Kopf darüber zerbrechen, denn Ja, ich bin gewissermassen sehr anders aber ich denke, es ist falsch dewegen eine Gesellschaft spalten oder abtrennen zu wollen. Das war ja die Mutter allen Übels welche am Ende jede Hochkultur, so weit ich mich zurückerinnern kann, in Schutt und Asche gelegt hatte weil dann irgendwann das Herz, was uns verbindet, untergegangen war bis ins Bodenlose.

    Ich denke, eine schöne Message kann ich dennoch geben, selbst wenn man grundsätzlich hier alles wenn möglich als wertfrei und ganz einfach frei interpretierbar sehen sollte: Ubuntu... „Ubuntu“: ich bin, weil wir sind!
     
    • Interessant Interessant x 1
  • 19 Juni 2020
    #6
    Eine interessante Perspektive.

    Ich bin sehr überrascht, dass wir uns in einigen Ansichten ähnlich sind und in anderen wiederum nicht.

    Z.b. bin ich in den Interpretationen bzgl. Umwelt anders aufgestellt.
    Aber etwa die Erkenntnis um die Konstrukthaftigkeit der sozialer Normen und der Relativität hinter deren Bedeutung ist mir sehr vertraut.
    Insbesondere den einhergehenden Perspektivenwandel.

    Auch das Streben nach Gleichmut statt Aversion ist mir ebenfalls wichtig, auch aus religiösen/spirituellen Gründen.

    Ich habe bei deinem Text jedoch auch ein wenig das Gefühl, dass Aversion und ein sanfter Nihilismus
    bzgl. der Eigenarten der menschlichen Spezies in deiner Sprache mitschwingen.

    Ich möchte gerne wissen, ob du dich bzgl. deiner Rolle als soziales Lebewesen exklusiviert/ausgeschlossen fühlst?
    Ein wenig hast du ja angedeuet, dass deine Familie ein Hort gegen mögliche "Einsamkeit" darstellt.

    Wenn ein Tier dich und deine Persönlichkeit abbilden würde -welches wäre das?

    Du schriebst auch, ein Tier erkenne die Seele eher als den Geist.
    Wie sind diese beiden für dich definiert?
    Gehst du da von einem "christlichen" Seelenkonzept aus und beim Begriff Geist vom antiken Anima?
     
  • Violettelotl
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    28 Juni 2020
    #7
    Auf die Frage ob "ob es die einfache Antwort sein soll", sage ich an der Stelle, Nein, es wird hier die schwierige Antwort sein, Aus dem einfachen Grunde dass ich "einfache Antworten" eher im direkten Umgang mit Menschen anwende, damit man die grosse Nähe auch angenehm findet. Im fernen Umgang da kann sich ja jeder eher aussuchen ob er sich damit befassen kann oder möchte, insofern ist es nicht immer nötig hier Rücksicht auf alle Eventualitäten zu nehmen. Ich werde hier also nicht bewusst einfache und massentaugliche Antworten erstellen. Wenn man damit nicht umgehen kann dann sollte ab dem nächsten Punkt besser Schluss sein.

    Interessant dass jemand das verwerten konnte und darauf eingeht; unerhofft passiert öfters als gedacht. Bezüglich dem manchmal auftretenden Verdacht "dass ich pseudointellektuell" sei, das ist gut möglich, möchte ich nicht dementieren. Hat allerdings für mich nichts abwertendes, ich stehe ja auch auf Pseudogetreide wie Amaranth, Quinoa und co. Ich denke, wirklich intelligent wird man erst wenn man auch gleichzeitig Pseudo sein kann, d.h. wenn man paradoxerweise unintelligent intelligent ist, auch imperfekt perfekt, alles andere passt nicht zum Menschen und nur Menschen die Fehler haben sind eigentlich, genau weil sie irgendwo schwach sein dürfen, erst liebenswert. Wäre irgendeiner perfekt, wird es keiner mehr schaffen irgend eine "Augenhöhe" herzustellen, das Fiasko ist vorprogrammiert.

    Was heisst "Augenhöhe"? Keiner hat diesselben Vorausssetzungen, es ist auch niemand genau gleich intelligent, denn die Intelligenz hat sehr viele Gesichter und Ausprägungen. Insofern sollte man selbst das sehr relativ sehen, kann es als eine Art Anhaltspunkt gebrauchen, das wars aber auch schon. Die wichtigste Intelligenz ist die kollektive Intelligenz, was da in der Natur alles an Intelligenz versammelt ist, da staunt selbst der schlauste Mensch auf Erden. Wirklich intelligent ist man also nur wenn man diese "intelligenten Punkte" verbinden kann, mit unserem Herzen, ansonsten wird man alles langsam aber sicher zerstückeln und nie mehr zusammensetzen können. Es ist sicher gut intelligent zu sein, aber weise ist es wenn man fähig ist es zu verbinden. Ich liebe daher die Philosophie, was soviel bedeutet wie "Liebe zur Weisheit". Ich kann mir nicht vorstellen irgend ein Wissen brauchbar zu nutzen ohne eine hochstehende Philosophie dahinter, welche mich weisen wird... wie eine weise Entscheidung. Intelligenz ist also nicht mein Steckenpferd, sondern da wo wirklich mein Herz daran hängt das ist die Weisheit und das was uns verbindet...

    Relevant ist für mich nicht inwiefern etwas auf derselben Höhe ist sondern wo die Haltung schlussendlich angesiedelt ist, Ist sie im Übermut, gar Hochmut? Keine so gute Idee, denn Übermut und Hochmut tut selten gut. Ist sie in der Demut? Auch nicht so das Wahre denn wir haben alle im Grunde diesselben Voraussetzungen im Schaffen und Erschaffen einer heilen und schönen Welt; es sollte keiner bei irgendwem "den Buckel machen" oder "im vorkonstruierten Hamsterrad laufen". Wir sollten unser Leben selbst in die Hand nehmen, daneben das andere Leben genau gleich achten, nicht höher, nicht tiefer... ganz einfach genau so wie wir auch das eigene Leben achten. Das heisst, wirklich relevant ist die Gleichmut, was man in dem Sinne als eine Form der Augenhöhe betrachten kann. Sie fixiert sich dabei jedoch nicht auf einzelne Parameter, das ist so wie wenn wir aus der Sanduhr ein Korn entfernen und dann alles auf die höhere Glanzkraft dieses einzelnen Korns beschränken. Das Relevante ist am Ende des Tages lediglich dass alle Körner bei beiden Sanduhren ähnliche Freiheiten und Potentiale ausleben dürfen, egal wo die Stärken und Schwächen angesiedelt sind. Sich ergänzen ist viel wichtiger als "sich passend machen".
    Aversion ist aus meiner Sicht destruktiv weil, es ist die Quelle der Angst. Das haben wir irgendwann in der Steinzeit noch gebraucht als unser Grosshirn noch unterentwickelt war und wir mithilfe dieser Ängste und Aversionen unser Überleben sichern konnten; es ist also ganz konkret ein Sicherheitsmodus der uns beschützen sollte.

    Heutzutage jedoch, da haben wir ein immer höher entwickeltes Grosshirn, dazu ein Rechtsprechesystem mit Regelwerk was uns viel Sicherheit verschafft. Das Höchste was wir jedoch erhalten haben sind philosophische inkl. ethische und künstlerische Inhalte welche uns stets weisen und unterweisen können. Das Allererste hochwertige Verständnis über das grosse Ganze, also eine universelle Kommunikation, war der Tanz. Die ältesten Belege eines Tanzes gehen bis zu den indischen Höhlenmalereien zurück, älter als das war eigentlich nur noch der Glaube an etwas was uns weisen soll oder kreiert hat. Erst mit dem Alphabet war es überhaupt erst möglich eine höhere Philosophie zu erzeugen, ausserdem festzuhalten. Das Alphabet und der Tanz sind also die vermutlich mächtigsten Erfindungen der Menschheit. Damit sind wir in der Lage jegliche Aversion auszuhebeln, indem wir eine weise Entscheidung oder Erkenntnis treffen, es sogar universell vermitteln können. Später wurde es dann noch mit dem Gesang vereint, dadurch wurde das alles noch viel mächtiger; der Gesang ist also eine Art Expander vom Alphabet und Tanz, indem es hier eine dritte Dimension verleiht, die Seele. Alphabet = Geist, Tanz = Herz, Gesang = Seele, dadurch ist die Kommunikation komplett. Die Malerei hingegen, die ist wie auch die Plastik eine Folge dieser 3 Dimensionen auf dem es ruht, insofern eine Weiterentwicklung. Paradoxerweise war es notwendig für diese 3 Dimensionen aber ebenso ruht es auf diesen Dimensionen, es spiegelt somit sowohl Vergangenheit wie auch die Zukunft.

    Meditation ist übrigens eine innere Haltung, sie ist nichts was wir erfunden haben, es war schon immer Bestandteil von uns und solange wir es in uns finden, ist es auch immer mit uns. Man muss nichts dafür bezahlen um es zu finden, es ist nichts was man sich erkaufen kann... sie ist in uns und jeder kann, so er wirklich will und es sucht, darauf zugreifen. Ich distanziere mich allgemein vom "Meditationshandel", denn es ist nicht verhandelbar. Genausogut wie wenn man keinen Menschen kaufen kann oder sollte, so gilt dasselbe mit dem was jedem Menschen innewohnt. Meditation ohne Gleichmut ist gar nicht möglich weil es stets die Mitte sucht, es ist in keiner anderen Richtung als genau in der Mitte.

    Wenn wir nun "in Kommunikation bleiben", dann können wir schlimmstenfalls uns einfach über etwas halten = Überhalten (von oben herab), oder auch uns unter etwas halten (von unten heraus) = Unterhalten, wir können ebenfalls uns Gleichhalten (ergänzend) wo wir gemeinsam an einem Strick ziehen für jegliche Kommunikation. Ist das alles keine Option dann können wir immer noch etwas Halten und Dulden, im Wissen dass wir es nicht wissen könnten und solange uns keine unmittelbare Gefahr droht besteht kein Handlungsbedarf. Droht eine unmittelbare Gefahr kann man es immer noch Aufhalten oder Abhalten, das sollte jedoch wirklich nur dazu dienen eine substanzielle Notlage abzuwehren; weiter geht diese Selbstjustiz oder Justiz nicht, zumindest nicht ohne legitime und damit haltbare Berechtigung.

    Zusammengefasst will ich damit aussagen, es braucht ganz einfach keine Aversion mehr denn sie ist im Endeffekt ohne Sinn noch Zweck. Wenn uns jemand etwas antun will dann halten wir es entweder auf oder halten uns drüber. Sollte uns jemanden aufgrund Macht den Mund rauben oder gar bevormunden, dann lassen wir uns besser etwas anderes "munden", denn sowas mundet bestimmt nicht. Es mag höchstens munden wenn es wohlwollend und schützend ausgeführt wurde, im Sinne von "unmittelbare Gefahr abwenden". Alles was weiter geht als das, das ist jenseits der Haltbarkeit und sollte uns nicht kratzen, ganz einfach verschwendete Energie, nicht wert und nicht würdig, somit haltlos.
    Nihilismus ist nach meinem Verständnis das Konzept wo man annimmt dass alles subjektiv ist, daher nichts objektiv. Weil nun sowieso alles beliebig erschaffen oder auch abgeschafft werden kann, somit ist eigentlich so gut wie alles im Endeffekt "haltlos". Somit wäre selbst ein Glaube an etwas haltlos...

    Weitergesponnen läuft es jedoch darauf hinaus dass es einem frei macht von jeglicher "Anhaftung", und erst wenn nichts mehr an einem haftet, erst dann sollte es endlich objektiv werden. Das ist im Prinzip so gut wie nichts aber genau dieses Nichts ist etwas, im Endeffekt entsteht daraus das Nirvana. Ein Zustand höchster Glückseeligkeit wo man frei ist von allem was anhaften kann, somit auch ein Zustand höchstmöglicher Freiheit. Das ist eigentlich das wahre Ziel im Buddhismus, nicht etwa, wie teils angenommen "die Reinkarnation". Reinkarnation ist ja eigentlich der Akt eines "Versagens", etwas ist am anhaften, schlechtes Karma, deswegen muss man zurück in "die Welt" um mehr gutes Karma zu erhalten.

    Was für mich, der christlich gesinnt ist (jedoch auch andere Philosophien nutzt und respektiert) war hier primär relevant "ob nun alles subjektiv ist oder ist auch noch irgendetwas objektiv, Die alten Geistlichen im Buddhismus waren der Meinung dass es nichts objektives gäbe, das Einzige worauf sie sich einigen konnten war "dass die Welt sehr ungerecht ist" und "dass man sie gerechter machen sollte", aus diesem Aspekt heraus war auch das Karma geboren.

    Kurzfristig dache ich gar dass es wirklich keine Objektivität mehr gäbe. Ich habe diese Theorie dann auch beim Teetisch einer Vertrauensperson erzählt und sie meinte dann "Ja, es mag alles subjektiv sein, jedoch gilt das nicht für die Qualität, die kann auch objektiv sein". Ich habe danach sehr lange rumstudiert inwiefern ich eine Qualität an allem was mich umgibt ausmachen kann und wo hier effektiv die Qualität zu erkennen ist. Bei Gegenständen habe ich es überall gefunden, auch in der Natur als ein Gesamtorganismus und bei vielen Gesetzmässigkeiten. Als ich danach jedoch den Menschen betrachtete da war ich unfähig eine fest definierbare Qualität zu erkennen. Ich dachte mir erst "wenn er krank ist dann muss er sich doch schlecht fühlen, daher wäre das ein Zeichen schlechter Qualität". Das war aber nach längerem rumstudieren klar haltlos denn es gibt völlig gesunde Menschen die unglücklich sind und sehr kranke Menschen die glücklich sind. Sollte ich die Glückseeligkeit als eine brauchbare Definition verwenden dann hat es keine Aussagekraft darüber wie der Körper beschaffen ist.

    Ich musste irgendwann einsehen dass, aus einer einzigen lebendigen Perspektive heraus absolut alles subjektiv ist, da stets Gegenstand einer eigenen sehr variablen Wahrnehmung. Objektiv ist höchstens noch wenn man alle diese subjektiven Bereiche mit dem grossen Ganzen in ein Gesamtkontext setzt, erst aus dieser "bunten" Perspektive heraus könnte man dann die wahre Objektivität sehen. Der Haken an der Sache ist lediglich, dafür ist bis heute noch kein Geist noch irgend ein Herz gross genug um diesen Herkulesakt zu schaffen, vielleicht, wenn man gläubig ist, erkennt man gerade darin Gott. Das was der Objektivität noch am nächsten kommt sind "besonders goldene Weisheiten" welche fast unbefleckt so wie sie sind existieren dürfen, ohne dass man sie bis zu Unkenntlichkeit zerpflücken könnte aufgrund massloser Subjektivität. Man kann durchaus der Wahrheit und einer Objektivität sich annähern, aber komplett und absolut an sowas rankommen das tut nur derjenige der alles sieht und alles zu jeder Zeit zusammensetzen kann.

    Somit sage ich mal, es gibt eine rudimentäre und relative Objektivität bei der Qualität, eine andere Objektivität gibts es grundsätzlich keine.
    Ich sehe das nicht direkt als Rolle, Rollen gebe ich mir selber und damit gehe ich ziemlich freizügig um. Ich sehe es eher als meine Bestimmung, als ein probiotisches Lebewesen, sozial zu sein. Ich fühle mich zwar in einem deutlichen Masse ausgeschlossen, aber, ich habe bis heute Schwierigkeiten sowohl die Quelle wie auch die Lösung zu erkennen. Fakt ist, ich habe eine sehr eigensinnige Beschaffenheit die allgemein auf tiefe Resonanz stösst. Meine Empfindung über die Gesellschaft ist, so allgemein, dass sie sich häufig sehr haltlos ausdrücken, halt einfach "Meinungen" haben; quasi der Gipfel der Subjektivität. Sie könnten auch gar keine Meinung haben und es wäre alles so wie immer. Dabei geht es meistens gar nicht darum irgendetwas zu erschaffen ausser dass man aufgrund gegenseitigem Informationsaustausch über eine eigene Beschaffenheit sich am austauschen ist. Sodass man danach alles in eine Art "Gesamtbild" vereinen kann. Im Endeffekt widerspiegelt es jedoch nur ein kleines lokales Milieu und ist immer noch sehr fern jeglicher Objektivität. Relevant ist jedoch dass hier keiner eine zu grosse Signatur haben darf, ansonsten wäre er anmassend, arrogant, topickaper und vieles mehr... Schlussendlich kann man in so einem Umfeld nur wirklich akzeptiert oder inklusioniert sein wenn man sein Verhalten und Tun möglichst dem bestehenden Umfeld angleicht, quasi versucht damit in Resonanz zu treten.

    Das ist jedoch nur bis zu einem bestimmten Grade möglich, denn wäre man deutlich anders beschaffen dann müsste man sich dermassen verstellen oder verbiegen, für diesen Zustand, dass es wie eine Art eigene Vergewaltigung vorkommt. Man kann zwar damit viel Resonanz erzeugen aber zerstört damit die wichtige Persönlichkeit. Im allgemeinen können Menschen die sehr transparent sind ohne weiteres problemlos im sozialen Umfeld in Resonanz treten, da sie fast automatisch hier "mitschwingen", sie lassen sich förmlich davon einverleiben. Dadurch haben sie sicher eine unheimliche soziale Reichweite, aber es fehlt das was sie am Ende ausmacht, das was ihnen wirklich eigen ist.

    Bei den sehr intransparenten Leuten fehlt es nicht an Eigenheiten, sie werden dabei gerne noch als "Egozentriker" oder "Selbstdarsteller" beschimpft, also abwertend. Das muss natürlich nicht abwertend sein, wird aber fast immer abgewertet. Dabei ist es fast schon bezeichnend, solange jemand innerhalb einer legitimen "Erwartungshaltung" liegt, selbst wenn er eine regelrechte Dramaqueen ist und einen rechten Aufruhr veranstaltet, dann stösst es auf eine gute Resonanz. Man kann mitfiebern, mitschwingen, fühlt Symphatie für die bestehenden Dramatiken. Das wirklich Relevante sehe ich gar nicht darin wie sehr jemand auf "sein Ego" fokussiert, ich denke sogar dass wir mehrheitlich enorme Egoisten sind. Ego ist ürigens das "äussere Selbst"; während Selbst gebildet ist aus Ich und Ego. Wirklich relevant, so scheint es mir, ist eher ob man "den Erwartungen entsprechen" kann, d.h. man passt ganz einfach in eine bestimmte Erwartungshaltung eines bestehenden Milieus rein oder eben nicht. Ich könnte das ziemlich gut spiegeln, wie diese Haltung konkret beschaffen ist, das könnte noch ganz lustig werden, jedoch verstehen die Leute da selten Spass; denn jeder der diese gemeinschaftliche Souveränität angreift ist potentiell nicht willkommen.

    Ich empfehle hier einfach, nicht alles übertrieben zu werten, am besten nie akut etwas werten, dann wird man viel freier in der Art und Weise wie man an einen Inhalt herangeht und inwiefern man es inklusionieren kann. Ich denke, vielleicht ist es möglich mit 2 oder 3 Perspektiven "zur gleichen Wahrheit" zu gelangen, es wird jedoch nie als ganze Gesellschaft jemals realisiert werden können. Hier kann man nur einen Zustand der immer komplett subjektiv bleiben wird tolerieren.

    Letzen Endes, Ja, ich bin sehr anders und ich habe Mühe als das wie ich nunmal bin akzeptiert und inklusioniert zu werden.
    Eine Manta-Roche, ich bin schon von klein auf von ihnen fasziniert... ihre Anmut ist unbeschreiblich, stark und schwach zugleich (das von mir geliebte Paradox), immer auf und ab schwingend. Ich bin im Charakter sehr sanguinisch, das heisst... schnelle und starke Veränderungen sind möglich, aber ich habe genug viel "Mitte" sodass es mich nie komplett aus dem Gleichgewicht bringt. Ich sehe da viel Ähnlichkeit mit diesen Rochen.

    Übrigens ein cooler Artikel. Rührend wie Mensch und Tier sich hier begegnen, voller Anmut, Intelligenz und auch Liebe:
    Australien: Verletzter Manta-Rochen bittet offenbar Taucher um Hilfe - WELT
    Seele ist für mich Anima, der Hauch der Seele.

    Geist ist für mich Odem, der Hauch des Geistes. Insofern trifft der Geist mit dem Odem auf Anima, der Hauch der Seele. Nichts ist komplett voneinander abgetrennt, die seelische Verbindung sehe ich in diesem "Hauch", eine Art Atem der Seele.

    Die Flöte ist insofern auch die direkte Sprache der Seele, denn der Hauch denn man einer Flöte verleiht spiegelt die Seele am genausten.

    Tiere haben eine hohe Last auf Anima, nicht zuletzt wirken sie oft animalisch. Menschen sind eher Odem-lastig, sie hauchen damit ihren Geist aus ihrem Körper (siehe Kommunikation, Gesang, Flötenspiel).

    Dabei sind Menschen und Tiere beseelt, während eine Pflanze umseelt ist. Deswegen fühlt eine Pflanze keinen Schmerz, selbst wenn auch sie Sinneszellen haben.
    Keine Ahnung, ich habe kein konkretes Konzept übernommen. Anima hat für mich nichts mit Geist zu tun. Der Geist trifft im Odem (Atem, Hauch) auf Anima, das was die Seele ausmacht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28 Juni 2020

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