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    22 Oktober 2006
    #1

    Verbaler Missbrauch im Kindesalter verzögert Spracherlernung

    Verein Die Möwe: "Massive kognitive Schäden möglich"

    Verbaler Missbrauch von Kindern kann zu dauerhaften kognitiven Schäden führen. Wie aus einer Studie der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts http://hms.harvard.edu hervorgeht, beginnen verbal misshandelte Kinder später zu sprechen als nicht misshandelte Kinder. Neben der verzögerten Spracherlernung sind auch verzerrte Verhaltensmuster und eine Beeinträchtigung der Intelligenz des Kindes möglich.

    Wie Gehirnscans von Betroffenen zeigten, sind bestimmte Gehirnregionen, die für das Verstehen des Sprachtons und der Syntax verantwortlich sind, im Vergleich zu nicht-misshandelten Menschen um zehn Prozent kleiner, was das Erlernen der Sprache verzögern könnte. Kritiker der Studie behaupten, dass hier nicht zwangsläufig ein kausaler Zusammenhang bestehen muss, da die Größe von Gehirnteilen auch genetisch bedingt sein kann. Wie Martin Teicher von der Harvard Medical School jedoch angab, wurde auch schon in früheren Studien über sexuell-missbrauchte Kindern eine Beeinträchtigung der Sehentwicklung nachgewiesen. Daher könne man auch hier einen Zusammenhang annehmen. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass verbal misshandelte Kinder zu Extremen in ihrem Verhalten neigen: Beobachtet wurden häufig Charakterzüge wie extreme Aggressionen oder übermäßig gefügige Verhaltensnormen.

    Dass die verbale Misshandlung von Kindern im frühen Alter massive Auswirkungen auf die weitere Entwicklung hat, bestätigen auch Leo E. Walkner, Andreas Mauerer und Walter Andreas Hermann, leitende Psychotherapeuten im Kinderschutzzentrum 'die Möwe' http://www.die-moewe.at, im Gespräch mit pressetext. "Wie man mit einem Kind spricht hat von Beginn an Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Verbaler Missbrauch im Kleinkind-Alter kann später zu massiven kognitiven Schäden führen", erklärt Walkner im Gespräch mit pressetext.

    Mauerer verweist jedoch darauf, dass Missbrauch nicht nur innerhalb der Familie stattfinden muss. "Gerade verbaler Missbrauch von Kindern kann auch in der Schule, im Freundes- oder im Bekanntenkreis stattfinden. Besonders hier ist es aber wichtig, Zivilcourage zu zeigen und sich einzumischen", erklärt Maurer. Ab wann sich eine außenstehende Person einmischen sollte, legt Maurer mit dem Zeitpunkt des Auffallens fest. "Viele haben hier die Angst vor einem Streit, da sie sich angeblich in Angelegenheiten einmischen würden, die sie nichts angehen. Aber letztlich hat das etwas mit Zivilcourage zu tun", erklärt Hermann gegenüber pressetext.

    Darüber hinaus raten die Psychotherapeuten dazu, mit Kindern prinzipiell so umzugehen, wie man selbst behandelt werden möchte - auch sprachlich. "Jegliche Art von Übertreibung - egal ob positive oder negative - spüren die Kinder. Am besten ist, man sagt ihnen immer die Wahrheit, aber in einem angemessenen Ton", so Maurer.


    Quelle: pressetext.austria
     
  • Flake
    Gast
    0
    23 Oktober 2006
    #2
    WAs genau ist denn verbaler Mißbrauch?

    Ich selbst war schon immer für alles ein Spätzünder... Hat das jetzt was zu bedeuten? MEine Eltern haben Alkprobleme aber ich weiß nicht,wie sie mit mir als (Klein-)Kind geredet haben...
     

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