• Elo
    Elo (23)
    Ist noch neu hier
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    Single
    3 April 2017
    #1

    Verzweifelt

    Ich muss einmal all meine Sorgen und Gedanken niederschreiben um das alles aus meinem Kopf zu bekommen..

    Ich bin jetzt 20 und hab gerade meine Ausbildung angefangen. Bin aus meinem kleinen Dorf in die Großstadt Hamburg gezogen. Allerdings wohne ich hier nur in der Woche und gehe am Wochenende nach Hause, da ich zur Zeit nur in HH lebe um morgens den Stau und eine lange Auto fahrt zu umgehen. Allerdings kann ich in meiner jetzigen Wohnung nur ein paar Monate noch wohnen, da ich die Wohnung auf letzten Drücker über bekannte bekommen habe.

    Ich fühle mich zum einen so unwohl in der Großstadt, ich kann es rational nicht erklären. Ich fühle mich so klein und schwach, unbedeutend, einfach nur eine Zahl in all den Menschenmassen. Und auch die Mitmenschen kommen mir wie Zahlen vor, nicht wie richtige Mitmenschen, unbeschriebene Blätter ohne Gesicht oder Gefühle.. ich weiß das dass ein wenig übertrieben ist, aber so fühle ich einfach zur Zeit auch wenn ich es mir selber nicht wirklich erklären kann. Kurzgesagt, ich hasse es einfach hier zu wohnen. Ich muss nicht gleich in einem Dorf wohnen, aber eine kleine natur belassene Kleinstadt wäre perfekt.. 60.000 Einwohner oder sowas in der richtung wäre schon ok.
    Aber durch meine Ausbildung bin ich gezwungen in HH zu wohnen, ansonsten müsste ich jeden morgen 45min hin und 45min zurück fahren, wenn kein Stau ist. Dazu kommen dann noch die Spritkosten und jeden morgen irgendwo einen Parkplatz zu finden. Ich fahre ja vom Ding her gerne mit meinem Wagen,.. aber ich kann nicht einschätzen ob ich wirklich das durchziehen könnte für die nächsten Jahre jedesmal solange zu fahren. Zug/Bus/Bahn ist auch nicht möglich, da es hier nur eine Haltestelle in der Nähe gibt und ich dann morgens 1 Stunde und 45min bräuchte.
    Und den Betrieb wechseln kommt für mich nicht in Frage.. Die Ausbildung ist wie ein Hauptgewinn

    Allerdings weiß ich nicht wo ich jetzt hinziehen will. Am liebsten würde ich in eine Kleinstadt ziehen die in der Nähe von meinem Dorf ist, da ich dann nach Feierabend noch was mit meinen Freunden machen könnte.
    Aber rational wäre es das schlauste irgendwo in Hamburg eine Wohnung zu nehmen, allerdings würde das dann bedeuten das ich letztendlich versauere und Unglücklich bin,..

    Neben dem ganzen beruflichen Kram gehts mir privat extrem schlecht. Ich verspüre in der letzten Zeit nur noch so eine tiefe Trauer. Alles macht mich traurig, ich verspüre nur noch trauer auch von positiven Dingen. Wenn ich z.b mal ein guten Abend mit meinen Freunden habe und wir lachen o.ä, dann fall ich manchmal in so ein tiefes Gedankenloch, weil ich mich jedes mal frage was passiert wenn dies das letzte mal ist wo wir zusammen lachen. Ich habe so schreckliche Angst davor alleine zu sein, von meinen Freunden getrennt zu sein. Ich denke so oft darüber nach wie sich wohl Sachen entwickeln hätten können, wenn ich anders gehandelt hätte. All die Chancen bzw. all diese Entscheidungen welche ich getroffen hab. Ich fühle mich wie ein Segelboot auf dem Meer ohne Segel. Ich verstehe einfach nicht wozu ich eigentlich arbeite, wozu ich lebe. Ich falle bzw. stolpere von dem ein in den anderen Tag hinein. Ich hab einfach kein Ziel, kein Antrieb. Früher hatte ich selten schlechte Tage, heute habe ich selten gute Tage. Ich sollte doch glücklich sein mit meiner jetzigen Lage, warum bin ich dann nicht glücklich. Auf jedes gute Gefühl kommen mindestens 3 schlechte Gefühle.

    Und dann ist da noch meine alkoholkranke Mutter. Sie war schon immer alkoholkrank, aber sie war eigentlich nicht eine schlechte Mutter, wenn sie nüchtern war. Sie hat immer Phasen mit dem trinken. Mal trinkt sie einen Monat nichts, dann trinkt sie 2 mal in der Woche. Manchmal nur ein wenig und manchmal extrem viel. Ein aussenstehender würde es mir z.b nicht glauben, wenn ich ihm sagen würde das meine Mutter säuft.
    Trotzdem habe ich irgendwie so einen Hass auf sie. Es ist wahrscheinlich nur Zufall, aber ich spüre das schon morgens wenn ich aufwache, ob sie was trinken wird oder nicht. Ich musste immer aufpassen was ich ihr erzählte. Wenn ich z.b erzählen würde das ich ein schlechten Tag hatte oder über irgendein Unglück auf der anderen Seite der Welt reden würde, wäre das ein Grund für sie sich zu besaufen. Sie hat sich auch einfach schon das Gehirn weggetrunken. Sie hat so merkwürdige Ansichten und ist auch psychisch einfach so instabil. Zu einem Therapeuten würde sie z.b niemals gehen da sie an Krankheiten nicht glaubt und Ärzte ja absolut keine Ahnung haben
     
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  • Raylie
    Raylie (26)
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    Single
    3 April 2017
    #2
    Kennst du denn schon welche in Hamburg mit denen du Abends nach der Arbeit auch was machst oder fällt es dir eher schwer, dort neue Leute kennnenzulernen?
    Für mich klingt es so, als hättest du Heimweh. Du hast Angst etwas "zu Hause" zu verpassen.
    Ich ziehe im Sommer 800km von meinem Heimatort weg, den ich wirklich noch nie verlassen habe (vom Urlaub abgesehen). Und in der neuen Stadt kenne ich auch wirklich gar keinen. Ich habe mir vorgenommen, mich da an meine zukünftigen Kollegen zu "hängen" und mit denen Abends mal was machen. Ich hoffe dadurch lerne ich dann auch welche kennen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Aber ich denke das sollte alles relativ schnell gehen - auch wenn ich etwas Angst habe.
    Ich habe mir auch vorgenommen, in den ersten 3 Monaten nicht nach Hause zu fahren, um wirklich Abstand zu gewinnen und dort schnell Alltag zu finden (in dem Zeitraum kann ich eigentlich durch meine Arbeitszeiten aber eh nicht Heim fahren).
    Vielleicht hilft dir das ja auch. Erstmal etwas in Hamburg bleiben und nicht immer den Kontakt nach Hause suchen. Ich finde sowas macht das Heimweh noch größer, wenn man zB ständig Heim fährt.

    Dieses Tief, ist das denn erst da seit dem du umgezogen bist? Weil das würde natürlich, was ich oben schon angesprochen habe, daher kommen. Und durch das Problem deiner Mutter wird das alles natürlich noch verstärkt.

    Ach und zu deiner Wohnsituation: Mir hat jemand empfohlen, dass ich mir eine WG suche. Das ist in Hamburg sicherlich keine schlechte Idee, da die Mietpreise sehr hoch sind. Und so hast du direkt auch immer welche um dich herum und natürlich lernt man so wahnsinnig schnell Leute kennen :smile:
     
  • User 12529
    Echt Schaf
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    in einer Beziehung
    4 April 2017
    #3
    WG kann ich auch empfehlen, müssen ja nicht zwangsläufig mehr als du und 1-2 andere Leute sein. Vielleicht hilft auch, wenn du in eine “ländlichere“ (weniger großstädtische) Ecke in HH ziehst und dort erstmal Anschluss suchst. Fitness, Sportvereine, Hobby, ... schau auch mal in Facebookgruppen deiner Region, ob sich wer findet, der zb auch neu ist oder/und Lust hat, was mit neuen Menschen zu unternehmen :smile:

    Den Tipp, nicht oft heim zu fahren, finde ich spontan nicht verkehrt.
     
  • User 135804
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    2.917
    Verliebt
    4 April 2017
    #4
    zieh doch an den stadtrand.ich selbst lebe in einem örtchen,das nur wenige kilometer von der innenstadt der großstadt entfernt ist-und hier ist es sehr ruhig,ländlich (see um die ecke) und dennoch wohne ich in dem sinne sehr zentral,dass ich in nur 10min mit den ÖV in der innenstadt bin.
     
    • Zustimmung Zustimmung x 1
  • User 164948
    Sorgt für Gesprächsstoff
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    1
    Single
    6 April 2017
    #5
    Ich kann total verstehen, dass du Angst davor hast, allein in einer neuen, großen Stadt zu leben. Das ist ganz natürlich, schließlich ist alles um einen herum fremd und ungewohnt. Mir ging es ganz genauso. Man darf sich dadurch nur nicht unterkriegen lassen und sich zurückziehen. Du wirst sehen, dass sich vieles ändern wird, wenn du dich erst einmal richtig dort eingelebt hast :smile: Wie schon gesagt wurde, ist sozialer Anschluss da eine große Hilfe.
    In Vereinen o.ä. kann man leicht Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen.
    Du schreibst, dass du Angst davor hast allein zu sein und von deinen Freunden getrennt zu sein. Was genau macht dir Angst? Es könnte vielleicht helfen, dir ein Hobby suchen, dass du für dich allein hast. Dann ist die Zeit, die man mit sich allein verbringen muss, nicht mehr so beängstigend. Vielleicht hast du auch Bedenken, deine Freunde zu verlieren, wenn ihr euch nicht so oft sehen könnt? Mach dir da keine zu großen Sorgen, gute Freundschaften halten auch das aus. Und eure Freundschaft wird auch nicht darunter leiden, wenn du dir zusätzlich neue Freunde suchst.
    Gegen die depressiven Gedanken und Gefühle, die du hast, solltest du etwas unternehmen. Du musst selbst einschätzen, ob du dabei Hilfe von außen benötigst und dich da selbst rausholen kannst. Was ich dabei unglaublich wichtig und hilfreich finde, ist Sport - am besten draußen (jetzt kommt ja auch die Sonne immer mehr heraus). Vielleicht gibt es irgendwo einen Park, wo du joggen gehen könntest. Oder such dir irgendwas, was du dir vorstellen könntest. Sobald deine allgemeine Stimmung besser ist, hast du auch einen anderen Blick auf deine Situation.
    Das beste, was gegen Heimweh hilft, ist, sich ein neues Heim zu schaffen. Egal wo du hinziehst, mach es dir dort schön. Richte dich so ein, dass du dich dort wohlfühlen kannst. Schaff dir ein neues zu Hause! :smile: Das klingt vielleicht beängstigend, aber es heißt ja nicht, dass du dein altes zu Hause verlierst - du bekommst eines dazu. Ich pendel zur Zeit zwischen drei Städten hin und her. Und ja, es gibt dabei nur eine "Heimat", aber die anderen Orte sind für mich auch "zu Hause". Und das schaffst du auch :smile:
    Wie ist die Situation mit deiner Mutter? Fühlst du dich verantwortlich für sie? Hast du vielleicht ein schlechtes Gewissen, nicht mehr dort zu sein, um dich um sie zu kümmern? Ich könnte das gut verstehen, aber falls das so ist, mach dir klar, dass das nicht deine Aufgabe ist.

    Du stehst vor einer großen Herausforderung im Leben und vielleicht erscheint sie dir auch zu groß. Aber lass dich nicht unterkriegen. Arbeite Stück für Stück an deiner Situation und schaffe eine Umgebung, in der du dich wohlfühlen kannst. Ich bin sicher, du kannst das schaffen. Und dann wirst du sehr stolz auf dich sein :smile:
     

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