• Ikoshida
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    8 Juni 2016
    #1

    Was bringt das Leben noch??

    Hallo zusammen,

    ich hänge gerade durch.
    Mir kommt es vor, dass das Leben in Höchstgeschwindigkeit an mir vorbeizieht.
    An sich brauche ich nicht unglücklich sein. Bin seit 15 Jahren glücklich vergeben, habe Kinder in die Welt gesetzt, abbezahltes Haus, sicherer aber unspektakulärer Job. Daher auch viel Freizeit und mache Leistungssport. Ich bin entsprechend fit, schaue auch nicht scheiße aus. Ich vermute mal, dass da eine Midlife-Crisis mit voller Wucht auf mich zu kommt. Wie sind andere damit umgegangen?

    lg
     
  • User 137391
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    8 Juni 2016
    #2
    ja das ist die midlife-crisis.. hatte mein mann auch.. und ich nochmal deutlich heftiger vor dem 40. geburtstag:ninja:

    dein leben ist NICHT vorbei! :whistle:
    meins ging erst so richtig los mit 40 :grin:
    also entspann dich, geniesse was du hast und frag dich vielleicht mal, was du noch gern erleben würdest.. machen würdest, austesten willst..
    ich arbeite seit einem jahr eine solche liste ab.. und ich fühl mich super :grin:
    ok. vielleicht leb ich nicht so wie es die gesellschaft von mir erwartet (habe auch 2 kinder und bin verheiratet..) aber mittlerweile geb ich nix mehr auf anderer leute meinung und hole einiges nach, was ich 15 jahre hab einschlafen lassen :engel:
    ...und... männer werden eh erst interessant ab mitte 40 :tongue: also freu dich drauf :jaa:
     
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    8 Juni 2016
    #3
    Ich bin gerade auch in der Krise. Guter Job, ausreichend Geld, nettes Hobby...und auf einmal scheint alles sinnlos.

    Ich habe gelernt, mehr auf mich zu achten. Nicht mehr die Dinge zu tun, auf die ich keine Lust habe. Mehr kleine Wagnisse einzugehen. Mehr die Füße hoch zulegen. Mehr Urlaub zu machen. Ehrlicher zu werden. Und eben auch schmerzhafte Schnitte zu machen.

    Und langsam wird es besser.
     
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  • Ikoshida
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    8 Juni 2016
    #4
    Einige Dinge hab ich schon verändert. Ich bin mittlerweile kompromissloser und egoistischer geworden Habe einige Hörstürze hinter mir und im Job die Notbremse gezogen. Ein Nachteil zwar im Einkommen, aber Vorteil in der Freizeit, die ich nun plötzlich habe. Meine "Karriere" hab ich so beerdigt, Geld ist nicht alles, und bringt einem nichts wenn man die Radieschen von unten anschaut.
    Aber eine Liste anlegen - nee. Das passt irgendwie nicht zu mir. Ich wüsste gar nicht was ich da draufschreiben sollte. Vielleicht ist das das Problem.
     
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  • User 137391
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    8 Juni 2016
    #5
    war ja auch nur ein vorschlag, um sich selbst mal zu fragen, was man noch WILL und auch was man NICHT will ;-)

    deine ansätze sind doch auch schon bestens.. :thumbsup:

    du hast ja gefragt was andere so machen. mir hat die liste irgendwie wieder lust auf abenteuer gemacht, auf dinge die ich noch nicht ausgetest habe usw...
    und jeder kleine haken macht mich zufriedener und zum teil auch selbstbewusster.. je nachdem was da jetzt abgehakt wurde....:whistle:

    meine größte angst in der "krise" war, dass ich etwas verpasst habe, irgendwie noch nicht alles aus meinem leben "rausgeholt" habe... und am letzten tag dann zu realisieren, dass ich soviel hätte machen wollen, es aber immer vor mir hergeschoben habe..:ashamed:
    da gibt es ja den bekannten, alten spruch..... "man bereut nicht die dinge die man getan hat, sondern die die man nicht getan hat" :whistle::engel:
     
    Zuletzt bearbeitet: 8 Juni 2016
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    9 Juni 2016
    #6
    Ich bin mir nicht sicher, ob es die Midlife Crisis wirklich gibt. Je nachdem, wie aggressiv man lebt, sind einem natuerlich mehrere Review-Prozesse entlang des Weges gewiss. Vermutlich haben die meisten Maenner in Europa erst so Ende dreissig das erste derartige Erwachen, denn die Qualifizierungsprozesse in Europa sind langwierig, und man kommt erst spaet dazu, gewisse Einsichten zu haben.

    Meine Freunde, die in Deutschland, Oesterreich, und der Schweiz geblieben sind, scheinen alle so um diesen Dreh rum Krisen zu haben. Klar, man hat Abitur mit 19, ist dann bis 21 in der Armee, studiert dann so bis 28 oder 30, macht Juniorjobs und Praktika bis fast mitte dreissig, bekommt dann irgendwann mal eine Festanstellung in den Dreissigern, kauft vielleicht so ab vierzig ein Haus, hat Kinder, heiratet.

    In der englischsprachigen Welt spielt sich das alles stark beschleunigt ab. Abi mt 17, keine Wehrpflicht, Bachelor mit 20 (und der reicht den meisten), sofort permanenter Job, Haus, Kinder. Das, was in den deutschsparachigen Laendern als "Midlife Crisis" diagnostiziert wird, verbucht man im englischsprachigen Teil der Welt oft noch unter "Wachstumsschmerzen der Novizen."

    Was will ich damit sagen?

    Wir nehmen viel auf uns, und es macht viel mit uns, egal, wie alt wir dabei sind. Und fuer viele ist's zuviel. Vielleicht hilft dieser Witz weiter, den mir mein Rabbi mal erzaehlt hat:

    Drei Religionsvertreter diskutieren ueber den Beginn des Lebens. Der Moslem sagt: "Das Leben beginnt mit der Geburt." Der Christ sagt: "Das Leben beginnt mit der Zeugung." Und der Jude sagt: "Tztz; was Ihr da redet; das Leben beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus sind, und der Hund gestorben ist."

    Und was Dir das jetzt hilft: Nun, Du fragtest, was das Leben noch so alles bringt; und ich bin mittlerweile der Meinung, wenn man erstmal all diese Standardsachen hinter sich hat, bringt es Freiheit; und die Frage, "was mach ich jetzt damit?"
     
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    10 Juni 2016
    #7
    Na, nicht übertreiben. Highschool hat man da mit 18 abgeschlossen, Bachelor hat man da eig. mit 22. Deren Bachelor sind aber großteils nicht mit unseren an der Uni zu vergleichen. das bei denen ist eher sowas wie Berufsschule, die allermeisten werden in dem lausigen Fach, was sie studiert haben, eh nicht arbeiten.
    Auch deren Highschool ist nicht mit unserem Abitur zu vergleichen. Es gibt mehrere Highschool Diplomas, je nachdem, auf welcher Stufe man war. Wenn man die einfachen Teste genommen hat, kommt man höchstens auf ein Community COllege, Universität kann man da vergessen.^^ Oder über Umwege halt.
    Außerdem sind bei denen die Studiengebühren exorbitant hoch. Das ist nicht so wie hier, wo man locker einige Semester dranhängen kann.
     
  • Tahini
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    10 Juni 2016
    #8
    Du kannst mir ruhig glauben. Ich bin vom Fach.
     
  • User 36879
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    10 Juni 2016
    #9
    Das kannst du auch mir glauben ich rede ständig mit Leuten aus Amerika. Mit 17 hat man selten den Highschoolabschluss, das ist meistens mit 18 der Fall. Der volle Bachelor dort geht 4 Jahre, nicht 3. Die Studiengebühren sind extrem hoch und es gibt weniger Abbrecher als bei uns.
     
  • Tahini
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    12 Juni 2016
    #10
    Na, dann ist es ja voellig bedeutungslos, dass ich seit 25 Jahren an Universitaeten in Kanada, USA, Grossbritannien, Neuseeland, und China lehre, forsche, und studiere.
    :rolleyes:
     
  • User 36879
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    13 Juni 2016
    #11
    Ich nenne nunmal die Fakten. Die haben 12 Jahre Schule, also sind so gut wie alle 18, die die Highschool verlassen, ein Bachelor dauert dort 4 Jahre, die Kosten sind horrend (student loan).
    Auch in Deutschland dauert das net soo lange. Die Leute hier können es sich halt leisten anzufangen, abzubrechen, was anderes zu machen, sich Zeit zu lassen, etc.
    Du übertreibst nur ein wenig mit den Zeitangaben, sonst ist ja alles richtig :smile:
     
  • User 63857
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    13 Juni 2016
    #12
    @Ikoshida

    Recht eigentlich stellt sich der Mensch hier nur wieder mal selbst ein Bein. Denn von der Natur ist es dem Menschen, wie einem jeden Lebewesen nur angedacht am Leben zu bleiben, für die Arterhaltung zu sorgen und wenn man das nicht mehr kann, dann auf den Heiligenberg seiner Sippe zu steigen und sein Leben aus zu hauchen. Aber der Mensch muss da ja mal wieder aus der Reihe tanzen und meinen, dass da doch noch mehr sein muss und danach muss da doch noch mehr sein und dann muss doch noch was sein. Und immer so weiter.
     
  • celavie
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    13 Juni 2016
    #13
    Off-Topic:
    In England verlassen nicht wenige die Schule schon mit 17 und sind mit 20/21 mit dem Bachelor fertig. Lass' gut sein.


    Lieber TS,

    such dir ein neues Hobby, such' dir mit deiner Frau zusammen ein neues Hobby (das kommt bei Kindern, Arbeit und Haus) oft zu kurz, macht mal was Verrücktes/Neues. Lerne dadurch neue Leute kennen und bekomme neuen Input.

    In der Midlife Crisis sich trennen, eine 20 Jährige anlachen und den ganzen Kinderquatsch mit Mitte 40 nochmal durchmachen haben schon viele vor dir bereut. (Einige sind bestimmt auch noch glücklicher geworden.)
     
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  • Ikoshida
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    13 Juni 2016
    #14
    Nö, trennen will ich mich sicher nicht. Hab die beste Frau der Welt. Sicher hat wohl jeder Perioden in denen man meint, was verpasst zu haben, aber das kann man ja mit dem Partner nachholen.
     
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