• Haselnussi
    Haselnussi (38)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    17
    86
    0
    in einer Beziehung
    11 Juni 2006
    #21
    Das habe ich etwas missverständlich geschrieben. Ich will mich keinesfalls ihretwegen ändern, mit dem Scheitern dieser Beziehung habe ich mich mehr oder minder abgefunden.

    Das Ziel ist keine Nachahmung von irgendwelchen Verhaltensmustern um diese dann als Charakterveränderung verkaufen zu können sondern viel mehr das Finden einer gewissen inneren Ruhe, Zufriedenheit und ein gewisses Maß an Gleichgültigkeit gegenüber bestimmter Ereignisse.

    Ich kann mir selbst nichts vormachen, das ist mir sehr wohl bewusst, falls du das meinst... Das habe ich auch nicht im Sinn
     
  • Sandsturm
    Gast
    0
    11 Juni 2006
    #22
    @Haselnussi:
    Du tust mir leid! Ich erkenne mich von einigen Jahren in dir wieder. Ich habe auch Kampfsport gemacht und geglaubt alles damit kompensieren zu können ich hab das so weit getrieben das ich zu einer wirklich tödlichen Waffe wurde....Full Kontakt Kickboxen, Thaiboxen, Millitärischer Nahkampf.....es musste immer härter sein, immer tödlicher, Training mit Waffen...Messer, Eisenstangen, Schagstöcke...zehn Jahre lang hab ich es gemacht und geglaubt meine inneren Dämonen dadurch bezwingen zu können....ich wollte mir nicht eigestehen das ich es aus fehlendem Selbstbewustsein gemacht habe....trotz meiner Fähigkeiten konnte mir jeder auf der Nase herumspielen....aber dann kam die Wende....mir wurde klar das ich die ganze Zeit gegen den falschen Gegner gekämpft hatte....ich habe mir klar gemacht das die Schüchternheit, die fehlende Selbstsicherheit all dies nur daher kommt das ich mich meinen WAHREN Ängsten nie gestellt habe....die Angst alleine zu sein, die Angst verlassen zu werden, die Angst keine Frau abzubekommen, die Angst vor dem Unbekannten, die Angst anderen Menschen in die Augen zu schauen....ich habe mich ihnen gestellt und sie ALLE überwunden....heute bin ich all das was ich mir einst wünschte zu sein...aber der Weg war hart....ich kann heute JEDEM Menschen in die Augen schauen ob er Staatschef, Verbrecher, Schläger, Supermodel, oder Penner ist.....ich kann heute JEDE und JEDEN ansprechen, egal ob Traumfrau oder Gewitterhexe, egal ob Schwuchtel oder Supercooly....

    Mein Tip an dich, stelle dich deinen inneren Ängsten dann verlieren sie ihre Macht über dich....
    Früher habe ich auch über alles ewig nachgedacht, heute mache ich es einfach und brauche nicht mehr zu denken.....

    Ich kann dir das schreiben aber machen musst DU es letztendlich selbst je schneller du damit anfängst desto schneller verlierst du deine Angst vor dir selbst.....
     
  • SeeIBe
    SeeIBe (30)
    Verbringt hier viel Zeit
    206
    101
    0
    nicht angegeben
    11 Juni 2006
    #23
    Da kann ich zustimmen, wenn uns das passiert, was wir nicht wollen, dass es uns passiert, werden wir stärker. Mein inneres Selbstbewusstsein ist auch enorm daran gewachsen, dass ich mehrere Monate im tiefsten Liebeskummer versank.
     
  • waschbär2
    Beiträge füllen Bücher
    6.428
    218
    275
    vergeben und glücklich
    11 Juni 2006
    #24
    Ich glaube, das was du suchst, ist keine "Gleichgültigkeit" gegenüber bestimmten Ereignissen, sondern eine gewisse Souveränität.
    Die bekommst du aber - meiner Meinung nach - nicht, wenn du an den Syptomen arbeitest, sondern wenn du es irgendwann einmal schaffst, zu deiner eigenen Persönlichkeit zu stehen.

    Das klingt jetzt wahrscheinlich nach "Kinderpsychologe Dr. Prügelpeitsch":ratlos: , aber aus meiner persönlichen Erfahrung heraus geht es nicht anders.

    Es ist schwer, verdammt schwer ... aber es ist möglich.
     
  • User 48403
    User 48403 (50)
    SenfdazuGeber
    9.437
    248
    657
    nicht angegeben
    12 Juni 2006
    #25
    Dem kann ich nur zustimmen. Als ehemaliges "Weichei" musste ich denselben Weg einschlagen, um mit meinen Ängsten fertigzuwerden. Zwar hatte ich keinen Kampfsport gemacht, aber dafür eine Menge andere Dinge, die mir dazu verhalfen, dass Die Menschen wenigstens einen Minimum an Respekt vor mir hatten, statt mit Füssen auf mich herumzutrampeln.
    In der heutigen Gesellschaft ist es so: man setzt sich durch oder man geht unter. Das hatte ich auch irgendwann begriffen.
    Auch heute bin ich immer noch in einigen Dingen sehr sensibel, wo andere Männer mich als Weichei beschimpfen würden, aber ich kann es nach aussen hin sehr gut verbergen. Oft werde ich für einen gefühllosen Grobian gehalten, aber im Grunde bin ich innerlich genau das Gegenteil. Und der Prozess, mich den Ängsten zu stellen, dauert immer noch an.
    Ich bin trotzdem immer noch der geblieben, der ich immer gewesen bin - ich habe lediglich gelernt, mich der Gesellschaft anzupassen und mit den Ängsten umzugehen. Man ändert sich in gewissem Masse, aber der Grundcharakter bleibt immer bestehen (oder sollte zumindest)
    Achso, der Begriff "Weichei" kam öfters aus dem Munde meiner Exfreundinnen.
    @Haselnussi - Von daher kannst Du mal schon ausgehen, dass Deine Freundin nicht das geringste Mitgefühl und Verständnis für Dich hat. Und eine solche kannst Du getrost in die Tonne kloppen. Ist vielleicht besser für Dich, wenn die Beziehung bald am Ende ist.
     
  • Sandsturm
    Gast
    0
    12 Juni 2006
    #26
    Das ist dein Problem, du tust so als ob du Selbstsicher bist aber letztendlich bist du es (noch) nicht....ich habe es gelernt zu sein....und glaub mir ICH muss es nicht spielen....man darf nicht lernen mit seinen Ängsten umzugehen man muss lernen sie aus seinem Kopf rauszuschmeißen und duch gute Erfahrungen zu ersetzen...

    Das nützt ihm doch nichts, wenn er nicht schafft seine Probleme in den Griff zu bekommen wird er niemals eine glückliche Beziehung führen können....KEINE Frau mag Weicheier.....Frauen die auf Frauen stehen holen sich ne Frau und keinen weiblichen Mann so einfach ist das
     
  • User 48403
    User 48403 (50)
    SenfdazuGeber
    9.437
    248
    657
    nicht angegeben
    12 Juni 2006
    #27
    Wo wir von Weichei reden - was definiert eigentlich wirklich ein Weichei und was definiert einen weiblichen Mann? Liegt das nicht auch im Auge des Betrachters? Oder ist die Behauptung sensibler Mann -> Weichein nur ein aufgeseztes Klischee?
    Dass Frauen einen Mann haben wollen, der die Hosen anhat, ist klar, aber ein gewisses Mass an Gefühlen sollte der Mann auch haben. Die optimale Mischung wäre also zw. Macho und Weichei....
     
  • Sandsturm
    Gast
    0
    12 Juni 2006
    #28
    Ein Mann kann ruhig Gefühle zeigen...aber er darf sich von ihnen nicht Beherschen lassen...das ist der Unterschied zwischen einem Mann und einem Weichei....wenn Angst hast und zulässt das die Angst deine Entscheidung beeinflusst dann bist du ein Weichei...wenn du der Angst ins Auge siehst und sie meisterst dann bist du ein Mann..so einfach ist das! Übrigens Furcht ist nicht gleich Angst....nicht vergessen.
     
  • Gravity
    Verbringt hier viel Zeit
    642
    101
    0
    nicht angegeben
    12 Juni 2006
    #29
    Das Problem ist zwischen deinen Ohren. Soweit hast Du das auch schon entdeckt. Der nächste Schritt ist jetzt zu überlegen, wie Du das da weg bekommst. Ganz egal was das Problem ist, ganz egal ob es seit deiner Kindheit besteht: Es ist lösbar.

    Dein Problem ist, dass Du gelernt hast zu sensibel auf verschiedene Situationen zu reagieren. Um es technisch auszudrücken: Dein Gehirn ist hauptsächlich so verschaltet, dass Du sensibel reagierst. Alle dazu nötigen Nerven sind gut trainiert und arbeiten fast von selbst. Aber sie arbeiten vor allem schneller als deine alternativ Lösungen. Dein Gehirn ist optimiert auf sensibles Reagieren.
    ABER das muss nicht so bleiben. Dein Gehirn kann sich jederzeit und bis zu deinem Tode umstellen. Es nimmt nicht einen Zustand an und bleibt dann unveränderlich. Es kann sich umbauen, anders verschalten und sich auf andere Dinge optimieren. Dazu braucht es aber den entsprechenden Reiz. Stell Dir das wie mit deinen Muskeln vor: Die brauchen auch Training um sich auf andere Dinge einzustellen.

    Und da kommt die Schwierigkeit: Um diesen Reiz zu liefern, musst Du Dich anders verhalten. Du musst so tun, als wenn Du Dich bereits so verhältst, wie Du das gerne hättest - und nicht etwa so, wie Du es jetzt gerade tust.
    Natürlich wirst Du Dir total falsch vorkommen, wie ein schlechter Schauspieler und Du wirst dabei total unsicher sein. Das ist genau das Zeichen, dass Du etwas anders tust. In diesem Moment der Unsicherheit werden in deinem Gehirn andere Bahnen benutzt, und weil es nicht die üblichen optimierten Bahnen sind, meldet Dir dein Gehirn entsprechend zurück: "Das mach ich sonst nie so. Darauf bin ich nicht trainiert. Ich hab da ein ganz anderes Programm für."
    Aber da darfst Du nicht locker lassen. Du musst weiter dein gewünschtes Verhalten trainieren. Erst wenn Du das immer wieder machst, wird sich etwas in deinem Kopf in Bewegung setzen. Die alten Bahnen werden nach und nach abgebaut und neue dafür aufgebaut. Dein Gehirn optimiert sich auf dein gewünschtes Verhalten.
    Und irgendwann läuft das dann von ganz allein. Du verhälst Dich dann automatisch so, wie Du es trainiert hast. Und dann kannst Du Dir gar nicht mehr vorstellen, dass es mal anders war. Die Gefühle von Falschheit und Schauspielerei, die Unsicherheit, sie sind alle Verschwunden.
    Sicher braucht das Zeit und Geduld. Aber deine Muskeln kamen bestimmt auch nicht von einmal trainieren, oder?
     
  • Tom_7
    Gast
    0
    12 Juni 2006
    #30
    Hallo!

    Na und? Dann bist du halt ein „Weichei“. Das ist doch nichts schlimmes! Denn eigentlich ist das Wort doch nur eine abwertende Bezeichnung für Menschen mit Verstand und Gefühlen, gemacht von Leuten, die eben wenig nachdenken können und schon gar nichts fühlen können.
    Also eigentlich steckt doch schon von sich aus in dem Wort eine riesige Portion Neid. Denn die Leute, die es benutzen, geben doch eigentlich damit zu, dass sie selber gern so wären!

    Ausserdem finde ich es heftig, dass deine Freundin dir so in den Rücken fällt bei einer so nachvollziehbaren Sache, wo sie dich eigentlich unterstützen sollte. Aber zu so viel Größe ist sie wohl nicht Weichei genug.
    Also sei stolz darauf so wie du bist, denn du musst dich dafür vor niemandem Rechtfertigen. Schon gar nicht vor jemanden, der dich beschimpft.

    @ Glen: Wollte nur sagen, dass dein Beitrag mir aus der Seele spricht! Manchmal wünschte ich, ich wäre auch so einer von diesen Leuten. Denn ich habe schon so oft gesehen, dass die intelligentesten und hammermäßigsten Frauen mit solchen Chaoten zusammen sind!!!
     
  • Sandsturm
    Gast
    0
    12 Juni 2006
    #31
    Wenn er das könnte wäre er kein Weichei...da liegt doch der Hund begraben....
     
  • Tom_7
    Gast
    0
    12 Juni 2006
    #32
    Warum? Ein Weichei muss doch nicht zwangsläufig auch Minderwertigkeitskomplexe haben, oder?!?!
     
  • Sandsturm
    Gast
    0
    12 Juni 2006
    #33
    Ist aber meistens so....
     
  • Haselnussi
    Haselnussi (38)
    Verbringt hier viel Zeit Themenstarter
    17
    86
    0
    in einer Beziehung
    13 Juni 2006
    #34
    So, jetzt melde ich mich auch wieder einmal zu Wort...

    Zunächst einmal herzlichen Dank für die zahlreichen, sehr guten Antworten!! Sie liefern mir wieder neue Ideen und geben mir zugleich Mut!

    Ich habe mich gestern wieder mit meiner Freundin getroffen in der Absicht Schluss zu machen. Wir haben sehr lange und ausführlich gesprochen und ich gab erneut meine Bedenken zum Besten, sprach aber zum ersten Mal vom Schluss machen.. Erstaunlicherweise hat sie nicht damit gerechnet obwohl das letzte Monat alles andere als rund lief um es milde auszudrücken und ich dachte es wäre für beide besser es hätte ein Ende.
    Sie ist offensichtlich anderer Meinung und rechnet sehr wohl mit einer Chance für uns Beide..
    kurzes Fazit: wir werden es weiter miteinander versuchen...

    Ich will von ihr gar nicht mit Samthandschuhen angefasst werden! Ich erwarte mir von meiner Freundin nur ein Mindestmaß an Verständnis und will, dass sie mir zuhört ohne ihr offensichtliches Desinteresse zu zeigen. Wenn sie sich nicht in meine Lage versetzen kann, versetzen will, dann bekundet das Desinteresse an meinen Problemen die nun einmal ein Teil von mir sind und somit schlussfolgere ich eine gewisse Gleichgültigkeit mir gegenüber.
    Sinngemäß habe ich ihr das so gesagt und sie meinte so hätte sie das noch gar nicht gesehen, sie will mir wieder "aktiver" zuhören.

    @Sandsturm:
    Meine Ängste überwinden... Meine größte Angst ist es meine "Vertrauten", meine Liebsten zu verlieren, kann wohl mit der Todesfolge in meiner Familie und engeren Verwandtschaft in meiner Kindheit begründet werden.
    Wie bekämpfe ich diese Verlustangst?

    @Gravity:
    Nunja, mein Verhalten auf solche Dinge wirkt nach aussen wohl auch so wie ich es gerne hätte, ich lasse mir vor anderen nichts anmerken doch mein Problem ist es wie es innerlich aussieht...

    @all:
    Für mich stellt es kein Problem dar nach aussen souverän zu wirken, kann durchaus gut diskutieren, argumentieren und sogar Streitgespräche führen ohne zu emotional zu werden...
    Ich lasse mich auch nicht von Leuten beschimpfen und ziehe mich dann in mein Kämmerchen zurück so wie es hier manche von mir glauben, ich kann mich (mittlerweile) sehr gut verteidigen.
    Mein Auftreten in der Öffentlichkeit ist ein ganz anderes als man es vermuten würde, an meinem Selbstvertrauen habe ich schon gefeilt, auch wenn manche meinen mein Foto sähe anders aus :grin:

    Mein Problem: ich kann mein Auftreten, mein Verhalten, all das kontrollieren, nicht aber meine Gedanken lenken bzw. abstellen.
    Hat man dann Zeit zum Nachdenken überrollen einen oft die Dinge und dann muss eben die Freundin herhalten :geknickt:

    Man versucht sich auf die Arbeit zu konzentrieren und bemerkt, man hat die letzte Stunde ein Loch in die Decke gestarrt und über Dinge nachgedacht die absolut nicht hierher gehören, von den Nächten ganz zu schweigen...
     
  • Gravity
    Verbringt hier viel Zeit
    642
    101
    0
    nicht angegeben
    13 Juni 2006
    #35
    Es geht auch nicht um das Außen und die Anderen; es geht nur um Dich, mach es für Dich selbst und nicht für die Anderen. Es geht auch nicht darum, nach Außen eine Fassade aufzubauen, sondern das gewünschte Verhalten zu leben. Das heißt, dass Du selbst so tun musst, als würdest Du bereits mit deinem gewünschten Verhalten auf die Situationen reagieren. Du selbst sollst die Rolle spielen bis Du Dich umgewöhnt hast.

    Das Problem liegt in deinem Denken. Es ist zwar richtig, nach zu denken, aber man muss auch das Richtige denken. Der Unterschied zwischen Sensibel und Abgehärtet liegt in der Art des Denkens. Was denkst Du in solchen Situationen, wo Du Löcher in die Decke starrst? Was für Gedanken überrollen Dich?
    Und dann die Frage, was würdest Du denken, wenn Du abgehärtet darauf reagieren würdest? Wie würdest Du denken, wenn es Dir nichts oder nur sehr wenig ausmachen würde?
     

  • jetzt kostenlos registrieren und hier antworten