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  • HaSy
    HaSy (29)
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    28 September 2009
    #1

    Wieviel darf man verdienen, wenn die Mutter HARTZ IV bekommt?

    Ich habe meiner Freundin versprochen, mich fuer sie schlau zu machen, daher hoffe ich, ihr koennt mir helfen. Sie wuerde gerne in einem serioesen Call-Center anfangen zu arbeiten und ihre Mutter ist Hartz-IV empfaengerin. Der Vater zahlt Unterhalt und die Mutter bekommt halt das Kindergeld. Ihre Mutter meinte zu ihr, Sie duerfte nicht zuviel verdienen (Bsp. nicht mehr als 1OO€/Monat), da es der Mutter sonst abgezogen wird.

    Wuerde mich sehr freuen, wenn ihr mir bzw. meiner Freundin hier schreiben koenntet, wie es genau ist.

    Danke im Voraus!

    LG
     
  • krava
    krava (37)
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    28 September 2009
    #2
    Sie leben beide im gleichen Haushalt?

    Dann muss ihre Mutter in der Tat jedes Einkommen der Tochter auch der ARGE melden. Wieviel sie da genau frei hat, das weiß ich nicht, aber ich denke nicht, dass die Tochter der Mutter gegenüber unterhaltspflichtig ist.

    Wenn die Mutter Unterhalt und Kindergeld bekommt, dann kriegt sie wohl sowieso nicht den vollen Hartz IV Satz. Am besten macht sich die Mutter mal direkt bei der ARGE schlau.
     
  • Beastie
    Beastialische Beiträge
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    28 September 2009
    #3
    also.. ich geh davon aus, dass sie im gleichen haushalt leben

    100 euro sind immer anrechnungsfrei, da der grundfreibetrag für arbeitende bei 100 euro liegt.
    von allem, was über 100 euro liegt, sind weitere 20% selbstbehalt, also bei 400 euro verdienst, werden 160 euro nicht angerechnet.
    angegeben werden muss jedes gehalt, auch wenns unter 100 euro is

    einkommen wird IMMER durch die bedarfsgemeinschaft geteilt.
    das kindergeld bekommt zwar die mutter, wird aber, genau wie der unterhalt, auf den bedarf der tochter angerechnet.

    wenn die tochter dadurch nicht mehr bedürftig is, wird nur das kindergeld als übersteigendes einkommen bei der mutter angerechnet. kinder sind ihren eltern in der sozialhilfe nicht unterhaltspflichtig.

    im grunde nach, könnte die tochter also so viel verdienen, wie sie will, mehr als das kindergeld wird nicht angerechnet.

    ABER: alleine die einstellung: verdien nich so viel, sonst wirds mir abgezogen find ich zum kotzen!!!
     
  • HaSy
    HaSy (29)
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    in einer Beziehung
    28 September 2009
    #4

    Diese Einstellung find ich ebenfalls zum Kotzen und meine Freundin tut mir echt leid. Die Mutter ist einfach naja. Ich sag mal nichts.

    Also nochmal fuer Dumme.. :tongue:

    Wenn Sie 100€ verdient, passiert nix, was passiert wenn sie 150€ verdient? Wieviel wird der Mutter genau abgezogen?
    Habe das irgendwie noch nicht so ganz verstanden..
     
  • Schmusekatze05
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    28 September 2009
    #5
    Ich finde, dass Beastie vollkommen Recht hat! Dieses "wieviel darf ich verdienen, damit ich dem Staat weiterhin auf der Tasche liegen kann" ist zum kotzen. Man "darf" so viel verdienen, dass man sich selber seinen Lebensunterhalt verdienen kann und nicht mehr der Allgemeinheit zur Last fällt.

    Wenn deine Freundin selber Einkommen hat, dann wird das Kindergeld (so das Einkommen den Bedarf deiner Freundin übersteigt) ihrer Mutter angerechnet (wie Beastie das ja auch verständlich erklärt hat). Das Geld hat die Mutter ja schließlich auch zur Verfügung.
     
  • Beastie
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    28 September 2009
    #6
    150 euro =

    100 euro + 20% von 50 euro = 110 euro bleiben anrechnungsfrei
     
  • stella2002
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    30 September 2009
    #7
    Ich habe damals 100Euro verdient das würde zwar mit angerechnet, aber ich war noch unter dem Betrag das meinen Eltern nichts abgezogen wurde.

    Zu Beginn meiner Ausbildung bin ich sofort ausgezogen, die wollten mir mein komplettes Gehalt anrechnen d.h ich hätte von meinen 600 Euro Netto nur 160Euro behalten dürfen.. Ich habe nicht eingesehen für meine Eltern zu arbeiten.!
     
  • User 20579
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    1 Oktober 2009
    #8
    Naja aber gut, letztendlich ist es doch trotzdem so? Wer geht schon gerne arbeiten, wenn es ihm hinterher wieder abgezogen wird? Genau das ist doch der Streitpunkt - dass man hinterher zwar nicht mehr Geld hat, als vorher, aber dafür dann noch dauernd arbeiten geht. So wird Kindern, die motiviert sind, sich einen Nebenjob zu suchen, gleich der gute Gedanke im Keim erstickt - es "lohnt" sich ja nicht und letztendlich lebt eine Familie doch eh aus einer Tasche - d.h., dass das Kind dann den Unterhalt der Mutter mittragen kann, weil es der Mutter ja angerechnet wird.

    Ich kann das schon gut verstehen, dass man sich da erkundigt. Man macht den Nebenjob ja irgendwo auch, um sich was leisten zu können, nicht um das Hartz IV der Eltern zu finanzieren.
     
  • Schmusekatze05
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    1 Oktober 2009
    #9
    Nein, das sehe ich anders. Man macht den Job nicht, um sich was leisten zu können, sondern in erster Linie um nicht dem Sozialstaat und damit jedem arbeitenden Menschen auf der Tasche zu liegen. Wenn man so viel verdient, dass man unabhängig vom Staat leben kann, dann kann man mal langsam darüber nachdenken, wie man mehr verdienen kann, um sich auch Luxus leisten zu können.
     
  • ülpentülp
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    1 Oktober 2009
    #10
    Off-Topic:
    dann muss Arbeit aber auch entsprechend entlohnt werden.
     
  • Schmusekatze05
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    #11
    Damit hast du schon Recht.

    Aber dennoch würde ich niemals fragen: Wie viel darf ich dazu verdienen, damit mir nichts angerechnet wird? Für mich wäre jeder Euro, den ich mir selber finanziere und mit dem ich die Gemeinschaft nicht belaste ein Euro über den ich mich freuen würde und den ich mit Kußhand selber verdienen würde. Das hat in meinen Augen auch was mit Stolz und Selbstachtung zu tun.
     
  • User 75021
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    #12
    :anbeten:

    Na endlich.
    Mich kotzt diese Einstellung auch schon lange an und ich könnte stundenlang darüber diskutieren.
    Aber lassen wir das, ich seh es halt genauso! :zwinker:
     
  • Sonata Arctica
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    1 Oktober 2009
    #13
    meine mutter kam auch neulich an und fragte mich, ob ich wüsste wieviel sie verdienen darf bevor sie irgendwie mehr einkommenssteuer oder so bezahlen muss. ich dachte echt ich hör nicht richtig >.<. bin so froh, dass ich nicht mehr bei ihr wohne, das war zu hartz iv zeiten auch immer schon ein riesen streitpunkt. jahrelang "sahnt" sie ab, will aber nich mal selber was abdrücken :/ echt unverschämt.
     
  • Schweinebacke
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    1 Oktober 2009
    #14
    Ich würde ja sagen, das Hauptproblem liegt eher in der bescheuerten Konstrunktion der Berechnung von H4.

    Ganz ehrlich, ich würde nicht arbeiten gehen, um nachher genausoviel auf dem Konto zu haben wie ohne Arbeit, letztlich ist das doch total frustrierend und würde mir jeglicher Motivation zu arbeiten nehmen, wenn es im Prinzip eh egal ist. Wenn die Gesellschaft/Politik so bescheuerte Gesetze konstruiert, muss sie sich nicht wundern, dass das ausgenutzt wird.
     
  • Koyote
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    2 Oktober 2009
    #15
    Ich denke man muss die Sache etwas differenzierter betrachten...

    Natürlich ist es falsch nur deswegen weniger zu arbeiten, weil mehr eh dazu führt das einem an anderer Stelle wieder etwas abgezogen wird.
    Allerdings halte ich diese Frage für völlig legitim und berechtigt wenn es darum geht ob eine Schülerin, Auszubildende oder Studentin diese Frage stellt.
    Denn dann ist es wirklich sinnvoller wenn die Schülerin, Auszubildende bzw. Studentin eben nur soviel arbeitet wie es nicht angerechnet wird und stattdessen lieber dafür sogt dass sie Schule, Ausbildung bzw. Studium schnell und gut abschließt statt durch zuviel Nebenjobs dieses zu verzögern.
    Das kommt den Staat im Endeffekt nämlich billiger.

    Gruß
     
  • User 20579
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    2 Oktober 2009
    #16
    Ich habe nichts anderes behauptet. Es geht ja nur nicht darum, ob jemand arbeitet, der sonst Hartz IV bekäme, sondern ob man Kindern das Geld wegnimmt, weil die Eltern Hartz IV beziehen. Für mich sind das zwei paar Schuhe.
     
  • Schmusekatze05
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    2 Oktober 2009
    #17

    Man nimmt den Kindern aber nichts weg, da bei einem gewissen Verdienst lediglich das Kindergeld nicht mehr als Einkommen der Tochter, sondern als Einkommen der Mutter angerechnet wird. Alles, was die Tochter verdient darf sie auch behalten, da sie ihrer Mutter nicht unterhaltspflichtig ist.
     
  • User 20579
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    2 Oktober 2009
    #18
    Ich verstehe schon die Grundaussage, dass man natürlich ab da nicht mehr bedürftig ist, wo man soviel verdient, dass man nichts mehr braucht.

    Aber es geht ja nun immerhin um jemanden, der sich was dazu verdienen möchte über einen Nebenjob - nicht darum, dass man einen Vollzeitjob nicht annimmt, weil es sich nicht lohnt. Das ist nochmal eine andere Geschichte.

    Ich finde es einfach ungünstig, die Kinder dafür zu "strafen", dass die Eltern Hartz IV empfangen und jegliche Arbeitsmoral im Keim zu ersticken. Klar, es wäre auch ungerecht, wenn eine Familie den vollen Satz bekommt, obwohl alle Kinder jobben. Aber 100 € Selbstbehalt und dann nur noch 20 % fördert auch nicht unbedingt die Jugendlichen darin, arbeiten zu gehen - vielmehr fördert man dadurch, dass die Leute zu Hause bleiben, weil es sich "nicht lohnt" - alleine schon, wenn man z.B. Wegkosten hat und Benzin verfahren muss.

    Ich bin mit Sicherheit ein Mensch, der dem Staat nicht auf der Tasche liegen möchte, aber eine Gesetzgebung, die Motivation zur Arbeit im Keim erstickt, ist auch nicht besser. So werden Kinder und Jugendliche genau in das Verhalten reinerzogen, wo man sie eigentlich nicht haben möchte - nämlich zu Hause bei der Mutter, die vielleicht - nach der TE zumindest - nicht unbedingt ein Vorbild ist. Und das finde ich schade.
     
  • Schmusekatze05
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    2 Oktober 2009
    #19
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht "auf dem Schlauch" stehe bzw. wir aneinander vorbei reden...
    Ich verstehe in diesem Fall nicht wirklich wo die Strafe liegt, da die Tochter nicht mit einem einzigen Cent den sie verdient die Mutter unterstützen muss. Natürlich hat sie das Geld nicht "extra" zu Hartz IV (bis auf den Selbstbehalt). Das ist mir schon klar. Aber sie muss doch nur ihren eigenen Lebensunterhalt damit bestreiten.
    Irgendwie wird hier ja immer darauf abgestellt, dass die Tochter die Mutter unterstützen muss und das nicht als gerecht empfunden wird. Nur, sie muss es doch gar nicht... *grübel*
     
  • Subway
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    2 Oktober 2009
    #20
    Klärt mich mal jemand auf.

    Mutter und Tochter werden hier als eine Einheit gesehen, richtig?
    Die Mutter ist Arbeitslos und bekommt Hartz IV + Kindergeld.
    Die Tochter ist zur Zeit Schülerin/Studentin ohne Einkommen (steht nirgends, ist jetzt eine Annahme von mir).
    Würde die Tochter jetzt mehr als 100€ verdienen, dann würden 80% von dem extra verdienten von Hartz IV abgezogen werden und es würden 20% übrig bleiben, richtig? Bei 200€ würden also 120€ übrig bleiben und es würden 80€ vom Hartz IV abgezogen!?

    Demnach würde die Mutter weniger Geld auf ihr Konto bekommen und die Tochter mehr auf ihres. Damit die Mutter gleich viel Geld wie vorher hat, müsste die Tochter also der Mutter wieder Geld geben.

    Ist mein Rechenbeispiel richtig? Wenn nicht, dann wäre ich dankbar, falls mir mal jemand ein richtiges Beispiel vorrechnen könnte. :smile:
     

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