• PeterIS
    PeterIS (24)
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    Single
    20 Februar 2019
    #1

    Gefühlschaos 24 Jahre alt, noch nie eine Freundin gehabt. Asexuell?

    Hallo,

    Ich bringe eine lange und komplizierte Geschichte mit mir und versuche deshalb nur das Wichtigste zu erzählen:

    Ich bin jetzt 24 Jahre alt, männlich und studiere aktuell an einer Universität in Deutschland.

    Zu meiner Vorgeschichte: Ich war eigentlich glücklich als Kind und würde sagen, dass ich eine allgemein schöne Kindheit hatte, dennoch war diese vorallem durch verbale Gewalt von meiner aggressiven Mutter aus, geprägt.

    Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber kurzfassend kann man sagen, dass mein Kopf wohl damals durch die Ungerechitigkeit, die mir meiner Schwester und meinem Vater zugefügt worden sind, dachte dass alle Frauen nur Schmerz und Leid bringen.

    In der Schulzeit habe ich deshalb immer versucht, Mädchen auf Abstand zu halten. Ich hatte meine erste große Liebe die nicht erwidert wurde, aber danach konnte und wollte ich mit Mädchen nichts anfangen. Zwei Mädchen hatten mir ihre Gefühle mit 16-18 Jahren ans Herz gelegt und ich hatte auch Gefühle für Sie (nacheinander, nicht gleichzeitig), aber hatte wohl zuviele negative Gedanken/Angst und habe beide ablitzen lassen.

    Mit 18 war ich mit der Schule fertig und es folgte eine depressive Zeit für mich. Zum Glück habe ich mit 20/21 größenteils alleine aus diesem Tief rausgefunden. Habe wieder angefangen mehr raus zu gehen, abzunehmen, mit wohlzufühlen.

    Nun mit 23/24 ist mein Selbstbewusstsein gegenüber meinem Leben/meines Körpers etc. so groß wie noch nie zuvor in meinem Leben. Im Studium läuft es, ich mache weiterhin viel Sport und gehe gerne mit Freunden aus.

    Dennoch macht es mich oft psychisch fertig, wenn ich darüber nachdenke, dass ich noch nie in einer Beziehung war. Keine Erfahrungen habe, nicht weiß wie ich Frauen ansprechen soll, Sie kennenlernen kann, weil ich bis 20 nichts in der Richtung versucht habe.

    Ich hatte nie eine Freundin und habe im Moment auch keine weiblichen Freunde, einfach weil ich im alltäglichen Leben keine Möglichkeit habe, auf diese zu stoßen oder welche kennenzulernen.

    Das Schlimmste ist jedoch, weshalb ich eigentlich diesen Post mache ist, dass ich seit einigen Wochen mit dem Gedanken spiele, dass ich vielleicht asexuell geworden bin?!
    Denn mir fehlt JEGLICHE Lust auf fremde Frauen zuzugehen. Wenn ich beim Sport oder unterwegs doch mit einer ins Gespräch komme, versuche ich das Gespräch so sachlich wie möglich zu führen und auf ein Lächeln o.ä. kommt von meiner Seite eig nichts.

    Ich fühle keinen TRIEB, keine Anziehung zu Frauen (und zu Männern auch nicht). Weder emotional, was aber auch schwierig ist, wenn man niemanden kennenlernt, aber auch sexuell. Mir ist aufgefallen, dass ich z.b beim Pornokonsum garkeinen "Spaß" mehr verspüre. SB wirkt entspannend, aber nichts weiter. Bilder von nackten Frauen o.ä. sind nicht mehr "attraktiv" für mich, nicht erregend.


    Was meint ihr zu der ganzen Sache?
     
  • BrooklynBridge
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    20 Februar 2019
    #2
    Ich kenne mich da nicht so genau aus, aber soweit ich weiß, wird man nicht mal eben asexuell.

    Was ich mir aber gut vorstellen kann ist, dass - wenn in deinem Kopf so verinnerlicht ist, von Frauen Abstand zu halten - dadurch dennoch jede Anziehung flöten gegangen ist. Oft verkriecht sich die Lust ja auch für einen ausgedehnten Winterschlaf, wenn sie so null angesprochen wird.

    So oder so willst du bestimmt nicht für den Rest deines Lebens dich von Frauen fernhalten. Wäre ja auch sehr unpraktisch, immerhin machen wir ungefähr die Hälfte der Menschheit aus :zwinker:.

    Ich würde daher gucken, dass du einfach mal wieder etwas in Kontakt mit fremden Frauen kommst. Du musst es nicht forcieren (das würde wahrscheinlich eher nach hinten losgehen), und auch nicht mit der Vorgabe sein, jemanden für Beziehung oder Sex kennenzulernen. Sondern einfach nur dein Verhältnis zu Frauen wieder etwas normalisieren. Und vielleicht geht es dann eh von selbst wieder in eine andere Richtung, sobald du merkst dass ja doch nicht alle Frauen blöd sind.

    Wenn du aber das Gefühl hast dass es dich extrem belastet oder du alleine nicht damit klarkommst, würde ich dir eine Therapie empfehlen. Verbale Gewalt in der Kindheit ist kein Kavaliersdelikt, und kann einen Menschen gründlich durcheinander werfen.
     
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    20 Februar 2019
    #3
    Hm... irgendwie habe ich den Eindruck, dass du Frauen für eine ganz seltsame Spezies hältst, mit der man(n) nur Kontakt hat, wenn es um sexuelle und/oder amouröse Dinge geht.
    Dass sie Menschen, wie du und ich sind, mit denen man auch einfach nur eine Freundschaft oder Bekanntschaft pflegen kann, mit denen man einem Hobby nachgehen kann, o.Ä., scheint dir wohl nicht wirklich in den Sinn zu kommen.

    Vielleicht wäre es ja erstmal sinnvoll, dein Leben dahingehend zu verändern, dass du einfach so - ganz ohne sexuellen Hintergrund - mehr Kontakt mit Frauen bekommst. - Sei es z.B. durch ein Hobby, das Männer und Frauen gemeinsam ausüben.
     
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  • PeterIS
    PeterIS (24)
    Ist noch neu hier Themenstarter
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    21 Februar 2019
    #4
    Soweit das alles stimmt was ich im Internet gelesen habe, ist das schon möglich, deshalb eben meine Vermutung. Es gab ja genug Fälle wo heterosexuelle Menschen nach 30+ Jahren aufeinmal homosexuell werden, da macht das mit dem asexuellen auch nur Sinn für mich.

    Das ist jetzt nicht wirklich ein Argument für mich. Ist ja nicht so, dass im Zug, in Supermarkt und co. keine Frauen rumlaufen. Solange Sie mich in Ruhe lassen, habe ich halt nichts mit ihnen zu tun und wenn mich jemand belästigt weiß ich ja gut genug wie ich mich verteidige.


    Das ist VIEL einfacher gesagt als getan. Ich stelle mir diese Frage sehr oft selbst wenn ich alleine bin, aber WIE stelle ich das an? Das ist ja nicht so, dass ich schon einen festen Arbeitsplatz habe und somit zwangsweise andere Frauen kennenlerne. Ich habe in meinem Alltag eig nichts mit Frauen zu tun. Soll ich einfach auf wildfremde Frauen zu gehen in der Bahn,im Restaurant,im Supermarkt auf dem Heimweg? Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist.

    Das mit dem Hobby ist zwar nett gemeint, aber in der Praxis sieht das auch anders aus. Egal ob beim Kickboxen oder beim Volleyball. Beide Kurse haben einen etwa 50% großen Frauenanteil, aber da entwickelt sich nichts. Niemand ist da um Freundschaften zu schließen. Man geht hin, hat schöne 2-3 Stunden, verabschiedet sich und sieht sich in 4-7 Tagen das nächste Mal...


    Hast du meinen Post überhaupt bis zur Hälfte gelesen oder hast du nur garkeine Ahnung von Psychologie? Wenn man als Kind oder Jugendlicher negative Erfahrungen mit einer "Gruppe" von Menschen gesammelt hat, dann ist das ein sehr häufig auftretendes Verhalten bei Menschen. Das sie auf "defensiv" schalten, nicht mit ihnen zutun haben möchten. Deshalb trägt dieser Beitrag von dir nichts zu meinem Problem bei, außer das du nochmal zusammenfasst was sich bei mir abspielt und welche Symptome sichtbar sind.
     
  • User 44981
    User 44981 (31)
    Planet-Liebe Berühmtheit
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    21 Februar 2019
    #5
    Es gibt doch auch noch andere Formen von zwischenmenschlichem Kontakt außer Liebe und Sex auf der einen Seite und Belästigung auf der anderen Seite. - Und all das, was sich irgendwo dazwischen abspielt, kann nicht nur mit Leuten funktionieren, die das gleiche Geschlecht haben, sondern auch mit Personen des jeweils anderen Geschlechts.

    Nur weil das in dien Kickbox- und Volleyballkursen, die du bisher besucht hast, so ist, heißt das noch lange nicht, dass das überall der Fall sein muss.
    Ich gehe z.B. regelmäßig bouldern und komme dabei ständig mit anderen Männern und Frauen ins Gespräch.

    Natürlich habe ich deinen Beitrag gelsesn und offensichtlich auch ziemlich gut verstanden. Und natürlich ist das, was du zitiert hast, eine Zusammenfassung dessen, weil ich es dir einfach nochmal in Kurzform vor Augen geführt habe.
    Wenn deine negativen Erfahrungen tatsächlich dazu geführt haben, dass du so große Vorbehalte gegenüber der Hälfte der Menschheit hast, wäre es vielleicht echt keine schlechte Idee, mal einen Profi bezüglich dieser Sache zu konsultieren.
     
  • Johnny the Pizza
    Öfters im Forum
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    22 Februar 2019
    #6
    Das kenne ich zu gut. Obwohl ich durchaus in der Lage bin, Konversation, Small Talk oder auch kleine Flirtereien anzuleiern. Ich war, wie du, nie in einer Beziehung und hatte auch nie Sex. Asexuell bin ich trotzdem lange nicht. Frustriert, ja. Ich hab auch schon oft Phasen gehabt, in denen ich keine Lust mehr hatte, irgendwas zu versuchen, weil ich den Gedanken hatte, dass es eh nichts werden würde - und dann erfüllt sich diese Prophezeiung eben von selbst. Um von Frauen angezogen zu werden, brauchst du auch den Optimusmus, dass es klappen kann. Wenn dieses Gefühl immer von schlechten Erfahrungen und dem eigenen Pessimismus überlagert wird, kann ich verstehen, dass man mit Flirterei und dem anderen Geschlecht eben eher negative Assoziationen verbindet. Ich versuche, das zu vermeiden und mich mehr auf positive Dinge zu konzentrieren. Auch wenn ich dabei regelmässig scheitere, hab ich das Gefühl, dass ich trotzdem in den letzten 2 Jahren sehr, sehr viel erreicht habe.

    Spaß an Pornos hab ich ebenfalls eher nicht (mehr), wird halt langweilig auf Dauer. Ist für mich nur noch Mittel zum Zweck, um zügig körperlichen Druck abzubauen und Unruhe und Anspannung zu vermeiden.

    Ich weiß, wie belastend das ist, vor allem, weil das Thema Beziehung immer wieder auftaucht, ob in Filmen, im Freundeskreis oder beim Kaffee mit der Familie. Man fühlt sich schlecht und minderwertig, weil man selber das Gefühl hat, dass mit einem selbst was falsch ist. Und ganz ehrlich? Wahrscheinlich ist auch irgendwas mit einem falsch, wenn man bis mitte 20 diesbezüglich nix auf die Kette bekommen hat. Aber dann hat man eben genau zwei Optionen:

    1. Du gibst dich dem hin, nimmst die Situation an und akzeptierst deine Niederlage und Einsamkeit

    oder

    2. Du beginnst, an dir zu arbeiten, z.B. durch Sport, Wahrnehmungsübungen für ein besseres Körpergefühl, Hobbys, in denen du automatisch mit anderen Menschen (nicht zwingend nur Frauen) in Kontakt kommst, oder auch durch direktere Maßnahmen - ich z.B. bin seit einigen Monaten in einer Psychotherapie.

    Viel Erfog und alles Gute, PeterIS

    P.S.: Das Ganze ist immer ein langwieriger Prozess und kann Jahre dauern, bis du so weit bist, dass du dich auf jemanden einlassen kannst. Ich selber bin seit ca. 10 Jahren unzufrieden mit meinem nicht existenten Sexleben, arbeite aber "erst" so richtig seit ca. 5 Jahren an mir. Erwarte keine Wunder.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 22 Februar 2019 ---
    Off-Topic:

    Damit hab ich auch letzte Woche angefangen... Super anstrengend :grin:
     
  • PeterIS
    PeterIS (24)
    Ist noch neu hier Themenstarter
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    23 Februar 2019
    #7
    Okej, aber bei mir ist das nun mal so. Entweder es liegt an den Kursen oder an der Passivität meinerseits....


    Das stimmt wohl und ich denke, dass das einer der größten Hürden für mich ist. Man hat keine positiven Gedanken oder Erfahrungen in dem Gebiet und strahlt dadurch eben auch Negativität aus.

    Das sehe ich aber auch ein wenig anders. Kommt halt drauf an ob man seit man 16 ist, versucht etwas auf die Reihe zu bekommen oder nicht. Gibt genug Menschen die garkeine Beziehung wollen oder eben erst spät "aufwachen".
     
  • PeterIS
    PeterIS (24)
    Ist noch neu hier Themenstarter
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    Single
    7 März 2019
    #8
    Ich mache es mir wohl zu bequem und habe Angst wie die Person reagieren könnte und vermeide deshalb das Ansprechen von anderen FREMDEN Frauen.


    Aber ja, was mir heute zufällig noch aufgefallen ist, dass ich nicht nur das Gefühl habe, dass niemand mehr "Flirtinteresse" hat (kommt warhscheinlich wegen meinem fehlenden sichtbaren Interesse?!), sondern dass ich heute z.B wenn mir eine Frau gegenüber in der Bahn sitzt, unbewusst NIE in ihre Richtung schaue. Ich schaue also durch die Gegend, überall hin, leicht links/rechts/über ihr, aber nie direkt in ihr Gesicht. Keine Ahnung, warum.
     

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