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    30 Oktober 2018
    #1

    Der Weg aus dem Hamsterrad?

    Hallo Leute,

    nachdem ich vor kurzem im Gespräch mit einer Bekannten erfahren habe, dass ich mit meinen Gedanken nicht ganz alleine bin, möchte ich hierzu mal einen Thread eröffnen:

    Wir haben beide ein ähnliches Leben: Single, Vollzeit-Job (der durchaus ordentlich, aber auch nicht die erfüllende Berufung ist) und Leben alleine in der eigenen Wohnung.
    Und wir beide haben das Gefühl, irgendwie in einem Hamsterrad gefangen zu sein.

    Unter der Woche sind wir beide mit Arbeiten (inkl. dem ganz normalen Arbeits-Wahnsinn, über den irgendwie fast jeder meckert), den ganzen alltäglichen Tätigkeiten (essen, kochen, Haushalt, einkaufen, schlafen, usw.), 1-2 Abenden mit Sport oder anderen schönen Tätigkeiten und ein wenig Entspannung (Fernsehen, Lesen, im Internet surfen, usw.) ziemlich ausgelastet.
    Und an den Wochenenden gibt es mal schöne Aktivitäten und mal entspanntes bis langweiliges Nichtstun.
    Mit diesem Leben sind wir insgesamt ziemlich gut ausgelastet. Für weitere Aktivitäten in größerem Umfang fehlt uns die Zeit und Energie. Aber zufriedenstellend ist dieses Leben trotzdem nicht, da der Anteil der schönen, erfüllenden Momente und Aktivitäten (in meinem Fall eigentlich nur der Sport und gelegentliche schöne Wochenend-Aktivitäten) äußerst gering ist, während wir sehr viel Zeit und Energie in die Arbeit und alle anderen irgendwie notwendigen Dinge stecken, die aber kaum zur Lebensqualität beitragen.

    Hier im Forum habe ich ja schon oft so was, wie "Ich lebe nicht, um zu arbeiten, sondern arbeite, um zu leben" geschrieben. Aber unterm Strich lüge ich mir damit selbst in die Tasche, weil das genaue Gegenteil der Fall ist: Mein Leben wird von der Arbeit dominiert, während schöne Dinge viel zu kurz kommen. Und so habe ich immer mehr das Gefühl, im Hamsterrad zu rennen, ohne wirklich vorwärts zu kommen.
    Je stärker dieses Gefühl wird, desto mehr faszinieren mich Geschichten von Aussteigern. Ich schaue fasziniert und neidisch die Videos von Sailing Delos und Sailing Uma an (Leute, die mit ihren Segelbooten die Welt erkunden, das ganze filmen und mit tollen Youtube-Videos und Patreon-Unterstützern finanzieren) und träume davon, selbst alles hinter mir zu lassen, um die Welt zu segeln und schöne und abenteuerliche Dinge zu erleben. Aber so wirklich realistisch ist das eben auch nicht, weil ich dazu Geld, passende Mitstreiter und vor allem auch ganz viel Mut und Risikobereitschaft bräuchte.
    Und so lebe ich weiter unzufrieden vor mich hin, meckere über die Arbeit und träume vom Aussteigen oder einem Leben, das so schöne, sinnstiftende Dinge, wie eine Partnerin oder Kinder beinhaltet (was mir ähnlich unrealistisch und unerreichbar erscheint, wie das verrückte Aussteiger-Leben).

    Mir ist bewusst, dass das alles irgendwie Luxus-Probleme sind. Ich bin gesund, habe genügend Geld, keine pflegebedürftigen Angehörigen, oder sonstige große Probleme und Herausforderungen in meinem Leben. Aber trotzdem ist mein Leben einfach total unbefriedigend.

    Gibt es hier Leute, denen es ähnlich geht?
    Oder vielleicht sogar Leute, denen es ähnlich ging und die einen Weg aus diesem Hamsterrad gefunden haben?
     
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    30 Oktober 2018
    #2
    Ich war so lange im Hamsterrad, bis ich krank wurde, also kenne ich das ganz gut :smile:

    Versuche zu überlegen, welche Dinge Du aktiv ändern kannst, ohne dass es Dich 'bedroht'. Neuer Job, neue Wohnung, Urlaub machen etc. Und dann überleg Dir, wie Du die Dinge, die Du nicht ändern kannst, anders machst: setz Dich im Bus immer auf einen anderen Platz. Nutze verschiedene Wege zur Arbeit. Geh alleine aus, in ein Restaurant, das Du nicht kennst. Fahr in Urlaub in ein Land, dass Dich nicht so anmacht....
     
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    30 Oktober 2018
    #3
    Hast du denn konkret Idee, womit du dein Leben mehr füllen kannst, was dich auch erfüllt? Also angenommen, du hättest jetzt mehr Zeit unter der Woche, wüsstest du dann, was du Schönes tun könntest/willst?

    Wenn das so ist, spricht z.B. etwas dagegen, deine Stunden zu reduzieren? Du bist Single und verdienst als Akademiker bestimmt nicht wenig, mit weniger Geld solltest du bestimmt auch gut leben können, oder? (Korrigier mich, wenn ich falsch liege)
     
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    30 Oktober 2018
    #4
    Off-Topic:
    Interessant. Ich hatte erst letzte Nacht über ähnliche Dinge gegrübelt, weil ich auf Grund ungelöster Probleme in der Arbeit nicht einschlafen konnte :rolleyes: Eine Lösung habe ich dennoch (noch) nicht gefunden... :hmm:
     
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    30 Oktober 2018
    #5
    man braucht nicht unbedingt viel Geld oder Mitstreiter, um auszusteigen und die Welt zu bereisen :

    Woman walks the world

    und was Mut und Risikobereitschaft angeht ...

    "Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht ist zu Recht ein Sklave." - Aristoteles
     
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    30 Oktober 2018
    #6
    Hm. Das klingt mir doch nach einem Problem, dass einen Großteil der Bevölkerung betrifft.

    Grundsätzlich gilt: Es passiert nichts Gutes, außer man tut es. Wenn sich etwas verändern soll, muss man ein Risiko eingehen und sich aus seiner Komfortzone bewegen. Es kommt kein Dschinn und erledigt das für einen.

    Konkret würden mir da folgende Ideen/Lösungswege einfallen:
    - Arbeitszeit reduzieren und in die Freizeit investieren. Hat den Nachteil, dass natürlich weniger Geld zur Verfügung steht. Nur sollte man die Frage stellen, ob man das Geld wirklich braucht oder auf unnötigen Konsum nicht verzichtet werden kann.
    - Arbeit/Wohnort wechseln.
    - Den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.
    - Wirklich ein "Aussteigerleben" führen. Dazu braucht man auch nicht viel Geld, wenn man z.B. Work and Travel macht. Man sollte dann allerdings kein 5-Sterne-Hotel erwarten.

    Ich kann auch den Youtube-Kanal "Glücksdetektiv" empfehlen, wo sich eine promovierte Psychologin mit dem Thema Lebenszufriedenheit und Glück beschäftigt.
     
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    30 Oktober 2018
    #7
    nun, das ist in dem alter schlicht normal wenn man nicht grade im lotto gewonnen hat.

    die kunst - für mich - war es, die arbeit zu finden, die mir (wenigstens meistens) so viel spaß macht, dass es kein verlust ist, damit einen großen teil der lebenszeit zu verbringen.

    sich auf der arbeit im hamsterrad zu fühlen spricht aber stark für eine neuorientierung in der hinsicht. damit meine ich jetzt weniger den komplettaussteiger, sondern mehr "nen job finden, der einem wirklich spaß macht, der einen erfüllt, und wo das privatleben auch innerhalb des jobs stattfinden kann".
     
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    30 Oktober 2018
    #8
    Ich wäre dafür ein Kandidat... wenn ich nicht einen Job hätte, der mir extrem viel Befriedigung, Erlebnisse und "Gefühle" bieten würde. Ich wusste, dass ich nicht einfach einen Job zum Geld verdienen machen könnte, das fände ich zu sinnlos. Nun arbeite ich zwar meistens zu viel und so weiter, aber ich kann am Abend in den allermeisten Fällen ins Bett gehen und glücklich darüber sein, dass ich für ein Paar Menschen etwas Gutes getan habe.
     
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    30 Oktober 2018
    #9
    Erstmal vielen Dank für eure Ideen und Denkansätze!

    Danke für die Anregungen!
    Solche Überlegungen stelle ich immer wieder an... aber irgendwie komme ich da nicht wirklich weiter.

    Natürlich könnte ich einen neuen Job suchen und hätte auch gute Chancen, einen zu finden. Aber wenn ich so dran denke, was fast alle Leute in meinem Umfeld über ihre Jobs erzählen, glaube ich einfach nicht, dass es in einem anderen Job insgesamt besser wäre. Manches wäre besser, manches schlechter und nach einer anfänglichen "alles neu, alles spannend"-Phase würde mich der der übliche Arbeitsalltag bestimmt wieder genau so ankotzen, wie es aktuell der Fall ist.

    Und auch bei meiner Wohnsituation ist es ähnlich: Ich habe eine schöne, günstige Wohnung, in der ich mich durchaus wohlfühle, nette Nachbarn und einen sehr angenehmen Vermieter. Alles, was ich (hier in der Gegend oder auch in anderen attraktiven Gegenden, in denen ich vielleicht einen interessanten Job finden könnte) aktuell auf dem Markt sehe, wäre viel teurer und allerhöchstens in einigen eher unbedeutenden Details besser, als meine aktuelle Wohnung.
    Mein Arbeitsweg ist so gut wie möglich optimiert (mit dem Auto auf der Strecke mit der geringsten Fahrzeit), während alle Alternativen (andere Strecke, ÖPNV) nur große Nachteile, wie z.B. eine viel längere Fahrzeit hätten.

    Und Dinge alleine zu unternehmen, habe ich immer wieder ausprobiert. Aber bis auf wenige Ausnahmen, die ich durchaus immer wieder praktiziere (bouldern gehen, Trainer-Fortbildungen alleine besuchen) war das bisher eigentlich immer nur frustrierend, weil das Gefühl der Einsamkeit so dominant ist, dass ich den Rest einfach überhaupt nicht genießen kann.

    Nur das Thema Urlaub ist wirklich etwas, das ich intensivieren könnte:
    Mein letzter Urlaub (ein Segeltörn als Gruppenreise mit Leuten, die ich vorher überhaupt nicht kannte) war echt schön. Da konnte ich so richtig abschalten und alles um mich herum genießen.
    Das einzige, was gefehlt hat, war die erhoffte Wirkung über den Urlaub hinaus: Schon nach wenigen Arbeitstagen hatte ich wieder genau das gleiche Hamsterrad-Gefühl, wie zuvor.

    Auch das ist eine interessante Frage!
    Es gäbe schon Dinge, die ich mit mehr verfügbarer Zeit und Energie machen könnte: Häufiger bouldern, Tauchen lernen, usw.
    Aber ob mich all das so erfüllen würde, dass ich mit meinem Leben wirklich zufrieden bin, weiß ich nicht.

    Aktuell käme ich definitiv auch mit weniger Geld gut über die Runden. Ein nicht unerheblicher Teil meines Gehalts vergammelt ungenutzt auf meinem Konto.

    Was allerdings gegen die Reduzierung meiner Arbeitszeit spricht, ist meine Hoffnung, dass mein großer Traum vom spießigen Leben mit Frau, Kindern und Eigenheim doch noch in Erfüllung geht... denn das alles (insbesondere das Wohneigentum) ist doch ein verdammt teurer Spaß, bei dem ich schon bei meinem aktuellen Vollzeit-Akademikergehalt Zweifel an der Finanzierbarkeit habe.

    Natürlich braucht man nicht für alle Formen des Aussteigens viel Geld und/oder Mitstreiter.
    Aber ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass mich die Dinge, die ich alleine machen könnte, vor lauter Einsamkeit todunglücklich machen würden, weil ich einfach weder der Typ bin, der sich selbst genug ist, noch der, der irgendwo alleine hingeht und dann spontan und kurzfristig Anschluss findet... und die ganz billigen Formen des Aussteigerlebens sind mir ehrlich gesagt zu spartanisch und unkomfortabel.

    Das einzige Aussteigerleben, das ich mir gerade wirklich vorstellen könnte, wäre tatsächlich das Segler-Leben. Und das geht zwar durchaus auch mit einem eher bescheidenen Budget (wie bei Sailing Uma), aber zumindest für mich ganz sicher nicht ohne die passenden Mitstreiter.

    Auf deine anderen Ideen bin ich ja schon weiter oben eingegangen... deshalb beschränke ich mich mal auf die Selbstständigkeit.
    Sofern es tatsächlich ein wirtschaftlich verwertbares Thema gibt, das einen total begeistert und sofern man auch all die anderen Fähigkeiten besitzt, um damit unternehmerisch einigermaßen erfolgreich zu sein, wäre das vielleicht eine interessante Sache. Aber bei mir ist beides nicht der Fall, weshalb die Selbstständigkeit für mich eher eine Horrorvorstellung mit einer unglaublich schlechten Work-Life-Balance ist.

    Danke! Das werde ich mir anschauen.

    Wenn man so etwas gefunden hat, ist das natürlich super. Aber irgendwie sehe ich in keiner Tätikeit auch nur den Hauch einer Chance, mich so zu erfüllen, dass die Arbeit mehr, als ein notwendiges, aber nicht übermäßig unangenehmes Übel zum Broterwerb ist.
     
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    30 Oktober 2018
    #10
    Ich zitiere mich einfach mal selbst aus dem Auskotz-Thread.
    Es wurde hier ja schon ähnlich gesagt: ohne ein gewisses Risiko einzugehen, wird sich an deiner Situation rein gar nichts ändern. Nichts.

    Ich weiß nicht, was du hören willst, da du für alle Vorschläge sofort Gegenargumente findest.

    Wenn du etwas erleben, wertvolle Erfahrungen machen und schöne Momente haben möchtest, musst du dein jetziges Leben ändern.

    Da du nicht umziehen willst, würde ich wie oben geschrieben vorschlagen, dir deinen Traum vom segeln oder aussteigen zu erfüllen, und wenn es nur für ein paar Monate ist.

    Nicht ewig überlegen und grübeln, es lassen sich immer Gründe finden, warum das jetzt nicht geht. Aber dann willst du es vermutlich einfach nicht genug und musst so weiterleben wie bisher. Klingt hart, aber ist nun mal so.
     
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    #11
    Was ich auch gerne mache, sind kleine zivile Ungehorsamkeiten. Einfach mal bei Rot über die Straße gehen (*g* die sollte aber frei sein...), die Weintraube im Supermarkt probieren, einfach mal 'Nein' sagen, wo ich immer 'Ja' gesagt habe. Einladungen, auf die ich nicht wirklich Lust habe, einfach absagen. Alleine ins Kino gehen und die große Popkorn kaufen, obwohl einem auch das kleine reichen würde. An einem Sporttag einfach mal keinen Sport machen, sondern mit Picknick und Buch in den Park setzen. Einfach alles, was man im Kleinen macht, einfach mal hinterfragen und anders machen.
     
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    30 Oktober 2018
    #12
    Sorry aber das ist doch Quatsch. Für etwas in der Zukunft zu sparen, von dem du jetzt meilenweit entfernt bist, und dafür in der Gegenwart auf durchaus realisierbare Träume zu verzichten ist einfach Unsinn und fast schon ein Rezept fürs Unglücklichsein.

    Wenn du eine Frau kennenlernst, hat die ja vermutlich auch einen Beruf und ein Einkommen, sodass das sicherlich klappen würde, zumal du ja gerne ländlich lebst. Und Wohneigentum ist zwar nett, aber ich denke, davon hängt dein Lebensglück nun wirklich nicht ab. Man kann auch zur Miete glücklich leben.

    Es wäre allerdings deiner jetzigen Lebensqualität sehr zuträglich, mit deiner Kohle etwas zu unternehmen, das dich aus diesem Loch rausholt.

    Ich habe auf meiner Reise eine 5stellige Summe verbraten, natürlich wäre es nett, die jetzt zur Verfügung zu haben, aber ich habe keinen einzigen Cent jemals bereut und würde es jederzeit wieder so machen.

    So ein Trip kostet wie viel? 10.000? Mehr?
    Meinst du echt, dass eine solche Summe nachher ggf den Unterschied macht, ob du dir eine Immobilie kaufen kannst? Rechne das doch mal durch und sei realistisch.
     
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    #13
    Ich habe zurzeit auch das Gefühl, dass ich nur funktioniere.
    Was mir hilft ist mir vor Augen zu führen, dass ich mit meiner Arbeit Dinge leiste, die das Leben anderer eklatant verbessert, auch wenn ich nicht Herzchirurgin bin. Aber das geht auch mit eher “technischen Berufen“. Ja, ich bin ersetzbar, wie etwa 99% aller Arbeitnehmer. Aber ich mache meine Sache oft ganz gerne, ich komme mit den Kollegen gut klar, bin Teil eines Teams. Das hilft etwas.

    Was mir im Sommer sehr, sehr gut tat, war mein Garten. Mein Fleckchen Eden. Amseln, Pflanzen, Unkraut zupfen und Gartenhütte streichen: my home is my castle and my garden is my paradise. Es hat mich glücklich gemacht.
     
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    30 Oktober 2018
    #14
    Off-Topic:
    what? du konntest bei der arbeit nicht einschlafen? böse, falls du beamter bist! :tongue: :grin:


    ja, man kann auch einfach resignieren - so, wie man sich unerfüllbare ziele setzen kann. kann man machen. muss man aber nicht.

    wenn es garnichts gibt, was dich begeistern kann, dann liegen deine probleme nicht bei der arbeit.
     
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    30 Oktober 2018
    #15
    Wenn dir deine Traumfrau über den Weg läuft, würdet ihr wahrscheinlich nicht innerhalb eines Jahres heiraten und ein Haus kaufen.
    Du könntest ja auch jederzeit wieder um die reduzierten Stunden erhöhen bzw dir eine neue Vollzeitstelle suchen, qualifiziert bist du ja sehr, soweit ich es in Erinnerung habe. Das sollte kein Problem sein.

    Und an dem Zitierten erkennt man wieder dein “Muster“, dass Riot gerade angesprochen hat, dieses direkte Suchen bzw sofort Gründe finden, warum eine bestimmte Veränderung nicht in Frage kommt.
    Ich verstehe, dass du lieb gewonnene Routinen behalten magst, aber wenn sich was ändern soll, musst du was ändern.

    Muss ja nicht gleich “alles“ a la Umzug in eine komplett andere Region samt Jobwechsel sein (wobei das durchaus auch gut tun kann, besonders, wenn man ungebunden ist).
    Aber mit einer Stundenreduzierung, die dich finanziell nicht groß belastet, hättest du schon mal viel mehr Freizeit und wärst weniger erledigt vom Job und hättest dadurch wiederum mehr Energie für die Nutzung der Freizeit. Und der Job wäre weniger präsent im Alltag und damit das Hamsterrad weniger hamsterradig.
     
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    30 Oktober 2018
    #16
    Ich habe das Gefühl, Du suchst Sicherheiten. Die Wahrheit ist: es gibt keine Sicherheit. Es kann jeden Tag etwas passieren, das Dich umwerfen kann. Eine schwere Krankheit. Ein Unfall. Jobverlust. Du lebst jetzt. Gestalte Dein Leben so, dass Du jetzt glücklich bist, denn Du weißt nicht, ob Dein Leben morgen noch da ist.
     
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    30 Oktober 2018
    #17
    Um Himmels Willen - eine Frau zu finden, mit der du Kinder in die Welt setzt - was soll daran denn unrealistisch sein !!!
    das haben Hundertausende vor dir geschafft, die einen mieseren Job machen müssen, weniger Grips im Hirn haben, und weniger Knete verdienen !!!

    Vielleicht solltest du - zumindest ein bisschen - anfangen, nach deiner Signatur zu leben ... :whistle:
     
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    30 Oktober 2018
    #18
    Wie von vielen schon geschrieben, wenn du willst, dass sich was ändert, dann musst du was ändern.
    Wenn ich es richtig raushöre reizt dich am meisten mal raus aus dem Alltag zu sein und länger zu segeln. Du hast das Geld, es ist keine Entscheidung für immer, also erkundige dich was möglich ist. Wenn es dir Angst macht zu kündigen frage an ob ein Sabbatjahr/ Monate bei deiner Arbeitsstelle möglich ist. Du musst auch nicht deine Wohnung kündigen, du kannst sie in der Zeit auch untervermieten. Informiere dich, wo man mitsegeln kann, mithelfen/arbeiten kann etc. Führe einfach mal ein Aussteigerleben auf begrenzte Zeit, vielleicht entdeckst du etwas Neues, vielleicht stellst du fest, dass dir dein Alltagsleben fehlt, vielleicht lernst du jemanden kennen, vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls kommst du raus aus dem Trott.
    Bevor du direkt sagst, dass es aus diesen und jenen Gründen nicht geht, informiere dich was geht.
     
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    Öfters im Forum
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    30 Oktober 2018
    #19
    Rein objektiv gesehen, bin ich wohl in einer ähnlichen Situation, ich erlebe sie aber weniger dramatisch. Ich habe den Vergleich zu früher, wo ich mich auch wie im Hamsterrad gefühlt habe. Ich hatte Jobs, die weit unter meinen Möglichkeiten lagen, die so schlecht bezahlt waren, dass ich mir nichts leisten konnte, und bei der Suche nach einem neuen Job hatte ich auch keine Erfolgserlebnisse. Im Vergleich dazu, hat sich meine Situation deutlich verbessert.
    Ich mag keine Veränderungen, wenn es mir aber schlecht genug ging, habe ich die Möglichkeit auf Veränderung wahrgenommen. Ich musste ja schon fürs Studium von zu Hause ausziehen, und habe seitdem nirgendwo Wurzeln geschlagen und nirgendwo ein soziales Netz aufbauen können. Wer weiß, wenn sich das auch hier nicht ändert und ich mich in meiner Situation wieder unglücklich fühlen werde, dann ziehe ich weiter. Im Moment steht das aber nicht zur Debatte, weil ich einfach keinen Job finden würde, wo das Verhältnis Einkommen/Ausgaben und der Stresslevel signifikant besser wäre.
     
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    30 Oktober 2018
    #20
    Du hast schon recht: Ich habe sicherlich Möglichkeiten, zumindest zeitweise auszusteigen, um zu segeln. Finanziell wäre das sicherlich machbar.
    Das größte Problem wäre es, den oder die passenden Mitstreiter zu finden, mit denen ich dann auch so gut harmoniere, dass wir uns nicht gegenseitig erwürgen, wenn wir bei einer Ozeanüberquerung in einer Flaute festhängen. Und das erscheint mir irgendwie ähnlich schwierig und unwahrscheinlich, wie die erfolgreiche Partnersuche.

    Das hört sich irgendwie spannend an...
    Ich weiß zwar noch nicht so genau, wie ich das umsetzen kann, weil ich schon jetzt in meiner Freizeit überwiegend die Dinge mache, auf die ich wirklich Lust habe... aber ich behalte das auf jeden Fall mal im Hinterkopf und schaue, ob es nicht doch entsprechende Gelegenheiten gibt.

    Einerseits kenne ich durchaus Familien mit zwei gut verdienenden Akademikern, die hier in der Gegend (Großraum Stuttgart, nicht toal ländlich, aber eben auch nicht in Stuttgart selbst) große Schwierigkeiten damit haben, sich Wohneigentum zu finanzieren (insbesondere, wenn nicht beide Elternteile schon kurz nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten wollen). Unter 700k€ findet man hier kaum brauchbare Einfamilienhäuser, wenn man nicht gerade das winzige Reihen-Mittelhaus will und eine brauchbare Infrastruktur will (also Schulen, Kindergärten, Ärzte und Geschäfte für den alltäglichen bedarf in der Nähe).

    Hm... ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Da müsste ich mal anfangen, mir die ganze Sache auszurechnen, wobei die Preisspanne da schon extrem groß ist.

    Delos (eine der besten Hochsee-Yachten, die man sich vorstellen kann) hat gebraucht ca. 400.000$ gekostet.
    Die Crew von Uma hat für 3.000$ ein wahnsinniges Schnäppchen gemacht, aber dafür noch sehr viel Zeit, Arbeit und auch noch einiges an Geld in die Restaurierung und seetaugliche Ausstattung des Bootes gesteckt und hatte das Glück, schöne Ziele, wie z.B. die Karibik ohne Ozeanüberquerung erreichen zu können.
    Dazu kommen Lebenshaltungskosten, die z.B. von der Delos-Crew auf ca. 500$ pro Person und Monat geschätzt werden und der Unterhalt des Bootes, da je nach Alter und Zustand ständig irgendwas kaputt geht.

    Selbst wenn ich "nur" ein Jahr Auszeit machen will, würde ich wohl mit 10k€ noch nirgends hinkommen... aber wenn ich wirklich einen Großteil meiner Ersparnisse und vielleicht auch noch einen Teil meines materiellen Besitzes (wie z.B. mein Auto) aufbrauchen würde (also irgendwas in der Größenordnung von 30-50k€), wäre so was evtl. schon machbar.

    Es gibt durchaus Dinge, die mich begeistern... aber mit denen kann man entweder nur extrem schwer Geld verdienen (z.B. um die Welt segeln und schöne Gegenden erkunden), oder ich glaube nicht, dass sie mir im Umfang eines Berufes und mit den damit verbundenen Arbeitsbedingungen noch Spaß machen würden (z.B. die Arbeit mit Kindern).

    Ich finde es interessant, dass es dir "trotz" Ehe und Kindern auch so ähnlich geht. (Das ist jetzt echt nicht böse gemeint!)

    Eine beim für diesen Thread ausschlaggebenden Gespräch ebenfalls anwesende Frau mit eigener Familie meinte, dass ihr ihr Mann und ihr Kind ihr den Rückhalt und Sinn geben, für den sie gerne in Teilzeit arbeitet, aber dass sie auch keinerlei Bedürfnis verspürt, schnell wieder Vollzeit zu arbeiten, da die Arbeit für sie eben auch nicht wirklich sinnstiftend ist.
    Und so ähnlich stelle ich mir das für mich ja auch vor: Arbeiten, um sich ein schönes, sinnstiftendes Leben (z.B. mit eigener Familie) zu finanzieren.

    Hm... jein.
    Einerseits befürchte ich, dass ich mit einer Auszeit einen weiteren Teil meiner eh schon extrem knappen, verbleibenden Zeit zur Partnersuche und Familiengründung verschwenden würde, so dass die Umsetzung dieses großen Wunsches noch unwahrscheinlicher würde.
    Von daher müsste die Alternative am besten schon irgendwie auf Dauer angelegt sein und eine Alternative zum Familienleben darstellen... und nicht nur eine Auszeit, nach der ich in das gewohnte, frustrierende Leben des berufstätigen Singles zurückkehre.

    Und andererseits sind Immobilien hier einfach so teuer, dass ich da jeden angesparten Cent gut brauchen kann - trotz gutem Gehalt.

    Ja. Das Problem ist einfach, dass ich in jeder Veränderung Risiken sehe, die mindestens so groß sind, wie die Chancen. Häufig erscheinen mir die Risiken sogar viel größer, als die Chancen.

    Ja. So was wäre bestimmt möglich... Ich bezweifle nur irgendwie, dass es der richtige Befreiungsschlag wäre, bzw. dass es schon reichen würde, wenn das Hamsterrad nicht mehr ganz so hamsterradig wäre.

    Das ist irgendwie das große Dilemma:
    Die kleinen, möglichen Schritte erscheinen mir als zu wenig... und für die großen Schritte, die viel bewirken könnten, fehlt mir der Mut und die Risikobereitschaft.
     

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