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    1 Juni 2018
    #1

    Erschiessung von aggressiven Hunden: Richtig oder falsch?

    Hallo,

    in Anlehnung an diesen Thread starte ich aus aktuellem Anlass einen neuen. In letzter Zeit häufen sich die Nachrichten, dass irgendwo in Deutschland (und anderen Teilen der Welt) ein aggressiver Hund Passanten/Polizisten attackiert und im Anschluss oft erschossen wird. Vor Kurzem gab es die Schlagzeilen über den Angriff an einen syrischen Familienvater, doch am aktuellsten ist wohl der Fall aus München. Wer Nerven hat, hier ist das Video.



    Rottweiler "Pascha": Was haltet ihr davon? Könnt ihr nachvollziehen, dass die Polizei eingreifen musste und den Hund erschossen hat? Oder könnt ihr eher nachvollziehen, warum der Hund so gehandelt hat und findet es völlig überzogen, dass er auf solche Weise sterben musste?

    Ich möchte darauf hinweisen, dass es mir nicht darum geht, die Erziehungsmethoden oder Verhaltensweisen der Besitzer zu rechtfertigen. Die Frage, die sich mir stellt ist: Muss man bei aggressiven Hunden gleich eine Schießerei auslösen, die in dieser Situation idR nur ihre Besitzer beschützen wollen? Oder tut es nicht auch eine Betäubung, die sie vorübergehend außer Gefecht setzt? Instinktiv verhalten sie sich völlig richtig, sie tun das, was sie seit jeher gelernt haben: Sie wollen ihre Menschen beschützen. Ob das ein Terrorist, ein Mörder oder die Polizei ist, macht für sie keinen Unterschied. Oft verhält sich ja die Polizei auch völlig falsch. Als oberstes Ziel sollte gelten, das Tier zu beruhigen und was machen sie? Sie bedrängen den Besitzer, lassen ihn gar nicht mehr den eigenen Hund beruhigen, umzingeln stattdessen das Tier und wundern sich dann auch noch, warum er sie auf einmal angreift. :kopfwand:

    Oder hier, ein anderer Fall von heute. Wegen Unwetter sind aus dem Eifel-Zoo angeblich mehrere Raubtiere aus dem Gehege ausgebrochen. Letztlich gelang es aber nur einem Bären, der auf dem Fußweg herumgestiefelt ist. Und weil man ihn letztlich als eine zu große "Bedrohung" (obwohl er nichts gemacht hat!) betrachtete, hat man ihn kurzerhand erschossen. Kurzum: Es regt mich total auf.

    Was haltet ihr davon?
     
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    1 Juni 2018
    #2
    Früher hätte ich auch das wohl auch etwas anders empfunden. Mit Kind gehe ich beim "Erschießungskommando" mit. Das dürfte meinetwegen auch mit Betäubung getan sein, allerdings dürfen die Besitzer, die nicht in der Lage sind, das Tier unter Kontrolle zu halten, dann auch kein Tier mehr halten.

    Wenn ich mir das Szenario vorstelle ein Tier (ob Hund, Bär, Katze, Tiger, Maus) zerfleischt gerade vor meinen Augen mein Kind, dann ist mir ehrlich gesagt schei*egal, warum es das tut und ich würde nicht zögern das Tier zu töten, in der Hoffnung meinen Nachwuchs zu retten. Dasselbe täten übrigens auch viele andere Tiere, wenn ein anderes an ihren Nachwuchs geht.

    Nachtrag: Solange ein Tier mir nichts tut, kann ich ihm auch nichts tun, ich bringe auch die gruseligste Spinne im Glas nach draußen und habe meinem Partner untersagt, auf die Mäuschen im Keller zu schießen.
     
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    1 Juni 2018
    #3
    Ich halte es für völlig richtig. Zu Betäubungsmitteln kann man greifen, sofern man sie hat und die Gefahr, die vom Hund ausgeht, gleichermaßen effektiv bekämpft werden kann. Das war bei "Pascha" offenbar nicht der Fall. Es ist m.E. auch absurd, von der Polizei zu verlangen, dass sie aggressive Hunde versuchen soll zu beruhigen.

    Deine Überlegungen dazu, ob der Hund irgendeine "Schuld" trägt oder nicht, liegen m.E. vollständig neben der Sache, denn es geht nicht darum, das Tier zu "bestrafen", sondern darum, eine Gefahr für Leib und Leben zu bannen.

    Mir ist es auch schleierhaft, wie man einerseits die Tötung von Tieren zur Nahrungsgewinnung gutheißen kann und andererseits bei der Tötung von Tieren zur Verhütung von Gefahren für Leib und Leben einen Aufstand macht.
     
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    1 Juni 2018
    #4
    Off-Topic:
    Nun, jeden, der versuchen würde meinem Hund etwas zu tun, den würde ich wohl erschießen, aber davon abgesehen...


    Das ist eine Situationsentscheidung, in der es um den größtmöglichen Schutz geht. Leider sind Polizisten meist nicht im Erkennen von Tierverhalten und seinen Folgeen ausgebildet, und treffen die entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen. Die Beweggründe und wer die Verantwortung für das gefährliche Verhalten trägt, ist in dem Moment tatsächlich egal. Manche Hunde sind tatsächlich in einem Stadium, in dem sie eine Gefahr darstellen, die man weder einschätzen noch beherrschen kann. Betäuben funktioniert nicht so einfach wie im Film, und das ist der zielgerichtet Schuss einfach das kleinste Übel. Ihn betäuben um ihn dann einzuschlägern ist ethisch jetzt auch nicht vie erhabener.

    Wovon ich aber nach Ausbildung und Erfahrung in dem Bereich absolut überzeugt bin, nicht jede Aggression kann "therapiert" werden, und ja, die Polizei ist da in der Pflicht Ihre Verantwortung zum Schutz von Leib und Leben zu erfüllen.
     
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  • User 136306
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    1 Juni 2018
    #5
    Ich denke, man verlangt viel zu viel von Polizisten, wenn man auch noch erwartet, dass sie in Zehntelsekunden die Entscheidung treffen, ob ein toll gewordener Hund jetzt gerade einem fundamentalen Missverständnis aufgesessen ist, das ausgeräumt werden könnte oder erschossen werden muss. Darüber hinaus gilt: Wenn man das verlangt, dann wird es zu Fehleinschätzungen kommen und es werden Menschen sterben, weil sich der Polizist in der Situation verkalkuliert hat. In solchen Situation gehen Leib und Leben der gefährdeten Personen schlicht vor.
     
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    1 Juni 2018
    #6
    Ich sag ja nichts anderes? Sie wissen es nicht, können es auch nicht wissen, und schießen lieber einmal zu viel als zu wenig. Und es kommt auch so schon oft genug zu Fehleinschätzungen, die kommen nur nicht in die Medien^^

    Off-Topic:
    Ich frag mich immer ob es bei allein Feldern so ist, dass man, wenn man sich darin tatsächlich auskennt bei einem Blick in die Medien und was die draus machen nur denkt, auweia...
     
  • User 165615
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    vergeben und glücklich
    1 Juni 2018
    #7
    Ich würde die Schießwütigen vor den Kardi ziehen. Leider sind Lebewesen nur Sachrecht. Den Besitzern ein Kind ähnliches Verhalten zum Tier abzusprechen lässt tief Blicken.
     
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    1 Juni 2018
    #8
    Off-Topic:
    Aber das Video is schon übel, warum lassen sie die Frau nicht hin?? Wenn ich mich vor dunkel gekleideten Männern fürchten würde, würde meiner das ganz genauso machen :cry: und das verzweifelte bitte lassen Sie den Hund, wie schrecklich. Oh Gott wie hilflos und... das würde ich nicht aushalten, an sowas würde ich zerbrechen
     
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    1 Juni 2018
    #9
    Abgesehen davon, dass ich den Begriff Kampfhund nicht mag, der jetzt in Zusammenhang mit dem Vorfall mal wieder durch alle Medien geht, denke ich, die Polizisten haben richtig gehandelt und hatten in dieser Situation leider keine wirkliche Alternative zum Schußwaffengebrauch. Der Hund hat bereits wahllos nach Menschen gebissen und war nicht anderweitig kurzfritig unter Kontrolle zu bringen.

    Dem Hund ist hier kein Vorwurf zu machen, er ist selbst ein Opfer. Ich frage mich allerdings, warum ein Hund unter solchen Bedingungen (vorherige lange Reise im Zug, fremde Stadt/Umgebung, viele Menschen, usw.) von der Halterin gänzlich ohne Leine in einer so belebten Umgebung geführt wird. Für mich gehört es auch zu den Aufgaben eines verantwortungsvollen Tierhalters, sein Tier solchen Situationen überhaupt nicht erst auszusetzen. Wäre der Hund angeleint gewesen, wäre es gar nicht zu dieser Situation gekommen.
     
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    1 Juni 2018
    #10
    In der Situation wars meines Erachtens möglicherweise nicht gerechtfertigt, aber in dem Video kann man zu wenig erkennen. Die machen den Hund nur mehr und mehr kirre Ich kenne andere Situationen, da war das nicht so, weil ich da genug involviert war um zu wissen, dass niemand mehr den Hund unter Kontrolle hatte...

    Aber dann ist die Polizei zu faul einem Besitzer der Hilfe sucht, weil er sagt, er kann seinen Hund nicht mehr einschätzen und nicht mehr sichern, weite rzu helfen, und anstatt den Hund in eine Auffangstation einzuweisen schicken sie ihn nach Hause. Kotzen könnte ich.
     
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    1 Juni 2018
    #11
    Wer oder was ist der "Kardi"?

    Es gibt ja Menschen, die das anders beurteilen. Sieht man aber Tiere nicht als Sachen, dann erfordert das eine vollständige Veränderung unserer Gesellschaft und unserer Gewohnheiten. Wer das nicht fordert, handelt widersprüchlich, wenn er sich über die Tötung gefährlicher Hunde echauffiert.

    Was soll das heißen?
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 1 Juni 2018 ---
    Wer hatte den Hund denn im Video unter Kontrolle? Ich sehe beim besten Willen nicht, was die Polizei hätte anders machen sollen. Einem wildgewordenen Rottweiler am Bahnhof freie Bahn lassen sollen?

    Ich sehe den Bezug zum Thema nicht.
     
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    1 Juni 2018
    #12
    Ich hab meinen Beitrag auf Grundlage des Vidoes geschrieben, wo die Polizei sich sicher nicht beruhigend verhält, hab jetzt noch ein paar Artikel gelesenund denke, das kann man nicht fundiert beurteilen wenn man es nicht gesehen hat. Also hab ichs geändert.

    Der Zusammenhang ist, dass es hie rgenerell um polizeliches eingreifen in Gefahrensituationen mit Hunden (bzw sogar Wildtieren, siehe Eingangsbeitrag) geht, und dass dieses Eingreifen meist SEHR unterschiedlich gestrickt ist. Auch wenn du ihn nicht sehen kannst, den Zusammenhang, gehts bei beiden um Einschätzungen seitens der Staatsgewalt zur Gefährlichkeit von Tieren. Sprich sie tun etwas, wovon sie keine Ahnung haben, und bestenfalls Glückstreffer landen.

    Noch mal deutlich, das es da Verständnisschwierigkeiten zu geben scheint - ich bin nicht dagegen, dass echten Gefahren derart begenet wird. Aber mein Hund, der süßeste der Welt, würde auch zu einer Gefahr werden, wenn ICH in Gefahr bin^^ und niemals würde ich zulassen, dass sie meinen Hund erschießen... also auch wenn der Hund gefährlich war, versteh ich den Schmerz der Besitzer. Trotzdem hoffe ich, ihre Strafe wird empfindlich schmerzhaft, wenn sie WIRKLICH den Hund in vollem Wissen losgelassen hat...

    Off-Topic:
    P.S. Überheblichkeit zieht bei mir nicht.
     
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    1 Juni 2018
    #13
    M.E. ist es nicht Aufgabe der Polizei, beruhigend auf aggressive Hunde an belebten Orten einzuwirken, sondern die Gefahr, die von ihnen ausgeht, möglichst effektiv zu bannen. Das bedeutet nicht, dass jeder Hund, der außer Kontrolle gerät, zu erschießen ist, aber wenn sich eine Gefahrensituation so zugespitzt hat wie in dem Video, sind m.E. keine "beruhigenden" Maßnahmen nötig.

    M.E. lässt sich die Gefährlichkeit von Tieren verlässlich nicht in der kurzen Zeit, die zum Reagieren bleibt, einschätzen. Daher ist es nur konsequent, wenn der Sicherheit der Vorzug gegeben wird.

    Den Schmerz der Hundehalter leugnet niemand, aber das ändert ja nichts daran, dass es richtig war, den Hund zu erschießen. Und solltest du verhaftet werden und dein Hund dies nicht dulden und die Polizisten anfallen, dann müsste die Polizei im schlimmsten Fall genauso verfahren und auch das wäre richtig. Der Eigenschutz der Beamten geht dem Leben des Hund vor.
     
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    1 Juni 2018
    #14
    Es haben halt SIE die Situation zugespitzt. Sie tun rein gar nichts deseskalierendes, sondern nur das Gegenteil. Die Zeitungen haben da unterschiedliche Angaben, wie was war im Ablauf, von daher ist meine Haltung dazu eventuell auf falschen Tatsachen aufbauend, und ich kann mir aus Erfahrung ca 7 unterschiedliche Szenarien zusammenreinem, die in den Schilderungen drin stecken könnten. In den meisten dieser Szenarien ist die Frau eine Arschgeige^^ dadurch verhalten sich die Polizisten leider nicht richtiger.

    Dass am Ende nicht mehr viel übrig blieb, bestreite ich nicht. Nur dass es zu dem Ende kommen musste ist nicht zuletzt der Polizei selbst zu verdanken. Auf der anderen Seite weiß niemand wie schräg der Hund wirklich war, meinen könnte ich zum Beispiel willentlich nicht auf jemanden hetzen, und ich habe leider auch Vorurteile entsprechend der Namenswahl^^

    Der Schuß am Ende war vermutlich nicht mehr zu vermeiden, die Situatio so weit kommen zu lassen, dass ein Schuss notwendig wurde, war wohl von multiplen Faktoren beeinflusst, nicht zuletzt von der unkooperativen Hundehalterin, wenn die Beschreibungen dazu stimmen.
     
  • User 102949
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    1 Juni 2018
    #15
    :ratlos: Wenn man die Situation entschärfen will, heißt das nun mal zwangsläufig, dass sich in erster Linie der Hund beruhigen muss. Und das funktioniert nun mal nicht, indem man den Kontakt zwischen dem Besitzer und dem Hund unterbindet und das Tier auch noch bedrängt. Das ist ein Widerspruch in sich und führt zum gegenteiligen Ergebnis.

    Was du meinst, ist eine Gefahr für Leib und Leben des Menschen auf Kosten der Tiere. Wir machen es uns ja schön einfach, indem wir uns auf das Podest stellen und fest der Meinung sind, wir stehen über den Tieren. Und mein Raubtierbeispiel aus dem Eingangspost zeigt doch, dass oft zu drastischen Mitteln gegriffen wird, wenn es nicht nötig ist. Und das nur, um eine Situation zu verhindern, die mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht passiert wäre.

    Über deine Formulierung kann man sich manchmal echt aufregen. ^^
    Wenn andere Lebewesen gnadenlos erschossen werden, nur weil der Mensch sich selbst für die Krönung der Schöpfung hält, muss man das noch lange nicht gutheißen. Es gab auch mal eine Zeit, in der Menschen und Tiere coexistierten und sich um ein Vielfaches mehr wertschätzten als das heute der Fall ist.

    Und weil man ihn kurzfristig nicht still kriegt, ist es moralisch und ethisch korrekt, ihn gleich zu erschiessen?

    Dem stimme ich absolut zu. Niemand sollte einen "Kampfhund" halten, wenn er nicht weiß, wie man mit ihm richtig umgeht.
    Am meisten ärgert mich ja, dass die meisten solcher Fälle deshalb passieren, weil die Besitzer unverantwortlich handeln und ihr Tier nahezu herausfordern. So ähnlich auch bei Pascha.
     
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  • User 140332
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    vergeben und glücklich
    2 Juni 2018
    #16
    Doch, dass geht. Gerade wenn man sich dafür interessiert und sich mit dem Verhalten auseinander setzt, kann man das schnell einschätzen. Es gibt auch genug Situationen, in denen Menschen nicht entschärfen, sondern aggressives Verhalten verstärken - und es schlussendlich zur Eskalation kommt.

    Das jeder Polizist das Wissen haben und anwenden kann will ich gar nicht voraussetzen. Aber man kann tierisches (vor allem hündisches) Verhalten schnell lesen und abwägen - das ist kein Hexenwerk.

    Ich finde es jetzt gar nicht so verkehrt, wenn man sich wenigstens etwas mit der Materie beschäftigt. Schaden kann es nicht. Schlussendlich reagiert jeder Mensch, der auf eine schnelle Reaktion angewiesen ist, so, wie er es für richtig hält. Da gibt es keine Zeit zum überlegen.
    Und bis ein Hund den kompletten Berserker macht, muss auch einiges passieren. Ich kann hündisches Verhalten gut lesen und meine Reaktion wäre demnach eine andere, als von einem Laien oder gar einem Menschen, der Angst vor Hunden hat.

    Hier geht's für mich auch um Schadensminimierung - und zwar auch auf das Tier und nicht nur auf den Mensch bezogen.
     
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    2 Juni 2018
    #17
    Außerdem war die Zeit, die sie verwendet haben, den Hund noch verrückter zu machen, so kurz nun nicht, wie das Video eindrücklich belegt.

    Da kann jetzt der einzelne Polizist nur begrenzt was dafür, aber wenn es Aufgabe der Ploizei sein soll, ein potenziell gefährliches Tier auszuschalten, würde ich mir erwarten, dass es irgendwo in diesem Apparat Menschen gibt, die wissen, wie so ein gefährliches Tier aussieht, und was es gefährlich macht, und eine Ausbildung genossen haben von ihrem Arbeitgeber. Aber anstatt da zum Beispiel Hundeführer hinzustellen, schicken sie ich weiß nicht wie viele Streifen.

    Mal wieder liegt für mich der Fehler im System - und in der Unverantwortlichkeit mancher Menschen/Halter, die ihre Hunde in ihren Ego- Abgrund ziehen.

    Off-Topic:
    Und übrigens, ich finde absolut nicht, dass jedes Menschenleben wertvoller ist als jedes Tierleben und man daher bei kleinsten Unsicherheiten und Gefahrenzeichen lieber das Tier nachhaltig ausschaltet um irgendeinen Menschen zu retten. Müsste ich zwischen MEINEM Hund und dem Großteil der Menschheit wählen, fiele mir das echt nicht sehr schwer...
     
  • User 136306
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    2 Juni 2018
    #18
    Natürlich musste das Tier bedrängt werden, weil andernfalls die unmittelbare Gefahr bestand, dass es die umstehenden Menschen anfällt. Das ist doch auf dem Video klar zu erkennen.


    Richtig. Die Interessen des Tieres haben denen der Menschen zu weichen.

    Tust du das nicht? Da du Fleisch isst, gehst du zwangsläufig davon aus, über den Tieren zu stehen. Oder tötest du auch Gleichrangige zur Nahrungsmittelgewinnung?

    Die Frage ist ja, wieviel Unsicherheit man gewillt ist hinzunehmen. Ich bin nicht gewillt, nennenswerte Risiken zu akzeptieren, um das Leben eines wildgewordenen Hundes zu schonen.

    Und Wertschätzung für Tiere besteht darin, Leberknödel zu essen? Oder meinst du die Tiere, die du isst, werden nicht "gnadenlos" getötet? Und nein, es gab keine Zeit, in der Menschen und Tiere koexistierten und einander um ein Vielfaches mehr wertschätzten. Abgesehen davon, dass es mir schwerfällt, den Tieren eine "Wertschätzung für Menschen" zuzuschreiben: Die Industrialisierung hat nur die Möglichkeiten um ein Vielfaches erweitert, mit denen Menschen Tiere ausbeuten können. Das ist alles.

    Die "Wertschätzung", die man in vergangenen Zeiten den Tieren entgegen hat kommen lassen, kannst du übrigens sehr schön an den erst in jüngerer Zeit unmodern gewordenen Tierhetzen und -kämpfen ablesen.

    Wenn er ansonsten eine Gefahr für andere darstellt, dann ja.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 2 Juni 2018 ---
    Ja, es geht um Schadensminimierung. Aber Unsicherheiten gehen dabei zu Lasten des Hundes.
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 2 Juni 2018 ---
    Solange die Mehrheit nicht so menschenfeindlich tickt, wirst du dich damit abfinden, dass die Interessen des Tieres, wenn es hart auf hart kommt, den kürzeren ziehen.
     
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    2 Juni 2018
    #19
    Traurig genug ist das. Traurig genug. Und bei mir persönlich wird das nie so sein.
    Außerdem tickt die Menscheit doch wirklich menschenfeindlich genug, sie sind nur gleichzeitg auch noch überheblich.
     
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    2 Juni 2018
    #20
    Ja, denn es geht hier nicht darum, den Hund "still zu kriegen". Es geht nicht um Lärmbelästigung oder sowas. Sondern es geht um Schutz von Menschen, da der Hund zu besagtem Zeitpunkt bereits mehrere Menschen durch Bisse verletzt hatte

    Und da ist das Wort Kampfhund schon wieder... Das ist so ein medial präsenter Begriff, der letztendlich gar nichts aussagt. Jeder Hund der falsch erzogen und sozialisiert wurde, kann zu einem um sich beissenden Tier werden. Ich glaube nicht, dass man das an der Rasse des Hundes festmachen kann. Das hätte genausogut ein Schäferhund sein können. Aber grundsätzlich gebe ich deiner Aussage recht. Verantwortlich für solche Vorfälle im allgemeinen und hier im Speziellen sind letztendlich unfähige Halter.
     
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