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    8 August 2018
    #1

    Job Kündigung obwohl man noch keinen neuen Job hat?

    Okay...wo fange ich an...
    Nach dem Studium 2014 bin ich von meiner Heimatstadt ins 500 km entfernte Hamburg gezogen. Meine Freunde, mit denen ich auch in der Schule schon sehr eng befreundet war, sind alle in meiner Heimat geblieben. Wir haben auch über die Entfernung unsere Freundschaft aufrecht erhalten, auch als ich ein Jahr auf Weltreise war. Unsere Freundschaft ist sehr eng und vertraut, wir fahren mehrmals zusammen weg im Jahr (Festivals, kleinere Wochenendausflüge, Urlaube etc.) und wir sind einfach eine super coole Gruppe, mit der ich mega viel Spaß habe und jeder akzeptiert wird, wie er ist.

    Leider habe ich in Hamburg trotz Bemühungen nie eine solche Gruppe gefunden und darum ist mir dieses Jahr mehr und mehr klar geworden, dass ich wieder zurück gehen möchte. Den Entschluss dazu hatte ich Anfang Mai auf der Hochzeit meines Kumpels gefasst, wo mir klar geworden ist, dass unsere Freundschaft einfach nicht mehr das Gleiche ist, wie früher, weil man einfach bei so vielen kleinen Dingen (mal grillen unter der Woche z.B.) nicht dabei sein kann.

    Da ich immer nur 6 Wochen zum Quartalsende kündigen kann, war Mai also zu früh und somit habe ich mich jetzt beworben. Allerdings kann ich auf Grund von Urlaub Anfang November erst Mitte November anfangen. Also wäre es so: 17.8. kündigen, 30.09. letzter Arbeitstag, 16.11. anfangen

    Ich habe also drei Bewerbungen abgeschickt, erst einmal auf Stellen, die mir richtig gut gefallen. Bei dem ersten Büro war ich am Montag. Sie haben mir zwar ein finanziell gutes Angebot gemacht, jedoch passt das Drumherum nicht (Urlaubstage, Überstundenreglung). Er meinte auch, dass wir noch verhandeln können. Aber Urlaubstage und Überstunden verhandeln?
    Zu dem zweiten Büro gehe ich am Montag. Da weiß ich zumindest, dass das Drumherum passt und jetzt bin ich natürlich in Versuchung im Gehalt weniger zu fordern, damit ich die Stelle bekomme. Andererseits ist meine Position (mit Berufserfahrung) zur Zeit sehr gefragt und ich bin eigentlich in einer guten Verhandlungsposition.
    Das dritte Büro hat nur den Eingang bestätigt.

    Nun weiß ich nicht, was ich machen soll:
    - Ich habe keine Lust noch bis Ende des Jahres in Hamburg zu bleiben (habe viele doofe Projekte zur Zeit, mein Kollege nervt mich tierisch)
    - Wenn es am Montag nicht klappt, habe ich keine Urlaubstage mehr um noch mehrmals zu Bewerbungsgesprächen zu fahren (maximal noch 2 Tage)
    - Ich will das und bin überzeugt von dem Plan, ich will das jetzt einfach hinter mich bringen.
    - Wenn ich keinen (guten) Job finde, stehe ich ziemlich doof da und muss mein mühevoll Gespartes aufbrauchen

    Ein nicht unerhebliches Problem an der Sache ist mein Freund: Ich habe ihm bereits im Mai gesagt, dass ich den Plan habe zurückzugehen und er fand das okay, da er eh schon länger davon redet, nicht mehr in Hamburg leben zu wollen. Nun mache ich Nägel mit Köpfen und er ist total überfordert mit der Situation. Er ist einfach nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen (war er noch nie, wir machen immer was ich sage). Nun will er noch bis Ende des Jahres hier bleiben und dann eine 2-monatige Reise machen. Das Problem ist, dass wir in meiner Wohnung leben und er offensichtlich davon ausgeht, dass ich die Miete mind. noch so lange zahle bis ich in meiner Heimat eine neue Wohnung habe.
    Findet ihr es akzeptabel, wenn ich hier keine Miete mehr zahle? Immerhin verdient er ziemlich gut und ich bin dann arbeitslos, bekomme keinen Cent und könnte so lange bei meinen Freunden und meiner Familie leben.

    Ich will echt so gerne nächste Woche kündigen, aber ich habe einfach Angst, dass ich einen großen Fehler begehe...
     
  • User 135804
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    8 August 2018
    #2
    Du bekommst schlimmstenfalls eine 12-wöchige Sperrzeit bei ALG I, wenn du selbst kündigst, danach hast du aber wieder Anspruch auf ALG I (ich geh mal davon aus, dass du Anspruch auf ALG I hast).
    --- Beitrag wurde zusammengefügt, 8 August 2018 ---
    Das musst du doch ihn fragen und nicht uns, da er ja derjenige wäre, der dadurch einen Nachteil hätte. Aber bedenke, wenn du alleine im Mietvertrag stehst, bekommst auch nur du die Probleme, wenn die Miete nicht gezahlt wird...
     
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    8 August 2018
    #3
    Naja, fassen wir mal zusammen:

    - deine Position ist sehr gefragt
    - du hast Ersparnisse
    - du hast genug Gründe, warum du lieber gestern als heute aus Hamburg weg willst

    Ich würde es an deiner Stelle einfach machen. Hat mein Bruder auch gemacht, zwei Wochen später hatte er eine Jobzusage in der Tasche. Was hast du schon zu befürchten? Wenn es nicht die nächste Stelle wird, dann vielleicht die übernächste. Angebote gibt es ja genug.

    Zu deiner anderen Frage: Würde ich nicht einsehen. Hat er bisher kostenfrei bei dir gewohnt?! :what: Deine Ersparnisse brauchst du ja selbst und wenn er gut verdient, bricht er sich keinen Zacken von der Krone, wenn er für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommt.
     
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    8 August 2018
    #4
    WTF?! Ich hab gedacht, er hätte die ganze Zeit die Hälfte der Miete bezahlt! Wenn sie sich da verarschen lässt, geht das ja mal gar nicht.
     
  • User 54465
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    8 August 2018
    #5
    Klar, es geht ja um den moralischen Aspekt. Es kommt mir so vor, als würde ich ihn hängen lassen. Andererseits wei0 ich nicht, wie ich es hätte anders machen sollen. Und da wir ein Paar sind, denke ich nicht, dass er mir einfach keine Miete mehr zahlt.
    Nein, er zahlt im Moment die Hälfte, aber wenn ich raus wäre, würde er eben alles alleine zahlen müssen
    Das denke ich einerseits auch, andererseits weiß ich, dass die Gehälter und Bedingungen in meiner Heimat einfach viel schlechter sind als hier. Der Unterschied im Einstiegsgehalt liegt in etwas bei 7000 Euro.
     
  • User 135804
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    8 August 2018
    #6
    Alles klar, dann hab ichs doch von Anfang an richtig verstanden und ihr teilt euch das bisher.
    Na du fragst ihn doch, ob es für ihn okay ist und wenn er einwilligt, gibt es da kein moralisches oder ethisches Problem.
    Geld allein macht nicht glücklich... Und einen Job zu haben, der Spaß macht und der einen erfüllt ist unbezahlbar.
     
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    8 August 2018
    #7
    Nochmal zum Klarwerden: will er bis Ende des Jahres in HH bleiben und dann eine Reise machen als Reaktion auf Deine Rückkehr-Pläne? Oder wollte er das sowieso und jetzt schießt Du ihm quer in seine Pläne 'rein?
    Wird er denn mit Dir mit kommen? Wie sieht seine Jobsituation dort aus? Von solchen Dingen würde ich den "moralischen" Aspekt eher abhängig machen.
    Und: wie konkret hattest Du bisher darüber gesprochen? Kann es vll sein, dass er Deine Absicht gar nicht als so konkret angesehen hat?
     
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    8 August 2018
    #8
    Er wollte schon länger weg, hat aber nie die Initiative ergriffen (und das hätte er auch nie getan, wenn ich es jetzt nicht tun würde) Nun will er noch bis Ende des Jahres bleiben um Weihnachten noch hier zu verbringen. Aber wenn er dann schon mal arbeitslos ist, will er die Chance nutzen um noch eine Reise zu machen.
    Er hat den gleichen Job wie ich, die Situation ist also ebenso gut.

    M.E. habe ich sehr konkret darüber gesprochen. Erst habe ich lange nach passenden Anzeigen gesucht, dann lange an der Bewerbung gefeilt (ich hatte ja Zeit) und auch im Juni in seinem Beisein meinen Freunden erzählt, dass ich mit dem Gedanken spiele. Er sagt auch selber, dass das das Beste für mich sei.

    Ob er mitkommt.... Er sagt ja, ich weiß es aber ehrlich gesagt nicht 100%. Ich könnte mir auch vorstellen dass er in seine Heimat geht, aber darüber denkt er nicht nacht 'ist doch noch ewig hin'
     
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    8 August 2018
    #9
    Ich würde nicht kündigen und kein Risiko gehen. Dafür bin ich einfach nicht der Typ. Eine Lücke im Lebenslauf sieht auch nicht unbedingt gut aus.

    Eine andere Möglichkeit wäre ein Aufhebungsvertrag. Du sprichst deinen jetzigen AG an, dass du mit dem Gedanken spielst zu gehen, die können sich schon mal umsehen und wenn du eine Zusage hast, macht ihr einfach einen Aufhebungsvertrag zu einem Datum auf das ihr euch einig werden könnt. So kann man eine Kündigungsfrist ungehen, sofern dein AG da mitspielt. Die wenigsten würde sich dem aber verwehren. Du gehst ja eh.
     
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    9 August 2018
    #10
    Das klingt nicht so, als ob Ihr noch die große Liebe zueinander fühlt oder täuscht das?
     
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  • Damian
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    9 August 2018
    #11
    Okay...da gibt's gleich mehrere Punkte...einige wurden schon angesprochen, andere will ich etwas ausführen.

    Zunächst mal das Sachliche:
    Wie schon erwähnt wurde, gibt es soetwas wie Aufhebungsverträge. Damit unterzeichnet man, dass der Vertrag vorzeitig zu einem festgelegten Zeitpunkt endet. Ich habe in meiner ehemaligen Firma gehört, dass manche dann doch quasi noch ein halbes Jahr "festgehalten" wurden. Das ist aber eher die Ausnahme...denn was macht ein Mitarbeiter, der gekündigt hat? Richtig! Nur noch das Nötigste..und schlimmstenfalls lässt er sich auch noch krank schreiben.
    Es gibt ganz viele Möglichkeiten dem Arbeitgeber "nahezulegen", einen doch aus dem Vertrag zu lassen. An deiner Stelle würde ich z.B. irgenwdann mal das Wort "Schwangerschaft" fallen lassen...eeeeiiiinfach so. Wenn es hart auf hart kommt, kannst du auch knallhart sagen "So leute...wir planen Nachwuchs..ihr könnt es euch aussuchen ob es hier sein wird oder anderswo...passiert es wenn ich noch ein halbes Jahr bei euch arbeite, dann bleibe ich auch die Elternzeit über hier...
    Glaub mir..so schnell kannst du gar nicht gucken, wie du einen Vertrag vor dir liegen hast.
    Ich wurde im gleichen Laden übrigens sogar fast 2 Monate freigestellt und ärgere mich, dass ich nicht noch um den 3. gepokert habe. War aber leider nicht absehbar. :tongue:

    Verhandlung beim neuen Job: Ja, man kann um Urlaubstage und Gleitzeitregelung verhandeln! Der AG kann seine Verträge gestalten!! Gerade wenn du in einer guten Position bist, nutz das...

    Mein Tipp: Ruf bei den Läden, wo du dich bewirbst an und sag denen, was du für Kündigungsfristen hast und dass du nicht weißt ob du aus dem Vertrag vorzeitig raus kommst, es aber definitiv versuchen wirst.
    Das hat den Vorteil, dass du denen ein bisschen Beine machst, denn die wollen dich ja auch da haben und du bleibst im Gedächnis und zwar als jemand, der seine Zahlen und Daten im Griff hat.

    Bei mir war es so, dass ich ERST einen Vertrag von meinem neuen AG auf dem Tisch hatte, mit Startdatum nach der Kündigungsfrist, DANN einen Aufgebungsvertrag bekommen habe mit Wunschdatum und überraschender Freistellung von diesem Tag an und DANN einen Zusatzvertragswisch von meinem neuen AG bekommen habe mit neuem Einstiegsdatum.
    Geht alles.

    Zu der Partnersache:
    Dein Freund klingt da ein bisschen anstrengend. Ich weiß nicht in wie weit du ihn weiter mitschleifen kannst oder willst, denn im Moment klingt er doch ein bisschen wie ein Klotz am Bein. Gerade wenn die Belastung und der Stress steigt, wünsche ich mir von mienem Partner, dass er mitzieht und nicht in den Urlaub zieht. Er scheint da Problemen aus dem Weg gehen zu wollen, während die Welt an ihm vorbei zieht.
    Das Problem ist, dass der Partner irgendwann auch an einem vorbei zieht.

    Ich würde von ihm wohl ein paar sehr klare An- und Aussagen erwarten und auch Ausreden wie "is doch noch hin" nicht gelten lassen. Denn wenn man überlegt wie lange so ein Bewerbungsprozess INKLUSIVE Wohnungssuche dauert...gerade wenn er seinen eigenen Hintern noch hochkriegen muss...dann wird es jetzt schon langsam knapp. Ich denke nicht, dass ihr euch 2 Wohnungen lange leisten könnte, die beide groß genug sind für euch beide. Es gibt Übergangslösungen, aber auch die muss man sich organisieren.
    In diesem Sinne: the time is now!

    Kündigen ohne neuen Job...kann man machen...es ist aber immer schwerer sich aus einem gekündigten Arbeitsverhältnis zu bewerben als aus einem ungekündigten. Die Verhandlungsposition ist einfach sehr viel besser und auf lange Sicht solltest du an Gehalt und Urlaub rausholen was geht.
     
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    9 August 2018
    #12
    Off-Topic:
    Eine Pause von 2-3 Monaten zwischen zwei Arbeitsstellen ist bei jemandem mit Berufserfahrung und in anscheinend gefragten Bereichen mMn ziemlich zu vernachlässigen. Ich kenne einige, die zwischen zwei Jobs zum Beispiel noch auf Reisen waren, das wird manchmal sogar eher positiv gesehen.
     
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    9 August 2018
    #13
    Das Problem, wenn ich jetzt nicht kündige ist eben, dass ich keinen Urlaub mehr habe um zu Gesprächen zu fahren.

    Zur Parntersache: ja es ist anstrengend und ich weiß auch nicht, was ich dagegen machen soll. Klar, versuche ich ihn zu einer Entscheidung 'zu drängen. Er ist einfach kein Entscheider und ich habe ihm das wahrscheinlich zu oft durchgehen lassen, weil ich gerne entscheide. Er hat die Wohnung nicht mit besichtigt, er hat nichts für unsere Weltreise geplant, er hat keinen seiner Pläne in die Tat umgesetzt, weil er, so sagt er, oft falsche Entscheidungen trifft.
    Abgesehen davon läuft es gut, aber das ist eben ein sehr einschneidender Bereich in unserem Leben, der gerade zur Zeit wieder mal nicht so läuft... irgendwie erhoffe ich mir insgeheim, dass er jetzt mal eine Entscheidung treffen muss, die ich ihm nicht abnehmen werde.

    Und ja, du hast recht, er ist mir gerade ein Klotz am Bein... Das klingt jetzt so fies... Er glaubt, dass mir diese Entscheidungen alle total leicht fallen, er hat aber seiner Meinung nach gerade mit sich selbst zu tun und kann mich nicht unterstützen, mir Rat geben. Und ja klar Frage ich mich, wie lange das noch so weitergeht.
    Ich finde es eigentlich ganz gut dass er die Reise machen will, so muss er mal etwas alleine planen
     
  • User 154004
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    9 August 2018
    #14
    Das sehen verschiedene Firmen so oder so.

    Viel schwerwiegender würde ich die von Damian erwähnte schlechte Verhandlungsausgangsituation bewerten.
     
  • Flöchen99
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    9 August 2018
    #15
    Ich hatte ein ähnliches Problem mit meiner Ex. Da war es vielleicht noch mal krasser, sie hat selbst im ganz normale Alltag eigentlich nichts selbst entschieden. Immer musste ich alles entscheiden, sie hat nicht mal ihre Meinung dazu abgegeben. Das war verdammt anstrengend. Und durch größere, wirklich folgenreiche Entscheidungen hätte ich mit ihr wohl auch nicht gehen wollen und können, wenn das so geblieben wäre.
    Also wenn er schon immer so war, sind denke ich die Hoffnungen, dass sich das irgendwann ändern wird, wenig erfolgsversprechend.
     
  • User 68557
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    9 August 2018
    #16
    Ich finde die Rechtsberatung hier ziemlich kritisch. EDIT// Ich weiß, dass die meisten hier nur von ihren Erfahrungen berichten. Das liest sich aber schon irgendwie so, als könne man sich drauf verlassen.

    Der Verhandlungsspielraum von Arbeitgebern kann durch kollektive Vereinbarungen gegen Null gehen. Auch kann es verschiedene Umstände geben, die einen Arbeitgeber von dem Abschluss eines Aufhebungsvertrags abhalten. Da geht es dann manchmal gar nicht mehr um die Person desjenigen, der seinen Arbeitsplatz aufgeben will. Man ist nicht nur die Person auf der Stelle, sondern die Stelle hat eben auch eine Funktion im Gesamtsystem und auf der Payroll. Nicht vergessen, bei Krankheit hängt der Arbeitgeber "nur" 6 Wochen in der Entgeltfortzahlung. Sprechen beispielsweise gewichtige Gründe dafür, die Stelle (wenn auch mit jemandem, der krank ist oder macht) zu blockieren, kann die Entgeltfortzahlung je nach Bedeutung der Blockade vollkommen irrelevant sein.

    Kurzum: Ich würde mich nicht auf den Abschluss eines Aufhebungsvertrags verlassen, sondern bereits jetzt mit offenen Karten spielen oder einfach abwarten, bis du eine neue Stelle hast. 6 Wochen bis zum Quartalsende sind eine ziemlich übliche Frist, die (neue) Arbeitgeber kennen.
     
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    9 August 2018
    #17
    Off-Topic:
    wenn man kündigt, ohne einen neuen Vertrag zu haben, weiß man nicht, wie groß die Lücke wird. Finde ich daher schwierig zu sagen, es würde kein Problem darstellen.
     
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  • Damian
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    9 August 2018
    #18
    Mit Rechtsberatung hat das wenig zu tun...und dass der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist einen Aufhebungsvertrag anzubieten ist ebenfalls erwähnt worden.
    Verhandelt werden kann grunsätzlich über alles...der Arbeitgeber muss das nicht mitmachen. Gibt es bei ihm keinen Spielraum, dann wird man das schon gesagt werden..man vergiebt sich nicht unbedingt was, wenn man versucht zu verhandeln und wer es nicht versucht wird halt weniger verdienen oder im schlimmsten Fall über den Tisch gezogen werden.

    Mit offenen Karten zu spielen kann einem auch maßlos schaden. Wenn irgendwas schief geht und man doch noch bleiben muss, dann steht man in manchen Unternehmen auf der Abschlussliste, wird nur noch blöd angemacht oder sonstwas. Das Risiko wäre es mir niemals wert! Das kann sogar noch mehr als alles andere nach hinten los gehen und da braucht es nur eine A****geige im mittleren Management um einem das Leben zur Hölle zu machen.

    Kurz gesagt: Worse case: Du bis nochmal ein halbes Jahr da..auch das ist zu überleben. Best case: Es geht wesentlich schneller. Dazwischen ist alles Verhandlungsspielraum und es spielt überall ein gewisses Risiko mit, egal was man tut.

    Seinem Arbeitgeber freundlich mitzuteilen, dass man irgendwann demnächst mal kündigen mag halte ich für ein großes Risiko und direkt zu kündigen auch. Ich wäre wohl lieber auf dem trockenen...auch ein halbes Jahr geht vergleichsweise schnell rum...und wie gesagt..das ist der worst case. Bast case ist, dass du in 3 Monaten deinen neuen Job antrittst...
     
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    10 August 2018
    #19
    Auch ich würde nicht kündigen, solange ich nichts Neues habe. Du reißt nämlich nicht nur eine berufliche, sondern mit Deinem Freund auch eine private Baustelle auf. Die musst Du dann beide zeitgleich beackern, und das kann schnell zu viel und sehr unübersichtlich werden.

    Ich würde meinem Freund klar sagen, dass ich zu Beginn 2019 einen neuen Job nahe der alten Heimat anstrebe und dann gezielt suchen. Die Urlaubsfrage lässt sich klären, da lässt sich über Telefoninterviews und Freitagsnachmittagsgesprächen sicher etwas drehen, Arbeitgeber kenne ich da als sehr aufgeschlossen, wenn Du einfach offensiv mit der Wahrheit umgehst: ich habe keinen Urlaub mehr und möchte durch Einzeltagsabwesenheit auch niemanden nervös machen.

    Eine Anmerkung zur Variante Aufhebungsvertrag: Aufhebungsverträge werden im Bewerbungsprozess und Lebenslauf gern als arbeitgeberseitige Kündigung mit Verzicht auf Klage gelesen. Davon rate ich dringend ab.

    Und noch eine Anmerkung: sei Dir darüber im Klaren, dass Dein alter Freundeskreis sich im Alltag verändert haben wird. Vier Jahre sind eine lange Zeit. Die einen ziehen Kinder groß (oder fangen bald damit an), die anderen erwerben Immobilien, die nächsten gehen früh ins Bett, weil sie viel arbeiten müssen. Ihr werdet Euch in vier Jahren alle weiter entwickelt haben. Auch wenn es bei Euren sporadischen Treffen alles noch so cool ist wei früher, kann da die eine oder andere Enttäuschung lauern.

    Für mich hört sich das alles arg spontan und übers Knie gebrochen aus: auf der Hochzeit ist mir aufgefallen, dass es "zu Hause" cooler wäre, also lasse ich jetzt alles stehen und liegen. Du stellst eine nicht unbedeutende Weiche für die nächsten Jahre, da kannst Du Dir durchaus ein halbes Jahr Zeit für lassen.

    Verrätst Du uns, in welcher Branche bzw. in welchem Beruf Du unterwegs bist? Das würde mich im Zusammenhang mit Deiner Fragestellung schon sehr interessieren.
     
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    10 August 2018
    #20
    Danke euch für die weiteren Beiträge!

    Telefoninterviews finde ich ehrlich gesagt nicht so toll und um zu einem Freitagsnachmittagsgespräch zu fahren, müsste ich bei 5-6 Stunden Fahrt auch einen Tag Urlaub nehmen.

    Also meine Freunde sind teils in langen Partnerschaften (5+ Jahre), aber abgesehen von der einen Hochzeit hat sich nichts geändert, da die meisten promovieren. Es ist nicht so, dass ich nur einen Freundeskreis dort hätte von dem ich mich jetzt abhängig mache. Es sind auch noch meine beiden besten Freundinnen (unabhängig voneinander, wir sind keine 3er-Clique) und noch ein weitere nicht ganz so guter Freundeskreis, den ich aber auch häufiger treffe, sowie meine Familie (und mein Vater ist 87, also wäre es auch schön wieder näher bei ihm zu sein).

    Es ist nicht so, dass ich mir das jetzt "mal eben" überlegt habe. Seit Mai sind immerhin 3 Monate vergangen und schon vor meiner Weltreise haben mein Freund und ich gesagt, dass wir uns ein Jahr nach der Rückkehr nach etwas neuem (in einer anderen Stadt!) umschauen wollen. Das eine Jahr ist seit März um. Ich habe seitdem verschiedenste Möglichkeiten durchgespielt: Ins Ausland gehen, in eine andere Stadt gehen, noch eine Weltreise machen etc. Aber die Variante zurück zugehen, fühlt sich eben langfristig am Besten an.

    Ja klar, ich bin Tragwerksplaner.

    Die anderen Dinge lasse ich mir durch den Kopf gehen und hoffe, dass das Gespräch am Montag gut verläuft. Auch werde ich noch einmal Kontakt zu dem Büro aufnehmen, von dem ich schon die Zusage habe, abgesehen von den unbezahlten Überstunden würde das schon gut passen.
     
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